Disclaimer: Keine der Figuren gehört mir, und ich schreibe das hier nur,
weil ich gerade nichts besseres zu tun habe (nicht, um damit Geld zu
verdienen).
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°....° = jemand denkt
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
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Darth Saturn – The Dark Harvest
Teil 22
Die Stimmung bei der Konferenz war mies. Alle Teilnehmer zeigten besorgte Mienen. Einigen stand sogar nur mühsam unterdrückte Furcht in den Augen.
"Wie schlimm sieht es aus, Bob?"
Robert Mulholland, Vier-Sterne-General und Stabschef im Weissen Haus, räusperte sich vernehmlich.
"Die feindliche Luftwaffe setzt zur Zeit mit hoher Präzision Bomben gegen unsere Raketensilos im Mittleren Westen ein, Mister President. Alle größeren militärischen Einrichtungen und Rüstungskomplexe westlich einer gedachten Nord-Süd-Linie durch Denver wurden durch das Orbitalbombardement so schwer getroffen, daß sie als praktisch nutzlos anzusehen sind.", berichtete der General. "Außerdem macht ihre Luftwaffe Jagd auf alle Schiffe der Navy rund um die Welt. Selbst getauchte U-Boote sind vor ihren Bomben nicht sicher."
"Wie ist so etwas möglich?", fragte der Präsident. "Wie konnte uns eine solche Technologie entgehen? Die Makronesier können das doch nicht einfach aus dem Hut gezaubert haben."
Der General warf einen bedeutungsschweren Blick zu CIA-Vizedirektor James Hood, der seinen erkrankten Chef bei dieser Sitzung vertrat.
"Was sehen sie mich so an, General?", fragte der Geheimdienstler gereizt. "Sie können nicht ernsthaft erwarten, daß wir überall auf der Welt Agenten in jedem Loch haben, wenn der Kongreß Jahr für Jahr unsere Mittel zusammenstreicht."
"Im Irak hatten die Makronesier einen Stützpunkt für hunderttausende von Soldaten plus Ausrüstung.", warf die Sicherheitsberaterin des Präsidenten kühl ein. "In verschiedenen europäischen Ländern hatten sie Stützpunkte, ebenfalls für hunderttausende von Soldaten. Sie scheinen einen ständigen Nachschub an Truppen und Material überall auf der Welt und ohne große Mühe gewährleisten zu können, und wir wissen immer noch nicht, wie sie das machen."
"Aber Miss Rice..."
"Makronesien hat weniger Einwohner als wir Soldaten haben, aber sie haben über Nacht eine Armee ins Feld geschickt, gegen die der ganze verdammte zweite Weltkrieg aussieht wie ein Schulausflug.", unterbrach sie den zweitwichtigsten Mann der CIA aufgebracht. "Und sie wollen mir erzählen, daß sie nicht einmal irgendwo in der Welt einen winzigkleinen Hinweis erhalten haben? Auch nichts, was möglicherweise erst rückwirkend betrachtet Sinn ergibt?"
"Tut mir leid. Aber da wir davon ausgehen können, daß dieser globale Krieg von langer Hand vorbereitet gewesen sein muß, bleibt mir nur die Annahme, daß der Feind auch über einen exzellenten Geheimdienst verfügen muß.", antwortete Hood einigermaßen frustriert.
°Verdammte Politiker. Sie erwarten, daß wir gute Arbeit leisten, obwohl sie unsere Mittel beschneiden, wo sie nur können, und wenn dann was danebengeht, dürfen wir den Mist ausbaden.°
"Und darf ich vielleicht darauf hinweisen, Miss Rice, daß der CIA nicht der einzige Geheimdienst auf der Welt ist, der von der Entwicklung überrascht worden ist?", fügte er spitz hinzu.
"Schuldzuweisungen bringen uns im Moment nicht weiter.", bemerkte der Präsident verstimmt. "Wie sehen die Prognosen für die nahe Zukunft aus?"
"Nun, in etwa sechsunddreißig Stunden wird diese Orbitalstation mit der zweiten Hälfte unseres Landes getan haben, was auch schon der ersten Hälfte zugestossen ist. In etwa zehn Stunden von jetzt an wird, wenn die Intensität der Bombardierungen anhält, unser landgestütztes Nuklearwaffenarsenal praktisch nicht mehr existent sein. Unsere Schiffe an der Ostküste sind momentan innerhalb der Reichweite unserer Luftabwehrstellungen in Sicherheit...aber das wird sich erledigt haben, sobald das Ding dort oben unsere Ostküste unter Feuer nimmt."
"Was ist mit Alaska?"
"Der Feind hat aus dem Orbit tausende von Kampfdrohnen abgeworfen, als die Orbitalstation mit dem Beschuß von Portland und Seattle begonnen hat. Gleichzeitig begannen schwere Luftangriffe.", berichtete der General. "Beides scheint sich primär auf Artillerie- und Luftabwehrstellungen zu konzentrieren, die die Küstengebiete schützen können."
"Das spricht dafür, daß wir dort bald mit einer Landung von Bodentruppen rechnen müssen, nicht wahr?", meinte Verteidigungsminister Rumsfeld besorgt.
Der General senkte bedauernd den Blick.
"Davon ist wohl auszugehen, Herr Minister."
"Können wir Verstärkung schicken?"
"Das wäre schwierig, Mister President.", erwiderte der General zögerlich. "Die Hauptstraßen sind im Vorfeld dieser Angriffswellen bombardiert und an vielen Stellen zerstört worden. Und bei einer Luftverlegung würden sich die feindlichen Jäger auf unsere Flugzeuge stürzen und den Großteil von ihnen vernichten."
"Es hat sich in der Vergangenheit leider gezeigt, daß die Flugzeuge der Makronesier selbst unseren modernsten Jets haushoch überlegen sind.", fügte ein General der Air Force erklärend hinzu.
"Außerdem zeigen unsere Prognosen, daß wir mit Wahrscheinlichkeiten nahe der Hundert Prozent-Marke Alaska nicht würden halten können, auch wenn wir Verstärkung schicken.", fuhr der Stabschef fort. "Es sei denn, wir würden so viele Truppen schicken, daß wir weite Teile der Westküste entblössen müßten. Und ich habe keine Zweifel daran, daß die Makronesier ihre Invasion dann einfach von Alaska nach Kalifornien, Oregon oder Washington verlagern werden."
"Sie erwarten also ernsthaft, daß wir Alaska KAMPFLOS aufgeben sollen?", brach es aus dem Präsidenten hervor.
"Nun, Mister President,", antwortete General Mulholland leise, "ich fürchte, diese Frage stellt sich momentan gar nicht. Natürlich werden unsere Soldaten so lange aushalten, wie sie können, aber damit können sie nur Zeit schinden. Letztlich werden wir Alaska verlieren, wenn die Makronesier entscheiden, daß sie dort landen wollen."
Die Sicherheitsberaterin fixierte den Stabschef stirnrunzelnd.
"Was wollen sie denn DAMIT wieder sagen, General?"
"Nun, wir haben die komplexen Strategien unserer Gegner in der Vergangenheit erlebt. Denken sie nur daran, wie unsere europäischen Alliierten mit der Türkei auf die Nase gefallen sind."
"Wollen sie damit sagen, die Makronesier haben einen Stützpunkt innerhalb unseres eigenen Landes?", stiess sie entsetzt hervor.
"Nein, nein.", erwiderte er kopfschüttelnd. "Ich wollte darauf hinaus, daß sie uns möglicherweise glauben machen wollen, daß sie Alaska angreifen werden, während sie in Wahrheit ganz andere Pläne verfolgen."
"Erläutern sie das."
"Innerhalb der letzten Stunden sind makronesische Truppen auf Island und Grönland gelandet. Beide Inseln wurden kampflos besetzt."
Der General zeigte die neue Situation auf einer elektronischen Übersichtskarte an der Wand.
"Unsere letzten Berichte über die Lage in Europa zeigen, daß die Makronesier in der Lage sind, große, spärlich besiedelte Gebiete durch den Einsatz ihrer hochentwickelten Drohnen schnell und effektiv unter Kontrolle zu bringen."
