KAPITEL 5

Dutzend Tage strichen durchs Land in denen Aragorn immer weiter ritt. Sein Ritt führte ihn entlang den Ringlo, hin zum Dor - en Ernil am Gilrain vorüber bis hin zum Erui. Nun ward es vollbracht. Er hoffte auf Erfolg und er war bereit für den Kampf. Mit ihm bereit waren dreitausend Mann, teils nur leicht bewaffnet, teils zu Pferd, teils Alt und gebrechlich. Doch eines verband sie alle: Reinheit. Viele Mühen hatte es gekostet diese Männer wieder zu befreien, zu befreien von ihren Seelenqualen und ihnen den bösen Geist zu nehmen, doch nun waren sie da. Stolze, freie Männer wie Gondor sie aus den alten Liedern kannte. Kampferprobt waren sie jedoch nicht. Bauern waren sie zumeist, nicht oft im Krieg gewesen und vertieft in ihre Äcker, doch so sagte Aragorn, sie waren Mannen Gondors und Mannen Gondors müsse man das Kriegen nicht lernen lassen. Viel wurde geredet unter den Männern, über Krieg und Tod und Verderben, aber Aragorn ihr König wollte sie nicht in den Krieg führen. Was wäre das doch für ein Krieg? Mensche gegen Mensch, Bruder gegen Bruder. Nein! Soweit sollte es nicht kommen. Selbst Aragorn konnte sich nicht erklären wieso die Männer durch en Anblick Arwens eine solche Wandlung vollzogen, doch in einem war er sich sicher. Nie würde Arwen dies bei Tausenden Männern in Minas Tirith bezwecken können, dazu wäre wohl selbst ihre Schönheit und Reinheit zu gering. Wie er den Sieg über den Geist der Menschen dort erreichen solle, wusste er noch nicht. Es gab keinen Kriegsplan, weil es keinen Krieg gab. Angst beschlich ihn schon seit Tagen, Angst vor dem unausweichlichen. Er war ein Mann der von Männern gestürzt wurde, von Männern die er jetzt von der bösen Macht befreien wollte. Nun kam er zurück und stellte erneut Anspruch auf die Königswürde. Die Menschen würden ihm sein Recht nicht zugestehen, soviel war jetzt schon klar. Er hoffte nur, dass sie nicht zum Kampfe blasen würden, denn dann müsste er das Gleiche tun und dies würde auch sein starkes Herz nicht ertragen. Drei Meilen waren es noch. Das Heer hatte sich postiert und in quadratischer Formation ritten alle hinter zwei Reitern her. Arwen und Aragorn eilten allen voraus. Arwens Herz schlug schneller und sie merkte es, es klopfte schnell und wurde von Fuß zu Fuß schneller. Aragorn sah sie schon. Hunderte Männer standen auf den Wällen und schienen kampfbereit. Alle trugen Rüstungen und Waffen. Mit Bögen waren sie gerüstet und versteinert wirkten ihre Gesichter. Nun war es noch eine Meile. Hörner wurden geblasen. Aragorn wusste das Signal zu deuten. Man machte sich bereit zum Kampfe in Minas Tirith. Was sollten sie auch sonst denken, wenn ein Heer von gut zweitausend Mann auf die Festung zulief. Doch Aragorn bedrückte es nicht, es erfreute sein Herz. Es war gut, wenn viele Menschen sie sahen, am Besten alle. Nun öffnete sich das Tor von Minas Tirith und Reiter kamen heraus, noch zusätzlich schwere Wurfgeschosse. Man unterschätzte das nahende Heer nicht. Auf einem Aussichtsturm postierte sich nun ein Mann, gekleidet in rot und Gold, mit einer Krone auf dem Haupte., doch war es nicht die Krone der Vorfahren die auch schon Aragorn trug, dies war ein ihm unbekannter Schmuck. Aragorn befahl seinem Heer zu stoppen. Nur noch achthundert Fuß trennten sie von den Mauern. Nun sahen die Wachen der Stadt die wunderbare Arwen. Sahen ihren Glanz und ihre Hoheit. Sie bewegte ihr Herz und stimmte sie traurig und fröhlich zugleich. Doch die gewünschte Wirkung blieb aus. Keiner der Männer ließ seinen Bogen sinken oder steckte den Pfeil zurück. Keiner weinte, keiner