ᴅʀᴀᴄᴏ ᴍᴀʟꜰᴏʏ

31.Juli 1991

„Das ist jetzt nicht euer Ernst!" Schockiert sah ich meine Eltern an. Sie hatten mir gerade eröffnet das wir auf unserem Trip in die Winkelgasse Emily Hunter mitnehmen werden. Und ihren Bruder noch dazu!

„Beruhige dich Draco. Sie ist doch echt nett", versuchte meine Mutter mich zu beruhigen. „Ja, zu dir vielleicht", nuschelte ich und sah meinen Vater an. Das er es okay fand mit Blutsverrätern gesehen zu werden. „Draco, das sind Charles Hunters Kinder! Das macht einen guten Eindruck." Er sah mich kühl an. Dieser Blick duldete keine Widerrede.

Ich verdrehte nur die Augen und ging in den Salon. Mit den beiden soll ich in die Winkelgasse. Dabei hatte ich mich darauf gefreut! Schon seit Wochen wollte ich dahin aber Vater wollte immer mit, um mit seinem Geld und seinem Reinblutstatus zu prahlen.

Und nun sollte ich mit Emily und Jacob dahin. Super! Wütend schmiss ich mich in einen Sessel im Salon und versuchte möglichst beleidigt auszusehen. Mit Emily wäre ich noch klargekommen, auch wenn ich sie nicht mochte, aber zusammen mit ihrem Bruder! Nervensägen im Doppelpack, toll! Mutter setzte sich mir gegenüber und versuchte mich zu beruhigen, aber ich schickte sie weg. Ich hatte jetzt keine Lust zu reden.

Während ich das dachte leuchteten die Flammen unseres Kamins grün auf und Janina Hunter trat elegant aus dem Kamin. Dasselbe konnte man von ihren Kindern nicht gerade behaupten, denn Emily stolperte aus dem Kamin heraus und landete direkt auf dem Boden. Ihr Bruder toppte das ganze, denn er flog direkt auf sie drauf. Ich verdrehte die Augen. Könnten die beiden sich nicht benehmen?

Emily stand auf, sie war knallrot im Gesicht. Pff, selber Schuld, wenn man nicht mal richtig aus dem Kamin aussteigen konnte. Sie setzte sich auf einen Sessel, der leider Gottes nicht unweit von mir entfernt stand.

In diesem Moment kamen Mutter und Vater in den Salon und begrüßten Mrs. Hunter überschwänglich. Während Vater sich einschleimte und von seinem neuen ach so tollen Projekt erzählte, sah Mutter die Hunter Geschwister an. „Habt ihr alles dabei?" Nicken. Sie richtete sich an Emily: „Hast du deine Liste dabei?" Sie nickte und lächelte Mutter leicht an. Ich dachte schon immer, dass sie Mutter ganz nett findet, Vater aber nicht leiden kann. Ich konnte es ihr nicht übel nehmen, so wie Vater sie manchmal ansah. Mrs. Hunter sah auf ihre Uhr und meinte gestresst: „Ich muss los, vielen Dank, dass ihr die beiden mitnehmt." Sie gab den beiden einen Kuss auf die Stirn und verschwand im Kamin.

„Na dann, kann es ja losgehen." Mutter klatschte leicht in die Hände und reichte eine Schüssel mit Flohpulver herum. Ich stieg zuerst in den Kamin, rief laut „Winkelgasse" und verschwand in den grünen Flammen. Als ich aus dem Kamin rausstieg drehte ich mich um und wartete. Ein paar Sekunden vergingen, dann wurden die Flammen grün und Emily stolperte raus. Ich war darauf vorbereitet und fing sie auf bevor sie auf den Boden knallte. Wäre doch schade für ihr hübsches Gesicht, wenn es so voller Ruß wäre. Warte, was! Was sollte das?!

Sie sah mich an, sie war leicht rot im Gesicht, und murmelte ein „danke". „Was? Ich habe dich nicht ganz verstanden", sagte ich spöttisch. Sie sah mich nur wütend an und rappelte sich auf. Wie mir auffiel, stellte sie sich möglichst weit weg.

In diesem Moment stolperte auch ihr Bruder aus dem Kamin. Mann, hatten die das geerbt, oder was?

Wir mussten noch auf Mutter und Vater warten, und dann gingen wir aus dem Tropfenden Kessel in die Winkelgasse. Gringotts war der erste Anhaltspunkt, weil Emily noch Geld holen musste, und Vater sowieso gerne in der Eingangshalle mit seinem Reichtum prahlte.

Zum Hunter-Verlies mussten wir ganz schön lange fahren, ich war kurz davor zu kotzen, als wir endlich ankamen. Ich staunte nicht schlecht, als die Tür geöffnet wurde. Ich war ein Malfoy- Ich war Reichtum gewohnt, aber ihr Verlies war mindestens genauso groß wie unseres. Das erklärte zumindest, warum Vater die Hunters nie mit seinem Reichtum beeindrucken konnte.

Die beiden stopften sich ihre Beutel voll und wir fuhren wieder in die Eingangshalle. Vater war dann auch so weit mit angeben fertig, und wir gingen los.

