~Kapitel 5- Endlich frei?~
Legolas fühlte sich schrecklich. Sein Schädel brummte und die rechte Seite brannte wie Feuer. Zusätzlich waren ihm die Lider so schwer wie Blei und er schaffte es nur mit größter Anstrengung durch einen kleinen Spalt zwischen seinen Wimpern hindurch zu sehen. Doch was er da sah trieb ihm sofort die Müdigkeit aus dem Körper.
Er lag am Rande einer großen Lichtung, in deren Mitte ein großes Feuer loderte. Um es herum saßen und lagen an die 100, zum Teil betrunkene, Orks. Vorsichtig und nur mit einem Auge damit die Orks nicht entdeckten, dass er wach war, lies er seinen Blick schweifen. Er erkannte, dass er nicht der einzige Gefangene war. Überall am Rand der Lichtung lagen Elben, manche von ihnen sehr schwer verletzt. Ganz am anderen Ende des Rastplatzes erblickte er den Hauptmann der Garde seines Vaters, dessen Augen unverwandt und glasig in den Himmel starrten. Er war tot. Erst jetzt, als Legolas begann, darauf zu achten, bemerkte er, dass nur wenige der Elben hier sich bewegten oder Laute von sich gaben, viele dagegen in unnatürlichen Winkeln dalagen, deren Körper erstarrt waren oder deren Geist bereits in Mandos Hallen weilte.
Dicht bei ihm stöhnte jemand im Todeskampf gefangen auf und Legolas konnte nicht anders als zusammen zu zucken und ein wenig fort zu krabbeln, jedenfalls soweit es ihm seine gefesselten Hände und Füße erlaubten.
Einer der Orks, der ihm bis jetzt den Rücken zugewandt hatte, drehte sich um: "Ah, unser kleines Prinzenwürmchen ist wach! Sie mal einer an! Wusste gar nicht, dass Elben soviel aushalten können."
Legolas wurde grob von dem nach Schmutz und Alkohol stinkenden Ork nach oben gezerrt und in Richtung Feuer gestoßen. Dort zwang ihn dieses Monstrum in eine sitzende Haltung, was wegen seiner gefesselten und arg mitgenommenen Beine weit mehr als schmerzhaft war.
Als er schließlich saß wurde ihm ein Becher mit einer in der Nacht sehr schwarz wirkenden Flüssigkeit in die Hand gedrückt. Der Ork, der ihn nach oben gezogen hatte bedeutete ihm harsch und mit einer bedrohlichen Geste zu trinken. Legolas schloss die Augen ganz fest und spülte das grässliche Getränk so schnell es ging hinunter. Ein furchtbares Brennen breitete sich augenblicklich in seiner Kehle, seinem Hals und bis hin in seinen Magen aus. Der Prinz wollte ausspucken doch eine der anderen Kreaturen presste ihm unbarmherzig die Kiefer aufeinander. Legolas versuchte verzweifelt gegen die Ohnmacht anzukämpfen doch schließlich gewann das Brennen und die Schwärze am Rande seines Bewusstseins und er glitt wieder hinüber in die Bewusstlosigkeit, die diesmal jedoch viel tiefer war, tiefer und gefährlicher! ~~*~~
Aeriél schlich sich über den trockenen Waldboden ohne auch nur ein einziges Geräusch zu verursachen. Ihren Alfirion hatte sie einige Meter entfernt stehen gelassen. Er musste nicht angebunden sein. Er war viel zu treu um einfach davon zu rennen. Die Augen immer auf den Feuerschein in der Nacht vor sich gerichtet, bewegte sie sich einem Schatten gleich durch den süd-westlichen Düsterwald. Die Orks vor ihr grölten und sangen aus rauen Kehlen. Es war nicht schwer sich ein Bild von ihnen oder ihren Tätigkeiten zu machen.
Zwischen den Geräuschen der Gruppe Orks und den Gefangenen hörte sie eine Stimme besonders laut. Es schien sich um eine Art Anführer zu handeln. So schnell sie konnte rannte sie zu den letzten Bäumen vor der Lichtung und duckte sich dahinter. Ein angenehm vertrauter Geruch stieg ihr in die Nase. Sie brauchte einen Moment um ihn wieder zu erkennen doch als die Erkenntnis kam, wurde sie umso freudiger begrüßt. Legolas! Er musste direkt auf der anderen Seite des Stammes liegen. Aeriél wollte schon nach ihm tasten als die Stimme des Anführers erneut donnerte. Schon nachdem er das Wort "Prinzenwürmchen" ausgesprochen hatte, war ihr klar, dass er von Legolas sprach. Er kam direkt auf den Baum zu und zog die reichlich benommen und mitgenommen wirkende Gestalt des jungen Prinzen unsanft in die Höhe.
Am Feuer dann glaubte Aeriél den Behälter zu erkennen, aus dem die Flüssigkeit in dem Becher für Legolas stammte. Entsetzt schlug sie die Hände vors Gesicht um nicht mit ansehen zu müssen, wie er gezwungen wurde zu trinken. Aber es half nichts. Ein gedanklicher Schrei halte lauter als alles, was sie bisher in ihrem Leben gehört hatte, durch ihren Kopf als alle Erinnerungen im Verstand ihres Freundes mit einem Wimpernschlag ausgelöscht wurde. Als könnte sie dadurch irgendetwas ändern presste sie die Hände so fest sie konnte gegen die Ohren. Ihr Kopf dröhnte. Vor Schmerz sank sie auf die Knie und hielt ihre Augen fest zusammen gekniffen. Wie durch einen Nebel nahm sie war, wie zwei klauenartige Hände sie packten und nach oben zerrten. Dann glitt auch ihr Bewusstsein ins Dunkel. ~~*~~
Er versuchte verzweifelt, die letzten Erinnerungen in seinem, sich immer schneller leerenden, Verstandt fest zu halten. Doch als würde man versuchen, Wasser mit der holen Hand zu schöpfen, glitten sie ihm durch die Finger und verschwanden im Sand des Vergessens. Dunkelheit umfing ihn noch immer wie ein undurchdringliches Tuch um seinen Körper, doch es störte ihn nicht. Um Legolas herum und in ihm war eine wunderbare Leere und er fühlte sich so unbeschreibbar leicht wie noch nie in seinem Leben. Hatte er überhaupt ein Leben gehabt? Verwundert runzelte er die Stirn. Da war irgendetwas in seinem Kopf doch als er versuchte, heraus zu finden, was es war, brandeten seine Gedanken gegen eine Mauer und das Tor zu seiner Vergangenheit schloss sich. Verzweifelt versuchte er nach dem kleiner werdenden Lichtschein zu greifen, doch er griff ins Nichts und es gab nichts, was ihn in diesem Moment zurück gebracht hätte. Langsam schlich sich etwas anderes in seinen Kopf ein. Etwas Fremdes und Böses begann von ihm Besitz zu ergreifen und vernichtete Stück für Stück den Elben, der er war. ~~*~~
Als sie die Augen öffnete war es bereits Tag und die Orks schliefen schnarchend im Schatten der Bäume. Stöhnend vor Schmerz versuchte Aeriél sich aufzurichten aber die Fesseln an ihren Handgelenken und an den Füßen ließen sie kläglich scheitern. Durch die hohen Baumkronen fiel warmes Sonnenlicht auf ihr Gesicht und sie drehte ihren Kopf der Sonne zu und schloss die Augen. Der Stand verriet ihr, dass es noch früh am Morgen war. Sie seufzte. Es war ein so schöner Tag. Hätte sie nicht immer den unwiderstehlichen Drang allen helfen zu wollen, könnte sie jetzt mit ihren Freunden über Wiesen reiten und Spaß haben, wie jedes Kind in ihrem Alter. Stattdessen lag sie hier, litt Schmerzen und wusste nicht, ob sie den nächsten Sonnenaufgang noch erleben würde. Sie fror. Woher kam das? Es war ein schöner Tag aber warum fror sie dann so? Sie blickte an sich hinunter und erschrak. An ihrer Hüfte tat sich eine große Fleischwunde auf, aus der stetig Blut sickerte. Es war nicht viel aber früher oder später würde ihr diese Wunde gefährlich werden. Auch die teilweise nackten Arme waren von Kratzern, Blutergüssen und Abschürfungen übersäht. Wann war das geschehen? Im Kampf hatte sie sich doch gar nicht verletzt.
