Kapitel 6

Sie gingen die Korridore auf und ab und wussten zum Schluss gar nicht mehr wo sie waren. Alles war so verwirrend. Hier eine bewegliche Treppe, da eine andere. Und die Gemälde an den Wänden waren auch nicht sehr hilfreich wenn man sie nach fragte wo es denn hier einen Ausweg aus dem Labyrinth gab. Schließlich fanden sie sich auf einer Treppe wieder, die in die richtige Richtung führte. Leider wäre es Eneira fast schlecht geworden, anhand des Tempos in welchem sich die Treppe herumdrehte.

,,Also in dem Potterfilm sieht der Wood ja sooooo gut aus!", schwärmte Elaine.

,,Ja, und Draco erst!", erwiderte Eneira und musste wieder würgen.

„Seekrank, was?", fragte Elaine amüsiert und tätschelte ihrer Schwester die Backe. „Finger weg, sonst kotz ich!", schrie Eneira und hielt sich krampfhaft am Geländer der Treppe fest.

Schließlich kam die Treppe zum stehen und Eneira rannt fast fluchtartig den nächst besten Gang entland.

„Ich liebe diesen festen Boden!", meinte sie erleichtert und ging in die Knie um mit einer Handfläche fast zärtlich über den Fußboden zu streichen.

„Aber jetzt gehen wir Draco suchen!", fügte sie noch hinzu und stand wieder auf.

,,Ha, der sieht doch aus als benutzt er für seine Haare statt Gel, die gute Lätta Frühstücksmargarine.", meinte Elaine fast gehässig, obwohl sie auch reichlich nach dem Potter-Film für diesen Jungen geschwärmt hatte.

„Ich guck ihn mir in natura an. Mal sehen wer von beiden besser aussieht!", sagte Eneira und dachte dabei an einen Schönheitswettbewerb und plötzlich kam ihr das Bild von Wood und Draco in Bikins auf einem Laufsteg in den Kopf. Sie begann lautstark zu lachen und teilte Elaine unter schweren Lachkrämpfen ihre Idee mit.

„Ich glaube die würden aber nie in Bikinis durchs Schloß laufen! Obwohl.... Wir sollten mal nach einem passenden Zauberspruch nachschlagen! Das wäre sicher lustig!", meinte Elaine dann und ein vorfreudiges Grinsen lag auf ihren Lippen. Doch als Eneira auf ein Portrait aufmerksam wurde, ging dieser Gedankengang unter.

,,Hey, guck mal! Das ist die fette Dame! Das Portrait vom Gryffindorturm.", sagte sie und deutete auf das Bild.

,,Stark. Ähm, ist der Oliver Wood da?", fragte Elaine das Portrait. Die fette Dame nickte nur stumm. „Könnten wir dann zu ihm rein?", versuchte sie es dann vorsichtig. Eneira verdrehte genervt die Augen.

,,Ich dachte du kannst die Bücher zitieren?", fragte Eneira. Elaine nickte nur zustimmend, aber im Moment nicht wissend worauf ihre Schwester hinaus wollte.

,,Ja und warum überlegst du dann nicht was dieses Portrait immer fragt?"

,,Passwort?", fragte auch schon das Portrait und bei Elaine machte es ‚Klick'.

,,Ach, toll. Kennst du etwa das Passwort?"

,,Nö. Müssen wir eben warten, bis jemand rauskommt.", schlug Eneira vor und setzte sich auf den Boden.

,,Na toll, und wie lange gedenkst du zu warten?"

,,Bis jemand rauskommt. Hab ich doch gesagt!" Elaine seufzte.

,,Du, was mir da gerade einfällt. Wie sieht es eigentlich zur Zeit mit Voldy aus? Ist schon irgendwas passiert? Ist Potter tot?", fragte Eneira und sah Elaine erwartungsvoll an.

,,Sieht nicht so aus.", antwortete sie und deutete nach rechts, wo Harry, Ron und Hermine kamen.

,,Och Gott, der sieht aber ganz anders aus als im Film.", meinte Eneira kritisch undmusterte ihn von oben bis unten.

,,Genau, also der echte Harry sieht irgendwie zermatscht aus.", kommentierte Elaine und besah sich Harrys Gesicht.

„Ich weiß ja nicht wer ihr seid, aber das mit seinem Gesicht war ein Klatscher. Malfoy hat den Treibern des Teams gesagt, sie sollen sich um Harry kümmern und da haben sie einen Klatscher direkt auf Harry geschossen. Doch er hat ihn nicht gesehen und konnte deshalb auch nicht ausweichen.", antwortete Ron ihnen in einem ganz sachlichen Ton.

