An Romi: C'est la vie!

A vero: Die Andeutungen bezogen sich nicht auf J/L

An Sam, kara und Vamp: :-)))

Easy to hurt, but hard to heal

Im ganzen nächsten Monat war mit Sirius nicht wirklich viel anzufangen. Sooft wie irgend möglich, war er mit Narzissa zusammen. Heimlich allerdings. Offiziell war sie immer noch mit Malfoy verlobt und obwohl Sirius sie dazu drängte, löste sie diese Verlobung nicht. Auch von Lily und James bekamen die Anderen nicht wirklich viel mit, was allerdings an ihren Schulsprecherpflichten lag. Sie mussten den Weihnachtball, der am Abend vor den Ferien abgehalten wurde, organisieren und waren damit mehr als genug ausgelastet. Außerdem gab es da ja noch dieses klitzekleinen, vollkommen unbedeutenden Nebenjob namens ‚Schule'. Während Sirius mit einem Dauersmile im Gesicht durch die Gegend lief, wurde James von Tag zu Tag gereizter und Lily zog sich vollkommen zurück. Eines Tages eskalierte die ganze Situation.

Es war Donnerstagabend, einen Tag vor dem Ball und sie waren zu fünft im Schulsprecherbüro. James saß an seinem Schreibtisch, kritzelte etwas auf ein Pergament, strich es wieder durch, kritzelte etwas anderes hin und so weiter. Er war schlecht gelaunt wie selten und es schien, als reichte ein kleiner Grund um ihn explodieren zu lassen. Der Stress, dem er und Lily im letzten Monat ausgesetzt gewesen waren, hatte seine Spuren hinterlassen. Bei beiden. Lily saß im Sessel vor dem Kamin und starrte in die Flammen. Schon seit fast einer Stunde saß sie bewegungslos da und reagierte nicht, wenn man sie ansprach. Tatsächlich schien sie nicht auf dieser Welt zu weilen. Sirius ebenso. Er lag ausgestreckt auf dem Sofa und starrte lächelnd die an Decke. Da bewies sich mal wieder: Liebe macht blöd.

Peter hockte auf dem Boden und versuchte krampfhaft seinen Zaubertränkeaufsatz fertig zu kriegen, doch da er keine Ahnung hatte, worum es ging, gestaltete sich das schwieriger als es hätte sein sollen. Remus saß in dem anderen Sessel und beobachtete seine Freunde. Normalerweise hätten sie James und Peter geholfen, aber heute nicht. Lily war gestresst, Sirius verliebt und Remus hatte keine Lust, mal wieder für Peter die Hausaufgaben zu machen. James hätte nur einen Wutanfall bekommen, wenn man ihn angesprochen hätte.

„Ich glaube, bald wird sie diesen Malfoy endlich auf den Mond schießen", verkündete Sirius in die Stille. Keiner wusste genau, wie er reagieren sollte, denn ihnen allen war klar, dass das nicht der Fall sein würde. Remus sah Lily an, doch die hatte wohl gar nicht mitbekommen, was Sirius gesagt hatte, denn sie starrte bewegungslos ins Feuer. „Glaub mir, wird sie nicht", knurrte James. Sirius setzte sich auf und fragte langsam und vollkommen ruhig: „Was meinst du damit?" Zu ruhig, zu langsam. Gefährlich. James erhob sich ebenfalls. Mit der selben Ruhe. Beide gingen aufeinander zu.

Remus wusste, worauf das hinauslaufen würde. Streit zwischen James Potter und Sirius Black, beste Freund und sich so nah wie Brüder. Das letzte Mal hatten sie sich wegen Sirius kleinem One-Night-Stand mit Lily gezofft. Sie waren nicht wirklich sauer aufeinander, aber James konnte so seine stressbedingten Aggressionen und Sirius seine geheimen Ängste, die James ausgesprochen hatte, abreagieren. Wieder sah Remus zu Lily hinüber, der Einzigen, die jetzt noch hätte schlichten können, aber sie reagierte mal wieder gar nicht.

Die Stimmung im Raum war bis zum zerreißen gespannt, die Lage spitze sich weiter zu. Sirius griff nach seinem Zauberstab, James tat es ihm nach. Sie sahen einander in die Augen. Remus zuckte unwillkürlich zusammen. So offene Konfrontationen zwischen den beiden war er nicht gewöhnt und es würde gefährlich werden. Sirius öffnete den Mund um einen Fluch auszusprechen, James ging in Abwehrhaltung, in dem Moment reagiert Lily endlich. „James, setzt dich hin und arbeite weiter. Sirius, ich soll dir von Narzissa sagen, dass sie mit der reden möchte. In einer halben Stunde auf dem Astronomieturm." Sie hatte leise gesprochen, aber trotzdem widersprachen die Jungen nicht. Sirius verließ wortlos das Zimmer, James ging zu Lily hinüber.