Verschwommene Bilder tauchten vor ihren Augen auf. Einige Orks zerrten sie zum Feuer. Ein Ork war auf sie zugetreten und hatte über Kooperation geredet. Sie wusste nicht mehr viel aber sie erinnerte sich, ihm ins Gesicht gespuckt zu haben. Daraufhin hatte dieser wütend seinen Dolch gezogen und ihn ihr genüsslich langsam und schmerzvoll tief ihm Fleisch über die Seite gezogen. Dann hatte ein Anderer ihn an der Schulter gepackt und in mordorianischer Sprache zu ihm geredet, nicht wissend, dass Aeriél dies sehr wohl verstand. "Nein!", hatte er gesagt, "der Herr hat gesagt, wir sollen ihnen nichts tun. Er braucht diese beiden Elbenwürmchen wie sie sind!" Dann hatte ihr jemand gegen die Schläfen geschlagen und ihr waren die Knie weggeknickt.
Verstohlen sah sie sich um. An einige Bäume hatten sich Orks gelehnt. Sie schienen als eine Art Wache zu dienen doch sie dösten und achteten kaum auf das Geschehen um sie herum. Vorsichtig ließ sie den Blick weiterschweifen. Ihre Augen wanderten über verdrehte Elbenkörper, Blut und tödliche Wunden. Betreten hielt sie den Atem an. Dort, am anderen Ende des Lagerplatzes, lag Lómin, ein menschlicher Junge von 17 Jahren, der seit Jahren mit ihnen geritten war. Sie senkte den Kopf als sie erkannte, dass auch ihn das Leben verlassen hatte. Dabei strich ihr Blick an etwas goldenem und in der Sonne glitzerndem vorbei. Ihr Kopf bewegte sich wie automatisch in die entsprechende Richtung. Dort saß Legolas. Er hatte die Beine an den Körper gezogen und die Arme darum geschlungen. Überrascht stellte sie fest, dass er keine Fesseln trug. Aus dunkel geränderten Augen sah er sie unverwandt an. Unter seinem Blick, der so feindselig wirkte, zuckte sie zusammen. In einer fließenden Bewegung stand der Elb auf und kam mit geschmeidigen Schritten auf sie zu. Als er bis auf wenige Schritte heran gekommen war, breitete sich ein grausames Lächeln auf seinem so schönen Gesicht aus angesichts ihres fast panischen Zurückweichens. Unbeirrt schritt er voran und zog dabei seinen Dolch. Sie beobachtete entsetzt das Glimmen in seinen Augen. Vor ihr angekommen fuhr er mit dem Finger bedächtig über die kurze Klinge, am Ende riss er den Finger etwas schneller über die scharfe Spitze und Blut trat aus einer kleinen Wunde an seiner Fingerspitze. "Oh, ich war wohl etwas unachtsam." Aeriél kroch soweit es ging an den Baumstamm hinter ihr als Legolas in die Hocke ging und die Waffe locker zwischen seinen Händen hin und her warf, wobei die Klinge nach unten zeigte. Wenn er sie nun fallen lassen würde, würde sie ihr die Beine aufschlitzen. Aber er ließ sie nicht fallen. "Pass auf, dass ich nicht noch einmal unachtsam werde. Das dürfte nicht gerade gesund für dich sein." Er fuhr ihr mit dem verletzten Zeigefinger über die Wange, sodass eine Blutspur sich diese entlang zog. Angeekelt wollte sie den Kopf wegdrehen aber sie spürte wie sich das kalte Metall auf einmal gegen ihren Hals drückte. Was tat er da nur? Der Trank, den ihm die Orks gegeben hatte löschte für gewöhnlich nur die Erinnerungen aber zu so etwas wäre das Gebräu nicht fähig. Verängstigt blickte sie in seine Augen.und fand dort die Antwort auf ihre Frage! Das dort waren nicht die Augen ihres Freundes! Sie waren pechschwarz und in ihnen schien ein alles fressendes Feuer zu brennen, das bereit war alles und jeden rücksichtslos zu vernichten. "Du bist nicht Legolas, auch wenn du seinen Körper hast!" Er lachte nur höhnisch: "Nein, der bin ich tatsächlich nicht! Dein kleiner Elbenfreund hatte keine Chance gegen mich, als ich ihm seinen Körper abnahm. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist er ganz vernichtet!" Bei diesem Satz machte ihr Herz einen Luftsprung. Er lebte noch. Während er so weiter sprach, nestelte sie so unauffällig wie es mit gefesselten Händen ging an ihrem Kragen und holte Legolas' Kette hervor. Als er dann gerade davon redete, was man mit gefangenen Elben alles anstellen konnte, hielt sie ihm die Kette hin. Überrascht blinzelte er. Und auf einmal waren seine Augen nicht mehr schwarz, sondern hatten wieder diese beruhigende tiefblaue Farbe. ~*~ Er hörte die Worte, die über seine Lippen rollten. Er spürte die Bewegungen seines Körpers aber nicht er war es, der das alles steuerte. So deutlich wie er seinen Körper wahrnahm, spürte er auch die Anwesenheit eines Anderen, eines Bösen, der ihn immer mehr in eine funkle Kammer hinter seinen Augen zwängte und versuchte die Tür zuzudrücken. Aber noch war da ein kleiner Lichtspalt durch den er eine Elbe, die ihm unheimlich bekannt vorkam, panisch vor ihm zurück weichen sah. Er hörte sich selbst von seinem Untergang reden und hätte sich am liebsten die Ohren zu gehalten doch sein Körper gehorchte seinem Willen nicht. Der tat nur was er ihm befahl.
Ganz plötzlich ließ der Druck auf seine Gefängnistür nach und er konnte wieder Kontrolle über sich ausüben. Verwirrt blinzelte er in das Sonnenlicht hinein und sah dann in ein Gesicht. "Ae.Aer.", versuchte er verzweifelt den Namen zusammen zu bekommen, doch seine Zunge wollte nicht mehr als diese eine Silbe hergeben.
