An charlie und inlaka: Da habt ihr das nächste Chap:
An kara:
Candy ist nun mal die Streberin schlechthin,
sie ist so was wie Hermine und weiß immer alles. Warum ein Reh? Weil Candy
selber scheu und zurückhaltend ist, grade bei Fremden (ihren Freunden gegenüber
weniger) und das eben zu einem Reh passt.
Ja, Peter muss leiden, muss er bei mir immer.
An Romi: Ja, das ist Sirius…
Welcome to our Horror Show
In den nächsten Tagen arbeiteten die Marauder hart an ihrem Plan. Nachdem Lily ihnen einen Schubs in die richtige Richtung gegeben hatte („Sie erwarten schnöde Streiche, sie bekommen eine Horror Show!), waren die Jungen vor Ideen nur so übergesprudelt. Ehe sie sich versahen, war es Samstag. Ein Hogsmead-Samstag, das hatten Lily und James einige Wochen vorher, in weißer Voraussicht, bestimmt. Peter erholte sich immer noch von seiner Magenverstimmung und blieb deshalb zu Hause. Da am Vortag Vollmond gewesen war, durfte auch Remus nicht gehen. Lily erzählt etwas von Lernen und verschwand morgens in der Bibliothek. In Wirklichkeit musste sie noch einen Zauber heraussuchen, den sie für abends brauchten.
James und Sirius gingen mit nach Hogsmead. Zum einen, weil sie noch einige ‚Utensilien' brauchten und zum anderen weil Sirius und James IMMER nach Hogsmead gingen und sie kein Misstrauen erregen wollten. Nachdem sie ihre Besorgungen gemacht hatten (Scherzartikel bei Zonkos und Süßigkeiten aus dem Honigtopf), machten sie sich durch den Geheimgang im Keller des Honigtopfes auf den Weg ins Schloss. Unter dem Tarnumhang verborgen – offiziell waren sie ja noch in Hogsmead – gingen sie in die Bibliothek. „Na, so konzentriert, Jewel", wisperte Sirius in Lilys Ohr. Sie schrie unterdrückt auf. Sie war tatsächlich viel zu sehr ins Buch vertieft gewesen, um die Jungen zu bemerken, die ja zudem noch unsichtbar waren, und erschrak fast zu Tode. „Schhh", murmelte James, „wir sind's."
„Vielen Dank. Musstet ihr mich so erschrecken", fauchte Lily. „Tut uns Leid", hörte sie James leise Stimme aus dem Nichts, „aber jetzt halt die Klappe, die werden dich noch für verrückt halten, wenn du dich mit Niemandem unterhältst." Lily knurrte, verstummte aber dann und wandte sich wieder dem Buch zu. „In einer Stunde in unserem Schlafraum", flüsterte Sirius noch, „wir müssen noch was erledigen bevor es morgen wird." Lily grinste und machte eine kleine Handbewegung, als Zeichen, dass sie verstanden hatte.
Eine Stunde später betrat Lily den Schlafraum der Jungen. Frank und Jonathan waren in Hogsmead – mit Alice und Dana – und würden erst zwei Stunden später wiederkommen. „Ah, da bist du ja, Jewel. Hast du ‚es' bei?", fragte Remus sie lächelnd. Er sah vollkommen erledigt aus und Lily fragte sich einmal mehr, wie er das jeden Monat aushielt. Remus war stärker als er aussah. Lily nickte und erwiderte das Lächeln. Sie ging rüber zu James Bett und setzte sich zwischen Remus und ihren Freund. Sirius und Peter saßen auf dem Bett daneben. „Also", ergriff Sirius das Wort, „wir haben uns hier versammelt, um unserem lieben Freund, James Spencer Potter, zu seinem achtzehnten Geburtstag zu gratulieren. Wir wünschen ihm alles Gute und beste Gesundheit für den Rest seines Lebens…" „Lass stecken, Padfoot", unterbrach James ihn. Lily lächelte ihn an: „Herzlichen Glückwunsch." Peter nickte zustimmend und Remus klopfte seinem Kumpel auf die Schulter.
„Lasst uns nun zu den Geschenken kommen", fuhr Sirius fort ohne auf die Unterbrechung zu achten." Er holte etwas hinter seinem Rücken hervor und reichte es James. Der riss das Papier herunter und was er sah, ließ ihn erstarren. „Padfoot, was IST das?", fragte er perplex. Sirius grinste bis über beide Ohren: „DAS ist ein Flohzirkus!" Er hielt James eine Lupe hin und der sah sich einige Minuten die springenden und hüpfenden Flöhe an, dann hob er den Kopf, grinste Sirius an und meinte: „Das ist irgendwie typisch für dich, Padfoot." „Ich nehme das als Kompliment, Prongs", bemerkte Sirius lachend. Jetzt überreichte Peter James sein Geschenk. Der packte es wesentlich langsamer aus, als das von Sirius. Zum Vorschein kam ein singender Kürbis aus Plüsch. James verzog das Gesicht zu einem gezwungenen Grinsen: „Danke, Wormtail." Schnell hielt Remus sein Geschenk hin. Es war ein gut sortiertes Repertoire an Scherzartikeln, welche alle recht selten und nicht bei Zonkos zu kaufen waren. James grinste, ein ehrlich gemeintes Grinsen diesmal, und das war für Remus Kommentar genug.
