Einundzwanzig

Tag: 1442; Stunde: 8

Lavender starrt sie nun schon seit zehn Minuten an, und Hermine stochert verärgert in ihrem Rührei herum. „Was?"

„Meinst du, wir haben Geschichte geschrieben?"

„Was?", fragt Hermine erneut und hebt ihren Blick.

Sie fühlt sich schlecht, weil sie so verärgert klingt, aber sie hat an diesem Morgen nur wenig geschlafen und ist mit schrecklichen Kopfschmerzen aufgewacht. Sie fühlt sich verkatert, obwohl sie sich nicht einmal an das letzte Mal erinnern kann, als sie Alkohol getrunken hat. Die Kopfschmerzen liegen dieses Mal aber vor allem an Justin und Seamus, die sich seit zwanzig Minuten ausgerechnet über Quidditch anschreien. Natürlich geht es nicht wirklich um Quidditch, genau wie bei Draco und ihr, als er sich für eine Dusche entschieden hat, anstatt sich von ihr vor zehn Minuten wegen Pfannkuchen anschreien zu lassen. Um die größeren Probleme zu vermeiden, konzentrieren sie sich alle auf die kleineren. Das nennt man Bewältigung, und Hermine glaubt nicht, dass man irgendjemand für ihre Art der Bewältigung verurteilen sollte.

Außer Justin und Seamus natürlich, denn ihr Kopf pochte wie verrückt.

„Was wir getan haben. Ich meine, der Krieg wird... Harry wird in die Geschichte eingehen. Vielleicht auch Ron. Aber denkst du, wir werden das auch?" Lavender hält nicht einmal lange genug inne, damit Hermine ausatmen kann, bevor sie weiterredet. „Ich habe gerade über Hogwarts und den Geschichtsunterricht nachgedacht. Die Geschichten über toten Menschen zu lesen – das habe ich immer gehasst."

„Es sind nicht nur Geschichten über tote Menschen, Lavender. Geschichte besteht aus Menschen, die großartige Dinge getan haben... großartig Gutes oder großartig Böses, aber großartige Dinge, die irgendwie die Welt zu dem gemacht haben, was wir von ihr kennen. Es ist wichtig, das zu wissen."

„Warum? Ich meine, ich denke nur immer wieder... All das hier. Das wird alles nur in Büchern stehen, die die Schüler nicht gerne lesen werden, verstehst du?"

„Warum ist es dir dann wichtig, dass dein Name drin steht?"

„Ich weiß es nicht. Na ja... einfach um Anerkennung dafür zu bekommen, weißt du? Wenn sie schon darüber reden, dann sollten sie auch über jeden von uns reden."

Hermine kratzt an ihrer Nagelhaut, ihre Nägel sind kurz und rissig. „Die Opfer, die wir erbracht haben, zählen nur für uns, Lav. Alles, was hier verloren gegangen ist, das können sie nicht einfach niederschreiben. Selbst wenn sie es täten, würden die Leute es nicht verstehen. Nicht so wie wir. Es spielt keine Rolle. Wir wissen, wie es im Krieg war und was wir –"

„Du hast gerade gesagt, es sei wicht –"

„Das Ergebnis ist wichtig. Die wichtigsten Ereignisse, die uns zu diesem Ergebnis geführt haben, sind wichtig. Für die Menschen ist es wichtig zu wissen, dass es einen Kampf gab und dass es Menschen gab, die sich diesem Kampf stellen mussten, das ist wichtig. Listen mit Namen sind es nicht. Es ist mir egal, ob ich eine Fußnote bin oder gar nichts, ich weiß, was ich gegeben habe, und was ich dafür zurückbekommen habe, und das ist mir genug."

„Du willst also sagen, dass wir nicht wichtig sind?"

„Nicht für die Geschichtsbücher, nein. Aber das spielt keine Rolle, verstehst du das nicht? Die Geschichte wird sich an uns als den Orden und das Ministerium und die Tapferen erinnern. Die Geschichte wird sich an uns erinnern, weil wir es waren, die sich für dieses „wichtige Ergebnis" geopfert haben. Es spielt keine Rolle, ob sie alle unsere Namen auflisten, damit die Leute sie überfliegen und darüber nachdenken, wie lang die verdammte Liste ist. Sie werden nur wissen, dass es dieser Klumpen einer Liste war, der die Ereignisse am Ende des Kapitels verursacht hat. Aber es ging nie darum, Geschichte zu schreiben, Lavender. Es ging darum, die Zukunft zu verändern."

„Nun, sie sollten sich genug Gedanken machen, um die Liste zu lesen, und dann vielleicht –", fängt Lavender an, ihr Gesicht verzieht sich vor Ärger, der noch schärfer wird, als ein Lachen sie unterbricht.

„Habe ich nicht gerade bis in den Flur gehört, wie du dich darüber beschwert hast, dass du es in der Schule immer gehasst hast, die Geschichten über tote Leute zu lesen?" Draco funkelt sie an, der Gedanke, dass sie eine Heuchlerin ist, steht ihm ins Gesicht geschrieben.

