Kapitel 24
Die Zwillinge standen, unschlüssig was sie tun sollten, in ihrem Zimmer. Elaine entschied sich schließlich dafür ein Buch zu lesen und Eneira verkroch sich hinter dem PC. ,,Dreh mal Musik an!", forderte Eneira Elaine auf, doch die gab nur ein murrendes ,,Mach doch selber"von sich. ,,Hey! Nun mach aber mal halblang! Du hockst doch direkt dran!", meckerte Eneira zurück und Elaine verdrehte die Augen, ließ sich aber dann doch dazu herab und machte die Stereoanlage an.
,,Na also geht doch!", sagte Eneira zufrieden und suchte das Internet nach neuen Fanfictions ab. Nach einiger Zeit ging mit einem Mal die Tür auf und Severus stand auf der Schwelle. Beide Mädchen sahen ihn erstaunt an und Eneira zog eine Augenbraue nach oben. ,,Was willst du denn hier?", fragte sie und stand auf. ,,Was ich hier will? Habt ihr keine Ahnung?", fragte er leicht angesäuert. ,,Ähm, wenn wir vergessen haben abzutrocknen würdest du nicht kommen und angestellt haben wir in letzter Zeit auch nichts. Hey! Das ist eigentlich eine gute Idee. Was meinst du Eneira?"
Eneira nickte. ,,Aber haben wir nicht erst gestern..."Sie schlug sich mit einer Hand vor die Stirn. ,,Wir haben Dad´s Strafarbeit vergessen!"Elaine schaute sie erstaunt an. ,,Wieso vergessen? Ich war davon ausgegangen, dass Dad sich was anderes ausdenkt, weil wir mit diesen Pflanzen, na ja du weißt schon."Severus räusperte sich plötzlich. ,,Oh, sorry Dad! Wir haben dich eben etwas übergangen.", meinte Eneira und schaute ihn entschuldigend an.
,,Allerdings. Aber ihr werdet heute den ganzen Nachmittag darüber nachdenken können, was ihr bis jetzt alles angestellt habt. Ich lasse mich von euch nämlich nicht mehr zum Narren halten. Und ich sage euch, wenn es heute wieder einen Zwischenfall gibt, werdet ihr es wahnsinnig bereuen.", sagte Severus und ein spur von Bitterkeit war in seiner Stimme zu hören.
,,Also Daddy, entschuldige bitte, aber 1. Können wir uns gar nicht mehr daran erinnern, was wir schon alles gemacht haben und 2. Hast du schön öfters gesagt, dass wir es bereuen werden. Und in Endeffekt haben wir wieder eine Strafarbeit mit Zwischenfall produziert.", meinte Eneira und grinste. Severus atmete tief ein und Eneira hatte das Gefühl sie hätte das eben nicht sagen sollen.
,,Ich sage euch mal was! Wenn ihr aus jeder Sache einen Spaß macht, werdet ihr irgendwann daran zu Grunde gehen! Könnt ihr mir nicht einfach mal gehorchen? Wenn ihr nur meine Schüler wärt, hättet ihr schon längst die Schule verlassen müssen. Ihr nehmt euch alles heraus. Ihr denkt ihr könnt euch alles erlauben! Und das bin ich leid. Also habe ich beschlossen, sollte es noch so einen Zwischenfall geben, verschließe ich für euch den Zugang nach Hogwarts."
Elaine und Eneira starrten sich an. ,,Daddy das kannst du nicht machen!", protestierte Elaine, doch Eneira nickte. ,,Elaine, ich glaub er hat recht." Elaine und Severus starrten sie an. ,,Was? Darf ich nicht mal meinem Lieblingsdaddy zustimmen?"Elaine verdrehte die Augen. ,,Du bist so dämlich!"Um Severus´ Lippen kräuselte sich ein leichtes Lächeln, was aber sofort wieder verschwand, als die Mädchen ihn anblickten. ,,Ihr werdet heute Nachmittag das Klassenzimmer putzen. Longbottom war wieder zu dämlich seinen Trank umzurühren."
Die beiden seufzten. ,,Muss das sein?"Severus nickte. ,,Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben."War seine knappe Antwort. Die beiden Mädchen schlurften aus dem Zimmer und Severus folgte ihnen. Unten in der Küche stand Gianne mal wieder am Herd. Das machte sie in letzter Zeit öfters. Severus schilderte ihr kurz was er mit den Mädchen vorhatte und wollte dann auf den Dachboden gehen, doch Gianne hielt ihn auf. ,,Severus bleibst du noch?"Severus drehte sich um und die Mädchen warfen sich einen vielsagenden Blick zu. ,,Dad, du kannst ruhig hier bleiben. Wir zaubern uns Putzzeug, wenn du es erlaubst und dann machen wir das Klassenzimmer sauber. Du musst nicht mitkommen. Und du musst auch nicht denken, dass wir was anstellen. Wir wissen ja was dann passiert."
