Nachtrag zum "laufenden grau-rot-braunen Fellball" - Gimli: Habt ihr schon einmal so einen bierbäuchigen Motorradrocker mit Rauschebart und langen Haaren auf seiner Harley eine Landstraße entlang fahren gesehen? *g*
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Titel: Den Jäger erlegen
Autorin: Sleepy Tiger
Warnung: went gaga because of an overdose of love novels...
Disclaimer: Lord of the Rings © by J.R.R. Tolkien
13. Kapitel: Im Regen
Egal wie fremd der Wald für Legolas war, er spürte jeden Stein, jeden vorspringenden Ast, jeden umgefallenen Baumstamm und jedes Erdloch, bevor er ihn sah. Er war in Wäldern aufgewachsen und hatte gelernt, sich in sie hinein zu fühlen, ihre natürliche Wege und Hindernisse zu erahnen. So war es eine einfache Übung für ihn, sich wie ein Wind zwischen den Bäumen zu bewegen. Aber sein Herz raste. Nicht, weil es so anstrengend war, durch diesen Wald zu rennen, sondern weil er Asani nirgends entdecken konnte.
Orks hatten sie angegriffen und es war zu einem heftigen, aber kurzen Gefecht gekommen. Kaum wurden die Orks wieder in die Wälder gescheucht, da sah Legolas Asani auch schon ihnen hinterherrennen. Man konnte sie wirklich nicht aus den Augen lassen. Wo war sie jetzt bloß? Er müßte sie doch längst gesehen haben, wenn nicht sogar eingeholt, denn Asani war nicht so schnell wie ein Elb. Aber vielleicht machte sie dieses Schwert dazu.
Dieses verfluchte Ding! Zu seiner Sorge gesellte sich auch ein Quentchen Wut dazu, das seit geraumer Zeit in ihm rumort hatte. Wieso hatte sie ihm nichts davon erzählt? Es war ein Teil von ihr. Es ersetzte praktisch ihre Seele. Anfangs hatte er sich gesagt, daß Asani vielleicht geahnt hatte, daß er schwarze Magie verurteilte und hatte es deswegen für sich behalten. Aber je mehr er darüber nachdachte, desto unwahrscheinlicher kam es ihm vor. Die Wut kochte langsam hoch, als er eine andere Möglichkeit in Erwägung zog. Sie hatte es einfach nicht für nötig gehalten, ihm über diesen Pakt aufzuklären. Nein, er mußte es von Goleyn erfahren.
Behende sprang er über ein Erdloch und lief den Gequieke und Gezeter der fliehenden Orks nach. Asanis Schritte hörte er leider nicht. Aber er sah dieses verfluchte Ding in der Nähe zwischen den Bäumen aufleuchten. Wie ein wütender Feuerschweif tanzte er durch die Luft und immer wieder hörte Legolas Orks vor Panik schreien. Sein Herz schlug bereits sehr unregelmäßig, als er auch das leise Zischen von fliegenden Pfeilen wahrnahm. Er war sich sicher, daß mindestens 100 Pfeile sie treffen würden.
Dann hörte es plötzlich auf. Legolas rannte noch schneller. Entweder war das Gefecht zu ende oder die Orks hatten es geschafft, Asani zu überwältigen. Voller Inbrunst betete er, daß das Letzere bitte nicht passiert war. Er sprang über einen liegenden Ast und steuerte die Lichtung direkt vor ihm an. Aber dann hielt er inne. Dieser Ast, über den er gesprungen war...es war kein Ast. Er wandte sich um und stellte fest, daß es ein abgetrennter Arm war. Schaudernd sah er ihn sich genauer an und atmete erleichtert aus, das es einmal einem Ork gehörte und keinem Menschen.
