Der hier ist wirklich anders.
Edel fast, nicht so wie die anderen hier, die eher rechtschaffene Menschen sind, ihre Arbeit machen und auch so aussehen.
Der hier trägt zwar nicht unbedingt hochherrschaftliche Kleidung, aber sein Gesicht und auch seine Finger lassen darauf schließen, dass er was Besseres ist. Saubere Fingernägel, fein gestutzter Bart, die Haare ebenfalls auf einer Länge, die von allen anderen hier absticht, sie sehen so aus, als hätten sie erst kürzlich eine Schere gesehen.
Und er ist hier und er sieht mich an, durchdringend, auffordernd.
Na, komm her, Schöner, trau dich, sagen ihm meine Augen und ich zwinkere ihm zu, ermuntere ihn.
Da, er steht auf!
Und er kommt auf mich zu. Ich kann ihn riechen. Er riecht nach - nach... nach Seife! Nicht nach Stall oder Schmiedewerkstatt oder Holz. Er riecht nach Seife. Er riecht so, wie er aussieht. Der ist echt anders.
Was wünscht Ihr, edler Herr? frage ich ihn und er antwortet mir nicht, stattdessen ergreift er mich gleich, packt mich am Nacken und zieht mich nahe an sich ran. Ich sehe ihm in die Augen und - ich kann seinem Blick nicht standhalten, so intensiv ist er, so durchdringend, so stark. Ich senke meine Augen, und er flüstert mir zu: Ich wünsche alles, was ich begehre. Bist du bereit, es mir zu geben?
Mein Herz schlägt aufgeregt.
Vorsicht ist angebracht, warnt mich meine innere Stimme, dies ist kein einfacher Handwerker, der sich kurz mal erleichtern möchte.
Doch ich sehe ihm wieder direkt in die Augen und lache ihm frech ins Gesicht. Natürlich, alles was Ihr begehrt.
