Wieder sehe ich die Bilder vor meinen Augen, egal ob sie öffen oder
geschlossen sind. Sie zeigen etwas Fremdes, unerreichbares. Es ist wie in
einem Traum. Alles passiert, ohne, dass du etwas daran ändern kannst. Aber
irgendwie habe ich nicht Mal das Verlangen es zu ändern. Ich habe nur das
Verlangen es zu realisieren, es wirklich zu tun, es wirklich zu spüren, als
es Tag täglich nur vor meinem inneren Auge zu sehen.
Ich seufze. Eigentlich höre ich nicht mal was diese alte Schrulle da vorne
redet. Es interressiert mich nicht.
Verträumt starre ich aus dem Fenster.
Es schneit.
Die Zeit spielt keine Rolle mehr, deshalb bemerke ich nicht, dass es
geklingelt hat und alle anderen aus dem Zimmer zum Mittagessen in die große
Halle stürmen. Bin ich allein? Mit klarem Blick schaue ich mich um.
Niemand da.
Langsam erhebe ich mich. Wenn es um Essen ging waren Crabbe und Goyle immer
sofort zur Stelle und nicht aufhaltbar. Ein zuriedenes Grinsen umspielt
meine Mundwinkel. Trotzdem mache ich mich nicht auf den Weg zum
Mittagessen. Meine Schritte eilen Richtung Ausgang. Ich möchte alleine
sein, obwohl ich schon die ganze Zeit dieses Gefühl habe, einsam zu sein.
Abwesend starre ich auf meine Füße, sie kennen den Weg. Schritt für
Schritt. Sekunde um Sekunde. Schon ist jemand gegen mich gerannt, gerade
noch kann ich den Anderen mit einer reflexartigen Bewegeung vor dem Fall
die Treppen zu meinen Füßen hinunter zu stürzen verhindern und schaue in
zwei grüne Smaragde. So klar wie Kristalle.
Einen Moment lang starren wir uns nur gegenseitig in die Augen. Ich kann
seinen gleichmäßigen Atem an meiner Brust und auf meiner Haut spüren. Kann
fühlen wie sein Herz aufgeregt schlägt. Seine Augen blinzeln, unterbrechen
den Blickkontakt aber nicht. Ich lächle. Wieder erscheint ein Bild vor
meinen Augen und ich kann mich kaum zurückhalten diesen drängenden Wunsch
meines Herzens nicht zu erfüllen, aber ich weiß, es wäre nicht richtig,
denn ich weiß nicht, was er dabei denken könnte einfach so geküsst zu
werden.
Ein unschuldiger Kuss.
Halte mich aber zurück, vorerst genügt es mir nur ihn in meinen Armen
liegen zu haben. Ich genieße es seinen Geruch einsaugen zu können. Er
riecht nach.frisch gefallenem Laub, Abenteuern und.Lebkuchen.
(Anm. der Autorin: *smile*) "Du solltest mehr auf dich aufpassen!", sage
ich leise und entferne mich ohne mich nochmals umzudrehen, nachdem ich ihn
vorsichtig wieder auf festen Boden gestellt hatte. Ich spüre seine
verwunderten Blicke in meinem Nacken und bekomme Gänsehaut, stapfe aber
weiter durch den knöchelhohen Schnee. Er macht knirschende Geräusche unter
den Sohlen meiner Schuhe.
Kurz vor dem Ufer des Sees machen meine Füße halt. Mein Blick fällt über
das glitzerne Wasser. Ich höre sein gleichmäßiges Rauschen in meinen Ohren
und sehe meinen Atem vor mir, da es so kalt ist. Ein Wunder, dass der See
nicht zugefroren ist. Immernoch habe ich nicht so recht bergriffen was
gerade passiert ist und trotzdem bleibe ich ruhig. Es ist so wie immer.
Diese kleinen unbedeutsamen Berührungen, verbunden mit mehr als nur
Berührungen, mehr als nur einem Gefühl.
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