Er setzte seinen Weg fort, der nur so von Leichenteilen übersät war. Immer wieder hielt er entsetzt inne und hoffte, nichts von Asani zu finden. Als er auf der Lichtung ankam, stockte ihm der Atem bei dem Anblick, der sich ihm bot. Überall waren Orks. Tot und in Stücke gehauen. Der Geruch von Blut und Tod stieg Legolas in die Nase. Statt sich abzuwenden, hielt er sich einfach die Nase zu und suchte die Lichtung nach Asani ab. Mit jedem Schritt, den er ging, wurde er nervöser und angespannter. Warum sah er sie nirgends? Sie war doch hier gewesen. Hatte sie etwa dem Blutdurst ihres Schwertes nachgegeben und jagte gerade den letzten Ork hinterher, der vor ihr geflohen war? Legolas versuchte vernünftig zu denken und ungewöhnliche Geräusche zu hören, bevor er kopflos weiter rannte.
Das einzige, was er hörte, war ein mürrisches Knurren und ein feuchtes Geräusch, als ob etwas in Schlamm fiel. Es kam vom anderen Rand der Lichtung. Legolas drehte sich danach um. Ihm schwante nichts gutes.
Er behielt Recht. Einer der tot geglaubten Orks regte sich wieder. Er war über und über mit Schlamm und Blut seiner Kampfgenossen bedeckt. Schwerfällig schubste er einige Leichenteile von sich, die auf ihn lagen. Er hatte erstaunlich lange Haare, die ihm strähnig ins Gesicht hingen und an seinem Körper klebten. Hustend und auf alle Vieren kroch der Ork von den Leichen weg.
Legolas spannte den Bogen und wartete eiskalt darauf, daß sich dieser Ork zu ihm umdrehte, ehe er ihn mit den Pfeil aufspießte. Nein, besser...er würde ihn den Pfeil ins linke Auge schießen und den nächsten in das rechte, ehe er mit einen dritten in sein kleines, schwarzes Orkherz durchbohrte. Allein der Gedanke, daß dieser Ork noch lebte, aber Asani nirgends zu finden war...
"Verdammte Orks", schimpfte der langhaarige Ork plötzlich und seine Stimme klang sehr weiblich. Sich an einem Baum stützend richtete er sich auf und seine ganze Shilouette veränderte sich. Vor Legolas stand nun eine junge Frau, die aussah, als hätte sie sich im Schlamm gewälzt.
"Asani...", hauchte Legolas entsetzt. Schnell ließ er Pfeil und Bogen sinken. Er atmete heftig ein und aus. Es kam ihm vor, als hätte man ihn gegen die Brust geschlagen. Sie war am Leben...
Asani schien es nicht besonders zu interessieren, daß sie dieses Massaker überlebt hatte, denn sie fluchte weiter vor sich her und suchte auf wackligen Beinen ihren Weg durch die vielen toten Orks. Aber sie rutschte auf dem blutgetränkten Boden aus und landete mit einem überraschten Keuchen auf einem Leichenberg. Resigniert seufzend blieb sie sitzen und zog sich die rote Jacke aus. Sie wollte sich gerade mit der Innenseite, das Gesicht abwischen, als sie sich es anders überlegte und die Jacke statt dessen auswrang. Sie würgte angewidert, als Orkblut in dicken Tropfen auf ihre Schuhe tropfte. Mit einem Seufzer warf sie dann das Kleidungsstück weg. Unwirsch wischte sie sich Blut und Dreck aus den Augen und warf die klebrigen Haare zurück. Aber die waren durch den Schlamm und das zähe Blut so schlüpfrig geworden, daß sie ihr wieder ins Gesicht vielen.
Sie dachte, es wäre Blut gewesen, daß aus ihren Haaren tropfte, als der erste Regentropfen auf ihren Arm fiel. Deswegen sah sie etwas verwundert auf, als es sich kalt anfühlte. Sie blickte auf ihren Arm und sah, wie sich dieser einsame Wassertropfen eine dünne Linie saubere Haut unter all dem Schmutz freilegte. Als sie zum Himmel aufblickte, folgten bereits ganze Massen von Wassertropfen. Der Regen prasselte nur so auf sie herunter und spülte den gröbsten Schmutz von ihr herunter. Sie rieb sich ihr Gesicht und ihre Arme und senkte anschließend ihren Kopf, damit das Wasser durch ihre Haare rinnen konnte. Nach einer Weile warf sie das Haar zurück und es klatschte auf ihren Rücken. Diesmal blieb es, wo es war.
