Kapitel 4- Der Angriff
Er spürte nicht viel. Nur vernahmen seine Ohren auf einmal schwere Füße, die ungewohnt leise für so ein Gewicht über die Ebene rannten. Dann setzte Lärm ein. Laut und kampfeslustig schrieen sie Verwünschungen und Siegesparolen. Legolas riss Leithian herum und zog seinen Dolch, denn ein Schwert besaß er nicht und für Pfeil und Bogen waren sie bereits zu nah. Als er dann jedoch sah wie nah sie waren, stockte ihm der Atem. Sie waren bereits dabei ihn zu umzingeln und Sílanell und somit Hilfe war weit weg.
Ein großer Ork war als erster bei ihm. Angesichts von Legolas' Bewaffnung setzte er ein hässliches Grinsen auf und begann ihn zu umkreisen. In seinen Händen blitzte ein langer Skimitar auf und mit krächzender Stimme fragte diese Kreatur: "Hat deine Elbenbrut nicht genügend Vertrauen in dich, Würmchen von einem Späher, um dir etwas anderes als ein Fischmesser zu geben?"
"Ich bin weder Wurm noch Späher. Ich gehöre zu den großen Elbenhäusern Mittelerdes!" Noch während er sprach, begriff er, dass er einen Fehler gemacht hatte. Der zuvor rein hämische Ork war jetzt in jeder seiner Bewegungen hinterhältig. Unbewusst hob er den Dolch und versuchte an alles gleichzeitig zu denken, was ihm Sílanell und Aeriél beigebracht hatten. Seine Hände waren schweißnass doch er wagte nicht, sie an seiner Kleidung zu trocknen.
Er erschrak als er bemerkte, dass der Ork noch weiter zu ihm gekommen war und nun fast auf ihn zustürmte und auch der Rest seiner Krieger sich genähert hatte.
Schreiend setzte die Kreatur ihren ersten Hieb an, der ihm den Schädel gespaltet hätte, hätte er nicht rechtzeitig seine Waffe hochgerissen um den Schlag abzublocken. Er war in den letzten Tagen ein wenig gewachsen und stärker geworden aber schon bei diesem ersten Streich schoss ihm vor Anstrengung das Blut ins Gesicht. Der Ork bemerkte das sehr wohl und wusste es auszunutzen. Schnell folgten weitere Angriffe und es war mehr seinem Glück, denn seinem Kampfgeschick zu verdanken, dass er sie lebend überstand.
Als das Wesen dann aber zum mittlerweile bestimmt zehnten Mal heranstürmte verlies ihn auch dieses. Der junge Prinz warf sich nach links um der heransausenden Klinge auszuweichen doch sein Gegner hatte die Bewegung vorausgeahnt und war längst da. Schmerz durchzuckte seine rechte Seite. Er war nur zu einem kurzen Blick fähig da sich der Angriff damit keinesfalls zufrieden gab, doch er konnte mehr oder weniger erleichtert feststellen, dass seine Seite und somit seine Lebensfunktionen weitestgehend unverletzt geblieben waren, dafür aber sein Arm reichlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sofort danach, kam er dazu, diesen Zustand zu bedauern, denn hätte er die Klinge in der Hand wechseln können, hätte er gegen den harten Hieb gegen seine Brust mehr ausrichten können als ein schlichtes Wegdrehen.
Hart wurde er an der Schulter getroffen und zu Boden geworfen. Er schrie kurz auf als der gepeinigte Körper auf dem Boden aufschlug. Dabei erhaschte er einen kurzen Blick auf seine Brüder, seinen Vater und ihr Gefolge, wie sie sich gegen den Angriff zur Wehr setzten. Aber dahinter war noch etwas!
Überrascht kniff Legolas die Augen zusammen. Es war eine Gruppe Reiter und viele von ihnen griffen in die Schlacht ein. Nur eine Handvoll ritt weiter. Er erkannte, dass sie direkt auf ihn zuhielten. Die Erilia waren gekommen um ihnen zu helfen! Ob auch Aeriél unter ihnen war? Bei dem Gedanken fuhr ein Beben durch seinen Körper.
