Unter vielen und doch allein....
Als mein Vater Jamie und mich am 1.September nach King's Cross fuhr, war ich schon richtig aufgeregt und als es dann auch noch auf Gleis 9 ¾ ging, wurde mir fast schon schlecht vor Aufregung und Vorfreude. Ich wollte diese riesige Halle mit der verzauberten Decke betreten oder durch die vielen, verzweigten, oft endlosen Gänge flanieren, von denen mir Jamie schon so oft detailliert berichtet hatte, weil ich es immer wieder hören wollte. Der Zug stand schon vor uns und stieß dicken, schwarzen Rauch aus; ich konnte nicht eine Sekunde mehr warten, ich musste in den Zug. So verabschiedete ich mich schnell von meinem Vater und zog Jamie mit in den Zug. Sofort stoppte ich überrascht um mich überall umzuschauen, so als wollte ich alles was ich jetzt sah in mich aufsaugen um mich immer wieder daran nähren zu können. Wir suchten uns ein leeres Abteil und verstauten unsere Koffer und die Käfige unserer Eulen. Meine gute Abigail, eine junge Waldohreule, die ich einige Tage zuvor in der Winkelgasse erworben hatte und Jamie, seinen Herkules, einen erfahrenen, prächtigen Uhu. So ließen wir uns auf die Sitze fallen und bald fuhr der Zug auch schon ratternd an. In unserem Abteil war es bis zur Abfahrt voller geworden. Zu uns gesellt hatten sich ein kleiner schüchtern wirkender, braunhaariger Junge der eine wild flatternde Eule im Käfig zu beruhigen versuchte; ein rothaariges hochnäsig dreinschauendes Mädchen mit einem laut schnurrenden, schwarzen Kater im Arm und ein unscheinbares, ruhiges, schwarzhaariges Mädchen mit einer verängstigt und schmutzig wirkenden getigerten Katze zu ihren Füßen. Die Rothaarige warf dem anderen Mädchen immer wieder herablassende Blicke zu, und so wie sie sich aufführte machte sie jetzt schon einen schlechten Eindruck auf mich.
Nach ca. 15 Minuten Fahrt öffnete sich plötzlich unsere Abteiltür und herein trat ein sehr hübsches Mädchen mit roten Locken und glänzenden Augen; sie ließ ihren Blick schweifen und blieb an Jamie hängen. Sie stieß einen lauten Schrei aus, rannte auf meinen Bruder zu und umarmte ihn heftig. Ihre Lippen verschmolzen zu einem nicht enden wollenden Kuss. Mit meinen 11 Jahren starrte ich sie an als wären sie das 8. Weltwunder und auch die anderen im Abteil schauten die beiden unentwegt an, bis sie sich schließlich voneinander lösten. Mein Bruder strahlte, machte eine ausladende Geste und sagte mit stolzer Stimme: "Das hier ist Jane, meine Freundin!". Er wandte sich Jane zu, zeigte auf mich und stellte mich ihr vor. Freundlich gab sie mir die Hand und ließ sich vor mir auf den Sitz plumpsen. Wir drei unterhielten uns so ziemlich die ganze Fahrt, wenn man das Unterhaltung nennen kann, die beiden redeten so gut wie nur darüber wie sehr sie sich doch vermisst hätten und so eine Gefühlsduselei. Mit elf habe ich davon keinen Deut verstanden.
Als ich dann letztendlich mit all den anderen Erstklässlern die große Halle betrat war ich einfach total überwältigt! Auch wenn die verzauberte Decke voller Wolken war, ich war so guter Laune wie schon lange nicht mehr. Mit zitternden Fingern setzte ich den Sprechenden Hut auf und hörte ein Seufzen an meinem Ohr. "Mmh, schwere Entscheidung.... Mutig, aber klug, extrem klug.... Ich denke für dich wäre am besten... RAVENCLAW!!!" Mit zitternden Knien machte ich mich also auf zum Tisch der Ravenclaws, die mich mit lautem Beifall empfingen. Doch auch dieser tosende Applaus munterte mich nicht auf, denn mein Bruder war in Gryffindor! Für mich brach eine Welt zusammen, trotz der gerade eben gewonnenen Erkenntnis bei Jane, der Freundin meines Bruders, im Haus zu sein.