Sie sah sich um und lächelte bitter. Da hatte sie wieder ein ziemliches Blutvergießen angerichtet. Es war nicht so schlimm wie damals während des Krieges, aber es reichte, um sie daran zu erinnern. Es tröstete sie nicht, daß hier nur Orks lagen und nicht ihre Verwandten und Freunde...
Seltsam. Der Regen fühlte auf ihren Wangen so heiß an. Vielleicht war sie von diesem Kampf noch etwas erhitzt. Aber ihr Blick war so verschwommen. Ein dicker Kloß saß in ihrem Hals fest und hinderte sie am Schlucken. Als sie den Mund öffnete, um Luft zu holen, entfloh ihr ein leiser Schluchzer. Asani biß die Zähne zusammen und ballte die Fäuste. Nein, sie weinte nicht. Sie hatte nie geweint. Und sie würde auch jetzt damit anfangen.
Legolas hörte dieses leises Schluchzen durch den Regen hindurch. Es klang so verloren und hilflos. Sein Herz flog ihr zu. Er wäre zu ihr gerannt und hätte sie fest an sich gedrückt; sie getröstet, auch wenn er nicht wußte, was sie quälte. Aber ihre unbeugsame Haltung hielt ihn davon zurück. Er wußte durchaus, was sie gerade tat. Sie rang um Selbstbeherrschung und unterdrückte ihren Schmerz. Legolas fand das traurig und ungeheuerlich dumm. Warum war es so schwer für sie, sich ihre Schwäche einzugestehen? Sie war nicht allein. Er war doch da.
Asani preßte Daumen und Zeigefinger fest gegen ihre geschlossenen Augen und atmete einige Male tief durch. Je älter sie wurde, desto schwerer wurde es, Tränen zurückzuhalten. Mit einem Ruck erhob sie sich und ließ die Hand sinken. Schwarze Lichter tanzten vor ihren Augen, als sie sie wieder öffnete. Sie sollte besser zurück zu ihrer Reisegruppe. Seine Majestät würde sicherlich nicht ewig auf sie warten wollen. Blinzelnd und sich immer Wasser aus den Augen wischend sah sie sich um und versuchte sich zu orientieren. Normalerweise, hätte sie nach Spuren gesucht, um ihren Weg zurückzuverfolgen, aber der heftige Regen hatte den Trampelpfad, den die Orks bei ihre Flucht gemacht hatten, verschwinden lassen. Außerdem war der Boden so aufgeweicht, daß sie bei jedem Schritt aufpassen mußte, daß ihre Stiefel nicht im Schlamm steckenblieben.
"Das hast du nun davon...", schalt sie sich selbst und sah sich etwas ratlos um. Aber dann fielen ihr die Arme und Köpfe der armen Orks ein, die sie unterwegs abgeschlagen hatte. Eine Weile konnte sie sich daran orientieren, aber dann? Vielleicht sollte sie es dann mit Rufen versuchen. Legolas würde sie sicherlich hören. Vorsichtig wandte sie sich um, um nach den Körperteilen zu suchen, als sie ihren elbischen Waffenbruder entdeckte. Völlig unbeeindruckt davon, daß er bis auf die Haut durchnäßt war, stand er da und sah sie mit einem unergründlichen Blick an.
"Legolas? Was macht Ihr denn hier?" fragte sie erstaunt.
"Was ich hier mache?" Legolas holte tief Luft. Er wußte nicht, warum er erwartet hatte, daß sie sich bei seinem Anblick in seine Arme werfen und ihren Tränen freien Lauf lassen würde, als ihn wie jetzt kugelrunden Augen anzusehen und ihn solche dumme Fragen zu stellen. Sie war sicherlich noch sehr aufgewühlt von diesem Kampf, sagte er sich und ermahnte sich zur Geduld. Aber dieses Mädchen war manchmal so... "Ich habe mir Sorgen gemacht."
"Oh bitte!" sagte sie und winkte lässig ab. Sie grinste sogar überhebliche. "Wozu? Ich bin doch allein klar gekommen."
"Das sehe ich", sagte er leise. Sein Geduldsfaden wurde immer dünner. "Geht es Euch gut?"
