Disclaimer: Tolkien owns it all.is ja nichts Neues *g*
Pferdlicher Kommentar: *räusper* Ja, ich hab es doch tatsächlich getan, Kapitel 1 ist fertiggeschrieben...nun denn...möge es euch nicht gleich einnicken lassen beim Lesen *könnte ne hohe Onlinerechnung werden...jaja...* Ich hoffe doch, dass es jemanden in der großen weiten Welt gibt, der das hier liest und nachher noch die Kraft besitzt, seinen Senf hier dazuzugeben. *bettelndguck* Bei Iluvatar himself, seid gnädig :- )
R/R plz...
~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*
*~° 1. Kapitel °~*
~ Warten und Bangen ~
Am frühen Morgen hatte es aufgehört zu regnen, nur noch die kalten Wassertropfen, die sich ihren Weg an dem kahler werdenden Geäst der Bäume herabsuchten, zeugten von dem nächtlichen Sturm. Doch der Himmel war noch immer bedeckt, sein Grau schien trostlos, gar trauernd. Dünne Nebelfelder lagen auf den Wiesen und kein Vogelgesang verkündete den Morgen, wie zuvor. Eine bedrückende Stille lag auf dem Düsterwald, als ob jedem Lebewesen die Fähigkeit des Sprechens abhanden gekommen wäre, als hätte man jegliches Leben, jeden Gesang aus früheren Tagen verbannt.
Der kühle Herbstwind umspielte die dünnen Zweige einer jungen Eiche, rüttelte daran, sodass mit einem leisen Seufzer das dünne Holz zerbrach und auf den Erdboden fiel. Eigentlich ein so lautloses Geräusch, dass es nur ein Elb hätte hören können, doch das sanfte Knacken des Zweiges hallte meilenweit weiter, als wäre ein mächtiger Ast zu Boden gefallen.
Kaum jemand sprach auf den Gängen im Palast des Düsterwaldes, wo sonst tagein, tagaus stets reges Treiben herrschte, wagte es an diesem Morgen nur sehr selten einer zu flüstern. Zu tief saß noch der Schock der vergangenen Nacht, als Silithwèn, Königin und Herrin aller Sindarelben des Nordens, angegriffen und schwer verletzt wurde. Weder von der königlichen Wache, noch von der Königsfamilie selbst drang eine Nachricht ans Volk, niemand wusste Bescheid über den Gesundheitszustand der Königin oder über den Täter. Und so nahmen Gerüchte ihren Lauf. Einige meinten, es wäre ein mieser kleiner Trupp Orks gewesen, der in der Nacht immerzu sein Unwesen in dieser Gegend trieb, andere wiederum glaubten an Verrat aus eigenen Reihen. Doch niemand kannte die Wahrheit...noch nicht einmal Thranduil selbst.
Er saß am Krankenbett seiner Frau, hielt ihre Hand. Ihre Verletzung war sehr schwer, keiner der heilerfahrendsten Elben an Thranduils Hof konnte sagen, ob sie es überleben würde oder nicht. Noch in der Nacht hatte der König Boten in beinah alle Länder Mittelerdes gesandt, um Hilfe zu erbitten, selbst wenn sein Hilferuf bis nach Gondor reichen musste, um keinen Preis der Welt hätte er zugelassen, dass seine geliebte Silithwèn starb. Thranduil beobachtete seine Gemahlin, welche in einen unruhigen Schlaf gesunken war, der fast menschengleich war. Ihr goldenes Haar umgab ihr blasses Gesicht, auf dem einst eine gesunde Farbe gelegen hatte, und immerzu ein Lächeln, das ihre Milde und Lieblichkeit zum Ausdruck brachte. Doch nun vermittelte der Ausdruck auf ihrem Gesicht Erschöpfung und Hilflosigkeit.