Der Ork über ihm musste seinen sehnsüchtigen Blick bemerkt haben denn er zischte gehässig: "Ja, schiel nur zu deiner Elbenbrut! Es ist das letzte Mal, dass du sie siehst!" Er hob seinen Skimitar doch, anstatt ihn hinuntersausen zu lassen und Legolas somit sicher en Kopf zu spalten, benutzte er ihn wie eine Keule und schlug ihm damit gegen die Schläfe. Dem Elb entwich ein gequältes Röcheln und ihm wurde schwarz vor Augen. Bewusstlos sackte er zusammen. ~~*~~
Aeriél preschte auf die Orks zu. Sie wand sich nicht um, denn sie wusste, wie die anderen reagieren würden. Sie wusste ganz einfach, dass ihre Freunde ihr den Rücken deckten. Im Reiten zog sie ihr Schwert aus der Scheide und schlug einem Ork den Kopf von den Schultern. Ihr Blick war nur unverwandt auf das Geschehen direkt vor ihr gerichtet. Ihre Augen hatten schon von weitem Legolas erblickt und sie kämpfte sich nun den Weg zu ihm frei.
Als sie gerade eine weitere dieser Kreaturen getötet hatte vernahmen ihre scharfen Ohren einen Laut der nicht in das Kampfgetümmel passen wollte. Ein leises Röcheln unter den kehligen Schreien der Orks. Sie wirbelte herum, in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war und sah gerade noch, wie ein Ork sich den regungslosen Prinzen über die Schulter warf und mit ihm in Richtung ihrer Wölfe rennen wollte.
Ohne zu überlegen gab sie ihrem Pferd die Sporen. Sie achtete nicht mehr auf den Kampf oder ihre Waffen. Sie wollte nur so schnell es ging zu Legolas und wissen ob er noch lebte. Der Ork hatte die Wölfe inzwischen erreicht. Achtlos als wäre er ein wertloses Bündel Kleidung wurde Legolas über den Rücken der Bestie geworfen. Hinter ihm schwang sich die Kreatur hinauf, stieß einen kurzen Schrei in der dunklen Sprache aus und preschte los. Auch die anderen dieses Batalions zogen sich schlagartig zu ihren Reittieren zurück und folgten ihrem anscheinenden Anführer. Die Wölfe formten sich schnell zu einer Gruppe und folgten den Befehlen der Orks in Richtung Süd-Osten. Aeriél ritt so schnell sie konnte hinterdrein, holte aber niemals wirklich auf. Mal waren sie näher, mal waren sie ferner. Immer wieder schickte sie gedankliche Rufe an ihren Freund Legolas doch sie erhielt keine Antwort. Die Gedanken des Prinzen waren still oder blieben ihr zumindest verborgen. Die Schnelligkeit der Orks machte ihr Sorgen. Sie selbst hatte seit Tagen nicht mehr geschlafen, diese Orks jedoch schienen frisch und ausgeruht zu sein. Aber etwas anderes war für sie viel schlimmer. Orks bewegten sich in der Nacht und soeben war die Sonne untergegangen. Ihr ganzer Körper schrie förmlich nach einem Lager und einer Mahlzeit aber vor ihr bewegten sich die Schemen dieser Kreaturen atemberaubend schnell über das Land. Diese Nacht würde ihr keine Ruhe gönnen. ~~*~~
Ganz auf einmal und ohne ersichtlichen Grund drehte sich der Ork, gegen den Sílanell bis eben gekämpft hatte um und rannte davon. Verwirrt blickte er um sich. Auch die Anderen ergriffen plötzlich die Flucht. Sílanell blickte um sich konnte jedoch nichts entdecken, was das Ausreisen der Orks hätte erklären können. Dann hörte er hinter sich einen markerschütternden und Schmerzgepeinigten Schrei: "LEGOLAS!"