"Kanada wäre definitiv ein Kandidat für diese Taktik, nicht wahr, General?"
"Darauf wollte ich hinaus, Herr Vizedirektor.", antwortete Mulholland mit einem knappen Nicken in Hoods Richtung. "Wenn wir Truppen zur Verstärkung nach Alaska schicken, könnten sie sie einfach abschneiden, indem sie die nördlichen Teile Kanadas besetzen. Und das ist eine Aktion, an der weder wir noch die Kanadier sie effektiv hindern könnten, weil die zu überwachenden Gebiete viel zu weitläufig sind."
"Mit anderen Worten: Die verstärkten Angriffe auf unsere Truppen in Alaska könnten ein Köder sein, der uns dazu verleiten soll, noch mehr unserer Truppen in eine kaum haltbare Position zu manövrieren."
"Richtig, Miss Rice. Es wäre auch denkbar, daß die Makronesier nicht nach Kanada gehen, sondern von Grönland aus Neufundland angreifen. In dem Fall hätten sie ein Sprungbrett für einen Angriff auf die nördlichsten Städte an der Ostküste."
"Dann sollten wir vielleicht feststellen, ob sie wirklich eine Basis auf Grönland bauen, und sie dann gegebenenfalls zerstören.", schlug der Verteidigungsminister vor.
"Da wir keine Satelliten mehr haben, und Aufklärungsflugzeuge bemerkt werden würden, bevor sie Grönland erreichen, müßten wir jemanden direkt nach Grönland schicken.", entgegnete Mulholland. "Was die Zerstörung der Basis betrifft...dazu müßten wir einen Kreuzer mit Cruise Missiles schicken. Wenn er sich nah an der Küste aufhält, entgeht er vielleicht der Aufmerksamkeit der feindlichen Seeüberwachung."
"Die Aufklärungsarbeit klingt nach einem Job für die SEALS.", warf Admiral Thornton, Befehlshaber der Navy, ein. "Aber wir wissen aus Erfahrung, daß wir mit Cruise Missiles nichts ausrichten können, wenn der Stützpunkt über einen Schutzschild verfügt."
"Dann müssen die SEALS einen Weg finden, diese Schilde abzuschalten.", entschied der Präsident. "Und wenn das nicht machbar ist, gibt es noch eine andere Option."
"Während der ersten Tage des Kriegs mit Israel haben sie die Israelis und alle anderen Nationen davor gewarnt, daß der Einsatz von Atomwaffen schwere Konsequenzen haben würde.", warnte der Außenminister besorgt.
"Wollen sie etwa seelenruhig zusehen, wie diese Kerle sich unser Land nehmen, Colin?", fragte der stellvertretende Verteidsigungsminister, Wolfowitz, ungläubig. "Und wenn wir schon dabei sind, über Atomwaffen zu reden...wäre es machbar, dieses Ding da oben im Orbit mit einer Rakete zu treffen?"
"Wenn wir davon ausgehen, daß die Station ebenfalls über Schilde verfügt, werden wir mehr als eine Rakete brauchen.", antwortete Mulholland. "Und nach den Angriffen auf unsere Silos im Mittleren Westen haben wir auch keine Mittel für einen solchen Angriff mehr übrig."
"Vielleicht können die Russen uns aushelfen.", schlug Wolfowitz vor. "Sie können auch nicht davon begeistert sein, was so passiert. Wie ich hörte, stehen makronesische Truppen fast überall in Europa schon an der russischen Grenze."
Präsident Bush nickte langsam.
"Wir haben wohl keine Wahl, Gentlemen. Ich werde in mein Büro gehen, und ein Telefonat mit Präsident Putin führen. Danach setzen wir diese Konferenz fort."
Als George W. Bush in den Konferenzraum zurückkehrte, wirkte er deutlich erleichtert.
"Präsident Putin befindet sich derzeit in einer wichtigen Krisenkonferenz, die die aktuelle Entwicklung - insbesondere die Bedrohung durch die makronesische Militärmaschinerie für sein Land - betrifft.", verkündete er. "Deshalb konnte ich im Augenblick nicht mit ihm sprechen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß den Russen die Wichtigkeit einer schnellen Beseitigung dieser Orbitalstation entgeht."
"Ich schlage vor, wir befassen uns dann erstmal mit der bevorstehenden Operation in Grönland.", setzte Verteidigungsminister Rumsfeld hinzu.
"Der Vollständigkeit halber sollte vielleicht auch die letzte Option erwähnt werden, die wir laut der Fernsehansprache zu Beginn des Orbitalbombardements noch haben.", stellte Colin Powell vorsichtig fest.
"Worauf wollen sie hinaus, Colin?", fragte der Vizepräsident.
"Ganz einfach, Dick. Wenn die Bedingung für einen Friedensschluß mit Makronesien der Rücktritt unserer Regierung ist, sollte man dies zumindest im Auge behalten. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß dieses Angebot gültig bleiben wird, wenn wir Atomwaffen einsetzen."
"Sind sie nur feige, oder haben sie den Verstand verloren?", fragte der Vizepräsident naserümpfend.
"Weder noch.", grollte der Außenminister. "Aber das Wohl des Volkes geht mir über den Erhalt einer politischen Machtposition."
"Gentlemen, wir wollen uns doch in dieser Situation nicht gegenseitig an die Kehle gehen.", schaltete der Präsident sich ein, und unterband so weiteren Streit. "Lassen sie uns abwarten, was die SEALS in Grönland herausfinden, bevor wir weitere Entscheidungen treffen. Aber ich für meinen Teil werde mich diesen Terroristen keinesfalls beugen."
In dem Moment betrat ein Adjutant des Stabschefs zu seinem Chef und überreichte ihm eine Notiz. Nachdem er sie gelesen hatte, wirkte er deutlich angespannt.
"Mister President...wir haben noch eine Alternative für einen Angriff auf die Orbitalstation."
Mit dieser Ankündigung hatte Mulholland die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden.
"Zwei B-1B-Tarnkappenbomber haben in ihren Hangars in Nevada die Bombardierung ihrer jeweiligen Flugplätze relativ unversehrt überstanden. Da die lokalen Waffendepots zerstört wurden, werden wir die Waffen für die Bomber aus größerer Entfernung heranführen müssen. Außerdem müssen die Startbahnen der beiden Flugplätze wieder repariert werden."
"Wie lange?", erkundigte sich der Präsident.
"Etwa vier bis fünf Stunden für die Flugzeuge und die Startbahn. Dann noch weitere zwei bis drei Stunden, bis die Bomben da sind, wo die Flugzeuge sind."
Der Präsident nickte zufrieden.
"Na dann los, Bob. Sorgen sie dafür, daß wir ihnen in den Hintern treten können."
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"Ich bedaure, Lady Zirkonite, aber Lord Traxius hat Befehl gegeben, ihn mometan nicht zu stören.", erklärte einer der rotgepanzerten Wachposten vor der Tür des Thronsaals. "Er führt gerade ein vertrauliches Gespräch, bei dem er nicht gestört werden will."
Zirkonite runzelte erst verärgert die Stirn, beruhigte sich aber schnell wieder.
Sie nickte knapp.
"Ich werde mich in den Wartebereich begeben. Informieren sie mich, wenn der Meister wieder zu sprechen ist."
Der Wächter bestätigte ihren Befehl und salutierte, ebenso wie sein Kollege neben ihm, doch die ehemalige Youma-Generalin hatte sich bereits umgedreht und war auf dem Weg zum Wartebereich.
Dort angekommen, nahm sie in einem bequemen Ledersessel Platz und aktivierte einen großen Panoramabildschirm. Sie loggte sich in das TCS- Übertragungsnetzwerk ein, und genoss den Anblick des Bombardements der Vereinigten Staaten.
