WICHTIGE ÄNDERUNG:
Ich habe die Geschichte noch mal überarbeitet, und einige Details in den ersten Kapiteln verändert. Demnach hatten Harry und Cho damals keinen Sex gehabt, sondern nur rumgeknutscht. Ich fand, es passte einfach nicht mehr zu dem Harry, den ich haben will. Das war eine zu drastische Abweichung vom Originalcharakter. Am besten, ihr lest die Kapitel noch mal. Es hat sich allerdings nicht allzu viel geändert.
--°''°-- Kapitel XVIII --°''°--
Bereits am nächsten Tag wurde Harry aus dem Krankenflügel entlassen. Madam Pomfrey war zwar alles andere als begeistert gewesen, doch da Harry keine Anzeichen einer ernsthaften Krankheit aufwies, die veranlasst hätte, dass er bleiben müsse, wurde er entlassen.
Ron und Hermine hatten ihn vor dem Mittagessen abgeholt. Ron hatte fast die ganze Zeit geredet, um das unangenehme Schweigen zu überbrücken, welches zwischen Harry und Hermine herrschte.
Was verständlich war, da beide ihren eigenen Gedanken nachgingen.
Als Ron ihr während der Stunde vorgeschlagen hatte, sie könnten doch Harry abholen gehen, da hatte Hermine zuerst gezögert; sie war nicht sicher, ob sie ihn schon wieder sehen wollte, doch dann hatte sie sich einen Ruck gegeben. Wenn sie wollte, dass die Dinge wieder so normal wie möglich werden sollten, dann müsste sie wohl auch etwas dafür tun. Und das wollte sie wirklich. Denn sie hatte es satt, Harry andauernd aus dem Weg zu gehen. Sie würde so gerne wieder zurück zu dem Zeitpunkt, als alles noch in Ordnung war, als sie, Ron und Harry noch unzertrennlich waren. Auch wenn sie es Harry gegenüber gestern geleugnet hatte...
Doch im Moment war es nicht Harry, der sie beschäftigte, obwohl er neben ihr lief. Nein, ihre Gedanken kreisten um die Kette, die sie bei Pansy gefunden hatte. Seit zwei Tagen überlegte sie nun schon, wie sie Draco zur Rede stellen sollte. Hatte er sie ihr geschenkt? Oder sprach er die Wahrheit und er hatte sie einfach verloren?
Aber immer wieder zögerte sie, mit ihm darüber zu sprechen. Warum?
Vielleicht aus Angst vor dem, was sie herausfinden würde...?
Später am Tag fasste sie dann doch endlich den Mut dazu. Während sie in Verwandlungen saßen, wo sie immer noch das Thema Animagus durchnahmen, hatte Hermine unauffällig einen kleinen Zettel in Dracos Tasche geschoben, der besagte, dass er sie heute Abend im Korridor im dritten Stock treffen sollte, in dem Raum, wo sie sich schon früher getroffen hatten. Unterschrieben hatte sie nicht. Einmal, weil er sich eh denken konnte, von wem der Zettel stammte, und außerdem, falls ihn einer der Slytherins in die Finger bekam. Noch immer hielten sie ihre Beziehung geheim.
Als sich Hermine und Draco vor kurzem mal wieder getroffen hatten (bevor Hermine von der Kette um Pansys Hals erfuhr), hatte sie Draco erzählt, ihre Situation erinnerte sie ein wenig an Romeo und Julia. Draco hatte natürlich nur Bahnhof verstanden, und sie hatte ihm von dem Liebespaar mit den verfeindeten Familien erzählt. Sein einziger Kommentar war, dass ihre Beziehung hoffentlich nicht so tragisch enden würde...
Nun war es bereits lange dunkel draußen und Hermine wartete nervös auf Dracos Ankunft. Sie hatte sich in eine der schattigen Ecken des Raums zurückgezogen, um nicht sofort entdeckt zu werden, falls ausgerechnet heute jemand auf die Idee käme, hier hereinzukommen. Nach ein paar Minuten konnte Hermine Schritten hören, die sich eindeutig in ihre Richtung bewegten. Kurze Zeit später öffnete Draco die schwere Holztür und trat in den dunklen Raum. Suchend sah er sich um, konnte aber aufgrund der spärlichen Beleuchtung nichts erkennen. Da fiel Hermine ein, dass sie ja immer noch in den Schatten verborgen war. Also trat sie ein paar Schritte vor, um sich bemerkbar zu machen.