„Jetzt ist dann wohl mein Geschenk dran, oder zumindest der erste Teil davon", stellte Lily fest. Man sah durch das Papier deutlich, dass es sich um ein Buch handelte. James stockte einen Herzschlag lang, bevor er danach griff. Sie wollte ihm doch nicht ernsthaft ein Buch schenken, oder? Er packte es aus und hielt tatsächlich ein großes, in schwarzes Leder gebundenes, Buch in der Hand. Vorne drauf war in silbernen Lettern die Aufschrift ‚Marauder' geprägt, darunter fünf Tiere, deren Umrisse allerdings nur angedeutet waren. Er schlug es auf und sah, dass es sich um ein Fotoalbum handelte. Es war voll mit Bildern der Marauder. Beginnend bei ihrem ersten Jahr bis zum heutigen Tag. Die letzten Seiten waren leer. „Am Ende des Schuljahrs werde ich es vervollständigen", erklärte Lily, dann sah sie ihn fast ängstlich an, „gefällt es dir nicht?" James wandte den Kopf, es zeigte sich immer noch keine Regung in seinem Gesicht, er beugte sich zu ihr herunter und küsste sie. Dann wisperte er ihr ins Ohr: „Es ist traumhaft. Was ist denn der zweite Teil?" Doch Lily lächelte nur.
Misstrauisch blickte Professor McGonagall zu den fünf Maraudern hinüber. Irgendetwas stimmte her ganz und gar nicht. Sie hatten doch angekündigt, das sie ‚sich selber übertreffen würden' und nun das. Den ganzen Tag über war nichts passiert und die fünf saßen vollständig auf ihren Plätzen, aßen und unterhielten sich bei weitem zu laut um etwas Geheimes zu planen. Wollten sie die anderen nur in Sicherheit wiegen oder waren ihnen die Ideen ausgegangen, ihnen, den berühmt-berüchtigten Maraudern? So ganz traute die Lehrerin dem Frieden nicht, aber langsam entspannte sie sich. Es schien, als würde heute nichts mehr passieren. Das erste geruhsame Helloween-Fest seit die Marauder eingeschult worden waren! Wie sie sich doch täuschte…
Plötzlich erloschen sämtliche Lichter in der großen Halle, die verzauberte Decke verdunkelte sich und Blitze zuckten darüber, während Donner grollte, obwohl draußen eine milde Herbstnacht herrschte. Einige Schüler schrieen auf, es wurde unruhig, aber keiner wagte sich nachzuschauen, was los war. Mit einem Mal flog die große Flügeltür gegenüber vom Lehrertisch auf. Eine Gestalt stand dort, groß und schlank. Mehr konnte man nicht erkennen, denn dazu war es zu dunkel. Einige Kerzen flammten wieder auf, trotzdem blieb das Licht flackernd und gespenstisch. Jetzt erkannte man die Gestalt im Türrahmen besser: sie war vollkommen in schwarz gekleidet, hatte schwarze Haare, die fest zurück gebunden waren, eine ungewöhnlich bleiche Haut und, was das wohl ‚auffälligste' war, zwei spitze Eckzähne. Es war totenstill in der Halle, als der Vampir zu sprechen begann.
„Ah, was für ein Festschmaus – und das auch noch an Helloween. Sehr schön…", seine Stimme war ruhig, gefährlich ruhig, aber er sprach laut genug, dass jeder ihn verstehen konnte. Er kam näher, blieb zwischendurch stehen und sah verschiedenen Schülern in die Augen. „Hey, coole Idee, aber du kannst die Maske wieder abnehmen, Black", rief Jonathan Finnigan in die Stille. Der Vampir wirbelte herum. „Das ist nicht Black. Könnte auch Potter sein", widersprach Frank Longbottom. „Möglich", lenkte Jonathan ein, „also, wer auch immer du jetzt bist, nimm die Maske ab, oder soll ich es tun?" Er ging auf den Vampir zu, der ihn grinsend und mit schief gelegtem Kopf beobachtete. „Also, wenn ich ihr wäre…" „…würde ich da nicht so nah dran gehen!" Die beiden Angesprochenen drehten sich um und versuchten zu erkennen, wer gesprochen hatte. Sirius Black und James Potter. Das hieß, dass keiner von beiden unter der Maske stecken konnte. Lupin war auch da und ein anderer konnte es nicht sein. Frank und Jonathan sahen sich an und begannen zu schreien.
