Muggle – Besuch.
Es ist längst Mittag. James und Sirius sitzen immer noch im Garten.
Der Tee ist schon längst kalt geworden, niemand macht sich die Mühe einen neuen zu machen oder ihn auch nur per Zauberstab aufzuwärmen.
Bisher haben sie noch nicht viel gesprochen. Manchmal sagt nichts, aber eben doch mehr als tausend belanglose Worte, die doch nicht trösten können.
James macht sich ausserdem Sorgen um Lily. Sie wurde von Dumbledore gerufen. Der Zauber wusste auch nicht so genau um was es geht, das kommt selten vor. In Gedanken hat er immer wieder gefragt, was denn los sei. Der Zauber meinte nur, dass ein Schutzzauber installiert worden sein muss. Er konnte nicht herausfinden, was mit Lily ist.
Harry sitzt auf James Schoss und als wüsste er um was es geht, hat auch er bisher nichts gesagt (er kann nämlich schon ein paar Worte und darauf ist James richtig stolz) oder geweint. Nur ab und zu hat er James und Sirius fragend angeschaut.
Sirius starrt immer wieder abwesend auf den Rasen der Potters.
James fällt dabei auf, dass der wieder mal gemäht werden sollte. Aber wer müht sich in solchen Zeiten schon mit Rasenmähen ab? Und doch muss man weiterleben und gehört Rasenmähen, Lachen, Lesen, Kochen und Lieben nicht zum Leben dazu?
James wird unwillkürlich aus seinen Spinnereien gerissen, als plötzlich die Glocke läutet.
Selten hat er bisher dieses „düdüdüüüdü"gehört.
„Was ist denn das?", fragt Sirius eben so erstaunt, wie James.
„Irgend so ein Muggleding, Lily hat es installiert. Ich glaube die Muggle sagen sich gegenseitig auf diese Art, wenn jemand kommt."
„Hm...", fragt Sirius „und wieso kommen die Muggle nicht einfach in ein Haus herein, wann es ihnen passt, wenn abgeschlossen ist, ist ja sowieso niemand da", er kratzt sich am Kopf, als würde ihn das interessieren.
„Damit du nicht in Unterhosen oder so bist, wenn jemand kommt", antwortet James nachdenklich.
„Aha", witzelt Sirius, das Witzeln ist aber ganz klar gespielt, das merkt James „und im Flur und in der Küche läufst du nackt rum".
„Ach ist doch auch egal", winkt James ab „lass uns nachsehen, wer das ist".
Er geht schon zum Flur, da ruft Sirius: „Lass doch, das sind eh nur Muggle. Die machen nur Probleme."
James funkelt ihn an. "Lily ist eine Muggle, Sirius Black", das Black betont er dabei etwas zu stark.
„Sie ist eine Mugglegeborene. Und du brauchst mich nicht wegen meiner Familie fertig machen."
Sirius Fäuste sind geballt.
„Alter, schon gut, sorry. Ich bin, wenn es um Lily geht nun mal etwas empfindlich."
„Du kannst alle als Verräter abstempeln. Nur mich...mich...bitte nicht".
James nickt.
Es läutet schnell hintereinander noch drei mal.
James ruft zaghaft. „Herein", doch niemand kommt.
„Gott, ich komm ja schon", schimpft er dann.
Er öffnet die Türe. Und da steht ein Mann. Ja er ist offensichtlich ein Muggle. Wenn auch ein etwas ungewöhnlicher. Er ist ziemlich jung und hat lange Haare. Neben sich steht eine zitternde, ganz und gar durchnässte, zierliche Frau. Die Frau ist in eine Decke gewickelt. James spürt jedoch sofort, dass es Lily ist. „Lily", schreit er.
Sie zieht die Decke etwas herunter und nickt zaghaft. Sie weint nicht.
„Ist das Ihre Frau", fragt der Muggle.
„Ja, danke, vielen Dank. Lily komm herein, schnell. Du holst dir ja noch den Tod."
Sie läuft zitternd hinein. Sie kann kaum mehr gehen. James will die Türe schon schliessen.
Der Mann sagt dann jedoch: „Wollen sie mich nicht herein lassen. Wenigstens für einen Kaffee. Ich hab mir schliesslich mein Leben riskiert in dem ich sie aus diesem Fluss gezogen habe."Der Mann hat einen ausländischen Akzent.
„Nein, nein das geht nicht...meine Frau und ich...wir...wir".
Lily flüstert dann jedoch zaghaft: „Bitte, James".
James starrt seine Frau erstaunt an. Er will jedoch keine Zeit mehr verlieren.
„Äh...na gut, kommen Sie, schnell".
Der Mann tritt ein.
„Sie haben es hier irgendwie merkwürdig."
Es ist schon komisch. Jeder Zauberer der hierher kommt findet es komisch, weil es so Mugglehaft ist. Die Muggle finden es jedoch offensichtlich auch komisch. Sie leben so zu sagen zwischen zwei Welten.
Lily scheint das Mugglehafte nämlich doch sehr zu mögen. Es erinnert sie an ihre Kindheit. An ihre Eltern, die schon vor längerer Zeit verstorben sind.
James ist während er diese Gedanken hat, jedoch trotzdem bei der Sache. Er murmelt einen komplizierten Entzauberungs – Zauber. Bewegende Fotos und Bilder halten so an. Zauberstäbe und Zaubererbücher verschwinden so und selbst Gnome verschwinden für eine gewisse Zeit.
Und, ach ja, auch der sprechende Schirm von James' Onkel. Dieser Onkel war ein komischer Kauz.
Sirius sitzt immer noch im Garten.
