*Trommelwirbel*

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--°''°--  Kapitel XIX --°''°--

Als Pansy am nächsten Morgen aufwachte, streckte sie sich erst einmal genüsslich. Sie hatte sicherlich noch mehr als eine halbe Stunde Zeit, ehe sie zum Frühstück gehen musste und danach zum Unterricht. Erst als sie sich im Bett aufgesetzt hatte und sich den Schlaf aus den Augen rieb, fiel ihr auf, dass das süße Kätzchen, dass gestern Nacht in ihren Schlafraum gekommen war, nicht mehr da war. Enttäuscht blickte sie sich um. Pansy mochte Katzen, aber Millicent Bulstrode, die auch in Pansys Jahrgang war und mit der sie sich den Schlafraum teilte, hatte von Anfang an klar gemacht, dass ihre Katze ziemlich aggressiv gegenüber anderen Tieren reagierte. So hatte Pansy sich dagegen entschieden, sich selbst eine anzuschaffen.

Bevor sie sich aus dem Bett schwang, holte sie einmal tief Luft, dann stand sie auf. Abwesend griff sie nach der Kette, die auf ihrem Nachttisch lag. Sie hatte sie vor kurzem in Dracos Schlafsaal gefunden und sie seither immer getragen.

Pansy hegte keinerlei Zweifel, dass die Kette vielleicht nicht für sie bestimmt war. Sicherlich war Draco so aufmerksam gewesen und hatte ihr bereits ein Geburtstagsgeschenk gekauft. Schließlich waren es bis dahin ja nur noch knapp zwei Monate. Doch ihre Finger griffen ins Leere, als sie über den Nachttisch wanderten. Sie fand nur ein paar Zeitungen, sonst nichts. Verwirrt ließ sie sich auf ihre Knie sinken. Vielleicht war die Kette ja nur runtergefallen? Als sie auch auf dem Boden nicht fündig wurde, hob sie die Bettdecke hoch, die bis auf den Boden hing. Doch auch unter dem Bett war sie nicht. Genervt stöhnte Pansy auf. Wo konnte das verdammte Ding denn hin sein?

Wenig später, als sie zum Frühstück ging, erhielt sie ihre Antwort.

Missmutig ließ sie sich neben Draco auf ihren Platz sinken und belud sich ihren Teller mit zwei Toastscheiben und etwas Marmelade. Draco neben ihr lächelte heiter vor sich hin. Verwundert starrte sie ihn an. So kannte sie ihn ja gar nicht. Normalerweise war er frühmorgens nicht gerade in einer guten Stimmung. Allerdings war Draco ja in letzter Zeit eh immer etwas komisch. Also kümmerte sie sich nicht weiter darum. Stattdessen widmete sie sich ihrem Toast. Erst als er sich vorbeugte, um nach einer Platte mit Aufschnitt zu greifen, fiel ihr das Glitzern um seinen Hals auf. ‚Das kann doch nicht...?', ging es ihr durch den Kopf.

Verdutzt starrte sie auf die Kette, die sie eben noch in ihrem Zimmer gesucht hatte. Wie war er an die Kette heran gekommen? Sie hätte es doch bestimmt gemerkt, wenn er sich in ihr Zimmer geschlichen hätte. Und außerdem, sie war doch schließlich für sie, also warum hatte er sie ihr weggenommen? Als Draco ihren fassungslosen Blick bemerkte, sah er sie nur fragend mit seinen grauen Augen an.

„Gibt's was, Pansy?", fragte er kühl. Hastig wandte sie ihre Augen von der Kette ab.

Verstohlen grinsend beobachtete Hermine die Szene vom Gryffindortisch aus. Pansy sah aus, als wäre ihr gerade ein Klatscher an den Kopf geknallt. Wie benommen starrte sie auf die Kette um Dracos Hals.

