Disclaimer: Täte ich jetzt behaupten, dass das alles hier mir gehört, würde mir doch eh keiner glauben, oder? Also, as usual: Ich nix, Rowling alles. Fast alles, denn "Every me and every you" gehört Placebo (oder deren Plattenfirma oder Songwriter oder so jemandem halt...). Und ich verdiene auch immer noch kein Geld mit dieser Fanfic (als ob das jemand kaufen würde *kopfschüttel*).

So, genug der langen Reden, hier geht's endlich weiter mit:

~~**~~ Der Feind in seinem Herzen 3.Kapitel

Als Harry die Statue von Richard dem Runden erreichte, stand Draco schon lässig gegen die Wand gelehnt da und wartete bereits auf ihn. Es war wirklich ein Bild für die Götter: Dem alten steinernen Richard, der buchstäblich breit wie hoch war, spannte der in Stein gemeißelte Umhang über dem Bauch. Seine Arme und Beine schienen zu kurz für seinen Körper und standen weit von ihm ab. (A/N: Seht ihr Dirk Bach vor eurem inneren Auge? So ungefähr würde der gute Richard wohl aussehen *gg*) Draco dagegen war groß und schlank, sein schwarzer Schulumhang umspielte fließend seinen Körper. Sein silberblondes Haar, das gerade eben so die Schultern berührte, bildete einen schönen Kontrast zu dem dunklen Stoff. Draco's graue Augen beobachteten Harry aufmerksam.

"Gut, dann erzähl mir endlich, was Sache ist." Harry hielt sich nicht mit Begrüssungen auf, er war gespannt auf das, was Draco ihm zu sagen hatte. "Nicht so hastig, Potter. Immer schön der Reihe nach. Ich-"

"Hör zu, Malfoy", unterbrach Harry den Slytherin. "Es ist nach Mitternacht, ich habe oben im Gemeinschaftsraum einen riesigen Stapel Hausaufgaben, die erledigt werden wollen, ehrlich gesagt bin ich hundemüde und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du endlich mal mit der Sprache rausrücken würdest."

"Dann fall mir nicht ins Wort und hör zu."

Sucker love is heaven sent

You pucker up, our passion is spent

My heart is a tart, your body is rent

My body is broken, yours is spent

"Wir beide sind Feinde, seit wir uns kennen. Du hasst mich und du glaubst, dass auch ich dich hasse. Aber da irrst du, Harry. Ich hasse dich nicht. Ich habe dich nie gehasst." Draco's Stimme war ruhig.

"Da hast du aber eine komische Art, das zu zeigen." Harry schüttelte verständnislos den Kopf. "Du beleidigst mich, meine Familie und meine Freunde, versuchst, mich zu verfluchen, wo es nur geht und machst mir im Allgemeinen das Leben oft genug recht schwer. Eine komische Art hast du, zu zeigen, dass du mich nicht hasst."

"Harry, du verstehst nicht. Damals, vor über fünf Jahren im Hogwarts- Express hast du meine Freundschaft ausgeschlagen. Schließlich bin ich ein Malfoy und die Freundschaft eines Malfoys schlägt man nicht so mir-nichts- dir-nichts aus. Ich war beleidigt. Aber ich konnte ja nichts machen. Wie hätte es denn ausgesehen, wenn Draco Malfoy um die Freundschaft von Harry Potter bettelt? Und wenn ich dich schon nicht als Freund haben konnte, wollte ich dich wenigstens als Feind haben."

"Das erklärt aber immer noch nicht, wieso du mich gestern geküsst hast. Normalerweise küsst man seine Feinde nicht." Harry verstand nicht, worauf Draco hinaus wollte.

"Nein, normalerweise tut man das nicht. Aber wie gesagt, dass wir Feinde sind, ändert nichts daran."

"Woran?" Langsam konnte Harry diesen Satz nicht mehr hören.

Carve your name into my arm

Instead of stressed, I lie here charmed

'Cause there's nothing else to do

Every me and every you

"Es ändert nichts daran, dass ich mich in dich verliebt habe." Hätte Peeves in diesem Moment einen Kübel eiskaltes Wasser über Harry ausgekippt, hätte der Schock nicht größer sein können. Er musste sich verhört haben. Draco konnte nicht wirklich in ihn verliebt sein.

"Doch, Harry, du hast richtig gehört", sagte Draco leise, der Harry's erschrockenen Geischtsausdruck richtig deutete. "Ich habe einige Zeit gebraucht, um es mir einzugestehen, aber es ist, wie es ist. Ich habe mich in dich verliebt."

"Aber wieso gerade ich?" Harry konnte es einfach nicht fassen. Er kam sich vor, wie im falschen Film.