„Ich möchte zuerst zu Ollivanders", posaunte ich und versuchte möglichst herablassend zu klingen. Emily nickte nur leicht, wahrscheinlich wollte sie auch so schnell wie möglich ihren Zauberstab. Oder sie wusste, dass es schwer war mich in Vaters Nähe zu beleidigen.

Das Geschäft war vollkommen leer, als wir eintraten. Dann erschien ein „etwas" alter Mann und begutachtete uns. Ich trat vor und er begann sofort mich abzumessen. Es dauerte nicht lange bis ich meinen Zauberstab hatte. „10 Zoll lang, Weißdornholz und Einhornhaar, ziemlich federnd". Die alte Schachtel reichte mir meinen neuen Zauberstab und ich bezahlte ihn.

Dann trat Emily nach vorne. Leicht schadenfroh musste ich feststellen, dass sie nervös aussah. Er maß alles ab und gab ihr einige Zauberstäbe zum ausprobieren. Dann fing er an sie aus heiterem Himmel zu fragen, ob sie schon Magie beherrsche. Sie nickte. Vater sah mich mit einem komischen Blick an. Super, das bedeutet doppeltes Lernen ab heute. Niemand übertrumpft einen Malfoy. Schon gar nicht ein Mädchen. Ollivander murmelte vor sich hin: „Ja warum nicht. Phönixfeder und Fichte. 11 Zoll. Geschmeidig. Sehr mächtiger Zauberstab." Er reichte ihn ihr und die Luft begann sich zu erwärmen. Emily schnippte mit dem Zauberstab und ein paar Schachteln flogen in die Luft. Glücklich sah sie ihren neuen Zauberstab an. Plötzlich fühlte ich mich klein mit meinem Einhornhaarzauberstab, sie hatte Phönixfeder, den mächtigsten Kern von allen!

Nachdem sie bezahlt hat, verließen wir den Laden. Vater verabschiedete sich schnell von uns, er suchte nach einem neuen Besen für mich, allerdings weigerte er sich schlichtweg den Nimbus zu kaufen, was mir einen hämischen Blick von den Hunters einbrachte.

„Ich gehe eure Bücher bei FlourishBlotts kaufen, ihr könnt solange schonmal zu Madam Malkins. Gebt ihr mir eure Liste?", fragte Mutter und wandte sich an uns. Wir gaben ihr unsere Liste und machten uns auf den Weg zu Madam Malkins. Jacob, der keine Umhänge brauchte, setzten wir bei Florean Fortescues Eissalon ab, da er einen seiner Freunde dort entdeckt hatte. Es herrschte eine peinliche Stille und ich glaubte insgeheim, hätte sich Emily auch gerne zu ihrem Bruder gesetzt.

Bei Madam Malkins angekommen, kamen sofort zwei Assistentinnen herbeigewuselt und nahmen unsere Maße. Wir standen noch nicht lange auf den Schemeln, als die Tür aufging und ein Junge, etwa in unserem Alter, mit schwarzen Haaren und smaragdgrünen Augen eintrat.

Sofort kam eine dritte Assistentin herbei und maß auch ihn ab. Ich habe zulange meinem Vater beim Prahlen zugesehen, als das ich es nicht könnte. Ich fing sofort an den Jungen vollzutexten, von wegen ich bekomme einen Rennbesen.

Natürlich dauerte es nicht lange und ich fing an von den Häusern zu sprechen. Ich bemerkte wie sich Emily anspannte, als ich meinte in Hufflepuff seihen nur Flaschen. „Jetzt halt doch mal die Klappe, Malfoy", fauchte sie mich an und drehte sich dann zu dem Typen um und lächelte ihn an. „Mach dir keinen Kopf, Hufflepuff ist toll."

Der Junge guckte nur verwirrt, war wahrscheinlich muggelstämmig. Mein Verdacht bestätigte sich als ich ihm dann noch ein paar Fragen über Quidditch stellte. Der arme Knopf hatte ja von nichts Ahnung. „Jetzt lass ihn doch in Ruhe", sagte Emily zusehends genervter.

Ich warf ihr einen spöttischen Blick zu und deutete auf einen dicken, haarigen „Mann" der vor der Fenster stand und winkte. „Was ein Trottel", meinte ich abfällig. „Das ist mein Freund", sagte der Junge kühl und verließ den Laden mit seinen neuen Umhängen.

„Musste das jetzt sein! Willst du's dir noch vor Hogwarts mit allen verscherzen?", fuhr Emily mich an, kaum nachdem die Tür zuging. „Guck ihn dir doch an. Der dürre Typ und der fette Mann. Dick und Doof oder was? Nein, so jemandem brauche ich nicht als Freunde", schnaubte ich abfällig.

Sie sah mich mit blitzenden Augen an. „Ach ja, und wegen in Hufflepuff sind nur Flaschen, du hast gar kein Haus verdient, also halt lieber deine Klappe" Sie sah mich verachtend an und lief zum Spiegel um sich zu begutachten.

Kopfschüttelnd sah ich sie an und fasste einen Entschluss.

Niemals, nicht in einer Millionen Jahre, würde ich mich mit Emily Hunter anfreunden.