StarWars Appendix
Da in der Story nun auch Fahrzeuge aus dem StarWars-Universum - bzw. Variationen solcher Fahrzeuge - auftauchen werden (oder zumindest Erwähnung finden), und vielleicht nicht jeder Leser darüber Bescheid weiss, fasse ich an dieser Stelle die für die Story wichtigsten Infos über imperiales Kriegsgerät zusammen.
+ Düsenrad +
Bekannt aus Episode VI - Die Rückkehr der Jediritter. Ein schneller, für Aufklärungs- und Patrouilleneinsätze gedachter Tiefflieger, der wie ein Motorrad ohne Räder mit zwei langen Rohren an der Spitze aussieht. Bewaffnet mit einer nach vorn gerichteten festmontierten Blasterkanone. Maximal zwei Personen können darauf sitzen.
+ AT-ST +
Bekannt aus Episode V - Das Imperium schlägt zurück. Diese Maschine für den Bodenkampf zählt zu den Läufern. Es handelt sich um eine würfelförmige, gepanzerte Pilotenkanzel auf zwei langen, nach hinten abgeknickten Beinen. Unter der Kanzel ist eine relativ leistungsfähige Zwillingsblasterkanone angebracht. Besetzt ist der AT-ST mit einem Piloten und einem Kanonier, und wird im Kampf oft als Vorauseinheit und Flankenschutz für die schwerfälligeren und langsamereren AT-ATs oder als schwere Unterstützungsplattform für die Infanterie eingesetzt.
+ AT-AT +
Bekannt aus Episode V - Das Imperium schlägt zurück. Massiv gepanzerter, vierbeiniger Kampfläufer, der an ein großes, schwerfälliges Pferd erinnert. Bewaffnet ist er mit sehr schlagkräftigen Geschützen unterhalb des Kopfes. Die Besatzung besteht aus einem Piloten, einem Kanonier und einem Kommandanten. Die massive Panzerung macht den AT-AT zum idealen Gerät für den Durchbruch durch schwer verteidigte Linien. Was viele nicht wissen ist, daß der AT-AT außerdem ein Truppentransporter ist. Wieviele Sturmtruppler er transportieren kann, ist mir aber nicht bekannt. Aufgrund der Größe und Schwerfälligkeit spielt dieses imposante Fahrzeug in meiner Geschichte jedoch nur eine untergeordnete Rolle.
+ AT-PT +
Eigenentwurf und Standardtransportpanzer von Traxius Armee. Die Form dieses von Repulsoraggregaten angetriebenen Schwebepanzers erinnert stark an eine Schildkröte. Seine Bewaffnung besteht aus zwei schweren Blasterkanonen in getrennten Türmen, vier Schnellfeuerblastern zur Infanteriebekämpfung (Waffenoption: Lähmstrahl zur Aufruhrbekämpfung) und einem Lenkraketenwerfer. Die Besatzung besteht aus einem Piloten, zwei Kanonieren und einem Kommandanten. Außerdem kann er bis zu 25 Sturmtruppler transportieren. Abgewandelte Versionen dieses Panzers dienen als mobiles Mini-Lazarett, Nachschubtransporter oder mobiler Kommandostützpunkt.
+ AT-XT +
Eigenentwurf. Dieser an eine große Metallspinne erinnernde Kampfläufer hat eine ähnliche Bewaffnung wie der AT-PT und übernimmt dessen Aufgabenbereich in extrem unwegsamem Gelände - insbesondere in Gebirgsregionen. Da sein Einsatzgebiet eine Massebeschränkung erforderlich macht, sind Panzerung und Transportkapazität im Vergleich zum AT-PT reduziert (Panzerung - 40%, Transportkapazität: 12 Sturmtruppler).
+ TIE-Defender +
Taucht auf im Roman 'X-Wing - Isards Rache' von M. Stackpole. Hierbei handelt es sich um eine stark verbesserte Version des TIE-Interceptors (der imperiale Raumjäger mit den nach vorne hin spitz zulaufenden Flügeln - s. zB Episode VI während der Schlacht beim Todesstern). Statt zwei besitzt der Defender drei Solarpaneele, deren Enden nach Außen abgeknickt sind (beim Interceptor stehen sie nach Innen), und die im Winkelabstand von 120 Grad um die Pilotenkapsel angeordnet sind. Wie der Interceptor verfügt der Defender über vier Laserkanonen. Zusätzlich ist er mit einem Traktorstrahl, einer Ionenkanone und einer Startvorrichtung für acht Erschütterungsflugkörper oder wahlweise acht Protonentorpedos ausgerüstet, und verfügt als erstes Jäger-Serienmodell des Imperiums über Schutzschilde. Die Originalversion des Defenders verfügt über einen Hyperantrieb für interstellare Reisen. Traxius Ingenieure haben den Entwurf jedoch mangels Bedarf an hyperraumtauglichen Jägern modifiziert. An Stelle des Hyperraumantriebs wurde die Transportkapazität der Lenkflugkörper (EFKs bzw. Protonentorpedos) um 50% erhöht.
+ Lambda-Fähre +
Ein weltraumtaugliches, mit mehreren Zwillingsblastern in Geschütztürmen im Bug- und Heckbereich ausgestattetes Fluggerät. Auffällige Merkmale sind der extrem große, senkrecht nach oben stehende Heckflügel und die Tatsache, daß die zwei im Flug schräg abwärts geneigten Tragflächen der Fähre zur Landung nach oben umgeklappt werden müssen. Die Lambda-Fähre transportiert eine mir unbekannte Zahl von Sturmtruppen (für diese Geschichte wurde die Zahl von mir willkürlich auf 50 Soldaten festgelegt).
+ Typ I Drohne +
Kugelförmige Schwebedrohne mit schwarzglänzender Oberfläche. Die Panzerung bietet Schutz gegen kleinkalibrige Waffen. Es existieren mehrere Varianten mit unterschiedlichen Ausrüstungspaketen. Die Wächtervariante ist mit einem Blaster und einem Lähmstrahler bestückt und wird häufig als Unterstützung in der Gebäudesicherung eingesetzt. Eine zweite im Imperium gebräuchliche Variante ist mit diversen 'Instrumenten' bestückt, die bei der Befragung (man könnte auch sagen Folter) verdächtiger Personen Verwendung finden.
+ Typ II Drohne +
Erstes Auftauchen in Episode V - Das Imperium schlägt zurück (dort als Imperialer Suchdroid bezeichnet). Schwarzer, ellipsoider Rumpf mit darunter angebrachten Manipulatorarmen, die diesen Roboter wie einen mechanischen Oktopus aussehen lassen. Diese flugfähige Drohne verfügt über Breitbandsensoren mit hoher Reichweite, eine Panzerung, die vor allen Waffen unterhalb eines Maschinengewehrs Schutz bietet und einen Präzisionsblaster. Ihr bester Schutz ist jedoch ihre hohe Wendigkeit. Außerdem kann diese Drohne, die hauptsächlich für Erkundungsmissionen benutzt wird, mit einem Selbstzerstörungsmechanismus versehen werden.
Disclaimer: Keine der Figuren gehört mir, und ich schreibe das hier nur, weil ich gerade nichts besseres zu tun habe (nicht, um damit Geld zu verdienen).
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°....° = jemand denkt
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
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Darth Saturn - The Dark Harvest
Teil 15
Es war der Morgen nach Hotarus Ankunft in der örtlichen Kommandobasis, und Hotaru lag ausgestreckt auf einer an einen Untersuchungsstuhl beim Zahnarzt erinnernden Liege in ihrem neuen Quartier. Sie hatte die Arme gemütlich hinter ihrem Kopf verschränkt und lächelte zufrieden, während sie auf einem riesigen Bildschirm den Sonnenaufgang beobachtete.
°Wie friedlich es ist.° dachte sie. °Fast könnte man vergessen, daß nur wenige dutzend Kilometer von hier entfernt Krieg herrscht.°
Den ganzen Tag über hatte sie trainiert, und Taichi hatte Recht behalten. Gedankenmanipulation war keine leichte Aufgabe. Durch ihr Training mit Zirkonite und Midori hatte sie die Manipulation der Macht beim Umgang mit leblosen Objekten gemeistert, aber das hier war bedeutend schwieriger, ganz einfach weil die Verbindung zwischen Lebewesen und der Macht sehr viel komplexer war. Man mußte bei der Beeinflussung eines Lebewesens unendlich vorsichtig sein. Andernfalls bestand die Gefahr, daß man das Bewußtsein des Ziels zerstörte. Das Ganze ähnelte einem Hürdenlauf, bei dem man in jeder Hand zwei Löffel mit rohen Eiern hielt, und bei dem man verlor, wenn eines der Eier vom Löffel fiel. Eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Aber wie sie gelernt hatte, hatte der Erfolg beim Einsatz der Macht viel mit dem Glauben an seine Fähigkeiten zu tun. Wenn man nicht glaubte, daß man es schaffen konnte, würde man tatsächlich scheitern.
Trotz aller guten Vorsätze war Hotaru zunächst wirklich gescheitert. Taichi hatte sie einen einfachen Sturmtruppler beeinflussen lassen, und das Ergebnis war katastrophal gewesen. Der Soldat hatte sich in eine sabbernde Kreatur ohne Verstand verwandelt, und Hotaru war am Boden zerstört gewesen.
