Versammlung einiger Ordensmitglieder
„I'm singin' in the rain hmm...hmm..."
Sirius fährt aus seinen Gedanken empor und das so sehr, dass er mit dem Satz, den er vor Schreck gemacht hat, seinen Stuhl umwirft. Ärgerlich stellt er den Stuhl wieder hin und läuft in die Küche, um nachzusehen, wer da, wenn er nicht entgültig dem Wahnsinn verfallen ist, gesungen hat.
„Moony?", fragt der völlig perplexe Sirius.
„Es ist ja doch jemand da", Remus zuckt mit den Schultern.
„Ich wollt mir gerade eine Tasse Kaffee machen."
„Sockenbrühe", verbessert Sirius.
Die Schulfreunde lachen, das tun sie jedoch nicht wirklich, denn schon seit längerer Zeit haben sie sich auseinandergelebt, etwas steht einfach zwischen ihnen, obwohl weder Sirius noch Remus sich eingestehen wollen, oder vielleicht gar nicht wissen, was es ist.
Misstrauen.
Es ist bekannt, dass sich im Orden des Phönix ein Verräter eingeschleust hat, aus diesem Grund muss der Orden seine Arbeit verkomplizieren. Niemals treffen sich alle, niemals wissen alle alles, das heisst jeder weiss eigentlich nur das, wofür er spezialisiert ist und was er wissen muss. Dumbledore ist der dünne, aber starke Faden, der die einzelnen, kostbaren und doch so verschiedenen Perlen der Halskette zusammenhält. Dieses Schema ist durchaus nützlich , es sät jedoch auch Missmut, Feindseeligkeit und – eben genau dieses – Misstrauen.
Remus wäscht eine gebrauchte Kaffeetasse aus, um dann den fertigen Kaffee aus der Maschine in die Tasse zu lassen.
Währenddessen fragt er Sirius: „Wie lange schlafen die eigentlich?"
„Keine Ahnung", antwortet Sirius und als Remus Sirius wegen seiner missmutigen Antwort mit hochgezogener Augenbraue anstarrt, fügt er hinzu „sie haben gestern Nacht lange geredet. Ich wollte nicht, konnte aber trotzdem nicht schlafen", er seufzt „die ganze Nacht, und...ähm...ich glaube, dass ich sie noch um vier Uhr Morgens wild diskutieren hörte."
Schon oft haben die Rumtreiber scherze darüber gemacht, dass Moony und Evans beide die Augenbraue hochziehen, so bald ihnen etwas nicht passt. Scherzhaft wurden die beiden von den Gryffindors sogar etwas geneckt, man hielt sie nicht nur wegen der Augenbrauen für „das perfekte Paar", sondern auch, wegen ihrer oberflächlichen Ruhe, die sie auszustrahlen pflegen, während es in ihrem Innern brodelt, wie in einem Vulkan. Nicht all zu selten bricht dieser Vulkan auch mal aus. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob damals, als Lily und Remus eigentlich noch Kinder waren, Gefühle da waren und wenn doch, niemand spricht dieses Thema an. Es ist Geschichte geworden, genau wie so vieles anderes.
„Es tut mir so leid. Das mit deiner Cousine", sagt Remus.
Sirius winkt ab.
„Ich bin in der Nacht zum Entschluss gekommen ,dass wir weiter leben müssen. Das müssen wir alle."
„Du hast recht", stimmt Remus Sirius zu „aber nun ist Trauerzeit. Ich denke, dass...ähm...dass nach der Beerdigung noch genug Zeit zum weiterleben ist."
Sirius nickt. Er hat keine Zeit und – oder vor allem – keine Lust um Moony so etwas zu besprechen.
„Gerade bevor du gekommen bist, ist eine Eule von Ted gekommen. Die Beerdigung...ähm...sie ist am..."
„Mittwoch, ich weiss", fällt Remus ihm ins Wort.
Sirius stutz: „Woher...Woher weisst du das?" „Aus dem Tagespropheten", antwortet Remus „ich hab die Todesanzeige gesehen."
„Er hat sich mühe gegeben. Ich meine Ted. Sie ist sehr schon geworden, da bei hatte er so wenig Zeit, aber im Gestallten war er schon immer ein Ass. Sein Muggelvater war, glaub ich, Graphiker, oder wie man das nennt. Ich hab sie auch gekriegt, wie gesagt per Eule. Soll ich sie holen?"
Remus bejart.
