An Romi: Traurig… und irgendwie auch hoffnungslos kitschig, wie ich finde, aber gut… ;)

An inlaka: Ja, so schnell geht das manchmal.

Die ‚Partnervermittlung'

Am nächsten Morgen trotteten fünf ziemlich übermüdete Marauder zum Wahrsageturm. James und Lily hatten es doch tatsächlich geschafft, den Weihnachtsball zu planen und es konnte eigentlich kaum noch was schief gehen, Betonung auf KAUM. Da sie allerdings alle bis spät in die Nacht aufgeblieben waren, aus verschiedenen Gründen, konnte sich keiner wirklich konzentrieren, auf das, was Professor Jadara redete. Professor Jadara war eine eher untypische Lehrerin. Sie war noch recht jung und schlank, hatte lange, schwarze Haare und blaue Augen. Nicht wenige der Jungen himmelten sie an, aber der einzige, auf dessen Flirterei sie mal eingegangen war, war Sirius gewesen. Allerdings hatte niemand aus ihm heraus bekommen, was da gelaufen war.

„Nun, jetzt guckt alle mal in eure Kugel und sagt, was ihr dort über die Zukunft eures Partners seht", forderte Professor Jadara sie auf. Sirius wandte sich seiner Kugel zu und starrte angestrengt hinein. „Also, wenn ich die ‚Kunst des Wahrsagens' beherrschen würde, würde ich hier was sehen, aber da ich es nicht tue, kann ich rein gar nichts erkennen." James grummelte und starrte ebenfalls in die Kugel: „Hab auch keine Ahnung… oder doch!" Sirius starrte ihn an, als wäre grade ein drittes Auge auf James Stirn erschienen. Der grinste: „Heute Nacht wird's nebelig…" „…oder sehr bewölkt", fügte Remus vom Nebentisch hinzu.

„Machen wir es doch wie immer: Denken wir uns was aus", schaffte Sirius das Problem aus der Welt. James grinste und starrte wieder in seine Kugel, bevor er mit Unheil verkündender Stimme erklärte: „Ich sehe… einen Dementoren… und das dunkle Mal… und den netten Vorhang im Ministerium… Padfoot, ich würde sagen, du wirst in Askaban landen, dann gegen die Todesser kämpfen und zum Schluss durch den Vorhang fallen." Er nickte befriedigt und Sirius grummelte: „Du hast eine blühende Phantasie, Prongise. Jetzt bin ich dran. Ich sehe… eine Braut, rote Haare… und ein Kind, ein Baby, sieht dir ähnlich… Voldemort… ein grüner Blitz. Du heiratest Lily, ihr werdet ein Kind haben und dann von Voldemort umgebracht werden." „Also der Gedanke daran Lily zu heiraten gefällt mir, das mit dem Kind auch aber von Voldemort umgebracht werden? Ne du, ich verzichte dankend", warf James ein. Lily, die mit Bertha am Nebentisch saß, lachte auf und fragte: „Soll das ein Antrag sein, James?" Der lächelte nur und meinte: „Vielleicht…"

Remus wandte sich an Peter: „Nach dem, was ich hier sehe, wirst du dich Voldemort anschließen, uns alle verraten, den Großteil deines Leben als Ratte fristen und der Rest liegt leider im Dunklen." Sirius und James lachten schallend. „Moony, das war gut! Fast so gut wie meine Zukunft. Ich und in Askaban… das ich nicht lache", stellte Sirius grinsend fest. Auch James schien sich mit seiner Vorhersage nicht so ganz abzufinden: „Voldemort und MICH umbringen? Eher jag ich mir selber den Todesfluch auf den Hals, als das ich diesem Scheusal den Triumph gönne, mich zu töten. Wäre ja noch schöner!" Lily hatte das Gespräch interessiert verfolgt. „Lily?", fragte Bertha. Die Angesprochene nickte und Bertha fuhr fort: „Nach dem was ich hier sehe – und ich sehe es wirklich – hat Sirius mit seiner Vorhersage was James und dich anbelangt sogar Recht…" Doch Lily grinste nur und ließ den Rest der Doppelstunde an sich vorbeiplätschern.

