wieder da und wieder gesundet, also kann mich nichts mehr halten... g

folgendes kann übersprungen werden es bezieht zum großteil auf eine review, die ich bekommen habe und die ich nicht unbeantwortet lassen konnte (und dabei offensichtlich ausgeufert bin...)

ein Stück weiter unten geht die Geschichte schon weiter!

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Also gut, ich scheine mich wohl nicht klar genug ausgedrückt zu haben. Deswegen noch einmal, ausführlich und deutlich:

Wie ich bereits vor meinem ersten Kapitel geschrieben habe, ist dies eine Geschichte, in der Jesus und seine Jünger nicht im konventionellen Sinne dargestellt werden, sondern als unter anderem: homosexuell. Wem dies nicht gefällt, der ist nicht dazu gezwungen, dies zu lesen.

Außerdem habe ich ebenfalls bereits in der Einleitung zu meinem ersten Kapitel dieser völlig frei erdachten und in keinster Weise ernst genommenen Geschichte erwähnt, dass ich selbst nicht der Meinung bin, dass Jesus oder irgendeiner seiner Jünger schwul gewesen sind. (Dennoch ist es mir möglich dieser Geschichte den ersten Ton zu verliehen, den sie meiner Meinung nach verdient. Und da es meine Geschichte ist, glaube ich doch, das Recht zu haben, sie nach meinen Vorstellungen zu schreiben.)

Ich denke mehr muss ich dazu nicht sagen und ich sehe eigentlich keinen Grund, warum ich mich hierfür rechtfertigen müsste, dennoch möchte ich nicht missverstanden werden: Das letzte was ich will, ist, mit dem was ich schreibe, Menschen zu verletzen oder zu beleidigen. Ich habe tatsächlich keinerlei böse Absichten... Wobei ich zugeben muss, dass ich sehr wohl gehofft habe auch Kontroverse mit dieser Geschichte zu erwecken.

Allerdings hätte ich mir mehr erwartet, als den Vorwurf, geschmacklos zu sein... und dass diese Geschichte hier zu einer vertrackten Coming-out-Problemgeschichte degradiert werden würde, wäre mir auch niemals in den Sinn gekommen... wie beschränkt muss mein Horizont doch sein...

Was ich mir nun leider auch nicht verkneifen kann nun direkt an ChrisA. gerichtet: Ich kann bis zu einem gewissen Grad deine Empörung verstehen, ich habe mich (was angesichts des Grades von Aufklärung den ich dieser unseren Gesellschaft (offensichtlich fälschlicherweise) zugetraut hätte entsetzlich ist...) auf ein sehr vorurteilbehaftetes und in einem gewissem Sinne gewagtes, gefährliches Terrain gestürzt (was ich, angesichts des Jahrhunderts, in dem wir uns befinden eigentlich lächerlich finde...), allerdings darfst du mir diese, deine Empörung, nicht vorwerfen, denn ich habe mich im Vorwort, denke ich, klar genug ausgedrückt und niemandem dazu gezwungen dies zu lesen, wie auch immer...

Wenn du nun diese Geschichte, bei der ich mir sehr wohl Gedanken darüber mache, was und wie ich sie schreibe, als geschmacklos empfindest und mir statt dessen vorschlägst sie doch ins slapstick-mäßige abgleiten zu lassen, so muss ich mich doch fragen, was da nun geschmackloser ist. Ich persönlich finde es nicht geschmackvoller oder stilvoller, sich über Jesus oder die Bibel lustig zu machen. Aber über Geschmack soll man nicht streiten...

Nebenbei erwähnt, ich nehme diese Geschichte insofern ernst, als sie das ist, was sie ist: (ich weiß ich wiederhole mich) eine völlig frei erdachte (allseits bekannte Charaktere miteinbeziehende) GESCHICHTE, Fiction, ein Märchen, an das bitte niemand glauben muss, dies aber nach Lust und Laune tun kann.

Die Bibel ist wahrlich nichts, womit sich allzu viele Jugendliche beschäftigen, was durchaus bedauernswert ist. Aber bei dieser konservativen Einstellung, die all zu viele gläubige Menschen haben und die damit auch die Bibel zu einem zutiefst uninteressanten und (für viele Jugendliche, die gerne gegen althergebrachtes und alles damit Verbundene rebellieren - ich erzähl hier nichts neues, ich weiß) verachtenswerten Subjekt machen, dass höchsten alte, tattrige Menschen hin und wieder in ihre von Gicht und Rheuma geplagten Hände nehmen, um sich ein sicheres Plätzchen im himmlischen Reich zu sichern, trägt sicher nicht zu einer Popularitätssteigerung der sogenannten Heiligen Schrift bei, eher im Gegenteil...