„Lecker kleine Kinderchen. Kommt her, kleine Kinderchen", hörten sie eine schrille Stimme über sich. Eine Gestalt auf einem Besen flog über ihren Köpfen herum. „Eine Sabberhexe", schrie jemand. Doch bevor sie sich auf besagte Sabberhexe konzentrieren konnten, öffnete sich plötzliche eine Tür in der Ecke hinter dem Lehrertisch, von der eigentlich keiner gewusst hatte, dass sie existierte, und eine weitere Gestalt kam heraus. Sie ging auf zwei Beinen, war aber über und über mit zottigem Fell bewachsen und brüllte. Ganz eindeutig ein Wolfsmensch. Die Sabberhexe war mittlerweile gelandet und ging durch die Reihen. Bei einigen Erstklässlern blieb sie stehen, der Sabber lief ihr übers Kinn, als sie zwitscherte: „Du bist aber ein nettes Kerlchen, du sieht lecker aus… leckeres Kerlchen…"
Der Wolfmensch brüllte wieder auf, als sich plötzlich die eine Wand auseinander zu schieben begann und ein Mensch heraustrat, der vollständig in eine braune Kutte gehüllt war. Die spitze Kapuze verdeckte das Gesicht. In der Hand hielt er eine Sense, die ihm fahlen Licht schimmerte. „Ein Henker", kreischte Pasana Patil. Der Henker schüttelte den Kopf und stellte mit lauter Stimme richtig: „Fast, Miss Patil. Ich bin ein Henker, ja, aber ich bin nicht nur das. ICH bin ein kopfloser Henker." Mit diesen Worten schlug er die Kapuze zurück und zum Vorschein kam – ein blutiger Halsstumpf. Mittlerweile kreischten und schrieen alle durcheinander.
Der Vampir beugte sich zu einer Fünftklässlerin aus Ravenclaw und zog sie hoch. „Hm, hübsch, Jungfrau, rein, unschuldig. Möchtest du mich nicht begleiten?", fragte er sie leise. Sie schüttelte panisch den Kopf. Er ließ sie fallen und ging weiter. In dem Moment ertönte ein Schrei. Jeder hatte das Gefühl, das ihm der Kopf bersten wollte und reflexartig hielten sich alle die Ohren zu. Der Schrei war laut und so hoch, dass die Gläser auf dem Tisch zersprangen – ohne jemanden zu verletzten. „Ach nein, nicht DIE schon wieder", murrte der kopflose Henker. Der Wolfsmensch brüllte zustimmend und die Sabberhexe fügte hinzu: „Ja, kommt immer zu spät und will trotzdem noch Beute abhaben, von den leckeren Kinderchen. Und das nur weil vor ihr alle am meisten Angst haben." „Elende Banshee", fauchte der Vampir.
Eine Banshee, eine Todesfee. Sie schwebte durch eines der – mittlerweile gesprungenen – Fenster herein und schrie wieder. Alle anderen waren totenstill. Der Vampir redete als Erster: „Muss dann wohl mal weg. Aber ich komme wieder, seid euch sicher…" „Ja", fügte der kopflose Henker hinzu, „am besten ihr tut heute Nacht kein Auge zu…" Die Sabberhexe lachte und der Wolfsmensch brüllte mal wieder. „Bis bald, ihr leckeren Kinderchen… so zart… so saftig… so weich… so LECKER", rief die Hexe und mit einem allerletzten Schrei der Banshee, bei dem dann der übergebliebene Rest Glas zersprang, verschwanden die fünf Gestalten. Die Halle war vollkommen still.
„Ist perfekt gelaufen, oder was würdet ihr sagen?", fragte Lily und grinste. Sirius und James lachten so sehr, dass sie nicht antworten konnten. „100% und vollkommen unabstreitbar perfekt", japste Remus. Es war halb zwölf und sie saßen im Da-und-Fort-Raum (besser bekannt als ‚Raum der Wünsche') und warteten auf Mitternacht, so das sie den letzten Teil ihres Planes ausführen konnten. Der Teil mit den fünf Gruselgestalten hatte wirklich perfekt geklappt und die kleine ‚Zwischenshow' auch. Unter Zwischenshow verstanden die Marauder aggressive Ritterrüstungen, schlagende Türen, plötzlich angehendes oder verlöschendes Kaminfeuer, körperlose Stimmen, Visionen, die irgendwelche Morde zeigten und weiteres erscheinen der Gruselgestalten. So war zum Beispiel die fette Dame aus ihrem Portrait vertrieben worden und an ihrer statt saß dort die Sabberhexe drin, der Vampir erschien in irgendwelchen Schlafsälen, der Wolfsmensch sprang hinter alle möglichen Ecken hervor, der kopflose Henker trat plötzlich aus Wänden, wo eigentlich kein Geheimgang war und der Schrei der Banshee ertönte in regelmäßigen Abständen im ganzen Schloss. Die meistens Schüler waren einem Nervenzusammenbruch nahe, aber die Marauder waren noch nicht fertig…