Schon wieder hatte sie einem Menschen geschadet.
Doch dann hatte Taichi ihr die Klonfabrik gezeigt. Hatte ihr erklärt, daß die Soldaten nur Werkzeuge waren, die nur zufällig organisch waren und atmeten, und daß das Schicksal eines Einzelnen von ihnen im Grunde unbedeutend war. Wenn einer ausfiel, gab es tausend identische Versionen, die seinen Platz einnehmen konnten.
Er hatte ihr gezeigt, daß die Soldaten ihrem Leben und dem Leben ihrer Kameraden tatsächlich keine große Bedeutung beimassen. Sie taten, was ihnen befohlen wurde. Darauf waren sie konditioniert worden. Alles andere spielte keine Rolle.
Nachdem Hotaru das akzeptiert hatte, widerstrebend zunächst, weil es immer noch ihr Begreifen überstieg, daß ein Lebewesen seinen Tod einfach so hinnehmen konnte, ohne zu klagen, und sie eingesehen hatte, daß die Fortsetzung ihrer Ausbildung wichtig war, hatte sie noch sechs weitere Anläufe gebraucht, bis sie die Grundlagen gemeistert hatte. Bei jedem Fehlschlag war etwas in ihr zerbrochen, und hatte sie sich immer mehr von ihrer Menschlichkeit entfernt. Am Ende jedoch hatte sie keinen Schmerz mehr verspürt, ganz einfach, weil sie sich geweigert hatte, noch etwas zu empfinden.
Danach war sie in der Lage gewesen, alles Wissen des Soldaten - im Falle der geklonten Krieger waren das nur militärische Informationen über das praktische Verhalten im Feld - in sich aufzunehmen und dank einer Erinnerungstechnik, die Taichi sie gelehrt hatte, jederzeit wieder abzurufen. Anschließend, da er relativ sicher sein konnte, daß der Soldat es ohne Schäden überstehen würde, hatte er ihr einen Captain der Sturmtruppen vorgeführt, aus dessen Kopf sie einen kompletten Offizierslehrgang erhalten hatte. Und im Anschluß an diese Tortur hatte sie dringend benötigte Ruhe erhalten.
Im Verlauf der Nacht hatte Commander Staven die Reaktivierung der oberirdischen Teile des Stützpunkts eingeleitet. Vier gewaltige Kuppeln waren aus dem Boden aufgetaucht wie überdimensionale Pilze. Wenn im Verlauf des Vormittags die letzten Funktionstests abgeschlossen waren, würden diese Kuppeln einen Schutzschild erzeugen, der den gesamten Stützpunkt vor Bombenangriffen schützte.
Dummerweise hatten zwei britische Flugzeuge die Kuppeln während eines Überflugs in der Nacht bemerkt. Zum Glück waren sie nicht bombardiert worden, aber Satellitenaufnahmen zeigten eine sich nähernde Bodeneinheit.
Diese Einheit war ein Problem. Aber ein Problem, mit dem Hotaru sich persönlich befassen würde.
Darum hatte sie Taichi gebeten.
Er hatte ihr kurz forschend in die Augen gesehen und ihre Bitte dann genehmigt.
Im Augenblick meditierte sie und wartete auf die Rückkehr der Sturmtruppeneinheit, die die feindlichen Soldaten zu einer "Unterhaltung" mitbringen sollte.
Nach etwa einer Stunde war es schließlich soweit. Captain Pearson meldete den erfolgreichen Abschluß der Mission. Zwölf Amerikaner waren gefangengenommen worden. Vier von ihnen waren dabei zum Teil schwer verletzt worden und befanden sich auf dem Weg zur Krankenstation.
"Bringen sie die anderen acht in zwanzig Minuten zum Konferenzraum sechs, Captain." wies Hotaru ihn an. Dann orderte sie aus der Küche ein traditionell japanisches Frühstück für sich und ein traditionell amerikanisches Frühstück für acht Personen in jenen Konferenzraum und machte sich ebenfalls auf den Weg.
Als die Gefangenen von vier Sturmtrupplern in den Raum gebracht wurden, erschien deutliche Überraschung in den mürrischen Gesichtern der Soldaten.
Ein steriler, hell erleuchteter Raum, mit einem gedeckten Tisch, an dessen Kopfende ein junges Mädchen saß, war so ziemlich das Letzte, womit sie nach ihrer Gefangennahme gerechnet hatten.
Das Mädchen erhob sich und deutete höflich auf die Plätze.
"Bitte setzen sie sich doch und leisten sie mir beim Essen Gesellschaft."
Eine Welle der Unsicherheit lief durch die Soldaten, aber schließlich überwanden sie sich und nahmen die Einladung an. Dabei nahmen die zwei höchstrangigen Gefangenen, ein Lieutenant und ein Corporal, wie selbstverständlich auf den ihr am nächsten gelegenen Plätzen Platz.
"Mein Name ist Hotaru Tomoe, und im Namen der Föderation von Mikronesien heisse ich sie herzlich willkommen."
"Ich bin Lieutenant Gorman, Miss Tomoe." stellte sich ein junger, vielleicht fünfundzwanzigjähriger Mann mit blondem Bürstenhaarschnitt vor. "Das ist Corporal Hicks." Sein Gegenüber, etwa gleichaltrig, ebenfalls blond und mit klug blickenden blauen Augen, nickte ihr grüßend zu. "Aber habe ich sie richtig verstanden, Miss? Föderation von Mikronesien?"
"So ist es." Hotaru zog einen Teller mit Misosuppe zu sich heran und begann gemütlich zu frühstücken. "Und ich vermute, sie haben noch eine Menge Fragen, Lieutenant. Fragen, die ich soweit wie möglich beantworten werde. Nach dem Frühstück."
Der junge Offizier nickte verstehend und machte sich dann über seine Portion Eier mit Speck her.
Als Hotaru nach zwanzig Minuten ihr Mahl beendete, blickte sie in entspannte aber erwartungsvolle Gesichter. Die freundliche Begrüßung hatte ihren Zweck erfüllt, und die Soldaten davon überzeugt, daß ihnen keine unmittelbare Gefahr drohte.
Sie lächelte.
"Jetzt stehe ich zu ihrer Verfügung, Lieutenant."
"Zunächst einmal: Was sucht die Föderation von Mikronesien auf irakischem Boden? Was ist das hier für eine Einrichtung? Und welche Rolle spielen sie in dieser Angelegenheit?" fragte Gorman ruhig.
"Meine Rolle hier ist eine ganz einfache, Lieutenant. Ich bin die Assistentin von Lord Taichi und übernehme daher kleinere Aufgaben, damit er sich um die wichtigen Dinge kümmern kann."
"Und wer ist dieser Lord Taichi?"
"Momentan ist er mein direkter Vorgesetzter."
"Also der Boß hier."
"Wenn sie mit Boß meinen, daß er diesen Stützpunkt kommandiert, dann nein. Stützpunktkommandant ist Commander Staven."
"Könnte ich diesen Commander mal sprechen, Miss Tomoe?"
Hotaru schüttelte bedauernd den Kopf.
"Er überwacht im Moment die Reaktivierung dieser Anlage."
"Sie reden dauernd von Stützpunkt." warf Corporal Hicks ein. "Was für eine Anlage ist das hier?"
"Am Besten, ich zeige es ihnen." entgegnete das Mädchen zuvorkommend und erweckte mit ein paar Tastendrucken einen Bildschirm zum Leben, der die gesamte Rückseite des Raums einnahm. "Was sie hier sehen, ist ein Blick auf die Oberfläche."
"Was du nicht sagst?" murmelte einer der Soldaten sarkastisch.
Das Bild zeigte vier Kuppeln von der Größe dreistöckiger Häuser, die ein Gelände mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer einfassten, dessen markanteste Merkmale zwei kleinere und eine flache, dafür aber sehr ausgedehnte Düne waren.
"Nicht besonders bemerkenswert, nicht wahr?" meinte Hotaru, worauf sie zustimmendes Murmeln und Nicken erntete.
"Commander Staven." sprach sie dann in ihr Armbandkomgerät. Sie sprach englisch, damit die Soldaten sie verstehen konnten.
"Ja, Mylady?" kam Stavens Stimme wenige Sekunden später klar und deutlich aus dem kleinen Lautsprechermodul an ihrem Armband.
"Sind die Kuppeln inzwischen einsatzbereit?"
"Ja, Mylady."
"Gut. Dann aktivieren sie die Schilde. Sobald sie sich stabilisiert haben, schalten sie die Traktorfelder in der Oberflächenzone ab."
"Ja, Mylady."
Sekunden später ging ein kollektives Raunen durch die Menge, als die Luft über den Kuppeln anfing, bläulich zu flimmern. Das Flimmern breitete sich von den Kuppeln über den Himmel aus, und als es den gesamten Raum über der Basis ausgefüllt hatte, hörte es auf. Auch von dem hellen Blauton war jetzt nichts mehr zu sehen. Trotzdem waren sich alle sicher, daß das Etwas, das das Flimmern verursacht hatte, immer noch da war.
"Was...war das?" stiess Gorman nervös hervor. Instinktiv begriff er, daß sich hier etwas Bedeutendes abspielte.