„Ich hab sie auf den Gartentisch gelegt. Accio Todesanzeige".
Die Todesanzeigen schwebt zu Sirius und Remus. Sirius interessiert das jedoch nicht mehr. Viel zu sehr hat ihn dieses bizarre „Accio Todesanzeige" erschreckt. Todesanzeige. Wie leicht er dieses Wort ausgesprochen hat. Es klang, wie...wie „Accio Papiertaschentuch". Er hat Andromedas Andenken lächerlich gemacht. Auf einmal steigt der Missmut und das Misstrauen Sirius' auf Remus Lupin.
Remus öffnet den Brief auf dem mit sauberer, etwas eckiger Schrift und schwarzer Tinte „Sirius Black"drauf geschrieben worden ist. Die Anzeige ist, was man auf dem schwarz – weiss Bild im Tagespropheten nicht sie sehen konnte, weinrot. Mit weisser Tinte hat Ted die Anzeige so verziert, dass es aussieht, als sei das Papier in Wirklichkeit aus rotem, dünnem rissigem Marmor, der jederzeit zu brechen droht. Auf dem roten Papier steht mit dick aufgetragenen, silbernen Buchstaben:
Andromeda Tonks geb. Black
Geboren am 30 Mai 1952; Verstorben am 21 April 1980
Es trauern um unsere Mutter, Ehefrau, Schwiegertochter, Schwägerin, Cousine, Patin, Schwester, Freundin und Arbeitskollegin:
Nymphadora Tonks
Ted Tonks
Lian Tonks
Pedrin Tonks und Klara McCannen
Sirius Black
Ron Weasley mit Familie
Narzissa Malfoy
Amelia Bones mit Familie, Katrin Pedigrew mit Familie, Antonia und Luici Barcelli, Molly Weasley mit Familie, Martin Thomas mit Familie, Steven Schlepper
Albus Dumbledore mit Familie, Caradoc Dearborn, Gideon Prewett mit Familie, Aloster Moody, Emmeline Vance, Lily und James Potter mit Familie, Arabella Figg, Elphias Doge, Rubeus Hagrid, Peter Pedigrew, Frank und Alice Longbottom mit Familie, Sturgis Podmore Minerva McGonnagel, Marlene McKinnon mit Familie, Benjy Fenwick, Remus J. Lupin, Edgare Bones und Dorcas Meadowes
Die Beerdigung findet am Mittwoch den 26 April statt.
Auch auf die Silbrigen Buchstaben, die wirken, als seien sie aus Eisen, hat Tonks mit weissem Stift kleine Risse gemalt. Remus fragt sich natürlich, wann er das alles gemacht hat. Wenn man noch will, dass etwas am nächsten Tag in die Zeitung kommt, muss man es vor Mitternacht zur Redaktion bringen. Doch eigentlich interessiert ihn das gar nicht.
„Sirius."
Sirius reagiert nicht.
Er versucht es wiederholt: „Sirius...he ... Sirius".
Sirius wacht unwillkürlich aus einem Tagtraum auf.
„Ähm... ja, was ist?", fragt er, wobei er immer wieder blinzelt, denn die Sonne, die nun endlich auch ins Anwesen der Familie Potter scheint, hat ihren Weg durch die Fenster des Hauses gefunden und blendet Sirius nun ins Gesicht.
„Es ist eine sehr schöne Anzeige", sagt er, obwohl ihn eigentlich etwas ganz anderes interessieren würde.
Sirius nickt.
„Ja, ja...das hab ich ja auch gesagt."
„Stimmt", antwortet Remus.
Eine kurze Weile lang herrscht Schweigen. Lupin beisst sich auf die Lippen und gerade will er den Mund öffnen, da hört er, wie jemand durch den Kamin in die Küche gelangt.
„Hier scheint ja Heute Hochbetrieb zu sein."
„Ja, ja wir sind mitten im frühen Rush Hour", witzelt Remus.
„Was bitte ist ein Rasch Auer?", fragt Sirius etwas genervt.
Remus lacht und erhebt sich von seinem bequemen Stuhl.
„Es würde mich schon interessieren, wer da..."
Er versummt schlagartig, als der Jemand ankommt, aufsteht und sich den Russ von seinem langen weissen Bart und Haar, Lesebrille und Umhang abklopft.
Sirius ist der erste, der seine Stimme wieder findet: „Professor Dumbledore?"
Dumbledore lächelt traurig und sagt: „Guten Morgen, Sirius."