„Was machst du? Dafür holst du doch ein Glas, oder?" Hermine unterbricht Lavenders Antwort und deutet auf ihn und den offenen Karton mit Orangensaft in seiner Hand.

Er hebt eine Augenbraue, dreht sich um und schlendert davon, während beide Mädchen ihm hinterherstarren.

Tag: 1442; Stunde: 15

Das Gebäude liegt in Schutt und Asche, das Holz raucht noch und die Schwaden verdunkeln den Himmel. Die Äste der Bäume beugen sich ihnen entgegen, schwer von Asche und den Knospen des kommenden Frühlings. Sie konnte nicht umhin, als sich zu fragen, ob sie gewusst hatten, dass sie kommen würden.

Tag: 1442; Stunde: 21

„Es stört dich nicht?" Draco stellt diese Frage aus dem Nichts, und sie zuckt zusammen, weil sie nicht einmal wusste, dass er im Zimmer war. Sie war zu sehr damit beschäftigt gewesen, den Karton Orangensaft anzustarren und sich zu fragen, warum er ihn zurückgestellt hatte. Ekelhaft.

„Was?" Andererseits sollte sie sich über seinen Speichel nicht wirklich Sorgen machen.

„Potter wird in die Geschichte eingehen, als hätte er die ganze verdammte Sache im Alleingang gemacht."

„Er hat es verdient."

„Haben wir das nicht?"

Schließlich wendet sie sich vom Kühlschrank ab, Fragen über Eifersucht liegen ihr auf der Zunge, aber sie schluckt sie herunter. Sie wird nicht darauf eingehen, denn sie glaubt nicht, dass er es verdient hat, darauf angesprochen zu werden. „Harry hat sein ganzes Leben mit dem hier als sein Schicksal gelebt. Er hat eine Menge geopfert –"

„Ja, er hat mit Weasley in einer komfortablen Wohnung gelebt und alle hohen Tieren des Ministeriums und des Ordens sind ihm in den Arsch gekrochen –"

Wage es nicht, das zu schmälern, was er durchgemacht und getan hat. Wenn Harry nicht in der Lage gewesen wäre, Voldemort zu töten, hätten wir verloren, egal was wir –"

„Hätten wir nicht schon vorher jahrelang gekämpft, wäre Potter jetzt tot, zusammen mit –"

„Harry hatte nicht die Wahl, wie wir sie hatten! Er –"

„Keiner hatte eine Wahl! Alle, die in diesem verdammten Krieg gelandet sind, haben es getan, weil sie keine andere Wahl hatten! Sei es, weil sie wussten, dass die Welt und ihr eigenes Leben zur Hölle werden würde, oder weil sie versuchten, das Überleben ihrer Freunde, ihrer Familie oder von sich selbst zu sichern, niemand hatte eine Wahl."

„Das ist eine Lüge! Alle –"

„Du bist so verdammt dumm! Du weißt nicht einmal, was für einen Blödsinn du von dir gibst. Manchmal frage ich mich, ob du zu den Lügnern gehörst, die niemanden außer sich selbst von dem überzeugen können, was sie sagen!"

„Was redest du da?", sagt Hermine aufgebracht und wirft die Hände in die Luft.

„Dieser ganze Mist, den du Brown erzählt hast. Ich weiß, dass du dich nobel verhälts Granger, und –"

„Das war die Wahrheit!"

Schwachsinn! Schwach. Sinn. Du hast alles aufgegeben, was du von deinem früheren Leben kennst, um in diesem Krieg zu sein, und mit einem solchen Opfer will man, dass man sich an dich erinnert. Jeder auf der Welt will, dass man sich wegen etwas an sie erinnert, und –"

„Tun nicht so, als ob du mich kennst! Wage. Es. Ja. Nicht. Denn wenn du mich kennen würdest, würdest du wissen, dass ich nicht dafür in Erinnerung bleiben will! Ich will nicht in Erinnerung bleiben, weil ich Menschen getötet habe und –"

„Ach, hör doch auf, komm mal –"

„– etwas getan habe, das die Gesellschaft verbessert hat und nicht durch Gewalt erreicht wurde, sondern –"

„– wieder von deinem scheiß hohem Ross runter, immer den noblen Weg nehmen, aber den Kopf einziehen –"

„– nicht, dass ich nicht stolz darauf wäre, hier mein Bestes gegeben zu haben, aber ich brauche keine Art von –"

„– ob es dir nun gefällt oder nicht, es musste getan werden, und so etwas muss immer getan werden. Die Leute wissen, dass wenn man –"

„– eine Wahl hat. Du hattest eine Wahl, und du hast dich entschieden –"

„– mit... Ich hatte nie eine Wahl! Niemand hatte eine! Warum ist das so schwer für dich zu –"

„–genauso wie ich eine hatte, und Neville, und Ron, und –"

„–alles in unserem Leben formt uns für den Weg, den wir letztendlich einschlagen werden. Ich spreche hier vom Überleben; ich spreche von der besten Option. Und niemand wird davor weglaufen, wenn es bedeutet, dass er das verliert, was ihm am wichtigsten ist –"

„– und gut, vielleicht hatte Harry eine Wahl, aber nicht wirklich eine. Sollte er einfach nur herumstehen und Menschen sterben lassen? Das entspricht nicht seinem Charakter, und –"

„Ganz genau! Verfickt nochmal, ganz genau! Potter hätte niemanden sterben lassen, wegen seines Charakters, weil er, so wie er war und wie er fühlte, keine andere Wahl hatte –"

„Das ist genau das, was ich die ganze Zeit versucht habe zu sagen!"