"Aeriél", half sie ihm sanft. Verstört nickte er. Einige Bilder stürzten auf sein Gedächtnis ein, doch er war nicht in der Lage, sie festzuhalten. 'Warte! Ich helfe dir.', tönte ihre Stimme in seinem Kopf. Langsam schien sich sein Kopf wieder zu füllen. Einer dieser Eindrücke aber, blieb an der Oberfläche hängen. Sie saßen beide auf einem Baum und er hatte ihr die Kette umgehängt. Die Kette hielt sie nun in der Hand. Mit der freien Hand strich er sanft über die verschlungenen Linien, mit denen er einmal soviel verbunden hatte, dann schloss er ihre Finger wieder darum und lächelte: "Ich hab sie dir geschenkt. Sie gehört dir." Vorsichtig kniete er sich vor sie hin und durchschnitt mit seinem Dolch ihre Fesseln. "Komm! Lass uns von hier verschwinden!", sagte sie ohne Umschweife und zog ihn an der Hand hinter sich her in die Bäume. Im Rennen drehte Legolas sich um. Erschrocken sah er die Wächter hinter ihnen herlaufen. "Sie folgen uns!", schrie er ihr über das Rascheln der Blätter und das Keuchen seines eigenen Atems zu. "Alfirion steht da vorne! Es ist nicht mehr weit!" Tatsächlich kam nur einen Moment später der schwarze Hengst durchs Unterholz gebrochen. Aeriél lief ein Stück neben ihm her und schwang sich dann auf den Rücken. Legolas zog sich an der ihm dargebotenen Hand hinter ihr hinauf und sie fegten los. "Hinter dem Sattel ist mein Bogen! Benutzt ihn!" Zögernd griff er nach dem schön verzierten Bogen und zog darunter auch noch einige Pfeile hervor. Er hatte bisher immer nur auf dem Boden geschossen doch jetzt saß er auf einem galoppierenden Pferd und er schoss auf wahre Lebewesen. Ein Pfeil, der dicht an seinem Gesicht vorbei raste, lies ihn aus seinen Gedanken aufschrecken. Er atmete tief durch, legte den gezogenen Pfeil auf die Sehne, visierte so sorgfältig, wie er es sich leisten konnte an.und schoss!
Der Pfeil traf den ersten Ork, der fast sofort tot ins Gras sank. Von vorn schrie Aeriél ihm zu, er solle sich festhalten und nur einen Moment später setzte Alfirion zu einem gewaltigen Sprung über ein tiefes Tal an und flog förmlich über den für normale Beine zu breiten Spalt zwischen zwei Felsen. Die Pfeile zischten noch einige Zeit um ihre Köpfe doch sie waren in Sicherheit. Aber waren sie das wirklich? Den ganzen Tag ritten sie unter den Bäumen dahin ohne ein einziges Mal anzuhalten oder langsamer zu werden. Alle beide sahen ständig nervös über ihre Schultern um sich zu vergewissern, dass die Orks ihnen nicht doch irgendwie gefolgt waren. ~~*~~ Angestrengt spähte Sílanell vor sich in die Dunkelheit. Schon seit Stunden folgten sie den Spuren der Wölfe immer tiefer in den Wald hinein. Inzwischen musste es kurz vor Mitternacht sein und sie suchten doch schon einen Tag. Nicht besonders weit von hier hatten sie die nicht sonderlich gut versteckten Spuren eines Nachtlagers der Orks gefunden. Einige Leichen hatten sie dort auch gefunden, einige grausam zugerichtet, aber Legolas war nicht unter ihnen gewesen. Mit zusammengekniffenen Augen untersuchte er nun den Waldboden unweit des Lagers. Auf einmal hielt er inne. Da war etwas, das den Mondschein reflektierte. Schnell lief er darauf zu und fand eine Orkleiche, die nahezu perfekt und sauber mit einem direkten Schuss in die Stirn getötet worden war. Der Pfeil stammte eindeutig aus elbischer Hand. Er war aus hellem Birkenholz und an die Spitze war aus Gold und das Muster darauf kam ihm bekannt vor. Hinten war er mit grünen Federn verziert. Ehrfürchtig strich Sílanell über das wunderschöne Stück. Aber als seine Finger über eine darin eingekratzte Furche fuhren, stutzte er. Immer wieder betastete er sie mit den Fingerspitzen, bis er sich sicher war. Dann rief er laut nach seinem Vater und hielt den Pfeil hoch. Es dauerte nicht lange da stand er neben ihm. "Sieh dir das an, ada!" "Ein Pfeil. Was soll damit sein, außer dass er elbisch ist? Legolas hatte keine Pfeile bei sich." Sílanell lächelte geheimnisvoll: "Nein, hatte er nicht aber er hat ihn definitiv abgeschossen!" Sein Grinsen wurde noch ein wenig breiter als Thranduil ihn fragte, woher er das wissen wolle. "Hier sind Kerben im Holz. Du weißt, Birkenholz ist sehr weich. An der Stelle.", er deutete auf eine Stelle nahe der Spitze, ".sieht man es am deutlichsten. Die Kratzer müssen entstanden sein als er ihn auf die Sehne gelegt hat und dann spannte, weil sie sich über das ganze Holz ziehen. Der Abdruck hier stammt von Legolas' Ring. Du hast ihn ihm selbst an einer Kette um den Hals gehängt als er geboren wurde. Das war das einzige Geschenk, dass er je von dir bekommen hat!" Die letzten Worte hatten einen eindeutig vorwurfsvollen Tonfall angenommen und er hatte sie eigentlich gar nicht aussprechen wollen. Jetzt bis er sich betreten auf die Lippe. Schon seit Legolas gefangen genommen worden war, lag ständige Sorge auf dem Gesicht des Königs und er war den Tränen nahe. Nur weil er König war, riss er sich zusammen und behielt den Kopf aufgerichtet. Nun aber konnte er sie nicht mehr zurückhalten. Er ließ sich einem großen Stein nieder und vergrub das Gesicht in den Händen. Langsam ging Sílanell auf ihn zu und kniete sich vor ihm hin. Das Ganze kam ihm geradezu absurd vor, denn es war noch nicht lange her, auch wenn es schien als wären es Jahre gewesen, da hatte er genauso vor Legolas gehockt und ihn beruhigt, weil er über seinen Vater geweint hatte. Nun weinte ebendieser Vater bitterlichst um seinen Sohn. Er nahm die Hände des Königs sanft in seine und löste sie von dessen Gesicht. Noch immer wurde dieser von Schluchzern geschüttelt, ihm hingen die Haare noch immer völlig wirr und gelöst ins Gesicht und er hatte noch immer dunkle Ringe der Sorge und Erschöpfung unter den Augen aber Sílanell kam er zum ersten Mal seit dem Tod seiner Mutter wie ein lebendes Wesen vor. Zwischen den Schluchzern sprach Thranduil dann: "Was tue ich wenn er nicht mehr am Leben ist, Sílanell? Er bedeutet mir so viel und ich hab es ihm nie gesagt!" Sílanell strich ihm beruhigend über das Haar und kam sich immer seltsamer vor als er sagte: "Er ist sicher noch nicht tot. Hier hat ein Kampf stattgefunden und er hat hier gekämpft aber wir haben seine Leiche nicht gefunden. Bestimmt ist er in Sicherheit." Die immer verzweifelter klingende Stimme seines Vaters antwortete ihm durch die Hände: "Und wenn sie ihn nun als Geisel gefangen genommen haben um mich zu irgendetwas zu erpressen?" Tröstend schlang er die Arme um den zitternden Körper des Königs: "Dann finden wir ihn. Komme was wolle!" In diesem Moment hörte er Aeriéls Stimme in seinem Kopf. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Ein Neuanfang. Ja, dazu waren sie nun beide bereit. ~~*~~ Erst als die Sterne schon lange am Himmel standen, schlugen sie auf einer kleinen Lichtung ihr Lager auf. Sie entfachten kein Feuer und legten nur so viele Sachen ab, dass sie jederzeit wieder aufbrechen konnten. Während Aeriél am Sattel Alfirions rumnestelte, fragte sie ihn: "Wie weit ist es noch bis zu eurem Palast?" Legolas druckste ein wenig herum doch als er ihren geraden Blick auf sich spürte, rückte er mit der Sprache heraus: "Ich kann mich nicht erinnern. Es bereitet mir schon Mühe, das Bild meines Vaters vor Augen zu bekommen aber an den Weg zum Palast erinnere ich mich nicht. Warum sollte ich auch in einem Palast leben?" "Willst du mir sagen, du hast alles bis auf die Bilder, die ich für dich gehalten hab, vergessen?" Legolas nickte betrübt. Aeriél seufzte: "Ich möchte dir das nicht erzählen aber wenn wir in den Palast deines Vaters." "Mein Vater lebt in diesen Palast?" ".gehen wollen, muss ich es dir wohl oder übel sagen.", fuhr sie fort. "Legolas, ech a ernil![1]" "Bitte was? Kannst du das auch so sagen, dass ich es verstehe?" 'Er kann seine eigene Sprache nicht mehr! Sie müssen ihm eine hohe Dosis des Mittels gegeben haben. Es grenzt an einen Wunder, dass er sich überhaupt noch an etwas erinnert!' Nachdenklich betrachtete sie das verwirrte Gesicht ihres Gefährten und hatte mehr als jemals zuvor das Gefühl, dass mehr in ihm steckte als das Auge zu sehen vermochte. Sie lächelte und setzte erneut zu einer Erklärung an, diesmal in Westron, der Sprache der Menschen: "Legolas, du entstammst dem Königshaus von Düsterwald. Von hier. Du bist das jüngste Kind Thranduils, dem König des Waldlandreiches. Deine Brüder Leagim, der Thronerbe, Calegaladh und Sílanell leben ebenfalls dort. Deine Mutter ist bei deiner Geburt gestorben und dein Vater hat darunter sehr gelitten. Ich.ich möchte dir nicht mehr als das Nötigste erzählen, denn wir werden hoffentlich bald in deinem Zuhause ankommen. Dort wirst du es, fürchte ich, schwer genug haben." Legolas sah sie kummervoll an: "Es ist alles so verwirrend. Da sind Bilder in meinem Kopf aber sie sind wie Nebelschleier. Wenn ich sie berühren will zerfasern sie und ich verliere sie." Aeriél lächelte ihn mitleidig an: "Schlaf jetzt! Wir wollen morgen schließlich so bald wie möglich aufbrechen." Ohne ein Wort und ohne sich noch einmal umzusehen ging sie zu ihrer eigenen Decke und legte sich hin. Nach einigen Minuten schickte sie ihre Gedanken auf die Suche nach Legolas' Bruder. Nicht sehr weit von ihnen entfernt aber weit genug wurde sie fündig. Ihre Gedanken in seinen Kopf einwebend sprach sie zu ihm: 'Sílanell, Legolas geht es gut. Zumindest halbwegs. Er hat den größten Teil seines Gedächtnisses verloren aber körperlich hat er keinerlei Schäden davon getragen. Bitte, komm nicht her und erzähl deinem Vater nichts von seinem Gedächtnis. Vielleicht bietet sich hier für beide eine Chance zu einem Neuanfang. Mae fuin.[2]' ~~*~~ Legolas lauschte Aeriéls knapper Erklärung aufmerksam. Er wusste nicht wieso, aber er hatte das Gefühl, sie würde sich mit Absicht zurück halten, ihm irgendetwas zu sagen. Sie schlich um irgendetwas herum. Und dann die Sprache, die sie vorhin benutzt hatte. Sie kam ihm bekannt vor. Der Klang war ihm vertraut aber er konnte ihnen keinen Sinn abgewinnen. Nun lag er auf der dünnen Decke, den Umhang fest um die Schultern geschlungen. Er dachte über die wenigen ihm gebliebenen Erinnerungen und seine Familie nach. Bei der Erwähnung seiner Brüder war ein tiefes warmes Gefühl in sein Empfinden gekrochen und eigentlich hatte er dasselbe bei seinem Vater gespürt aber er wusste, da war noch irgendetwas. Irgendein Schatten umgab seinen Vater. Lange wälzte er sich unruhig in seinem spärlichen Lager umher ehe ihn der Ruf der Waldkäuze und Eulen in den Schlaf lullte. Erst als der Mond den höchsten Punkt seiner Bahn längst hinter sich gelassen hatte, erwachte er schweißgebadet und schwer atmend. Verstört schloss er die Augen. Eine Stimme hallte in seinem Kopf nach, so sehr er auch versuchte, sie zum verstummen zu bringen. Immer wieder hörte er den kalten Klang und die beängstigenden Worte: "Dachtest du, du wirst mich so schnell los? Nein, Elbenprinzchen! Ich bin immer noch da!" ~~*~~ Gelassen lächelnd trat die Gestalt in dem schwarzen Gewand von der erhöhten Stelle in der Mitte des Saales zurück. Hinter ihm bedeckte ein Ork einen glühenden runden Stein auf dem dreibeinigen Tisch mit einem schwarzen Tuch.
Unterwürfig näherte die misshandelte Kreatur sich dem, inzwischen auf einer Art Thron sitzenden, Mann: "Herr, wird der Plan aufgehen?" Eine kalten Stimme antwortete, die jeden zusammenfahren ließ und so schneidend war wie der Winterwind kurz nach einem Eisregen: "Ja, es läuft besser als selbst ich gedacht hatte. Sie scheint etwas zu ahnen aber ohne es zu wissen, führt sie mich direkt dahin, wo ich hin will.
Hoffentlich dauert das nicht allzu lange. Ich hasse Elbengemüter! Sie sind so schrecklich sanftmütig und gut und kunstvoll.und sie sind schrecklich schwach!" Seine Worte troffen nur so vor Sarkasmus doch die letzten Worte hatte er mit eindeutiger Mordlust in den Augen ausgesprochen. Mit einem nachlässigen Handwink entließ er den Ork. Hämisch sah er erneut den, nun verdeckten, Stein an und es schien trotz des Tuches, als könne er etwas sehen. "Ja, mach nur Elbenmädchen. Hohl Hilfe! Aber deinen Freund wirst du damit nicht retten können! Der gehört jetzt mir allein!" ~~~~*~~~~ [3] Ech a ernil= Du bist ein Prinz. 2Mae fuin. = Gute Nacht Übernehme keine Verantwortung für die Fehler!
Gut, dieses Kapitel hab ich mich irgendwie nicht so mit Ruhm bekleckert. Ich hab das Gefühl, das Ganze bewegt sich im Kreis und Legolas braucht demnächst einen Exorzisten, wenn ich so weiter mache. AAAAHHHH!!! Was schreib ich hier nur? Was tue ich dem armen Leggi da an? Aber wenigstens war's länger! *verzeihungsheischend in die Runde blick* Na ja, wir werden sehen. Vielleicht krieg ich ja Quällaune, dann kann das Elbenprinzchen sich auf was gefasst machen! (MUAHAHAHAAAA!!!*fies lach*) Aber jetzt noch eine kleine Aufgabe für meine lieben Reviewer: Wie findet ihr Sílanell? Was kann ich an ihm verbessern? Was gefällt euch nicht? Welche Dinge könnte ich noch ausarbeiten? Wie soll es mit ihm weitergehen? Lauter so'n Zeug. Tell me! (Ich fange an, ihn zu mögen und muss jetzt wissen, ob das nur mir oder auch anderen so geht. Ich hab viel mit dem Typen vor also macht euch auf was gefasst! *noch mal fies lach*) @allreviewers: Thanks a lot! You're great! So long, Aeril ----------------------- [1] Ech a ernil= Du bist ein Prinz.
[2]Mae fuin. = Gute Nacht Übernehme keine Verantwortung für die Fehler!