„Warum haben Sie uns nicht gerufen?", fragt Remus.
„Guten Morgen Remus", antwortet Dumbledore und setzt sich mit einer eleganten Bewegung auf einen der Küchenstühle.
Sirius schliesst seinen Mund, der kurz zuvor unbewusst leicht geöffnet war und hört auf Dumbledore anzuglotzen, dann fragt er, ganz Herr der Lage: „Möchten Sie etwas zu Trinken?"
„Ah...", seufzt Dumbledore „wenn's keine Umstände macht, hätte ich gerne eine Tasse halb Sockenbrühe halb Schwarztee mit Kürbisaroma."
Remus lächelt, dessen Erstaunen der Bewunderung für diesen Mann weicht, Bewunderung darüber, wie dieser Mann immerzu ruhig bleiben kann, immerzu seine Anhang zum extravaganten und – wie soll man es anders ausdrücken? – Verrücktem beibehalten kann.
„Natürlich", antwortet er „ich kümmere mich um den Kaffee und Sirius macht den Tee – natürlich nur halb voll."
Später sitzen die drei zusammen. Dumbledore trinkt immer wieder einen Schluck seines Sockenbrühe – Kürbistee – Gebräues, während er die Todesanzeige inspiziert.
„Professor...ähm...Sie sind doch nicht nur gekommen um eine Tasse...ähm...", Sirius schielt auf die rote Teetasse in der sich Dumbledores Getränk befindet „ Tee zu trinken."
Dumbledore schüttelte traurig den Kopf.
„Nein das bin ich nicht, auch wenn ich manchmal wünschte, ich könnte einmal einfach jemanden besuchen, nur um eine Tasse Tee zu trinken und ein bisschen über das neue Porzellangeschirr zu dementieren."
Nachdenklich stellt er seine Tasse auf den massiven Holztisch, wobei es ein leises Schwingungs-Geräusch gibt, dann nimmt er die Todesanzeige, die zuvor auf dem Tisch gelegen ist, und dreht sie in seiner Hand hin und her.
„Es ist schon merkwürdig", beginnt Dumbledore leise, wobei er sich anhört, als würde er eigentlich einen Monolog führen und als seien Sirius und Remus nur zufällige Zuschauer „die junge Narzissa Malfoy, gerade erst verheiratet mit einem bekannten Todesser lässt sich auf die Todesanzeige einer Schwester setzen, die von ihrer Familie und von der Seite, der diese Familie zweifelsohne angehört", bei diesen Worten resigniert Remus, der erstaunt darüber ist ,dass Dumbledore gerade dieses Thema anspricht, welches ihn plagt seit er die Anzeige genauer angesehen hat, für einen Augenblick mit seinem Blick Sirius , er hört jedoch sofort damit auf, als er sieht, wie Sirius dieser Blick schmerzt „als Verräterin – Verrat, was für ein Wort! – abgestempelt wurde. Eigentlich sollte und müsste sie diese Schwester hassen und ihr den Tod wünschen, aber offensichtlich tut sie das nicht."
„Ich hab mich genau das Gleiche gefragt", erzählt Remus eifrig „interessant ist ausserdem, dass nicht ‚mit Familie' steht".
„Richtig", stimmt Dumbledore Remus zu „das heisst, dass sie es heimlich getan musste. War es ihr schlechtes Gewissen oder doch etwas anderes? Auf jeden Fall werden wir das bei unserem heutigen Treffen des Ordens besprechen".
Wieder lächelt er dieses traurige, aber sympathische Lächeln.
Sirius hat vorher nur zugehört jetzt fragte er etwas aufgebracht: „Ein Treffen. Warum haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Dann werden wir jetzt wohl zum Hauptquartier reisen müssen."
Sirius erhebt sich von seinem Stuhl, Dumbledore drückt ihn jedoch sanft, aber bestimmt wieder auf seinen Stuhl.
„Ich musste improvisieren, das Treffen wird hier stattfinden. Einige Leute fehlen jedoch noch. Eigentlich dachte ich, dass ich hier auf Lily und James treffe. Die wohnen doch hier, oder?", er lächelt sein strahlendstes Lächeln, womit er Gilderoy Lockhart harte Konkurrenz gemacht hätte beim „scharmantestes Lächeln"– Preis der Hexenwoche.
„Natürlich", antwortet Sirius, um einiges ernster, als es eigentlich von Nöten wäre „sie schlafen noch. Dumbledore wirft einen Blick auf seine Armbanduhr.