Severus schaute sie an. Das war heute nun schon das zweite Mal das Eneira eine so vernünftige Aussage machte. Er war misstrauisch, wollte Gianne aber jedoch nicht vor den Kopf stoßen und nickte schließlich. ,,Geht, aber ihr wisst ja..."Die beiden nickten. Und gingen auf den Dachboden, um von dort aus durch den Schrank nach Hogwarts zu gelangen. Severus und Gianne setzten sich schweigend im Wohnzimmer aufs Sofa. ,,Tee? Kaffee?", brach Gianne das Schweigen. ,,Kaffee, wie immer.", War Severus´ Antwort und Gianne stand sichtlich nervös auf, um ihm diesen zu holen. Kurze Zeit später, stellte sie ihm eine Tasse vor die Nase.
,,Schwarz, hab ich recht?", fragte sie und lächelte. Severus nickte. ,,Du wolltest etwas mit mir besprechen?", fragte er dann und nahm einen Schluck aus der Tasse. ,,Ja... nein. Eigentlich wollte ich nur nicht alleine sein. Ich vermisse Corin nicht direkt, aber es ist doch einsam ohne ihn. Und einen Job hab ich auch nicht mehr. Ich weiß einfach nicht was ich noch machen soll. Ich bin dir deshalb sehr dankbar, dass du dich um die Mädchen kümmerst."Gianne nahm ein Taschentuch zur Hand und schnäuzte sich die Nase.
,,Es sind auch meine Töchter und ich habe ihnen gegenüber eine gewisse Verantwortung. Ich habe sie schließlich mehrere Jahre noch nicht einmal gesehen. Zauberst du eigentlich noch?"Giannes Gesicht nahm einen Hauch rosa an. ,,Ich habe einen ganzen Raum unsichtbar gemacht. Da drinnen sind meine Zauberutensilien. Hach, ich hoffe bloß, dass die Mädchen ihn niemals finden."
Elaine und Eneira befanden sich derzeit im Klassenzimmer für Zaubertränke und schrubbten den Boden. ,,Ich komme mir vor wie Daddys Putze.", meinte Elaine und tauchte ihren Schwamm in den Wassereimer. ,,Hm, Ansichtssache. Wir haben es verdient.", antwortete Eneira und wischte summend die Tische ab. Elaine schnaufte und klatschte den Schwamm auf den Boden. ,,Verdammt noch mal Eneira!"Eneira drehte sich erschrocken zu Elaine. ,,Was denn?"
,,Sei wieder normal und nicht so einsichtig. Da kriegt man ja ein ganz schlechtes Gewissen!",,Ok, ok. Aber ich finde trotzdem, dass wir etwas netter zu Daddy sein sollten. Weil wenn wir Glück haben, bahnt sich zwischen Mum und Dad wieder was an.",,Ne, jetzt ehrlich?", fragte Elaine erstaunt. ,,Ja sicher. Hast du nicht den flehenden Blick gesehen, den Mum Daddy zu geworfen hat, als sie ihn bat da zu bleiben?"
Elaine stimmte zu. ,,Wir verhalten uns ab sofort total vorbildlich!" Doch in beiden Köpfen waren die selben Gedanken: "Oh Hilfe, das schaffen wir nie!" Gianne und Severus hatten sich in der Zwischenzeit über alles mögliche unterhalten und er machte nun Anstalten aufzustehen. Gianne bemerkte es und erhob sich ebenfalls.
,,Sehr nett, dass du mir zugehört hast. Du hast mir damit sehr geholfen!", sagte sie und trat mit wenigen Schritten an ihn heran. ,,Danke!", setzte sie noch hinzu und umarmte ihn vorsichtig. Severus ließ es geschehen. Plötzlich merkte er wie Gianne unkontrolliert zu zittern begann. Sie schluchzte und Severus legte seine Arme etwas steif um ihren zitternden Körper. ,,Ich habe dich all die Jahre so vermisst. Doch ich war immer zu stolz, um zu dir zurückzukehren. Ich hätte dich nie verlassen dürfen. Es war ein sehr großer Fehler! Ich habe Corin nie so geliebt wie dich. Ich habe die ganze Zeit versucht dich in Corin wiederzufinden. Aber du bist einzigartig. Und deshalb habe ich dich immer geliebt und tue es auch immer noch.", sagte sie und blickte Severus an, der sehr mit seiner Fassung zu ringen schien.
Schließlich nickte er und löste sich von Gianne. ,,Ich werde sehen, ob die Mädchen ihr Versprechen gehalten haben. Wir sehen uns.", sagte er und verließ das Wohnzimmer. Gianne blickte ihm traurig hinterher. Wenn sie doch nur wieder zu ihm zurück könnte...
