Kapitel 5: Entringung

Der Mann bemühte sich sein Entsetzen zu verbergen, sein Mund war trocken geworden und seine Hände zitterten.

Wirst du mir irgendwann erzählen, wer dir das angetan hat? fragte er mit leiser Stimme und der Elb nickte, dann nahm er eine Hand, eine zitternde, und legte sie an seine rechte Brust, und seine Augen sprachen.

Nein, ich möchte, dass du zuerst badest, weil ich das Risiko nicht eingehen möchte, dass Dreck in deine Wunden kommt, lass dir erst den ganzen Schmutz herunterwaschen, dann entfernen wir das alles. Alles. Ich werde dir alles rausmachen, diese abscheulichen Dinger, keiner wird übrig bleiben.

Gehorsam setzte sich der Elb in die Wanne und ließ das warme Wasser seinen geschundenen Körper umspülen. tauchte unter und wusch sich, und mit jedem bisschen Schmutz, das abfiel von ihm, schien ein wenig Dunkelheit von ihm abzufallen. Als er auftauchte, die nassen Haare wie dunkles Gold an seinen Kopf geschmiegt, das Gesicht nass von den Tropfen, die an ihm herunterflossen, da erschien es dem Mann, als habe er nie ein schöneres Wesen gesehen. Nur so schmal war es... doch das konnte man ändern.

Er nahm ein Handtuch und wickelte den Elben darin ein und half ihm, sich abzutrocknen, versuchte dabei so unaufdringlich wie möglich zu sein und ihn nirgends zu berühren, wo es ihm unangenehm hätte sein können, diese Berührungen würden gleich kommen und es würde sehr weh tun, die Ringe an diesen Stellen zu entfernen.

Der Mensch richtete die Salbe und entschloss sich, die Ringe zunächst einzufetten, dann zu entfernen. Bereits beim ersten Ring durch die rechte Brustwarze kam eine unerwartete Reaktion des Elben, der bis jetzt alles tapfer ertragen hatte: Er stöhnte laut auf vor Schmerz und Tränen liefen sein Gesicht herab.

Willst du es lieber selbst tun? fragte der Mann vorsichtig, doch der Elb schüttelte den Kopf und biss auf die Zähne.

Ich werde die töten, die dir dies angetan haben, sagte der Mann, und entfernte so schnell und schmerzlos wie möglich den ersten Ring.

Das hast du bereits getan, antwortete der Elb, und der Mann starrte ihn an, denn so eine Stimme hatte er nicht erwartet.

Die Stimme war andersartig, im wahrsten Sinne des Wortes. Milde und fast balsamartig, klar und frisch. Nicht zu glauben, dachte der Mann, dass sie einem Wesen gehört, das vor seinen Augen Uruk-Hai mit bloßen Händen getötet hatte und mit seinem Dolch gewütet hatte wie ein Wilder.

Er wagte gar nichts darauf zu entgegnen und versuchte möglichst schmerzfrei die andere Brustwarze von ihrer Last zu befreien, und der Elb stöhnte erneut, doch dieses Mal etwas leiser, ob es weniger schmerzte oder ob er sich langsam daran gewöhnte, dass es schmerzte, war nicht zu beurteilen.

Der Mann warf dann einen Blick auf die rosigen Brustwarzen, die steifgeschwollen und sichtbar wund aufragten, aber ohne das grausame Metall der kalten Ringe.

So war es wesentlich besser, dachte der Mensch, und wusste, was nun auf ihn zukam.

Du bist dir sicher, dass du das nicht alleine tun willst? Ich weiß nicht so recht, ob ich mich trauen kann, dich dort zu berühren.

Nein, erwiederte der Elb, und seine Stimme verzauberte den Menschen erneut, ich möchte, dass du mir hilft, ich mag mich nicht anfassen, und ich mag DAS nicht anfassen, es ist mir zuwider und ich kann es nicht. Bitte tu du es, ich werde auch still halten.

Der Mensch setzte sich wieder auf den Schemel, so dass der Elb vor ihm stand und er bessere Sicht und besseren Zugriff hatte auf das, was nun kommen würde.
Er bemühte sich, nicht zu schockiert zu sein, als er die unzähligen Ringe ansah, und dann entdeckte er, dass die Bestien die Vorhaut des Elben entfernt hatten, stümperhaft und brutal, das konnte man jetzt noch an den Narben erkennen, und an der Unterseite des Gliedes an dem Bändchen, das Schaft und Eichel miteinander verband, ebenfalls einen Ring gesetzt hatten.

Den zuletzt, dachte der Mensch, und begann seine heikle Mission.

Ring um Ring fiel ab von dem Elben, und die Erleichterung war sichtbar, dann kam dieser eine, dieser wohl besonders schmerzhafte, denn der Einstichkanal war noch entzündet, und der Mann hielt die Luft an, als er herausglitt und endlich alles an Metall von dem Körper des Elben abgenommen war.

Der Penis des Elben lag wie ein verletztes zitterndes Vögelchen in seiner Hand und ohne nachzudenken senkte der Mann plötzlich seinen Kopf und gab einen kleinen scheuen Kuss darauf.

Dann ließ er ihn los und lächelte.

Wunden heilen besser, wenn man einen Kuss drauf gibt, sagte er und nahm das große Tuch und hüllte den Elben fest darin ein, der ihn dankbar und auch ein wenig überrascht ansah.

Der Mann zögerte kurz, dann nahm er noch einmal den gläsernen Salbentiegel und drückte ihn dem Elben in die Hand.