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An der Decke eines Raumes irgendwo tief im Innern der Orbitalstation Hades erschienen dunkelrote Linien, die sich Schritt für Schritt zu einem Viereck formten. Dann schaltete Jacen, der sich in einem Wartungsgang über dem Raum befand, sein Lichtschwert ab, und hob vorsichtig mit der Macht die an den Rändern noch rotglühende Stahlplatte an, die er zuvor auf die gleiche Art und Weise in Position gehalten hatte. Das Letze was er und seine zwei Begleiterinnen gebrauchen konnten, war, daß die herausgeschnittene Platte zu Boden fiel und dadurch womöglich jemanden alarmierte.
Es war sowieso fast schon ein Wunder, daß die Drei bis jetzt noch nicht entdeckt worden waren, denn sie hatten sich von der Lagerhalle aus, in der die Reise begonnen hatte, auf dem Weg zu einem tiefergelegenen Deck über ein Drittel der Stationslänge, die immerhin etwa vier Kilometer betrug, zurückgelegt. Unterwegs hatte Jacen ein Datapad an sich gebracht, und von einem Terminal einen Plan der Station auf das Terminal geladen. Dann hatte er zusammen mit Ami und Shampoo eine der Bordwäschereien aufgesucht, die von Droiden betrieben wurde, eine Tatsache, die die Senshi und die Amazone unendlich fasziniert hatte, und drei Uniformen gestohlen, die alle Drei als niedere Flottenoffiziere auswiesen. Durch einen Wartungsschacht hatten sie sich schließlich über der Decke des Raums positioniert, den sie gerade zu betreten im Begriff waren.
Jacen ließ sich von der Decke herab und landete geschmeidig zwischen zwei Regalen. Dann half er seinen Begleiterinnen, die den Raum auf dieselbe Art betraten.
Ami sah sich staunend in dem großen Raum um. Einhundert Quadratmeter Bodenfläche vollgestopft mit dutzenden von zwei Meter hohen Regalen. Und obwohl Ami mit der hiesigen Technologie nicht vertraut war, erkannte sie die meisten Gegenstände in diesem Raum auf Anhieb als Waffen.
Jacen warf einen Blick auf Shampoo, die sich mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund in der Waffenkammer umsah. Der Ausdruck von Aufregung in ihrem Gesicht, ganz ähnlich dem Gesichtsausdruck eines Kindes beim Auspacken von Weihnachtsgeschenken, machte klar, daß sie ebenfalls begriff, womit sie es hier zu tun hatte.
Der junge Jedi grinste trocken.
"Wie ich sehe, gefällt es euch hier.", bemerkte er mit einem Anflug von Humor.
Shampoo grinste fröhlich und nickte bestätigend.
"Und was wir mitnehmen von hier?"
Jacen blickte sich suchend um, bis er auf einem Regal fand, was er suchte.
"Das da zum Beispiel.", antwortete er, auf die fein säuberlich nebeneinander aufgereihten Detonationspacks zeigend.
Ami ging zu dem Regal und warf durch ihren Visor einen Blick darauf.
"Hmm...Haftladungen, zündbar über einen Fern- oder Zeitzünder.", stellte sie fest. "Der Sprengstoff ist mir allerdings nicht bekannt."
"D-5. Militätrischer Molekularsprengstoff.", erklärte Jacen. "Eine dieser Haftladungen reicht aus, um selbst in massive Panzerung ein angemessenes Loch zu machen."
"Und wofür brauchen wir das?", gab Ami verwundert zurück.
Jacen nahm das Datapad und rief den Plan auf, auf dem er die Orte markiert hatte, die sie würden aufsuchen müssen, um den Reaktor der Station zu vernichten.
"Wie du siehst, liegen die Orte, die wir aufsuchen müssen, relativ weit auseinander. Wenn wir beispielsweise den Energieregulator zerstören, bevor wir die Reaktorkontrollen erreicht haben, würde das wahrscheinlich bemerkt werden. Dann könnten die Imps den Reaktor versiegeln oder herunterfahren, so daß wir unsere Mission nicht zu Ende bringen könnten."
"Also verminen wir den Regulator und sprengen ihn, sobald wir den Reaktor erreicht haben.", begriff Ami.
"Den Regulator, eine der Sensordatenleitungen und einen Knotenpunkt für die Energieleitungen der Schildgeneratoren.", erwiderte der junge Jedi, während er auf die entsprechenden Positionen auf der dreidimensionalen Grafik der Raumstation deutete.
"Warum?"
"Nun, wenn wir mit dem Reaktor fertig sind, können wir nur fliehen, wenn die Schutzschilde zumindest an einer Stelle abgeschaltet sind. Und die Sensoren stören wir, damit wir bei der Flucht nicht abgeschossen werden können. Wäre doch blöd, wenn wir die Station in den Untergang schicken würden, und dann auf der Flucht draufgingen, nicht wahr?"
"Allerdings.", stimmten Ami und Shampoo zu.
Dann griff Shampoo nach dem Stoffbeutel, den sie auf dem Rücken trug, und begann damit, Detonationspacks reinzustopfen.
"Was sind das hier eigentlich für Waffen?", wollte Ami schließlich wissen.
Jacen deutete auf ein klobiges schwarzes Rohr mit Pistolengriff. Dieser Waffentyp machte den Hauptanteil des Inhalts dieses Lagers aus.
"Das ist das E-11-Blastergewehr. Standardwaffe der Sturmtruppen. Es ist im Dauerfeuermodus sehr ungenau, dafür aber ziemlich durchschlagskräftig. Und es verfügt über einen Betäubungsmodus. Dort vorn", er deutete auf eine Reihe von ebenfalls sehr klobigen, dreiläufigen Waffen, "siehst du Repetierblastergewehre. Diese Dinger haben eine irre Feuerrate und streuen im Dauerfeuermodus extrem. Darum gibt man damit besser nur kurze Feuerstösse ab. Zusätzlich verfügt diese Waffe über einen integrierten Werfer für Schockminen."
"Schockminen?"
"Die sind gut, um Elektronik durcheinanderzubringen, und um Gruppen von Gegnern leichte Elektroschocks zu verpassen."
"Oh, verstehe. Und das da?" Sie deutete auf eine Reihe unterarmlanger Waffen mit viereckigem Röhrenlauf, der sich nach vorn hin verjüngte.
"Golan Arms-Flechettewerfer.", antwortete Jacen. "Verschiesst Schrappnellwolken und alternativ Splitterminen. Sehr gut gegen ungepanzerte Gegner, aber untauglich gegen Sturmtruppler. Die Rohre in dem Regal daneben sind Merr Sonn PX-12-Raketenwerfer. Ich frage mich, was die hier zu suchen haben?"
"Warum?", fragte Shampoo, die ihren Beutel inzwischen gefüllt hatte, und sich zu ihren Begleitern gesellte.
"Nun ja...würdest du an Bord einer Raumstation mitten im Weltraum eine Waffe abfeuern wollen, die extrem starke, panzerbrechende Munition verschiesst, die möglicherweise ein Loch in eine Außenwand der Station sprengen könnte?"
Shampoo und Ami wurden blass.
"Ähm...nein.", antwortete die Amazone.
"Und deswegen würde ich eine solche Waffe genausowenig auf einer Raumstation zulassen wie das hier." Jacen griff nach einem Gurt, an dem mehrere silberne Kugeln befestigt waren. "Thermaldetonatoren. Granaten, die über einen Aufschlag- und Zeitzünder verfügen.", erklärte er auf die fragenden Blicke der Mädchen hin.
"Und das dort?" Ami zeigte auf eine Waffe, deren Lauf an einen Trichter aus Metall erinnerte.
"DEMP-2-Gewehr. Verschiesst elektromagnetische Impulse, die extrem effektiv gegen alle Arten von elektronisch gesteuerten Systemen wirken."
Ami nickte verstehend.
"Das könnte nützlich sein, wenn wir auf automatische Verteidigungssysteme stossen, nicht wahr?"
Der junge Jedi nickte.
"Ich schlage vor, ihr bewaffnet euch. Dann machen wir uns an die Arbeit."
Ami griff nach einem DEMP-2 und schob mehrere Munitionsclips in die Gürteltaschen ihrer Uniform. Dann nahm sie zwei Gurte mit Thermaldetonatoren und legte diese ebenfalls um.