fiel zu Boden. Keiner ließ sich die Seele befreien. Nun ward Aragorn unruhig. Er hoffte auf ein paar Dutzend die diese Reaktion hätten zeigen sollen, doch niemand rührte sich. "Wer seid ihr? Und was wollt ihr?", sprach eine kräftige Stimme vom Aussichtspunkt. Aragorn gab Arwen ein Zeichen und gemeinsam ritten sie vierhundert Fuß voran. Dann antwortete er, doch er sprach nicht zu dem Mann auf dem Aussichtsturm, er sprach zu den Männern vor den Toren und er sprach zu den Männern auf den Mauern: "Mein Name ist König Elessar." Allein dieser Satz sorgte für Unruhe und Gespräche zwischen den Männern. König Elessar war zurückgekommen! Wollte er den Thron zurückerkämpfen? Wollte er Krieg gegen die Eigenen führen? "Gekommen bin ich um Verstand zu finden. Gehör zu finden unter meines gleichen." Gehör fand er. Die Herzen der Männer waren nun mehr bewegt. Denn Arwen war nun näher. "Ihr Männer die ihr mich gestürzt habt von meinem Thron, ich vergebe euch. Böse Mächte haben sich eueres Verstandes bemächtigt. Darum sei euch vergeben. Doch ihr müsst nun kämpfen, kämpfen gegen die Macht die euch genommen hat. Besessen seit ihr. Doch es sein euch vergeben. Die Macht des Reichtums hat von euch Besitz ergriffen." Zur Unterstützung seiner Worte schwieg er. Der Mann mit der Krone war verschwunden, wohin wusste Aragorn nicht, aber es gefiel ihm. Es war besser, wenn er nicht da war und den Befehl zum Angriff geben konnte. Die Herzen der Männer rührten sich, doch noch wurde keine Waffe niedergelegt und kein Nebel lichtete sich von ihren gefesselten Seelen. "Seht nun was ihr angerichtet habt. Einzig Zerstörung und Tod habt ihr angerichtet mit eurem falschen streben! So sagt mir nun, habt ihr euer Ziel erreicht? Seit ihr nun glücklicher? Seit ihr freier?" Keiner konnte darauf Antwort geben, doch immer noch ward der Wandel nicht vollbracht und nun schlug auch das Herz Argorns ein wenig schneller. "Ich werde für euch Antworten: Nein. Nein. Nein. Nichts hat euch all das Streben eingebracht, nur zusätzliche Qualen. So seht nun meine Frau Arwen. Von Schönheit geprägt, doch würde sie handeln wie ihr es tut, so wäre sie euch nicht ins Auge gefallen, ihre Schönheit wäre verflogen wie eure Freiheit." Aragorn war am Ende. Nun war jedes Wort ohne Wirkung verflogen, keiner der Menschen rührte sich, keiner ließ die Waffen sinken. Da ertönte eine Stimme vom Aussichtspunkt. "Führer des Feindes, so mussten wir euch anhören. Nun höret mich an. Marschiert seit ihr und versucht nun unsere Stadt zu belagern mit zweitausend Mann." Er wendete seinen Blick zu den seinigen. "Krieger macht euch bereit für den Kampf, denn diese Mannen vor euch wollen euer Leben. Doch erbittert werden wir kämpfen und keinen von ihnen lassen wir das Leben! So zieht nun die Pfeile." Sofort zogen die fünfhundert Bogenschützen ihre Pfeile und legten sie an. "Stoppt!", schrie Aragorn. "Da steht er nun und erteilt euch Befehl und ihr gehorcht im Blind. Aber ihr alle, jeder einzelne von euch weiß, dass es falsch wäre. Es wäre falsch die eigenen Mannen zu töten unter ihnen eure Brüder und Onkel und es wäre falsch den rechtmäßigen König zu töten." Da drehten die Männer sich. Nahezu jeder Mann auf der Feste drehte sich um. Doch dies war nicht der Verdienst Aragorns Worte. Von Norden aus geschah etwas, doch Aragorn konnte nicht sehen was es war. Kurze Zeit später war dann wieder etwas zu sehen. Die Männer ließen ihre Waffen sinken und schrien etwas, dass Aragorn nicht verstand. Dann drehten sich die Männer wieder Richtung Süden und riefen: "Heil König Elessar! Heil dem König von Gondor!"

