Titel: Den Jäger erlegen

Autorin: Sleepy Tiger (lapoetica@web.de)

Genre: Romance, Humor, etwas Adventure und so

Rating: die gesamte Palette von PG-13 bis NC-17. Alle Kapitel, die ab 18 sind, sind als solche gekennzeichnet (um die besorgten und empfindsamen Gemüter vorzuwarnen).

Disclaimer: "Der Herr der Ringe" natürlich © by J.R.R. Tolkien (oder bei seinen Söhnen?) Der Rest ist leider auf meinem Mist gewachsen. Dazu gehört eine komplette Stadt und ein ganzer Clan, die gern nach Nachfrage ausgeliehen werden.

Versuch einer Zusammenfassung: Auf den Weg nach Lothlorien gerät Legolas Grünblatt in die Fänge eines skrupellosen Sklavenhändlers. Ähm nein, er wird NICHT zu Aragorns oder Frodos Liebessklaven. Statt dessen wird er von einem Mädchen gerettet (soviel zu Slash *g*), das ihm bald sehr, sehr, sehr, sehr ans Herz wachsen wird...

Anmerkung bzw. Warnung: Ich habe die Bücher nicht gelesen. Nur das vorweg. Ich gehöre tatsächlich zu den FF-Schreibern, die nur den Film 100 Mal gesehen haben. Asche auf mein verwirrtes Haupt, Schande über mich und ich gehe ja schon in die Ecke...Aber ich liebe...nein, ich vergöttere nun einmal die Leinwandversion von Legolas Grünblatt. Daher betrachtetet bitte diese Geschichte in erster Linie als "Legolas Fanfiction" und erst dann als HdR ff...wenn überhaupt. Ich möchte dem wirklichen HdR Fan daher von der Lektüre hier abraten. Wie ich hier mit euren Liebligen verfahre, ist nicht schön *gg*.

Ich stehe euch für Fragen gerne zur Verfügung. Außerdem freue ich mich über jede Mail und jeden noch so kleinen Kommentar. Auch wenn ihr mich dann gnadenlos zerreißen und in den Boden stampfen solltet. Ich habe auch dafür das allergrößte Verständnis...hab ja die Bücher net gelesen, woll?

Was noch? Hm...ich schreibe nach der alten Rechtschreibung, lasse mal hin und wieder ein Wort weg und auch sonst ist meine Grammatik unter aller Sau.

Ja, das sollte reichen an Warnung, sonst lest ihr die Story gar nicht mehr.

Viel Spaß, Sleepy Tiger

 

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Prolog

Mittelerdes Ostküste, Stadt Perrigon...

Es war einer der weniger schönen Nächte, als Lord Kerrigan IV., Statthalter der reichen Küstenstadt Perrigon, in der komfortablen Dienstkutsche, vor den Toren seiner Stadt saß. Auf den Weg hierher hatte er flüchtig bemerkt, wie gut das Wetter und diese Tageszeit zu seiner Aufmachung paßte.

Diese Nacht schien so bedeckt zu sein. Sie war sternenlos und der Mond kämpfte sich tapfer durch die Wolken, verlor aber mehr und mehr die Oberhand. Selbst das Meer schien ruhig zu sein. Das Rauschen der Wellen war beinahe nicht zu hören. Dichter Nebel stieg vom Fluß Ghon auf, der die Stadt umgab, und würde sie vor jedem nächtlichen Passanten verstecken, wäre nicht die wenigen Lampen an den Toren.

Lord Kerrigan lächelte spöttisch. Es kam ihm vor, als zolle ihm die Natur Respekt. Respekt, weil er so pflichtbewußt um diese Zeit, in dieser Kälte wartend seine schwarze Trauerkleidung trug und auch die Wappen an den Türen seiner Kutsche mit schwarzem Tuch verdecken ließ. Alles, um die Soldaten, die für Perrigon gefallen waren, ein letztes Mal in ihrer Heimat willkommen zu heißen. Ja, er wartete mit drei seiner Männer auf die Totengräber, die die toten Söhne Perrigons heimfuhren.

Kerrigan grinste wölfisch. Wenn sie wüßten...