„Astronomieturm? Da kann sie jeder sehen…", James war verwundert. Lily lächelte müde: „Sirius musste mir versprechen, dass er ihr keins der Maraudergeheimnisse verrät, bevor sie nicht mindestens zwei Monate zusammen sind. Etwas, was nie passieren wird. Heute kriegt er den Laufpass." Eine nüchterne Feststellung, die Remus wieder zusammen zucken ließ: „Wirklich? Woher weißt du das?" Lily seufzte, bevor sie antwortete: „Ist doch klar, morgen zum Ball muss sie mit einem der beiden hingehen. Sirius oder Malfoy. Da muss sie eine Entscheidung treffen und Narzissa ist nicht stark genug, für Sirius mit allem zu brechen, was sie hat. Ihre Familie wird sie ebenfalls verstoßen, wenn das rauskommt. Ihre Freunde würden nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen. Wählt sie Sirius ist sie so gut wie alleine und vollkommen mittellos. Nimmt sie Malfoy, dann werden ihre Familie und ihre Freunde weiterhin hinter ihr stehen und sie wird ein hübsches, geruhsames Leben führen, solange sie die Klappe hält und tut was man ihr sagt. Aber darin ist Narzissa gut. Das hat sie gelernt, ihr ganzes Leben lang. Sie ist eine Black."

Lily stand auf, küsste James auf die Wange und erklärte: „Ich gehe hin, Sirius wird jemanden brauchen, wenn sie Schluss gemacht hat." Damit nahm sie sich James Tarnumhang, der über der Stuhllehne hing und die Karte des Rumtreibers vom Schreibtisch und verschwand nach draußen. Als sie auf dem Astronomieturm angekommen war, war Sirius noch alleine und sah sich die Sterne an. Wenn sie hier Unterricht hatten, dann tat er alles, aber genau DAS nicht. Lily hörte ein Geräusch hinter sich und sah Narzissas silberblonden Haarschopf auftauchen. Die Griffindor drückte sich an die Wand, um Narzissa passieren zu lassen. Sie war zwar unsichtbar, aber nicht körperlos.

„Sirius?", fragte Narzissa leise. Der Angesprochene drehte sich um. Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht und er stand auf, um Narzissa zu küssen. Sie wandte sich ab und lächelte schuldbewusst, als sie Sirius verwirrten Gesichtsausdruck sah. „Lily hat die gesagt, dass ich mit dir reden muss?", fragte Narzissa und sah ihm immer noch nicht in die Augen. Sirius nickte: „Ja, aber ich hätte nicht gedacht, dass du wirklich REDEN willst…" „Will ich", stellte Narzissa direkt klar. „Worüber?", fragte Sirius mit merkwürdig klingender Stimme. Er war nicht dumm, er ahnte, was auf ihn zukam und er hatte Angst davor. „Ich… wir… also… es geht nicht mehr! Das hat keinen Sinn. Es ist aus!", am Schluss war Narzissas Stimme grob und hektisch geworden. Jetzt standen ihr Tränen in den Augen. Ängstlich starrte Sirius sie an, als hätte er Angst vor der Antwort auf die Frage, die er stellte: „Du meinst… uns?" Narzissa nickte. Jetzt weinte sie wirklich. Sirius wollte sie in den Arm nehmen, sie trösten und ihr die Tränen wegwischen, aber er rührte sich nicht von der Stelle. Das durfte Malfoy jetzt machen, falls er es je tun würde.

„Warum?", fragte Sirius leise. Narzissa schluchzte: „Ich… Ich kann nicht… Frag… jemand anderen… frag Lily, sie weiß… weiß ES…" Damit stand sie auf und wollte gehen, doch Sirius hielt sie fest. „Wie wäre es mit einem Abschiedkuss?", fragte er und klang sicherer als er sich fühlte. Narzissa sah zu ihm hoch, mit tränenblinden Augen und nickte. Er küsste sie mit aller Liebe die er für sie empfand und wusste doch, dass er sie nicht halten konnte. Sie würde gehen und er wusste, dass es vernünftig war. Doch zum ersten Mal in seinem Leben bereute Sirius, dass er abgehauen war. Er bereute, dass er er war. Narzissa riss sich von ihm los und drehte sich um. In dem Moment erschien eine Gestalt an der Treppe. Lily. Den Tarnumhang hielt sie noch in der Hand und in ihren Augen schimmerten Tränen. Sirius konnte weder die rothaarige junge Frau, noch deren Reaktion so ganz in diese Geschichte einordnen, aber er wusste, dass Narzissa Recht hatte: Lily wusste Bescheid.