Thranduil, selbst noch immer geschockt und verwirrt, starrte ins Leere, versuchte, eine Erklärung für die vergangenen Ereignisse zu finden. Doch so sehr er auch nachhakte, er konnte nicht verstehen, welch dunkle Macht ihm das angetan hatte. Schließlich lebten sie schon eine ganze Zeit lang in Frieden, nach Saurons Fall. Und noch dazu war es ein Mädchen gewesen, das diese Gräueltat fast vollbracht hatte. Dieser Gedanke stellte den König unter Eiche und Buche vor ein noch größeres Rätsel. Die Wachen hatten sie angeschossen, sie hatte das Gleichgewicht verloren und war hinab in den Vorhof gestürzt. Nachdem man Silithwèn versorgt hatte, hatte er selbst angeordnet, das Mädchen zu suchen. Sie lag mit zerrissenem Mantel und ohne Bewusstsein im von Laub gebetteten Garten. Obwohl ihr Puls nur noch sehr schwach war, hatte sie überlebt. Thranduil ordnete daher an, sie zu umsorgen, sie zu töten wäre zwar in diesem Moment einfacherer, doch nicht sehr hilfreich gewesen. Er musste einfach wissen, wer dieses junge Weibsbild war und warum sie diesen Anschlag auf seine Frau verübt hatte. Obgleich Thranduil das Töten verurteilte, führte ihn sein Hass auf die Unbekannte zu diesem Gedanken. Wenn Silithwèn sterben sollte, konnte er nicht dafür garantieren, das Mädchen am Leben zu lassen.
Silithwèn seufzte im Schlaf, sie schien schlecht zu träumen. Thranduil legte behutsam seine rechte Hand auf ihre Stirn und strich ihr mit seinem Daumen eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Ihre Stirn war glühend heiß. Jegliche Krankheiten waren den Elben unbekannt, niemals konnten sie so entkräftet werden. Das konnte nur eines bedeuten: Die Klinge, mit der die Königin niedergestochen worden war, musste vergiftet gewesen sein. Fast wie eine Morgûlklinge...doch konnte dies wirklich der Fall sein? Nein, Thranduil konnte das beim besten Willen nicht glauben, Minas Morgûl lag schon jahrelang in Trümmern, nichts regte sich mehr dort seit der Dunkle Herrscher gefallen war.
Völlig in seinen Gedanken versunken, bemerkte der König der Waldelben nicht, dass sein Sohn Tyríon den Raum betreten hatte.
"Vater", sagte er leise und legte eine Hand auf die Schulter Thranduils. Dieser zuckte leicht zusammen und wand sich dann seinem jüngsten Sohn zu, musterte ihn nachdenklich. Sorge stand auf seinem jungen und schönen Gesicht geschrieben, sein langes, weißblondes Haar lag auf seinen schmalen Schultern. Thranduil lächelte gequält, Tyríon war seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Die gleichen sanftmütigen Gesichtszüge, die gleichen fragenden grau-blauen Augen, das gleiche bescheidene Lächeln. Dann senkte Thranduil seinen Blick und deutete seinem Sohn, sich zu setzen.
"Jetzt hat sie auch noch Fieber...", flüsterte er fast nur nach einer längeren Zeit des Schweigens. Tyríon erwiderte zunächst nichts, sondern betrachtete seine Mutter.
"Es sieht so aus, als würde sie friedlich schlafen, doch in Wirklichkeit kämpft sie einen erbitterten Kampf gegen...", Tyríon stockte, er wagte es nicht, seine Gedanken zuende zu führen.
"Gegen den Tod...ich weiß", sagte Thranduil bitter und fasste die Hand seiner Frau fester, als könne er damit verhindern, dass sie starb. "Sag mir, Tyríon, wer kann uns nur so etwas Schreckliches antun?" Tyríon schüttelte langsam mit dem Kopf, bevor er leise erwiderte: "Ich weiß es nicht, Vater, ich weiß es einfach nicht...ich wünschte, ich hätte dies alles hier verhindern können, wäre rechtzeitig da gewesen...hätte ich nur meinen üblichen nächtlichen Rundgang gemacht, dann..."
"Du hättest es nicht verhindern können, Tyríon...hör auf, dir die Schuld einzureden..."
"Ich bin nicht der einzige, der sich Vorwürfe macht, Vater! Legolas und selbst Elennya fühlen sich schuldig..."
"Weder du, noch dein Bruder oder deine Schwester sollten so denken. Genauso gut müsste ich mir Vorwürfe machen, schließlich sah ich nur hilflos zu, wie eure Mutter niedergestochen wurde. Doch bringt es uns jetzt wenig, uns selbst zu beschuldigen, das macht sie auch nicht wieder gesund...das einzige, was wir tun können, ist bei den Valar und Iluvatar zu hoffen, dass bald Hilfe zu uns eilt!", fuhr Thranduil fort. Tyríon nickte, sein Vater hatte recht, Schuldgefühle halfen ihr nicht weiter.
