Disclaimer: Alle Personen, die im Buch 'Das Phantom der Oper' und im
gleichnamigen Musical vorkommen, gehören mir nicht, die Personen, die ich
dazu erfunden habe, gehören mir aber! :-)
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Wenig später stand ein sehr zierliches blondes Mädchen im Hafen von La Rochelle am Kai und sah sehr hilflos und verlassen aus.
Meg wusste zwar, dass sie von hier aus mit der Kutsche bis nach Paris reisen sollte, aber dass die Kutsche noch nicht dort sein sollte, wenn sie anlegte, hatte ihr niemand gesagt. Sie machte sich so langsam wirklich Sorgen, die Straßen waren in der heutigen Zeit wahrhaftig nicht sicher, vielleicht würde die Postkutsche hier nie ankommen, vielleicht war sie von Räubern überfallen worden und der Kutscher lag in einem Graben und starb an seinen schweren Verletzungen...
Das Mädchen seufzte. Sie hatte schon immer die Gabe des Schwarzsehens besessen, aber manchmal fand sie sogar selbst, dass es so langsam etwas überhand nahm. Nun versuchte sie sich abzulenken, indem sie sich auf ihren Koffer setzte und die Umgebung musterte.
Hier, ganz am Anfang des Kais, war von den vielen Schiffen im Hafen von La Rochelle nur mehr wenig zu sehen als einige entfernte Punkte, die wie Spielzeugboote aussahen. Ein reger Wind blies ihr den Geruch von Salz und Fisch zu, auch das war ihr sehr fremd, schließlich war das ihre erste Seereise gewesen und sie war jetzt noch froh, anscheinend nicht zur Seekrankheit zu neigen, denn sonst wäre die Überfahrt zur Qual geworden.
Als sie gerade aufstehen wollte, um einen Unterstand zu suchen, denn es war inzwischen kälter geworden, bemerkte sie einen großen Tumult nahe an der Stelle, an der sie sich gerade befand. Neugierig ging sie auf den Lärm zu und sah, dass sich ein großer Trupp Hafenarbeiter um eine Kutsche drängte.
Alle wollten anscheinend etwas von einem nicht sehr gepflegt aussehenden Mann, der einen Sack aus der Kutsche gehoben hatte, in dem Meg, als sie näher getreten war, viele Briefe erkennen konnte. Nun wurde ihr schlagartig klar, dass das die so lange erwartete Kutsche war und sie kämpfte sich, ungleich mutiger als sonst, auf den ungepflegt wirkenden Mann zu, wobei sie immer wieder einem starken Ellbogen eines Hafenarbeiters ausweichen musste.
Schließlich stand sie etwas außer Atem neben diesem Mann und fragte :" Excusez moi, aber seid Ihr Télio Barras?" Der Mann antwortete ihr nicht, aber er ignorierte sie nicht aus Unhöflichkeit, er hatte sie in dem um ihn herrschenden Lärm einfach überhört.
Meg versuchte es noch einmal, zupfte ihn energisch am Mantel und meinte : "ENTSCHULDIGUNG, ABER SIND SIE THÉLIO BARRAS?"
Der Angesprochene zuckte erschrocken zusammen und Meg hob sich die Hand vor den Mund. War das wirklich sie gewesen, die da so geschrien hatte? So kannte sie sich gar nicht. Der Mann schien aber keineswegs verärgert , sondern drehte sich zu ihr um und meinte: "Genau der bin ich, Madame und ihr müsst Meg Giry sein, wenn ich mich nicht täusche?"
Meg beeilte sich, bestätigend zu nicken und Télio fuhr fort :" Allerdings ist das hier eigentlich nicht meine Aufgabe, aber da kommt der Kutscher ja auch schon, um die Post zu verteilen!" Sie blickten beide auf einen heraneilenden Mann, der sich nun den Seeleuten annahm. Télio nahm nun Megs Koffer, bot ihr seinen Arm und führte sie in eine nahe gelegene Herberge, in der er für sie beide etwas warmes zu trinken bestellte.
" Wie Sie sehen, bin ich vollstens informiert, Mademoiselle. Wir werden heute abend noch weiterfahren, wenn es Ihnen nicht allzuviel ausmacht, die Nacht in einer Kutsche zu verbringen, denn ich habe etwas sehr dringendes in Paris zu erledigen und will so bald wie möglich dort ankommen. Normalerweise habe ich keine Begleiter auf meinen Reisen, aber da ich sowieso nach Paris muss und Ihre werte Frau Mutter mich so bedrängt hat, habe ich mich eben bereiterklärt, sie mitreisen zu lassen. Es ist auch nicht ganz so ungefährlich, wenn ein junges Mädchen alleine durch halb Frankreich reist, finden Sie nicht?"
Meg betrachtete den Mann eingehend, während sie ihm zuhörte. Im ersten Augenblick machte er keinen sehr seriösen Eindruck, aber ihre Mutter hatte sie gelehrt, dass der erste Eindruck, den man von einem Menschen hatte, oft trog. Genauso schien es bei Monsieur Barras zu sein, denn er redete zwar viel, aber seine Augen strahlten Freundlichkeit aus und da ihre Mutter ihn kannte, konnte nichts falsches daran sein, mit ihm zu fahren.