Mehrere Tage strichen durchs Land. Aragorn ward wieder König in Gondor. Die Männer von Minas Tirith wurden befreit und legten ihre Fesseln ab. Nun waren sie wieder wie die alten Männer Gondors. Keiner strebte mehr nach Reichtum und Macht in übermaßen und Aragorn regierte mit seiner Frau Arwen. Zu verdanken war dies einzig Baumbart, dem Ent. Er war der, der das Wunder von Norden aus bewirkte. Tage und Nächte wanderte er mit seinen Hobbitfreunden durch Rohan um schließlich Minas Tirith zu erreichen und nun war es wieder frei. Wie er dies geschafft hatte verriet er Aragorn nie. Auch keinen Wunsch ließ der Ent sich vom König erfüllen, denn kein Wunsch läge ihm mehr auf dem Herzen, als das Überleben der Ents und dies zu schenken wäre der König nicht in der Lage. So sprach er es und fand Ruhe in einem kleinen Waldstück nahe der Feste, denn Aragorn wollte Sam und Frodo empfangen, die er vermisst hatte. So empfing er sie denn bei einem festlichen Mahl und die Hobbits schlugen sich ihre kleinen Bäuche voll, denn viel Zeit etwas zu essen hatten sie während der letzten Tage nicht. Baumbart wollte sich nicht gnädig stimmen lassen und wanderte weiter. "Sag Aragorn, wie hast du es geschafft zweitausend Mann für dich zu gewinnen?", fragte Sam mit einem Stück Brot im Mund. Der König lächelte und legte die seinige Hand auf die von Arwen. "Es war nicht mein Verdienst, junger Freund. Alleine Arwen hatte dies vollbracht. Durch Schönheit und Reinheit." Arwen lächelte verlegen und Sam und Frodo bestaunten diese wunderschöne Elbin. "Nun seien es genug der guten Worte. Lasset uns Essen!", sagte Aragorn, was die Hobbits verwunderte, denn sie waren schon nahezu gesättigt. Plötzlich dröhnten Trompeten und Aragorn schreckte hoch. "Was passiert hier Aragorn?", fragte Sam ängstlich. Denn die Trompeten verkündeten schlechte Botschaft. Tief war ihr Klang und Dumpf. "Ich kann es noch nicht sagen.", antwortete und nahm sein Schwert zur Hand. Schnellen Schrittes ging er aus dem Saal. Arwen beruhigte indes die Hobbits. Schon erreichte ein Bote Aragorn. "Herr, eilige Kunde gilt es zu überbringen. Ein Heer marschiert zu auf die Stadt! Es ist das Heer Rohans, mindestens dreitausend Mann sind es und Herr Gandalf führt das Heer." "So lasset sie kommen!", sagte Aragorn mit einem Ausdruck der Erleichterung auf dem Gesicht. Aragorn ging persönlich zum Tor der Stadt und ließ es öffnen. Allein trat er heraus und streckte die Arme zum Zeichen der freundlichen Begrüßung. Noch gut eine Meile waren sie entfernt. Aragorn konnte sich das Lächeln nicht verkneifen. Große Freude durchströmte ihn. Gandalf hatte es wohl geschafft viele der Rohirrim für sich zu gewinnen. Gandalfs Truppen wurden langsamer, dann stoppten sie ab. Gut hundert Fuß vor Aragorn, der einsam vor dem Tor Minas Tirith. "Sei gegrüßt Mithrandir! Unsere Tore stehen offen für dich und deine Freunde!", rief Aragorn ihm zu. Doch Gandalf antwortete nicht. Er stieg von Schattenfell und zeigte seine ganze Größe. Endlich begrüßte er auch Aragorn: "Seid begrüßt König von Gondor. Ich bringe euch Kunde aus Rohan. Denn Rohan wird nicht hinnehmen was ihr getan. Durch böses Spiel habt ihr euch den Thron erschlichen." Die Männer der Wache hörten all dies und waren verwundert. Sie kannten Gandalf, denn Gandalf war einer der ihren. Ein weiser Mann und stand in den Diensten von niemandem. "Welch wirres Wort sprecht ihr Mithrandir?", fragte Aragorn. "Wirres Wort sprecht ihr. Denn eure Mannen wurden durch euer Wort irre geleitet worden. Freien Willens haben sie sich meinem Herrscher angeschlossen, unserem Herrscher." "Sag Mithrandir, woher kommt euer Sinneswandel?" "Sinneswandel!", sprach Gandalf nun mit erhobener Stimme. "Man sollte euch strafen, diese Lügen zu sprechen! Ihr fühlt euch frei von Sühne und Schuld. Doch ihr seid es nicht! Ihr seid schuldig der Sühne! Nie, nie sah Gondor einen schlechteren