Shampoo ließ ihren Blick unschlüssig über die Sammlung von Waffen schweifen. Schließlich griff sie nach einem Gurt mit Thermaldetonatoren, den sie um ihre Hüften band. Auf Nachfrage zeigte Jacen ihr die Munition für den Repetierblaster, an der sie sich großzügig bediente, bevor sie einen Blaster aus seiner Wandhalterung nahm. Versuchsweise legte sie die Waffe an die Schulter und stellte sich vor, was es wohl für ein Gefühl sein würde, so ein Ding zu benutzen.
"Bist du fertig, Shampoo?", fragte Ami ein wenig ungeduldig.
"Warum du so ungeduldig?", fragte die Amazone zurück.
"Nun...in jeder Minute, die dieses Ding hier länger einsatzbereit bleibt, sterben da unten auf der Erde mehr Menschen."
Shampoos Blick wechselte schlagartig von Aufregung zu Schuldbewußtsein und dann zu Entschlossenheit. Sie schlang den Gurt des Blasters über die Schulter und schob noch ein paar Munitionsclips aus einem anderen Regal in ihren Gürtel.
"Ähm...Shampoo, das sind Mikroraketen für den Merr Sonn-Werfer.", informierte Jacen sie irritiert.
"Ich mir schon gedacht.", gab sie grinsend zurück und schnappte sich einen Werfer aus einem Regal. "Jetzt Shampoo fertig. Jetzt wir können gehen und Imps in Hintern treten."
"Du hast doch gerade gehört, was Jacen über den Einsatz von Raketenwerfern an Bord einer Raumstation gesagt hat, oder?", wandte Ami besorgt ein.
"Aber natürlich." Sie schien von den besorgten Blicken, die Ami und Jacen miteinander wechselten, nicht wahrzunehmen.
"Und du willst das Ding trotzdem mitnehmen?"
Shampoo lächelte nachsichtig.
"Was sein besser?", fragte sie. "Waffe mitnehmen und nicht benutzen, oder Waffe hierlassen, und später vielleicht in Situation sein, in der wir Waffe brauchen und dann nicht haben?"
Ami blinzelte verblüfft und Jacen lächelte.
"Das ist ein kluger Einwand.", gab Merkurs Senshi schließlich zu.
Jacen stellte sich unter das Loch in der Decke.
"Ich werde euch nacheinander mit der Macht hochheben und dann nachkommen."
Ami und Shampoo grinsten breit. Auf diese Art hatten sie schon mehrere Hindernisse überwunden, und es machte ihnen großen Spaß. Wer hatte nicht gern das Gefühl, fliegen zu können?
Sie traten nacheinander unter das Loch und waren wenig später verschwunden. Dann sprang Jacen nach oben, wo Ami und Shampoo ihn festhielten und ihm in den Gang halfen.
Der junge Jedi warf zur Sicherheit einen Blick auf die Karte im Datapad, um sich zu orientieren. Es dauerte nicht lange, und die Drei waren unterwegs.
Nächster Halt: Kontrollraum für die Sicherheitssysteme des Reaktors, zweihundert Meter Richtung Außenwand und vier Decks tiefer als ihre momentane Position.
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Zirkonite drehte den Kopf, als sie näherkommende Schritte hörte, und hob überascht eine Augenbraue, als sie die Person erkannte.
"Was führt dich denn her, Ken?"
Ken Takamoto, ebenfalls ein Schüler von Traxius, lächelte knapp. Wie üblich wirkte dieses Lächeln eher sarkastisch als freundlich.
"Ich will die Strategie für meine Verhandlungen mit den Regierungen Australiens und Neuseelands mit dem Meister absprechen."
"Und dafür kommst du extra her?", wunderte sie sich. "Ist das Holokommsystem kaputt?"
Kens sarkastisches Lächeln verstärkte sich.
"Nein. Was dagegen, daß ich hier bin?"
"Aber nicht doch. Dein Anblick ist wie üblich eine wahre Augenweide.", entgegnete sie mit einem amüsierten Grinsen.
Der junge Mann stiess ein belustigtes Schnauben aus und drehte sich dann einmal um die eigene Achse, um sich zu präsentieren.
Man konnte wirklich nicht sagen, daß er schlecht aussah. Hemd und Hose aus schwarzer Seide in chinesischem Stil, geschmückt mit silbernen Drachen- und Tigerfiguren, und ein bis zu den Waden reichender ebenfalls schwarzer Umhang, der mit einer goldenen Spange in Form eines Tigerkopfs in Position gehalten wurde. An seinem Gürtel baumelten zwei Lichtschwerter.
"Ja, nicht wahr? Ich bin wirklich der Beste.", entgegnete er darauf. Sein Tonfall zeigte, daß er dies nicht ernst meinte, sondern sich selbst auf die Schippe nahm.
Zirkonite stiess ein amüsiertes Schnauben aus.
"Mit deinem Talent solltest du später den Posten des Unterhaltungsministers bekommen.", scherzte sie.
"Genau der Posten, auf den ich scharf bin.", brummte er daraufhin und wurde wieder etwas ernster. Er deutete auf den Bildschirm. "Sieht aus, als würde Kaori gut vorankommen, hmm?"
"Kann man so sagen."
"Und wie läuft es sonst so?"
Zirkonite schaltete die Übertragung ab und aktivierte eine taktische Weltübersichtskarte.
"Kevins Truppen kommen in Europa gut voran. In Kürze werden sie alle Mittelmeerinseln besetzen. Weite Teile des europäischen Festlands sind auch unter Kontrolle und niemand scheint seine Truppen aufhalten zu können, auch wenn die Bergregionen ihnen Schwierigkeiten machen. Maurice Armeen haben Island und Grönland besetzt und bereiten die Besetzung Neufundlands und Kanadas vor. Midori hat das Kommando über unsere Armeen im Nahen Osten und führt den Krieg gegen Israel."
"Erstaunlich wie lange dieses kleine Land uns schon Widerstand leistet."
"Die Israelis sind kampferprobt und hochmotiviert. Außerdem hat Midori nur einen Bruchteil ihrer Truppen zur Verfügung, da der Hauptteil über den Rest des Mittleren Ostens verteilt ist. Letztlich werden wir aber gewinnen, und sei es nur, weil wir die größeren Reserven haben."
"Natürlich."
"Ravana hat die Afrikaner dazu bringen können, sich freiwillig mit uns zu verbünden. Pläne, die den Transfer der Bevölkerung auf die Schafswiese regeln sollen, sind in Arbeit und werden in den nächsten Tagen umgesetzt."
"Darth Saturn hat mit diesem Einfall, Afrika durch Verhandlungen zu gewinnen, eine großartige Idee gehabt.", fand Ken.
"Das ist wahr.", stimmte Zirkonite zu. "Taichi bringt ebenfalls Staaten durch Verhandlungen zum Beitritt zu unserer Föderation. Erst Afghanistan. Jetzt sind Verhandlungen mit Pakistan und Indien im Gange."
"Und du kannst sicher sein, daß ich Australien und Neuseeland auch zum Beitritt bringen werde.", versprach Ken. "Damit hätte ich meinen Pflichtteil erledigt und den gesamten Bereich Ozeanien unter Kontrolle gebracht."
Zirkonite nickte zustimmend.
"Noch mehr Schafe für meine Wiese. Und ich bin gespannt, wie Saturn die Vereinigten Staaten in die Tasche stecken wird."
"Wie ich sie kenne, wird sie den Amis das Land abnehmen, ohne daß sie es überhaupt merken.", stimmte Ken grinsend zu. "Ich frage mich, wo wir ohne dieses Wunderkind wohl wären."
"Ich denke nicht, daß wir Probleme mit der Kriegführung gehabt hätten.", meinte die Youma-Generalin dazu. "Aber ohne ihre unheimliche Planungseffizienz wären wir jetzt wahrscheinlich erst halb so weit mit unseren Eroberungen."
Die Zwei diskutierten noch eine Weile über den Kriegsverlauf. Schließlich erschien eine Wache und informierte sie, daß Lord Traxius sie nun empfangen würde.