„Dann sollte sie wohl jemand wecken", ordnet er an.
Sirius ist gerade aufgestanden, da hören die drei wiederum, dass jemand im Begriff ist per Flohpulver zu ihnen zu gelangen. Wer immer es ist, er scheint ziemlich steif zu sein, immer wieder schlägt er mit seinem Körper durch das Kaminsystem.
„Was macht denn Sniefelus hier?", fragt Sirius, der sich offensichtlich nicht bewusst ist, dass auch Dumbledore in der Küche sitzt. Dumbledore spielt nun nicht mehr den gutgelaunten, fröhlichen alten Mann, für einen kurzen Augenblick flammt sogar Zorn in seinen Augen auf: „Sirius, wie alt sind Sie eigentlich?", ohne eine Antwort abzuwarten fährt er fort: „Ich verbiete mir in Zukunft Übernamen jeder Art für einen unserer Verbündeten oder für überhaupt irgendjemanden."
Sirius bleibt nicht mehr die Zeit etwas zu sagen, denn Snape schnellt nun mit einer ziemlich ungeschickten und sehr ungesunden Bewegung aus dem Kamin. Remus sieht, wie er mit grossem Widerwillen die Küche seines, nach Sirius, vielleicht ärgsten Feind betrachtet. Es sieht so aus, als ob er mit seiner grossen Hakennase das ganze Haus durchschnüffelt und das in vier Atemzügen.
„Guten Tag, Professor", grüsst Snape Dumbledore.
„Severus, setzten Sie sich", fordert Dumbledore Snape auf.
Snape lächelt schleimig, bleibt jedoch stehen.
„Ich geh dann mal James und Lily wecken", sagt Sirius „die werden sich über den Besuch freuen", fährt er mit sarkastischem Unterton fort.
„Möchtest du einen Tee, Severus?", fragt Remus, ganz Herr der Lage.
„Nein, danke", antwort Snape mit seiner öligsten Stimme überhaupt.
„Professor", sagt Snape auf einmal
„Ja"
„Was ist, wenn einer dieser Leute hier, der Verräter ist?" Snape blickt dabei in die Richtung, in der Sirius verschwunden ist, um die Potters zu holen
„Das könnte unsere Sache in Gefahr bringen", fährt er fort.
„Sie meinen, Severus, der Verräter könnte Sie verraten", stellt Dumbledore richtig.
„Richtig, Professor"
Dumbeldore lächelt wieder dieses traurige, weise Lächeln „Nein das könnte er nicht. Ich habe Sie mit einem Zauber belegt. Niemand des Orden kann sie verraten."
„Da bin ich beruhigt", schleimt Snape, obwohl man ihm ganz klar ansieht, dass er sich immer noch nicht wohl fühlt.
„Dieser Verräter ist wirklich mühsam", beginnt Remus, bemüht ein Gesprächsthema anzufangen.
Zu einer Unterhaltung kommt es jedoch nicht mehr, denn schon kommt das nächste Ordensmitglied, fast lautlos schnellt es durch den Kamin.
Ein kleiner Mann mit wässerigen Augen landet in der Küche der Potters, etwas ängstlich schaut er sich um, dann sagt er: „Dumbledore, Sie haben mich hier her befohlen."
„Ganz recht, Peter. Hier wird eine Versammlung einiger Ordensmitglieder statt finden."
Peter kann sein Erstaunen nicht verbergen: „Wieso das denn?"
„Nun, das werden wir besprechen so bald alle Teilnehmer hier sind", informiert Dumbledore Wurmschwanz.
„Ich wollte nur... ähm... schon in Ordnung", Peter lächelt unbeholfen.
„Tee?", fragt Remus lakonisch.
„Gerne", antwortet Peter, während ein etwas komisches Lächeln seine Lippen umspielt „Schwarz mit viel Zucker, wenn's nichts ausmacht."
In der eigentlich sehr geräumigen Küche wird es langsam etwas eng, denn kurze Zeit später trifft Hagrid ein (Nicht zu erkennen, dass Hagrid zu einem unterwegs ist, ist bei seinen Massen, fast unmöglich).
„Professor Dumbledore...äh... Snape", als Hagrid Snape sieht, versucht er so zu tun, als sei das natürlich ganz normal, was im nicht ganz gelingt "Remus, Peter, Sirius." Sirius ist, kurz bevor Hagrid angekommen ist, eingetrudelt und hat ihnen gesagt, dass die Potters sich anziehen und fertig machen würden. Harry hat er mit genommen.
