Die Kapitel 22 und 23 widme mich zwei lieben, lieben, lieben Menschen (ob die wollen oder nicht). Lialynne, die sich ärgert, daß ich "nie die Kurve kriege" und daß sie nicht die Rohfassung des ursprünglichen Kp. 22 bekommen hat ^_^. Und dann SMILODON!!! Vielen Dank für die 100. Review!!! *konfettiwerf* *tröt* *bumsfalara*
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Titel: Den Jäger erlegen
Autorin: Sleepy Tiger
Warnung: Ylang-Ylang
Disclaimer: Lord of the Rings © J.R.R. Tolkien
22. Kapitel: Sterne über Perrigon
Wenn er die Augen schloß, konnte er sich schon vorstellen, Zuhause in Düsterwald zu sein. Der sachte Nachtwind bewegte sich sanft durch die Blätter der Bäume und trug den herb würzigen Geruch von Erde, Holz und Gras zu ihm. Allerdings mischte sich auch der salzige Duft des Meeres hinein, der Legolas daran erinnerte, daß dieser Ort nur eine Illusion war. Oberon Temonis' meisterhafte Illusion von Düsterwald: das Bordell Elbenwald.
Der Abend war bereits angebrochen und das Haus hatte seine Türen geöffnet. Im Wald spielte eine Gruppe von menschlichen Waldnymphen mit reichen Männer und Frauen Verstecken. Wo diese Spielchen endeten, war Legolas durchaus bewußt und so hielt er sich abseits von diesem Treiben. Ihm war nicht wirklich danach von einen der Gästen angesprochen zu werden. Er brauchte Zeit und Raum für sich, um in Ruhe nachdenken zu können. Seine Gedanken waren immer noch bei den letzten Worten Oberons.
"Ihr müßt den Jäger erlegen, Hoheit", hatte er gesagt.
"Was meint Ihr damit?" hatte Legolas etwas ratlos gefragt. Oberon konnte doch nicht wirklich meinen, daß er Asani wie ein Tier bei der Jagd erlegen sollte, oder?
"Nun, das ist so...", Oberon hatte an dieser Stelle inne gehalten und nach den richtigen Worten gesucht, als dann dieses entnervend geheimnisvolle Lächeln auf seinen Zügen aufgetaucht war. "Nein, ich werde es Euch nicht sagen. Ihr werdet es selbst herausfinden müssen, was es heißt, einen Jäger zu erlegen. Schließlich war ich auch auf mich allein gestellt, als ich um Delaya freite. Ich will Euch den Spaß nicht verderben."
Zu Legolas' großer Enttäuschung lenkte Oberon das Gespräch dann auf Bruchtal und Lothlorien. Er war so begierig darauf gewesen von Düsterwald zu hören, daß Legolas ihm diesen Wunsch nicht abschlagen konnte. Als es Zeit wurde, das Elbenwald für eine neue Nacht zu öffnen, tauchten einige Probleme mit Lieferanten auf, um die sich Oberon kümmern mußte. Der Bordellvater rief den jungen Pagen Puni, damit dieser Legolas im Haus herumführte und das Gästezimmer zeigte. Nach dem kleinen Rundgang im Haus stand Legolas nun in diesem künstlichen Wald und sah hoch zum Sternenhimmel Perrigons. Man hatte in dieser Nacht das Glasdach geöffnet, weil das Wetter so schön war. Angeblich wären heute Nacht die Sterne besonders strahlend und zahlreich, was daran lag, daß Neumond war. Tatsächlich sah der Himmel aus wie eine schwarze Samtdecke, auf der man Diamanten ausgestreut hatte.
Der Elbenprinz suchte gerade nach Sternbildern, die man in Düsterwald nicht sehen konnte, als unweit von ihm Grashalme unter leichten Schritten einknickten. Sie klangen etwas zögernd und die Person blieb hin und wieder stehen. Legolas seufzte. Es war wohl einer der Gäste, der sich bei der Suche nach seiner Nymphe verlaufen hatte. Der Elb verschwand zwischen den Bäumen und wartete darauf, daß der Gast wieder ging. Aber der Mensch kam ihm immer näher und ging schließlich ein Stück ohne Unterbrechung. Legolas erkannte den Rhythmus dieser Schritte. Es war Asani. Er kam wieder aus seinem Versteck hervor und folgte den Geräuschen, die sie bei ihrer Wanderung machte. Auf der Wiese, auf der sie ihn mit Lucille "erwischt" hatte, entdeckte er sie schließlich. Sie stand mit dem Rücken zu ihm und blickte um sich. Sie hörte ihn nicht kommen. Sie konnte es nicht, aber sie spürte dennoch seine Anwesenheit. Mit einem kleinen Lächeln drehte sie sich zu ihm um. "Hier seid Ihr!"