Er mußte nicht lange warten, bis die in schwarzen Umhängen verhüllten Totengräber auf schwarzen Rössern aus dem Nebel erschienen. In einem gemächlichen Tempo betraten sie die Brücke. Einer ritt voran und hinter ihm flankierten vier weitere einen schwarzen und abgedeckten Wagen, der von einem fünften gelenkt wurde. Sie hielten mitten auf der Brücke an. Sofort sprang der Kutscher ab und stieg auf ein gesatteltes Pferd, das einer der anderen hinter seinem angeleint hatte.

Als der Vordermann abstieg und sich abwartend neben sein Pferd stellte, stieg auch Lord Kerrigan aus der Kutsche und schlenderte gemütliche mich seinen Wachen auf den Totengräber zu.

"Habt Dank für Eure Mühe, uns unsere gefallenen Söhne zu bringen", sagte Lord Kerrigan und lüftete ironisch seinen Hut. Die dazu gehörige Verbeugung ließ er aus.

"Euer Dank sollte gülden sein", erwiderte eine rauhe Stimme. "Gülden und tausendfach."

Kerrigan grinste und trat auf die verhüllte Gestalt zu. "Die Ware ist also vollständig?"

Der Totengräber mußte zu Kerrigan aufsehen, da dieser größer war. Als er seinen Kopf hob, beschien das Mondlicht sein Gesicht. Es war ein Ork.

Kerrigan schreckte vor ihm nicht zurück, gab ihm aber auch nicht die Hand. Er ging mit ihm zum Karren, um sich die "gefallenen Söhne" anzusehen.

Es widerstrebte ihm eigentlich, mit diesen widerlichen Kreaturen der Finsternis Geschäfte zu machen. Dieser hier war sogar recht exzentrisch. Er nannte sich nämlich selbst einen Dunkelelben. Aber was soll's? Es waren einzigen, die ihre Liefertermine einhielten. Sie waren billig und fanden jeden noch so speziellen Wunsch weder überzogen noch unerfüllbar.

Auf einem Wink des Dunkelelben zogen zwei verhüllte Gestalten die Plane etwas vom Wagen und zeigten dem Lord den Inhalt. Kerrigan kam näher heran und erkannte sieben gefesselte und geknebelte Personen, die allesamt bewußtlos waren. Er griff in das Haar einer Frau und sah im Mondlicht, das es die richtige Farbe hatte. Dann drehte er ihren Kopf und sah sich ihre Ohren an. Auch die waren richtig.

"Gute Arbeit", lobte Kerrigan und sah noch einmal auf die anderen. "Sieben Grauelben auf einmal. Ich bin entzückt."

"Vielen Dank", antwortete der Dunkelelb sarkastisch. "Es war nicht schwer. Diese Elben denken immer, daß sie so geschickt seien. In Wirklichkeit sind sie nichts."

Kerrigan lächelte höflich und erstarrte plötzlich, als er noch einmal einen Blick auf die Grauelben warf. Der Mond hatte eine Schlacht gegen die Wolken gewonnen und schien für einen Augenblick mit voller Kraft in den Karren hinein. Er offenbarte dem Lord etwas schier entsetzliches.

"Aber das...das ist doch..." Er wurde bleich und zeigte mit erschüttert auf einen Elben im hinteren Teil des Karren. Fassungslos starrte er seinen Lieferanten mit großen Augen an, unfähig ein weiteres Wort zu äußern.

Der Dunkelelben kicherte böse. "Ja, das sind drei von Thranduils Söhnen. Ein feiner Fang, nicht wahr?"

"Seid ihr wahnsinnig?" zischte der Mensch entsetzt. "Das da ist Legolas Grünblatt!"

"Ja, das wissen wir", erwiderte der Dunkelelb lässig. "Wir waren erstaunt, daß es so schnell ging. Dieser Elb ist seinen Ruf nicht würdig."

"Ihr seid wahnsinnig!" wiederholte Lord Kerrigan etwas lauter und vor Wut lief er rot an. "Wie konntet ihr Legolas Grünblatt gefangen nehmen? Ganz Mittelerde kennt ihn als einer der Retter des Kontinents. Dieser Elb ist ein verflixter Held."