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°....° = jemand denkt
"...." = jemand sagt
{...} = in Basic gesprochen (Standardsprache der Neuen Republik bzw. des Imperiums)
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Darth Saturn – The Dark Harvest
Teil 22
Die Stimmung bei der Konferenz war mies. Alle Teilnehmer zeigten besorgte Mienen. Einigen stand sogar nur mühsam unterdrückte Furcht in den Augen.
"Wie schlimm sieht es aus, Bob?"
Robert Mulholland, Vier-Sterne-General und Stabschef im Weissen Haus, räusperte sich vernehmlich.
"Die feindliche Luftwaffe setzt zur Zeit mit hoher Präzision Bomben gegen unsere Raketensilos im Mittleren Westen ein, Mister President. Alle größeren militärischen Einrichtungen und Rüstungskomplexe westlich einer gedachten Nord-Süd-Linie durch Denver wurden durch das Orbitalbombardement so schwer getroffen, daß sie als praktisch nutzlos anzusehen sind.", berichtete der General. "Außerdem macht ihre Luftwaffe Jagd auf alle Schiffe der Navy rund um die Welt. Selbst getauchte U-Boote sind vor ihren Bomben nicht sicher."
"Wie ist so etwas möglich?", fragte der Präsident. "Wie konnte uns eine solche Technologie entgehen? Die Makronesier können das doch nicht einfach aus dem Hut gezaubert haben."
Der General warf einen bedeutungsschweren Blick zu CIA-Vizedirektor James Hood, der seinen erkrankten Chef bei dieser Sitzung vertrat.
"Was sehen sie mich so an, General?", fragte der Geheimdienstler gereizt. "Sie können nicht ernsthaft erwarten, daß wir überall auf der Welt Agenten in jedem Loch haben, wenn der Kongreß Jahr für Jahr unsere Mittel zusammenstreicht."
"Im Irak hatten die Makronesier einen Stützpunkt für hunderttausende von Soldaten plus Ausrüstung.", warf die Sicherheitsberaterin des Präsidenten kühl ein. "In verschiedenen europäischen Ländern hatten sie Stützpunkte, ebenfalls für hunderttausende von Soldaten. Sie scheinen einen ständigen Nachschub an Truppen und Material überall auf der Welt und ohne große Mühe gewährleisten zu können, und wir wissen immer noch nicht, wie sie das machen."
"Aber Miss Rice..."
"Makronesien hat weniger Einwohner als wir Soldaten haben, aber sie haben über Nacht eine Armee ins Feld geschickt, gegen die der ganze verdammte zweite Weltkrieg aussieht wie ein Schulausflug.", unterbrach sie den zweitwichtigsten Mann der CIA aufgebracht. "Und sie wollen mir erzählen, daß sie nicht einmal irgendwo in der Welt einen winzigkleinen Hinweis erhalten haben? Auch nichts, was möglicherweise erst rückwirkend betrachtet Sinn ergibt?"
"Tut mir leid. Aber da wir davon ausgehen können, daß dieser globale Krieg von langer Hand vorbereitet gewesen sein muß, bleibt mir nur die Annahme, daß der Feind auch über einen exzellenten Geheimdienst verfügen muß.", antwortete Hood einigermaßen frustriert.
°Verdammte Politiker. Sie erwarten, daß wir gute Arbeit leisten, obwohl sie unsere Mittel beschneiden, wo sie nur können, und wenn dann was danebengeht, dürfen wir den Mist ausbaden.°
"Und darf ich vielleicht darauf hinweisen, Miss Rice, daß der CIA nicht der einzige Geheimdienst auf der Welt ist, der von der Entwicklung überrascht worden ist?", fügte er spitz hinzu.
"Schuldzuweisungen bringen uns im Moment nicht weiter.", bemerkte der Präsident verstimmt. "Wie sehen die Prognosen für die nahe Zukunft aus?"
"Nun, in etwa sechsunddreißig Stunden wird diese Orbitalstation mit der zweiten Hälfte unseres Landes getan haben, was auch schon der ersten Hälfte zugestossen ist. In etwa zehn Stunden von jetzt an wird, wenn die Intensität der Bombardierungen anhält, unser landgestütztes Nuklearwaffenarsenal praktisch nicht mehr existent sein. Unsere Schiffe an der Ostküste sind momentan innerhalb der Reichweite unserer Luftabwehrstellungen in Sicherheit...aber das wird sich erledigt haben, sobald das Ding dort oben unsere Ostküste unter Feuer nimmt."
"Was ist mit Alaska?"
"Der Feind hat aus dem Orbit tausende von Kampfdrohnen abgeworfen, als die Orbitalstation mit dem Beschuß von Portland und Seattle begonnen hat. Gleichzeitig begannen schwere Luftangriffe.", berichtete der General. "Beides scheint sich primär auf Artillerie- und Luftabwehrstellungen zu konzentrieren, die die Küstengebiete schützen können."
"Das spricht dafür, daß wir dort bald mit einer Landung von Bodentruppen rechnen müssen, nicht wahr?", meinte Verteidigungsminister Rumsfeld besorgt.
Der General senkte bedauernd den Blick.
"Davon ist wohl auszugehen, Herr Minister."
"Können wir Verstärkung schicken?"
"Das wäre schwierig, Mister President.", erwiderte der General zögerlich. "Die Hauptstraßen sind im Vorfeld dieser Angriffswellen bombardiert und an vielen Stellen zerstört worden. Und bei einer Luftverlegung würden sich die feindlichen Jäger auf unsere Flugzeuge stürzen und den Großteil von ihnen vernichten."
"Es hat sich in der Vergangenheit leider gezeigt, daß die Flugzeuge der Makronesier selbst unseren modernsten Jets haushoch überlegen sind.", fügte ein General der Air Force erklärend hinzu.
"Außerdem zeigen unsere Prognosen, daß wir mit Wahrscheinlichkeiten nahe der Hundert Prozent-Marke Alaska nicht würden halten können, auch wenn wir Verstärkung schicken.", fuhr der Stabschef fort. "Es sei denn, wir würden so viele Truppen schicken, daß wir weite Teile der Westküste entblössen müßten. Und ich habe keine Zweifel daran, daß die Makronesier ihre Invasion dann einfach von Alaska nach Kalifornien, Oregon oder Washington verlagern werden."
"Sie erwarten also ernsthaft, daß wir Alaska KAMPFLOS aufgeben sollen?", brach es aus dem Präsidenten hervor.
"Nun, Mister President,", antwortete General Mulholland leise, "ich fürchte, diese Frage stellt sich momentan gar nicht. Natürlich werden unsere Soldaten so lange aushalten, wie sie können, aber damit können sie nur Zeit schinden. Letztlich werden wir Alaska verlieren, wenn die Makronesier entscheiden, daß sie dort landen wollen."
Die Sicherheitsberaterin fixierte den Stabschef stirnrunzelnd.
"Was wollen sie denn DAMIT wieder sagen, General?"
"Nun, wir haben die komplexen Strategien unserer Gegner in der Vergangenheit erlebt. Denken sie nur daran, wie unsere europäischen Alliierten mit der Türkei auf die Nase gefallen sind."
"Wollen sie damit sagen, die Makronesier haben einen Stützpunkt innerhalb unseres eigenen Landes?", stiess sie entsetzt hervor.
"Nein, nein.", erwiderte er kopfschüttelnd. "Ich wollte darauf hinaus, daß sie uns möglicherweise glauben machen wollen, daß sie Alaska angreifen werden, während sie in Wahrheit ganz andere Pläne verfolgen."
"Erläutern sie das."
"Innerhalb der letzten Stunden sind makronesische Truppen auf Island und Grönland gelandet. Beide Inseln wurden kampflos besetzt."
Der General zeigte die neue Situation auf einer elektronischen Übersichtskarte an der Wand.
"Unsere letzten Berichte über die Lage in Europa zeigen, daß die Makronesier in der Lage sind, große, spärlich besiedelte Gebiete durch den Einsatz ihrer hochentwickelten Drohnen schnell und effektiv unter Kontrolle zu bringen."