Elaine und Eneira seufzten. Sie hatten gerade den letzten Tisch von Ruß und Staub befreit und waren somit fertig. Die Tür ging auf und Severus kam herein. Er wirkte sichtlich durcheinander. ,,Dad, ist alles in Ordnung? Hast du dich mit Mum gestritten?", fragte Elaine prommt, doch Severus schüttelte den Kopf. ,,Geht, ihr seid hier fertig. Aber ich gebe euch einen Tipp. Es wäre wirklich sehr unpassend, wenn ihr jetzt wieder einen eurer... Späße versucht. Lasst es.", sagte er und verließ den Raum. Die beiden sahen ihm hinterher. Was war denn mit dem passiert?
Sie zuckten schließlich mit den Schultern und verließen das Klassenzimmer. Sie wussten nichts mit sich anzufangen. Also beschlossen sie wie auch immer in die Festung ihres Opas zu gelangen. Sie standen schließlich an der Appariergrenze und sahen sich an. ,,Und jetzt?", fragte Eneira. ,,Wir können nicht apparieren."
,,Blitzmerker!", antwortete Elaine und grübelte. ,,Das Mal!", sagte sie plötzlich und zog ihre Robe hoch. ,,Hm, vielleicht, wenn wir es berühren?", schlug Eneira vor und Elaine machte dies auch sogleich. Mit zwei Fingern berührte sie den Totenkopf an ihrem Oberarm. Sofort begann sie sich rasend schnell um die eigene Achse zu drehen und verschwand. ,,Is ja geil!", meinte Eneira, berührte ebenfalls ihr Mal und verschwand.
Als sie endlich aufhörte sich zu drehen, stand sie in der Eingangshalle von Voldemort´s Festung. Elaine stand an eine Wand gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt. ,,Na, kommst du auch endlich?", meinte sie und stieß sich von der Wand ab. ,,Komm, ich glaube er ist auf seinem Thron!", fügte sie noch hinzu und lächelte schief. Eneira folgte ihr und leise schlichen sie sich zum Thronsaal.
Severus saß an seinem Schreibtisch, den Kopf auf die Hände gestützt und grübelte. Er musste zugeben Giannes Worte hatten ihn sichtlich aus der Bahn geworfen. Damit hatte er nicht gerechnet. Er wusste nicht was er tun sollte. Er wusste seine derzeitigen Gefühle für sie nicht zu deuten. War es Liebe oder akzeptierte er sie nur? Er konnte es nicht sagen. Es viel ihm schwer ihr zuzuhören, wenn sie über ihre Ehe mit Corin sprach. Es schmerzte.
Elaine legte einen Finger an den Mund. ,,Pscht, sonst hört er uns noch. Er wird noch früh genug erfahren, dass wir da sind."Eneira nickte und grinste fies. ,,Der wird sich freuen!"Sie bogen um eine Ecke und erblickten Lucius Malfoy, der sich mit einem weiteren Todesser unterhielt. Er hatte ihnen den Rücke zugekehrt und schien sie nicht zu bemerken. Elaine grinste voller Vorfreude. Und bedeutete Eneira stehen zu bleiben. Sie allerdings trat immer näher an Lucius heran. Kurz bevor sie in ihn herein rannte blieb sie stehen und tippte ihm mit einem Finger auf die Schulter.
,,Hey du! Bist du auch mal wieder da? Hast du Nachmittagsdienst?", fragte sie und Lucius drehte sich erschrocken um. Als er Elaine erblickte wich er sofort ein paar Schritte zurück. ,,Lucius was ist?", fragte der andere Todesser und besah sich Elaine von oben bis unten.
,,Das ist eine der Enkelinnen des Lords und Snape´s Tochter!", sagte er und etwas Panik schwang in seiner Stimme mit. ,,Oh, verzeiht!", meinte daraufhin der Todesser und verbeugte sich hastig vor Elaine. ,,Hey ich bin auch noch da!", meinte daraufhin Eneira und trat hinter der Ecke hervor. Sofort wich der letzte Rest Farbe aus Lucius´ Gesicht und er suchte hastig das Weite.
,,Was bist du denn für ein nettes Steh-auf-Männchen? Hat Lucius dich eingeladen? Küss die Hand schöne Frau!", fügte Eneira noch hinzu und trat an den Todesser heran. Der verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Elaine fühlte sich sofort dazu berufen einzugreifen und klärte Eneira auf, dass dieser Todesser ein Mann sei.
,,Auf mich macht er aber einen so schwulen Eindruck. Er könnte auch ne Transe sein und das würde niemandem auffallen.", meinte daraufhin Eneira und stemmte die Hände in die Hüften. ,,Ich wette so gut wie alle Todesser sind schwul!"Elaine rollte mit den Augen. ,,Ja klar und wahrscheinlich haben die auch alle ne Gummipuppe im Schrank!"Eneira nickte hastig und zog Elaine hinter sich her.