"Wo sind deine Geschwister überhaupt?", fragte der König. "Elennya ist bei Celertas und bittet die Valar um Gnade...wo Legolas ist, weiß ich nicht, ich glaube aber, dass er gerade in seinem Gemach vor Sorge auf und ab geht...du kennst ihn, Vater, er ist ein ruheloser Geist.", seufzte Tyríon. Thranduil nickte nur und lächelte traurig. Legolas, sein ältester Sohn, hatte sich nach seiner Rückkehr aus dem Ringkrieg verändert. Er war nachdenklicher geworden, hatte großes Leid mitangesehen. Die Spuren des Krieges waren ihm deutlich anzumerken, seine Sehnsucht nach der See war erwacht. Oft hatte Thranduil ihn des Nachts allein am Fuße einer alten, mächtigen Eiche sitzen sehen, den Sternenhimmel beobachtend, der ihm so viel Trost in seiner Einsamkeit schenkte. Einmal hatte Thranduil sogar sein Klagelied über die See mitangehört und der Kummer seines Sohnes versetzte ihm einen Stich ins Herz.
"Elennya ist schon wieder bei Celertas? Was findet sie nur an ihm?", seufzte Thranduil. "Er ist ein Elbenpriester, Elennya ist davon überzeugt, dass er die Valar erhört. Außerdem gibt er ihr immer Rat...lass ihr doch ihre jugendliche Einfalt, ihre Bewunderung zu diesem Elben. Es kann ihr nicht schaden, ein wenig zu träumen und zu schwärmen!"
"Zu schwärmen? Du meinst...", begann Thranduil verwundert, "Oh, was bin ich nur für ein törichter Vater, der nicht einmal merkt, was in seinen Kindern vorgeht!"
Tyríon lächelte sanft, bevor er seinen Vater tröstend zusprach: "Nicht doch, in Elennyas Alter habe ich dir auch nicht alles erzählt und ich bin mir sicher, mein Bruder hatte auch so seine Geheimnisse vor dir!"
Thranduil erwiderte nichts, in seinem weisen Gesicht lag ein Ausdruck der traurigen Resignation. "Vater, du selbst sagtest einmal, dass ein Elb sich nicht entmutigen lässt, egal, wie schwer sein Schicksal ihn treffen möge. Die Trauer mag zwar unser ewiger Begleiter sein, doch dürfen wir uns von ihr nicht übermannen lassen! Lass Hoffnung Einzug in dein Herz halten. Deine Familie, dein Volk, hält zu dir!", sagte Tyríon sanft.
Thranduil wand sich seinem Sohn zu und nickte dankbar. "Haben wir schon Antwort von anderen Ländern erhalten? Ist die Nachricht bereits nach Gondor vorgedrungen?" "Ich fürchte nein, aber ich bin mir sicher, wir werden bald Antwort erhalten. Mithrandir wird sicherlich nicht lang auf sich warten lassen, schließlich ist er ein Freund unserer Familie.", fuhr der jüngere Elb fort. Ein kühler Wind kam auf, blies gelb- und orangegefärbte Blätter in das Krankenzimmer. Thranduil erhob sich und schritt zu dem großen und offenen Fenster. Überall um den Palast herum waren Wachen postiert, erfassten jede noch so kleine Regung mit ihren scharfen Augen, bereit, sofort einen todbringenden Pfeil abzufeuern. Sein Blick reichte weit in die Tiefen Düsterwalds hinein und er erschien ihm an diesem Tag schwärzer als jemals zuvor. "Der Winter wird kommen...und mit ihm eine lange Zeit des Zweifels und der Finsternis...ich spüre es tief in meinem Herzen. Irgendetwas sagt mir, dass die Gefahr mit der Gefangennahme des Mädchens noch nicht gebannt ist!"
Tyríon trat nun zu seinem Vater, folgte seinem Blick. "Ich fühle das gleiche...und es entfacht Furcht in mir. Wer ist dieses Mädchen? Und welche Gründe hatte sie, Mutter anzugreifen?"
"Wenn ich das nur wüsste, Tyríon,...wenn ich es nur wüsste..."