"Kanada wäre definitiv ein Kandidat für diese Taktik, nicht wahr, General?"
"Darauf wollte ich hinaus, Herr Vizedirektor.", antwortete Mulholland mit einem knappen Nicken in Hoods Richtung. "Wenn wir Truppen zur Verstärkung nach Alaska schicken, könnten sie sie einfach abschneiden, indem sie die nördlichen Teile Kanadas besetzen. Und das ist eine Aktion, an der weder wir noch die Kanadier sie effektiv hindern könnten, weil die zu überwachenden Gebiete viel zu weitläufig sind."
"Mit anderen Worten: Die verstärkten Angriffe auf unsere Truppen in Alaska könnten ein Köder sein, der uns dazu verleiten soll, noch mehr unserer Truppen in eine kaum haltbare Position zu manövrieren."
"Richtig, Miss Rice. Es wäre auch denkbar, daß die Makronesier nicht nach Kanada gehen, sondern von Grönland aus Neufundland angreifen. In dem Fall hätten sie ein Sprungbrett für einen Angriff auf die nördlichsten Städte an der Ostküste."
"Dann sollten wir vielleicht feststellen, ob sie wirklich eine Basis auf Grönland bauen, und sie dann gegebenenfalls zerstören.", schlug der Verteidigungsminister vor.
"Da wir keine Satelliten mehr haben, und Aufklärungsflugzeuge bemerkt werden würden, bevor sie Grönland erreichen, müßten wir jemanden direkt nach Grönland schicken.", entgegnete Mulholland. "Was die Zerstörung der Basis betrifft...dazu müßten wir einen Kreuzer mit Cruise Missiles schicken. Wenn er sich nah an der Küste aufhält, entgeht er vielleicht der Aufmerksamkeit der feindlichen Seeüberwachung."
"Die Aufklärungsarbeit klingt nach einem Job für die SEALS.", warf Admiral Thornton, Befehlshaber der Navy, ein. "Aber wir wissen aus Erfahrung, daß wir mit Cruise Missiles nichts ausrichten können, wenn der Stützpunkt über einen Schutzschild verfügt."
"Dann müssen die SEALS einen Weg finden, diese Schilde abzuschalten.", entschied der Präsident. "Und wenn das nicht machbar ist, gibt es noch eine andere Option."
"Während der ersten Tage des Kriegs mit Israel haben sie die Israelis und alle anderen Nationen davor gewarnt, daß der Einsatz von Atomwaffen schwere Konsequenzen haben würde.", warnte der Außenminister besorgt.
"Wollen sie etwa seelenruhig zusehen, wie diese Kerle sich unser Land nehmen, Colin?", fragte der stellvertretende Verteidsigungsminister, Wolfowitz, ungläubig. "Und wenn wir schon dabei sind, über Atomwaffen zu reden...wäre es machbar, dieses Ding da oben im Orbit mit einer Rakete zu treffen?"
"Wenn wir davon ausgehen, daß die Station ebenfalls über Schilde verfügt, werden wir mehr als eine Rakete brauchen.", antwortete Mulholland. "Und nach den Angriffen auf unsere Silos im Mittleren Westen haben wir auch keine Mittel für einen solchen Angriff mehr übrig."
"Vielleicht können die Russen uns aushelfen.", schlug Wolfowitz vor. "Sie können auch nicht davon begeistert sein, was so passiert. Wie ich hörte, stehen makronesische Truppen fast überall in Europa schon an der russischen Grenze."
Präsident Bush nickte langsam.
"Wir haben wohl keine Wahl, Gentlemen. Ich werde in mein Büro gehen, und ein Telefonat mit Präsident Putin führen. Danach setzen wir diese Konferenz fort."
Als George W. Bush in den Konferenzraum zurückkehrte, wirkte er deutlich erleichtert.
"Präsident Putin befindet sich derzeit in einer wichtigen Krisenkonferenz, die die aktuelle Entwicklung - insbesondere die Bedrohung durch die makronesische Militärmaschinerie für sein Land - betrifft.", verkündete er. "Deshalb konnte ich im Augenblick nicht mit ihm sprechen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß den Russen die Wichtigkeit einer schnellen Beseitigung dieser Orbitalstation entgeht."
"Ich schlage vor, wir befassen uns dann erstmal mit der bevorstehenden Operation in Grönland.", setzte Verteidigungsminister Rumsfeld hinzu.
"Der Vollständigkeit halber sollte vielleicht auch die letzte Option erwähnt werden, die wir laut der Fernsehansprache zu Beginn des Orbitalbombardements noch haben.", stellte Colin Powell vorsichtig fest.
"Worauf wollen sie hinaus, Colin?", fragte der Vizepräsident.
"Ganz einfach, Dick. Wenn die Bedingung für einen Friedensschluß mit Makronesien der Rücktritt unserer Regierung ist, sollte man dies zumindest im Auge behalten. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß dieses Angebot gültig bleiben wird, wenn wir Atomwaffen einsetzen."
"Sind sie nur feige, oder haben sie den Verstand verloren?", fragte der Vizepräsident naserümpfend.
"Weder noch.", grollte der Außenminister. "Aber das Wohl des Volkes geht mir über den Erhalt einer politischen Machtposition."
"Gentlemen, wir wollen uns doch in dieser Situation nicht gegenseitig an die Kehle gehen.", schaltete der Präsident sich ein, und unterband so weiteren Streit. "Lassen sie uns abwarten, was die SEALS in Grönland herausfinden, bevor wir weitere Entscheidungen treffen. Aber ich für meinen Teil werde mich diesen Terroristen keinesfalls beugen."
In dem Moment betrat ein Adjutant des Stabschefs zu seinem Chef und überreichte ihm eine Notiz. Nachdem er sie gelesen hatte, wirkte er deutlich angespannt.
"Mister President...wir haben noch eine Alternative für einen Angriff auf die Orbitalstation."
Mit dieser Ankündigung hatte Mulholland die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden.
"Zwei B-1B-Tarnkappenbomber haben in ihren Hangars in Nevada die Bombardierung ihrer jeweiligen Flugplätze relativ unversehrt überstanden. Da die lokalen Waffendepots zerstört wurden, werden wir die Waffen für die Bomber aus größerer Entfernung heranführen müssen. Außerdem müssen die Startbahnen der beiden Flugplätze wieder repariert werden."
"Wie lange?", erkundigte sich der Präsident.
"Etwa vier bis fünf Stunden für die Flugzeuge und die Startbahn. Dann noch weitere zwei bis drei Stunden, bis die Bomben da sind, wo die Flugzeuge sind."
Der Präsident nickte zufrieden.
"Na dann los, Bob. Sorgen sie dafür, daß wir ihnen in den Hintern treten können."
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"Ich bedaure, Lady Zirkonite, aber Lord Traxius hat Befehl gegeben, ihn mometan nicht zu stören.", erklärte einer der rotgepanzerten Wachposten vor der Tür des Thronsaals. "Er führt gerade ein vertrauliches Gespräch, bei dem er nicht gestört werden will."
Zirkonite runzelte erst verärgert die Stirn, beruhigte sich aber schnell wieder.
Sie nickte knapp.
"Ich werde mich in den Wartebereich begeben. Informieren sie mich, wenn der Meister wieder zu sprechen ist."
Der Wächter bestätigte ihren Befehl und salutierte, ebenso wie sein Kollege neben ihm, doch die ehemalige Youma-Generalin hatte sich bereits umgedreht und war auf dem Weg zum Wartebereich.
Dort angekommen, nahm sie in einem bequemen Ledersessel Platz und aktivierte einen großen Panoramabildschirm. Sie loggte sich in das TCS- Übertragungsnetzwerk ein, und genoss den Anblick des Bombardements der Vereinigten Staaten.