Seine nächsten Worte blieben ihm jedoch im Halse stecken, als vor seinen Augen der Sand jener drei Dünen ins Rutschen kam und darunter Gebäude aus hellgrauem Metall zum Vorschein kamen.
Hotaru drehte sich mit einem zufriedenen Lächeln wieder zu ihren Gästen um.
"Über dieser Basis liegt jetzt ein Schutzschild, der stark genug ist, um jedem beliebigen Bombardement standzuhalten." erläuterte sie. "Und jetzt wollen sie sicher wissen, was sie dort für Gebäude sehen. Nun, dieses kuppelförmige Gebäude, das wie ein kleines Observatorium aussieht, hat tatsächlich etwas mit dem Weltraum zu tun." Ihr Lächeln bekam einen geheimnistuerischen Hintergrund. "Das andere kleine Gebäude ist der Zugang zu dem kleineren Nebenhangar der Basis, und das große Gebäude ist der Zugang zum Haupthangar?"
Gorman starrte geschockt auf das riesige Bauwerk. "Wenn das nur der Zugang ist, wie groß ist dann der eigentliche Hangar?"
Hotaru drückte auf einen Knopf und das Bild wechselte zu einer anderen Ansicht. Der Ansicht einer gewaltigen Halle, in der eine Unmenge von halbkugelförmigen Fahrzeugen stand. Fünf Reihen jeweils rechts- und linksseits einer breiten Straße. Und die Halle war so groß, das der Blick der Kamera nicht bis ans Ende dieser Reihen schauen konnte.
"Das sind genau eintausend AT-PTs, die sie dort sehen." sprach Hotaru in die geschockte Stille hinein. "Und es gibt noch fünf weitere Hallen mit diesen Fahrzeugen." Sie wechselte erneut die Ansicht. Diesmal bekamen die Amerikaner eine hohe Halle zu sehen, in der große Stahlwürfel auf zwei Beinen bedrohlich in die Höhe ragten. Gorman sah, wie sich neben dem Fuß einer dieser Maschinen etwas bewegte, was wohl ein Techniker war, und erblaßte. Diese Dinger waren mehrere Stockwerke hoch. Und die deutlich sichtbaren Geschützläufe unter dem Rumpf liessen keinen Zweifel am offenkundig militärischen Zweck dieses Geräts.
"AT-ST Scoutläufer." erklärte Hotaru mit einem leichten Anflug von Stolz in der Stimme. "In dieser Halle sehen sie einhundert. Insgesamt finden sich hier dreihundert dieser Maschinen."
"Und ich dachte immer, WIR hätten die heißeste Hardware auf dem Markt." murmelte ein Soldat fassungslos.
"Wenn sie heiße Hardware suchen, dann werfen sie mal einen Blick auf das hier." Mit diesen Worten zeigte sie ihren Gästen einen der zwei Luftwaffenhangars mit den insgesamt zweihundertsechzehn TIE-Defender-Luft- /Raumjägern darin.
"Dieser Stützpunkt hat über zwanzig Tiefebenen, die hauptsächlich für die Lagerung von Personal- und Ausrüstung bestimmt sind." erklärte Hotaru am Schluß. "Die zwei untersten Ebenen beinhalten Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Dann haben wir da noch eine Kommandoebene und ein paar Ebenen, die für Produktionszwecke gedacht sind."
"Wieviel Personal gibt es hier denn so?" fragte Hicks.
"Die Anlage kann mit einer Mannstärke von dreihundert arbeiten." antwortete Hotaru. "Und im Moment sind hier zweihunderttausend Mann an Truppen stationiert."
"Zweihunderttausend..." ächzte Gorman ungläubig.
"Und was habt ihr damit vor, Kleine?" fragte eine dunkelhaarige Soldatin mit mißtrauisch zusammengekniffenen Augen. Laut dem Schild auf ihrer Uniform hieß sie Vasquez.
"Sind sie mit den politischen Entwicklugen der letzten vierundzwanzig Stunden vertraut, Miss Vasquez?"
"Nein. Ich bin Soldat. Politik interessiert mich nicht."
"Sonst irgendjemand?" Sie schaute in die Runde und erntete nur Kopfschütteln.
"Lieutenant Gorman?"
"Welche Entwicklung genau meinen sie?"
"Die Entwicklung zwischen der Föderation und den Vereinigten Staaten."
"Nein."
"Na denn." Hotaru seufzte. "Die Aufforderung der Föderation an die gegen den Irak kriegführende Allianz, sich zurückzuziehen, und sich an internationales Recht zu halten, wurde mit einem Lenkwaffenbombardement auf das hiesige Konsulat der Föderation beantwortet. Mikronesien sperrte daraufhin sein Luft- und Seegebiet für alle Nationen, die am Kampf mit dem Irak beteiligt sind. Wissen sie, wo Mikronesien liegt, Gorman?"
"Nicht genau."
"Direkt südlich von Guam."
"Oh."
Guam war eine wichtige amerikanische Basis im Pazifik und gehörte zu den Marianen. Vom dortigen Luftwaffenstützpunkt aus fanden auch Angriffe mit B- 52 Bombern auf den Irak statt.
"Ihre Luftwaffe hat dies jedoch ignoriert, und eine B-52 wurde bei dem Versuch, mikronesischen Luftraum zu durchqueren, von F-5 Jägern abgeschossen. Von der Besatzung hat nur der Co-Pilot überlebt und befindet sich derzeit in Haft. Heute morgen hat ihr Präsident die Föderation in einer Ansprache als Terroristenstaat verurteilt und auf die Liste der Schurkenstaaten gesetzt." Hotaru verschränkte die Arme hinter dem Rücken, und ähnelte nun in ihrer Haltung einem Offizier, der auf dem Kasernenhof eine Ansprache an die Truppe hielt. "Als Reaktion wurde die gesamte Verteidigungsstreitmacht der Föderation in Alarmbereitschaft versetzt, woraufhin die Amerikaner mit einem Angriff von Guam aus reagierten, der die mikronesische Luftwaffe schwer getroffen hat."
"Heisst das, Mikronesien liegt mit Amerika im Krieg?" fragte Gorman leise.
"Die Regierung der Föderation hat beschlossen, daß dieser Konflikt nicht auf ihrem Boden ausgetragen werden soll. Deshalb, und um gegen die Unrechtmäßigkeit des Irakkrieges zu demonstrieren, wird sie den Konflikt hier austragen."
"Das ist eine ziemlich dünne Story. Sie können doch unmöglich innerhalb von vierundzwanzig Stunden diesen Stützpunkt hier errichtet haben." wandte Gorman ein.
"Das ist richtig. Diese Anlage existierte schon vor dem letzten Golfkrieg."
"Und wieso seid ihr hier?"
"Die Föderation hat nach dem zweiten Golfkrieg ein Unterstützungsbündnis mit dem Irak geschlossen, das in Kraft tritt, wenn der Irak Ziel eines gegen ihn gerichteten und gegen internationales Recht verstossenden Angriffs wird. Allerdings soll die Föderation nur helfen, wenn es keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint." erklärte Hotaru.
Ein solches Bündnis existierte tatsächlich. Die Amerikaner brauchten allerdings nicht zu wissen, daß dieses Bündnis nur ein Vorwand gewesen war, um den Irak dazu zu bewegen, den Bau dieses Stützpunktes zu genehmigen, und daß die Ziele dieser Armee ganz andere waren.
"Dann sind wir also Kriegsgefangene." resümierte der junge Lieutenant. "Was sollte dann diese Behandlung?"
"Wir mögen im Krieg liegen, aber deswegen muß ich doch nicht aufhören, sie wie Menschen zu behandeln, Lieutenant."
"Also ich wette, wir kommen hier wieder raus." stellte Vasquez fest.
"Wirklich?" fragte Hotaru erstaunt. "Da bin ich ja mal gespannt."
"Wenn du so wichtig bist, wie du gesagt hast, taugst du auch als Geisel." knurrte die Frau. Dann sprang sie mit wutverzerrter Miene auf Hotaru zu.
Doch Hotaru hob nur ihre linke Hand zu einer greifenden Geste, und dann pflückte eine unsichtbare Hand die Soldatin vom Boden.
Mit einem Ausdruck milder Zurechtweisung im Gesicht schüttelte sie den Kopf.
"Sie müssen mich für ziemlich dumm handeln, Soldatin Vasquez." Sie lächelte freundlich. "Sie sollten wissen, daß ich jedem von ihnen in weniger als einer Sekunde den Kopf abreissen kann, ohne mich dafür auch nur von der Stelle bewegen zu müssen. Betrachten sie das hier also als freundliche Warnung und begehen sie den Fehler eines Angriffs nicht noch einmal, wenn ich sie jetzt absetze."
Hotaru setzte Vasquez sanft wie eine Feder wieder ab. Doch trotz der ziemlich eindeutigen Warnung hätte die aufgebrachte Soldatin es wohl noch einmal versucht, wenn drei ihrer Kameraden sie nicht gebändigt hätten.
"Wie haben sie das gemacht?" fragte Gorman entsetzt und fasziniert zugleich.
"Erkläre ich ihnen vielleicht ein anderes Mal, Lieutenant." antwortete Hotaru nach einem Blick auf ihre Uhr. "Jetzt gehen sie bitte mit den Wachen zu ihren Unterkünften und bleiben sie dort. Ich habe jetzt zu tun, werde sie aber über die Entwicklung auf dem Laufenden halten."