Hagrid lächelt. „Ah...und der kleine Harry", er geht mit grossen Schritten auf Harry, der auf Sirius' Schoss sitzt, zu und kitzelt ihn ein wenig. Harry gluckst vor Vergnügen.
„Darf ich ihn mal halten?", fragt Hagrid unbeholfen Sirius.
„Klar doch", Sirius grinst und übergibt Hagrid seinen Patensohn.
Snape macht ein Gesicht, als würde er gleich erbrechen, was er mit einem scharfen Blick Dumbledores büsst.
„Tee, Hagrid", fragt Remus, dem der Tee langsam über wird.
„Gerne, wenn's nichts ausmacht, eine Tasse Früchtetee."
„Nein, nein, es macht mir nichts aus."
Wurmschwanz schlürft genüsslich an seinem Schwarztee, den Remus fast halbvoll mit Zucker gefüllt hat („Gut so, Wurmschwanz?"„Nein, nein Moony mehr"„Gut so, Wurmschwanz"„Weiter, weiter, weiter"„Sag mal willst du eigentlich Schwarztee oder Zuckerwasser mit Schwarzteearoma?"„Okay, das reicht, danke Moony."), während er die Todesanzeige inspiziert.
„Sagt mal, Leute, weshalb hat sich eigentlich die Malfoy auf die Liste setzten lassen?"
„Wenn wir das wüssten!", antwortet Dumbledore nachdenklich.
Wurmschwanz nickt, wobei er noch kleiner wirkt. (Er wirkt immer, wie eine eingeschüchterte Ratte, auch wenn er gerade mal nicht verwandelt ist, in der nähe wichtiger Leute, wie Dumbledore.)
Sirius verwandelt gelangweilt immer wieder eine leere Teetasse gekonnt in irgendwelche anderen Gegenstände. Gerade als er eine Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald wieder zurück in die Tasse mit handgemaltem Blumenmuster verwandelt, zerspringt die Tasse.
„Hat man dir in der Schule nicht beigebracht, dass man einen einzigen Gegenstand nicht zu oft in verschiedene andere Gegenstände verwandelt", fährt der zunehmend gereizte Snape Sirius an.
Mit wutverzerrtem Gesicht murmelt Sirius nur: „Reparo"und stellt die Tasse wieder auf den Tisch, eine Äusserung kann er sich jedoch nicht verkneifen: „Und hat man dir in der Schule nicht den Spruch ‚Reparo' beigebracht?"
Snape grinst verachtend und antwortet mit einer Stimme, aus der hervor geht, dass er sicher ist, dass er als Gewinner aus diesem Wortgefecht hervor gehen wird: „Doch, mein lieber Black, das hat man mir beigebracht, man hat mir jedoch ebenfalls beigebracht, dass ‚Reparo' niemals die selbe, feste Substanz herstellen kann", dann zückt er seinen Zauberstab und sagt hochmütig: „Ventibus"
Ein eiskalter Windstoss geht durch die Küche und Sirius' Teetasse fällt sanft um und zerbricht sofort, was sie normalerweise auf einer Holzunterlage niemals getan hätte. Remus spürt, dass Sirius noch einen Konter im Ärmel versteckt hat.
Dumbledore, der zuvor, wie es Remus schien, etwas belustigt zugesehen hatte, bietet den beiden nun jedoch Eintracht: „Sirius und Severus, hören Sie auf damit", tadelt er die beiden Männer.
Sirius hört zwar auf, mustert Snape jedoch immer wieder feindselig.
Nur kurz später trifft auch ein sehr geknickt wirkender Ted Tonks samt Tochter ein. Wurmschwanz übt schnell einen Verscheuchezauber aus, damit Ted nicht gleich die Traueranzeige sieht. Er will, dass sie am Kühlschrank haftet, durch die Aufregung gelingt ihm das jedoch nicht so richtig, auf halbem Weg, flattert sie langsam, wie verfärbtes Laub auf den Boden. Mit hochrotem Kopf rennt Wurmschwanz zu ihr und heftet sie von Hand an den Kühlschrank.
Ted resigniert mit seinem Blick nur mit unglücklich die Anzeige, dann mustert er die Ordensmitglieder, die als sie sahen, wer da kommt, alle sofort aufgestanden sind.
„Mein herzlichstes Beileid", fängt Snape mit kalter Stimme an.