König als euch!" Nun erreichten auch Arwen und die beiden Hobbits den äußersten Wall der Stadt. Auch sie sahen nun was geschah. Da stand König Elessar allein vor dem Tor seiner Stadt, die Hand am Halfter des Schwert, vor ihm dreitausend Mann und einer der mächtiger schien, als alle Dreitausend zusammen. "Verraten habt ihr euer Volk, irre geleitet und verraten!" Gandalf stieg wieder auf Schattenfell. Er ließ ein Licht am Firmament erscheinen und seine Truppen drehten. "Wir die Mannen Rohans werden dies nicht akzeptieren. Wir werden dafür Sorge tragen, dass ihr abdankt. Wir werden eure Männer und Frauen befreien. Genau drei Nächte werden vergehen. Dann seid ihr von dannen gezogen oder ihr werdet es bitter bereuen!" "Was hast du vor Gandalf? Du willst doch nicht etwa einen Freund bekämpfen?", fragte Aragorn. "Freund schimpfst du dich? Feind wäre ein besserer Ausdruck und es ist mein Ernst. Drei Tage Aragorn, sonst droht euch Krieg!" "Willst meine Mannen befreien und sie doch töten! Du widersprichst dir Gandalf!" "Wir werden sehen." So sagte er es und ritt davon. Aragorn fiel nieder auf die Knie und senkte das Haupt. Verzweiflung, Trauer stieg in ihm auf. Was war nur geschehen? Hatte der Wandel nun auch Gandalf eingenommen? Von den Türmen und Mauer, aus den Häusern und Höfen sahen nun alle was geschah. Die Männer und Frauen Gondors betrachteten ihren König, der einst stolz durch sein Reich schritt, dann von ihnen gestürzt wurde, der trotz dessen sein Vertrauen in die Seinen nicht verlor und sie von der bösen Macht befreite. Nun lag er darnieder, sank auf die Knie und senkte das Haupt und küsste die Erde mit seinem Gesicht. Wo war sein Stolz? Wo war sein Mut? Wo war seine Macht? Fort, fort, fort schien alles zu sein. Aragorn ward nicht länger der stolze König Elessar, er war ein gebrochener Mann ohne Hoffnung. Am liebsten wären Frodo und Sam zu Aragorn gerannt und hätten ihm geholfen, doch etwas hielt sie ab. Aussichtslos schien sie auch. Nun bewegte sich Aragorn wieder. Er erhob sein Haupt und kniete nur noch, immer noch mit dem Rücken zu seinem Volk. Es war ein angespanntes warten. Was würde ihr König nun befehlen? Würde er womöglich noch gehen? Nicht einer der Bewohner Minas Tirith sprach auch nur ein Wort, niemand bewegte sich, einzig der Hauch des Windes war zu verspüren. Plötzlich sprach Aragorn wieder. Ganz leise, doch scheinbar kräftig. "Man nahm mir die Kraft, man nahm mir Stolz und Mut, man nahm mir Hoffnung,..." Er schwieg einen Moment. Dann stand er Pfeilartig auf und rief mit ausgestreckten Armen: "Doch meine Freunde nimmt mir niemand!" Die Untertanen erschracken. Aggresion, Kraft und unvorstellbare Kraft sprach aus ihrem König. Die Hoffnungslosigkeit, die sie noch vor einem Moment sahen, schien wie verflogen. Davon getragen von einem schnellen und starken Wind. Endlich drehte Aragorn sich auch wieder zu seinem Volk. "So rüstet euch!", sprach er mit einer undeutbaren Geste. Mehr Worte gab es nicht. Aragorn ging durch das Tor in die Feste und es wurde geschlossen. Erst als Argorn von niemand mehr gesehen ward, begann das Gerede. Angst hatten sie, alle. Angst vor erneutem Krieg. Die Frauen Angst um ihre Männer. Die Männer Angst um Frau und Kind. Doch die größte Angst hatten sie vor Gandalf dem Weißen. Alle hier kannten seine Macht und waren sich derer auch bewußt. Einzig ihr König gab ihnen Hoffnung. Denn er hatte Stolz und Tapferkeit gezeigt und solle er sie in den Krieg führen, so werden sie ihm folgen. Sam und Frodo verschwanden aus der Menge. Sie wollten selbst mit Aragorn reden. Doch er ließ sie nicht zu sich. Eine Wache sagte den Hobbits, dass der König seine Ruhe brauche um Pläne zu schmieden. So wanderten die Hobbits unzufrieden durch die Stadt und redeten über die Vorkommnisse. Das Reden der Leute um sie herum vernahmen sie gar nicht. Zu sehr waren sie vertieft in ihr Gespräch.