Ich hingegen kratze, und es macht mir Spaß, denn sonst würde ich es nicht machen (ich hege tatsächlich keine missionarischen Absichten, kein Angst Miyu...), ein klein wenig an dem vertrocknetem, festgekrustetem Staub, der die Bibel schon viel zu lange begräbt und erfreue mich daran, ihr eine neue Farbe hinzuzufügen, die sie von mir aus nicht braucht und jeder als völlig irrelevant bezeichnen kann.

Ich behaupte auch nicht, ich würde die Geschichte Jesu von einer anderen Seite beleuchten, denn dass würde beinhalten, dass ich an das, was ich schreibe, glaube, es würde implizieren, dass ich einen wahren Kern hinter all dem sehe, aber NEIN!: ich habe der Geschichte lediglich einen neuen Aspekt hinzugefügt (keine wie auch immer geartete Recherche hat mich zu einer fixen Überzeugung geführt...) und bastle mir zu meinem völlig harmlosen (und nun öffentlich zugänglichem) Privatvergnügen eine neue, erfundene Geschichte daraus.

Ich habe noch einiges hier vor und werde mich nicht von meinem Vorhaben abhalten lassen. Also ist mein wahrhaftig und ehrlich gutgemeinter Rat (kein Befehl und kein Wunsch jemanden auszuschließen):

WEM NICHT BEHAGT, DASS CHARAKTERE AUS DER BIBEL VON MIR SCHWULE, MENSCHLICHE ZÜGE VERLIEHEN BEKOMMEN UND SOMIT AUS IHRER HULDVOLLEN UNANTASBARKEIT EIN KLEIN WENIG HERAUSGERISZEN WERDEN, LASSE ES HIERBEI BEWENDEN UND LASSE SICH NICHT WEITERLESEND VON MIR PROVOZIEREN. Es ist nicht in meinem Sinne dies zu tun.

Denn ich habe nicht vor, ins althergebrachte, triviale abzurutschen.

Und noch etwas, das ich mir leider nicht verkneifen kann: Homosexuelle Menschen sind bitte keine PROBLEMFÄLLE. Tut mir leid, aber so etwas vertrage ich nicht.

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allen verwandten im geiste denen, das alles eh klar, oder völlig wurscht ist: meine aufrichtigste entschuldigung für diese etwas aus dem ufer geratene "einleitung", aber das wollte ich loswerden.

Fire Druidess: freut mich sehr auch gemeine heiden hier begrüssen zu dürfen... g ich hoffe ich kann dich weiter mit meinen kapitelchen in meine reviewerreihe locken...

lorica: grrrr!!!!! schreck mich doch nicht so! g

Durloth: danke, danke, re-verbeug

miyuki: lol recht hast!

jetzt nachdem meine äußerst hartnäckiges kranksein so einigermaßen in unternehmungslustige gesundheit gewandelt hat, könnte ich mich eigentlich glücklich schätzen, wäre da nicht dieses zweimonatige verbot von alkoholgenuss... (mitleid wird jederzeit gern und bereitwillig angenommen...)

ich werde meinen "entzug" mit exzessivem schreiben zu kompensieren versuchen...

love & peace (zur abwechlsung...)

make slash not war!

cheshirecat


Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe...

Petrus stoppte. Blickte zurück auf Judas, fragend, erwartungsvoll.

"Ich denke, ich habe bereits... eine Antwort."

"Ja?"

"Komm."

Simon Petrus folgte Judas, weg von dem erlöschenden Licht des Lagers, weg von dem Olivenhain, immer tiefer in die Nacht hinein.

Judas schien noch weiter fort zu wollen, weg, um vergessen zu können, wo er war, wohin er gehörte, wer er war und was er begehrte.

Petrus ahnen dies und wusste, dass Judas, selbst wenn er bis ans Ende der Welt ginge, sich selbst nicht entfliehen können würde und hielt in deshalb auf. Er ergriff seinen Arm:

"Es hat keinen Sinn, weiter zu laufen."

Judas nickte.

Petrus küsste ihn hastig, ohne allzuviel Gefühl zu investieren, doch es genügte, um Judas, dem nun alles egal war, alles egal sein musste, auf die Knie sinken zu lassen, und sich nicht kümmernd, wo sie waren, wer sie sehen können würde, wieviel Zeit ihnen noch blieb bis Sonnenaufgang, lies Judas sich ein, auf was auch immer Petrus mit ihm vorhaben mochte...

Judas musste Petrus recht geben, er hatte es geschafft, seinem Körper in dieser Nacht, die ihm nun, wo er mitten unter den Jüngern in strahlend heißem Sonnenschein saß, völlig fern und wie ein umnebelter Traum vorkam, Ruhe, Erleichterung, Befriedigung zu verschaffen.

Dennoch hatte es seine Situation nicht gebessert. Seine Gefühle blieben unverändert.