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An der Decke eines Raumes irgendwo tief im Innern der Orbitalstation Hades erschienen dunkelrote Linien, die sich Schritt für Schritt zu einem Viereck formten. Dann schaltete Jacen, der sich in einem Wartungsgang über dem Raum befand, sein Lichtschwert ab, und hob vorsichtig mit der Macht die an den Rändern noch rotglühende Stahlplatte an, die er zuvor auf die gleiche Art und Weise in Position gehalten hatte. Das Letze was er und seine zwei Begleiterinnen gebrauchen konnten, war, daß die herausgeschnittene Platte zu Boden fiel und dadurch womöglich jemanden alarmierte.
Es war sowieso fast schon ein Wunder, daß die Drei bis jetzt noch nicht entdeckt worden waren, denn sie hatten sich von der Lagerhalle aus, in der die Reise begonnen hatte, auf dem Weg zu einem tiefergelegenen Deck über ein Drittel der Stationslänge, die immerhin etwa vier Kilometer betrug, zurückgelegt. Unterwegs hatte Jacen ein Datapad an sich gebracht, und von einem Terminal einen Plan der Station auf das Terminal geladen. Dann hatte er zusammen mit Ami und Shampoo eine der Bordwäschereien aufgesucht, die von Droiden betrieben wurde, eine Tatsache, die die Senshi und die Amazone unendlich fasziniert hatte, und drei Uniformen gestohlen, die alle Drei als niedere Flottenoffiziere auswiesen. Durch einen Wartungsschacht hatten sie sich schließlich über der Decke des Raums positioniert, den sie gerade zu betreten im Begriff waren.
Jacen ließ sich von der Decke herab und landete geschmeidig zwischen zwei Regalen. Dann half er seinen Begleiterinnen, die den Raum auf dieselbe Art betraten.
Ami sah sich staunend in dem großen Raum um. Einhundert Quadratmeter Bodenfläche vollgestopft mit dutzenden von zwei Meter hohen Regalen. Und obwohl Ami mit der hiesigen Technologie nicht vertraut war, erkannte sie die meisten Gegenstände in diesem Raum auf Anhieb als Waffen.
Jacen warf einen Blick auf Shampoo, die sich mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund in der Waffenkammer umsah. Der Ausdruck von Aufregung in ihrem Gesicht, ganz ähnlich dem Gesichtsausdruck eines Kindes beim Auspacken von Weihnachtsgeschenken, machte klar, daß sie ebenfalls begriff, womit sie es hier zu tun hatte.
Der junge Jedi grinste trocken.
"Wie ich sehe, gefällt es euch hier.", bemerkte er mit einem Anflug von Humor.
Shampoo grinste fröhlich und nickte bestätigend.
"Und was wir mitnehmen von hier?"
Jacen blickte sich suchend um, bis er auf einem Regal fand, was er suchte.
"Das da zum Beispiel.", antwortete er, auf die fein säuberlich nebeneinander aufgereihten Detonationspacks zeigend.
Ami ging zu dem Regal und warf durch ihren Visor einen Blick darauf.
"Hmm...Haftladungen, zündbar über einen Fern- oder Zeitzünder.", stellte sie fest. "Der Sprengstoff ist mir allerdings nicht bekannt."
"D-5. Militätrischer Molekularsprengstoff.", erklärte Jacen. "Eine dieser Haftladungen reicht aus, um selbst in massive Panzerung ein angemessenes Loch zu machen."
"Und wofür brauchen wir das?", gab Ami verwundert zurück.
Jacen nahm das Datapad und rief den Plan auf, auf dem er die Orte markiert hatte, die sie würden aufsuchen müssen, um den Reaktor der Station zu vernichten.
"Wie du siehst, liegen die Orte, die wir aufsuchen müssen, relativ weit auseinander. Wenn wir beispielsweise den Energieregulator zerstören, bevor wir die Reaktorkontrollen erreicht haben, würde das wahrscheinlich bemerkt werden. Dann könnten die Imps den Reaktor versiegeln oder herunterfahren, so daß wir unsere Mission nicht zu Ende bringen könnten."
"Also verminen wir den Regulator und sprengen ihn, sobald wir den Reaktor erreicht haben.", begriff Ami.
"Den Regulator, eine der Sensordatenleitungen und einen Knotenpunkt für die Energieleitungen der Schildgeneratoren.", erwiderte der junge Jedi, während er auf die entsprechenden Positionen auf der dreidimensionalen Grafik der Raumstation deutete.
"Warum?"
"Nun, wenn wir mit dem Reaktor fertig sind, können wir nur fliehen, wenn die Schutzschilde zumindest an einer Stelle abgeschaltet sind. Und die Sensoren stören wir, damit wir bei der Flucht nicht abgeschossen werden können. Wäre doch blöd, wenn wir die Station in den Untergang schicken würden, und dann auf der Flucht draufgingen, nicht wahr?"
"Allerdings.", stimmten Ami und Shampoo zu.
Dann griff Shampoo nach dem Stoffbeutel, den sie auf dem Rücken trug, und begann damit, Detonationspacks reinzustopfen.
"Was sind das hier eigentlich für Waffen?", wollte Ami schließlich wissen.
Jacen deutete auf ein klobiges schwarzes Rohr mit Pistolengriff. Dieser Waffentyp machte den Hauptanteil des Inhalts dieses Lagers aus.
"Das ist das E-11-Blastergewehr. Standardwaffe der Sturmtruppen. Es ist im Dauerfeuermodus sehr ungenau, dafür aber ziemlich durchschlagskräftig. Und es verfügt über einen Betäubungsmodus. Dort vorn", er deutete auf eine Reihe von ebenfalls sehr klobigen, dreiläufigen Waffen, "siehst du Repetierblastergewehre. Diese Dinger haben eine irre Feuerrate und streuen im Dauerfeuermodus extrem. Darum gibt man damit besser nur kurze Feuerstösse ab. Zusätzlich verfügt diese Waffe über einen integrierten Werfer für Schockminen."
"Schockminen?"
"Die sind gut, um Elektronik durcheinanderzubringen, und um Gruppen von Gegnern leichte Elektroschocks zu verpassen."
"Oh, verstehe. Und das da?" Sie deutete auf eine Reihe unterarmlanger Waffen mit viereckigem Röhrenlauf, der sich nach vorn hin verjüngte.
"Golan Arms-Flechettewerfer.", antwortete Jacen. "Verschiesst Schrappnellwolken und alternativ Splitterminen. Sehr gut gegen ungepanzerte Gegner, aber untauglich gegen Sturmtruppler. Die Rohre in dem Regal daneben sind Merr Sonn PX-12-Raketenwerfer. Ich frage mich, was die hier zu suchen haben?"
"Warum?", fragte Shampoo, die ihren Beutel inzwischen gefüllt hatte, und sich zu ihren Begleitern gesellte.
"Nun ja...würdest du an Bord einer Raumstation mitten im Weltraum eine Waffe abfeuern wollen, die extrem starke, panzerbrechende Munition verschiesst, die möglicherweise ein Loch in eine Außenwand der Station sprengen könnte?"
Shampoo und Ami wurden blass.
"Ähm...nein.", antwortete die Amazone.
"Und deswegen würde ich eine solche Waffe genausowenig auf einer Raumstation zulassen wie das hier." Jacen griff nach einem Gurt, an dem mehrere silberne Kugeln befestigt waren. "Thermaldetonatoren. Granaten, die über einen Aufschlag- und Zeitzünder verfügen.", erklärte er auf die fragenden Blicke der Mädchen hin.
"Und das dort?" Ami zeigte auf eine Waffe, deren Lauf an einen Trichter aus Metall erinnerte.
"DEMP-2-Gewehr. Verschiesst elektromagnetische Impulse, die extrem effektiv gegen alle Arten von elektronisch gesteuerten Systemen wirken."
Ami nickte verstehend.
"Das könnte nützlich sein, wenn wir auf automatische Verteidigungssysteme stossen, nicht wahr?"
Der junge Jedi nickte.
"Ich schlage vor, ihr bewaffnet euch. Dann machen wir uns an die Arbeit."
Ami griff nach einem DEMP-2 und schob mehrere Munitionsclips in die Gürteltaschen ihrer Uniform. Dann nahm sie zwei Gurte mit Thermaldetonatoren und legte diese ebenfalls um.