„Du –"

„Mein Gott, Draco! Du bist...du bist so..." Hermine schreit, oder knurrt, oder irgendetwas dazwischen und knallt die Kühlschranktür zu. Etwas fällt herunter, zersplittert darin, aber sie ist schon dabei wegzugehen und viel zu wütend, um sich um die Sauerei zu kümmern.

Sie schafft es fünf Schritte ins Wohnzimmer, bevor er ihren Arm packt und sie so heftig nach hinten reißt, dass sie einen Moment lang glaubt, er hat ihr den Arm ausgekugelt. Sie stolpert zurück gegen ihn und zuckt nach vorne, um den Kontakt wieder zu unterbrechen.

„Warum zum Teufel geht es bei dir immer nur um Potter?" Draco schreit die Frage auf einer Art und Weise, die sie trotz der Lautstärke von vor wenigen Sekunden zusammenzucken lässt.

„Was?" Sie weiß nicht, warum sie flüstert oder warum sie sich so langsam umdreht, um ihm ins Gesicht zu schauen.

„Du verstehst nur, was ich dir über alle Beteiligten an diesem Krieg zu sagen versuche, wenn es direkt und nur Potter betrifft. Als ob alle anderen nicht genauso wichtig wären."

„Das habe ich nie gesagt! Ich habe nicht einmal –"

„Doch, das hast du. Doch, das hast du, und zwar tausendfach! Es ist in allem, was du tust! Es ist dir egal, wenn niemand anderes dafür benannt wird, dass er hilft, den Krieg zu gewinnen, solange Potter die Anerkennung bekommt. Es war Potter, der keine Wahl hatte, der Rest von uns schon. Es war Potter –"

„Halt die Klappe."

„Nein, das werde ich nicht. Es war Potter, der diese ganze Sache gewinnen würde, und was wir taten, war nicht annähernd so wichtig. Es war Potter, der dich nicht auserwählt hat, mit ihm zu gehen, und es war Potters Schuld, dass du an diesen ganzen verunsicherten Schwachsinn glaubst, dass du nicht gut genug bist, oder nicht würdig genug, oder dass du nicht genug gegeben hast, um eine verdammte Fußnote zu verdienen in –"

„Du hast keine Ahnung, wovon du redest!" Sie befreit sich ruckartig aus seinem Griff, als sie merkt, dass er sie immer noch festhält, und erwidert seinen Blick, der aber irgendwie härter zu sein scheint.

„Ich weiß genau, wovon ich spreche, und ich weiß genau, wer du bist, Granger, auch wenn du das nicht glaubst", sie wird erst später daran denken, sich erinnern und sich deshalb schlecht fühlen. „Obwohl ich ja nicht Potter bin, also weiß ich es offensichtlich nicht."

„Du spinnst doch! Du kennst mich in der Zwischenzeit genauso gut wie Harry, und vielleicht..." Sie bricht ab. Tut er das? Er schaut spöttisch auf sie herab.

„Vielleicht solltest du anfangen, deinen eigenen Wert einzuschätzen, anstatt ihn daran zu messen, wie du glaubst, dass Potter ihn sieht –"

„Das –"

„Ich kenne den wahren Grund, warum es dir egal ist, in den Geschichtsbüchern erwähnt zu werden oder nicht. Ich weiß, dass du ihn auch kennst. Du schämst dich nicht für deine Teilnahme an diesem Krieg, tu nicht so, als würdest du das tun. Du schämst dich, dass es nicht genug war. Aber Potter? Potter muss genug geleistet haben, also sollte er Anerkennung bekommen, wo Anerkennung –"

„Ich –"

„Du kämpfst einen ganzen Krieg, um der anderen Seite zu beweisen, dass du es wert bist. Warum ist es anders, wenn es um deine Freunde geht, Granger? Was zum Teufel läuft falsch mit dir?"

Sie starrt ihn an, mit schlaffem Kiefer, und dann schubst sie ihn. Sie rammt ihm zwei offene Handflächen in die Brust und stößt ihr Gewicht nach vorne, und dann tut sie es noch einmal. Diesmal geht er ihr nicht hinterher, als sie wegläuft.

Tag: 1443; Stunde: 13

„Das wird langsam übertrieben."

„Ohne Scheiß.", murmelt Seamus düster und starrt auf die Hütte vor ihnen, die Flammen bösartig und heiß auf ihren Gesichtern.

„Es ist, als wüssten sie unseren nächsten Schritt, bevor wir überhaupt hier sind. Einen Schritt voraus oder so." Lavender seufzt schwer und reißt ihren Fuß aus dem Schlamm, in dem sie versunken ist.