"Ähm...Danke. Schätze ich."
Hotaru nickte ihm freundlich zu.
"Wer zum Teufel ist die Kleine bloß?" wandte Hicks sich murmelnd an seinen Vorgesetzten, als sie ein paar Meter von Hotaru entfernt waren. Das Mädchen hörte ihn dank ihrer von der Macht geschärften Sinne trotzdem.
"Corporal Hicks."
Hicks drehte sich um.
Hotaru lächelte geheimnisvoll.
"Ich bin Vieles." antwortete sie kryptisch. "Manchmal bin ich der Sendbote ultimativer Zerstörung, der Avatar der Stille. Manchmal bin ich Beschützerin meiner Prinzessin. Im Augenblick jedoch bin ich einfach nur die Stellvertretende Kommandeurin der Vierten Sturmgardedivision, einer von vielen Kommandeuren, die den letzten aller Kriege führen werden. Den Krieg, der alle Kriege für immer beenden wird."
Nach diesen Worten drehte sie sich um und verließ mit majestätischen Schritten den Konferenzraum durch eine andere Tür.
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"Die Tenchi Corporation entstand kurz nach dem zweiten Weltkrieg." erklärte Ami den anderen Senshi und Jacen. "Das Unternehmen hatte die für damals entstehende Großunternehmen typische Struktur aus einer Bank als Kapitallieferant und anderen Firmen, die zu damals boomenden Bereichen gehörten. Hauptsächlich Schwerindustrie und Bauunternehmen."
"Und wie sieht die Struktur heute aus?"
"Heute ist es etwas komplizierter, Rei." seufzte Ami. "Tenchi Financial Services spaltet sich in dutzende von regionalen oder auf bestimmte Arbeitsgebiete spezialisierte Tochterfirmen auf, die auf die eine oder andere Art mit Immobilienfirmen, Bauunternehmen, Schwerindustrie, Leichtindustrie, Schiff- und Fahrzeugbau, Nahrungsmittelerzeugung, pharmazeutischen Unternehmen, Speditionsfirmen, Elektronikherstellern und einer Menge anderer Firmen aus fast allen denkbaren Geschäftsbereichen zusammenhängen."
Die Senshi machten große Augen.
"Und wie viele Firmen sind das?" fragte Minako.
"Ich...bin nicht sicher." gestand Ami.
"Und ungefähr?"
"Das Netzwerk, dem ich nachgegangen bin, ist sehr undurchsichtig, Minako. Aber ich denke, es dürften wenigstens drei-...vielleicht auch vierhundert Unternehmen sein. Und viele von ihnen werden noch Tochterfirmen haben, die ich in der kurzen Zeit nicht aufspüren konnte."
"So viele?" staunte Usagi.
"Wir reden hier von einem global tätigen Unternehmen mit tausenden von Fillialen und Produktionsstätten weltweit."
"Auch Rüstungsunternehmen?" fragte Jacen.
"Überraschenderweise nein." gestand Ami.
"Was ist daran so überraschend?" wunderte sich Rei.
"Rüstungsunternehmen sind in der Regel eine gute Kapitalquelle." erklärte die Senshi des Merkur. "Dinge, mit denen sich die Leute gegenseitig umbringen können, sind ja leider immer irgendwo gefragt. Aber aus diesem Marktgebiet scheint die Tenchi Corporation sich fernzuhalten. Warum fragst du danach, Jacen?"
"Um seine Macht aufrechtzuerhalten, unterhielt der Imperator eine gewaltige Militärmaschinerie. Und ich kann mir nicht vorstellen, wie unsere imperialen Gegner hier ohne Militär die Kontrolle übernehmen wollen."
"Hmm." Ami schaute nachdenklich. "Das einzige Unternehmen, das halbwegs in dieser Richtung tätig ist, ist Golan Security Systems. Die Firma stellt Sicherheitseinrichtungen und Waffen für Sicherheitsunternehmen und Werkschutzeinheiten her."
"Das ist es. Hast du noch mehr über diese Firma?" fragte er aufgeregt.
Ami sah ihre Unterlagen durch. "Hauptsitz ist Zürich, aber dort sitzt nur die Geschäftsleitung. Produziert werden die meisten Erzeugnisse in China und Brasilien."
"Was ist so besonderes an der Firma, Jacen?"
"Nun, Rei, es gibt im Imperium eine Firma namens Golan Arms. Ein Rüstungsunternehmen, dessen Produktpalette von Handfeuerwaffen über Panzern zu Orbitalwaffenplattformen reicht."
"Hmm. Glaubt hier jemand an Zufall?" meinte Ami stirnrunzelnd.
"Nein." antwortete Usagi für alle.
"Ami. Versuch bitte rauszufinden, in welche größeren Projekte die Tenchi Corporation zur Zeit Mittel investiert."
"Und inwieweit soll uns das weiterhelfen?" fragte Rei skeptisch.
Jacen grinste listig.
"Die Imperialen haben eine Vorliebe für den Bau von Superwaffen, und solche Projekte kosten eine Menge Geld."
"Okay..."
Das Klingeln des Telefons unterbrach das Gespräch.
Ami nahm das Gespräch an, und als sie nach ein paar Minuten in ihr Zimmer zurückkam, war sie blaß.
"Das war ein Herr Zakamoto." erklärte sie mit tonloser Stimme. "Er ist Rechtsanwalt. Makotos Pflichtverteidiger, um genau zu sein."
"WAS?" riefen alle anderen Senshi gleichzeitig.
"Makoto sitzt in Untersuchungshaft." teilte Ami ihnen mit. "Sie soll einen zehnjährigen Jungen, den Enkel eines Restaurantbesitzers, zusammengeschlagen haben."
"Das würde sie niemals tun!" fuhr Usagi empört auf.
"Und sie soll versucht haben, von dem Restaurantbesitzer Schutzgeld zu erpressen."
"Wer wagt es, sowas zu behaupten?" fauchte Rei aufgebracht.
"Die Leute aus dem Restaurant." antwortete Ami bedrückt. "Sie haben Anzeige erstattet. Und auf Makotos Bankkonto hat man über einen längeren Zeitraum Geldeinzahlungen gefunden, deren Muster zu Schutzgelderpressungen passt."
"Trotzdem ist sie unschuldig!" tobte Usagi.
Rei und Minako nickten bekräftigend.
"Sieht aus, als hätten wir ein Problem." warf Jacen besorgt ein.
"Ach wirklich?" erwiderte Rei sarkastisch. "Makoto sitzt unschuldig im Gefängnis, und du nennst das lediglich 'ein Problem'?!"
"Nein, Rei. Das ist nicht das Problem." widersprach Jacen gelassen.
"Ach? Wie kommst du denn darauf?"
"Würde eure Polizei ohne Beweise einen Menschen verhaften?" fragte er.
"Beweise hin oder her, Makoto IST unschuldig!"
"Würde sie?"
"Nein. Aber..."
"Und da Makoto unschuldig ist, müssen die Beweise gefälscht sein." unterbrach er Rei lächelnd.
Die temperamentvolle Priesterschülerin verstummte.
"Worauf willst du hinaus?" fragte Minako vorsichtig.
"Auf folgende Frage: Wer könnte einen Grund haben, Makoto diese Verbrechen in die Schuhe zu schieben? Hatte sie irgendwelche Feinde?"
"Nein." antwortete Usagi. "Früher war sie in einige Prügeleien verwickelt, weshalb sie häufig die Schule wechseln mußte, aber seit sie mit uns zusammen ist, hat sie keine Feinde."
"Und selbst wenn...", warf Ami ein, "...welcher Schüler sollte die Möglichkeit haben, Beweise, wie falsche Einzahlungen auf ihrem Bankkonto, zu plazieren?"
"Und was folgt daraus, daß es kein Feind von Makoto sein kann?" fragte Jacen.
Die Mädchen starrten ihn fragend an.
"Es könnten Feinde der Senshi sein." antwortete er.
"Aber dann müßten sie ja unsere Identitäten..." Rei wurde blaß. Die anderen Senshi ebenfalls.
"Und deswegen", Jacen nickte besorgt, "habe ich gesagt, daß wir ein Problem haben. Und solange wir keinen Anhaltspunkt haben, wo der Feind sich versteckt, können wir nicht zurückschlagen."
Ami nickte verstehend.
"Ich mache mich sofort an die Arbeit."
"Aber was wird jetzt aus Makoto?" fragte Usagi besorgt.
Jacen lächelte hintergründig.
"Ich werde sie da rausholen."
"Aber..."
In dem Moment stiess Amis Computer ein schrilles Alarmsignal aus.
"Zwei Youma sind aufgetaucht." informierte Ami ihre Mit-Senshi besorgt.
"Wo?" fragte Minako.
"Schon wieder im Einkaufszentrum."
"Haben beim letzten Mal wohl was vergessen." brummte Rei. "Dabei haben die doch Ladenverbot."
"Also los!" rief Usagi. "Zeigen wir ihnen, daß sie hier unerwünscht sind!"
Nun, dem war nichts mehr hinzuzufügen.
Die Senshi stürmten los, um sich dem Youma-Angriff zu widmen.
Dem ersten Angriff aus einer langen Reihe von Angriffen, die noch folgen sollten...