Ein vorsichtiges Klopfen an die Tür des Gemachs riss Vater und Sohn aus ihren düsteren Gedanken. Es war einer der Eilboten, die die Nachricht über den Vorfall überall verbreiteten. Er verbeugte sich tief vor dem König, bevor er sprach: "Euer Hoheit, mein König unter Eiche und Buche, wir erhielten Nachricht aus Lorien, Bruchtal, sowie Seestadt, und auch von Mithrandir. In den nächsten Tagen brechen sie gen Düsterwald auf, um sich mit Euch über das Geschehene zu beraten und über ein eventuell weiteres Vorgehen zu sprechen. Sie sprechen Euch absolute Loyalität zu. Den Frieden in Mittelerde zu erhalten, hat höchste Priorität, so sagen sie. Wir erhalten endlich die nötige Hilfe!"
"Und was ist mit König Elessar? Hat er schon Antwort gegeben?", fragte Thranduil ein wenig beruhigter.
"Unsere Boten sind noch nicht aus Gondor zurückgekehrt, mein Herr, wir erwarten frühestens übermorgen Bericht."
"Ich danke Euch", sagte Thranduil und gab dem Boten ein Zeichen, dass er gehen dürfe. "Was meinst du?", begann Tyríon, "Können sie uns weiterhelfen?"
"Ich hoffe es...möge Elessar uns mit seiner Heilkraft beistehen!", murmelte der König. Ein tiefes Grollen fuhr vom Himmel über den Düsterwald, kündigte erneuten Regen an. "Vater, wir sollten Mutter jetzt allein lassen, sie braucht Ruhe...hab keine Sorge, die königliche Wache ist ringsum postiert. Ihr kann nichts geschehen!" Thranduil seufzte, beugte sich noch einmal über Silithwèn, um ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange zu geben, und verließ anschließend, gefolgt von seinem Sohn, das Zimmer.
Kaum waren sie auf den Flur getreten, kam ihnen schon Elennya hastig entgegengelaufen. Sie war völlig außer Atem, als wäre sie den gesamten Weg von Celertas Gemach bis hinauf zu Silithwèns Zimmer gerannt. "Vater, Vater!!!", rief sie ganz entgeistert und Thranduil fasste sie an ihren Schultern. "Ruhig, Elennya, still, deine Mutter braucht Ruhe! Was hast du denn?" Elennya atmete hastig ein und aus, vor lauter Aufregung zitterten ihre Finger. Tyríon legte beruhigend seinen Arm um die jüngere Schwester, gab ihr Zeit, wieder zur Ruhe zu kommen.
"Sie ist wach!"
"Wer?", fragte Thranduil verwirrt, doch benötigte keine Antwort, als er die Angst in den Augen seiner Tochter sah.
"Weiß Legolas Bescheid?", fragte er knapp und Elennya schüttelte nur den Kopf.
"Er ist in seinem Gemach...soll ich ihn holen?", fragte sie.
"Nein, das übernehme ich, Schwesterchen, geh du nur zu Celertas oder in dein Zimmer. Vater, warte auf uns, bevor du zu ihr gehst! Ich will sehen, was das für ein kaltes, grausames Wesen ist, das unsere Mutter so zugerichtet hat!", warf Tyríon sichtlich nervös ein.
Mit diesen Worten wand er sich ab und lief eiligen Schrittes zum Gemach seines Bruders. Elennya wand sich an Thranduil: "Bitte, Vater, lass mich nicht allein irgendwo warten, ich will mit dir gehen, dieses Mädchen sehen!"
"Nein, Elennya...ich will nicht, dass du je ein Wort mit ihr wechselst...du tust, was dein Bruder dir sagte, dieses Mädchen ist gefährlich."
"Warum dürfen dann meine Brüder zu ihr?"
"Weil sie älter sind und sicherlich besser mit der Situation umgehen können. Tu, was ich dir sage!"
"Aber..."
"Ich will keine Widerworte hören, Elennya, ist das klar? Geh in dein Gemach, ich will dich nicht in der Nähe dieser furchtbaren Person sehen!", sagte Thranduil scharf und seine Worte genügten, um Elennya wütend davonziehen zu lassen. Seufzend ging Thranduil über den Flur. Elennyas Dickköpfigkeit würde vergehen, wichtiger war jetzt, einige Dinge in Erfahrung zu bringen, Fragen zu klären.
Was hatte es nur mit dem mysteriösen Mädchen auf sich?
Ende Kapitel 1
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Holladihooo...seid tolerant, kann halt nicht jeder mit Schreibtalent gesegnet sein...bin eben nur ein armes kleines Stoffpferd, das mühsam versucht, mit seinen Hufen die richtigen Buchstaben auf der Tastatur zu treffen...*g* Habt Mitleid und reviewt, würde mich pferdisch freuen!!!