"Ein unfähiger Held", bemerkte der Dunkelelb. Er sah Lord Kerrigan nicht an, während er das sagte, sondern prüfte mit dem dunklen behaarten Daumen die Klinge eines Dolches, die grünlich verfärbt war. Vermutlich vor irgendeinem hinterhältigen Gift der Orks. "Außerdem verkauft Ihr Eure Ware doch nicht in Mittelerde. Soweit ich weiß, geht alles in Kisten verpackt auf Schiffen in den Westen oder Osten. Also, wozu die Panik?"

Lord Kerrigan konnte diese Arroganz und Dummheit nicht begreifen und die Ruhe des Dunkelelben reizte ihn bis aufs Blut. "Ich kann Legolas Grünblatt nicht verkaufen!"

Der Dunkelelb rührte sich immer noch nicht, sagte aber: "Ihr wolltet sieben Grauelben und hier sind sieben Grauelben."

"Ich nehme die anderen, aber Grünblatt werdet ihr wieder mitnehmen", erwiderte Lord Kerrigan gebieterisch.

"Ihr Menschen seid doch wirklich zu nichts nutze", meinte der Dunkelelb verächtlich und in einer Bruchteil einer Sekunde hatte er den Lord am Hals gepackt und seine große starke Hand umfaßte beinahe den dicken Hals des Menschen.

"Also, nehmt Ihr ihn nun, oder nicht?" fragte der Dunkelelb und drückte die verfärbte Klinge in die Fettfalten von Kerrigans Hals. Zu seinem Entsetzen hörte er, wie hinter ihm die Schwerter gezogen wurden.

"Laßt Lord Kerrigan los, Ork!" verlangte einer seiner Wachen.

Der Dunkelelb knurrte den Menschen an, als er dieses Wort hörte und drückte die Klinge so fest an Kerrigans Hals, daß dieser vor Angst wimmerte.

"Sagt Euren Leuten, sie sollen sich nicht rühren", flüsterte der Dunkelelb bedrohlich und seine gelben Augen leuchteten gespenstisch in der Nacht.

Der faulige Atemgeruch ließ Kerrigans Sinne schwinden, aber er nahm sich zusammen. Er liebte sein Leben. Sehr sogar. Daher streckte er den Arm aus und ruderte damit auf und ab, um seinen Wachen zu verstehen zu geben, nicht anzugreifen. Sie schienen es verstanden zu haben, denn der Griff des Dunkelelben wurde lockerer.

"Ich frage Euch noch einmal", sagte er. "Nehmt Ihr die Ware?"

Kerrigan nickte vorsichtig als Antwort, weil die Klinge anfing seine Haut aufzukratzen. Er atmete tief durch, als er wieder losgelassen wurde. Taumelnd wich er einige Schritte vor diesem Dunkelelben zurück.

Der Dunkelelb streckte die Hand aus und sah Kerrigan abwartend an. Hastig winkte der Lord einen seiner Wachen herbei und nahm ihm das hölzerne Kästchen ab, das er ihm hinhielt. Dann warf er es dem Dunkelelb zu, als daß er ihm das Kästchen wirklich übergab.

"1000 Goldstücke wie vereinbart", stotterte der Lord und hatte sehr viel Mühe, den verachtenden Blick der dunklen Kreatur standzuhalten.

Das Kästchen verschwand unter dem schweren Umhang. Ohne ein weiteres Wort saß der Dunkelelb auf und preschte mit den anderen Reitern über die Brücke zurück in die Dunkelheit.

Lord Kerrigan seufzte erleichtert auf und lehnte sich an den Karren. Hektisch wischte er den Schweiß von der Stirn

"Bringt sie in die hintersten Zellen des Kerkers und kettet sie an", knurrte er seinen Leuten zu und wagte es noch einmal unter die Plane zu sehen, mit dem Ergebnis, daß er noch mehr erbleichte und zitterte. Dieser Dunkelelb wurde immer leichtsinniger und überheblicher.

Legolas Grünblatt!

Wußten die den überhaupt nicht, wer und was dieser Elb war?

Er zog die Plane wieder zurück und wandte sich an seine Wachen: "Kein Wasser und kein Brot. Vergeßt sie einfach. Sie waren nie hier. Verstanden?"

"Ja, Herr!"

Lord Kerrigan hob ein parfümiertes Taschentuch wieder an die Nase und sog heftig den beruhigenden Duft ein. Wenn das Gondor erfahren würde! Sein Kopf wäre das geringste, was sie fordern würden, wenn sie von seinen kleinen Nebengeschäften erführen. Allein die Vorstellung, daß Legolas Grünblatt als Sklave in einem anderen Kontinent sein Dasein fristete, würde eine Welle der Empörung herauf beschwören. Möglicherweise noch einen Krieg!

