--°''°-- Kapitel X --°''°--
Jaah, endlich eine Szene, bei der ich beim Schreiben die ganze Zeit grinsen musste... die DRACO-NUR-IN-HANDTUCH- Szene!!!!
Während die Wochen vergingen, begann Hermine Dracos Bitte zu erfüllen.
Sie fing an, wieder zu ihrem alten Selbst zurückzukehren. Die Lehrer, besonders Professor McGonagall, die Hermine schon immer im Geheimen als ihre Lieblingsschülerin betrachtet hatte, schienen erleichtert zu sein, dass sie sich wieder normal verhielt. Innerhalb von nur einer Woche hatte sie sämtlichen Stoff nachgeholt, den sie verpasst hatte und beteiligte sich wieder rege am Unterricht.
Ihre Hand war fast immer oben.
Allgemein schien ihr Leben wieder bergauf zu gehen: Ihre Leistungen im Unterricht stiegen enorm, sie wurde wieder fröhlicher und der Schmerz, den sie jedes Mal verspürte, wenn sie Harry sah, hatte nachgelassen. Dazu trug vermutlich auch bei, dass sie ihn nie zusammen mit Cho sah. Hatten sie sich getrennt? Nun, dass waren alles Gründe, die Hermine aufheiterten.
Und dann war da ja noch Draco Malfoy...
Eines späten Abends schließlich geschah das, womit Hermine nie gerechnet hatte.
Sie war gerade auf dem Weg zum Badezimmer der Vertrauensschüler, denn selbstverständlich musste sie sich vor dem Zu-Bett-Gehen noch die Zähne putzen. Als sie die Tür öffnete, bemerkte sie, dass sie nicht die Einzige war, die sich zu dieser späten Stunde noch rumtrieb. Denn dort, vollkommen entspannt, lag Draco im Wasser des poolgroßen Beckens und hatte seinen Kopf lässig an den Beckenrand gelehnt. Er hatte die Augen geschlossen; das blonde Haar hing ihm in nassen Strähnen in die Stirn.
Hermine spürte förmlich, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss. Merlin sei Dank, er hatte viel Duschbad aus den goldenen Hähnen benutzt, so dass die Wasseroberfläche vollkommen mit Schaum bedeckt war. Doch sie schien ihren Blick nicht abwenden zu können. So hatte sie ihn noch nie zuvor gesehen. Er lag einfach nur da, aber um seine Lippen spielte ein kleines verträumtes Lächeln. Er sah... einfach glücklich aus. ‚An was denkt er wohl gerade', fragte Hermine sich.
Als plötzlich die Tür mit einem Klick hinter ihr zufiel, fuhr Dracos Kopf ruckartig hoch. Als er sie erblickte, rutschte er eilig tiefer ins Wasser. „Hermine, was tust du denn hier? Ich hab dich gar nicht gehört." Wie erstarrt stand sie da.
‚Oh nein, hoffentlich denkt er jetzt nicht, ich hätte ihn angestarrt'.
Schließlich, nachdem sie eine Weile nur stumm dagestanden hatte, fiel ihr ein, dass Draco sicherlich mit einer Antwort rechnete. „Äh, ich muss mir die Zähne putzen", sagte sie und hielt wie zum Beweiß ihre Zahnbürste hoch. „Na gut", erwiderte er nachdem er sie wie abschätzend angesehen hatte, „dann dreh dich mal kurz um, damit ich aus dem Wasser kann. Dann hast du das Bad ganz für dich alleine", sagte er und griff nach seinem Handtuch, was er am Beckenrand abgelegt hatte. Gehorsam drehte sie sich um, und versuchte, nicht aus Versehen in einen der Spiegel zu blicken, die an den Wänden angebracht waren und vom Boden bis zur Decke reichten. Sie hörte, wie er schwungvoll aus dem Wasser stieg und dann ein leichtes Rascheln, vermutlich vom Handtuch. „Okay, du kannst dich wieder umdrehen." Das tat sie dann auch... und erstarrte.
Draco hatte sich sein Handtuch um die Hüften geschlungen, doch sein Oberkörper war nackt. Feine glitzernde Wassertropfen rannen über die glatte Haut. Hermine spürte, wie ihr Mund trocken wurde.
‚Oh Mist, denk an etwas Harmloses', befahl sie sich selbst, während ihr Blick über Dracos Oberkörper glitt. ‚Denk an... Arithmantikhausaufgaben. Ja genau! Meine Haus...auf...ga..' Weiter konnte sie den Gedanken nicht führen, als ihre Augen unaufhaltsam tiefer wanderten, zu seinen Bauchmuskeln, die sich deutlich unter der Haut zeigten. Draco schien ihren Blick wohl bemerkt zu haben, denn er schritt mit einem nervösen Ausdruck im Gesicht zu seinen Sachen hinüber. ‚Na toll, ich muss ihn ja fürchterlich angeglotzt haben, wenn selbst er dabei nervös wird', schalt sie sich innerlich.
