Ich muss zurück in die Festung, sagte der Mann und verwahrte seine Waffen wieder, nachdem er sie mit Blättern abgewischt hatte. Er steckte den Dolch in seinen Gurt, dann nahm er ihn wieder und bot ihn mit beiden ausgestreckten Armen dem Elben an, der immer noch vor ihm stand.
Du hast ihn dir verdient, Elb.
Mit einer leichten Verneidung trat der Elb wieder auf ihn zu und nahm die Waffe.
Es war eine sehr aufwändig gearbeitete Klinge und der Griff war aus rotem Leder. Der Träger dieser Waffe war sicherlich von nicht geringer Abstammung, das erkannte der Elb mit einem Blick.
Er bedankte sich mit einem erneuten Kopfneigen und steckte den Dolch in seinen Gürtel.
Ich werde jetzt reiten, kündigte der Mann an, stieg auf sein Pferd und zögerte.
Eigentlich würde er den Elben nicht so gerne hier alleine lassen. Doch er hatte sich im Kampf bewährt und war nun nicht mehr unbewaffnet. Und mitkommen würde er eh nicht. Also verabschiedete sich der Mann mit Heben seiner rechten Hand und leitete sein Pferd zunächst vorsichtig und langsam durch das Dickicht.
Eigentlich mehr aus Gewohnheit sah er sich noch einmal um.
Der Elb war ihm gefolgt.
Er war einfach hinter ihm hergelaufen.
Der Mann hielt an.
Du musst nicht laufen, wenn du mit mir kommen möchtest, Elb, sagte er.
Steig auf das Pferd, du kannst reiten, ich gehe.
Du siehst nicht so aus, als ob du noch sehr weit laufen solltest.
Der Elb schüttelte den Kopf.
Da stieg der Mensch vom Pferd ab und nun liefen beide, das Pferd führend, schweigend nebeneinander.
So gingen sie einen langen Tag, ohne Rast, und müde wurden sie.
Der Mann fand eine versteckte kleine Lichtung und schlug vor, hier die Nacht zu verbringen. Er nahm seine dicke Decke, die er bei sich trug, und gab sie dem Elben, er selbst hüllte sich in seinen dicken langen grünen Umhang, der mit goldenen Bordüren verziert war.
Mit Abstand, aber Sichtkontakt, ließ sich der Elb nieder, breitete die Decke aus, legte sich auf sie und schlug sie noch einmal um seinen Leib. Er war so schmal, dass er gut von ihr eingehüllt wurde.
Schlaf übermannte den Menschen und bald gingen gleichmäßige Atemzüge von ihm aus.
Ithil schien über ihnen und dem Menschen wurde seltsam warm im Traum.
Auch schien irgendetwas seinen Arm bewegt zu haben.
Sich kurz räuspernd fiel er sofort wieder in Schlaf, nicht bemerkend, dass sich der Elb dicht an ihn drängte und vor ihm lag, die Decke über beide gebreitet, einen Arm um sich gelegt.
So an ihn gekauert schlief auch der Elb, den Menschen im Rücken, dem er vertraute, hatte er SIE doch getötet. Er war keiner von denen, die mit IHNEN paktierten. Er gehörte zu den Anderen.
Als die Morgensonne erwachte, schlich sich der Elb aus dem Arm und kümmerte sich stumm um das Pferd. Er wusste nicht, dass der Mensch schon lange wach gewesen war, ihn an sich haltend und ihm Wärme und Sicherheit gebend.
Und der Mensch war klug genug gewesen sich nicht zu rühren.
Nun konnte er aufstehen, ohne Arg.
Er lächelte den Elben an, der nicht zurücklächelte.
Magst du etwas Wasser? fragte der Mensch und der Elb versuchte zu antworten, zum ersten Mal versuchte er zu sprechen, doch da sah der Mann, weshalb er es nicht tat und der Versuch scheiterte.
In der Zunge des Elben stak ein dicker schwerer Ring.
Verstört schüttelte der Mann den Kopf und reichte dem Elben die lederne Wasserflasche, ließ ihn trinken.
Ich kann es dir entfernen, bot er dann an, doch der Elb wich zurück und seine Augen nahmen den gleichen Ausdruck an, mit dem er ihn zum ersten Mal angesehen hatte.
Dann komm mit mir mit in meine Burg, ich werde dich dort heilen lassen, sagte der Mensch, und der Elb nickte.