Sílanell wirbelte herum auch wenn er längst wusste, dass es der König war, der so geschrieen hatte. Dem Blick seines Vaters folgend sah er in die Richtung, in der die Orks verschwanden. Zwischen all den grässlichen Fratzen und stinkenden und dreckigen Leibern schimmerte etwas Goldenes. Sílanell konzentrierte sich mehr auf dieses Schillern und erkannte schon bald seinen Bruder, der absolut regungslos und wie tot über der Schulter eines Orks hing. Erschrocken sog er die Luft ein. Panisch blickte er um sich ob sich ihm eine Möglichkeit bot, seinem geliebten Bruder zu helfen doch er fand nichts. Er hieb seiner Stute Anarríma die Hacken in die Flanken und ritt los doch der Ruf seines Vaters hielt ihn zurück: "Halt Sílanell! Siehst du nicht wohin sie sich bewegen?"
Der Elb brachte sein Pferd zum stehen und bewegte es dazu, sich zu drehen: "Vater, sie haben Legolas! Wir können ihn nicht einfach denen überlassen!"
Thranduil war von seinem Pferd gestiegen und sah resigniert zu Boden. Auch Sílanell saß ab und trat auf den König zu.
Er faste ihn mit einer Hand an der Schulter und sprach eindringlich: "Legolas liebt dich wie nur ein Sohn seinen Vater lieben kann, wie wir alle dich lieben! Ist das deine Art seine Liebe zu erwidern?"
Der König blickte noch immer zu Boden und schüttelte ohnmächtig den Kopf während Tränen seine Wangen hinab liefen: "Begreif doch, mein Sohn! Sie bringen ihn nach Süd-Osten. In den Wald. Auch andere Orks hatten Tote bei sich. Sie werden sie durchsuchen, ihnen alles von Wert abnehmen und dann zerstückeln oder sie verbrennen! Wir können ihn nicht retten!"
"Legolas war das letzte Geschenk, das Mutter dieser Welt gegeben hat. Mein Herz wert sich, an seinen Tod zu glauben! Wenn wir ihn schon nicht retten können so sollten wir ihn wenigstens vor dem entwürdigenden Ende verbrannt zu werden, bewahren. Das hat er nicht verdient!"
Schlaff nickte der König doch Sílanell hatte sich bereits umgewand und rief allen Unverletzten zu, sie sollen ihre Pferde besteigen und den Wald nach den Orks durchkämmen. Dann griff er Thranduil vorsichtig an den Arm. Wie aus einer Trance erwachend schwang er sich mit einer körperlichen Vitalität, die den glasigen Augen widersprachen, auf den Pferderücken und preschte mit seinen Reitern, etwa fünfzehn an der Zahl, hinter den Orks her. Weiter oben am Flusslauf, nahe der Stelle, an der Legolas gekämpft hatte, trafen sie auf Calegaladh und Leagim, die ihnen sofort folgten, als sie hörten was geschehen war.
Die Erilia unterdessen sammelten ihre Waffen auf und verarzteten ihre Verwundeten. Gilmagon rannte geschäftig zwischen ihnen her denn ihm war nicht daran gelegen, von einem ihrer vielen Feinde als Beschützer gesehen zu werden. Immer wieder sah er nach Süd-Osten und fragte sich wie es Aeriél ging. Sie war es, die die Gruppe zusammen hielt und ihnen Kraft gab. Sie hatte immer eine Stärke und war gleichzeitig so kindlich unschuldig. Er seufzte. Gilmagon blickte einmal in die Runde und als er sah, dass alle ihre Aufgaben zur Beseitigung ihrer Spuren erledigt hatten pfiff er sie zusammen und sie ritten los.
Im Westen ging gerade eine blutrote Sonne unter als zwei Reitergruppen gen Horizont galoppierten und ein Vater das erste Mal die Bedeutung familiärer Liebe kennen lernte.
~~~~~~*~~~~~~ ENTSCHULDIGUNG!!!!!!!!!!! Ist doch nicht so lang geworden aber ich leide gerade unter so etwa, wie einer kreativen Blockade. Extremer Blockade! Meine Muse hat es sich anscheinend auf Mallorca oder Hawaii oder so etwas bequem gemacht und ich sitze fest! Wäre nett, wenn ihr die durch Reviews löst! (Kleiner Wink mit dem Betonbrückenpfeiler!) Und wieder geht der Dank an meine bisherigen Helfer(/Reviewer) und an meine fantastische Beta-Leserin Aragorna!