Es dauerte nicht lange, da ließ der König sich wieder sehen. Und er versammelte sein ganzes Volk und sprach zu ihm: "So hört mich nun an. Der Plan ist geschmiedet." Aragorn warf einen Blick in die Runde. Erwartungsvoll, ängstlich und voller Vertrauen wurde er von seinem Volk betrachtet. So fuhr er fort: "Schon einmal drohte uns große Gefahr. Damals kam sie von Osten. Mächtig war sie und Grauenvoll. Doch sie wurde nur mächtig, weil wir Fehler machten. Zu lange warteten wir einst, bis die böse Macht gerüstet war und zum Angriff rief!" Wieder blickte er durch die Runde. "Nun werden wir zum Angriff rufen!" Keiner der Mannen rührte sich. "Ich weiß, dass ihr euch fürchtet. Das ihr Furcht habt um eure Frauen und Kinder, doch ihr wißt es besser. Allesamt wart ihr schon eingenommen von der Macht, die zu bekämpfen es gilt! Ihr ward nicht mehr glücklich und strebtet nur nach Ruhm und Macht. Das Gefühl der Freiheit verschwand aus euren Seelen. Nun frage ich euch: Wollt ihr das euren Kindern antun? Denn das droht ihnen, wenn wir nicht kämpfen und euren Frauen droht selbiges! So sage ich es ein weiteres Mal: Nun werden wir zum Angriff rufen!" Dies überzeugte die Männer und Kampfesgeschrei wurde laut und vernehmbar noch weit um die Mauern herum. Schwerter wurden gezogen und gen Himmel gestreckt. Lanzen wurden immer wieder auf den Boden gestampft. Alle schrien: Heil König Elessar! Alle Männer waren überzeugt. Ihr König würde sie in den Krieg führen und ihr König würde sie zum Sieg führen. So verschwand Aragorn wieder und nun schallten Hochmut und Kriegslust durch die Mauern der Feste. Die Männer schärften Schwert und Messer. Putzten Harnisch und Helm und machten ihre Pferde bereit. Auch die Beiden Hobbits rüsteten sich für den Krieg. Für sie stand fest, dass sie mitziehen würden. Doch sie fühlten sich einsam und allein. Niemand beachtete sie und keiner wollte ihnen zuhören. So gingen sie in das nahegelegene Waldstück und besuchten Baumbart. Schnell verfielen sie in eine Unterhaltung und Baumbart berichtete den Hobbits von früheren Kriegen. "Krieg war nie gut, Krieg ist nicht gut und Krieg wird nie gut sein, junge Freunde. Bei jedem Krieg verlieren Menschen ihr Leben. Bei jedem Krieg sterben Tiere. Bei jedem Krieg sterben Bäume und Pflanzen." "Aber wenn wir keinen Krieg führen werden die bösen Mächte uns noch mehr unheil bringen.", entgegnete Sam. "Da magst du Recht sprechen, doch die Wahrheit ist, dass es keine Frage des Angriffs ist. Es ist nicht von Interesse ob die Guten oder die Bösen angreifen. Krieg wird nur geführt, wenn schon alles verloren ist. Merkt euch das junge Freunde.", endete Baumbart. Erst am späten Abend kehrten die Hobbits zurück. Sie gingen nicht zu Aragorn, sie suchten nur Frau Arwen und fanden sie auch in einem edlen königlichen Garten. "Alae meine Freunde.", hauchte sie ihnen zur Begrüßung zu. Arwen saß auf einem mit Moos bewachsenem Findling und guckte zu einem hohen Baum, der in der Mitte des Gartens empor ragte. Die Hobbits setzten sich zu ihr und erzählten von ihren Sorgen und Ängsten. Vor allem sorgten sie sich um Aragorn und sie versuchten meht über die heutigen Geschehnisse herauszufinden. Doch auch Arwen konnte ihnen nicht weiterhelfen: "Er wollte mir nicht berichten was dort geschah. Ich selbst sah ihn dort und konnte meinen Augen nicht trauen, denn was ich sah war seine Macht und sie schrumpfte." Lange schwiegen sie sich an. Dann ging Arwen langsam davon. "Gandalf ist sehr mächtig, kleine Hobbits."