Warnung: Kapitel 2 folgt... *ich kann's nicht lassen, euch zu quälen...lach*
Pferdlicher Kommentar: *räusper* Ja, ich hab es doch tatsächlich getan, Kapitel 1 ist fertiggeschrieben...nun denn...möge es euch nicht gleich einnicken lassen beim Lesen *könnte ne hohe Onlinerechnung werden...jaja...* Ich hoffe doch, dass es jemanden in der großen weiten Welt gibt, der das hier liest und nachher noch die Kraft besitzt, seinen Senf hier dazuzugeben. *bettelndguck* Bei Iluvatar himself, seid gnädig :- )
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*~° 1. Kapitel °~*
~ Warten und Bangen ~
Am frühen Morgen hatte es aufgehört zu regnen, nur noch die kalten Wassertropfen, die sich ihren Weg an dem kahler werdenden Geäst der Bäume herabsuchten, zeugten von dem nächtlichen Sturm. Doch der Himmel war noch immer bedeckt, sein Grau schien trostlos, gar trauernd. Dünne Nebelfelder lagen auf den Wiesen und kein Vogelgesang verkündete den Morgen, wie zuvor. Eine bedrückende Stille lag auf dem Düsterwald, als ob jedem Lebewesen die Fähigkeit des Sprechens abhanden gekommen wäre, als hätte man jegliches Leben, jeden Gesang aus früheren Tagen verbannt.
Der kühle Herbstwind umspielte die dünnen Zweige einer jungen Eiche, rüttelte daran, sodass mit einem leisen Seufzer das dünne Holz zerbrach und auf den Erdboden fiel. Eigentlich ein so lautloses Geräusch, dass es nur ein Elb hätte hören können, doch das sanfte Knacken des Zweiges hallte meilenweit weiter, als wäre ein mächtiger Ast zu Boden gefallen.
Kaum jemand sprach auf den Gängen im Palast des Düsterwaldes, wo sonst tagein, tagaus stets reges Treiben herrschte, wagte es an diesem Morgen nur sehr selten einer zu flüstern. Zu tief saß noch der Schock der vergangenen Nacht, als Silithwèn, Königin und Herrin aller Sindarelben des Nordens, angegriffen und schwer verletzt wurde. Weder von der königlichen Wache, noch von der Königsfamilie selbst drang eine Nachricht ans Volk, niemand wusste Bescheid über den Gesundheitszustand der Königin oder über den Täter. Und so nahmen Gerüchte ihren Lauf. Einige meinten, es wäre ein mieser kleiner Trupp Orks gewesen, der in der Nacht immerzu sein Unwesen in dieser Gegend trieb, andere wiederum glaubten an Verrat aus eigenen Reihen. Doch niemand kannte die Wahrheit...noch nicht einmal Thranduil selbst.
Er saß am Krankenbett seiner Frau, hielt ihre Hand. Ihre Verletzung war sehr schwer, keiner der heilerfahrendsten Elben an Thranduils Hof konnte sagen, ob sie es überleben würde oder nicht. Noch in der Nacht hatte der König Boten in beinah alle Länder Mittelerdes gesandt, um Hilfe zu erbitten, selbst wenn sein Hilferuf bis nach Gondor reichen musste, um keinen Preis der Welt hätte er zugelassen, dass seine geliebte Silithwèn starb. Thranduil beobachtete seine Gemahlin, welche in einen unruhigen Schlaf gesunken war, der fast menschengleich war. Ihr goldenes Haar umgab ihr blasses Gesicht, auf dem einst eine gesunde Farbe gelegen hatte, und immerzu ein Lächeln, das ihre Milde und Lieblichkeit zum Ausdruck brachte. Doch nun vermittelte der Ausdruck auf ihrem Gesicht Erschöpfung und Hilflosigkeit.