Hermine hält bei Lavenders Aussage inne, dreht sich zu Harold um und ist überrascht, dass Draco ihn bereits anstarrt. Weil Krieg einen paranoid macht - weil Draco es tut. Denn Harold ist neu in der Welt des Vertrauens, und der Krieg bringt Dinge wie Spione und verschwommene Grenzen hervor. Draco schaut weg, bevor Harold sie erwischt, aber Hermine ist gezwungen, ihren unbeholfenen Blick auf Dracos Schuhe zu richten, als sie sich im Schlamm umdrehen.

„Lass uns gehen."

Tag: 1443; Stunde: 19

„Es tut mir vielleicht leid."

Draco hebt die Augenbrauen auf eine Art und Weise, die ihr sagt: „Das könnte interessant werden.", während er es schafft, völlig desinteressiert auszusehen. Hermine bemerkt, dass ihre Nase recht weit in die Luft ragt, und für jemanden, der sich entschuldigen will, sieht es eher so aus, als erwarte sie eine Entschuldigung. Das tut sie vielleicht auch.

„Ich hätte dich nicht so schubsen sollen. Mir ist klar, dass ich vielleicht... einen Harry-Komplex habe.", seine Mundwinkel zucken, so als ob er ein Grinsen unterdrückt und sie funkelt ihn wütend an. „Es ist ein langer Prozess, zu versuchen, sich selbst zu definieren, wenn man die Dinge verliert, die einen früher... aber ich bin sicher, du weißt das alles. Vermutlich sogar noch besser."

„Granger, hast du getrunken?" Sie starrt ihn an, ihre Hände hören auf nervös zu zappeln und ihre gesenkten Schultern ziehen wieder nach oben. Später wird sie sich fragen, ob er genau das erreichen wollte – er hat eine raue Art von Freundlichkeit an sich, und auch er weiß nicht, wie er mit ihren Gefühlen umgehen soll.

„Du kennst mich, Draco. Es gibt also keinen Grund für mich, dir zu sagen, dass ich Harry nur nicht eingeladen habe mit uns mitzukommen, weil er sich noch erholen muss. Ich kann nachtragend sein. Ich hege einen Groll. Und... und ich will, dass er sieht, wie es ist, schätze ich, und Gott, das klingt so schlimm, wenn ich es laut ausspreche."

„Mach dir keine Sorgen, Granger. Ich bin mit deiner düsteren Seiten gut vertraut." Er tut so, als ob das Pergament mit den drei Zeilen darauf ein Geheimcode wäre, den er zu entschlüsseln versucht. In Wirklichkeit weiß sie, dass er nur so tut, weil er genau aufpasst, aber er will nicht, dass es auch so aussieht.

„Ich weiß.", flüstert sie und ist ein wenig überrascht, als die Scham ausbleibt. Vielleicht, weil er ihr nie das Gefühl gegeben hat, dass es etwas ist, wofür sie sich schämen muss. „Vor allem du, würde ich sagen. Aber es gibt noch einen anderen Grund, warum ich Harry nicht gefragt habe – ich habe nicht daran gedacht, erst später. Weil ich mich nicht durch ihn oder Ron definiere. Ich liebe sie, aber sie machen nicht mehr aus, wer ich bin. Und ich habe... ich habe erst nachdem wir los sich daran gedacht, dass wir Harry auch hätten mitnehmen können."

„Und du beurteilst deinen Wert nicht danach, was Potter von dir denkt?" Draco zieht eine Augenbraue hoch, lehnt sich zurück, starrt sie an und gibt auf so zu tun, als wäre er nicht interessiert.

„Beurteilen wir nicht alle unseren Wert danach, was unsere Freunde und unsere Familie von uns denken? Wie wir auf andere Menschen wirken?"

„Ich hätte mich schon vor langer Zeit umgebracht.", schnaubt Draco, und Hermine weiß nicht, wie sie darüber lachen kann, aber sie tut es. Sie freut sich über das langsame Lächeln auf seinen Lippen, bevor sie den Kopf senkt, um ihren Standpunkt wieder einzunehmen.

„Es gibt einen großen Teil von mir, dem es wichtig ist, was meine Freunde über mich denken, das gebe ich zu, und ich weiß nicht, ob sich das jemals ändern wird. Aber es gibt immer noch einen Teil von mir, der trotz allem stolz darauf ist, wer ich bin – deshalb bin ich zum Beispiel ‚herrisch', wenn es niemand mag, und deshalb war ich klug, als es noch nicht cool war."

„Mit den beiden Sachen hattest du sicher nie ein Problem." Er grinst und sie wirft ihre Tüte Popcorn nach ihm, so dass die Körner über seinen Schoß und die Couch fliegen. Sie gibt ein verärgertes Geräusch von sich, als er sich eine Handvoll schnappt, und sie auslacht.

„Ich habe gesehen, wie Harry in der Schule war. Ich kann mir nur vorstellen, wie schlimm es für ihn während des Krieges sein muss. Harry ist der Typ Mann, der die Liste der Gefallenen liest und sich für jeden einzelnen die Schuld gibt – das musst du verstehen. Als Ron und ich aufgewachsen sind, wussten wir irgendwie, dass wir nur die Handlanger von Harry waren. Es hat lange gedauert, bis wir das überwunden haben."