,,Wir können gleich mal bei Voldy gucken gehen!", schlug sie vor und Elaine seufzte. Im Thronsaal wurden sie auch sogleich fündig. Voldemort saß auf seinem Thron und hatte seinen Zauberstab auf einen am Boden liegenden Todesser gerichtet, der unter Schmerzen zusammenzuckte. ,,Na, betreibst du wieder deinen Lieblingssport?", wollte Eneira sogleich wissen und gesellte sich zu ihm. Voldemort verdrehte die Augen und seufzte. ,,Was wollt ihr denn hier? Habt ihr kein Zuhause?"
,,Oh, der Meister hat einen Witz gerissen!", sagte Elaine und trat aus einem Schatten hervor. ,,Und was machst du hier? Hast du kein Zuhause?", fragte Eneira und erntete dafür einen bösen Blick von ihrem Opa. ,,Ich arbeitete!", war seine knappe Antwort. ,,Woran? An der Weltherrschaft?", fragte Elaine und besah sich den Todesser am Boden, der aufgehört hatte zu zucken und nun ruhig dalag. ,,Und was hat der da verbrochen?", wollte sie nach einer kurzen Pause wissen.
,,Er hat mir nicht den nötigen Respekt zukommen lassen, der mir gebührt." ,,Ach so. Aber das machen wir doch auch nicht!", meinte dann Eneira und schaute ihn verständnislos an. Elaine legte einen Finger an den Mund. ,,Pscht! Bis jetzt hat er es doch noch nicht bemerkt. Musst du immer alles verraten?"Eneira lachte. ,,Also, wir wollten dich nicht stören. Versuch ruhig weiter die Weltherrschaft an dich zu reißen! Wir gucken gerne zu. Vielleicht können wie noch was lernen!", meinte sie dann und machte eine Handbewegung in Richtung dem Todesser am Boden.
,,Ähm, sollen wir den da anfeuern, damit er nicht gleich verreckt?", fragte dann Elaine und Eneira nickte. Zusammen sangen sie los: ,,Steh auf, wenn du am Boden bist. Steh auf, auch wenn du unten liegst. Steh auf, es wird schon irgendwie weiter gehn!"Voldemort beäugte sie mit einem komischen Blick und beide entschieden sich dafür, sich ihren eigenen Todesser zum Ärgern zu suchen.
,,Hier müsste es ja einige geben. Gibt es hier so was wie einen Aufenthaltsraum?", fragte Eneira, doch Elaine zog sie nur die Augen verdrehend hinter sich her. ,,Und jetzt?", fragte Eneira dann als sie wieder vor dem Saal standen.
,,Wir werden jetzt zurück nach Hause gehen. Ich glaube wir sollten langsam mal rausfinden was mit Mum und Dad ist."Eneria stimmte zu und zusammen gingen sie ein Stück durch das Schloss. ,,Aber wie sollen wir nach Hause kommen? Wir können nicht apparieren!", sagte sie dann und Elaine blieb stehen.
,,Gut, Richtungswechsel! Opa muss uns helfen!"Schnurstracks standen sie wieder im Thronsaal. Voldemort schien nun sichtlich genervt. Der Todesser von vorhin lag nun leblos am Boden. Voldemort ließ die Leiche verschwinden und starrte die Mädchen erwartungsvoll an. ,,Wir wollen nach Hause!", sagte Elaine und Voldemort zuckte mit den Schultern. ,,Na und? Es hindert euch Keiner dran. Im Gegenteil!",,Ja ja, wir wissen, dass wir dich nerven. Ein Grund mehr uns jetzt zu helfen.", konterte Eneira und Elaine grinste sie an.
,,1 zu 0 für Eneira!", kommentierte sie und beide blickten ihren Opa nun erwartungsvoll an. Dieser verdrehte die Augen. ,,Hier!", sagte er dann schließlich und reichte den beiden eine Taschenuhr. ,,Und was sollen wir damit anstellen?"Eneira war unverbesserlich. ,,Dreimal drehen, dann seid ihr wieder an der Apperiergrenze von Hogwarts. Und jetzt verschwindet!" Elaine und Eneira nickten. ,,Zu freundlich!", sagten sie im Chor und rannten zur Tür.
Voldemort schien plötzlich etwas einzufallen. Hastig stand er auf und verließ den Thronsaal. ,,Hoffentlich haben sie nichts kaputt gemacht!", murmelte er vor sich hin und verschwand um eine Ecke. Elaine und Eneira hatten in der Zwischenzeit die Taschenuhr ordnungsgemäß eingesetzt und waren somit wieder auf dem Hogwartsgelände.