Legolas fühlte sich schrecklich. Sein Schädel brummte und die rechte Seite brannte wie Feuer. Zusätzlich waren ihm die Lider so schwer wie Blei und er schaffte es nur mit größter Anstrengung durch einen kleinen Spalt zwischen seinen Wimpern hindurch zu sehen. Doch was er da sah trieb ihm sofort die Müdigkeit aus dem Körper.
Er lag am Rande einer großen Lichtung, in deren Mitte ein großes Feuer loderte. Um es herum saßen und lagen an die 100, zum Teil betrunkene, Orks. Vorsichtig und nur mit einem Auge damit die Orks nicht entdeckten, dass er wach war, lies er seinen Blick schweifen. Er erkannte, dass er nicht der einzige Gefangene war. Überall am Rand der Lichtung lagen Elben, manche von ihnen sehr schwer verletzt. Ganz am anderen Ende des Rastplatzes erblickte er den Hauptmann der Garde seines Vaters, dessen Augen unverwandt und glasig in den Himmel starrten. Er war tot. Erst jetzt, als Legolas begann, darauf zu achten, bemerkte er, dass nur wenige der Elben hier sich bewegten oder Laute von sich gaben, viele dagegen in unnatürlichen Winkeln dalagen, deren Körper erstarrt waren oder deren Geist bereits in Mandos Hallen weilte.
Dicht bei ihm stöhnte jemand im Todeskampf gefangen auf und Legolas konnte nicht anders als zusammen zu zucken und ein wenig fort zu krabbeln, jedenfalls soweit es ihm seine gefesselten Hände und Füße erlaubten.
Einer der Orks, der ihm bis jetzt den Rücken zugewandt hatte, drehte sich um: "Ah, unser kleines Prinzenwürmchen ist wach! Sie mal einer an! Wusste gar nicht, dass Elben soviel aushalten können."
Legolas wurde grob von dem nach Schmutz und Alkohol stinkenden Ork nach oben gezerrt und in Richtung Feuer gestoßen. Dort zwang ihn dieses Monstrum in eine sitzende Haltung, was wegen seiner gefesselten und arg mitgenommenen Beine weit mehr als schmerzhaft war.
Als er schließlich saß wurde ihm ein Becher mit einer in der Nacht sehr schwarz wirkenden Flüssigkeit in die Hand gedrückt. Der Ork, der ihn nach oben gezogen hatte bedeutete ihm harsch und mit einer bedrohlichen Geste zu trinken. Legolas schloss die Augen ganz fest und spülte das grässliche Getränk so schnell es ging hinunter. Ein furchtbares Brennen breitete sich augenblicklich in seiner Kehle, seinem Hals und bis hin in seinen Magen aus. Der Prinz wollte ausspucken doch eine der anderen Kreaturen presste ihm unbarmherzig die Kiefer aufeinander. Legolas versuchte verzweifelt gegen die Ohnmacht anzukämpfen doch schließlich gewann das Brennen und die Schwärze am Rande seines Bewusstseins und er glitt wieder hinüber in die Bewusstlosigkeit, die diesmal jedoch viel tiefer war, tiefer und gefährlicher! ~~*~~
Aeriél schlich sich über den trockenen Waldboden ohne auch nur ein einziges Geräusch zu verursachen. Ihren Alfirion hatte sie einige Meter entfernt stehen gelassen. Er musste nicht angebunden sein. Er war viel zu treu um einfach davon zu rennen. Die Augen immer auf den Feuerschein in der Nacht vor sich gerichtet, bewegte sie sich einem Schatten gleich durch den süd-westlichen Düsterwald. Die Orks vor ihr grölten und sangen aus rauen Kehlen. Es war nicht schwer sich ein Bild von ihnen oder ihren Tätigkeiten zu machen.
Zwischen den Geräuschen der Gruppe Orks und den Gefangenen hörte sie eine Stimme besonders laut. Es schien sich um eine Art Anführer zu handeln. So schnell sie konnte rannte sie zu den letzten Bäumen vor der Lichtung und duckte sich dahinter. Ein angenehm vertrauter Geruch stieg ihr in die Nase. Sie brauchte einen Moment um ihn wieder zu erkennen doch als die Erkenntnis kam, wurde sie umso freudiger begrüßt. Legolas! Er musste direkt auf der anderen Seite des Stammes liegen. Aeriél wollte schon nach ihm tasten als die Stimme des Anführers erneut donnerte. Schon nachdem er das Wort "Prinzenwürmchen" ausgesprochen hatte, war ihr klar, dass er von Legolas sprach. Er kam direkt auf den Baum zu und zog die reichlich benommen und mitgenommen wirkende Gestalt des jungen Prinzen unsanft in die Höhe.
Am Feuer dann glaubte Aeriél den Behälter zu erkennen, aus dem die Flüssigkeit in dem Becher für Legolas stammte. Entsetzt schlug sie die Hände vors Gesicht um nicht mit ansehen zu müssen, wie er gezwungen wurde zu trinken. Aber es half nichts. Ein gedanklicher Schrei halte lauter als alles, was sie bisher in ihrem Leben gehört hatte, durch ihren Kopf als alle Erinnerungen im Verstand ihres Freundes mit einem Wimpernschlag ausgelöscht wurde. Als könnte sie dadurch irgendetwas ändern presste sie die Hände so fest sie konnte gegen die Ohren. Ihr Kopf dröhnte. Vor Schmerz sank sie auf die Knie und hielt ihre Augen fest zusammen gekniffen. Wie durch einen Nebel nahm sie war, wie zwei klauenartige Hände sie packten und nach oben zerrten. Dann glitt auch ihr Bewusstsein ins Dunkel. ~~*~~
Er versuchte verzweifelt, die letzten Erinnerungen in seinem, sich immer schneller leerenden, Verstandt fest zu halten. Doch als würde man versuchen, Wasser mit der holen Hand zu schöpfen, glitten sie ihm durch die Finger und verschwanden im Sand des Vergessens. Dunkelheit umfing ihn noch immer wie ein undurchdringliches Tuch um seinen Körper, doch es störte ihn nicht. Um Legolas herum und in ihm war eine wunderbare Leere und er fühlte sich so unbeschreibbar leicht wie noch nie in seinem Leben. Hatte er überhaupt ein Leben gehabt? Verwundert runzelte er die Stirn. Da war irgendetwas in seinem Kopf doch als er versuchte, heraus zu finden, was es war, brandeten seine Gedanken gegen eine Mauer und das Tor zu seiner Vergangenheit schloss sich. Verzweifelt versuchte er nach dem kleiner werdenden Lichtschein zu greifen, doch er griff ins Nichts und es gab nichts, was ihn in diesem Moment zurück gebracht hätte. Langsam schlich sich etwas anderes in seinen Kopf ein. Etwas Fremdes und Böses begann von ihm Besitz zu ergreifen und vernichtete Stück für Stück den Elben, der er war. ~~*~~
Als sie die Augen öffnete war es bereits Tag und die Orks schliefen schnarchend im Schatten der Bäume. Stöhnend vor Schmerz versuchte Aeriél sich aufzurichten aber die Fesseln an ihren Handgelenken und an den Füßen ließen sie kläglich scheitern. Durch die hohen Baumkronen fiel warmes Sonnenlicht auf ihr Gesicht und sie drehte ihren Kopf der Sonne zu und schloss die Augen. Der Stand verriet ihr, dass es noch früh am Morgen war. Sie seufzte. Es war ein so schöner Tag. Hätte sie nicht immer den unwiderstehlichen Drang allen helfen zu wollen, könnte sie jetzt mit ihren Freunden über Wiesen reiten und Spaß haben, wie jedes Kind in ihrem Alter. Stattdessen lag sie hier, litt Schmerzen und wusste nicht, ob sie den nächsten Sonnenaufgang noch erleben würde. Sie fror. Woher kam das? Es war ein schöner Tag aber warum fror sie dann so? Sie blickte an sich hinunter und erschrak. An ihrer Hüfte tat sich eine große Fleischwunde auf, aus der stetig Blut sickerte. Es war nicht viel aber früher oder später würde ihr diese Wunde gefährlich werden. Auch die teilweise nackten Arme waren von Kratzern, Blutergüssen und Abschürfungen übersäht. Wann war das geschehen? Im Kampf hatte sie sich doch gar nicht verletzt.