„Du scheinst dir meinen Wunsch ja wirklich zu Herzen genommen zu haben", sagte er laut, während er sich ein weiteres Handtuch nahm, seinen Oberkörper abtrocknete, und sich schließlich ein T-Shirt überstreifte. „Ich hab gesehen, dass Snape ganz große Augen gekriegt hatte, als du dich plötzlich wieder gemeldet hast", sagte er mit amüsierter Stimme, während er sich einen Socken anzog. Hermine musste lächeln, während sie zu einem der Waschbecken hinüberging. Auch ihr war aufgefallen, dass Snape sie wie perplex angestarrt hatte, als ihre Hand gleich bei der ersten Frage in die Höhe geschossen war. Er schien sich sehr daran gewöhnt zu haben, dass Hermine unwillig war, mitzuarbeiten. Während sich Draco hinter ihrem Rücken umzog, schrubbte sie energisch ihre Zähne. ‚Nicht in den Spiegel schauen, Hermine', ermahnte sie sich wieder und richtete ihren Blick stur auf die Waschbeckenschüssel. Doch trotzdem wanderte ihr Blick nach einer Weile zu seinem Spiegelbild.
Wie ihm so das Haar in die Stirn fiel... süß.
Plötzlich fing es an, in ihrem Bauch zu kribbeln. ‚Verdammt, was ist denn heute mit mir los', dachte sie genervt. ‚Als würde es mich interessieren, wie er mit nassen Haaren aussieht'. Doch trotz allem gelang es ihr nicht, ihre Augen von ihm zu lösen. Als sich plötzlich ihre Blicke im Spiegel trafen, lächelte ihr Draco mit hochgezogenen Augenbrauen zu. Hermine spürte, wie das Kribbeln stärker wurde und sie sah schnell wieder weg. Schließlich war er fertig angezogen. Sie trocknete sich gerade den Mund ab, als er sich wieder an sie wandte. „Na fein, ich werd dann mal lieber gehen", sagte er und drehte sich langsam zur Tür. Bildete sie sich das nur ein, oder schien er zu zögern? Sie drehte sich um und beobachtete ihn genau. „Tu das", sagte sie leise. Doch er bewegte sich nicht. Wie gebannt starrte er zu ihr herüber. Hermine spürte, wie ihr unter seinem Blick heiß wurde. ‚Warum sieht er mich denn so an?'
Als sie nicht weiter reagierte, drehte er sich um und legte seine Hand auf den Türknauf. Plötzlich schien jemand einen Schalter in Hermines Kopf umgelegt zu haben, denn auf einmal rannte sie zu ihm und packte ihn am Ärmel. Verwirrt drehte sich Draco zu ihr um. Gerade wollte er fragen, was das zu bedeuten hätte, aber als er ihren brennenden Blick sah, schien es ihm die Sprache zu verschlagen...
Hermine warf sich ruhelos auf ihrem Bett hin und her. Der Schlaf wollte sich einfach nicht einstellen. Zu ihrem Glück waren Lavender und Parvati nicht mehr wach, als sie schließlich in den Mädchenschlafsaal kam. Sonst hätten sie sicherlich Fragen gestellt. Hermine, wieso rennst du denn so? Hermine, wieso bist du knallrot im Gesicht?
Sie konnte selbst kaum glauben, was sie getan hatte. Irgendetwas hatte sie plötzlich überfallen, als er sich zum Gehen gewandt hatte. Als er sich überrascht zu ihr umgedreht hatte, hatte sie ihre Lippen auf seine gepresst, schnell wie eine zustoßende Schlange.
Ihr Herz schlug so schnell, dass sie befürchtet hatte, es würde gleich zerspringen. Und dann war da dieses schwindelerregende Gefühl, welches Dracos weiche Lippen auslösten. Als würde sie anfangen, zu schweben.
Dann schoss sie plötzlich in ihrem Bett auf. ‚Und wenn es ihn angewidert hat?', dachte sie panisch. ‚Vielleicht fand er es ja eklig. Oh Merlin, wie konnte ich mich nur so verrückt benehmen?' Sie stöhnte verzweifelt auf und warf sich zurück in ihre Kissen.
Draco lag in seinem Bett, doch an Schlaf dachte er nicht. Langsam berührte er mit seinen Fingern seine Lippen. ‚War das nur ein Traum gewesen?'‚, fragte er sich verwirrt. Nein, sicherlich nicht. Er spürte noch immer das Kribbeln auf seinen Lippen.
‚Ein Kuss. Und das von Hermine', dachte er, und sein Mund verzog sich zu einem kleinen Lächeln. Am meisten verwirrte ihn, dass es ihm nichts ausgemacht hatte, von ihr geküsst zu werden. Schließlich hatte er sie bis vor kurzem noch als seine Erzfeindin neben Potter und Weasley betrachtet.
Und doch...
Es war... schön gewesen.
Wenn Pansy ihn so überfiel, würde er sie am liebsten immer gegen die nächste Wand stoßen und schreiend weglaufen. Nur seine gute Erziehung hielt ihn davon ab.
Aber mit Hermine....
Mit einem Lächeln auf den Lippen schlief er nach ein paar Minuten schließlich ein.
--°''°----°''°----°''°----°''°----°''°----°''°--
Endlich, ENDLICH!!!!! Der erste Kuss!! Und das nach 10 Kapiteln. Boah, hat mich das angekotzt, das so lange hinaus zu zögern.