Erfreut erwiderte er dieses Lächeln und kam auf sie zu. "Ihr habt mich gesucht?"
Asani runzelte die Stirn. "Oberon sagte mir, daß Ihr mich sucht."
Legolas war ebenfalls überrascht, aber es gab nicht eine Regung in seinem Gesicht, die das zeigte. Er hatte nie Oberon darum gebeten, Asani zu ihm zu schicken. Dann hatte Oberon es aus eigenem Antrieb getan. Gab er ihm so die Möglichkeit, noch in dieser Nacht heraus zu finden, was es bedeutete, einen Jäger zu erlegen? Langsam kam er auf sie zu und sagte bedächtig: "Ja, in der Tat. Ich suchte Euch."
Ihre Brauen gingen in die Höhe und sie blickte ihn wachsam an, aber zu seiner Erleichterung wich sie nicht zurück als er direkt vor ihr stand.
"Ich habe Euch schon sehr lange gesucht", fügte er hinzu und lächelte warm, als die Verwirrung bei ihr zunahm.
"Jetzt bin ich hier", erwiderte sie etwas unsicher. "Was gibt's?"
Legolas schwieg. Unter ihrem mißtrauischem Blick hob er die Hand und strich eine Strähne aus ihrer Stirn. Er wertete es als gutes Zeichen, daß sie seine Hand nicht weg schlug oder ihn anfauchte. "Habt Ihr Wein getrunken?"
Er beherrschte sich, nicht laut loszulachen. Ihr Gesichtsausdruck war unbezahlbar. Ihre Augen groß vor Verwirrung und Erstaunen und ihre Stirn in tiefe Falten gelegt. Sie war so perplex, daß sie tatsächlich antwortete: "Nein, wieso?"
"Ach nichts..." Er schüttelte lächelnd den Kopf und wurde etwas mutiger. Mit den Fingerspitzen strich er ihr eine weitere Strähne hinters Ohr. Wie zufällig berührte er die empfindsame Kontur ihres Ohrs und tippte das Ohrläppchen an. "Und Gimli ist auch wirklich im Palast?"
Ihr Erstaunen schlug in Mißtrauen um. Ihre Augen verengten sich etwas. "Ja, doch."
"Schön", meinte er immer noch lächelnd und genoß ihre sichtliche Verwirrung. Der Schelm in ihm erwachte und er beschloß, sie noch mehr zu verwirren: "Wollt Ihr mit mir Sterne zählen?"
Sie blickte abrupt zum Sternen übersätem Himmel hoch und brauchte sehr lange, um ihm zu antworten. Ungläubig und sehr langsam fragte sie dann: "Ihr habt nach mir gesucht, um mit mir Sterne zu zählen?"
"Ja." Er lächelte sie heiter an, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. "Heute nacht sind ziemlich viele da."
"Legolas, geht es Euch gut?" Sie verdrehte die Augen, als er daraufhin lachte. Sie machte auf dem Absatz kehrt und murrte. "Wenn Ihr Euch nur über mich lustig machen wollt, dann lautet meine Antwort nein."
"Ihr wollt mich hier mutterseelenallein lassen?" rief er ihr hinterher. Als sie sich zu ihm umdrehte, fügte er hinzu: "Lucille und ihre Freundinnen laufen hier schließlich noch frei herum."
Asani versuchte verärgert dreinzuschauen, aber ein Mundwinkel hob sich verräterisch. "Wenn Ihr hier bleibt, passiert Euch nichts."