Verschwommene Bilder tauchten vor ihren Augen auf. Einige Orks zerrten sie zum Feuer. Ein Ork war auf sie zugetreten und hatte über Kooperation geredet. Sie wusste nicht mehr viel aber sie erinnerte sich, ihm ins Gesicht gespuckt zu haben. Daraufhin hatte dieser wütend seinen Dolch gezogen und ihn ihr genüsslich langsam und schmerzvoll tief ihm Fleisch über die Seite gezogen. Dann hatte ein Anderer ihn an der Schulter gepackt und in mordorianischer Sprache zu ihm geredet, nicht wissend, dass Aeriél dies sehr wohl verstand. "Nein!", hatte er gesagt, "der Herr hat gesagt, wir sollen ihnen nichts tun. Er braucht diese beiden Elbenwürmchen wie sie sind!" Dann hatte ihr jemand gegen die Schläfen geschlagen und ihr waren die Knie weggeknickt.
Verstohlen sah sie sich um. An einige Bäume hatten sich Orks gelehnt. Sie schienen als eine Art Wache zu dienen doch sie dösten und achteten kaum auf das Geschehen um sie herum. Vorsichtig ließ sie den Blick weiterschweifen. Ihre Augen wanderten über verdrehte Elbenkörper, Blut und tödliche Wunden. Betreten hielt sie den Atem an. Dort, am anderen Ende des Lagerplatzes, lag Lómin, ein menschlicher Junge von 17 Jahren, der seit Jahren mit ihnen geritten war. Sie senkte den Kopf als sie erkannte, dass auch ihn das Leben verlassen hatte. Dabei strich ihr Blick an etwas goldenem und in der Sonne glitzerndem vorbei. Ihr Kopf bewegte sich wie automatisch in die entsprechende Richtung. Dort saß Legolas. Er hatte die Beine an den Körper gezogen und die Arme darum geschlungen. Überrascht stellte sie fest, dass er keine Fesseln trug. Aus dunkel geränderten Augen sah er sie unverwandt an. Unter seinem Blick, der so feindselig wirkte, zuckte sie zusammen. In einer fließenden Bewegung stand der Elb auf und kam mit geschmeidigen Schritten auf sie zu. Als er bis auf wenige Schritte heran gekommen war, breitete sich ein grausames Lächeln auf seinem so schönen Gesicht aus angesichts ihres fast panischen Zurückweichens. Unbeirrt schritt er voran und zog dabei seinen Dolch. Sie beobachtete entsetzt das Glimmen in seinen Augen. Vor ihr angekommen fuhr er mit dem Finger bedächtig über die kurze Klinge, am Ende riss er den Finger etwas schneller über die scharfe Spitze und Blut trat aus einer kleinen Wunde an seiner Fingerspitze. "Oh, ich war wohl etwas unachtsam." Aeriél kroch soweit es ging an den Baumstamm hinter ihr als Legolas in die Hocke ging und die Waffe locker zwischen seinen Händen hin und her warf, wobei die Klinge nach unten zeigte. Wenn er sie nun fallen lassen würde, würde sie ihr die Beine aufschlitzen. Aber er ließ sie nicht fallen. "Pass auf, dass ich nicht noch einmal unachtsam werde. Das dürfte nicht gerade gesund für dich sein." Er fuhr ihr mit dem verletzten Zeigefinger über die Wange, sodass eine Blutspur sich diese entlang zog. Angeekelt wollte sie den Kopf wegdrehen aber sie spürte wie sich das kalte Metall auf einmal gegen ihren Hals drückte. Was tat er da nur? Der Trank, den ihm die Orks gegeben hatte löschte für gewöhnlich nur die Erinnerungen aber zu so etwas wäre das Gebräu nicht fähig. Verängstigt blickte sie in seine Augen.und fand dort die Antwort auf ihre Frage! Das dort waren nicht die Augen ihres Freundes! Sie waren pechschwarz und in ihnen schien ein alles fressendes Feuer zu brennen, das bereit war alles und jeden rücksichtslos zu vernichten. "Du bist nicht Legolas, auch wenn du seinen Körper hast!" Er lachte nur höhnisch: "Nein, der bin ich tatsächlich nicht! Dein kleiner Elbenfreund hatte keine Chance gegen mich, als ich ihm seinen Körper abnahm. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist er ganz vernichtet!" Bei diesem Satz machte ihr Herz einen Luftsprung. Er lebte noch. Während er so weiter sprach, nestelte sie so unauffällig wie es mit gefesselten Händen ging an ihrem Kragen und holte Legolas' Kette hervor. Als er dann gerade davon redete, was man mit gefangenen Elben alles anstellen konnte, hielt sie ihm die Kette hin. Überrascht blinzelte er. Und auf einmal waren seine Augen nicht mehr schwarz, sondern hatten wieder diese beruhigende tiefblaue Farbe. ~*~ Er hörte die Worte, die über seine Lippen rollten. Er spürte die Bewegungen seines Körpers aber nicht er war es, der das alles steuerte. So deutlich wie er seinen Körper wahrnahm, spürte er auch die Anwesenheit eines Anderen, eines Bösen, der ihn immer mehr in eine funkle Kammer hinter seinen Augen zwängte und versuchte die Tür zuzudrücken. Aber noch war da ein kleiner Lichtspalt durch den er eine Elbe, die ihm unheimlich bekannt vorkam, panisch vor ihm zurück weichen sah. Er hörte sich selbst von seinem Untergang reden und hätte sich am liebsten die Ohren zu gehalten doch sein Körper gehorchte seinem Willen nicht. Der tat nur was er ihm befahl.
Ganz plötzlich ließ der Druck auf seine Gefängnistür nach und er konnte wieder Kontrolle über sich ausüben. Verwirrt blinzelte er in das Sonnenlicht hinein und sah dann in ein Gesicht. "Ae.Aer.", versuchte er verzweifelt den Namen zusammen zu bekommen, doch seine Zunge wollte nicht mehr als diese eine Silbe hergeben.