„Sirius", ruft James, ein Hauch von Panik liegt jetzt in seiner Stimme.
Als dieser sich nicht gleich erhebt, ruft James noch mal, diesmal etwas lauter und noch panikreicher: „Sirius...scheisse...komm doch endlich...Lily".
Sirius steht schnell auf. Jetzt weiss James, warum dieser nicht gleich aufgestanden ist. Er hat den weinenden Harry auf dem Arm. Sirius sieht sofort die zitternde Lily. Er rennt in's Wohnzimmer, um Harry in seinen Laufstall zu legen.
James hört ihn sanft „Bitte, Harry", sagen.
Mit grossen Schritten kommt er zu Harry und Lily.
Der Muggle steht etwas abseits. Er bestaunt ein Foto, welches gerade im blödesten Moment angehalten hat.
Auf dem Foto blickt Liliy zum Himmel, als würde sie eine Gottheit anbeten, während Sirius ziemlich blöd aus der Wäsche kuckt, was eigentlich selten vor kommt, James in der Nase bohrt und Harry, der noch am besten aussieht, weint. Der Mann fragt sich bestimmt, wie man nur ein solch hässliches Bild aufhängen kann.
Sirius ist bei ihnen.
James, der inzwischen die zitternde Lily ganz fest in den Arm genommen hat, sagt: „Tatze, das ist Mr...ähm...", er blickt hilfesuchend zu dem Mann, der hat schon verstanden: „Mr. Willis, aber nenn mich Jake...ähm...Tatze", er hält ihm die Hand hin.
Sirius reagiert nicht. Er starrt den jungen Mann nur herablassend an.
„Sie sind ein M...", sagt er, doch James fällt ihm in's Wort. Warnend sagt dieser: „Ein Menschenretter. Und...ähm... er heisst Sirius", er zeigt auf Sirius.
„Sirius bitte, ich muss mich um Lily kümmern. Mach dem netten Mann einen Tee. Er kann dir ja erzählen, was mit Lily passiert ist. Und kümmer dich um Harry, der schreit ja immer noch".
„Ich mag aber lieber Kaffee", sagt der Muggle zaghaft.
„Ich kann keine Sockenbrühe machen.", sagt Sirius steif.
„Eine was?", antwortet der Mann.
„Ach herrje, wir können keinen Kaffee machen", er betont das Wort Kaffee, genau so, wie es Lily vor gar nicht all zu langer Zeit getan hat. Es kommt James vor, als sei das vor einer Ewigkeit gewesen.
„Aber sie haben doch eine Maschine...ich meine...", er zeigt auf das komische schwarze Gerät aus dem Lily ihre Sockenbrühe macht.
„Es hat keinen Kaffee mehr", schreit James jetzt fast schon.
Er ist wütend auf beide. Sie benehmen sich wie Kleinkinder. Muggle und Zauberer gleichermassen.
Lily erfriert hier fast. Und sie streiten sich um Sockenbrühe.
„Macht, was ihr wollt", schreit er noch. Dann packt er Lily und trägt sie schnell nach oben.
Als sie ausser Sichtweite sind. Zündet er mit dem Zauberstab den Kamin an. Und das durch mehrere Zimmer hindurch. Das erfordert schon Können. Aber über so was denkt James nun gar nicht mehr nach. Auch nicht, daran, dass dieser Jake etwas gesehen haben könnte.
Er nimmt drei Treppenstufen auf einmal. Die Zeit, die er mit diesen Dummköpfen vergeudet hat, muss er nachholen.
Oben angekommen, befreit er Lily von ihren nassen Sachen. Als sie nackt vor ihm steht – mit den Kleider funktioniert das nicht - , schwängt er seinen Zauberstab und erwärmt sie. Sie seufzt erleichtert auf.
„Danke", murmelt sie „du kannst dir gar nicht vorstellen, was für eine Erleichterung, das für mich ist"
Sie umarmt ihn. Dann küsst sie ihn.
James lacht. Wie schön seine Ehefrau doch ist.
Während sie ich küsst, geht er rückwärts zum Bett.
Als sie ihn schon ausziehen will, sagt er, und das kostet ihn einige Überwindung, „nein, wir können nicht, wir haben Gäste".
„Sirius ist das doch egal", murmelt Lily „und dieser Typ würde sich sowieso wundern, wenn wir zu früh zurück währen."
„Ich trau Sirius, was Muggle an geht nicht über den Weg...hey, nicht so heftig...., leider, sonst vertrau ich ihm alles an, aber Muggle – no way.", während er das sagt, versucht sie ihn noch leidenschaftlicher zu küssen.
„Nein", sagt sie, wie ein trotziges Kind.
„Leg dich doch einfach in die Badewanne, erhol dich wieder".
Trotzig steht sie auf und er hört, wie seine Frau Wasser in die Badewanne lässt.
Während er seine herumliegenden Kleidungsstücke anzieht, geht er in's Bad. Lily steigt gerade in die Badewanne.
„Frag ja nicht, was passiert ist, später. Erzähl ich dir alles".
„Nein", fügt sie hinzu, als James schon den Mund aufmachen will „ich bin selbst schuld, das war nicht Voldemort".
Ein riesiger Stein fällt von seinem Herzen. War das vielleicht der wirkliche Grund, wieso er vorher nicht wollte. Vielleicht sollte er jetzt einfach zu ihr in die Badewanne. Die Vernunft holt ihn jedoch wieder ein, vor nicht mal 3 Jahren hätte sie das nicht, und er sagt: „Ich geh, dann mal runter".
„Schade...", schmollt sie.
„Wie wunderschön du bist", murmelt er, dann dreht er sich um und geht......