Die ersten Wochen in Hogwarts rauschten an mir vorbei, wie die Landschaft im Hogwarts Express in voller Fahrt vorbei rauscht, und ich fühlte mich unendlich alleine hier in diesem riesiggroßen Gebäude. Allein zu sein, ja dieses Gefühl kannte ich auch damals schon. Ich hatte keine richtigen Freunde, außer die seltenen Versuche von Jane mich irgendwo zu integrieren. Sie war bestimmt von Jamie animiert worden, da war ich mir total sicher. Im Lauf der Zeit lernte ich Gwen, von der ich ja schon im 1. Kapitel berichtet habe und die immer noch meine beste Freundin ist, kennen. Sie war ebenfalls in Ravenclaw und eine Erstklässlerin wie ich. Wir waren und sind sehr verschieden und wahrscheinlich verstehen wir uns gerade deswegen so gut. So wendete sich mein erstes Jahr doch noch zum Guten und so fuhr ich glücklich und zufrieden in den nächsten Sommerferien nach Hause.
Mein zweites Schuljahr war ähnlich dem ersten, ereignislos und ziemlich langweilig. Ganz anders als ich mir Hogwarts vorgestellt hatte. Gwens liebster Zeitvertreib war damals schon, den älteren Jungs hinterherzulaufen und von ihnen zu schwärmen. Ihr liebstes Opfer: mein Bruder. Sie schnallte einfach nicht, das sie keine Chance bei ihm hatte; er liebte Jane, Jane liebte ihn; alles in allem: Sie waren unzertrennlich. Naja, das war erst mal vorerst das nächste Kapitel. Entschuldigt bitte, wenn ich die Hogwarts-Jahre etwas abhandele, aber ich will ja eigentlich auf die jetzigen Ereignisse hinaus.
Als mein Vater Jamie und mich am 1.September nach King's Cross fuhr, war ich schon richtig aufgeregt und als es dann auch noch auf Gleis 9 ¾ ging, wurde mir fast schon schlecht vor Aufregung und Vorfreude. Ich wollte diese riesige Halle mit der verzauberten Decke betreten oder durch die vielen, verzweigten, oft endlosen Gänge flanieren, von denen mir Jamie schon so oft detailliert berichtet hatte, weil ich es immer wieder hören wollte. Der Zug stand schon vor uns und stieß dicken, schwarzen Rauch aus; ich konnte nicht eine Sekunde mehr warten, ich musste in den Zug. So verabschiedete ich mich schnell von meinem Vater und zog Jamie mit in den Zug. Sofort stoppte ich überrascht um mich überall umzuschauen, so als wollte ich alles was ich jetzt sah in mich aufsaugen um mich immer wieder daran nähren zu können. Wir suchten uns ein leeres Abteil und verstauten unsere Koffer und die Käfige unserer Eulen. Meine gute Abigail, eine junge Waldohreule, die ich einige Tage zuvor in der Winkelgasse erworben hatte und Jamie, seinen Herkules, einen erfahrenen, prächtigen Uhu. So ließen wir uns auf die Sitze fallen und bald fuhr der Zug auch schon ratternd an. In unserem Abteil war es bis zur Abfahrt voller geworden. Zu uns gesellt hatten sich ein kleiner schüchtern wirkender, braunhaariger Junge der eine wild flatternde Eule im Käfig zu beruhigen versuchte; ein rothaariges hochnäsig dreinschauendes Mädchen mit einem laut schnurrenden, schwarzen Kater im Arm und ein unscheinbares, ruhiges, schwarzhaariges Mädchen mit einer verängstigt und schmutzig wirkenden getigerten Katze zu ihren Füßen. Die Rothaarige warf dem anderen Mädchen immer wieder herablassende Blicke zu, und so wie sie sich aufführte machte sie jetzt schon einen schlechten Eindruck auf mich.
