und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde
lange hat es gedauert... verzeiht mir...
das LETZTE kapitel! zumindest das letzte der ersten Geschichte... werde eine zweite schreiben, die direkt an diese hier anknüpft... warum dann eine neue beginnen... hm... begründung ist nach diesem kapitel unten zu lesen.
@Fire Druidess: es ist ein beinahe unglaublich, diese intoleranz... danke für die moralische unterstützung! viel spaß bei meinem kapitelchen und bleib mir treu! :)
und allen ein gutes neues jahr!
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"Tritt ein mein Bruder."
Jesus hatte soeben die Plane, die den Eingang zu seinem Gemach verdeckte zur Seite gehoben, als Judas sich ihr näherte, um einzutreten. Judas genügte ein kurzer Blick, um den bekümmerten Ausdruck in Jesu Gesicht wahrzunehmen. Nun gab es keinen Weg zurück und er hätte ihn auch nicht eingeschlagen, wenn es einen gegeben hätte.
Er betrat den vertrauten Raum. Es war warm und roch nach frisch abgebranntem Weihrauch. Der Duft machte ihn etwas benommen, er kannte diese Sorte Weihrauch nur zu gut, obwohl es eine kaum benutzte Mischung war, es war ein Teil des Geruchs, der Jesus überallhin begleitete.
Judas wandte sich um zu Jesus, der noch immer beim Eingang stand und ihn von dort aus eingehend beobachtete. Doch anders als sonst, versuchte sein Herr nicht, ihn zum Sprechen zu drängen, stellte ihm keine Frage, sondern schwieg und wartete.
Genau darauf hatte Judas gehofft, dieses Mal wollte er reden und musste nicht erst dazu angehalten werden. Er war gekommen, um es in aller Deutlichkeit zu sagen, seine Vergehen zu gestehen und seine Liebe zu erklären, nur noch einmal und wahrscheinlich zum letzten Mal.
"Mein Herr, du wirkst sehr besorgt und ich fürchte, ich bin, oder werde bald, ein Grund für deinen Kummer sein."
Jesus löste sich aus seiner starren Haltung und kam nun zu Judas, der in der Mitte des Raumes stand.
"Judas..." Jesus ergriff die Schultern Judas, wie beim vorigen Mal. Doch diesmal war Judas Geist klarer und so sehr die Nähe seines Herrn alle seine Sinne mit einer kaum zu ertragenden Intensität traf und schärfte und er mit diesen nun geschärften Sinnen noch stärker auf Jesus, seine Berührung, seine Hände, das sanfte Licht seiner braunen Augen, die duftende Wärme, die von ihm ausging, reagierte, hielt er sich unter Kontrolle und war entschlossen, all das, was er sich vorgenommen hatte, in eben diesem Moment, den er sowohl herbeigesehnt und verwunschen hatte, zu sagen, auch wirklich auszusprechen.
"Wahrlich, ich will es nicht leugnen, du bereitest mir Kummer, Bruder."
Nun musste Judas seinen Kopf senken. Er hatte das nicht gewollt, er hatte seinem Herrn offen und sicher gegenübertreten wollen, aber die Sorge in Jesu Augen zwang ihn, den Blick von ihm zu wenden, ihm auszuweichen. Unwillkürlich trat er einen Schritt von ihm zurück. Die Anspannung der Situation und die zu große Nähe zu Jesus, waren ihm zu viel.
/Feig./
Er versuchte, sich wieder zu sammeln.
Judas hob seinen Kopf, doch sein Blick war auf die Wand gerichtet. Jesus musste endlich aufhören, sich um ihn zu sorgen, er war es nicht wert, nicht mehr... wenn er es denn jemals gewesen war...
"Mein Herr, vergib mir, ich trage bei zu deinem Leid." Judas Stimme war ruhig, beinahe sanft, nicht leise aber kraftlos, müde aber nicht leer. „Ich weiß ich habe gesündigt, ich verdiene deine Verachtung."
Judas fasste sich wieder, er wandte sich nun direkt Jesus zu, seine Haltung war aufrechter, mehr Emotion schwang in seiner Stimme mit:
"Ich habe mich willenlos... willig einem Mann... hingegeben und-"
"Und es ist meine Schuld."
Judas konnte unmöglich Jesu Blick deuten. Doch seine Worte brachten ihn aus der schwer aufrecht erhaltenen Fassung.