Arrogant hob sie die Brauen und erwiderte kühl: "Danke, aber es geht mir gut. - Ihr habt doch nicht wirklich Sorgen gemacht, oder?"
Die letzten Worte sprach sie aus, als wäre es das größte Verbrechen, sich Sorgen zu machen. Legolas wußte auch warum. Sie tat es nämlich schon wieder. Sie stieß ihn zurück. Seine ganze Anspannung entlud sich ganz plötzlich. Warum war sie nur so stur? Er umklammerte seinen Bogen und fragte mühsam beherrscht: "In Wirklichkeit bin ich einer Wahnsinnigen hinterher gerannt! Was habt Ihr Euch dabei gedacht?"
Asani war von dem unterschwelligen wütenden Ton, den Legolas plötzlich anschlug, sehr irritiert. "Wobei?"
"Wobei?" wiederholte er fassungslos. Er zeigte auf die Leichen, die sie produziert hatte. "Was habt Ihr Euch dabei gedacht, einfach loszurennen? Hättet Ihr nicht warten können? Oder wenigstens sagen können, daß Ihr diesen Orks nachjagt?"
"Ich bin kein kleines Kind, Legolas."
"Habt Ihr eine Ahnung, was alles passieren könnte?"
Asani zog arrogant die Brauen hoch. "Ich mag nicht so alt und weise sein wie Ihr. Aber ja, ich weiß, was passieren kann."
"Wie könnt Ihr so ein Risiko eingehen?"
"Warum nicht? Es ist mein verdammtes Leben!"
Legolas' eigene Brauen zuckten in die Höhe. Er hätte sie am liebsten erwürgt. In einem herrischen Ton, der nur einem Prinzen zu eigen war, befahl er: "Entfernt Euch nie wieder aus meiner Sichtweite!"
Asani sah ihn mit kugelrunden Augen an. Das hatte sie ja noch nie gehört. "Ihr könnt mir gar nichts befehlen!"
"Doch, das kann und werde ich", sagte er bedrohlich leise. "Ihr seid eine Gefahr für Euch selbst. Ihr braucht jemand, der Euch vor Euch selbst schützt."
"Und wer soll mich Eurer Meinung nach schützen?" fragte sie spöttisch. "Ihr etwa?"
"An wen habt Ihr sonst gedacht?" schoß er zurück.
"Das Schwert beschützt mich!" brüllte sie erzürnt. "Ich brauche Euch nicht!"
"Das weiß ich, verdammt!" schrie Legolas aufgebracht. Bei der Erwähnung dieses unseligen Paktes brodelte es wieder in ihm. "Ich weiß von Eurem Pakt!"
"Ach ja?" Asani sah ihn für einen Augenblick erstaunt an. Sie hatte damit gerechnet, daß er fragen würde, was das zu bedeuten hatte. Aber Moment, wenn er es doch schon wußte... "Was regt Ihr Euch noch so auf?"
Seltsamerweise ging er gar nicht darauf ein, sondern fragte: "Warum habt Ihr mir das nicht gesagt?" Er kam dabei einen Schritt näher und stand bald dicht vor ihr.
Sie war zuerst ein wenig irritiert von diesem plötzlichen Themenwechsel. "Wozu noch? Ihr habt es doch auch so erfahren!"
"Darum geht es nicht!" rief er mühsam beherrscht.
"Worum dann?"
Seine Augen funkelten immer noch, als er sie wieder ansah. "Es geht darum, warum Ihr es mir nicht gesagt habt? Warum mußte ich es von einem anderen erfahren?"
Sie sah ihn verwirrt und betroffen an. Warum klang er auf einmal so verletzt? Was machte es schon aus, von wem er ihr Geheimnis erfahren hatte? Es war ja doch keines. Sie verstand ihn einfach nicht. Warum war es so ein großer Unterschied für ihn? "Was erwartet Ihr eigentlich von mir? Ich habe besseres zu tun, als Euch alles aus meinem Leben zu erzählen!"
Zu ihrem Erstaunen, oder besser gesagt Schock, wich Legolas bei diesen heftigen Worten plötzlich zurück. Für einen Augenblick wurden seine Augen dunkel, als würde zornige Feuer in ihm erlöschen. Dafür trat etwas anderes in seine Augen. Enttäuschung...und vor allem Schmerz.