Er spürte nicht viel. Nur vernahmen seine Ohren auf einmal schwere Füße, die ungewohnt leise für so ein Gewicht über die Ebene rannten. Dann setzte Lärm ein. Laut und kampfeslustig schrieen sie Verwünschungen und Siegesparolen. Legolas riss Leithian herum und zog seinen Dolch, denn ein Schwert besaß er nicht und für Pfeil und Bogen waren sie bereits zu nah. Als er dann jedoch sah wie nah sie waren, stockte ihm der Atem. Sie waren bereits dabei ihn zu umzingeln und Sílanell und somit Hilfe war weit weg.
Ein großer Ork war als erster bei ihm. Angesichts von Legolas' Bewaffnung setzte er ein hässliches Grinsen auf und begann ihn zu umkreisen. In seinen Händen blitzte ein langer Skimitar auf und mit krächzender Stimme fragte diese Kreatur: "Hat deine Elbenbrut nicht genügend Vertrauen in dich, Würmchen von einem Späher, um dir etwas anderes als ein Fischmesser zu geben?"
"Ich bin weder Wurm noch Späher. Ich gehöre zu den großen Elbenhäusern Mittelerdes!" Noch während er sprach, begriff er, dass er einen Fehler gemacht hatte. Der zuvor rein hämische Ork war jetzt in jeder seiner Bewegungen hinterhältig. Unbewusst hob er den Dolch und versuchte an alles gleichzeitig zu denken, was ihm Sílanell und Aeriél beigebracht hatten. Seine Hände waren schweißnass doch er wagte nicht, sie an seiner Kleidung zu trocknen.
Er erschrak als er bemerkte, dass der Ork noch weiter zu ihm gekommen war und nun fast auf ihn zustürmte und auch der Rest seiner Krieger sich genähert hatte.
Schreiend setzte die Kreatur ihren ersten Hieb an, der ihm den Schädel gespaltet hätte, hätte er nicht rechtzeitig seine Waffe hochgerissen um den Schlag abzublocken. Er war in den letzten Tagen ein wenig gewachsen und stärker geworden aber schon bei diesem ersten Streich schoss ihm vor Anstrengung das Blut ins Gesicht. Der Ork bemerkte das sehr wohl und wusste es auszunutzen. Schnell folgten weitere Angriffe und es war mehr seinem Glück, denn seinem Kampfgeschick zu verdanken, dass er sie lebend überstand.
Als das Wesen dann aber zum mittlerweile bestimmt zehnten Mal heranstürmte verlies ihn auch dieses. Der junge Prinz warf sich nach links um der heransausenden Klinge auszuweichen doch sein Gegner hatte die Bewegung vorausgeahnt und war längst da. Schmerz durchzuckte seine rechte Seite. Er war nur zu einem kurzen Blick fähig da sich der Angriff damit keinesfalls zufrieden gab, doch er konnte mehr oder weniger erleichtert feststellen, dass seine Seite und somit seine Lebensfunktionen weitestgehend unverletzt geblieben waren, dafür aber sein Arm reichlich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sofort danach, kam er dazu, diesen Zustand zu bedauern, denn hätte er die Klinge in der Hand wechseln können, hätte er gegen den harten Hieb gegen seine Brust mehr ausrichten können als ein schlichtes Wegdrehen.
Hart wurde er an der Schulter getroffen und zu Boden geworfen. Er schrie kurz auf als der gepeinigte Körper auf dem Boden aufschlug. Dabei erhaschte er einen kurzen Blick auf seine Brüder, seinen Vater und ihr Gefolge, wie sie sich gegen den Angriff zur Wehr setzten. Aber dahinter war noch etwas!
Überrascht kniff Legolas die Augen zusammen. Es war eine Gruppe Reiter und viele von ihnen griffen in die Schlacht ein. Nur eine Handvoll ritt weiter. Er erkannte, dass sie direkt auf ihn zuhielten. Die Erilia waren gekommen um ihnen zu helfen! Ob auch Aeriél unter ihnen war? Bei dem Gedanken fuhr ein Beben durch seinen Körper.