„Draco."
Was als nächstes geschah, konnte Hermine kaum mitverfolgen, da alles blitzschnell ging.
Wie vom Stromschlag getroffen sprang Draco zur Seite, und zog im gleichen Augenblick seinen Zauberstab aus seiner Tasche.
„Hey, ruhig. Ich bin's doch nur", sagte Hermine beschwichtigend, mit unüberhörbarem Kichern in der Stimme. Dracos Gesichtsausdruck war einfach unbezahlbar. Er hatte die grauen Augen weit aufgerissen und sein Mund stand leicht offen.
Doch so blitzartig wie er gekommen war, verschwand der Ausdruck auch wieder von seinem Gesicht, und machte dem typischen Draco-Ausdruck Platz.
„Hab ich dich etwa erschreckt?", neckte sie ihn grinsend. Draco verzog das Gesicht. „Aber nicht doch", erwiderte er sarkastisch. Dann kam er näher und ergriff sie bei den Oberarmen. „Tu das aber trotzdem nie wieder, okay?"
Hermines Antwort war ein schallendes Lachen, woraufhin Draco düster die Stirn runzelte. „Lachst du mich etwa aus?"
„Aber nicht doch", imitierte sie seine Worte. Doch dann fiel ihr wieder ein, wieso sie eigentlich hier war und wurde ruhig.
„Ich muss dich dringend etwas fragen, Draco", sagte sie. „Schieß los", war seine Antwort, während er sie aufmerksam ansah. Jetzt spürte Hermine, wie ihre Nervosität zurückkehrte und sie kaute auf ihrer Unterlippe herum, während sie in ihrem Kopf die Worte formulierte.
Dann blickte sie ihm in die ruhigen grauen Augen.
„Hast du die Kette schon wieder gefunden, die ich dir geschenkt habe?", fragte sie ihn, während sie ihn aufmerksam beobachtete. Sie wollte keine noch so kleine Reaktion verpassen.
Draco sah betroffen zu Boden. „Nein, ich kann sie nicht finden. Sie ist einfach weg." Zögernd blickte er auf.
„Ich weiß, wo sie ist", erwiderte Hermine ruhig, auch wenn ihr Herz wie ein Vorschlaghammer hämmerte. Draco runzelte verwirrt die Stirn. Dann jedoch erhellte sich sein Gesicht. „Du hast sie gefunden? Wo?", fragte er neugierig.
„Oh ja, ich hab sie gefunden. Sie hing um Pansy Parkinsons Hals."
Das plötzlich eintretende Schweigen schien laut durch das Zimmer zu hallen. „Pansy hat meine Kette?", fragte er schließlich zaghaft, denn wie es schien, vermutete Hermine, er hätte sie ihr gegeben. Doch sie schien seine Frage nicht zu hören. Ihre ruhige Fassade stürzte zusammen, als die ganze aufgestaute Wut in ihr losbrach.
Erst Harry, und jetzt Draco. Aber sie würde sich das nicht mehr gefallen lassen. Nein, sie würde sich das einfach nicht mehr bieten lassen! Sie holte tief Luft.
„Wenn du die Kette nicht gemocht hast, dann hättest du es einfach sagen können, anstatt sie dieser.. dieser Tussi zu schenken", spie sie regelrecht hervor. Sie zitterte sichtbar.
Mit anklagender Stimme fuhr sie fort. Es schien, als würde sie Draco, der genau vor ihr stand, kaum noch wahrnehmen; als würde sie durch ihn hindurchsehen, zu einem Punkt, der weit hinter ihm lag.
„Ihr knutscht wohl immer noch heimlich in irgendwelchen Ecken herum, nicht wahr? Ja, natürlich tut ihr das. Sie erzählt es ja in der ganzen Schule rum." „Und du glaubst ihr das?", meldete sich Draco endlich zu Wort. „Du glaubst also dieser Lügnerin, die haufenweise solcher blöden Geschichten erzählt? Verdammt, die erfindet so etwas doch nur, um sich wichtig zu machen! Hermine, glaub mir, ich habe ihr die Kette nicht geschenkt." „Wieso sollte ich dir glauben?