‚Mission geglückt!', dachte Hermine schadenfroh. Nachdem Pansy gestern Nacht endlich eingeschlafen war, hatte sie, immer noch in ihrer Katzengestalt, die feingliedrige Kette vom Nachttisch geholt, sie vorsichtig in ihr Maul genommen und war flugs aus dem Zimmer geschlüpft. Und nachdem sie die restlichen Stunden der Nacht schlafend in ihrem eigenen Bett verbracht hatte, war Hermine heute morgen fröhlich und munter zum Frühstück gegangen, die Kette in ihre Umhangtasche gesteckt. Dann hatte sie Draco vor der Eingangshalle abgefangen und ihm rasch die Kette in die Hand gedrückt. Sie hätte gerne noch etwas dazu gesagt, doch die Halle füllte sich allmählich mit Schülern und sie hatte keine Gelegenheit mehr dazu gehabt. Doch Dracos glückliches Lächeln symbolisierte ihr, dass er verstanden hatte, was sie getan hatte.

Harry war etwas mulmig zumute, als er an diesem Tag zum Wahrsagenunterricht ging. Sosehr er sich auch dagegen sträubte, an Trewlaneys Weissagungen zu glauben, musste er doch zugeben, dass sie recht gehabt hatte. Kaum hatte sie ihm prophezeit, dass er im Krankenflügel landen würde, schon war es passiert. Und auch noch am selben Tag!

Scheinbar standen ihm seine Gefühle ins Gesicht geschrieben, denn Ron, der neben ihm lief, erkundigte sich, ob auch alles in Ordnung sein. Harry zuckte unsicher mit den Schultern. „Hey, sie wird dir ja wohl kaum wieder was vorhersagen", versuchte Ron ihn aufzumuntern. „Und selbst wenn, dann wissen wir ja diesmal, dass wir sie ernst nehmen müssen und können uns deshalb drauf vorbereiten." Harry wurde davon nicht gerade beruhigt. Was, wenn Trewlaney seinen Tod voraussagen würde? Wie sollte er sich bitte schön darauf vorbereiten?

Aber trotz seiner Zweifel kletterte Harry schließlich doch hinauf in den stickigen Turm, wo ihm sofort die Parfümschwaden um den Kopf waberten. Ein paar Mal musste er blinzeln, bis sich seine Augen an das schummrige Dämmerlicht gewöhnt hatten.

Er fand Professor Trewlaney an einem Tisch in der Mitte; das unheilvolle Kartendeck hatte sie vor sich zu liegen. „Ah, willkommen, Mister Potter. Ich hoffe doch, sie haben sich gut erholt?"

Bei dieser Frage runzelte Harry verärgert die Augenbrauen. Solche Anspielungen könnte sie sich doch jetzt echt verkneifen. Doch ehe Trewlaney ihn noch weiter mit ihren ironischen Fragen sticheln konnte, fanden sich auch die restlichen Schüler ein und der Unterricht begann. Aber nach ein paar Minuten wandte sie sich wieder an ihn, während alle gerade damit beschäftigt waren, das Kartendeck richtig zu legen. Sie kam zu seinem Tisch herüber und beugte sich zu Harry hinunter, der gerade auf die Karten vor ihm hinunterstarrte.

„Mr. Potter, vielleicht interessiert sie ja die Bedeutung ihrer Karten, die ich neulich vor ihnen geheim gehalten habe", sagte sie mit ihrer säuselnden, geheimnisvollklingenden Stimme. Harrys Kopf ruckte nach oben.

Daran hatte er ja gar nicht mehr gedacht gehabt. Doch jetzt fiel es ihm wieder ein. Er erinnerte sich, wie sie die erste Karte, die er gezogen hatte, einfach ohne Erklärung beiseite gepackt hatte. Es war „Der Gehängte" gewesen.