Schlimmer noch, es war etwas neues hinzu gekommen, etwas, dass er, danach gefragt, am ehesten als schlechtes Gewissen bezeichnen würde: Das Gefühl Jesus betrogen zu haben, trotz der ablehnenden Haltung, die dieser ihm gegenüber zu Tage gelegt hatte, trotz der Tatsache, dass er ihm in keiner Weise verpflichtet war. Sein schlechtes Gewissen leitete sich nicht nur her von dem unabänderlichen Umstand, dass er nun wahrhaftig die Sünde begangen hatte, für die er Jesus, allein aus dem Grunde, dass er sie zu begehen erwogen hatte, um Vergebung gebeten hatte, sondern auch daher, dass er sie mit Petrus, einem Menschen, der ihm nicht mehr bedeutete, als irgendeiner der anderen der Jünger auch, begangen hatte.

Es war schlimmer, viel schlimmer als es gewesen wäre, hätte Jesus nicht... wenn Jesus... hätte er es mit Jesus...

Nein, er wagte nicht daran zu denken. Am besten er würde gar nicht mehr denken, einfach aufhören zu existieren... Ein lächerlicher Gedanke, Judas wusste das.

Es hatte keinen Sinn, darüber zu sinnieren. Es würde nichts ändern, soviel hatte er inzwischen gelernt.

Bald war die Nacht mit Petrus zu einer schwachen, kaum je wahr gewesenen, schalen Erinnerung geworden und erneut brodelte das gefürchtete Begehren in ihm auf...

Wieder rückte Simon Petrus näher in sein Blickfeld, suchte ihn auf, sprach mit ihm, völlig bedeutungslose, nichtssagende Unterredungen. Doch Judas konnte wohl in Simons Augen lesen, nahm seine allzu deutlichen Zeichen wahr, beschloss aber, nicht darauf einzusteigen.

So vergingen einige Wochen und nichts passierte, bis Petrus Judas erneut eines Abends allein unter freiem Himmel antraf. Und diese Gelegenheit ließen beide, nach einiger gekonnter Überzeugungsarbeit seitens Petrus nicht ungenutzt verstreichen...

Nun, da Judas sich selbst erneut seine eigene Schlechtigkeit und Schwäche vor Augen geführt hatte und er keinen Moment der Ruhe mehr finden konnte, denn nun war noch viel mehr als sein körperliches, sein geistiges Gleichgewicht aus allen Fugen geraten, wusste er wieder keinen anderen Weg – an Beten war nicht zu denken – denn den zu Jesus und er konnte sich nicht erinnern, dass dieser ihm je einmal schwerer gefallen war, als dieses Mal.

Doch er wollte diesmal vorbereitet sein, nicht kopflos zu ihm rennen und dann nicht wissen, wie er es ausdrücken konnte. Er überlegte wie er, /wo/ er beginnen sollte und ob es einen Weg gab, Petrus aus der Sache rauszuhalten, er wollte ihn nicht verraten, Petrus würde dies wohl kaum schätzen...

Judas wollte noch ein paar Tage verstreichen lassen, bis er zu Jesus gehen würde, dennoch kam ihm kein Gedanke, wie er zu seinem Herrn über all das was passiert war und das, was in seinem Herzen – oder was auch immer ihn zu diesen Gefühlen verdammte – immer noch nicht zur Ruhe gekommen war, sprechen sollte.

Als sich langsam die Idee mit Jesus zu sprechen, zu einem fixen Vorhaben formte, begann Judas, Jesus genauer zu Beobachten. Bisher hatte er dies vermieden, aus vielerlei Gründen: der Wunsch ihm nahe zu sein, wenn immer er ihn sah, die schmerzliche Erkenntnis, dass er ein Sünder war, dass er schlecht war und dem Wort seines Herrn untreu geworden war, die Angst, Jesus könne durch einen Blick in seine Augen alles, was er zu verstecken suchte, aus ihnen herauslesen.

Judas stellte fest, dass auch Jesus ihn ins Auge gefasst hatte, wie lange schon, konnte er nun nicht wissen und soviel er sah und es zu beurteilen wagte, bedachte sein Herr ihn mit vor allem besorgten Blicken, was ihm das Gefühl gab, bereits durchschaut zu sein. Mit dieser Erkenntnis, fiel es ihm nun allerdings endlich leichter, die lange vor sich weggeschobene und gleichzeitig ersehnte Aussprache mit Jesus, nun wirklich herbei zu führen.

Er begab sich also, nachdem sich gegen Abend hin alle Jünger verlaufen hatten, und nur er und Jesus im Lager zurück geblieben waren, zu seinem Herrn.


und was die beiden nun zu besprechen haben, erfahrt ihr, wenn ich ein paar nette reviews bekommen hab…