„Weil ich die Wahrheit sage, Hermine!"
Doch sie schüttelte nur wütend den Kopf. Sie schien ihm gar nicht mehr zuzuhören.
„Ich hab es einfach satt! Ich dachte, du bist anders, nicht wie er", rief sie aufgebracht.
„Verdammt, glaubst du denn, ich will den ganzen Mist noch einmal durch..". Doch weiter kam sie nicht, denn Draco packte sie bei den Armen und unterbrach sie.
„HERMINE, ICH LIEBE DICH!", rief er laut, um ihren Redeschwall zu übertönen....
Zuerst sah es so aus, als würden seine Worte keine Wirkung zeigen, doch nach einer Sekunde schienen Dracos Worte zu ihr durchzudringen, denn sie schloss ihren Mund wieder und blickte ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
Draco betrachtete sie mit brennenden Augen, während seine Hände ihre Arme weiterhin festhielten.
„Ich liebe dich", wiederholte er leiser und sah sie eindringlich an. „Ich würde dir nie wehtun. Glaub mir."
Hermine schien sprachlos zu sein. Ihr Mund stand immer noch offen, und als sie das merkte, schloss sie ihn schnell wieder. „Wirklich?", fragte sie leise, fast schon schüchtern. Draco bedachte sie mit einem Lächeln, dass ihre Knie schier schmelzen ließ. Glücklicherweise hielt er sie immer noch an den Armen fest, ansonsten wäre sie jetzt wohl schon auf den Boden geplumpst.
„Natürlich. Würde ich sonst das Risiko auf mich nehmen, von allen Slytherins verachtet und verstoßen zu werden, wenn du mir nicht viel wichtiger wärst als sie?"
Hermine betrachtete ihn bestürzt. Das hatte sie nicht geahnt. Hier stand sie nun, hatte ihn unschuldig angeklagt, und was tat er? Gestand ihr seine Liebe.
Was für eine Wendung der Ereignisse!
Es war bereits längst Zeit, in den Betten zu liegen, als Hermine sich schließlich auf den Weg begab, zurückzuholen, was Draco gestohlen wurde. Den Entschluss dazu hatte sie gefasst, nachdem sie sich mit Draco noch ausführlich über die ganze Sache geredet hatte. Natürlich hatte Draco vorgeschlagen, die Kette selbst zu holen, da er ja quasi nur in Pansys Zimmer gehen müsste, aber Hermine hatte darauf bestanden, dass sie es tun würde und hatte sich von ihm das Passwort für den Gemeinschaftsraum der Slytherins geben lassen.
Deshalb hatte sie sich zu dieser späten Stunde, es war bereits elf Uhr, leise hinunter in den Gemeinschaftsraum geschlichen und sich dort in ihre Animagusform verwandelt. Es war wirklich nützlich gewesen, sich das beizubringen.
Nachdem sie fertig war und sich an den ungewohnten Körper angepasst hatte, schlich sie sich durch das Portraitloch und machte sich auf den Weg zu den Kerkern.
Zwei Mal wäre sie fast erwischt worden. Das erste Mal lief ihr Mrs. Norris, die Katze des Hausmeisters über den Weg. Die struppige Katze wusste scheinbar sofort, dass es sich bei Hermine um keine wirkliche Katze handelte und schlug Alarm. Glücklicherweise konnte Hermine fliehen, bevor Mrs. Norris sie in einen „Katzenkampf" verwickeln konnte. Das zweite Mal war im Gemeinschaftsraum. Sie schlich gerade durch den Eingang, der sich gleich hinter ihr wieder schloss, als ein Junge sie plötzlich bemerkte und sie stirnrunzelnd betrachtete. „Wie bist du Vieh denn hier reingekommen?", brummte er miesgelaunt und schritt auf Hermine zu, um sie vermutlich wieder hinauszujagen. Doch bevor er sie erreichen konnte, war sie ihm auch schon blitzschnell ausgewichen und auf die Tür zugerannt, welche wohl zum Mädchenschlafsaal führte. Dachte sie jedenfalls...
Doch als sie durch die Tür hindurchgeschlüpft war, grüßte sie der Anblick von Gregory Goyle, Dracos Anhängsel, der nur in einer engen Unterhose bekleidet dastand.