„Wieso haben sie die erste Karte einfach weggepackt?", fragte er. Trewlaneys Augen glitzerten hinter ihrer dicken Brille. „Ich hielt sie für unwichtig." Harry sah sie skeptisch an. „Und sie haben sie nicht nur so schnell weggepackt, damit es dramatischer wirkt? So von wegen, ich werde bald mal wieder sterben?", fragte er sarkastisch. Trewlaney schüttelte den Kopf.

„Mr. Potter, sie verstehen die Bedeutung dieser Karte falsch. Der Gehänge bedeutet nicht den Tod. Auch wenn es sich für einen Laien vielleicht so anhören mag. Sie bedeutet, das sie eine Prüfung bestehen müssen, oder es schon getan haben, die mit einem Geschenk einhergeht. Aber nicht, ohne dass sie dafür ein Opfer bringen müssen."

Harry wurde nachdenklich. Eine Prüfung, für die er ein Geschenk erhalten würde, aber nicht ohne ein Opfer? Was sollte das denn bedeuten? Aber er dachte nicht weiter darüber nach. Er mochte es nicht so besonders, wenn jemand immer so verschlüsselt redete. „Und die zweite Karte?", fragte er deshalb.

„Der Turm", säuselte Trewlaney, „bedeutet soviel wie gewaltsamer Umsturz der bestehenden Verhältnisse, oder auch Weltumsturz." Harry runzelte die Stirn. Was sollte das denn nun schon wieder heißen? Umsturz? Also wirklich!

Wenn er plötzlich Draco Malfoys bester Freund geworden wäre, das wäre dann ein Umsturz gewesen. Aber sonst? Kurz schoss ihm der Gedanke von Hermine durch den Kopf, von ihrer Trennung, um genau zu sein. Aber das war doch wohl nicht der Umsturz, den Trewlaney gemeint hat, oder? Aber wer weiß, vielleicht war es das ja doch. Schließlich war ja sonst nichts weltbewegendes passiert.

„Wenn ich zusammenfassen darf, hört es sich für mich an, als ob sie einige Änderungen durchmachen werden, oder es vielleicht schon getan haben." Damit wandte sich Professor Trewlaney an den die anderen Schüler in der Klasse, und streifte um die Tische, wo sie hier und da Berichtigungen vornahm, oder lobte. Nachdem sie zum Stundenende die Hausaufgaben verkündet hatte („Finden Sie die Bedeutung der einzelnen Karten heraus"), wurde die Klasse schließlich entlassen.

Der Rest des Tages war recht anstrengend. Im Zauberkunstunterricht lernten sie den Spruch „Gravita", das Gegenteil des Schwebezaubers. Dies war ein Spruch, der alles Fliegende oder Schwebende wie einen Stein zu Boden fallen ließ.

Snape halste ihnen wieder haufenweise Aufgaben auf, darunter einen Aufsatz über Drachenblut, der für ihre nächsten Tränke von entscheidender Bedeutung sein würde.

Dank all diesem Stress war es auch nicht verwunderlich, das die Schüler froh waren, als sie abends endlich zum Abendbrot gehen konnten. Harry und Ron wirkten erschöpft, als sie sich am Gryffindortisch niederließen, aber Hermine, die ihnen heute mal gegenüber saß, schien von der ganzen Masse an Aufgaben nicht mitgenommen zu sein. Sie saß fröhlich vor sich hin lächelnd auf ihrem Platz und aß mit reichlich Appetit. Sie unterhielt sich angeregt mit allen Leuten, die um sie herum saßen, und sie wandte sich sogar ein paar Mal an Harry, was dessen müdes Gesicht aufleuchten ließ. Vielleicht hatte sie ihm ja doch endlich verziehen?

Nachdem Hermine ihren Teller restlos leer gegessen hatte, machte sie sich auf den Weg in die Bibliothek. Denn selbstverständlich schob sie ihre Hausaufgaben nicht ewig vor sich her, sondern erledigte sie auf der Stelle. Also verließ sie die Halle schließlich, die Gedanken schon bei ihren Hausaufgaben.