"Nein! O nein, Herr, niemals!!" Judas schüttelte verzweifelt seinen Kopf, seine roten Locken fielen ihm in die Stirn.
/Nein, nicht das. Warum nimmt er immer alle Schuld auf sich?/
„Ich hätte dich davor bewahren können!" Jesu Stimme war eine Spur lauter geworden.
"Aber nein, Herr, du verstehst nicht... Ich habe mich hingegeben und ja, nun bin ich schuldig, nicht nur mein Geist, der lange nicht mehr rein war oder meine Seele, die bereits verdammt ist, nun ist es auch mein Leib!" Judas hob seine Arme, als ob er den Himmel anrufen würde. "Herr, o Herr, hilf mir!"
Jesus verringerte die Distanz, die Judas zwischen sie gebracht hatte, mit einem Schritt auf ihn zu. Er nahm beide Hände Judas in die seinen und zwang diesen, ihm endlich wieder in die Augen zu sehen.
"Ruhig Judas. Hör mich an. Liebst du ihn? Liebst du unseren Bruder Simon, genannt Petrus?"
"..."
Judas blickte Jesus überrascht an. Woher wusste Jesus...?
Seine Hände lösten sich aus Jesu Händen.
"Nicht was du getan hast ist eine Sünde, mein Bruder, sonder dein warum. Der Grund aus dem du dich ihm hingegeben hast, macht es zu einer Sünde."
"..."
Wieder schwieg Judas, erschrocken, dass Jesus alles das, worüber er so lange nachgesonnen hatte, so leicht ergründet hatte, und dass er, wofür er viele Worte hatte suchen müssen und doch die richtigen nicht finden hatte könne, so klar und einfach und dennoch ohne es an Bedeutung verlieren zu lassen, ausdrücken konnte.
"Ich frage dich also noch einmal, liebst du Simon?"
Er schüttelte den Kopf.
"Nein..."
Er schwieg eine Weile.
Seine klaren, grünen Augen, die jene seines Herrn schon wieder den Blick in sie verweigert hatten, suchten nun ihrerseits nach den gütigen, braunen Augen Jesu.
"Herr,... Jesus, du weißt, dass ich allein dich liebe."
Seine Augen hatten sich sogleich wieder auf den Boden verirrt.
/feigfeigfeig/
Schnell hob er sie wieder und spähte durch einen Vorhang rot-glühender Locken in Jesu Gesicht.
In seinen Augen glaubte er jenes Aufflackern wiederzuerkennen, dass er seit damals, als er ihm seine Liebe gestanden und ihn geküsst hatte, nie wieder gesehen hatte.
Doch er würde diesem trügerischen Zeichen kein zweites Mal trauen.
Nein, Jesus begehrte ihn nicht, was für ein lächerlicher Gedanke! Und selbst wenn es so wäre, Judas müsste sich verbieten, darauf zu reagieren. Niemals könnte, oder würde er seinem Herrn zu einer Sünde verhelfen. Aber das war ja auch unmöglich, denn Jesus war ohne Sünde und würde es immer sein.
"Warum tust du mir das dann an?" Obwohl es ein Vorwurf war, einer sein musste, lag nichts davon in seinem Tonfall. Es klang wie eine schlichte, einfache Frage.
Judas war entsetzt. Was hatte er getan? Er war eindeutig zu weit gegangen.
"Herr ich weiß, dass es eine Sünde ist, aber bitte, sorge dich nicht um mich oder wegen mir. Es ist zu spät, selbst wenn mir diese Gräueltat vergeben werden könnte, alles an mir ist schlecht, ich bin verdorben, ich wäre dennoch niemals frei von diesem... Begehren. Ich bin verloren."
Nun war es Jesus der kurz den Kopf schüttelte.
"Mein Judas, hast du denn gar nichts gelernt? Du hast gesündigt, ja. Aber nicht, was du immer noch für Sünde hältst, ist dein wahres Vergehen. Liebe, mein Bruder, ist das reinste, dass uns mein Vater geschenkt hat. Denn nur aus Liebe hat er uns geschaffen und aus Liebe vereinen auch Menschen sich."
"Dann ist es nicht falsch und also keine Sünde, als Mann einen Mann zu lieben und zu begehren?" "Dennoch habe ich gesündigt."
"Ja, denn es war nicht Liebe, die dich in Simons Umarmung geführt hat."