Die Zwillinge standen, unschlüssig was sie tun sollten, in ihrem Zimmer. Elaine entschied sich schließlich dafür ein Buch zu lesen und Eneira verkroch sich hinter dem PC. ,,Dreh mal Musik an!", forderte Eneira Elaine auf, doch die gab nur ein murrendes ,,Mach doch selber"von sich. ,,Hey! Nun mach aber mal halblang! Du hockst doch direkt dran!", meckerte Eneira zurück und Elaine verdrehte die Augen, ließ sich aber dann doch dazu herab und machte die Stereoanlage an.
,,Na also geht doch!", sagte Eneira zufrieden und suchte das Internet nach neuen Fanfictions ab. Nach einiger Zeit ging mit einem Mal die Tür auf und Severus stand auf der Schwelle. Beide Mädchen sahen ihn erstaunt an und Eneira zog eine Augenbraue nach oben. ,,Was willst du denn hier?", fragte sie und stand auf. ,,Was ich hier will? Habt ihr keine Ahnung?", fragte er leicht angesäuert. ,,Ähm, wenn wir vergessen haben abzutrocknen würdest du nicht kommen und angestellt haben wir in letzter Zeit auch nichts. Hey! Das ist eigentlich eine gute Idee. Was meinst du Eneira?"
Eneira nickte. ,,Aber haben wir nicht erst gestern..."Sie schlug sich mit einer Hand vor die Stirn. ,,Wir haben Dad´s Strafarbeit vergessen!"Elaine schaute sie erstaunt an. ,,Wieso vergessen? Ich war davon ausgegangen, dass Dad sich was anderes ausdenkt, weil wir mit diesen Pflanzen, na ja du weißt schon."Severus räusperte sich plötzlich. ,,Oh, sorry Dad! Wir haben dich eben etwas übergangen.", meinte Eneira und schaute ihn entschuldigend an.
,,Allerdings. Aber ihr werdet heute den ganzen Nachmittag darüber nachdenken können, was ihr bis jetzt alles angestellt habt. Ich lasse mich von euch nämlich nicht mehr zum Narren halten. Und ich sage euch, wenn es heute wieder einen Zwischenfall gibt, werdet ihr es wahnsinnig bereuen.", sagte Severus und ein spur von Bitterkeit war in seiner Stimme zu hören.
,,Also Daddy, entschuldige bitte, aber 1. Können wir uns gar nicht mehr daran erinnern, was wir schon alles gemacht haben und 2. Hast du schön öfters gesagt, dass wir es bereuen werden. Und in Endeffekt haben wir wieder eine Strafarbeit mit Zwischenfall produziert.", meinte Eneira und grinste. Severus atmete tief ein und Eneira hatte das Gefühl sie hätte das eben nicht sagen sollen.
,,Ich sage euch mal was! Wenn ihr aus jeder Sache einen Spaß macht, werdet ihr irgendwann daran zu Grunde gehen! Könnt ihr mir nicht einfach mal gehorchen? Wenn ihr nur meine Schüler wärt, hättet ihr schon längst die Schule verlassen müssen. Ihr nehmt euch alles heraus. Ihr denkt ihr könnt euch alles erlauben! Und das bin ich leid. Also habe ich beschlossen, sollte es noch so einen Zwischenfall geben, verschließe ich für euch den Zugang nach Hogwarts."
Elaine und Eneira starrten sich an. ,,Daddy das kannst du nicht machen!", protestierte Elaine, doch Eneira nickte. ,,Elaine, ich glaub er hat recht." Elaine und Severus starrten sie an. ,,Was? Darf ich nicht mal meinem Lieblingsdaddy zustimmen?"Elaine verdrehte die Augen. ,,Du bist so dämlich!"Um Severus´ Lippen kräuselte sich ein leichtes Lächeln, was aber sofort wieder verschwand, als die Mädchen ihn anblickten. ,,Ihr werdet heute Nachmittag das Klassenzimmer putzen. Longbottom war wieder zu dämlich seinen Trank umzurühren."
Die beiden seufzten. ,,Muss das sein?"Severus nickte. ,,Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben."War seine knappe Antwort. Die beiden Mädchen schlurften aus dem Zimmer und Severus folgte ihnen. Unten in der Küche stand Gianne mal wieder am Herd. Das machte sie in letzter Zeit öfters. Severus schilderte ihr kurz was er mit den Mädchen vorhatte und wollte dann auf den Dachboden gehen, doch Gianne hielt ihn auf. ,,Severus bleibst du noch?"Severus drehte sich um und die Mädchen warfen sich einen vielsagenden Blick zu. ,,Dad, du kannst ruhig hier bleiben. Wir zaubern uns Putzzeug, wenn du es erlaubst und dann machen wir das Klassenzimmer sauber. Du musst nicht mitkommen. Und du musst auch nicht denken, dass wir was anstellen. Wir wissen ja was dann passiert."