Da in der Story nun auch Fahrzeuge aus dem StarWars-Universum - bzw. Variationen solcher Fahrzeuge - auftauchen werden (oder zumindest Erwähnung finden), und vielleicht nicht jeder Leser darüber Bescheid weiss, fasse ich an dieser Stelle die für die Story wichtigsten Infos über imperiales Kriegsgerät zusammen.
+ Düsenrad +
Bekannt aus Episode VI - Die Rückkehr der Jediritter. Ein schneller, für Aufklärungs- und Patrouilleneinsätze gedachter Tiefflieger, der wie ein Motorrad ohne Räder mit zwei langen Rohren an der Spitze aussieht. Bewaffnet mit einer nach vorn gerichteten festmontierten Blasterkanone. Maximal zwei Personen können darauf sitzen.
+ AT-ST +
Bekannt aus Episode V - Das Imperium schlägt zurück. Diese Maschine für den Bodenkampf zählt zu den Läufern. Es handelt sich um eine würfelförmige, gepanzerte Pilotenkanzel auf zwei langen, nach hinten abgeknickten Beinen. Unter der Kanzel ist eine relativ leistungsfähige Zwillingsblasterkanone angebracht. Besetzt ist der AT-ST mit einem Piloten und einem Kanonier, und wird im Kampf oft als Vorauseinheit und Flankenschutz für die schwerfälligeren und langsamereren AT-ATs oder als schwere Unterstützungsplattform für die Infanterie eingesetzt.
+ AT-AT +
Bekannt aus Episode V - Das Imperium schlägt zurück. Massiv gepanzerter, vierbeiniger Kampfläufer, der an ein großes, schwerfälliges Pferd erinnert. Bewaffnet ist er mit sehr schlagkräftigen Geschützen unterhalb des Kopfes. Die Besatzung besteht aus einem Piloten, einem Kanonier und einem Kommandanten. Die massive Panzerung macht den AT-AT zum idealen Gerät für den Durchbruch durch schwer verteidigte Linien. Was viele nicht wissen ist, daß der AT-AT außerdem ein Truppentransporter ist. Wieviele Sturmtruppler er transportieren kann, ist mir aber nicht bekannt. Aufgrund der Größe und Schwerfälligkeit spielt dieses imposante Fahrzeug in meiner Geschichte jedoch nur eine untergeordnete Rolle.
+ AT-PT +
Eigenentwurf und Standardtransportpanzer von Traxius Armee. Die Form dieses von Repulsoraggregaten angetriebenen Schwebepanzers erinnert stark an eine Schildkröte. Seine Bewaffnung besteht aus zwei schweren Blasterkanonen in getrennten Türmen, vier Schnellfeuerblastern zur Infanteriebekämpfung (Waffenoption: Lähmstrahl zur Aufruhrbekämpfung) und einem Lenkraketenwerfer. Die Besatzung besteht aus einem Piloten, zwei Kanonieren und einem Kommandanten. Außerdem kann er bis zu 25 Sturmtruppler transportieren. Abgewandelte Versionen dieses Panzers dienen als mobiles Mini-Lazarett, Nachschubtransporter oder mobiler Kommandostützpunkt.
+ AT-XT +
Eigenentwurf. Dieser an eine große Metallspinne erinnernde Kampfläufer hat eine ähnliche Bewaffnung wie der AT-PT und übernimmt dessen Aufgabenbereich in extrem unwegsamem Gelände - insbesondere in Gebirgsregionen. Da sein Einsatzgebiet eine Massebeschränkung erforderlich macht, sind Panzerung und Transportkapazität im Vergleich zum AT-PT reduziert (Panzerung - 40%, Transportkapazität: 12 Sturmtruppler).
+ TIE-Defender +
Taucht auf im Roman 'X-Wing - Isards Rache' von M. Stackpole. Hierbei handelt es sich um eine stark verbesserte Version des TIE-Interceptors (der imperiale Raumjäger mit den nach vorne hin spitz zulaufenden Flügeln - s. zB Episode VI während der Schlacht beim Todesstern). Statt zwei besitzt der Defender drei Solarpaneele, deren Enden nach Außen abgeknickt sind (beim Interceptor stehen sie nach Innen), und die im Winkelabstand von 120 Grad um die Pilotenkapsel angeordnet sind. Wie der Interceptor verfügt der Defender über vier Laserkanonen. Zusätzlich ist er mit einem Traktorstrahl, einer Ionenkanone und einer Startvorrichtung für acht Erschütterungsflugkörper oder wahlweise acht Protonentorpedos ausgerüstet, und verfügt als erstes Jäger-Serienmodell des Imperiums über Schutzschilde. Die Originalversion des Defenders verfügt über einen Hyperantrieb für interstellare Reisen. Traxius Ingenieure haben den Entwurf jedoch mangels Bedarf an hyperraumtauglichen Jägern modifiziert. An Stelle des Hyperraumantriebs wurde die Transportkapazität der Lenkflugkörper (EFKs bzw. Protonentorpedos) um 50% erhöht.
+ Lambda-Fähre +
Ein weltraumtaugliches, mit mehreren Zwillingsblastern in Geschütztürmen im Bug- und Heckbereich ausgestattetes Fluggerät. Auffällige Merkmale sind der extrem große, senkrecht nach oben stehende Heckflügel und die Tatsache, daß die zwei im Flug schräg abwärts geneigten Tragflächen der Fähre zur Landung nach oben umgeklappt werden müssen. Die Lambda-Fähre transportiert eine mir unbekannte Zahl von Sturmtruppen (für diese Geschichte wurde die Zahl von mir willkürlich auf 50 Soldaten festgelegt).
+ Typ I Drohne +
Kugelförmige Schwebedrohne mit schwarzglänzender Oberfläche. Die Panzerung bietet Schutz gegen kleinkalibrige Waffen. Es existieren mehrere Varianten mit unterschiedlichen Ausrüstungspaketen. Die Wächtervariante ist mit einem Blaster und einem Lähmstrahler bestückt und wird häufig als Unterstützung in der Gebäudesicherung eingesetzt. Eine zweite im Imperium gebräuchliche Variante ist mit diversen 'Instrumenten' bestückt, die bei der Befragung (man könnte auch sagen Folter) verdächtiger Personen Verwendung finden.
+ Typ II Drohne +
Erstes Auftauchen in Episode V - Das Imperium schlägt zurück (dort als Imperialer Suchdroid bezeichnet). Schwarzer, ellipsoider Rumpf mit darunter angebrachten Manipulatorarmen, die diesen Roboter wie einen mechanischen Oktopus aussehen lassen. Diese flugfähige Drohne verfügt über Breitbandsensoren mit hoher Reichweite, eine Panzerung, die vor allen Waffen unterhalb eines Maschinengewehrs Schutz bietet und einen Präzisionsblaster. Ihr bester Schutz ist jedoch ihre hohe Wendigkeit. Außerdem kann diese Drohne, die hauptsächlich für Erkundungsmissionen benutzt wird, mit einem Selbstzerstörungsmechanismus versehen werden.
Disclaimer: Keine der Figuren gehört mir, und ich schreibe das hier nur, weil ich gerade nichts besseres zu tun habe (nicht, um damit Geld zu verdienen).
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°....° = jemand denkt
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
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Darth Saturn - The Dark Harvest
Teil 15
Es war der Morgen nach Hotarus Ankunft in der örtlichen Kommandobasis, und Hotaru lag ausgestreckt auf einer an einen Untersuchungsstuhl beim Zahnarzt erinnernden Liege in ihrem neuen Quartier. Sie hatte die Arme gemütlich hinter ihrem Kopf verschränkt und lächelte zufrieden, während sie auf einem riesigen Bildschirm den Sonnenaufgang beobachtete.
°Wie friedlich es ist.° dachte sie. °Fast könnte man vergessen, daß nur wenige dutzend Kilometer von hier entfernt Krieg herrscht.°
Den ganzen Tag über hatte sie trainiert, und Taichi hatte Recht behalten. Gedankenmanipulation war keine leichte Aufgabe. Durch ihr Training mit Zirkonite und Midori hatte sie die Manipulation der Macht beim Umgang mit leblosen Objekten gemeistert, aber das hier war bedeutend schwieriger, ganz einfach weil die Verbindung zwischen Lebewesen und der Macht sehr viel komplexer war. Man mußte bei der Beeinflussung eines Lebewesens unendlich vorsichtig sein. Andernfalls bestand die Gefahr, daß man das Bewußtsein des Ziels zerstörte. Das Ganze ähnelte einem Hürdenlauf, bei dem man in jeder Hand zwei Löffel mit rohen Eiern hielt, und bei dem man verlor, wenn eines der Eier vom Löffel fiel. Eine scheinbar unmögliche Aufgabe. Aber wie sie gelernt hatte, hatte der Erfolg beim Einsatz der Macht viel mit dem Glauben an seine Fähigkeiten zu tun. Wenn man nicht glaubte, daß man es schaffen konnte, würde man tatsächlich scheitern.
Trotz aller guten Vorsätze war Hotaru zunächst wirklich gescheitert. Taichi hatte sie einen einfachen Sturmtruppler beeinflussen lassen, und das Ergebnis war katastrophal gewesen. Der Soldat hatte sich in eine sabbernde Kreatur ohne Verstand verwandelt, und Hotaru war am Boden zerstört gewesen.