Der Ork über ihm musste seinen sehnsüchtigen Blick bemerkt haben denn er zischte gehässig: "Ja, schiel nur zu deiner Elbenbrut! Es ist das letzte Mal, dass du sie siehst!" Er hob seinen Skimitar doch, anstatt ihn hinuntersausen zu lassen und Legolas somit sicher en Kopf zu spalten, benutzte er ihn wie eine Keule und schlug ihm damit gegen die Schläfe. Dem Elb entwich ein gequältes Röcheln und ihm wurde schwarz vor Augen. Bewusstlos sackte er zusammen. ~~*~~
Aeriél preschte auf die Orks zu. Sie wand sich nicht um, denn sie wusste, wie die anderen reagieren würden. Sie wusste ganz einfach, dass ihre Freunde ihr den Rücken deckten. Im Reiten zog sie ihr Schwert aus der Scheide und schlug einem Ork den Kopf von den Schultern. Ihr Blick war nur unverwandt auf das Geschehen direkt vor ihr gerichtet. Ihre Augen hatten schon von weitem Legolas erblickt und sie kämpfte sich nun den Weg zu ihm frei.
Als sie gerade eine weitere dieser Kreaturen getötet hatte vernahmen ihre scharfen Ohren einen Laut der nicht in das Kampfgetümmel passen wollte. Ein leises Röcheln unter den kehligen Schreien der Orks. Sie wirbelte herum, in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war und sah gerade noch, wie ein Ork sich den regungslosen Prinzen über die Schulter warf und mit ihm in Richtung ihrer Wölfe rennen wollte.
Ohne zu überlegen gab sie ihrem Pferd die Sporen. Sie achtete nicht mehr auf den Kampf oder ihre Waffen. Sie wollte nur so schnell es ging zu Legolas und wissen ob er noch lebte. Der Ork hatte die Wölfe inzwischen erreicht. Achtlos als wäre er ein wertloses Bündel Kleidung wurde Legolas über den Rücken der Bestie geworfen. Hinter ihm schwang sich die Kreatur hinauf, stieß einen kurzen Schrei in der dunklen Sprache aus und preschte los. Auch die anderen dieses Batalions zogen sich schlagartig zu ihren Reittieren zurück und folgten ihrem anscheinenden Anführer. Die Wölfe formten sich schnell zu einer Gruppe und folgten den Befehlen der Orks in Richtung Süd-Osten. Aeriél ritt so schnell sie konnte hinterdrein, holte aber niemals wirklich auf. Mal waren sie näher, mal waren sie ferner. Immer wieder schickte sie gedankliche Rufe an ihren Freund Legolas doch sie erhielt keine Antwort. Die Gedanken des Prinzen waren still oder blieben ihr zumindest verborgen. Die Schnelligkeit der Orks machte ihr Sorgen. Sie selbst hatte seit Tagen nicht mehr geschlafen, diese Orks jedoch schienen frisch und ausgeruht zu sein. Aber etwas anderes war für sie viel schlimmer. Orks bewegten sich in der Nacht und soeben war die Sonne untergegangen. Ihr ganzer Körper schrie förmlich nach einem Lager und einer Mahlzeit aber vor ihr bewegten sich die Schemen dieser Kreaturen atemberaubend schnell über das Land. Diese Nacht würde ihr keine Ruhe gönnen. ~~*~~
Ganz auf einmal und ohne ersichtlichen Grund drehte sich der Ork, gegen den Sílanell bis eben gekämpft hatte um und rannte davon. Verwirrt blickte er um sich. Auch die Anderen ergriffen plötzlich die Flucht. Sílanell blickte um sich konnte jedoch nichts entdecken, was das Ausreisen der Orks hätte erklären können. Dann hörte er hinter sich einen markerschütternden und Schmerzgepeinigten Schrei: "LEGOLAS!"