„Du hast es immer noch nicht überwunden, Granger."

„Vielleicht nicht. Aber ich verstehe, dass wir alle unsere Rolle gespielt haben, und vielleicht haben wir mehr gekämpft als er. Aber Harry hat auf keinen Fall weniger Herz gezeigt als alle anderen, die in diesem Krieg gekämpft haben. Er hat es verdient –"

„Ich habe nie gesagt, dass er das nicht hat."

Hermine zuckt mit den Schultern und geht auf ihn zu, während er weiter an ihrem Popcorn knabbert. Seine Augen verengen sich, als sie immer näher kommt, und sie kann sehen, wie sich seine Finger um die Tüte herum anspannen. „Ich will nur, dass du weißt, dass ich ehrlich war, als ich gesagt habe, dass mir die Geschichte egal ist. Es ist die Zukunft, an der ich teilhaben will, und dort werde ich mir einen Namen machen."

„Hauselfen befreien, Freiwilligenarbeit in Afrika leisten, das Ministerium leiten, kranke Kinder adoptieren, das Heilmittel für Wahnsinn und mindestens fünfunddreißig Krankheiten innerhalb der ersten zehn Jahre erfinden?"

Sie lächelt ihn breit an. „Du kennst mich so gut.", weil sie es für wichtig hält, es noch einmal zu sagen, denn die Schuldgefühle, die sie ihm vorgeworfen hatte, dass er sie nicht kannte, sind noch nicht verschwunden.

Er brummt und reißt sich die Tüte über den Kopf, als sie sich schnell auf ihn stürzt, um sie zu ergreifen. Sie fällt nach vorne und schnappt mit der Hand nach oben, um ihr Gleichgewicht an seiner Stirn zu halten, wobei sie schnell ihren Fuß seitlich an sein Bein setzt, um sich auf seine erhobene Hand zu stürzen. Mit einem Lachen lässt er seinen Arm wieder sinken, und sie knurrt ihn an.

„Du hast eine Versessenheit auf Snacks. Nur Gott weiß, wie oft wir uns schon in der gleichen Situation wiedergefunden haben –"

Seine Anspielung auf den Muggelglauben lässt sie kurz zurückschrecken. Sie lächelt, weil sie weiß, dass es ihretwegen ist. „Ich denke, man kann sagen, dass wir beide eine Versessenheit darauf haben –"

„Nein, ich mag Snacks, du greifst an, um sie zu bekommen." Ihre Versuche, seine flinke Hand zu erwischen, erweisen sich als vergeblich. „Was die Versessenheit angeht, ich glaube, du ha –"

„Draco, komm schon, das ist die letzte und ich –"

„Tut mir leid, habe ich den Eindruck erweckt, ich ließe mich von deinen halbherzigen –"

„Du wirst es mir zurückgeben –"

„-und Drohungen?"

Malfoy."

„Hast... hast du gerade gejammert?"

„Nein." Sie wird rot und lässt sich neben ihm auf die Couch fallen, wobei sie ihn anglotzt, als er die Tüte in die andere Hand nimmt und sie von ihr weghält.

„Ich habe dich noch nie jammern gehört." Er klingt völlig amüsiert. „Na ja, außer –"

„Halt die Klappe."

Aber er hat es sich in den Kopf gesetzt, denn er wirft ihr diesen amüsierten, eingebildeten Blick zu, der ihren Atem immer ein wenig schneller gehen lässt. „Weißt du, du kannst sie dir zurückverdienen."

Hermine ist schnell mit ihrem Plan, denn sie war schon immer schnell mit ihren Plänen. „Ist das so?"

Er streicht mit seiner Zunge die Innenseite seiner Wange entlang, als sie sich auf seinen Schoß setzt, und in seinen Augen liegt eine Leichtigkeit, die sie immer so gerne sieht. „Ich bin sicher, dass sich etwas arrangieren lässt."

„Und was willst du?" Sie streicht mit den Händen über seine Brust und seine Schultern und errötet bei dieser Frage, denn sie wir bei so etwas immer rot.

„Ich bin mir nicht sicher." Er täuscht Desinteresse vor und brummt gelangweilt vor sich hin, aber seine Hand wandert auf eine Art und Weise ihren Schenkel hinauf, die zu besitzergreifend für sein Verhalten ist.

Sie ist diese Art von spielerischem Umgang mit ihm, und auch sonst niemandem, nicht gewohnt, also neigt sie den Kopf, um gegen seinen Nacken zu sprechen. „Ich bin sicher, dir fällt etwas ein."

Sie küsst ihn unter seinem Kiefer, bahnt sich einen heißen Weg hinauf zu seinem Ohr und hasst es, dass sie bereits zu schnell atmet. Als Reaktion stemmt er die Hüften in die Höhe, und sie könnte schwören, dass sie spürt, wie sein Herz unter ihrer Zunge anfängt schneller zu schlagen. Vielleicht ist sie nicht die Einzige, die sich so leicht beeinflussen lässt.