Schon wieder hatte sie einem Menschen geschadet.
Doch dann hatte Taichi ihr die Klonfabrik gezeigt. Hatte ihr erklärt, daß die Soldaten nur Werkzeuge waren, die nur zufällig organisch waren und atmeten, und daß das Schicksal eines Einzelnen von ihnen im Grunde unbedeutend war. Wenn einer ausfiel, gab es tausend identische Versionen, die seinen Platz einnehmen konnten.
Er hatte ihr gezeigt, daß die Soldaten ihrem Leben und dem Leben ihrer Kameraden tatsächlich keine große Bedeutung beimassen. Sie taten, was ihnen befohlen wurde. Darauf waren sie konditioniert worden. Alles andere spielte keine Rolle.
Nachdem Hotaru das akzeptiert hatte, widerstrebend zunächst, weil es immer noch ihr Begreifen überstieg, daß ein Lebewesen seinen Tod einfach so hinnehmen konnte, ohne zu klagen, und sie eingesehen hatte, daß die Fortsetzung ihrer Ausbildung wichtig war, hatte sie noch sechs weitere Anläufe gebraucht, bis sie die Grundlagen gemeistert hatte. Bei jedem Fehlschlag war etwas in ihr zerbrochen, und hatte sie sich immer mehr von ihrer Menschlichkeit entfernt. Am Ende jedoch hatte sie keinen Schmerz mehr verspürt, ganz einfach, weil sie sich geweigert hatte, noch etwas zu empfinden.
Danach war sie in der Lage gewesen, alles Wissen des Soldaten - im Falle der geklonten Krieger waren das nur militärische Informationen über das praktische Verhalten im Feld - in sich aufzunehmen und dank einer Erinnerungstechnik, die Taichi sie gelehrt hatte, jederzeit wieder abzurufen. Anschließend, da er relativ sicher sein konnte, daß der Soldat es ohne Schäden überstehen würde, hatte er ihr einen Captain der Sturmtruppen vorgeführt, aus dessen Kopf sie einen kompletten Offizierslehrgang erhalten hatte. Und im Anschluß an diese Tortur hatte sie dringend benötigte Ruhe erhalten.
Im Verlauf der Nacht hatte Commander Staven die Reaktivierung der oberirdischen Teile des Stützpunkts eingeleitet. Vier gewaltige Kuppeln waren aus dem Boden aufgetaucht wie überdimensionale Pilze. Wenn im Verlauf des Vormittags die letzten Funktionstests abgeschlossen waren, würden diese Kuppeln einen Schutzschild erzeugen, der den gesamten Stützpunkt vor Bombenangriffen schützte.
Dummerweise hatten zwei britische Flugzeuge die Kuppeln während eines Überflugs in der Nacht bemerkt. Zum Glück waren sie nicht bombardiert worden, aber Satellitenaufnahmen zeigten eine sich nähernde Bodeneinheit.
Diese Einheit war ein Problem. Aber ein Problem, mit dem Hotaru sich persönlich befassen würde.
Darum hatte sie Taichi gebeten.
Er hatte ihr kurz forschend in die Augen gesehen und ihre Bitte dann genehmigt.
Im Augenblick meditierte sie und wartete auf die Rückkehr der Sturmtruppeneinheit, die die feindlichen Soldaten zu einer "Unterhaltung" mitbringen sollte.
Nach etwa einer Stunde war es schließlich soweit. Captain Pearson meldete den erfolgreichen Abschluß der Mission. Zwölf Amerikaner waren gefangengenommen worden. Vier von ihnen waren dabei zum Teil schwer verletzt worden und befanden sich auf dem Weg zur Krankenstation.
"Bringen sie die anderen acht in zwanzig Minuten zum Konferenzraum sechs, Captain." wies Hotaru ihn an. Dann orderte sie aus der Küche ein traditionell japanisches Frühstück für sich und ein traditionell amerikanisches Frühstück für acht Personen in jenen Konferenzraum und machte sich ebenfalls auf den Weg.
Als die Gefangenen von vier Sturmtrupplern in den Raum gebracht wurden, erschien deutliche Überraschung in den mürrischen Gesichtern der Soldaten.
Ein steriler, hell erleuchteter Raum, mit einem gedeckten Tisch, an dessen Kopfende ein junges Mädchen saß, war so ziemlich das Letzte, womit sie nach ihrer Gefangennahme gerechnet hatten.
Das Mädchen erhob sich und deutete höflich auf die Plätze.
"Bitte setzen sie sich doch und leisten sie mir beim Essen Gesellschaft."
Eine Welle der Unsicherheit lief durch die Soldaten, aber schließlich überwanden sie sich und nahmen die Einladung an. Dabei nahmen die zwei höchstrangigen Gefangenen, ein Lieutenant und ein Corporal, wie selbstverständlich auf den ihr am nächsten gelegenen Plätzen Platz.
"Mein Name ist Hotaru Tomoe, und im Namen der Föderation von Mikronesien heisse ich sie herzlich willkommen."
"Ich bin Lieutenant Gorman, Miss Tomoe." stellte sich ein junger, vielleicht fünfundzwanzigjähriger Mann mit blondem Bürstenhaarschnitt vor. "Das ist Corporal Hicks." Sein Gegenüber, etwa gleichaltrig, ebenfalls blond und mit klug blickenden blauen Augen, nickte ihr grüßend zu. "Aber habe ich sie richtig verstanden, Miss? Föderation von Mikronesien?"
"So ist es." Hotaru zog einen Teller mit Misosuppe zu sich heran und begann gemütlich zu frühstücken. "Und ich vermute, sie haben noch eine Menge Fragen, Lieutenant. Fragen, die ich soweit wie möglich beantworten werde. Nach dem Frühstück."
Der junge Offizier nickte verstehend und machte sich dann über seine Portion Eier mit Speck her.
Als Hotaru nach zwanzig Minuten ihr Mahl beendete, blickte sie in entspannte aber erwartungsvolle Gesichter. Die freundliche Begrüßung hatte ihren Zweck erfüllt, und die Soldaten davon überzeugt, daß ihnen keine unmittelbare Gefahr drohte.
Sie lächelte.
"Jetzt stehe ich zu ihrer Verfügung, Lieutenant."
"Zunächst einmal: Was sucht die Föderation von Mikronesien auf irakischem Boden? Was ist das hier für eine Einrichtung? Und welche Rolle spielen sie in dieser Angelegenheit?" fragte Gorman ruhig.
"Meine Rolle hier ist eine ganz einfache, Lieutenant. Ich bin die Assistentin von Lord Taichi und übernehme daher kleinere Aufgaben, damit er sich um die wichtigen Dinge kümmern kann."
"Und wer ist dieser Lord Taichi?"
"Momentan ist er mein direkter Vorgesetzter."
"Also der Boß hier."
"Wenn sie mit Boß meinen, daß er diesen Stützpunkt kommandiert, dann nein. Stützpunktkommandant ist Commander Staven."
"Könnte ich diesen Commander mal sprechen, Miss Tomoe?"
Hotaru schüttelte bedauernd den Kopf.
"Er überwacht im Moment die Reaktivierung dieser Anlage."
"Sie reden dauernd von Stützpunkt." warf Corporal Hicks ein. "Was für eine Anlage ist das hier?"
"Am Besten, ich zeige es ihnen." entgegnete das Mädchen zuvorkommend und erweckte mit ein paar Tastendrucken einen Bildschirm zum Leben, der die gesamte Rückseite des Raums einnahm. "Was sie hier sehen, ist ein Blick auf die Oberfläche."
"Was du nicht sagst?" murmelte einer der Soldaten sarkastisch.
Das Bild zeigte vier Kuppeln von der Größe dreistöckiger Häuser, die ein Gelände mit einem Durchmesser von etwa einem Kilometer einfassten, dessen markanteste Merkmale zwei kleinere und eine flache, dafür aber sehr ausgedehnte Düne waren.
"Nicht besonders bemerkenswert, nicht wahr?" meinte Hotaru, worauf sie zustimmendes Murmeln und Nicken erntete.
"Commander Staven." sprach sie dann in ihr Armbandkomgerät. Sie sprach englisch, damit die Soldaten sie verstehen konnten.
"Ja, Mylady?" kam Stavens Stimme wenige Sekunden später klar und deutlich aus dem kleinen Lautsprechermodul an ihrem Armband.
"Sind die Kuppeln inzwischen einsatzbereit?"
"Ja, Mylady."
"Gut. Dann aktivieren sie die Schilde. Sobald sie sich stabilisiert haben, schalten sie die Traktorfelder in der Oberflächenzone ab."
"Ja, Mylady."
Sekunden später ging ein kollektives Raunen durch die Menge, als die Luft über den Kuppeln anfing, bläulich zu flimmern. Das Flimmern breitete sich von den Kuppeln über den Himmel aus, und als es den gesamten Raum über der Basis ausgefüllt hatte, hörte es auf. Auch von dem hellen Blauton war jetzt nichts mehr zu sehen. Trotzdem waren sich alle sicher, daß das Etwas, das das Flimmern verursacht hatte, immer noch da war.
"Was...war das?" stiess Gorman nervös hervor. Instinktiv begriff er, daß sich hier etwas Bedeutendes abspielte.