"Aeriél", half sie ihm sanft. Verstört nickte er. Einige Bilder stürzten auf sein Gedächtnis ein, doch er war nicht in der Lage, sie festzuhalten. 'Warte! Ich helfe dir.', tönte ihre Stimme in seinem Kopf. Langsam schien sich sein Kopf wieder zu füllen. Einer dieser Eindrücke aber, blieb an der Oberfläche hängen. Sie saßen beide auf einem Baum und er hatte ihr die Kette umgehängt. Die Kette hielt sie nun in der Hand. Mit der freien Hand strich er sanft über die verschlungenen Linien, mit denen er einmal soviel verbunden hatte, dann schloss er ihre Finger wieder darum und lächelte: "Ich hab sie dir geschenkt. Sie gehört dir." Vorsichtig kniete er sich vor sie hin und durchschnitt mit seinem Dolch ihre Fesseln. "Komm! Lass uns von hier verschwinden!", sagte sie ohne Umschweife und zog ihn an der Hand hinter sich her in die Bäume. Im Rennen drehte Legolas sich um. Erschrocken sah er die Wächter hinter ihnen herlaufen. "Sie folgen uns!", schrie er ihr über das Rascheln der Blätter und das Keuchen seines eigenen Atems zu. "Alfirion steht da vorne! Es ist nicht mehr weit!" Tatsächlich kam nur einen Moment später der schwarze Hengst durchs Unterholz gebrochen. Aeriél lief ein Stück neben ihm her und schwang sich dann auf den Rücken. Legolas zog sich an der ihm dargebotenen Hand hinter ihr hinauf und sie fegten los. "Hinter dem Sattel ist mein Bogen! Benutzt ihn!" Zögernd griff er nach dem schön verzierten Bogen und zog darunter auch noch einige Pfeile hervor. Er hatte bisher immer nur auf dem Boden geschossen doch jetzt saß er auf einem galoppierenden Pferd und er schoss auf wahre Lebewesen. Ein Pfeil, der dicht an seinem Gesicht vorbei raste, lies ihn aus seinen Gedanken aufschrecken. Er atmete tief durch, legte den gezogenen Pfeil auf die Sehne, visierte so sorgfältig, wie er es sich leisten konnte an.und schoss!
Der Pfeil traf den ersten Ork, der fast sofort tot ins Gras sank. Von vorn schrie Aeriél ihm zu, er solle sich festhalten und nur einen Moment später setzte Alfirion zu einem gewaltigen Sprung über ein tiefes Tal an und flog förmlich über den für normale Beine zu breiten Spalt zwischen zwei Felsen. Die Pfeile zischten noch einige Zeit um ihre Köpfe doch sie waren in Sicherheit. Aber waren sie das wirklich? Den ganzen Tag ritten sie unter den Bäumen dahin ohne ein einziges Mal anzuhalten oder langsamer zu werden. Alle beide sahen ständig nervös über ihre Schultern um sich zu vergewissern, dass die Orks ihnen nicht doch irgendwie gefolgt waren. ~~*~~ Angestrengt spähte Sílanell vor sich in die Dunkelheit. Schon seit Stunden folgten sie den Spuren der Wölfe immer tiefer in den Wald hinein. Inzwischen musste es kurz vor Mitternacht sein und sie suchten doch schon einen Tag. Nicht besonders weit von hier hatten sie die nicht sonderlich gut versteckten Spuren eines Nachtlagers der Orks gefunden. Einige Leichen hatten sie dort auch gefunden, einige grausam zugerichtet, aber Legolas war nicht unter ihnen gewesen. Mit zusammengekniffenen Augen untersuchte er nun den Waldboden unweit des Lagers. Auf einmal hielt er inne. Da war etwas, das den Mondschein reflektierte. Schnell lief er darauf zu und fand eine Orkleiche, die nahezu perfekt und sauber mit einem direkten Schuss in die Stirn getötet worden war. Der Pfeil stammte eindeutig aus elbischer Hand. Er war aus hellem Birkenholz und an die Spitze war aus Gold und das Muster darauf kam ihm bekannt vor. Hinten war er mit grünen Federn verziert. Ehrfürchtig strich Sílanell über das wunderschöne Stück. Aber als seine Finger über eine darin eingekratzte Furche fuhren, stutzte er. Immer wieder betastete er sie mit den Fingerspitzen, bis er sich sicher war. Dann rief er laut nach seinem Vater und hielt den Pfeil hoch. Es dauerte nicht lange da stand er neben ihm. "Sieh dir das an, ada!" "Ein Pfeil. Was soll damit sein, außer dass er elbisch ist? Legolas hatte keine Pfeile bei sich." Sílanell lächelte geheimnisvoll: "Nein, hatte er nicht aber er hat ihn definitiv abgeschossen!" Sein Grinsen wurde noch ein wenig breiter als Thranduil ihn fragte, woher er das wissen wolle. "Hier sind Kerben im Holz. Du weißt, Birkenholz ist sehr weich. An der Stelle.", er deutete auf eine Stelle nahe der Spitze, ".sieht man es am deutlichsten. Die Kratzer müssen entstanden sein als er ihn auf die Sehne gelegt hat und dann spannte, weil sie sich über das ganze Holz ziehen. Der Abdruck hier stammt von Legolas' Ring. Du hast ihn ihm selbst an einer Kette um den Hals gehängt als er geboren wurde. Das war das einzige Geschenk, dass er je von dir bekommen hat!" Die letzten Worte hatten einen eindeutig vorwurfsvollen Tonfall angenommen und er hatte sie eigentlich gar nicht aussprechen wollen. Jetzt bis er sich betreten auf die Lippe. Schon seit Legolas gefangen genommen worden war, lag ständige Sorge auf dem Gesicht des Königs und er war den Tränen nahe. Nur weil er König war, riss er sich zusammen und behielt den Kopf aufgerichtet. Nun aber konnte er sie nicht mehr zurückhalten. Er ließ sich einem großen Stein nieder und vergrub das Gesicht in den Händen. Langsam ging Sílanell auf ihn zu und kniete sich vor ihm hin. Das Ganze kam ihm geradezu absurd vor, denn es war noch nicht lange her, auch wenn es schien als wären es Jahre gewesen, da hatte er genauso vor Legolas gehockt und ihn beruhigt, weil er über seinen Vater geweint hatte. Nun weinte ebendieser Vater bitterlichst um seinen Sohn. Er nahm die Hände des Königs sanft in seine und löste sie von dessen Gesicht. Noch immer wurde dieser von Schluchzern geschüttelt, ihm hingen die Haare noch immer völlig wirr und gelöst ins Gesicht und er hatte noch immer dunkle Ringe der Sorge und Erschöpfung unter den Augen aber Sílanell kam er zum ersten Mal seit dem Tod seiner Mutter wie ein lebendes Wesen vor. Zwischen den Schluchzern sprach Thranduil dann: "Was tue ich wenn er nicht mehr am Leben ist, Sílanell? Er bedeutet mir so viel und ich hab es ihm nie gesagt!" Sílanell strich ihm beruhigend über das Haar und kam sich immer seltsamer vor als er sagte: "Er ist sicher noch nicht tot. Hier hat ein Kampf stattgefunden und er hat hier gekämpft aber wir haben seine Leiche nicht gefunden. Bestimmt ist er in Sicherheit." Die immer verzweifelter klingende Stimme seines Vaters antwortete ihm durch die Hände: "Und wenn sie ihn nun als Geisel gefangen genommen haben um mich zu irgendetwas zu erpressen?" Tröstend schlang er die Arme um den zitternden Körper des Königs: "Dann finden wir ihn. Komme was wolle!" In diesem Moment hörte er Aeriéls Stimme in seinem Kopf. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Ein Neuanfang. Ja, dazu waren sie nun beide bereit. ~~*~~ Erst als die Sterne schon lange am Himmel standen, schlugen sie auf einer kleinen Lichtung ihr Lager auf. Sie entfachten kein Feuer und legten nur so viele Sachen ab, dass sie jederzeit wieder aufbrechen konnten. Während Aeriél am Sattel Alfirions rumnestelte, fragte sie ihn: "Wie weit ist es noch bis zu eurem Palast?" Legolas druckste ein wenig herum doch als er ihren geraden Blick auf sich spürte, rückte er mit der Sprache heraus: "Ich kann mich nicht erinnern. Es bereitet mir schon Mühe, das Bild meines Vaters vor Augen zu bekommen aber an den Weg zum Palast erinnere ich mich nicht. Warum sollte ich auch in einem Palast leben?" "Willst du mir sagen, du hast alles bis auf die Bilder, die ich für dich gehalten hab, vergessen?" Legolas nickte betrübt. Aeriél seufzte: "Ich möchte dir das nicht erzählen aber wenn wir in den Palast deines Vaters." "Mein Vater lebt in diesen Palast?" ".gehen wollen, muss ich es dir wohl oder übel sagen.", fuhr sie fort. "Legolas, ech a ernil![1]" "Bitte was? Kannst du das auch so sagen, dass ich es verstehe?" 'Er kann seine eigene Sprache nicht mehr! Sie müssen ihm eine hohe Dosis des Mittels gegeben haben. Es grenzt an einen Wunder, dass er sich überhaupt noch an etwas erinnert!' Nachdenklich betrachtete sie das verwirrte Gesicht ihres Gefährten und hatte mehr als jemals zuvor das Gefühl, dass mehr in ihm steckte als das Auge zu sehen vermochte. Sie lächelte und setzte erneut zu einer Erklärung an, diesmal in Westron, der Sprache der Menschen: "Legolas, du entstammst dem Königshaus von Düsterwald. Von hier. Du bist das jüngste Kind Thranduils, dem König des Waldlandreiches. Deine Brüder Leagim, der Thronerbe, Calegaladh und Sílanell leben ebenfalls dort. Deine Mutter ist bei deiner Geburt gestorben und dein Vater hat darunter sehr gelitten. Ich.ich möchte dir nicht mehr als das Nötigste erzählen, denn wir werden hoffentlich bald in deinem Zuhause ankommen. Dort wirst du es, fürchte ich, schwer genug haben." Legolas sah sie kummervoll an: "Es ist alles so verwirrend. Da sind Bilder in meinem Kopf aber sie sind wie Nebelschleier. Wenn ich sie berühren will zerfasern sie und ich verliere sie." Aeriél lächelte ihn mitleidig an: "Schlaf jetzt! Wir wollen morgen schließlich so bald wie möglich aufbrechen." Ohne ein Wort und ohne sich noch einmal umzusehen ging sie zu ihrer eigenen Decke und legte sich hin. Nach einigen Minuten schickte sie ihre Gedanken auf die Suche nach Legolas' Bruder. Nicht sehr weit von ihnen entfernt aber weit genug wurde sie fündig. Ihre Gedanken in seinen Kopf einwebend sprach sie zu ihm: 'Sílanell, Legolas geht es gut. Zumindest halbwegs. Er hat den größten Teil seines Gedächtnisses verloren aber körperlich hat er keinerlei Schäden davon getragen. Bitte, komm nicht her und erzähl deinem Vater nichts von seinem Gedächtnis. Vielleicht bietet sich hier für beide eine Chance zu einem Neuanfang. Mae fuin.[2]' ~~*~~ Legolas lauschte Aeriéls knapper Erklärung aufmerksam. Er wusste nicht wieso, aber er hatte das Gefühl, sie würde sich mit Absicht zurück halten, ihm irgendetwas zu sagen. Sie schlich um irgendetwas herum. Und dann die Sprache, die sie vorhin benutzt hatte. Sie kam ihm bekannt vor. Der Klang war ihm vertraut aber er konnte ihnen keinen Sinn abgewinnen. Nun lag er auf der dünnen Decke, den Umhang fest um die Schultern geschlungen. Er dachte über die wenigen ihm gebliebenen Erinnerungen und seine Familie nach. Bei der Erwähnung seiner Brüder war ein tiefes warmes Gefühl in sein Empfinden gekrochen und eigentlich hatte er dasselbe bei seinem Vater gespürt aber er wusste, da war noch irgendetwas. Irgendein Schatten umgab seinen Vater. Lange wälzte er sich unruhig in seinem spärlichen Lager umher ehe ihn der Ruf der Waldkäuze und Eulen in den Schlaf lullte. Erst als der Mond den höchsten Punkt seiner Bahn längst hinter sich gelassen hatte, erwachte er schweißgebadet und schwer atmend. Verstört schloss er die Augen. Eine Stimme hallte in seinem Kopf nach, so sehr er auch versuchte, sie zum verstummen zu bringen. Immer wieder hörte er den kalten Klang und die beängstigenden Worte: "Dachtest du, du wirst mich so schnell los? Nein, Elbenprinzchen! Ich bin immer noch da!" ~~*~~ Gelassen lächelnd trat die Gestalt in dem schwarzen Gewand von der erhöhten Stelle in der Mitte des Saales zurück. Hinter ihm bedeckte ein Ork einen glühenden runden Stein auf dem dreibeinigen Tisch mit einem schwarzen Tuch.
Unterwürfig näherte die misshandelte Kreatur sich dem, inzwischen auf einer Art Thron sitzenden, Mann: "Herr, wird der Plan aufgehen?" Eine kalten Stimme antwortete, die jeden zusammenfahren ließ und so schneidend war wie der Winterwind kurz nach einem Eisregen: "Ja, es läuft besser als selbst ich gedacht hatte. Sie scheint etwas zu ahnen aber ohne es zu wissen, führt sie mich direkt dahin, wo ich hin will.
Hoffentlich dauert das nicht allzu lange. Ich hasse Elbengemüter! Sie sind so schrecklich sanftmütig und gut und kunstvoll.und sie sind schrecklich schwach!" Seine Worte troffen nur so vor Sarkasmus doch die letzten Worte hatte er mit eindeutiger Mordlust in den Augen ausgesprochen. Mit einem nachlässigen Handwink entließ er den Ork. Hämisch sah er erneut den, nun verdeckten, Stein an und es schien trotz des Tuches, als könne er etwas sehen. "Ja, mach nur Elbenmädchen. Hohl Hilfe! Aber deinen Freund wirst du damit nicht retten können! Der gehört jetzt mir allein!" ~~~~*~~~~ [3] Ech a ernil= Du bist ein Prinz. 2Mae fuin. = Gute Nacht Übernehme keine Verantwortung für die Fehler!
Gut, dieses Kapitel hab ich mich irgendwie nicht so mit Ruhm bekleckert. Ich hab das Gefühl, das Ganze bewegt sich im Kreis und Legolas braucht demnächst einen Exorzisten, wenn ich so weiter mache. AAAAHHHH!!! Was schreib ich hier nur? Was tue ich dem armen Leggi da an? Aber wenigstens war's länger! *verzeihungsheischend in die Runde blick* Na ja, wir werden sehen. Vielleicht krieg ich ja Quällaune, dann kann das Elbenprinzchen sich auf was gefasst machen! (MUAHAHAHAAAA!!!*fies lach*) Aber jetzt noch eine kleine Aufgabe für meine lieben Reviewer: Wie findet ihr Sílanell? Was kann ich an ihm verbessern? Was gefällt euch nicht? Welche Dinge könnte ich noch ausarbeiten? Wie soll es mit ihm weitergehen? Lauter so'n Zeug. Tell me! (Ich fange an, ihn zu mögen und muss jetzt wissen, ob das nur mir oder auch anderen so geht. Ich hab viel mit dem Typen vor also macht euch auf was gefasst! *noch mal fies lach*) @allreviewers: Thanks a lot! You're great! So long, Aeril ----------------------- [1] Ech a ernil= Du bist ein Prinz.
[2]Mae fuin. = Gute Nacht Übernehme keine Verantwortung für die Fehler!