In gemäßigten Schritten überwand er die Distanz zu ihr. Seltsamerweise kam er sich dabei vor wie ein Raubtier, daß seine Beute anpirschte. Es kam der Wahrheit auch recht nahe. Er wollte den Jäger erlegen...auch wenn er nicht ganz wußte, wie. Vielleicht sollte er sich an dem Raubtier orientieren. Diese schlichen sich leise an, um das Opfer in Sicherheit zu wiegen. Es ging darum, sich nicht sehen zu lassen. Aber Asani sah Legolas nur allzu deutlich. Also, mußte er seine Absichten verdeckt halten. Während er sich ihr näherte, blickte er sich scheinbar interessiert um. So schien es absolut unverdächtig zu sein, als er auf einmal dicht neben ihr stand. "Warum soll mir hier nichts passieren?"
"Das ist Oberons Lieblingsplatz", erklärte Asani und blieb stehen, wo sie war. "Lucille und die andren sorgen dafür, daß sich niemand hierher verläuft. Die Wiese hier ist heilig. Oberon kommt jeden Morgen hierher und zählt jedes Grashalm."
"Warum das?" Legolas ging einige Schritt um Asani und blieb vor ihr stehen. Erst jetzt sah er ihr ins Gesicht.
Sie ahnte nichts und lächelte zu ihm hoch. "Das ist die Nachbildung der Wiese, auf der Oberon seine Frau erlegt hat."
"Tatsächlich?" Legolas horchte auf.
"Hat er Euch das nicht erzählt?"
"Nein. – Wollt Ihr mir diese Geschichte erzählen?"
"Furchtbar gerne", erwiderte sie ironisch. "Aber leider habe ich zu tun."
"Was habt Ihr denn noch zu tun?" fragte er und stellte sich ihr in den Weg.
"Na, saubermachen."
"Saubermachen?"
"Es wissen nicht alle in diesem Haus, wer oder was ich bin."
"Und daher verkleidet Ihr Euch als Dienerin?"
"So falle ich nicht auf."
Sein Blick glitt über das dunkelrote Kleid mit dem engen Mieder und dem aufreizenden Ausschnitt. Ihr Busen wölbte sich verführerisch über dem bestickten Rand und die Farbe schmeichelte ihren Teint. Eine lose Strähne fiel über ihre Schulter und rundete das sinnliche Bild ab. "Seid Ihr Euch sicher?"
Sie blickte ihn fragend an, ehe ihr Blick abrupt auf ihr Dekolleté flog. Vorsichtshalber zog sie das Mieder etwas höher. "Das ist nun einmal die übliche Uniform. Beschwert Euch bei Oberon, wenn sie Euch nicht gefällt."
"Sie steht Euch ganz zauberhaft", versicherte er ihr lächelnd. Als sie ihn ungläubig ansah, fuhr er fort: "Ein wenig gewagt vielleicht, aber sehr hübsch."
"Ihr müßt nicht nett sein", erwiderte sie mürrisch, obwohl eine verräterische Röte in ihr Gesicht kroch. "Ich weiß, wie ich aussehe."
"Aber Ihr seht nicht das, was ich sehe", flüsterte er bedeutungsvoll. Als sie ihn stirnrunzelnd ansah, lächelte er leichthin und fragte etwas lauter: "Ihr wollt mir wirklich erzählen, daß Ihr in so einer Nacht arbeiten wollt?"
"Nun ja", sagte sie schmunzelnd und sah zum Himmel hoch. "Nicht wirklich..."
Legolas lächelte wieder und setzte sich ins Gras. Er blickte erwartungsvoll zu ihr hoch und klopfte auf den Platz neben sich. "Kommt, setzt Euch zu mir. Zählt mit mir ein paar Sterne."
"Was habt ihr Elben bloß mit den Sternen?"
"Sie leiten uns in bitterer Not. Sie trösten uns in schweren Zeiten und sie sind wunderschön." Legolas legte den Kopf schief. "Gibt es bei euch in der Eiswüste denn keine Sterne?"
Er sah ihr an, daß sie ihn zurechtweisen wollte, aber sie hielt plötzlich inne und überlegte. "Nein...die haben wir wirklich nicht."
"Was?" Legolas blickte schockiert zu ihr hoch. "Keine Sterne?"
"Wir haben den Mond", verteidigte sie sich. "Er ist im Norden besonders groß und leuchtend...allerdings verschluckt er wohl so auch alle Sterne."
"Dann wird es an der Zeit, daß Ihr Euch ein paar Sterne anseht", meinte er lachend und klopfte erneut auf den Boden neben sich. "Es ist ein Verbrechen, sich eine so schöne Nacht entgehen zu lassen."