Als sie so die Treppen hoch lief, spürte sie, trotz dessen, dass ihre Gedanken ganz woanders waren, wie sich ein paar Augen in ihren Rücken bohrten. Verwirrt blieb sie stehen und drehte sich um... und war äußerst überrascht, als sie die Person erkannte.

Dort stand Cho, die Hände verlegen in die Taschen ihres Umhangs geschoben. Hermine sah sie stirnrunzelnd an. Cho kam zögernd näher, abgeschreckt durch Hermines düsteren Gesichtsausdruck. „Hey", sagte sie zögernd und blickte unsicher umher.

„Was suchst du hier?", fragte Hermine kühl. „Das ist nicht der Weg zu eurem Gemeinschaftsraum."

„Das weiß ich selber", sagte Cho leicht empört. „Ich will mit dir reden." Hermine blickte sie verständnislos an. „Warum?"

Die Ravenclawschülerin sah sich unsicher um. Scheinbar war es ihr unangenehm, darüber zu sprechen, oder aber sie fand einfach nicht die richtigen Worte. Da keimte ein Verdacht in Hermine.

„Hat Harry dir gesagt, dass du mit mir sprechen sollst?", fragte sie argwöhnisch und betrachtete ihr Gegenüber aufmerksam.

Cho schüttelte eilig den Kopf. „Nein, nein. So war es nicht." Aber Hermine wollte das nicht glauben. „Willst du mir etwa erzählen, dass du von ganz alleine darauf gekommen bist?", schnaubte sie verächtlich.

„Das auch nicht. Auch wenn ich nicht so dumm bin, wie du scheinbar annimmst", verteidigte sich Cho. „Dein rothaariger Freund hat mit mir gesprochen."

„Ron?"

„Ja, ich glaube so heißt er. Er hat mit mir geredet. Du scheinst gute Freunde zu haben, Hermine. Glaub mir, du bist zu beneiden."

„Oh ja, schöne Freunde habe ich. Kein Wunder, dass mein Freund mich mit dir betrogen hat. Weil wir ja alle so gute Freunde sind", murmelte Hermine leise. Doch Cho hörte sie trotzdem.

„Hör mal, gib nicht Harry die Schuld. Er kann nichts dafür. Ich war es, die sich an ihn herangemacht hat."

„Ja, aber es gehören zwei zu dem, was ihr getan habt."

Cho sah betroffen zu Boden. „Das stimmt natürlich. Aber ich kann dir sagen, Harry schien immer ein schlechtes Gewissen zu haben. Einmal hat er sogar deinen Namen gemurmelt, während wir uns geküsst haben."

Hermine runzelte die Stirn. „Ach, und soll ich mich deswegen jetzt besser fühlen?" Cho sah sie bittend an. „Hör zu, ich bin nicht hierher gekommen, um mich beschuldigen zu lassen. Ich wollte dir nur sagen, dass es mir leid tut. Wenn ich gewusst hätte, wie ernst das zwischen euch beiden ist, dann hätte ich es nicht getan."

„Tja, aber jetzt ist ja nichts mehr zwischen uns. Also kannst du guten Gewissens weiter mit ihm rumknutschen." Doch Cho schüttelte wieder ihren Kopf.

„Oh doch, da ist noch was zwischen euch. Ich hab euch beobachtet, und glaub mir, da ist noch was zwischen euch."

Damit drehte sich Cho um und ging die Treppen hinab, und zurück blieb eine ziemlich verwirrte Hermine.

So liebe Leser, ich hoffe, ihr seid nicht enttäuscht von der Tarotkartenlegung, aber ich wollte euch selbst überlassen, was ihr da hineininterpretiert. Ich habe euch ein paar Lösungsvorschläge gegeben, macht euch selbst nen Reim drauf. *g*

Und noch mal ein dickes Dankeschön an alle Reviewer!!!!

Ach ja, fröhliche Weihnachten!!!