Sucker love, a box I choose

No other box I choose to use

Another love I would abuse

No circumstances could excuse

"Du stellst Fragen. Ich weiß nicht, wieso gerade du. Aber ich weiß, dass du der erste Mensch in meinem Leben bist, für den ich so etwas empfinde. Und..." Draco stockte. Er senkte den Blick. Diese Worte würde er nicht über die Lippen bringen, wenn er Harry dabei ansah. "...und du bist der einzige, von dem ich mir wünsche, ebenfalls geliebt zu werden." Harry traute seinen Ohren noch immer nicht. Hier stand der Mensch, von dem er die letzten fünf Jahre geglaubt hatte, er wäre sein größter Feind und offenbarte ihm, dass er ihn liebte. Was immer sich in Harry's Leben auch geändert hatte, egal was passiert war, er konnte sichergehen, dass die Sticheleien, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten des Slytherin eine Konstante in seinem Leben darstellte. Zumindest sah es bis vor ein paar Minuten noch so aus.

In the shape of things to come

Too much poison come undone

'Cause there's nothing else to do

Every me and every you

Der junge Gryffindor wusste nicht, wie er reagieren sollte. Was sollte er sagen? Aber Draco sprach schon weiter, den Blick immer noch auf den Fußboden geheftet. "Ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich habe so lange davon geträumt, dich zu küssen. Hab mir vorgestellt, wie es sich anfühlen würde...." "Jetzt weißt du es ja." Die Worte klangen unfreundlicher, als sie eigentlich gemeint waren und Harry biss sich auf die Lippe. "Ich sehe schon, dir hat es nicht gefallen." Draco's Augen blitzen Harry aufgebracht an. "Nein", sagte Harry schnell. "So war das nicht gemeint." "Nicht?" "Wirklich nicht. Versteh doch, der Mensch, den du Jahre lang für deinen Erzrivalen gehalten hast, gesteht dir plötzlich, dass er dich liebt. Das ist halt alles etwas plötzlich!"

Sucker love is known to swing

Prone to cling and waste these things

Pucker up for heaven's sake

There's never been so much at stake

"Hat es dir denn gefallen? Der Kuss, meine ich." Harry erinnerte sich an all die Gefühle, die ihn vorige Nacht beschäftigt hatten: das Kribbeln in seinem Bauch, die weichen Knie, die er gehabt hatte und den Wunsch, diesen Kuss nocheinmal erleben zu dürfen. "Ja, hat er," nuschelte Harry. "Wie bitte?" Harry war sich sicher, dass Draco ihn verstanden hatte. Das war wieder so typisch für ihn! "Ja, verdammt, der Kuss hat mir gefallen! Sehr sogar! Um ehrlich zu sein, ich würde mich garantiert nicht wehren, wenn du es nochmal tätest!" Draco lächelte siegessicher. "Deshalb musst du hier doch nicht so rumschreien. Eine einfaches 'Bitte, Draco, küss mich noch einmal' hätte es auch getan. Und du kannst dir sicher sein, dass ich nicht nein gesagt hätte."

I serve my head up on a plate

It's only comfort, calling late

'Cause there's nothing else to do

Every me and every you

"Ich habe nicht geschrieen. Und ich habe dich nicht gebeten, mich nochmal zu küssen. Ich habe nur gesagt, ich würde mich nicht wehren, wenn du es tätest." "Was ungefähr auf das Gleiche hinausläuft." Draco ging einen Schritt auf Harry zu. "Wenn du meinst", knurrte Harry. Er wich nicht vor dem blonden Slytherin zurück. Die grauen Augen des Jungen sahen ihn aufmerksam an. Langsam kamen sie näher. "Möchtest du denn, dass ich dich küsse?" Die Gesichter der beiden Jungen waren nur noch wenige Centimeter voneinander entfernt. "Ja", flüsterte Harry und schloss seine Augen. Eine Sekunde später fühlte er die weichen Lippen des anderen Jungen auf den seinen. Er öffnete leicht seinen Mund und gewährte Draco's Zunge Einlass. Sie war unendlich weich und zärtlich, wie sie sanft den Mund des Gryffindors erkundete. Harry hob seine Hand und strich zärtlich durch Draco's blondes Haar. Es fühlte sich seidig an. Es roch ein wenig nach Vanille.

Like the naked leads the blind

I know I'm selfish, I'm unkind

Sucker love I always find

Someone to bruise and leave behind

Harry wusste nicht, wieviel Zeit vergangen war, als sich Draco von ihm löste. "Es ist spät, ich denke, ich werde zurück in die Slytherin Räume gehen." "Jetzt?" Harry konnte es nicht fassen. Eben noch hatten sie sich geküsst und jetzt wollte er gehen, als ob nichts gewesen wäre. "Wann denn sonst? Du hast vorhin selbst gesagt, du seist müde und das trifft auch auf mich zu. Wir sehen uns! Gute Nacht!" Und bevor Harry auch nur etwas erwidern konnte, war der blonde Junge um die Ecke gebogen und verschwunden.

All alone in space and time

There's nothing here but what here's mine

Something borrowed, something blue

Every me and every you

~~**~~

Author's Note: Sodele, ich hoffe, euch hat es gefallen. Ich hoffe mal, dass ich das nächste Kapitel schneller fertig kriege. Wie immer freue ich mich über eure Reviews :-)