Aber Asani war sich sicher, daß sie sich täuschte, denn sein Blick wurde sehr schnell hart. Und zwar sehr hart und seine Zügen wurden kühl und finster. Es sah jetzt eher so aus, als würde er sie gleich umbringen wollen. Seine schmalen Nüstern bebten, seine Lippen waren so fest zusammen gepreßt, daß sie fast schon weiß waren, und in seiner Wange zuckte ein Muskel. Wenn sie nur einen Blick von seinem Gesicht genommen hätte, hätte sie vielleicht auch seine Faust gesehen, die sich so fest um seinen Bogen geschlossen hatte, bis die Knöchel weiß hervortraten. Sie rechnete fest damit, daß er sie wenigsten anschreien würde. Aber nichts dergleichen passierte.
"Wie Ihr meint", preßte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, wandte sich scharf von ihr ab und ließ sie stehen, wo sie war. Asani schnaubte abfällig und schüttelte genervt ihre Kopf. Elben...Wäre er wütend geworden, weil er dieses Gefecht verpaßt hatte, hätte sie das verstanden. Aber nein, der Herr Elb war wütend, weil er sich übergangen fühlte. Er erwartete doch nicht wirklich, daß sie jedes Detail aus ihrem Leben vor ihm offenlegte, oder? Das war nicht nur beängstigend und entsetzlich, sondern auch ungeheuerlich unverschämt!
Aber der Gipfel seiner Unverschämtheit war ja, daß er sich Sorgen um sie gemacht hatte. Nur deswegen war ihr gefolgt und hatte er sie angeschrien. Asanis Wut flammte erneut auf. Hielt er sie etwa für unfähig? Außerdem hatte er gewußt, daß sie durch das magische Bündnis mit ihrem Schwert unverwundbar war. Ihr wäre nichts passiert. Selbst ihr Vater hatte sich niemals um sie gesorgt, wenn sie in die Schlacht geritten war. Er hatte vollstes Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Das war der absolute Liebesbeweis in ihrem Clan.
Aber Legolas war kein Ifrey. Machten sich Elben auch dann Sorgen, wenn sie wußten, daß einem nichts passieren konnte? War dies ihre Art, einem ihre Sympathie oder Zuneigung zu zeigen? Sagten sie sich auch alles? Hatten Elben tatsächlich das Bedürfnis, alles über den anderen zu erfahren? Standen sie sich so nahe? Aber Legolas und sie standen sich nicht wirklich nahe, sie waren nur Waffenbrüder...Sie nagte sich zweifelnd auf die Unterlippe. Nun, eigentlich sollten Waffenbrüder sich nahe sein, deswegen begannen und beendete sie den Tag gemeinsam. Vielleicht hätte sie ihm doch alles oder zumindest einiges erzählen sollen...
Asani bekam Kopfschmerzen bei diesem Gedanken. Schlimmer noch, sie hatte das Gefühl, etwas richtig falsch gemacht zu haben. Scham und Zweifel stiegen in ihr hoch. Warum hatte sie nicht früher daran gedacht? Die Kälte in ihrer Heimat mußte ihren Verstand eingefroren haben. Was hatte sie getan? Als sie den Blick hob, um ihm nachzusehen, schien ein Gewicht auf ihren Lungen zu lasten und ihr Herz zu zerquetschen. Ihr war danach wie ein kleines Kind aufzustampfen und zu schreien. Diese Elben! Warum waren sie bloß so seltsam?
Es war sehr schwer, aber sie schluckte ihren Ifrey Stolz hinunter und lief ihm hinterher. Sie konnte es nicht ertragen, ihn gehen zu sehen. Nicht so. "Legolas!"
Nun ja, vielleicht ließ sich so ein angeborener Stolz nicht wirklich hinunterschlucken, denn er regte sich wieder, als Legolas stehen blieb und sie kühl und herablassend ansah. Er machte es ihr nicht leicht. "Ich kann nicht versprechen, daß ich immer auf Euch warte, wenn mich ein Kampf erwartet..."