Seine Hände wandern zu ihren Hüften, sein Mund zu ihrer Schulter, und sie macht fast einen Rückzieher von ihrem Plan. Aber jetzt geht es wirklich ums Prinzip, und so gleitet sie mit ihren Händen an seinen Armen hinunter und hört das Knistern der Tüte in seiner linken Hand. Sie will gerade zugreifen, als er sich in das Kissen zurücklehnt und sein Kinn senkt, so dass sie gezwungen ist, ihren Kopf anzuheben. Sie spürt, wie ihr Herz bei dem Blick, den er ihr zuwirft, heftiger pocht, und seine rechte Hand greift nach ihrem Gesicht, als er sie zu seinem Mund hinunterzieht. Seine Zunge umspielt die ihre, und als sie sich nach unten drückt, drückt er sich wieder nach oben gegen sie, und um ehrlich zu sein, scheiß auf das Popcorn.

Ihre Hände verlassen seine Arme, um in den Saum seines Hemdes zu greifen, und sein Arm legt sich um sie, wobei die Tüte beim Aufprall auf dem Boden knistert, als er sie fallen lässt. Sie will gerade ein Schlafzimmer vorschlagen, als sie das Lächeln auf seinen Lippen spürt, und ihre Hände halten in ihrer Erkundung seiner Haut inne, als er sich zurückzieht.

„Ich habe gewonnen.", haucht er und will sie erneut küssen, doch diesmal weicht sie zurück.

„Was?"

„Mich mit dem Versprechen auf Sex ablenken, um die Tüte zu bekommen? Ich würde sagen, gut gespielt, Liebes, aber das war es nicht."

Hermine verengte die Augen, und sie ist sich sicher, dass ihre Lippen dünner geworden wären, wenn sie sich nicht schon geschwollen angefühlt hätten. Er lacht, und sein Daumen streicht über ihren Wangenknochen, so liebevoll, dass sie ihm automatisch nicht böse ist. Sie denkt, dass dies eine gefährliche Sache sein könnte.

Sie spürt etwas, das ihren frechen Gesichtsausdruck verschwinden lässt und ihre Augen von dem einladenden Dunkelgrau vor ihr nach oben huschen lässt. Lavender betritt schweigend den Raum, unterdrückt ein Gähnen und ihre Augen kleben an Dracos weißem Kopf. Hermine ist sich sicher, dass ihr Herz und ihr Atem stehen geblieben sind, aber nicht so, dass sie sich dessen bewusst ist. Die Welt gerät seltsam aus den Fugen, und obwohl ihr tausend Dinge durch den Kopf schießen, bleibt sie starr und schweigsam.

„Draco, hast du die Pläne und Entwürfe für morgen?"

Dracos ganzer Körper versteift sich unter ihrem, und Hermine denkt, dass es für eine Reaktion zu spät ist. „Warum?"

Lavender geht weiter in den Raum, als wäre es völlig normal. Als ob es etwas Alltägliches wäre, Hermine Granger auf dem Schoß von Draco Malfoy sitzen zu sehen. Hermine sieht nur noch verschwommen, und ihr wird klar – denn sie hat genug Erfahrung damit -, dass sie in Panik gerät. Ihre Hände zittern an Dracos Schultern, seine Hand löst sich von ihrem Gesicht, aber sein Arm bleibt immer noch um sie gelegt, und sie weiß nicht, warum.

Obwohl es eigentlich zu spät ist, sich eine Ausrede einfallen zu lassen, überlegt sie fieberhaft. Ich habe seine Zähne untersucht, ich habe versucht, mit Texturen zu experimentieren, ich bin total besoffen und weiß nicht einmal, wo ich bin - oh, ist das Draco Malfoy?

„Hermine." Sie unterbricht ihre Gedanken, um sich auf ihn zu konzentrieren, und er muss den wilden Blick auf ihrem Gesicht gelesen haben, denn es ist selten, dass er ihren Namen sagt, und dann auch noch so. Sie spürt seine Hand an ihrer Hüfte und den leichten Druck, der sie wissen lässt, dass es Zeit ist, von seinem Schoß aufzustehen.

„Richtig." Sie würgt das Wort geradezu heraus, und Draco wirft ihr immer noch diesen unergründlichen Blick zu, während sie sich rückwärts auf ihre tauben Füße stellt.

„Und? Können Harold und ich sie uns ansehen, oder willst du sie ganz für dich behalten? Du weißt, dass wir das Recht haben – entschuldige die Unterbrechung, Hermine – aber wir haben das Recht, diese Pläne zu sehen..."

Lavenders Stimme verstummt, als Hermine es irgendwie in ihr Schlafzimmer schafft. Sie schließt die Augen und drückt sich mit dem Rücken gegen die Tür, um ihre unregelmäßige Atmung zu kontrollieren und ihren Geist zu beruhigen, damit sie überhaupt einen Gedanken fassen kann.

Draco kam in dieser Nacht nicht mehr zu ihr.

Tag: 1444; Stunde: 11

„Warum zum Teufel bist du so nervös?"

Hermine springt auf, verschüttet heißen Tee auf ihre Hand und zischt durch ihre Zähne. „W-was?"