Thranduil, selbst noch immer geschockt und verwirrt, starrte ins Leere, versuchte, eine Erklärung für die vergangenen Ereignisse zu finden. Doch so sehr er auch nachhakte, er konnte nicht verstehen, welch dunkle Macht ihm das angetan hatte. Schließlich lebten sie schon eine ganze Zeit lang in Frieden, nach Saurons Fall. Und noch dazu war es ein Mädchen gewesen, das diese Gräueltat fast vollbracht hatte. Dieser Gedanke stellte den König unter Eiche und Buche vor ein noch größeres Rätsel. Die Wachen hatten sie angeschossen, sie hatte das Gleichgewicht verloren und war hinab in den Vorhof gestürzt. Nachdem man Silithwèn versorgt hatte, hatte er selbst angeordnet, das Mädchen zu suchen. Sie lag mit zerrissenem Mantel und ohne Bewusstsein im von Laub gebetteten Garten. Obwohl ihr Puls nur noch sehr schwach war, hatte sie überlebt. Thranduil ordnete daher an, sie zu umsorgen, sie zu töten wäre zwar in diesem Moment einfacherer, doch nicht sehr hilfreich gewesen. Er musste einfach wissen, wer dieses junge Weibsbild war und warum sie diesen Anschlag auf seine Frau verübt hatte. Obgleich Thranduil das Töten verurteilte, führte ihn sein Hass auf die Unbekannte zu diesem Gedanken. Wenn Silithwèn sterben sollte, konnte er nicht dafür garantieren, das Mädchen am Leben zu lassen.
Silithwèn seufzte im Schlaf, sie schien schlecht zu träumen. Thranduil legte behutsam seine rechte Hand auf ihre Stirn und strich ihr mit seinem Daumen eine blonde Strähne aus dem Gesicht. Ihre Stirn war glühend heiß. Jegliche Krankheiten waren den Elben unbekannt, niemals konnten sie so entkräftet werden. Das konnte nur eines bedeuten: Die Klinge, mit der die Königin niedergestochen worden war, musste vergiftet gewesen sein. Fast wie eine Morgûlklinge...doch konnte dies wirklich der Fall sein? Nein, Thranduil konnte das beim besten Willen nicht glauben, Minas Morgûl lag schon jahrelang in Trümmern, nichts regte sich mehr dort seit der Dunkle Herrscher gefallen war.
Völlig in seinen Gedanken versunken, bemerkte der König der Waldelben nicht, dass sein Sohn Tyríon den Raum betreten hatte.
"Vater", sagte er leise und legte eine Hand auf die Schulter Thranduils. Dieser zuckte leicht zusammen und wand sich dann seinem jüngsten Sohn zu, musterte ihn nachdenklich. Sorge stand auf seinem jungen und schönen Gesicht geschrieben, sein langes, weißblondes Haar lag auf seinen schmalen Schultern. Thranduil lächelte gequält, Tyríon war seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Die gleichen sanftmütigen Gesichtszüge, die gleichen fragenden grau-blauen Augen, das gleiche bescheidene Lächeln. Dann senkte Thranduil seinen Blick und deutete seinem Sohn, sich zu setzen.
"Jetzt hat sie auch noch Fieber...", flüsterte er fast nur nach einer längeren Zeit des Schweigens. Tyríon erwiderte zunächst nichts, sondern betrachtete seine Mutter.
"Es sieht so aus, als würde sie friedlich schlafen, doch in Wirklichkeit kämpft sie einen erbitterten Kampf gegen...", Tyríon stockte, er wagte es nicht, seine Gedanken zuende zu führen.
"Gegen den Tod...ich weiß", sagte Thranduil bitter und fasste die Hand seiner Frau fester, als könne er damit verhindern, dass sie starb. "Sag mir, Tyríon, wer kann uns nur so etwas Schreckliches antun?" Tyríon schüttelte langsam mit dem Kopf, bevor er leise erwiderte: "Ich weiß es nicht, Vater, ich weiß es einfach nicht...ich wünschte, ich hätte dies alles hier verhindern können, wäre rechtzeitig da gewesen...hätte ich nur meinen üblichen nächtlichen Rundgang gemacht, dann..."
"Du hättest es nicht verhindern können, Tyríon...hör auf, dir die Schuld einzureden..."
"Ich bin nicht der einzige, der sich Vorwürfe macht, Vater! Legolas und selbst Elennya fühlen sich schuldig..."
"Weder du, noch dein Bruder oder deine Schwester sollten so denken. Genauso gut müsste ich mir Vorwürfe machen, schließlich sah ich nur hilflos zu, wie eure Mutter niedergestochen wurde. Doch bringt es uns jetzt wenig, uns selbst zu beschuldigen, das macht sie auch nicht wieder gesund...das einzige, was wir tun können, ist bei den Valar und Iluvatar zu hoffen, dass bald Hilfe zu uns eilt!", fuhr Thranduil fort. Tyríon nickte, sein Vater hatte recht, Schuldgefühle halfen ihr nicht weiter.