Shampoo ließ ihren Blick unschlüssig über die Sammlung von Waffen schweifen. Schließlich griff sie nach einem Gurt mit Thermaldetonatoren, den sie um ihre Hüften band. Auf Nachfrage zeigte Jacen ihr die Munition für den Repetierblaster, an der sie sich großzügig bediente, bevor sie einen Blaster aus seiner Wandhalterung nahm. Versuchsweise legte sie die Waffe an die Schulter und stellte sich vor, was es wohl für ein Gefühl sein würde, so ein Ding zu benutzen.
"Bist du fertig, Shampoo?", fragte Ami ein wenig ungeduldig.
"Warum du so ungeduldig?", fragte die Amazone zurück.
"Nun...in jeder Minute, die dieses Ding hier länger einsatzbereit bleibt, sterben da unten auf der Erde mehr Menschen."
Shampoos Blick wechselte schlagartig von Aufregung zu Schuldbewußtsein und dann zu Entschlossenheit. Sie schlang den Gurt des Blasters über die Schulter und schob noch ein paar Munitionsclips aus einem anderen Regal in ihren Gürtel.
"Ähm...Shampoo, das sind Mikroraketen für den Merr Sonn-Werfer.", informierte Jacen sie irritiert.
"Ich mir schon gedacht.", gab sie grinsend zurück und schnappte sich einen Werfer aus einem Regal. "Jetzt Shampoo fertig. Jetzt wir können gehen und Imps in Hintern treten."
"Du hast doch gerade gehört, was Jacen über den Einsatz von Raketenwerfern an Bord einer Raumstation gesagt hat, oder?", wandte Ami besorgt ein.
"Aber natürlich." Sie schien von den besorgten Blicken, die Ami und Jacen miteinander wechselten, nicht wahrzunehmen.
"Und du willst das Ding trotzdem mitnehmen?"
Shampoo lächelte nachsichtig.
"Was sein besser?", fragte sie. "Waffe mitnehmen und nicht benutzen, oder Waffe hierlassen, und später vielleicht in Situation sein, in der wir Waffe brauchen und dann nicht haben?"
Ami blinzelte verblüfft und Jacen lächelte.
"Das ist ein kluger Einwand.", gab Merkurs Senshi schließlich zu.
Jacen stellte sich unter das Loch in der Decke.
"Ich werde euch nacheinander mit der Macht hochheben und dann nachkommen."
Ami und Shampoo grinsten breit. Auf diese Art hatten sie schon mehrere Hindernisse überwunden, und es machte ihnen großen Spaß. Wer hatte nicht gern das Gefühl, fliegen zu können?
Sie traten nacheinander unter das Loch und waren wenig später verschwunden. Dann sprang Jacen nach oben, wo Ami und Shampoo ihn festhielten und ihm in den Gang halfen.
Der junge Jedi warf zur Sicherheit einen Blick auf die Karte im Datapad, um sich zu orientieren. Es dauerte nicht lange, und die Drei waren unterwegs.
Nächster Halt: Kontrollraum für die Sicherheitssysteme des Reaktors, zweihundert Meter Richtung Außenwand und vier Decks tiefer als ihre momentane Position.
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Zirkonite drehte den Kopf, als sie näherkommende Schritte hörte, und hob überascht eine Augenbraue, als sie die Person erkannte.
"Was führt dich denn her, Ken?"
Ken Takamoto, ebenfalls ein Schüler von Traxius, lächelte knapp. Wie üblich wirkte dieses Lächeln eher sarkastisch als freundlich.
"Ich will die Strategie für meine Verhandlungen mit den Regierungen Australiens und Neuseelands mit dem Meister absprechen."
"Und dafür kommst du extra her?", wunderte sie sich. "Ist das Holokommsystem kaputt?"
Kens sarkastisches Lächeln verstärkte sich.
"Nein. Was dagegen, daß ich hier bin?"
"Aber nicht doch. Dein Anblick ist wie üblich eine wahre Augenweide.", entgegnete sie mit einem amüsierten Grinsen.
Der junge Mann stiess ein belustigtes Schnauben aus und drehte sich dann einmal um die eigene Achse, um sich zu präsentieren.
Man konnte wirklich nicht sagen, daß er schlecht aussah. Hemd und Hose aus schwarzer Seide in chinesischem Stil, geschmückt mit silbernen Drachen- und Tigerfiguren, und ein bis zu den Waden reichender ebenfalls schwarzer Umhang, der mit einer goldenen Spange in Form eines Tigerkopfs in Position gehalten wurde. An seinem Gürtel baumelten zwei Lichtschwerter.
"Ja, nicht wahr? Ich bin wirklich der Beste.", entgegnete er darauf. Sein Tonfall zeigte, daß er dies nicht ernst meinte, sondern sich selbst auf die Schippe nahm.
Zirkonite stiess ein amüsiertes Schnauben aus.
"Mit deinem Talent solltest du später den Posten des Unterhaltungsministers bekommen.", scherzte sie.
"Genau der Posten, auf den ich scharf bin.", brummte er daraufhin und wurde wieder etwas ernster. Er deutete auf den Bildschirm. "Sieht aus, als würde Kaori gut vorankommen, hmm?"
"Kann man so sagen."
"Und wie läuft es sonst so?"
Zirkonite schaltete die Übertragung ab und aktivierte eine taktische Weltübersichtskarte.
"Kevins Truppen kommen in Europa gut voran. In Kürze werden sie alle Mittelmeerinseln besetzen. Weite Teile des europäischen Festlands sind auch unter Kontrolle und niemand scheint seine Truppen aufhalten zu können, auch wenn die Bergregionen ihnen Schwierigkeiten machen. Maurice Armeen haben Island und Grönland besetzt und bereiten die Besetzung Neufundlands und Kanadas vor. Midori hat das Kommando über unsere Armeen im Nahen Osten und führt den Krieg gegen Israel."
"Erstaunlich wie lange dieses kleine Land uns schon Widerstand leistet."
"Die Israelis sind kampferprobt und hochmotiviert. Außerdem hat Midori nur einen Bruchteil ihrer Truppen zur Verfügung, da der Hauptteil über den Rest des Mittleren Ostens verteilt ist. Letztlich werden wir aber gewinnen, und sei es nur, weil wir die größeren Reserven haben."
"Natürlich."
"Ravana hat die Afrikaner dazu bringen können, sich freiwillig mit uns zu verbünden. Pläne, die den Transfer der Bevölkerung auf die Schafswiese regeln sollen, sind in Arbeit und werden in den nächsten Tagen umgesetzt."
"Darth Saturn hat mit diesem Einfall, Afrika durch Verhandlungen zu gewinnen, eine großartige Idee gehabt.", fand Ken.
"Das ist wahr.", stimmte Zirkonite zu. "Taichi bringt ebenfalls Staaten durch Verhandlungen zum Beitritt zu unserer Föderation. Erst Afghanistan. Jetzt sind Verhandlungen mit Pakistan und Indien im Gange."
"Und du kannst sicher sein, daß ich Australien und Neuseeland auch zum Beitritt bringen werde.", versprach Ken. "Damit hätte ich meinen Pflichtteil erledigt und den gesamten Bereich Ozeanien unter Kontrolle gebracht."
Zirkonite nickte zustimmend.
"Noch mehr Schafe für meine Wiese. Und ich bin gespannt, wie Saturn die Vereinigten Staaten in die Tasche stecken wird."
"Wie ich sie kenne, wird sie den Amis das Land abnehmen, ohne daß sie es überhaupt merken.", stimmte Ken grinsend zu. "Ich frage mich, wo wir ohne dieses Wunderkind wohl wären."
"Ich denke nicht, daß wir Probleme mit der Kriegführung gehabt hätten.", meinte die Youma-Generalin dazu. "Aber ohne ihre unheimliche Planungseffizienz wären wir jetzt wahrscheinlich erst halb so weit mit unseren Eroberungen."
Die Zwei diskutierten noch eine Weile über den Kriegsverlauf. Schließlich erschien eine Wache und informierte sie, daß Lord Traxius sie nun empfangen würde.
