A moment in infinity II: Deine letzte Chance
(
früher: ‚Das verflixte siebte Jahr')

So, da habt ihr den zweiten Teil von ‚A moment in infinity' und somit die Fortsetzung von ‚Der Anfang vom Ende'. Allen neuen Lesern würde ich raten, die FF zuerst zu lesen. Nun, viel Spaß und reviewt viel!

Disclaimer (gilt für dieses und alle folgenden Kapitel):
Mir gehört so gut wie nichts (ausgenommen Candice McDouglas, Emily Reynolds und ein paar anderer), sondern alles JKR. Ich verdiene kein Geld mit dieser Story.

Summary:
Wenn dein Leben langsam aber sicher aus den Fugen gerat und du dich fragst, wie es weitergehen soll, dann sind die Möglichkeiten oft nicht so zahlreich wie du denkst, denn dein Schicksal ist wachsam...
Das siebte Jahr in Hogwarts hat begonnen, doch bevor sie ihr Abschlusszeugnis in den Händen halten hat das Schicksal für die Marauder noch so einige Überraschungen auf Lager. Gute wie Schlechte, Kleine wie Große.

Auftrag: Nimm Hogwarts auseinander!

„Und? Ist ‚Operation explodierende Schlange' erfolgreich verlaufen?", fragte Sirius grinsend, als James zum Griffindortisch geschlendert kam. „Operation WAS?", fragte Peter verwirrt. Sirius rollte mit den Augen und bedachte Peter mit einem herablassenden Blick: „Wormtail… Wormtail…!" James knurrte: „‚Operation Schlange', du Idiot. Erinnerst du dich nicht? Gestern Abend haben wir doch was besprochen…" Peters Gesicht hellte sich auf. James wandte sich an Sirius: „Läuft nach Plan. Warte noch 5 Minuten. Wie lief's mit ‚Akte Unnennbar'?" Sirius und Remus grinsten sich an. „Bestens", antworteten sie unisono. Das teuflische Grinsen auf James Gesicht verbreiterte sich.

Sie waren gestern in Hogwarts angekommen. Das jährliche Fest war ohne größere Zwischenfälle verlaufen, außer dass ein schwarzer Hund ein paar Erstklässler zu Tode erschrocken hatte, indem er ‚Grimm' spielte (Sirius hatte manchmal einen eher makaberen Humor) und dass ein paar verhexte Ritterrüstungen durchs Schloss gelaufen waren und jedem, dem sie begegneten einen Fluch auf den Hals jagten. Alle verdächtigte die Marauder, aber keiner konnte ihnen etwas nachweißen. Die vier Jungen machte ihrem Namen mal wieder alle Ehre, so auch heute.

„Still jetzt", warnte Remus seine Freunde, „die Mädchen kommen." Tatsächlich betraten grade Lily, Emily und Candice die große Halle. Alle drei lachten über irgendetwas und die meisten Schüler drehten sich zu ihnen um. Emmy sonnte sich in der Aufmerksamkeit und lachte noch lauter, während Candy versuchte sich unsichtbar zu machen. Lily grinste nur Augen rollend und ging gradewegs auf die Jungen zu. „Morgen", begrüßte sie die vier, „na? Schon wieder was ausgeheckt?" Sie lachte, küsste James auf die Wange und ließ sich zwischen ihn und Sirius fallen. Remus grinste nur gut gelaunt: „Lass dich überraschen…" „Also ‚Ja'", schloss Lily zufrieden, „wer wird denn dieses Mal dran glauben müssen?" „Siehst du ja gleich", vertröstete Sirius sie. Emmy hatte sich rechts neben Remus gesetzt, auf dessen linker Seite Peter saß, und versuchte wieder mit dem Werwolf zu flirten. Candy seufzte theatralisch und setzte sich neben ihre blonde Freundin.

In dem Moment erschien das Essen vor ihnen und die Marauder begannen allesamt zu grinsen und warfen sich viel sagende Blicke zu. Lily, die sich bereits ein Brot mit Käse belegt hatte und grade reinbeißen wollte, stockte mitten in der Bewegung. Misstrauisch sah sie von einem zum anderen. James lachte: „Keine Angst, Süße, das Essen ist genießbar… na ja, UNSER Essen zumindest." Lily schien ihm nicht ganz zu trauen, sondern hielt ihm nur ihr Brot vor die Nase. James seufzte gespielt theatralisch auf und biss rein. Lily wartete ein paar Sekunden und nachdem sie sah, dass er sich weder in ein Schwein verwandelte noch plötzlich zu wiehern begann, war sie beruhigt. Sie wollte grade selber in ihr Brot beißen, als sie einen lang gezogenen Schrei vom Lehrertisch hörte.