Sie seufzte. "Legolas, ich muß..."
"...den Tag mit mir beenden", beendete er ihren Satz. Er sah sie mit gespielter Strenge an, als sie ihn etwas verblüfft ansah. Als spräche er mit einem Kind, fuhr er fort: "Wir sind doch Waffenbrüder, wißt Ihr das noch?"
Sein Ton ärgerte sie und murrend gab sie zur Antwort: "Das weiß ich!...Aber mit Sterne zählen?"
"Ihr braucht mich auch nicht mehr zum meinem Zimmer begleiten." Legolas fand sich keineswegs erbärmlich, daß er ihr mit so einem Vorschlag das Hierbleiben schmackhaft machte. Unschuldig erwiderte er ihren mißtrauischen Blick und verkniff sich das Lächeln, als sie sich brummend neben ihm setzte.
"Also gut, wo fangen wir an?" fragte sie und blickte etwas mürrisch zum Himmel hoch. Legolas hielt es nicht mehr aus und fiel lachend ins Gras.
"Was ist?" wollte sie wissen und verzog mißmutig das Gesicht.
"Wir machen das Sternezählen ein wenig anders", erklärte der Elb immer noch lachend und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.
"So? Und wie?" fragte sie zunehmend verstimmter.
"Wir erzählen uns dabei Geschichten", fuhr er fort. Als sie ihn säuerlich anblickte, deutete er hoch zu den Sternen. "Jeder von ihnen hat einen Namen und eine Geschichte."
"Und die erzählt ihr euch bei eurem Sternezählen?" fragte sie. "Das wird mit mir nicht ganz gehen. Ich kenne nicht einen Stern." Sie lächelte humorlos und ahmte seinen Ton nach. "Wir Ifreys haben keine Sterne, wißt Ihr?"
"Das macht nichts", erwiderte Legolas glatt und lächelte geheimnisvoll. "Ihr könnt mir andere Geschichten erzählen." Er hielt inne und tat so, als würde er überlegen. "Zum Beispiel etwas über eure Brautwerbung. Ihr Ifreys erlegt eure Frauen, wenn ich das richtig verstanden habe. Warum?"
Sie zuckte mit den Schultern, als sie es ihm erklärte: "Bei uns Ifreys muß man die Frau erlegen, ehe man mit ihr den Bund eingeht. Sonst ist die Verbindung unehrenhaft und man bringt viel Schande über den Clan."
"Tatsächlich?" Legolas mimte Erstaunen und rutschte etwas zu ihr. "Und wie tat es Oberon? Ich meine, er ist kein Ifrey, oder?"
"Hat er Euch die Geschichte nicht erzählt?" fragte sie erstaunt. "Er erzählt sie jedem, ob sie wollen oder nicht. Und jedes Mal mit so einer Begeisterung, als wäre es gestern passiert."
"Vielleicht, weil er seine Frau sehr liebte."
"Ja, das hat er", flüsterte sie mit einem traurigen Lächeln und rupfte etwas Gras aus dem Boden. "Er liebt sie immer noch. Selbst jetzt nach Tausenden Jahren spricht er von ihr."
Sie warf das Gras hoch und beobachtete, wie die leichte Brise die Grashalme aufwirbelte. Aber viele davon fielen auf die beiden herab. Schmunzelnd schüttelte der Elb den Kopf, um die Halme aus seinem Haar loszuwerden und fand einen weiteren Grund, sich Asani zu nähern und zu berühren. Er half ihr dabei, das Gras aus dem Haar zu zupfen. Legolas' Blick wurde etwas verträumt. Sie duftete wie immer nach Blumen und heute schien dieser Duft seine Sinne zu vernebeln. Er fühlte eine angenehme Schwäche in seinen Glieder kriechen. Am liebsten hätte er einfach seinen Kopf in ihren Schoß gelegt. Natürlich wagte er es nicht. Er spürte immer noch ihr Mißtrauen ihm gegenüber. Aber vielleicht noch ein wenig näher an sie heran? Er entdeckte einen Grashalm in ihrem Ausschnitt und streckte schelmisch lächelnd die Hand danach aus...
"Stimmt das, daß Elben nur einmal lieben können?"