„Na Hermine, so schweigsam heute? Willst du uns nicht erzählen wie die Anziehungskraft der Erde auf diesen Unfall eingewirkt hat?", fragte Eneira und sah Hermine voller Erwartung an.

Hermine stand der Mund offen. ,,1:0 für uns.", meinte Eneira daraufhin lässig.

„Könnt ihr mal dem Oliver bescheid sagen? Wir wollen ihn sprechen.", fragte Elaine um schnell von diesem unangenehmen Thema abzulenken.

,,Wer seid ihr überhaupt?", fragte nun Harry.

,,Top Secret, Schatzi! Jetzt müssen wir erst einmal mit Oliver reden.", erinnerte Eneira. Sie nickten, gingen in den Turm und wenig später kam Oliver Wood, der Quidditchkapitän, aus dem Gryffindorturm.

,,Hallo, ich bin Oliver und wer seid ihr?", begrüßte er und kam auf die Mädchen zu.

,,Du bist Oliver?", fragte Elaine ungläubig und machte großte Augen. Er nickte.

,,Ach, so´n Mist.", maulte Elaine und ging einfach an Oliver vorbei.

„Tja, ich glaub sie ist enttäuscht. Man sieht sich!", rief Eneira schnell und folgte ihrer Schwester.

Oliver starrte ihnen total verdutzt hinterher. Was waren denn das für welche? Kopfschüttelnd ging er wieder zurück in den Gryffindorturm.

,,Elaine, warte mal.", rief Eneira und hielt Elaine an. ,,Was ist denn los?"

„Was los ist? Hast du Oliver gesehen? Der ist total hässlich! Das ist eine richtige Beleidigung für Sean Biggerstaff so einen hässlichen Typen zu spielen!", antwortete Elaine und atmete geräuschvoll aus.

„Stimmt. Ich hoffe wirklich Draco wurde nicht so schlecht gecastet." Elaine nickte und zusammen setzten sie ihren Weg fort.

,,Sag mal, steht in den Büchern eigentlich wie man in den Slytherin Gemeinschaftsraum kommt?", fragte Eneira.

,,Klar, im zweiten Band Seite 230. Da steht was von wegen Steinwand in der eine Tür versteckt ist.", antwortete Elaine. ,,Ich zitiere: eine in der Wand versteckte steinerne Tür glitt auf."

,,Aha, dann müssen wir diese Wand nur noch finden.", sagte Eneira und deutete auf eine Treppe. ,,Lass uns da runter gehen! Da müssten die Kerker sein." Elaine nickte und beide stiegen die Treppe hinunter. Dort unten trafen sie auf keinen anderen als auf ihren Vater.

,,Hi Dad!", sagten sie gemeinsam und Severus blieb stehen.

,,Guck mal, er hört schon drauf.", flüsterte Elaine.

,,Ja, wie so ein süßer kleiner Schoßwauwau.", erwiderte Eneira. Severus blickte auf die beiden hinunter und folgte dem Gespräch. Er räusperte sich demonstrativ um auf seine noch anwesende Anwesenheit. (*lol*) aufmerksam zu machen.

,,Ach, äh ups.", stotterte Eneira und Elaine grinste ihr schadenfroh zu. ,,Wo ist der Slytherin Gemeinschaftsraum?", half Elaine ihrer Schwester. ,,Was wollt ihr denn da?", fragte Severus erstaunt. ,,Wir wollen zu D...", begann Eneira doch Elaine stieß sie an.

,,Wir wollen uns unseren zukünftigen Gemeinschaftsraum angucken.", sagte Elaine dann. Severus schmunzelte, fast schon erfreut. Seine Töchter waren Slytherins! ,,MEINE Töchter, wie sich das anhört.", überlegte er und bekam ganz glasige Augen, sodass Elaine wieder mal mit einer Hand vor seinem Gesicht rumwedelte.

„Diese Abwesenheitszustände sind aber kein gutes Zeichen. Vielleicht sollte er mal zu Poppy gehen!", überlegte Elaine laut und sah Severus dabei fürsorglich ins Gesicht. ,,Meinst du, dass es die auch gibt?", fragte Eneira. „Die anderen gibt es ja auch. Warum dann nicht auch die Krankenschwester?", antwortete Elaine.

,,Stimmt.", bestätigte Eneira.

Severus blickte sie auf ein Mal wieder an. „Man, du kannst einen aber auch ganz schön erschrecken. Erst bist du weggetreten und dann bist du augenblicklich wieder da.", sagte Eneira erschrocken. Severus schaute sie nur ungläubig an.