Sie hatte letzte Nacht zwei Stunden und zwölf Minuten geschlafen. Wahrscheinlich weniger, aber die Uhr hatte 3:55 Uhr angezeigt, als sie zum letzten Mal die Augen schloss, und obwohl sie danach eine Weile brauchte, um wieder einzuschlafen, zählte sie alle diese Minuten als Schlaf. Manchmal belog sie sich selbst darüber, wie viel Schlaf sie bekommt, eine ganze Schrödingers-Katze-Sache, um sie davon abzuhalten, sich einzureden, dass es annehmbar war, den gesamten Tag wie in Watte gewickelt zu verbringen.

Es hatte eine Weile gedauert, bis sie sich so weit beruhigt hatte, dass sie überhaupt darüber nachdenken konnte, was passiert war. Dann hatte sie, wie es ihr analytischer Verstand zu tun pflegt, jeden Moment in Stücke gerissen und ausgewertet, bis sich ihr Kopf taub angefühlt hatte. Das völlige Fehlen einer Reaktion von Draco und Lavender bedeutet, dass es keinen von ihnen zu interessieren scheint. Allerdings war Hermine ein bisschen zu sehr von der Rolle gewesen, um zu bemerken, ob Lavender innerlich vor Freude über den größten Klatsch seit... nun, Hermine wusste nicht einmal, wann, praktisch platzte. Draco war angespannt gewesen, aber Hermine hatte an dem Geschrei vor ihrer Tür erkannt, dass es mehr mit Harold zu tun hatte, der die Pläne verlangt hatte, und mit Dracos rasender Paranoia, als mit dem was davor passiert war.

Hermine hatte die Erleuchtung gegen 9:27 Uhr an diesem Morgen. Während sie ihre Körpersprache analysierte und darüber nachdachte, wie sie Lavender zum Schweigen bringen konnte, fragte sie sich plötzlich, warum sie sich überhaupt Sorgen machte. Ron würde einen Herzinfarkt erleiden, Harry könnte vor Schreck sterben, und Gerüchte und grausame Worte würden sie für Gott weiß wie lange verfolgen.

Hermine erkannte aber, dass es nicht wirklich einen Grund gab, es so lange geheim zu halten. Es war ja nicht so, dass Draco ein Todesser oder so etwas war, und wenn er es wäre, hätte die ganze Sache sowieso nicht angefangen. Dracos Worte hatten sich nach der Erkenntnis, als sie es endlich begriffen hatte, in ihr Innerstes gebohrt. Als sie begriffen hatte, dass sie die Sache nur deshalb vor allen verheimlichte, weil sie ihrem Urteil, den Angriffen auf ihren Charakter, der Herabsetzung ihres Wertes entgehen wollte. War das ein Teil von dem, wovon er die ganze Zeit gesprochen hatte? Und außerdem überwältigten Schuldgefühle, so dunkel und hässlich wie der Hass auf einem Schlachtfeld, sie mit der Annahme,- Draco dachte wahrscheinlich, dass sie sich für ihn schämte. Warum sollte er das nicht? Sie verheimlichte die Tatsache, dass ausgerechnet er ihr... Liebhaber war, wegen den negativen Konsequenzen, die es hatte, sich mit ihm einzulassen. Weil ihre Beziehung zu ihm ihren Wert minderte, und wie schrecklich war es für ihn, das zu denken. Es sogar zu wissen.

Am Anfang hatte sie sich geschämt. Dann war das Verstecken ganz normal geworden, und es war so viel einfacher gewesen, es geheim zu halten, als sich mit den Reaktionen auseinanderzusetzen, wenn es an die Öffentlichkeit geraten würde. Sie hatte schon genug Sorgen, ganz zu schweigen von der Aufgabe, ihren Charakter zu verteidigen. Seinen zu verteidigen. Das war die Entschuldigung, die sie vorbrachte, selbst nachdem sie seine Reaktion in der letzten Nacht gesehen hatte, als jemand vor der Tür gestanden hatte. Sie hatte versucht, es zu ignorieren und ihre logischen Ausreden vorzubringen. Aber jetzt, wo sie sich erlaubte, über die ganze Situation nachzudenken, fühlte sie sich furchtbar. Sie fühlte sich schuldig und belastet von der Vorstellung, dass er wusste, was sie in dem Moment empfunden hatte. Es war schlimmer ,als die Vorstellung, was passieren würde, wenn andere Leute es herausfänden.

Um 10:02 Uhr hörte sie auf, sich darum zu kümmern. Sie würden es also wissen. Sie würden wissen, dass sie eine sexuelle Beziehung mit jemandem hatte, der nicht ihr Freund war. Sie würden wissen, dass es Draco Malfoy war, der geachtete, gefürchtete und gehasste Malfoy. Das Geflüster und die Blicke, die hinter Lavenders Rücken explodiert waren, würden nun auch hinter ihrem sein, und vielleicht noch schlimmer. Aber Hermine hat es mit Todessern, Krieg, Mord und dem Tod ihrer Freunde zu tun. Alles verblasste im Vergleich dazu. Sie hat keine Angst.