Severus schaute sie an. Das war heute nun schon das zweite Mal das Eneira eine so vernünftige Aussage machte. Er war misstrauisch, wollte Gianne aber jedoch nicht vor den Kopf stoßen und nickte schließlich. ,,Geht, aber ihr wisst ja..."Die beiden nickten. Und gingen auf den Dachboden, um von dort aus durch den Schrank nach Hogwarts zu gelangen. Severus und Gianne setzten sich schweigend im Wohnzimmer aufs Sofa. ,,Tee? Kaffee?", brach Gianne das Schweigen. ,,Kaffee, wie immer.", War Severus´ Antwort und Gianne stand sichtlich nervös auf, um ihm diesen zu holen. Kurze Zeit später, stellte sie ihm eine Tasse vor die Nase.
,,Schwarz, hab ich recht?", fragte sie und lächelte. Severus nickte. ,,Du wolltest etwas mit mir besprechen?", fragte er dann und nahm einen Schluck aus der Tasse. ,,Ja... nein. Eigentlich wollte ich nur nicht alleine sein. Ich vermisse Corin nicht direkt, aber es ist doch einsam ohne ihn. Und einen Job hab ich auch nicht mehr. Ich weiß einfach nicht was ich noch machen soll. Ich bin dir deshalb sehr dankbar, dass du dich um die Mädchen kümmerst."Gianne nahm ein Taschentuch zur Hand und schnäuzte sich die Nase.
,,Es sind auch meine Töchter und ich habe ihnen gegenüber eine gewisse Verantwortung. Ich habe sie schließlich mehrere Jahre noch nicht einmal gesehen. Zauberst du eigentlich noch?"Giannes Gesicht nahm einen Hauch rosa an. ,,Ich habe einen ganzen Raum unsichtbar gemacht. Da drinnen sind meine Zauberutensilien. Hach, ich hoffe bloß, dass die Mädchen ihn niemals finden."
Elaine und Eneira befanden sich derzeit im Klassenzimmer für Zaubertränke und schrubbten den Boden. ,,Ich komme mir vor wie Daddys Putze.", meinte Elaine und tauchte ihren Schwamm in den Wassereimer. ,,Hm, Ansichtssache. Wir haben es verdient.", antwortete Eneira und wischte summend die Tische ab. Elaine schnaufte und klatschte den Schwamm auf den Boden. ,,Verdammt noch mal Eneira!"Eneira drehte sich erschrocken zu Elaine. ,,Was denn?"
,,Sei wieder normal und nicht so einsichtig. Da kriegt man ja ein ganz schlechtes Gewissen!",,Ok, ok. Aber ich finde trotzdem, dass wir etwas netter zu Daddy sein sollten. Weil wenn wir Glück haben, bahnt sich zwischen Mum und Dad wieder was an.",,Ne, jetzt ehrlich?", fragte Elaine erstaunt. ,,Ja sicher. Hast du nicht den flehenden Blick gesehen, den Mum Daddy zu geworfen hat, als sie ihn bat da zu bleiben?"
Elaine stimmte zu. ,,Wir verhalten uns ab sofort total vorbildlich!" Doch in beiden Köpfen waren die selben Gedanken: "Oh Hilfe, das schaffen wir nie!" Gianne und Severus hatten sich in der Zwischenzeit über alles mögliche unterhalten und er machte nun Anstalten aufzustehen. Gianne bemerkte es und erhob sich ebenfalls.
,,Sehr nett, dass du mir zugehört hast. Du hast mir damit sehr geholfen!", sagte sie und trat mit wenigen Schritten an ihn heran. ,,Danke!", setzte sie noch hinzu und umarmte ihn vorsichtig. Severus ließ es geschehen. Plötzlich merkte er wie Gianne unkontrolliert zu zittern begann. Sie schluchzte und Severus legte seine Arme etwas steif um ihren zitternden Körper. ,,Ich habe dich all die Jahre so vermisst. Doch ich war immer zu stolz, um zu dir zurückzukehren. Ich hätte dich nie verlassen dürfen. Es war ein sehr großer Fehler! Ich habe Corin nie so geliebt wie dich. Ich habe die ganze Zeit versucht dich in Corin wiederzufinden. Aber du bist einzigartig. Und deshalb habe ich dich immer geliebt und tue es auch immer noch.", sagte sie und blickte Severus an, der sehr mit seiner Fassung zu ringen schien.
Schließlich nickte er und löste sich von Gianne. ,,Ich werde sehen, ob die Mädchen ihr Versprechen gehalten haben. Wir sehen uns.", sagte er und verließ das Wohnzimmer. Gianne blickte ihm traurig hinterher. Wenn sie doch nur wieder zu ihm zurück könnte...