Nach ca. 15 Minuten Fahrt öffnete sich plötzlich unsere Abteiltür und herein trat ein sehr hübsches Mädchen mit roten Locken und glänzenden Augen; sie ließ ihren Blick schweifen und blieb an Jamie hängen. Sie stieß einen lauten Schrei aus, rannte auf meinen Bruder zu und umarmte ihn heftig. Ihre Lippen verschmolzen zu einem nicht enden wollenden Kuss. Mit meinen 11 Jahren starrte ich sie an als wären sie das 8. Weltwunder und auch die anderen im Abteil schauten die beiden unentwegt an, bis sie sich schließlich voneinander lösten. Mein Bruder strahlte, machte eine ausladende Geste und sagte mit stolzer Stimme: "Das hier ist Jane, meine Freundin!". Er wandte sich Jane zu, zeigte auf mich und stellte mich ihr vor. Freundlich gab sie mir die Hand und ließ sich vor mir auf den Sitz plumpsen. Wir drei unterhielten uns so ziemlich die ganze Fahrt, wenn man das Unterhaltung nennen kann, die beiden redeten so gut wie nur darüber wie sehr sie sich doch vermisst hätten und so eine Gefühlsduselei. Mit elf habe ich davon keinen Deut verstanden.
Als ich dann letztendlich mit all den anderen Erstklässlern die große Halle betrat war ich einfach total überwältigt! Auch wenn die verzauberte Decke voller Wolken war, ich war so guter Laune wie schon lange nicht mehr. Mit zitternden Fingern setzte ich den Sprechenden Hut auf und hörte ein Seufzen an meinem Ohr. "Mmh, schwere Entscheidung.... Mutig, aber klug, extrem klug.... Ich denke für dich wäre am besten... RAVENCLAW!!!" Mit zitternden Knien machte ich mich also auf zum Tisch der Ravenclaws, die mich mit lautem Beifall empfingen. Doch auch dieser tosende Applaus munterte mich nicht auf, denn mein Bruder war in Gryffindor! Für mich brach eine Welt zusammen, trotz der gerade eben gewonnenen Erkenntnis bei Jane, der Freundin meines Bruders, im Haus zu sein.
Die ersten Wochen in Hogwarts rauschten an mir vorbei, wie die Landschaft im Hogwarts Express in voller Fahrt vorbei rauscht, und ich fühlte mich unendlich alleine hier in diesem riesiggroßen Gebäude. Allein zu sein, ja dieses Gefühl kannte ich auch damals schon. Ich hatte keine richtigen Freunde, außer die seltenen Versuche von Jane mich irgendwo zu integrieren. Sie war bestimmt von Jamie animiert worden, da war ich mir total sicher. Im Lauf der Zeit lernte ich Gwen, von der ich ja schon im 1. Kapitel berichtet habe und die immer noch meine beste Freundin ist, kennen. Sie war ebenfalls in Ravenclaw und eine Erstklässlerin wie ich. Wir waren und sind sehr verschieden und wahrscheinlich verstehen wir uns gerade deswegen so gut. So wendete sich mein erstes Jahr doch noch zum Guten und so fuhr ich glücklich und zufrieden in den nächsten Sommerferien nach Hause.
Mein zweites Schuljahr war ähnlich dem ersten, ereignislos und ziemlich langweilig. Ganz anders als ich mir Hogwarts vorgestellt hatte. Gwens liebster Zeitvertreib war damals schon, den älteren Jungs hinterherzulaufen und von ihnen zu schwärmen. Ihr liebstes Opfer: mein Bruder. Sie schnallte einfach nicht, das sie keine Chance bei ihm hatte; er liebte Jane, Jane liebte ihn; alles in allem: Sie waren unzertrennlich. Naja, das war erst mal vorerst das nächste Kapitel. Entschuldigt bitte, wenn ich die Hogwarts-Jahre etwas abhandele, aber ich will ja eigentlich auf die jetzigen Ereignisse hinaus.