Legolas' Gesicht verfinsterte sich wieder und diesmal erkannte sie etwas Bitterkeit in seinen Blick. Er wandte sich erneut von ihr ab, aber sie griff schnell nach seinem Arm und suchte verzweifelt nach seinem Blick. "Aber ich versprechen, ich werde Euch es immer wissen lassen. Dann soll es an Euch liegen, ob Ihr mir folgt oder mich gehen laßt."
Er sah sie völlig ausdruckslos an und regte sich nicht. Asanis Mut sank ins Bodenlose. Aber sie senkte weder ihren Blick noch flehte sie um seine Vergebung. Es war schwer, sehr schwer für sie, alles Gelernte und Angeborene für diesen wichtigen Moment zu vergessen und sie schämte sich sehr, daß es ihr nicht gelingen wollte. Deswegen zog sie ihre Hand, die auf seinem Arm lag, langsam zurück und mit gemessenen Bewegungen wandte sie sich schließlich von ihm ab, als er ihr immer noch nicht antwortete.
Sie war kaum einen Schritt gegangen, als sie einen harten Griff um ihr Handgelenk spürte. Sie wurde ziemlich grob zurückgezogen und prallte dann gegen Legolas' harte Brust. Bevor sie wieder zur Atem kam oder begriff, was passiert war, wurde sie von zwei Armen fest umschlungen und ihr Gesicht wurde gegen seine Schulter gedrückt. Sie keuchte erschrocken auf und wollte ihn von sich stoßen, weil er sie zu fest an sich drückte und sie kaum Luft bekam, aber er verstärkte den Druck nur noch mehr und ihr blieb nichts anderes übrig, als das geschehen zu lassen. Sie fühlte sich sowieso viel zu schwach und müde, um sich gegen ihn zu wehren...außerdem wußte sie nicht, ob sie sich überhaupt wehren sollte. Dies war doch Legolas...
Zögernd hob sie die Arme und schlang sie etwas schüchtern um seinen Rücken. Mit geschlossenen Augen schmiegte sie ihr Gesicht an seinem Hals. Es machte ihr nichts aus, daß seine langen Haare naß an ihrer Stirn klebten und der nasse Stoff seiner Jacke an ihrer Wange rieb. Denn wieder einmal fühlte sie ein entnervendes Kribbeln über ihre Wirbelsäule wandern, als sein Duft ihr in die Nase stieg. Wind und Wald...diesmal mischte sich der Regen hinzu und Asani drückte ohne nachzudenken ihre Lippen auf seinen Puls. Großer Gott, er war so warm...wie war das nur möglich? Ihre Hände krallten sich in seine Schultern und sie wollte sich auf die Zehenspitzen stellen, um festzustellen, ob er woanders genauso warm war, aber da grub er eine Hand in ihr nasses Haar und zog ihren Kopf daran etwas zurück, damit sie ihm in die Augen sah. Sie fühlte sich wie auf frischer Tat ertappt und blickte ihn etwas ängstlich an, als sich sein ernster und unerbittlicher Blick in ihre Seele bohrte.
"Ich folge Euch in jeden Eurer Kämpfe, ob Ihr wollt oder nicht, Asani", flüsterte er und küßte sie hart auf den Mund. Dann ließ er ohne eine weiteres Wort stehen und ging unbeirrt den Weg zurück, den er gekommen war. So bekam er nicht mit, wie Asani langsam die Hand zu ihren Lippen hob und völlig verstört in den Schlamm fiel.
Ende des 13. Kapitels
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Hallo, ihr wunderbaren Menschen vor dem Monitor! *lautschneuz* Ich habe gerade die Reviews gelesen. Ihr seid alle so lieb zu mir! Ich hätte nicht gedacht, daß sich so viele diese Geschichte antun und sie so gut finden, daß sie öfter Reviews hinterlassen. *flenn* Ihr seid so nett zu mir! *heul* Ich kann euch nicht genug danken. Ihr seid so unglaublich! *neuesTaschentuchbrauch* Das habe ich alles gar nicht verdient!
*verbeugtsichbisNasezwischendenKnienist* VIELEN, VIELEN, LIEBEN DANK!!!!
...Nein, ich habe nicht meine Tage!