Elaine und Eneira seufzten. Sie hatten gerade den letzten Tisch von Ruß und Staub befreit und waren somit fertig. Die Tür ging auf und Severus kam herein. Er wirkte sichtlich durcheinander. ,,Dad, ist alles in Ordnung? Hast du dich mit Mum gestritten?", fragte Elaine prommt, doch Severus schüttelte den Kopf. ,,Geht, ihr seid hier fertig. Aber ich gebe euch einen Tipp. Es wäre wirklich sehr unpassend, wenn ihr jetzt wieder einen eurer... Späße versucht. Lasst es.", sagte er und verließ den Raum. Die beiden sahen ihm hinterher. Was war denn mit dem passiert?
Sie zuckten schließlich mit den Schultern und verließen das Klassenzimmer. Sie wussten nichts mit sich anzufangen. Also beschlossen sie wie auch immer in die Festung ihres Opas zu gelangen. Sie standen schließlich an der Appariergrenze und sahen sich an. ,,Und jetzt?", fragte Eneira. ,,Wir können nicht apparieren."
,,Blitzmerker!", antwortete Elaine und grübelte. ,,Das Mal!", sagte sie plötzlich und zog ihre Robe hoch. ,,Hm, vielleicht, wenn wir es berühren?", schlug Eneira vor und Elaine machte dies auch sogleich. Mit zwei Fingern berührte sie den Totenkopf an ihrem Oberarm. Sofort begann sie sich rasend schnell um die eigene Achse zu drehen und verschwand. ,,Is ja geil!", meinte Eneira, berührte ebenfalls ihr Mal und verschwand.
Als sie endlich aufhörte sich zu drehen, stand sie in der Eingangshalle von Voldemort´s Festung. Elaine stand an eine Wand gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt. ,,Na, kommst du auch endlich?", meinte sie und stieß sich von der Wand ab. ,,Komm, ich glaube er ist auf seinem Thron!", fügte sie noch hinzu und lächelte schief. Eneira folgte ihr und leise schlichen sie sich zum Thronsaal.
Severus saß an seinem Schreibtisch, den Kopf auf die Hände gestützt und grübelte. Er musste zugeben Giannes Worte hatten ihn sichtlich aus der Bahn geworfen. Damit hatte er nicht gerechnet. Er wusste nicht was er tun sollte. Er wusste seine derzeitigen Gefühle für sie nicht zu deuten. War es Liebe oder akzeptierte er sie nur? Er konnte es nicht sagen. Es viel ihm schwer ihr zuzuhören, wenn sie über ihre Ehe mit Corin sprach. Es schmerzte.
Elaine legte einen Finger an den Mund. ,,Pscht, sonst hört er uns noch. Er wird noch früh genug erfahren, dass wir da sind."Eneira nickte und grinste fies. ,,Der wird sich freuen!"Sie bogen um eine Ecke und erblickten Lucius Malfoy, der sich mit einem weiteren Todesser unterhielt. Er hatte ihnen den Rücke zugekehrt und schien sie nicht zu bemerken. Elaine grinste voller Vorfreude. Und bedeutete Eneira stehen zu bleiben. Sie allerdings trat immer näher an Lucius heran. Kurz bevor sie in ihn herein rannte blieb sie stehen und tippte ihm mit einem Finger auf die Schulter.
,,Hey du! Bist du auch mal wieder da? Hast du Nachmittagsdienst?", fragte sie und Lucius drehte sich erschrocken um. Als er Elaine erblickte wich er sofort ein paar Schritte zurück. ,,Lucius was ist?", fragte der andere Todesser und besah sich Elaine von oben bis unten.
,,Das ist eine der Enkelinnen des Lords und Snape´s Tochter!", sagte er und etwas Panik schwang in seiner Stimme mit. ,,Oh, verzeiht!", meinte daraufhin der Todesser und verbeugte sich hastig vor Elaine. ,,Hey ich bin auch noch da!", meinte daraufhin Eneira und trat hinter der Ecke hervor. Sofort wich der letzte Rest Farbe aus Lucius´ Gesicht und er suchte hastig das Weite.
,,Was bist du denn für ein nettes Steh-auf-Männchen? Hat Lucius dich eingeladen? Küss die Hand schöne Frau!", fügte Eneira noch hinzu und trat an den Todesser heran. Der verzog das Gesicht zu einer Grimasse. Elaine fühlte sich sofort dazu berufen einzugreifen und klärte Eneira auf, dass dieser Todesser ein Mann sei.
,,Auf mich macht er aber einen so schwulen Eindruck. Er könnte auch ne Transe sein und das würde niemandem auffallen.", meinte daraufhin Eneira und stemmte die Hände in die Hüften. ,,Ich wette so gut wie alle Todesser sind schwul!"Elaine rollte mit den Augen. ,,Ja klar und wahrscheinlich haben die auch alle ne Gummipuppe im Schrank!"Eneira nickte hastig und zog Elaine hinter sich her.