Narzissa stoppte nun neben Lily, sah der anderen in die Augen und bat leise: „Kümmer dich um ihn. Ich werde damit schon fertig, aber er… Nun, du weißt, wovon ich rede. Du hast es die ganze Zeit gewusst… alles. Ich bin längst nicht so stark wie du, ich wäre es gerne, aber ich bin es nicht… Und Lily?... Danke…" Dann umarmte sie die Rothaarige und rannte anschließend die Treppe herunter. Sirius lief zum Absatz und rief ihren Namen. Narzissa drehte sich um und sah ihn an. Halb fragend, halb ängstlich. „Ich liebe dich. Trotz allem und egal was kommt. Ich will nur, dass du es weißt. Ich werde dich immer lieben", Sirius Stimme war trotzig und kalt, als er das sagte, aber beide Mädchen wussten, dass es nur Fassade war. „Ich dich auch, Sirius, ich dich auch", Narzissas Worte waren kaum zu verstehen, dann verschwand sie endgültig.

Es war, als hätte jemand die Luft aus dem Schwarzhaarigen Jungen gelassen. Er sackte in sich zusammen und vergrub das Gesicht in den Händen. Er weinte nicht, nicht vor Lily. Er würde weinen, aber erst wenn er im Bett lag, erst dann würde er sich selbst erlauben, seine Fassade fallen zu lassen. Jetzt brauchte er erstmal Antworten. „Warum, Lily? Warum…?", fragte er sie. Lily setzte sich neben ihn und legte einen Arm um seine Schultern, dann antwortete sie leise: „Sie hat Angst. Sie würde alles verlieren, wenn sie sich zu dir bekennen würde. Freunde, Familie und auch ihren Glauben, ihre Überzeugung und ihren Stolz. Sie hat es selbst gesagt, sie ist nicht stark genug, mit ihrem Leben zu brechen, wie du und Andromeda das gemacht haben. Narzissa wird ihr Leben weiterhin Theater spielen. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Sie wird Malfoy heiraten, obwohl sie ihn hasst und sie wird sich jeden Tag wünschen, das hier nicht getan zu haben. Aber dann ist es zu spät. Sie wird bereuen, sie bereut bereits jetzt. Aber es ist besser. Es wäre zu schwierig. Rein nüchtern erklärt ist ihre Reaktion vernünftig." „Ich weiß, es ist vernünftig… aber wieso tut es dann so weh?", fragte Sirius weiter. Lily seufzte, nahm ihn ganz in den Arm und er lehnte den Kopf an ihre Schulter. Er war dankbar, dass sie da war.

„Das ist der Weg, den das Leben geht. Liebe ist so. Wunderschön und schrecklich. Einige finden in der Liebe ihre ganze Erfüllung, andere werden von ihr nur betrogen und zerbrochen. Ich kann nicht sagen, wieso es so ist und ich weiß, dass alles, was ich jetzt sage, egal wie gut gemeint, sich dumm und gemein anhört, deshalb werde ich jetzt meine Klappe halten, wenn du möchtest. Falls du später noch reden willst, bin ich jederzeit für dich da. Und ich meine wirklich jederzeit. Auch mitten in der Nacht oder so." „Danke", murmelte Sirius leise.

Sie wussten nicht, wie lange sie dort oben auf dem Turm saßen, während der Wind um sie herum pfiff. Irgendwann hörte Sirius Lily leise wispern: „Love is like War – easy to start – hard to end – impossible to forget." Es stimmte, es stimmte wirklich. Lebensweisheiten? Sirius lächelte traurig. Da kannte er auch eine. „Freunde sind Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt", murmelte er. Lily lächelte und fragte leise: „Bereit runter zu gehen? Die Anderen werden nichts sagen und nicht fragen, glaub mir. James tut es mittlerweile wohl Leid, was passiert ist und Remus ist feinfühlig genug. Peter tut nichts gegen euren Willen. Also?" Sirius nickte und gemeinsam gingen sie wieder ins Schulsprecherbüro.