‚BÄÄÄH', schoss es Hermine durch den Kopf und sie machte schleunigst kehrt. Tja, jetzt blieb ja nur noch eine Möglichkeit. Hermine nahm also die Tür auf der entgegengesetzten Seite des Raumes.
Vorsichtig stahl sie sich in den Schlafsaal der Mädchen hinein und ihr Blick wanderte suchend durch den Raum, auf der Suche nach einem ganz bestimmten Mädchen. Die meisten Mädchen schienen schon zu schlafen, denn die Vorhänge ihrer Betten waren zugezogen. So war es nicht allzu schwer, Pansy auszumachen. Denn sie saß auf ihrem Bett, in einem schrecklichen rosa Nachthemd, und betrachtete gedankenversunken ein Bild, dass sie in der Hand hielt. Als Hermine langsam auf ihr Bett zustrich, bemerkte Pansy neben sich eine Bewegung und sah zu ihr hinunter.
„Ohh, was bist du denn für ein süßes Kätzchen?", säuselte Pansy verzückt, während sie aus ihrem Bett kletterte und sich zu Hermine hinunterbeugte. Dann fuhr sie mit ihrer Hand über Katzen-Hermines weiches getigertes Fell. Hermine musste sich gewaltig zusammenreißen, nicht ihre Krallen auszufahren und Pansy ein paar schöne Kratzer zu verpassen. So strich sie nur wie es eine richtige Katze tun würde zwischen ihren Beinen hindurch und hüpfte danach in einem geschmeidigen Satz auf Pansys Bett. „Wem gehörtst du denn, meine Hübsche?", fragte Pansy mit dieser nervigen Säuselstimme. Hermine schenkte ihr natürlich keinerlei Beachtung und suchte stattdessen nach der Kette, die sicherlich irgendwo in der Nähe sein musste. Als sie über die Bettdecke lief, fiel ihr Blick auf das Bild, welches Pansy eben noch betrachtet hatte. Darauf waren sie und Draco. Scheinbar war das Foto beim Schulball im vierten Schuljahr entstanden, da beide ihre Festumhänge trugen. Pansy hatten sich bei Draco eingehakt, was er allerdings nicht so angenehm zu finden schien. Er zerrte immer wieder an seinem Arm und versuchte, Pansy abzuschütteln.
Grinsend fuhr Hermine mit ihrer Suche fort. Auf dem Nachttischchen fand sie schließlich, wonach sie gesucht hatte. Dort lag die feingliedrige Kette, unter ein paar Girlie-Magazinen. Hermine verzog herablassend das Gesicht. Hoffentlich hatte Pansy das nicht bemerkt, denn das war sicherlich kein normaler „Katzenausdruck". Scheinbar gab es solche Zeitungen nicht nur in der Muggelwelt. Natürlich hätte sich Hermine jetzt einfach die Kette schnappen können, um dann blitzschnell abzuhauen, doch das wäre wohl etwas auffällig gewesen. So musste sie wohl warten, bis Pansy eingeschlafen war. Sie stieg schließlich wieder in ihr Bett, und, zum Schrecken Hermines, schlang einen Arm um sie. „Bleibst heute Nacht hier bei mir, nicht wahr, mein Kätzchen?", flötete Pansy und ließ ihren Kopf auf das Kissen sinken. Diesmal konnte Hermine ihre Instinkte einfach nicht unterdrücken und machte einen Buckel, um sich schleunigst aus der Umklammerung zu befreien. Pansy maulte enttäuscht auf, aber als Hermine sich zu ihren Füßen zusammenrollte, schien sie wieder beruhigt zu sein und ließ sich zurücksinken.
‚Hoffentlich dauert es nicht allzu lange, bis sie eingeschlafen ist', betete Hermine und ließ ihren Kopf auf die Vorderpfoten sinken...
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Na, ekliges Bild von Goyle in Unterhosen im Kopf? *g*
Ja, das wars schon wieder. Bis zum nächsten Kapitel kann es wieder ein wenig dauern, aber ich gebe mir Mühe. Mensch, ich hätte echt nicht gedacht, dass sich die Geschichte so lang hinziehen würde, als ich begonnen habe.
Danke für die ganzen Reviews. Hey, bald haben wir die 100-er Marke erreicht!!! YEAH!! Weiter so *g*!!!!