Sílanell wirbelte herum auch wenn er längst wusste, dass es der König war, der so geschrieen hatte. Dem Blick seines Vaters folgend sah er in die Richtung, in der die Orks verschwanden. Zwischen all den grässlichen Fratzen und stinkenden und dreckigen Leibern schimmerte etwas Goldenes. Sílanell konzentrierte sich mehr auf dieses Schillern und erkannte schon bald seinen Bruder, der absolut regungslos und wie tot über der Schulter eines Orks hing. Erschrocken sog er die Luft ein. Panisch blickte er um sich ob sich ihm eine Möglichkeit bot, seinem geliebten Bruder zu helfen doch er fand nichts. Er hieb seiner Stute Anarríma die Hacken in die Flanken und ritt los doch der Ruf seines Vaters hielt ihn zurück: "Halt Sílanell! Siehst du nicht wohin sie sich bewegen?"
Der Elb brachte sein Pferd zum stehen und bewegte es dazu, sich zu drehen: "Vater, sie haben Legolas! Wir können ihn nicht einfach denen überlassen!"
Thranduil war von seinem Pferd gestiegen und sah resigniert zu Boden. Auch Sílanell saß ab und trat auf den König zu.
Er faste ihn mit einer Hand an der Schulter und sprach eindringlich: "Legolas liebt dich wie nur ein Sohn seinen Vater lieben kann, wie wir alle dich lieben! Ist das deine Art seine Liebe zu erwidern?"
Der König blickte noch immer zu Boden und schüttelte ohnmächtig den Kopf während Tränen seine Wangen hinab liefen: "Begreif doch, mein Sohn! Sie bringen ihn nach Süd-Osten. In den Wald. Auch andere Orks hatten Tote bei sich. Sie werden sie durchsuchen, ihnen alles von Wert abnehmen und dann zerstückeln oder sie verbrennen! Wir können ihn nicht retten!"
"Legolas war das letzte Geschenk, das Mutter dieser Welt gegeben hat. Mein Herz wert sich, an seinen Tod zu glauben! Wenn wir ihn schon nicht retten können so sollten wir ihn wenigstens vor dem entwürdigenden Ende verbrannt zu werden, bewahren. Das hat er nicht verdient!"
Schlaff nickte der König doch Sílanell hatte sich bereits umgewand und rief allen Unverletzten zu, sie sollen ihre Pferde besteigen und den Wald nach den Orks durchkämmen. Dann griff er Thranduil vorsichtig an den Arm. Wie aus einer Trance erwachend schwang er sich mit einer körperlichen Vitalität, die den glasigen Augen widersprachen, auf den Pferderücken und preschte mit seinen Reitern, etwa fünfzehn an der Zahl, hinter den Orks her. Weiter oben am Flusslauf, nahe der Stelle, an der Legolas gekämpft hatte, trafen sie auf Calegaladh und Leagim, die ihnen sofort folgten, als sie hörten was geschehen war.
Die Erilia unterdessen sammelten ihre Waffen auf und verarzteten ihre Verwundeten. Gilmagon rannte geschäftig zwischen ihnen her denn ihm war nicht daran gelegen, von einem ihrer vielen Feinde als Beschützer gesehen zu werden. Immer wieder sah er nach Süd-Osten und fragte sich wie es Aeriél ging. Sie war es, die die Gruppe zusammen hielt und ihnen Kraft gab. Sie hatte immer eine Stärke und war gleichzeitig so kindlich unschuldig. Er seufzte. Gilmagon blickte einmal in die Runde und als er sah, dass alle ihre Aufgaben zur Beseitigung ihrer Spuren erledigt hatten pfiff er sie zusammen und sie ritten los.
Im Westen ging gerade eine blutrote Sonne unter als zwei Reitergruppen gen Horizont galoppierten und ein Vater das erste Mal die Bedeutung familiärer Liebe kennen lernte.
~~~~~~*~~~~~~ ENTSCHULDIGUNG!!!!!!!!!!! Ist doch nicht so lang geworden aber ich leide gerade unter so etwa, wie einer kreativen Blockade. Extremer Blockade! Meine Muse hat es sich anscheinend auf Mallorca oder Hawaii oder so etwas bequem gemacht und ich sitze fest! Wäre nett, wenn ihr die durch Reviews löst! (Kleiner Wink mit dem Betonbrückenpfeiler!) Und wieder geht der Dank an meine bisherigen Helfer(/Reviewer) und an meine fantastische Beta-Leserin Aragorna!