Seine nächsten Worte blieben ihm jedoch im Halse stecken, als vor seinen Augen der Sand jener drei Dünen ins Rutschen kam und darunter Gebäude aus hellgrauem Metall zum Vorschein kamen.
Hotaru drehte sich mit einem zufriedenen Lächeln wieder zu ihren Gästen um.
"Über dieser Basis liegt jetzt ein Schutzschild, der stark genug ist, um jedem beliebigen Bombardement standzuhalten." erläuterte sie. "Und jetzt wollen sie sicher wissen, was sie dort für Gebäude sehen. Nun, dieses kuppelförmige Gebäude, das wie ein kleines Observatorium aussieht, hat tatsächlich etwas mit dem Weltraum zu tun." Ihr Lächeln bekam einen geheimnistuerischen Hintergrund. "Das andere kleine Gebäude ist der Zugang zu dem kleineren Nebenhangar der Basis, und das große Gebäude ist der Zugang zum Haupthangar?"
Gorman starrte geschockt auf das riesige Bauwerk. "Wenn das nur der Zugang ist, wie groß ist dann der eigentliche Hangar?"
Hotaru drückte auf einen Knopf und das Bild wechselte zu einer anderen Ansicht. Der Ansicht einer gewaltigen Halle, in der eine Unmenge von halbkugelförmigen Fahrzeugen stand. Fünf Reihen jeweils rechts- und linksseits einer breiten Straße. Und die Halle war so groß, das der Blick der Kamera nicht bis ans Ende dieser Reihen schauen konnte.
"Das sind genau eintausend AT-PTs, die sie dort sehen." sprach Hotaru in die geschockte Stille hinein. "Und es gibt noch fünf weitere Hallen mit diesen Fahrzeugen." Sie wechselte erneut die Ansicht. Diesmal bekamen die Amerikaner eine hohe Halle zu sehen, in der große Stahlwürfel auf zwei Beinen bedrohlich in die Höhe ragten. Gorman sah, wie sich neben dem Fuß einer dieser Maschinen etwas bewegte, was wohl ein Techniker war, und erblaßte. Diese Dinger waren mehrere Stockwerke hoch. Und die deutlich sichtbaren Geschützläufe unter dem Rumpf liessen keinen Zweifel am offenkundig militärischen Zweck dieses Geräts.
"AT-ST Scoutläufer." erklärte Hotaru mit einem leichten Anflug von Stolz in der Stimme. "In dieser Halle sehen sie einhundert. Insgesamt finden sich hier dreihundert dieser Maschinen."
"Und ich dachte immer, WIR hätten die heißeste Hardware auf dem Markt." murmelte ein Soldat fassungslos.
"Wenn sie heiße Hardware suchen, dann werfen sie mal einen Blick auf das hier." Mit diesen Worten zeigte sie ihren Gästen einen der zwei Luftwaffenhangars mit den insgesamt zweihundertsechzehn TIE-Defender-Luft- /Raumjägern darin.
"Dieser Stützpunkt hat über zwanzig Tiefebenen, die hauptsächlich für die Lagerung von Personal- und Ausrüstung bestimmt sind." erklärte Hotaru am Schluß. "Die zwei untersten Ebenen beinhalten Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Dann haben wir da noch eine Kommandoebene und ein paar Ebenen, die für Produktionszwecke gedacht sind."
"Wieviel Personal gibt es hier denn so?" fragte Hicks.
"Die Anlage kann mit einer Mannstärke von dreihundert arbeiten." antwortete Hotaru. "Und im Moment sind hier zweihunderttausend Mann an Truppen stationiert."
"Zweihunderttausend..." ächzte Gorman ungläubig.
"Und was habt ihr damit vor, Kleine?" fragte eine dunkelhaarige Soldatin mit mißtrauisch zusammengekniffenen Augen. Laut dem Schild auf ihrer Uniform hieß sie Vasquez.
"Sind sie mit den politischen Entwicklugen der letzten vierundzwanzig Stunden vertraut, Miss Vasquez?"
"Nein. Ich bin Soldat. Politik interessiert mich nicht."
"Sonst irgendjemand?" Sie schaute in die Runde und erntete nur Kopfschütteln.
"Lieutenant Gorman?"
"Welche Entwicklung genau meinen sie?"
"Die Entwicklung zwischen der Föderation und den Vereinigten Staaten."
"Nein."
"Na denn." Hotaru seufzte. "Die Aufforderung der Föderation an die gegen den Irak kriegführende Allianz, sich zurückzuziehen, und sich an internationales Recht zu halten, wurde mit einem Lenkwaffenbombardement auf das hiesige Konsulat der Föderation beantwortet. Mikronesien sperrte daraufhin sein Luft- und Seegebiet für alle Nationen, die am Kampf mit dem Irak beteiligt sind. Wissen sie, wo Mikronesien liegt, Gorman?"
"Nicht genau."
"Direkt südlich von Guam."
"Oh."
Guam war eine wichtige amerikanische Basis im Pazifik und gehörte zu den Marianen. Vom dortigen Luftwaffenstützpunkt aus fanden auch Angriffe mit B- 52 Bombern auf den Irak statt.
"Ihre Luftwaffe hat dies jedoch ignoriert, und eine B-52 wurde bei dem Versuch, mikronesischen Luftraum zu durchqueren, von F-5 Jägern abgeschossen. Von der Besatzung hat nur der Co-Pilot überlebt und befindet sich derzeit in Haft. Heute morgen hat ihr Präsident die Föderation in einer Ansprache als Terroristenstaat verurteilt und auf die Liste der Schurkenstaaten gesetzt." Hotaru verschränkte die Arme hinter dem Rücken, und ähnelte nun in ihrer Haltung einem Offizier, der auf dem Kasernenhof eine Ansprache an die Truppe hielt. "Als Reaktion wurde die gesamte Verteidigungsstreitmacht der Föderation in Alarmbereitschaft versetzt, woraufhin die Amerikaner mit einem Angriff von Guam aus reagierten, der die mikronesische Luftwaffe schwer getroffen hat."
"Heisst das, Mikronesien liegt mit Amerika im Krieg?" fragte Gorman leise.
"Die Regierung der Föderation hat beschlossen, daß dieser Konflikt nicht auf ihrem Boden ausgetragen werden soll. Deshalb, und um gegen die Unrechtmäßigkeit des Irakkrieges zu demonstrieren, wird sie den Konflikt hier austragen."
"Das ist eine ziemlich dünne Story. Sie können doch unmöglich innerhalb von vierundzwanzig Stunden diesen Stützpunkt hier errichtet haben." wandte Gorman ein.
"Das ist richtig. Diese Anlage existierte schon vor dem letzten Golfkrieg."
"Und wieso seid ihr hier?"
"Die Föderation hat nach dem zweiten Golfkrieg ein Unterstützungsbündnis mit dem Irak geschlossen, das in Kraft tritt, wenn der Irak Ziel eines gegen ihn gerichteten und gegen internationales Recht verstossenden Angriffs wird. Allerdings soll die Föderation nur helfen, wenn es keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint." erklärte Hotaru.
Ein solches Bündnis existierte tatsächlich. Die Amerikaner brauchten allerdings nicht zu wissen, daß dieses Bündnis nur ein Vorwand gewesen war, um den Irak dazu zu bewegen, den Bau dieses Stützpunktes zu genehmigen, und daß die Ziele dieser Armee ganz andere waren.
"Dann sind wir also Kriegsgefangene." resümierte der junge Lieutenant. "Was sollte dann diese Behandlung?"
"Wir mögen im Krieg liegen, aber deswegen muß ich doch nicht aufhören, sie wie Menschen zu behandeln, Lieutenant."
"Also ich wette, wir kommen hier wieder raus." stellte Vasquez fest.
"Wirklich?" fragte Hotaru erstaunt. "Da bin ich ja mal gespannt."
"Wenn du so wichtig bist, wie du gesagt hast, taugst du auch als Geisel." knurrte die Frau. Dann sprang sie mit wutverzerrter Miene auf Hotaru zu.
Doch Hotaru hob nur ihre linke Hand zu einer greifenden Geste, und dann pflückte eine unsichtbare Hand die Soldatin vom Boden.
Mit einem Ausdruck milder Zurechtweisung im Gesicht schüttelte sie den Kopf.
"Sie müssen mich für ziemlich dumm handeln, Soldatin Vasquez." Sie lächelte freundlich. "Sie sollten wissen, daß ich jedem von ihnen in weniger als einer Sekunde den Kopf abreissen kann, ohne mich dafür auch nur von der Stelle bewegen zu müssen. Betrachten sie das hier also als freundliche Warnung und begehen sie den Fehler eines Angriffs nicht noch einmal, wenn ich sie jetzt absetze."
Hotaru setzte Vasquez sanft wie eine Feder wieder ab. Doch trotz der ziemlich eindeutigen Warnung hätte die aufgebrachte Soldatin es wohl noch einmal versucht, wenn drei ihrer Kameraden sie nicht gebändigt hätten.
"Wie haben sie das gemacht?" fragte Gorman entsetzt und fasziniert zugleich.
"Erkläre ich ihnen vielleicht ein anderes Mal, Lieutenant." antwortete Hotaru nach einem Blick auf ihre Uhr. "Jetzt gehen sie bitte mit den Wachen zu ihren Unterkünften und bleiben sie dort. Ich habe jetzt zu tun, werde sie aber über die Entwicklung auf dem Laufenden halten."