,,Wir können gleich mal bei Voldy gucken gehen!", schlug sie vor und Elaine seufzte. Im Thronsaal wurden sie auch sogleich fündig. Voldemort saß auf seinem Thron und hatte seinen Zauberstab auf einen am Boden liegenden Todesser gerichtet, der unter Schmerzen zusammenzuckte. ,,Na, betreibst du wieder deinen Lieblingssport?", wollte Eneira sogleich wissen und gesellte sich zu ihm. Voldemort verdrehte die Augen und seufzte. ,,Was wollt ihr denn hier? Habt ihr kein Zuhause?"
,,Oh, der Meister hat einen Witz gerissen!", sagte Elaine und trat aus einem Schatten hervor. ,,Und was machst du hier? Hast du kein Zuhause?", fragte Eneira und erntete dafür einen bösen Blick von ihrem Opa. ,,Ich arbeitete!", war seine knappe Antwort. ,,Woran? An der Weltherrschaft?", fragte Elaine und besah sich den Todesser am Boden, der aufgehört hatte zu zucken und nun ruhig dalag. ,,Und was hat der da verbrochen?", wollte sie nach einer kurzen Pause wissen.
,,Er hat mir nicht den nötigen Respekt zukommen lassen, der mir gebührt." ,,Ach so. Aber das machen wir doch auch nicht!", meinte dann Eneira und schaute ihn verständnislos an. Elaine legte einen Finger an den Mund. ,,Pscht! Bis jetzt hat er es doch noch nicht bemerkt. Musst du immer alles verraten?"Eneira lachte. ,,Also, wir wollten dich nicht stören. Versuch ruhig weiter die Weltherrschaft an dich zu reißen! Wir gucken gerne zu. Vielleicht können wie noch was lernen!", meinte sie dann und machte eine Handbewegung in Richtung dem Todesser am Boden.
,,Ähm, sollen wir den da anfeuern, damit er nicht gleich verreckt?", fragte dann Elaine und Eneira nickte. Zusammen sangen sie los: ,,Steh auf, wenn du am Boden bist. Steh auf, auch wenn du unten liegst. Steh auf, es wird schon irgendwie weiter gehn!"Voldemort beäugte sie mit einem komischen Blick und beide entschieden sich dafür, sich ihren eigenen Todesser zum Ärgern zu suchen.
,,Hier müsste es ja einige geben. Gibt es hier so was wie einen Aufenthaltsraum?", fragte Eneira, doch Elaine zog sie nur die Augen verdrehend hinter sich her. ,,Und jetzt?", fragte Eneira dann als sie wieder vor dem Saal standen.
,,Wir werden jetzt zurück nach Hause gehen. Ich glaube wir sollten langsam mal rausfinden was mit Mum und Dad ist."Eneria stimmte zu und zusammen gingen sie ein Stück durch das Schloss. ,,Aber wie sollen wir nach Hause kommen? Wir können nicht apparieren!", sagte sie dann und Elaine blieb stehen.
,,Gut, Richtungswechsel! Opa muss uns helfen!"Schnurstracks standen sie wieder im Thronsaal. Voldemort schien nun sichtlich genervt. Der Todesser von vorhin lag nun leblos am Boden. Voldemort ließ die Leiche verschwinden und starrte die Mädchen erwartungsvoll an. ,,Wir wollen nach Hause!", sagte Elaine und Voldemort zuckte mit den Schultern. ,,Na und? Es hindert euch Keiner dran. Im Gegenteil!",,Ja ja, wir wissen, dass wir dich nerven. Ein Grund mehr uns jetzt zu helfen.", konterte Eneira und Elaine grinste sie an.
,,1 zu 0 für Eneira!", kommentierte sie und beide blickten ihren Opa nun erwartungsvoll an. Dieser verdrehte die Augen. ,,Hier!", sagte er dann schließlich und reichte den beiden eine Taschenuhr. ,,Und was sollen wir damit anstellen?"Eneira war unverbesserlich. ,,Dreimal drehen, dann seid ihr wieder an der Apperiergrenze von Hogwarts. Und jetzt verschwindet!" Elaine und Eneira nickten. ,,Zu freundlich!", sagten sie im Chor und rannten zur Tür.
Voldemort schien plötzlich etwas einzufallen. Hastig stand er auf und verließ den Thronsaal. ,,Hoffentlich haben sie nichts kaputt gemacht!", murmelte er vor sich hin und verschwand um eine Ecke. Elaine und Eneira hatten in der Zwischenzeit die Taschenuhr ordnungsgemäß eingesetzt und waren somit wieder auf dem Hogwartsgelände.
