Drittes Kapitel: Sauron, ein besorgter Vater und Spaziergänger
Es war vollkommen dunkel geworden und das Grollen des Donners hallte von den Wänden der vielen Höhlen wieder. Gollum verschwand jammernd und jaulend hinter einem Steinhaufen. Die drei Nazgul gingen in die Knie, als Sauron hustend aus einem Wirbel aus Rauch hervortrat und sich Asche vom Gewand klopfte.
Dann wandte er sich Legolas zu, der ihn teils ängstlich, teils skeptisch musterte.
„Nun, edeler Jüngling (ich weiß natürlich nicht wirklich ob du noch einer bist), du hast das Bild meiner armen gefangenen Adoptivtochter bewundert!", begann er mit tiefer Stimme.
„Bewundert ist zu viel gesagt!", warf Legolas ein.
Sauron machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Wie dem auch sei, du hast das Bild angesehen, und du kannst ihr Retter sein. Du kannst sie aus den Fängen des schrecklichen Gandalf befreien und sie mir zurückbringen! Als Belohnung wird sie auf immer dein sein!", verkündete Sauron feierlich.
„Und was ist, wenn ich nicht an ihr interessiert bin? Sie ist nicht wirklich...mein Typ!", fragte Legolas.
Die Nazgul klirrten ein wenig mit ihren Schwertern und Rüstungen.
Legolas schluckte. „OK, ich habe verstanden. Aber glaubt ihr wirklich, Gandalf sei böse? Ich war mal eine Zeit lang mit ihm unterwegs und da war er immer sehr gut und freundlich!"
Sauron schnaubte genervt. „Saruman war einst auch ein angesehener, großer Zauberer und doch wandte er sich dem Bösen zu!", sagte er.
Das leuchtete Legolas ein.
„Also, du wirst Eowyn befreien und sie wieder zu mir zurückbringen. Und wenn du schon dabei bist, kannst du mir auch seinen Stab mitbringen.", schloss Sauron.
„Seinen Stab?", fragte Legolas verwirrt. „Wieso denn das?"
Sauron räusperte sich. „Weil....äh....weil ich schon immer auch mal einen so schönen Spazierstock haben wollte!", erwiderte Sauron. „Und ich finde, dafür, dass mir Gandalf meine Tochter klaute, darf ich auch gerne einen Tribut fordern! Nun geh und bring mir meine Tochter wieder!"
Mit einem weiteren Hustanfall verschwand Sauron wieder in einer Rauchsäule.
Legolas drehte sich zu den Nazgul um.
„Na gut, ich soll also diese Eowyn befreien. Und wie komme ich dahin, wo Gandalf sie gefangen hält?", fragte er.
„Gollum wird dir helfen, den Weg zu finden. Haltet euch nord-westlich, dann werdet ihr nach Isengard kommen!", erwiderte einer der Nazgul.
„Nach Isengard? Hat da nicht vorher Saruman gewohnt?", fragte Legolas.
„Ja- Gandalf fand den Turm so gemütlich und wohnt jetzt selber darin.", erklärte der zweite Nazgul.
Der dritte Nazgul wandte sich an Gollum.
„Du wirst ihn begleiten. Hier hast du ein Glockenspiel. Es wird dir in manch schweren Situationen helfen."
Gollum nahm das Glockenspiel vorsichtig in die Hände und betrachtete es mit funkelnden Augen.
„Meins! Mein Eigen! Mein Schatzzzzzzzzz!", flüsterte er.
„Ja, dein Eigen. Und jetzt tu mir den Gefallen, bevor du wieder einen deiner Mein-Anfälle bekommst, steh auf und geh mit Legolas nach Isengard!", unterbrach ihn der dritte Nazgul.
„Ja, und haltet Ausschau nach den drei Hobbits. Sie werden euch den Weg weisen können!", fügte der erste Nazgul hinzu.
Legolas und Gollum verabschiedeten sich von den drei Nazgul und machten sich dann auf den Weg nach Isengard.
To be continued