Schnell stieg Kerrigan in seine Kutsche ein, während die Wachen an die Arbeit gingen. Einer setzte sich auf dem Kutschbock von Lord Kerrigans Kutsche und die beiden anderen übernahmen den Totenwagen.

Kerrigan ließ sich mit einem Seufzer in die Polster fallen. Er hob gerade die Hand, um gegen das Dach zu klopfen, damit sein Kutscher losfuhr, als ein Schatten an seiner Kutsche...vorbei rannte?

Die Panik ließ sein Herz stehen und ihn seine Vorsicht vergessen. Er lehnte aus dem Fenster und rief: "WER DA!"

Seine Kutsche schaukelte etwas, als die Wache vom Kutschbock sprang und dem Schatten hinterher jagte.

Der Lord wartete angespannt, während er Geräusche von einem kleinen Kampf und ein Frau fauchen hörte. Das erste, an das er dachte, war, daß es ein Spion Gondors sein mußte. Gondor wußte von seinen illegalen Geschäften, von den falschen Büchern, von seinen Beziehungen zu der Finsternis. Die Angst verdrängte jeden vernünftigen Gedanken und ließ ihn seine Hände ins weiche Polster der Sitze krallen. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Er sollte besser sterben, ehe man ihn vor ein Gericht stellte.

Kerrigan war fest entschlossen, aus der Kutsche zu steigen und von der Brücke zu Perrigon zu springen, als eine der Wachen ein Mädchen vor seinem Fenster stellte. Sie jammerte, während sie versuchte, sich dem harten Griff der Wache zu entwinden.

Kerrigans Anspannung wich, als er sich Mädchen genauer ansah. Es war eine Straßenhure, wie es sie zu Hunderten in dieser Stadt gab. Das lange schwarze Haar war ungepflegt und sie und das rote Kleid, das sie trug, starrte nur so vor Schmutz und Fett. Sie war noch jung und recht hübsch, aber dennoch nichts weiter als menschlicher Abfall. Und sie stank! Angewidert hob er ein parfümiertes Taschentuch an die Nase.

"Was hast du hier gemacht?" verlangte er zu wissen.

Ihr feindseliger Blick wich einem Lächeln voller Zahnlücken und sie schob provozierend ihren kaum bedeckten Busen vor. "Freude bringen, mein Herr. Interessiert?"

Er schnaubte verächtlich und befahl seiner Wache: "Entsorgt diesen Müll."

Wieder wurde das Mädchen gepackt und zum Brückengeländer getragen.

"Och Mann! Will doch nu' paa' Kupferlinge!" jammerte es verzweifelt. "Oder wenigsens 'nen warmen Wein!"

Die Wache hob das Mädchen über die Geländer und ließ es in den Fluß fallen. "Wasch dich erst mal."

Mit einem spitzen Schrei fiel es planschend ins Wasser. Niemanden kümmerte es, als es japsend wieder an die Oberfläche kam. Trotz der schweren Röcke schaffte die junge Hure sich ans Ufer zu kämpfen. Kraftlos blieb sie am Ufer liegen und blickte zu den Sternen hoch, die sie belustigt anfunkelten. Sie nahm seufzend zur Kenntnis, daß die Kutsche und der Totenwagen bereits fort waren. Sie fror in der kalten Luft und ihr Atem verließ stoßweise in Form von weißen Wölkchen ihren offenen Mund.

"So, so. Das war also Legolas Grünblatt", flüsterte sie mehr zu sich als zu den Sternen. Schwerfällig hockte sie sich hin und wrang das Flußwasser aus ihren langen Haaren und ihren Kleidern, ehe sie sich erhob und sich anschickte, den steilen Abhang zur Straße hochzuklettern. "Dann sollte ich mich ihn einmal vorstellen."

Ende des Prologs

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Das Kapitel habe ich geschrieben, als ich wirklich keine Ahnung hatte. Mittlerweile weiß ich, dass Legolas keine zwei Brüder hat. Aber ich hab sie ihm einfach mal gegeben...so aus Spaß ^__^