„Ihhhhhhhh", schrie Professor Sprout, die Lehrerin für Kräuterkunde. Sirius grinste James an und flüsterte ihm über Lilys Kopf hinweg zu: „Was meinst du, hat sie die Marmelade aus gequetschten Flubberwurm oder den Honig mit gemahlenen Billywig-Stacheln drin, erwischt?" James grinste ebenfalls und fügte hinzu: „Könnte aber auch der Schinken aus Gnomfleisch oder der Kürbissaft mit Trollspeichel-Extrakt sein." „Auch wahr", stimmte Sirius zu. Lily verzog das Gesicht. „Jungs, ihr seid ekelhaft, fies und gemein", stellte sie fest, brach dann aber in schallendes Gelächter aus, „aber die Idee ist verdammt gut." Beide lächelten selbstgefällig und Remus schaltete sich ein: „Hey, die war von mir!" „Wie auch immer", überging Sirius den Einwurf, „‚Akte Unnennbar' hat funktioniert. Bin mal gespannt, wie es mit ‚Operation explodierende Schlange' läuft."

In dem Moment hörten sie einen lauten Knall vom Slytherintisch. „Scheint zu klappen", freute James sich. Candy und Emmy sahen von einem zum anderen, bekamen jedoch keine Erklärung. Sie waren zwar Freunde, aber keine Marauder. Die gesamte Schule starrte hinüber zum Tisch der Slytherins oder besser zu dem, was davon übrig geblieben war. Der Tisch war in tausend einzelne Splitter zerlegt worden. Die Speisen die darauf gewesen waren, waren durch die ganze Halle verteilt worden und hingen zu einem Großteil den vollkommen verwirrten Slytherins in den Gesichtern. Die meistens von ihnen saßen auf ihrem Hosenboden und hatten noch nicht realisiert, was geschehen war.

Komischerweise war niemand verletzt worden, aber das war eine der Grundregeln der Marauder: ‚Egal was du tust, stelle sicher, dass niemand ernsthaft zu Schaden kommt!' Und daran hielten sie sich. Lily hatte zwar keine Ahnung, wie sie das hingekriegt hatten, dass die Scherben der Teller, die herumfliegenden Messer und Gabeln oder die Holzsplitter des Tisches niemandem weh getan hatten, aber es musste ein perfekt ausgeführter Zauber gewesen sein. „Wer von euch war das?", wisperte sie. Sirius antwortete: „Das hier war Prongs. Das Essen hat Moony vorbereitet und ich hab's den Hauselfen untergejubelt." Er grinste selbstzufrieden. Lily wandte sich an James: „Kompliment! Wie hast du es geschafft, dass keiner verletzt wurde?" James winkte ab.

In dem Moment stand Dumbledore auf. Er zog seinen Zauberstab, richtete ihn auf den Slytherintisch und eine Sekunde später war alles wieder in Ordnung. Dann wandte sich der Schulleiter den ‚Speisen' auf dem Lehrertisch zu und auch sie verschwanden und es erschien an ihrer Stelle richtiges, genießbares Essen. Nun wandte er sich an seine Schüler und seine hellblauen Augen blitzten vor Vergnügen: „Nun, ich kann mir denken, wer das hier war. Diese Streiche tragen die Handschrift von unseren berüchtigten Quartett… oder soll ich ab jetzt Quintett sagen?" Er blickte hinüber zu den Maraudern.

„Was gucken Sie uns so an?" fragte Sirius entrüstet. James setzte einen 100% unschuldigen Blick auf, den ihm wahrscheinlich jeder abgekauft hätte, wäre es nicht so klar gewesen, dass er log, als er sagte: „WIR haben damit nichts zu tun. Wirklich kein bisschen." Remus fügte zustimmend hinzu: „Ja, mich würde mal interessieren, wer sich mit so Ekelszeugs abgibt nur um seinen Lehrern einen Streich zu spielen." Peter nickte eifrig und Lily lächelte Dumbledore charmant an, während sie sagte: „Wollten Sie damit irgendwelche Anschuldigungen aufbringen für die Sie keine Beweiße haben, Professor? Ich hoffe nicht…" Alle Schüler hielten die Luft an. Hatte sie das grade wirklich gesagt? Lily Evans, Jahrgangsbeste und Schulsprecherin? Dumbledore schmunzelte: „Ich würde es eher als laut geäußerte Überlegung bezeichnen." Lily legte den Kopf schief: „So KANN man es natürlich auch sehen, allerdings würde ich aufpassen, denn wenn man seine Gedanken unüberlegt ausspricht, kann einen das in große Schwierigkeiten bringen." Damit wandte sie sich nun endgültig ihrem Käsebrot zu. 1:0 für Lily…