Nur, wie Lavender feststellt hatte, ist sie nervös.

„Ist es wegen letzter Nacht?", flüstert Lavender, woraufhin Hermine ihre Augen zu den ihren anhebt, überrascht von ihrer Vorsicht.

Hermine weiß nicht, wie die Leute reagieren würden und was sie sagen würden. Sie ist nervös, jemand müsste erst etwas harschen sagen, damit sie wütend werden würde. „Ja."

„Hermine.", lacht Lavender, nimmt einen Bissen von ihrem Pfannkuchen und schüttelt den Kopf. „Was ist der Unterschied dazwischen, dass die Leuten es wissen, oder es sehen? Komm schon."

„Was?" Morgens ist sie noch zu müde, um intelligent zu sein. Zumindest, wenn sie unsicher ist. „Du hast es schon gewusst?"

Lavender sieht sie an, als würde Hermine ein Spiel spielen, und dann, als sei sie naiv. Hermine fühlt sich gekränkt. „Wie könnte ich das nicht? Ist dir aufgefallen, wie oft ich am selben Ort bin wie ihr beide? Ihr habt schon eine Ewigkeit diese ganze Wir-Vögeln-Spannung zwischen euch, und bitte – ist euch eigentlich klar, wie laut ihr manchmal sein könnt? Gewisse Geräusche sind nicht zu überhören."

Hermines Augen sind groß und blinzeln ungläubig auf ihre Tasse Tee, ihr Gesicht heiß und ihr Körper unbeholfen. „Also weiß es jeder?"

„Ich weiß es nicht. Keiner redet wirklich darüber. Es gibt andere Dinge, über die man sich Gedanken macht, weißt du?"

„Keiner sagt etwas?" Hermine hebt ihren Blick, die Augenbrauen ungläubig hochgezogen.

Lavender sieht sie ein wenig zu lange an, bevor sie den Blick auf ihr Frühstück senkt und mit den Schultern zuckt. „Es ist nichts Wichtiges, Hermine. Nichts, was eine Rolle spielt."

„Oh." So ist das also. „Wie lange weißt du es schon?"

„Merlin...ein Jahr? Vielleicht länger, vielleicht weniger. Ich habe eines Nachts dein Bett quietschen gehört, und ... na gut, ich habe ein bisschen spioniert, und es gibt niemanden sonst mit diesen weißen Haaren, der danach aus deiner Tür hätte kommen können, weißt du?"

Ein Jahr? So lange weiß sie es bereits, und wer sonst noch, und Hermine hat einfach weitergemacht, ohne es zu merken? Dann ist also alles bereits Schnee von gestern. Oh Gott.

„Ich gebe zu, ich hätte nicht gedacht, dass es ausgerechnet Draco ist, weißt du? Ich dachte, du würdest einen eher... na ja, du weißt schon. Und ich habe es ja auch schon ausprobiert, mit –" Hermines Kopf schießt so schnell in die Höhe und ihr Blick ist so intensiv, dass Lavender sofort innehält und sich in ihrem Stuhl zurücklehnt.

Lavender hätte eine Heuchlerin sein und sie nennen können, wie sie wollte, aber das Letzte, wovon Hermine hören wollte, waren ihre vergangenen Vögeleien mit Draco. An Lavenders Gesichtsausdruck erkennt sie im Nachhinein, dass sie durch ihre heftige Reaktion vielleicht mehr verraten hatte, als sie wollte.

„Hermine", flüstert Lavender, und Hermine errötet, senkt den Kopf und atmet tief ein. „Ist schon okay. Ich meine, das kommt vor, weißt du? Und... und wen kümmert das noch?"

„Stimmt."

„Der Krieg wird bald ganz vorbei sein, und wir werden alle mit unserem Leben weitermachen und das dumme Zeug vergessen, das hier passiert ist. Malfoy wird wahrscheinlich verschwinden, und Harold und ich werden heiraten, und du wirst wieder mit Harry und Ron zusammen sein. Es wird alles wieder ... irgendwie normal."

Hermine bemerkt nicht, dass sie aufgehört hat zu atmen, bis sie in der langen Stille des Raumes nur noch Lavenders Stimme hört. Wenn ihre Stimme dumpf klingt, tut Lavender so, als würde sie sie nicht hören. „Richtig."


Hier wieder ein neues Kapitel, ich hoffe es hat euch gefallen Das nächste wird leider eine Weile dauern, da ich in ca. 3 Wochen von Deutschland nach Südkorea ziehe und jetzt privat zu viel Stress habe, um neue Kapitel hochzuladen. Sobald ich aber in Korea bin und der erste Stress vorbei ist, werde ich wieder jeden Dienstag ein neues Kapitel posten! (So in ca. 1,5 -2 Monaten)

Ich hoffe ihr habt dafür Verständnis und lest trotzdem weiter meine Übersetzungen. Ich werde in der Zwischenzeit Manacled nochmal überarbeiten um die Rechtschreib- und Grammatikfehler zu verbessern die sich noch eingeschlichen haben.

Vielen Dank aber trotzdem an alle die bis jetzt meine Übersetzung gelesen haben!