"Wo sind deine Geschwister überhaupt?", fragte der König. "Elennya ist bei Celertas und bittet die Valar um Gnade...wo Legolas ist, weiß ich nicht, ich glaube aber, dass er gerade in seinem Gemach vor Sorge auf und ab geht...du kennst ihn, Vater, er ist ein ruheloser Geist.", seufzte Tyríon. Thranduil nickte nur und lächelte traurig. Legolas, sein ältester Sohn, hatte sich nach seiner Rückkehr aus dem Ringkrieg verändert. Er war nachdenklicher geworden, hatte großes Leid mitangesehen. Die Spuren des Krieges waren ihm deutlich anzumerken, seine Sehnsucht nach der See war erwacht. Oft hatte Thranduil ihn des Nachts allein am Fuße einer alten, mächtigen Eiche sitzen sehen, den Sternenhimmel beobachtend, der ihm so viel Trost in seiner Einsamkeit schenkte. Einmal hatte Thranduil sogar sein Klagelied über die See mitangehört und der Kummer seines Sohnes versetzte ihm einen Stich ins Herz.
"Elennya ist schon wieder bei Celertas? Was findet sie nur an ihm?", seufzte Thranduil. "Er ist ein Elbenpriester, Elennya ist davon überzeugt, dass er die Valar erhört. Außerdem gibt er ihr immer Rat...lass ihr doch ihre jugendliche Einfalt, ihre Bewunderung zu diesem Elben. Es kann ihr nicht schaden, ein wenig zu träumen und zu schwärmen!"
"Zu schwärmen? Du meinst...", begann Thranduil verwundert, "Oh, was bin ich nur für ein törichter Vater, der nicht einmal merkt, was in seinen Kindern vorgeht!"
Tyríon lächelte sanft, bevor er seinen Vater tröstend zusprach: "Nicht doch, in Elennyas Alter habe ich dir auch nicht alles erzählt und ich bin mir sicher, mein Bruder hatte auch so seine Geheimnisse vor dir!"
Thranduil erwiderte nichts, in seinem weisen Gesicht lag ein Ausdruck der traurigen Resignation. "Vater, du selbst sagtest einmal, dass ein Elb sich nicht entmutigen lässt, egal, wie schwer sein Schicksal ihn treffen möge. Die Trauer mag zwar unser ewiger Begleiter sein, doch dürfen wir uns von ihr nicht übermannen lassen! Lass Hoffnung Einzug in dein Herz halten. Deine Familie, dein Volk, hält zu dir!", sagte Tyríon sanft.
Thranduil wand sich seinem Sohn zu und nickte dankbar. "Haben wir schon Antwort von anderen Ländern erhalten? Ist die Nachricht bereits nach Gondor vorgedrungen?" "Ich fürchte nein, aber ich bin mir sicher, wir werden bald Antwort erhalten. Mithrandir wird sicherlich nicht lang auf sich warten lassen, schließlich ist er ein Freund unserer Familie.", fuhr der jüngere Elb fort. Ein kühler Wind kam auf, blies gelb- und orangegefärbte Blätter in das Krankenzimmer. Thranduil erhob sich und schritt zu dem großen und offenen Fenster. Überall um den Palast herum waren Wachen postiert, erfassten jede noch so kleine Regung mit ihren scharfen Augen, bereit, sofort einen todbringenden Pfeil abzufeuern. Sein Blick reichte weit in die Tiefen Düsterwalds hinein und er erschien ihm an diesem Tag schwärzer als jemals zuvor. "Der Winter wird kommen...und mit ihm eine lange Zeit des Zweifels und der Finsternis...ich spüre es tief in meinem Herzen. Irgendetwas sagt mir, dass die Gefahr mit der Gefangennahme des Mädchens noch nicht gebannt ist!"
Tyríon trat nun zu seinem Vater, folgte seinem Blick. "Ich fühle das gleiche...und es entfacht Furcht in mir. Wer ist dieses Mädchen? Und welche Gründe hatte sie, Mutter anzugreifen?"
"Wenn ich das nur wüsste, Tyríon,...wenn ich es nur wüsste..."