,,Also, wo ist jetzt der Gemeinschaftsraum?", fragte Elaine noch einmal. ,,Da hinten!", sagte er mit einer abwesenden Handbewegung. ,,Und das Passwort?", fragte Eneira. ,,Salazar Slytherin.", antwortete er und ging einfach weiter. ,,Ist ja sehr einfallsreich.", kommentierte Eneira.

Sie schritten in die Richtung, in die Severus gewiesen hatte und standen dann vor einer Wand. ,,Salazar Slytherin", sagten sie gemeinsam und sie glitt auf.

Sie grinsten sich gegenseitig an und traten ein.

,,Ist ja der Wahnsinn! Hammeraffensuperstark!", sagte Elaine anerkennend und lachte.

,,Ja, sieht aus wie ein Kerker.", sagte Eneira daraufhin.

Elaine verdrehte die Augen. ,,Das IST ein Kerker!", antwortete sie genervt und sah sich weiter um. Einige Sessel standen vor einem Kamin und farblich war der ganze Raum in einem dezentem grün gehalten, was wohl auch nicht verwunderlich war. So waren ja die Slytherin Farben grün und silber.

,,Ja, wo sind sie denn alle?", fragte Eneira und schaute in jede Ecke des Raumes und sah dann schließlich noch unter den Tischen, die an den Wänden standen, nach. Elaine schaute auf ihre Uhr.

,,Es ist jetzt sechs, da..."

,,Gibt es was zu Essen!", unterbrach sie Eneira begeistert.

„Da muss ich dir ausnahmsweise mal Recht geben. Ich hab Hunger.", erwidere Elaine und sie verließen den Gemeinschaftsraum wieder.

,,Tja, jetzt erst mal die große Halle finden.", sagte Eneira und sah sich suchend um.

„Hier werden bestimmt keine Schilder stehen"

„Große Halle da lang!", machte Elaine sie drauf aufmerksam und deutete in Richtung Türe.

„Hm, stimmt. Erst aus dem Gemeinschaftsraum raus! Also was steht in den Büchern? Die große Halle ist irgendwo in der Nähe vom Eingangsportal. Also, suchen wir erst mal danach." Elaine schaute sie anerkennend an. ,,Solch ein Auffassungsvermögen hätte ich dir gar nicht zu getraut.", sagte sie und befühlte Eneiras Stirn.

,,Ich bin gesund.", meinte sie daraufhin nur und ging weiter. Sie trotteten die Gänge entlang Treppe hoch, Treppe runter. Und schließlich entdeckten sie das Eingangsportal. Eneira freute sich dabei, dass ihr nicht wieder schlecht geworden war, denn dies hätte wohl erhebliche Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme bedeutet.

,,Ha! Guck da ist das Portal und direkt links daneben ist die große Halle.", sagte Eneira stolz.

,,Na ein Glück. Ich verhungere.", antwortete Elaine und ging zielstrebig auf die Tür der großen Halle zu. Zusammen gingen sie hinein und sahen sich um.

,,Ist ja abgefahren! Guck mal, es gewittert! Was machen die eigentlich wenn es mal richtig heftig regnet?", meinte Eneira und deutete auf die Decke der Halle.

,,Guck mal, da ist Dad!", erwiderte Elaine und überhörte Eneiras letzte Frage einfach. Die Lehrer und Schüle blickten sie an und die Mädchen winkten fröhlich.

,,Ey guck mal, da hinten ist Draco!", meinte nun wieder Eneira.

,,Oh toll, seine Haare sehen wirklich aus wie mit Lätta Frühstücksmargarine behandelt.", sagte Elaine enttäuscht.

„Komm lass uns mal Dad fragen wo wir uns hinsetzten sollen. Ich brauch jetzt endlich was Essbares zwischen meine Zähne.", sagte nun Eneira und ging weiter. Elaine folgte ihr und sie traten an den Lehrertisch heran.

,,Guten Abend zusammen.", grüßten sie freundlich und wandten sich dann an ihren Vater. ,,Du Dad, dürfen wir uns an den Slytherintisch setzten?", fragte Elaine und Eneira nickte zustimmend.

,,Bitte!", sagten beide und warteten auf eine Reaktion. Die Lehrer waren in ihren Bewegungen erstarrt. Hatten diese Mädchen eben tatsächlich zu Severus Dad gesagt? Elaine und Eneira konnten praktisch sehen wie sich die Fragezeichen über den Köpfen aller bildeten.

Severus nickte nur und Elaine und Eneira stürzten los. Am Tisch setzte sich Elaine auf die linke und Eneira auf die rechte Seite Dracos.