Ihre erste Stunde war Verwandlung bei Professor McGonagall und Sirius hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als zu spät zu kommen. Er öffnete die Tür und trat ein. Grinsend schlenderte er zu seinem Platz neben Remus. James saß neben Lily und so blieb Sirius nur der Platz hinter seinem besten Freund. Peter saß alleine in der Bank neben ihm, davor Candy und Emmy. „10 Punkte Abzug für Griffindor. Black, herkommen", fauchte Professor McGonagall. Sirius grinste immer noch herausfordernd: „Ja, Prof.?" Die Professorin zog scharf die Luft ein: „Wieso sind sie zu spät, Black?" Sirius legte nachdenklich den Kopf schief: „Wenn ich sagen würde, ich hätte mich verlaufen, dann würden Sie mir das nicht glauben, oder?" Die Lehrerin schnaubte. „Das sehe ich mal als ein ‚Nein' an", bemerkte Sirius, „wenn das so ist, dann habe ich keine Entschuldigung, die ich Ihnen vorbringen kann ohne den Kopf abgerissen zu bekommen UND massakriert zu werden." Die Nasenflügel von Professor McGonagall zitterten bedenklich. „Setzen, Black", zischte sie, „und jetzt erzählen Sie mir mal alles, was Sie über Animagi wissen. Das ist nämlich unser heutiges Thema."

Sirius setzte sich, dachte kurz nach und begann dann mit monotoner und gelangweilter Stimme zu erzählen: „Animagi sind Menschen, die sich, ohne Hilfe eines Zauberstabs oder –Tranks, in Tierwesen verwandeln können. Sie haben die Verwandlung eigentlich immer unter Kontrolle und können sich vollkommen schmerzfrei in Tiere und wieder zurück verwandeln. Jeder Zauberer kann sich nur in ein bestimmtes Tier verwandeln und man kann sich nicht aussuchen in welches. Die Tiere haben immer etwas mit dem besagten Menschen zu tun, ähnlich wie zum Beispiel ein Patronus. Die Verwandlung in einen Animagus gilt als sehr schwierig und ist nur von WIRKLICH guten Zauberern zu bewältigen…" Hier wurde er von Professor McGonagall unterbrochen: „Was gibt es da zu Grinsen, Miss Evans? Möchten Sie uns an ihren Gedankengängen teilhaben lassen?" Lily hob den Kopf, klar und deutlich sagte sie: „Nein, Professor." „Dann fahren Sie bitte fort, Miss Evans. Gut gemacht, Mister Black." Es war wahrscheinlich das erste Lob, was Sirius je von Professor McGonagall bekommen hatte uns es schien ihm nicht zu Gefallen.

Lilys Stimme nahm einen ähnlich gelangweilten Ton an wie die von Sirius: „Jeder Animagi muss im Zaubereiministerium registriert sein. Ist er ist nicht, drohen hohe Strafen. Es gibt in England nur etwa einige hundert gemeldete Animagi und ungemeldete, so schätzt man, gar keine, was daher rührt, dass die Verwandlung sehr kompliziert ist. Sollte man die Verwandlung versuchen, so kann es sein, dass man für immer eine Kreatur, halb Mensch, halb Tier bleibt. Einigen Zauberern ist das bereits passiert. Die bekanntesten sind Ernie Flooper, der sich zur Hälfte in einen Drachen verwandelte und fortan nicht mehr reden, sondern nur noch Feuerspeien konnte, und Clara Shrimmler, die ihr Dasein als sprechende Kakerlake fristete. Die ersten Animagi lebten vor etwa 1000 Jahren und waren die Gründer dieser Schule. Godric Griffindor, der sich in einen Löwen verwandelte. Rowena Rawenclaw, deren Animagusgestalt ein Adler war. Helga Hufflepuff, sie wurde zu einem Dachs. Und die Schlange Salazar Slytherin." Kurz dachte Lily nach, bevor sie hinzusetzte: „Und Sie, Professor, verwandeln sich in eine Katze."

„Sehr gut, Miss Evans. Viel Hintergrundwissen. Woher kommt das?" Lily lächelte: „Ich lese viel, Animagi haben mich immer schon fasziniert." Professor McGonagall nickte: „10 Punkte für Griffindor, damit haben wir die Punkte von Mister Black wieder drin." Der Rest der Stunde verlief recht ruhig und so ließ die Lehrerin sich sogar dazu herab, sich in eine Katze zu verwandeln. Nichts Neues für die vier Marauder und insofern bekamen sie den meisten Teil der Stunde kaum mit. Remus und Sirius planten irgendwelche Streiche, Peter träumte vor sich hin und Lily und James beschränkten sich auf wortloses Flirten. So ging auch der restliche Schultag um.