Ein vorsichtiges Klopfen an die Tür des Gemachs riss Vater und Sohn aus ihren düsteren Gedanken. Es war einer der Eilboten, die die Nachricht über den Vorfall überall verbreiteten. Er verbeugte sich tief vor dem König, bevor er sprach: "Euer Hoheit, mein König unter Eiche und Buche, wir erhielten Nachricht aus Lorien, Bruchtal, sowie Seestadt, und auch von Mithrandir. In den nächsten Tagen brechen sie gen Düsterwald auf, um sich mit Euch über das Geschehene zu beraten und über ein eventuell weiteres Vorgehen zu sprechen. Sie sprechen Euch absolute Loyalität zu. Den Frieden in Mittelerde zu erhalten, hat höchste Priorität, so sagen sie. Wir erhalten endlich die nötige Hilfe!"
"Und was ist mit König Elessar? Hat er schon Antwort gegeben?", fragte Thranduil ein wenig beruhigter.
"Unsere Boten sind noch nicht aus Gondor zurückgekehrt, mein Herr, wir erwarten frühestens übermorgen Bericht."
"Ich danke Euch", sagte Thranduil und gab dem Boten ein Zeichen, dass er gehen dürfe. "Was meinst du?", begann Tyríon, "Können sie uns weiterhelfen?"
"Ich hoffe es...möge Elessar uns mit seiner Heilkraft beistehen!", murmelte der König. Ein tiefes Grollen fuhr vom Himmel über den Düsterwald, kündigte erneuten Regen an. "Vater, wir sollten Mutter jetzt allein lassen, sie braucht Ruhe...hab keine Sorge, die königliche Wache ist ringsum postiert. Ihr kann nichts geschehen!" Thranduil seufzte, beugte sich noch einmal über Silithwèn, um ihr einen zärtlichen Kuss auf die Wange zu geben, und verließ anschließend, gefolgt von seinem Sohn, das Zimmer.
Kaum waren sie auf den Flur getreten, kam ihnen schon Elennya hastig entgegengelaufen. Sie war völlig außer Atem, als wäre sie den gesamten Weg von Celertas Gemach bis hinauf zu Silithwèns Zimmer gerannt. "Vater, Vater!!!", rief sie ganz entgeistert und Thranduil fasste sie an ihren Schultern. "Ruhig, Elennya, still, deine Mutter braucht Ruhe! Was hast du denn?" Elennya atmete hastig ein und aus, vor lauter Aufregung zitterten ihre Finger. Tyríon legte beruhigend seinen Arm um die jüngere Schwester, gab ihr Zeit, wieder zur Ruhe zu kommen.
"Sie ist wach!"
"Wer?", fragte Thranduil verwirrt, doch benötigte keine Antwort, als er die Angst in den Augen seiner Tochter sah.
"Weiß Legolas Bescheid?", fragte er knapp und Elennya schüttelte nur den Kopf.
"Er ist in seinem Gemach...soll ich ihn holen?", fragte sie.
"Nein, das übernehme ich, Schwesterchen, geh du nur zu Celertas oder in dein Zimmer. Vater, warte auf uns, bevor du zu ihr gehst! Ich will sehen, was das für ein kaltes, grausames Wesen ist, das unsere Mutter so zugerichtet hat!", warf Tyríon sichtlich nervös ein.
Mit diesen Worten wand er sich ab und lief eiligen Schrittes zum Gemach seines Bruders. Elennya wand sich an Thranduil: "Bitte, Vater, lass mich nicht allein irgendwo warten, ich will mit dir gehen, dieses Mädchen sehen!"
"Nein, Elennya...ich will nicht, dass du je ein Wort mit ihr wechselst...du tust, was dein Bruder dir sagte, dieses Mädchen ist gefährlich."
"Warum dürfen dann meine Brüder zu ihr?"
"Weil sie älter sind und sicherlich besser mit der Situation umgehen können. Tu, was ich dir sage!"
"Aber..."
"Ich will keine Widerworte hören, Elennya, ist das klar? Geh in dein Gemach, ich will dich nicht in der Nähe dieser furchtbaren Person sehen!", sagte Thranduil scharf und seine Worte genügten, um Elennya wütend davonziehen zu lassen. Seufzend ging Thranduil über den Flur. Elennyas Dickköpfigkeit würde vergehen, wichtiger war jetzt, einige Dinge in Erfahrung zu bringen, Fragen zu klären.
Was hatte es nur mit dem mysteriösen Mädchen auf sich?
Ende Kapitel 1
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Warnung: Kapitel 2 folgt... *ich kann's nicht lassen, euch zu quälen...lach*