,,Hallo Draco.", begrüßte Eneira ihn in ihrem süßesten Ton, den sie hinbekam. Draco verschluckte sich an seinem Kürbissaft und Elaine schlug ihm beherzt auf den Rücken.

,,Wer seid ihr und woher kennt ihr mich?", würgte er hervor und langsam konnte er wieder normal atmen.

„Ach das ist eine lange Geschichte. Später Mal! Jetzt haben wir erst einmal Hunger!", meinte Eneira und packte sich den Teller voll.

,,Ey guck mal Elaine. Die haben hier Tomaten, Gurken und Paprika!", schwärmte sie und nahm sich von jedem etwas. Elaine schaute jetzt auch auf den Tisch.

,,Hey und hier erst. Die haben auch Radieschen!", meinte nun Elaine.

„Verbrenn dir den Hals selbst! Ich esse die Dinger nicht noch mal.", erwiderte Eneira und stopfte sich eine Cocktailtomate in den Mund. Draco schaute immer wieder von Elaine zu Eneira. ,,Ihr seid ja Zwillinge!", bemerkte er und blickte wieder von einer zur anderen.

„Hm echt? Hab ich noch gar nicht entdeckt!", gab Elaine ironisch von sich. Aber Eneira antwortete dann: ,,Ja, das sind wir. Und das ist auch gut so!" Elaine bediente sich derweil reichlich an den Tomaten, so dass sich die anderen Schüler fast Sorgen machen mussten, dass noch etwas übrig blieb.

,,Wer seit ihr?", fragte nun ein Mädchen, welches die beiden als Millicent Bullstrode identifizierten.

,,Hi Millicent, wie geht es deiner Katze?", wollte Elaine wissen. ,,Äh, gut. Woher wisst ihr...?", fragte sie erstaunt und machte ein langes Gesicht. ,,Ach, lange Geschichte.", antwortete Elaine und grinste ihrer Schwester zu. „Ach, und zu der Frage wer wir sind. Das ist Elaine und ich bin Eneira Snape.", meinte sie und aß unbeirrt weiter.

,,Snape?", fragten nun mehrere am Tisch und blickten Elaine und Eneira an. Beide nickten.

,,Ist er euer Vater?", fragte Draco und sah demonstrativ zum Lehrertisch. Meinte er da wirklich eine gewisse Ähnlichkeit zu sehen? Wieder nickten beide zustimmend auf seine Frage.

,,Ja, das ist unser Daddy.", bestätigte Eneira und deutete mit ausgestrecktem Zeigefinger zum Lehrertisch.

,,Ich wusste gar nicht, dass Snape Kinder hat.", meinte Draco.

,,Wussten wir auch nicht. Haben wir erst heute erfahren.", antwortete Elaine und nahm sich noch eine Tomate. Elaine und Eneira genossen die verwirrten Blicke, die sie von den anderen zugeworfen bekamen und aßen ungehindert weiter. Später erhoben sich alle von den Tischen und auch Elaine und Eneira standen auf.

,,Komm, lass uns zu Daddy gehen. Mal sehen was er wirklich so in seiner Freizeit treibt.", schlug Elaine vor und grinste.

,,Genau, dass können wir dann wahrheitsgetreu in unsere Fanfiction einbauen." Beide gingen schnellen Schrittes in Richtung Kerker. Eneira klopfte kurz mit der Faust gegen die Bürotüre und wartete dann aber erst gar nicht auf eine Reaktion von Severus. Eneira riss die Tür auf und die Mädchen traten ein, hinter sich die Türe wieder ins Schloss werfend.

Severus sah erschrocken auf, sein Haltung entspannte sich aber wieder etwas als er seine Töchter erkannte.

,,Hi Dad!", meinte Eneira und ging auf ihn zu. Er saß hinter seinem Schreibtisch und hatte einige Pergamente vor sich liegen. Sie griff geradewegs nach dem Pergament das er vor sich liegen hatte und zog es ihm unter der Nase weg.

,,Huch! Das ist ja ein Test"", meinte Eneira und Elaine kam einige Schritte näher um auch einen Blick darauf zu erhaschen.

,,Eneira, gib das sofort wieder her! Was fällt dir eigentlich ein?!", schrie Severus aufgebracht und zog ihr das Pergament wieder weg.

,,Keep cool, Dad!", meinte Eneira nur und grinste. Elaine ging auf die Tür zu den Privaträumen zu und winkte Eneira mit sich zu kommen.

,,Hättest du gedacht, das Hermine Ich-weiss-alles, eine solche Sauklaue hat?!", sagte Eneira und verschwand mit diesen Worten im Wohnraum ihres Vaters.