"Dann ist es wahr! Dann bin ich verloren... Aber, Jesus, mein Herr, ich muss dich bitten: Vergib mir! Vergib mir noch ein letztes Mal! Wenn nur du mir vergibst-" Bei diesen Worten sank Judas vor Jesus auf die Knie.
"Judas, mein Judas, wenn du mich doch einmal /nicht/ um Vergebung bitten würdest! Wenn du mich einmal um etwas anderes als Vergebung bitten würdest!" Seine Stimme klang verzweifelt.
"Ich... Herr?"
Doch Jesus schien ihn nicht zu hören, tief blickte er Judas in die Augen, seine Verzweiflung schien sich bereits wieder zu legen, seine Augen klarten auf.
"Wie könnte ich dir nicht vergeben? Wie sollte ich diesen Augen meine Gnade verwehren?" Bei diesen Worten ergriff er Judas und richtete ihn auf.
Jesus lächelte, es war nicht jenes milde, traurige, melancholische Lächeln, im Gegenteil, es war aufmunternd, erwartungsvoll, lebendig.
Judas wollte seinen Sinnen Glauben schenken, als er Jesus so vor sich sah, mit diesem Flackern in den Augen, das, solange er auch schaute und wartete, nicht erlosch.
Jesus schlang seine Arme sanft aber besitzergreifend um seinen Körper und drückte ihn an sich, Jesu weiche Lippen trafen die seinen und Judas begriff, dass er damals, in jener Nacht und auch heute, nicht auf Knien nach Vergebung hätte flehen sollen, sonder die eine Frage hätte stellen sollen, die schon so lange in ihm brannte, die allein ihn zu dem Gespräch getrieben hatte.
Erwiderte Jesus seine Liebe?
/Liebt mich Jesus?/
Mit halb geöffneten Lippen starrte Judas Jesus verwirrt an.
Jesus lächelte noch immer, nein – war es möglich? – er grinste.
Bevor Judas noch den Grund für diesen ungewohnten Ausdruck in Jesu Gesicht, der ihm sehr gut stand, erkennen konnte, fand er sich erneut in einem Kuss gefangen, gieriger als der erste und – der Himmel helfe! – seine Zunge, Jesu feuchte, heiße Zunge in seinem Mund!
"Hast du es nun endlich verstanden?"
Judas war unfähig zu Sprechen, verwundert, dass seine Beine nicht nachgaben und er noch immer stehen konnte. Alles was er zustande brachte, war ein heftiges Nicken, das sein widerspenstigen Locken heftig schüttelte.
Sofort legte sich wieder dieses gänzlich ungöttliche und in äußerstem Maße menschliche, um nicht zu sagen fleischliche, Lächeln, das ihn in Judas Augen noch schöner, noch begehrenswerte machte, in seine Züge.
Ein kurzer, neckender Kuss traf seine Lippen, ein fester Griff packte seine Hand – Judas war immer noch wie paralysiert – ein Arm schlang sich um seine Taille und sanfter aber bestimmter Druck zwang ihn, zu gehen und schob ihn von der Stelle, tiefer in Jesu Gemächer hinein, hinter eine Stoffwand, die von der Decke herabhing, in einen dunkleren Raum.
Endlich gaben Judas Beine ihren Dienst auf und er sank mit Jesu Hilfe auf dessen Schlaflager. Schon begann Jesus Judas von seinen Kleidern zu befreien, als Judas fragte:
"Herr, liebst du mich?"
"Ja, Judas, ich liebe dich."
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ja... und auf diesem lager geschah etwas (einiges) hm... "sehr unheiliges" *g*
das ist das ende des ersten ersten teils. ich wollten den beiden ein happy-end schenken und für alle, die happyendings mögen ist das auch gedacht. denn wir wissen ja, wie die geschichte weiter geht, oder? und dass Judas bei Jesu Tod seine Fingerchen ganz ungünstig im Spiel hatte... aber mehr will ich nicht verraten, wer's wissen will, kann es ja in der bibel nachlesen, (falls wer wissen will, der nicht so bibelfest ist, wo das steht, e-mail an mich...)
kennen wir alle die bedeutung des "Judaskuss"es? ich glaub das wird der Titel des zweiten Teils, mal sehn, er wird nicht allzu schwer zu finden sein, neben all den zahlreichen anderen deutschen Bibelfics... g*
bis dann und reviewt mir!!!!!!!!!!!!!!!!! bitte!
Alles Liebe, velvet.