Ted starrt Snape feindselig und voller Abschaum an. „Mein herzlichstes Beileid", äfft er Snape nach „warst doch auch mal einer von denen. Sag mal, wie viele gute Menschen hast du umgebracht oder verraten? Was macht der Schweinehund überhaupt hier?"
Snape versteinert augenblicklich und Dumbledore, über Teds direkte und forsche Art scheinbar gar nicht überrascht, antwortet mit ruhiger Stimme, die einmal mehr beweist, wie weise und mächtig dieser Mann ist: „Ted, du hast Schlimmes erlebt. Glaub mir, ich weiss, wie es ist, einen Menschen zu verlieren, dem man nahe steht und den man liebt", dann fährt er mit immer noch ruhiger Stimme, aber wesentlich forscher fort „du weißt, aber auch, dass Severus für die unsere Sache sein Leben riskiert."
Ted schnaubt nur. Nun steht Sirius auf und umarmt Ted freundschaftlich. Ted, der glaubt, endlich ebenfalls jemanden gefunden zu haben, der ähnliches durchmacht, erwidert die Umarmung herzlichst. Als Sirius sich von der Umarmung löst, beugt er sich zu der kleinen, siebenjährige Nymphadora, die sich ängstlich an das Bein ihres Vaters klammert. Durch Sirius' Anfang gelockert, schütteln auch die anderen der Reihe nach Teds Hand, sprechen ihr Beileid aus und beugen sich zu der kleinen Nymphadora, die immer gelöster wirkt.
Endlich kommen auch eine ziemlich unausgeschlafene Lily und ein fröhlich wirkender James in die Küche.
„Ah... Besuch", freudig klatscht James in die Hände.
„Dieser Idiot hat sich heute früh mit einem Aufmunterungszauber belegt", schimpft Lily.
„Da wusste ich ja auch noch nicht, dass so viele Leute heute hier sein werden", verteidigt sich James grinsend.
„Weiss nicht jemand zufällig den Gegenspruch, den hab ich vergessen. Ich wusste ja nicht, dass ich mal mit einem Junkie verheiratet sein werde."
„Was ist ein Junkie?", fragen Sirius, Wurmschwanz und Hagrid, wie aus einem Munde.
Genervt schwingt Snape seinen Zauberstab und murmelt den Gegenfluch.
„Danke Severus", sagt Dumbledore.
„Für was wolltest du denn fröhlich sein, Krone?", lacht Sirius zweideutig, wobei er schon fast wieder so wie früher früher klingt.
James antwortet nicht. Er setzt sich nur müde auf den Stuhl und nimmt einen Schluck aus Wurmschwanz Tasse, den er gleich wieder ausspuckt. „Wurmschwanz, das ist ja eklig! Man kann doch nicht den halben Tee mit Zucker füllen!", wirft James Wurmschwanz vor, dann wischt er die Sauerei mit seinem Zauberstab weg.
Wurmschwanz murmelt nur beschämt etwas unverständliches.
Harry, der immer noch bei einem glücklichen Hagrid ist, gluckst noch einmal, als Hagrid gerade dessen Näschen berührt. Nymphadora kommt hinter den Beines ihres Vaters hervor und lugt neugierig zu Harry.
„Ah... Nymphadora, willst du nicht mit Harry ins Wohnzimmer gehen etwas spielen, so lange wir uns unterhalten?", fragt Dumbledore das kleine Mädchen.
„Haben Sie etwas für sie zum Spielen mitgebracht?", fragt Dumbledore Ted.
„Ja, ja", murmelt der und übergibt seiner Tochter eine moderne Zaubererumhängetasche.
Nymphadora gluckst vergnügt, hängt sich die Tasche um und will sich Harry zum Tragen klauben.
„Lieber nicht", fährt Lily dazwischen.„Harry ist ein bisschen gross für dich, Nymphadora. Ich trag in dir rüber ja."
Lily nimmt sich Harry und trägt ihn ins Wohnzimmer zu seinem Laufstall. Nymphadora hüpft hinter ihr her, bis sie über die oberste Treppenstufen zum oberen Teil der Küche stolpert. Sie steht jedoch gleich wieder auf, als sei sie daran gewöhnt.
James lächelt und sagt: „Zum Glück hat sie nicht Harry getragen."
Sirius nickt und fügt hinzu: „Diesen Drang zum ungeschickt sein hatte schon Andromeda.
Unmerklich senken alle den Kopf, nur Ted und Sirius lächeln nostalgisch.