Legolas erschrak bei dieser plötzlichen Frage und zog schnell die Hand zurück. Er sah sie überrascht an, als er die Frage begriff. Sie hatte ihn nicht einmal dabei angesehen. Statt dessen starrte sie lieber die Sterne an. Er holte tief Luft, bevor er ihr antwortete: "Für gewöhnlich ist es so."
"Hm...dann müßt Ihr Euch wohl sehr gut überlegen, mit wem Ihr den Bund eingeht, oder?"
Legolas lachte leise. "Nein, eigentlich nicht." Er rieb sich das Kinn und überlegte. "Manchmal ist es die Frage der Zeit, bis Liebe entsteht. Aber zumeist hat das Schicksal seine Finger im Spiel."
"Soll das heißen, ihr seht einander und wißt, daß ihr zusammengehört?"
"Wenn wir Glück haben, ja", grinste Legolas. Er zupfte einen vergessenen Grashalm aus ihrem Haar und drehte ihn zwischen den Fingern. "Manchmal jedoch sehen wir uns jeden Tag und begreifen nicht, daß wir zusammen gehören...bis es zu spät ist. – Wie ist es bei den Ifreys."
Asani grinste schief. "Wenn einem Mann eine Frau gefällt, versucht er sie zu erlegen. Wenn es klappt, bleiben sie bis zum Tod verbunden, ansonsten verliert er ein Körperteil."
Legolas' Brauen gingen in die Höhe. "Das klingt aber nicht sehr romantisch."
"Es geht ums Überleben, nicht um Romantik", erwiderte sie indigniert. "Außerdem ist es bei uns zu kalt für solche Gefühlsduseleien."
"Aha." Legolas lachte bei diesen Worten und blickte unschuldig zu ihr hoch. "Wie geht das Ganze denn vor sich? Dieses Erlegen, meine ich."
Sie schien nichts zu ahnen und zuckte wieder mit der Schulter: "Wie man eben ein Tier erlegt."
"Wie auf der Jagd? Mit Fallen und Verfolgung und Einkesseln?"
"Fast", räumte sie ein und schien zu überlegen. Legolas beobachtete sie ruhig und wartete auf ihre Antwort. "Es kommt manchmal zu erbitterten Kämpfen, aber am Ende wird die Frau natürlich nicht umgebracht und gehäutet."
"Was macht man dann?"
"Normalerweise fragt man die Frau, ob sie sich als erlegt betrachtet."
Er blickte sie ehrlich erstaunt an. "Man fragt sie, ob sie erlegt worden ist?"
"Ich habe doch gesagt, das Ende ist etwas anders als bei der echten Jagd", lachte Asani. "Das Erlegen einer Ifrey Kriegerin hat nichts mit besiegen zu tun. Man mißt zwar seine Kraft und sein Können mit ihr, aber die Entscheidung zum Bund wird ihr im Falle einer Niederlage gelassen."
"Und wenn sie nein sagt?" wollte Legolas wissen und saß mittlerweile dicht neben ihr.
Sie lachte plötzlich auf. "Dann macht man das wie Oberon. Man schwängert sie einfach. Dann hat sie keine Wahl." Sie blickte Legolas ins Gesicht und grinste. "Das hat er Euch nicht erzählt? Der große Jäger und Verführer Oberon Temonis hat nicht vor Euch angegeben?"
"Nein, leider nicht", seufzte Legolas bedauernd und erhob sich auf seine Knie. "Er wollte, daß ich es selbst herausfinde."
Ende des 22. Kapitels
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Ich habe da wieder gemogelt...ich habe den Elben etwas angedichtet. Aber hoffentlich stört es euch nicht...zumindest nicht allzu sehr.
Ich hoffe auch, ihr denkt jetzt nicht, ich mache das jetzt häufiger...so 2 Kapitel auf einmal. Eigentlich war es ein Kapitel, aber dann wurde es zu lang und ein wenig länger. Dann habe ich es halt in 2 Teile gebrochen. Das lag wohl daran, daß ich Ylang-Ylang in meine Duftlampe geträufelt habe. Ich habe gelesen, daß das Zeug besonders die weibliche Seite – das "Yin" - in einem Menschen anregt, die Seele beruhigt, Sinnlichkeit erzeugt und Endorphine freisetzt...aber da war keine Warnung dabei, daß man in einer kurzen Zeitspanne eine extrem blühende Phantasie entwickeln könnte. *beschwerdebriefaufsetz*