"Ähm...Danke. Schätze ich."
Hotaru nickte ihm freundlich zu.
"Wer zum Teufel ist die Kleine bloß?" wandte Hicks sich murmelnd an seinen Vorgesetzten, als sie ein paar Meter von Hotaru entfernt waren. Das Mädchen hörte ihn dank ihrer von der Macht geschärften Sinne trotzdem.
"Corporal Hicks."
Hicks drehte sich um.
Hotaru lächelte geheimnisvoll.
"Ich bin Vieles." antwortete sie kryptisch. "Manchmal bin ich der Sendbote ultimativer Zerstörung, der Avatar der Stille. Manchmal bin ich Beschützerin meiner Prinzessin. Im Augenblick jedoch bin ich einfach nur die Stellvertretende Kommandeurin der Vierten Sturmgardedivision, einer von vielen Kommandeuren, die den letzten aller Kriege führen werden. Den Krieg, der alle Kriege für immer beenden wird."
Nach diesen Worten drehte sie sich um und verließ mit majestätischen Schritten den Konferenzraum durch eine andere Tür.
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"Die Tenchi Corporation entstand kurz nach dem zweiten Weltkrieg." erklärte Ami den anderen Senshi und Jacen. "Das Unternehmen hatte die für damals entstehende Großunternehmen typische Struktur aus einer Bank als Kapitallieferant und anderen Firmen, die zu damals boomenden Bereichen gehörten. Hauptsächlich Schwerindustrie und Bauunternehmen."
"Und wie sieht die Struktur heute aus?"
"Heute ist es etwas komplizierter, Rei." seufzte Ami. "Tenchi Financial Services spaltet sich in dutzende von regionalen oder auf bestimmte Arbeitsgebiete spezialisierte Tochterfirmen auf, die auf die eine oder andere Art mit Immobilienfirmen, Bauunternehmen, Schwerindustrie, Leichtindustrie, Schiff- und Fahrzeugbau, Nahrungsmittelerzeugung, pharmazeutischen Unternehmen, Speditionsfirmen, Elektronikherstellern und einer Menge anderer Firmen aus fast allen denkbaren Geschäftsbereichen zusammenhängen."
Die Senshi machten große Augen.
"Und wie viele Firmen sind das?" fragte Minako.
"Ich...bin nicht sicher." gestand Ami.
"Und ungefähr?"
"Das Netzwerk, dem ich nachgegangen bin, ist sehr undurchsichtig, Minako. Aber ich denke, es dürften wenigstens drei-...vielleicht auch vierhundert Unternehmen sein. Und viele von ihnen werden noch Tochterfirmen haben, die ich in der kurzen Zeit nicht aufspüren konnte."
"So viele?" staunte Usagi.
"Wir reden hier von einem global tätigen Unternehmen mit tausenden von Fillialen und Produktionsstätten weltweit."
"Auch Rüstungsunternehmen?" fragte Jacen.
"Überraschenderweise nein." gestand Ami.
"Was ist daran so überraschend?" wunderte sich Rei.
"Rüstungsunternehmen sind in der Regel eine gute Kapitalquelle." erklärte die Senshi des Merkur. "Dinge, mit denen sich die Leute gegenseitig umbringen können, sind ja leider immer irgendwo gefragt. Aber aus diesem Marktgebiet scheint die Tenchi Corporation sich fernzuhalten. Warum fragst du danach, Jacen?"
"Um seine Macht aufrechtzuerhalten, unterhielt der Imperator eine gewaltige Militärmaschinerie. Und ich kann mir nicht vorstellen, wie unsere imperialen Gegner hier ohne Militär die Kontrolle übernehmen wollen."
"Hmm." Ami schaute nachdenklich. "Das einzige Unternehmen, das halbwegs in dieser Richtung tätig ist, ist Golan Security Systems. Die Firma stellt Sicherheitseinrichtungen und Waffen für Sicherheitsunternehmen und Werkschutzeinheiten her."
"Das ist es. Hast du noch mehr über diese Firma?" fragte er aufgeregt.
Ami sah ihre Unterlagen durch. "Hauptsitz ist Zürich, aber dort sitzt nur die Geschäftsleitung. Produziert werden die meisten Erzeugnisse in China und Brasilien."
"Was ist so besonderes an der Firma, Jacen?"
"Nun, Rei, es gibt im Imperium eine Firma namens Golan Arms. Ein Rüstungsunternehmen, dessen Produktpalette von Handfeuerwaffen über Panzern zu Orbitalwaffenplattformen reicht."
"Hmm. Glaubt hier jemand an Zufall?" meinte Ami stirnrunzelnd.
"Nein." antwortete Usagi für alle.
"Ami. Versuch bitte rauszufinden, in welche größeren Projekte die Tenchi Corporation zur Zeit Mittel investiert."
"Und inwieweit soll uns das weiterhelfen?" fragte Rei skeptisch.
Jacen grinste listig.
"Die Imperialen haben eine Vorliebe für den Bau von Superwaffen, und solche Projekte kosten eine Menge Geld."
"Okay..."
Das Klingeln des Telefons unterbrach das Gespräch.
Ami nahm das Gespräch an, und als sie nach ein paar Minuten in ihr Zimmer zurückkam, war sie blaß.
"Das war ein Herr Zakamoto." erklärte sie mit tonloser Stimme. "Er ist Rechtsanwalt. Makotos Pflichtverteidiger, um genau zu sein."
"WAS?" riefen alle anderen Senshi gleichzeitig.
"Makoto sitzt in Untersuchungshaft." teilte Ami ihnen mit. "Sie soll einen zehnjährigen Jungen, den Enkel eines Restaurantbesitzers, zusammengeschlagen haben."
"Das würde sie niemals tun!" fuhr Usagi empört auf.
"Und sie soll versucht haben, von dem Restaurantbesitzer Schutzgeld zu erpressen."
"Wer wagt es, sowas zu behaupten?" fauchte Rei aufgebracht.
"Die Leute aus dem Restaurant." antwortete Ami bedrückt. "Sie haben Anzeige erstattet. Und auf Makotos Bankkonto hat man über einen längeren Zeitraum Geldeinzahlungen gefunden, deren Muster zu Schutzgelderpressungen passt."
"Trotzdem ist sie unschuldig!" tobte Usagi.
Rei und Minako nickten bekräftigend.
"Sieht aus, als hätten wir ein Problem." warf Jacen besorgt ein.
"Ach wirklich?" erwiderte Rei sarkastisch. "Makoto sitzt unschuldig im Gefängnis, und du nennst das lediglich 'ein Problem'?!"
"Nein, Rei. Das ist nicht das Problem." widersprach Jacen gelassen.
"Ach? Wie kommst du denn darauf?"
"Würde eure Polizei ohne Beweise einen Menschen verhaften?" fragte er.
"Beweise hin oder her, Makoto IST unschuldig!"
"Würde sie?"
"Nein. Aber..."
"Und da Makoto unschuldig ist, müssen die Beweise gefälscht sein." unterbrach er Rei lächelnd.
Die temperamentvolle Priesterschülerin verstummte.
"Worauf willst du hinaus?" fragte Minako vorsichtig.
"Auf folgende Frage: Wer könnte einen Grund haben, Makoto diese Verbrechen in die Schuhe zu schieben? Hatte sie irgendwelche Feinde?"
"Nein." antwortete Usagi. "Früher war sie in einige Prügeleien verwickelt, weshalb sie häufig die Schule wechseln mußte, aber seit sie mit uns zusammen ist, hat sie keine Feinde."
"Und selbst wenn...", warf Ami ein, "...welcher Schüler sollte die Möglichkeit haben, Beweise, wie falsche Einzahlungen auf ihrem Bankkonto, zu plazieren?"
"Und was folgt daraus, daß es kein Feind von Makoto sein kann?" fragte Jacen.
Die Mädchen starrten ihn fragend an.
"Es könnten Feinde der Senshi sein." antwortete er.
"Aber dann müßten sie ja unsere Identitäten..." Rei wurde blaß. Die anderen Senshi ebenfalls.
"Und deswegen", Jacen nickte besorgt, "habe ich gesagt, daß wir ein Problem haben. Und solange wir keinen Anhaltspunkt haben, wo der Feind sich versteckt, können wir nicht zurückschlagen."
Ami nickte verstehend.
"Ich mache mich sofort an die Arbeit."
"Aber was wird jetzt aus Makoto?" fragte Usagi besorgt.
Jacen lächelte hintergründig.
"Ich werde sie da rausholen."
"Aber..."
In dem Moment stiess Amis Computer ein schrilles Alarmsignal aus.
"Zwei Youma sind aufgetaucht." informierte Ami ihre Mit-Senshi besorgt.
"Wo?" fragte Minako.
"Schon wieder im Einkaufszentrum."
"Haben beim letzten Mal wohl was vergessen." brummte Rei. "Dabei haben die doch Ladenverbot."
"Also los!" rief Usagi. "Zeigen wir ihnen, daß sie hier unerwünscht sind!"
Nun, dem war nichts mehr hinzuzufügen.
Die Senshi stürmten los, um sich dem Youma-Angriff zu widmen.
Dem ersten Angriff aus einer langen Reihe von Angriffen, die noch folgen sollten...