" Nun, Monsieur", erwiderte sie lächelnd, " dann sind wir uns wohl einig, je schneller wir Paris erreichen, desto besser."
Wenig später stand ein sehr zierliches blondes Mädchen im Hafen von La Rochelle am Kai und sah sehr hilflos und verlassen aus.
Meg wusste zwar, dass sie von hier aus mit der Kutsche bis nach Paris reisen sollte, aber dass die Kutsche noch nicht dort sein sollte, wenn sie anlegte, hatte ihr niemand gesagt. Sie machte sich so langsam wirklich Sorgen, die Straßen waren in der heutigen Zeit wahrhaftig nicht sicher, vielleicht würde die Postkutsche hier nie ankommen, vielleicht war sie von Räubern überfallen worden und der Kutscher lag in einem Graben und starb an seinen schweren Verletzungen...
Das Mädchen seufzte. Sie hatte schon immer die Gabe des Schwarzsehens besessen, aber manchmal fand sie sogar selbst, dass es so langsam etwas überhand nahm. Nun versuchte sie sich abzulenken, indem sie sich auf ihren Koffer setzte und die Umgebung musterte.
Hier, ganz am Anfang des Kais, war von den vielen Schiffen im Hafen von La Rochelle nur mehr wenig zu sehen als einige entfernte Punkte, die wie Spielzeugboote aussahen. Ein reger Wind blies ihr den Geruch von Salz und Fisch zu, auch das war ihr sehr fremd, schließlich war das ihre erste Seereise gewesen und sie war jetzt noch froh, anscheinend nicht zur Seekrankheit zu neigen, denn sonst wäre die Überfahrt zur Qual geworden.
Als sie gerade aufstehen wollte, um einen Unterstand zu suchen, denn es war inzwischen kälter geworden, bemerkte sie einen großen Tumult nahe an der Stelle, an der sie sich gerade befand. Neugierig ging sie auf den Lärm zu und sah, dass sich ein großer Trupp Hafenarbeiter um eine Kutsche drängte.
Alle wollten anscheinend etwas von einem nicht sehr gepflegt aussehenden Mann, der einen Sack aus der Kutsche gehoben hatte, in dem Meg, als sie näher getreten war, viele Briefe erkennen konnte. Nun wurde ihr schlagartig klar, dass das die so lange erwartete Kutsche war und sie kämpfte sich, ungleich mutiger als sonst, auf den ungepflegt wirkenden Mann zu, wobei sie immer wieder einem starken Ellbogen eines Hafenarbeiters ausweichen musste.
Schließlich stand sie etwas außer Atem neben diesem Mann und fragte :" Excusez moi, aber seid Ihr Télio Barras?" Der Mann antwortete ihr nicht, aber er ignorierte sie nicht aus Unhöflichkeit, er hatte sie in dem um ihn herrschenden Lärm einfach überhört.
Meg versuchte es noch einmal, zupfte ihn energisch am Mantel und meinte : "ENTSCHULDIGUNG, ABER SIND SIE THÉLIO BARRAS?"
Der Angesprochene zuckte erschrocken zusammen und Meg hob sich die Hand vor den Mund. War das wirklich sie gewesen, die da so geschrien hatte? So kannte sie sich gar nicht. Der Mann schien aber keineswegs verärgert , sondern drehte sich zu ihr um und meinte: "Genau der bin ich, Madame und ihr müsst Meg Giry sein, wenn ich mich nicht täusche?"
Meg beeilte sich, bestätigend zu nicken und Télio fuhr fort :" Allerdings ist das hier eigentlich nicht meine Aufgabe, aber da kommt der Kutscher ja auch schon, um die Post zu verteilen!" Sie blickten beide auf einen heraneilenden Mann, der sich nun den Seeleuten annahm. Télio nahm nun Megs Koffer, bot ihr seinen Arm und führte sie in eine nahe gelegene Herberge, in der er für sie beide etwas warmes zu trinken bestellte.
" Wie Sie sehen, bin ich vollstens informiert, Mademoiselle. Wir werden heute abend noch weiterfahren, wenn es Ihnen nicht allzuviel ausmacht, die Nacht in einer Kutsche zu verbringen, denn ich habe etwas sehr dringendes in Paris zu erledigen und will so bald wie möglich dort ankommen. Normalerweise habe ich keine Begleiter auf meinen Reisen, aber da ich sowieso nach Paris muss und Ihre werte Frau Mutter mich so bedrängt hat, habe ich mich eben bereiterklärt, sie mitreisen zu lassen. Es ist auch nicht ganz so ungefährlich, wenn ein junges Mädchen alleine durch halb Frankreich reist, finden Sie nicht?"
Meg betrachtete den Mann eingehend, während sie ihm zuhörte. Im ersten Augenblick machte er keinen sehr seriösen Eindruck, aber ihre Mutter hatte sie gelehrt, dass der erste Eindruck, den man von einem Menschen hatte, oft trog. Genauso schien es bei Monsieur Barras zu sein, denn er redete zwar viel, aber seine Augen strahlten Freundlichkeit aus und da ihre Mutter ihn kannte, konnte nichts falsches daran sein, mit ihm zu fahren.
" Nun, Monsieur", erwiderte sie lächelnd, " dann sind wir uns wohl einig, je schneller wir Paris erreichen, desto besser."