Ehe sie sich versahen, war die nächste Stunde, Zauberkunst bei Professor Flitwick, auch herum und die meisten Mädchen begannen, sich für den Ball fertig zu machen. Lily ging nach oben in ihren Schlafraum und zog den Festumhang hervor. Sie hörte jetzt auch die anderen kommen. Zuerst stürmten Emily und Candice herein, gefolgt von Undine und Pasana. Zum Schluss kam Bertha herein getrottet. Sie legte kein bisschen des Elans der Anderen an der Tag. Lily wandte sich an Undine und Pasana: „Es hat nicht zufällig eine von euch Lust, mit Sirius zum Ball zu gehen? Er hat mich gebeten zu fragen. Ihr habt ja sicher schon eine Begleitung, aber…" Sie ließ den Satz unbeendet und grinste, als beide Mädchen glänzende Augen bekamen. Ja, die würden sich umbringen, um eine Nacht mit ihm zu bekommen… „Ich gehe mich ihm hin", bestimmte Undine und als Pasana protestieren wollte, bekam sie einen dermaßen giftigen Blick, dass die Schwarzhaarige verstummte. „Okay, ich werde es ihm gleich sagen." Damit drehte Lily sich um und ging.

Bertha seufzte leise, legte sich ins Bett und zog die Vorhänge zu. Sie hatte niemanden, mit dem sie hingehen konnte und es wunderte sie nicht. Eigentlich hatte es ihr nichts ausgemacht, aber das Sirius ausgerechnet Undine und Pasana gefragt hatte, oder hatte fragen lassen, obwohl klar gewesen war, dass beide schon eine Begleitung hatten, versetzte ihr doch einen Stich. Klar, für Sirius Black nur das Beste. Immerhin war er intelligent, attraktiv, konnte gut Quidditch spielen, war beliebt und ein Marauder. Sie, die kleine, unbedeutende, hässliche und dicke Bertha reichte da nicht aus. Bertha fuhr hoch, als jemand die Vorhänge aufzog. Lily. „So trübsinnig, Bertha?", fragte sie lächelnd. Die nickte und murmelte: „Mich hat keiner für den Ball gefragt. Ich gehe nicht hin." „Nichts, was man nicht ändern könnte. Hast du einen Umhang? Gut, dann zieh dich um und gib mir zehn Minuten, dann habe ich ein Date für dich." Sprachs und verschwand.

James verfluchte grade mal wieder seine Haare, die sich nicht bändigen ließen. Es war zum verrückt werden. Neben ihm lag Sirius auf dem Bett und lachte. Na, der hatte wirklich mal gut Lachen. Er würde aufstehen und sein Haar würde perfekt liegen. Gemein war die Welt. „Lass es, James. Es würde dich eh zu sehr verändern. Deine Haare sind nun mal so und ehrlich gesagt, ich würde sie auch nicht anders haben wollen", hörte er Lilys leicht belustigte Stimme hinter sich. Sie hatte ja Recht… aber trotzdem. Seufzend drehte James sich um und sah, wie Lily sich an Sirius wandte: „Undine geht mit dir hin, Padfoot. Sie sagt ihre Verabredung ab." „War ja zu erwarten", lautete Sirius einziger Kommentar. Lily fuhr unbeirrt fort: „Hat Peter eigentlich schon jemanden, mit dem er hingeht?" Beide schüttelten den Kopf und Lily lächelte: „Gut, Bertha auch nicht. Die zwei gehen zusammen hin. Sagt Peter aber nichts." Und mit den Worten war sie aus der Tür raus.

Zwei Stunden später standen die vier Marauder unten im Gemeinschaftsraum und warteten. Sirius trommelte verstimmt mit den Fingern auf dem Tisch herum und Remus starrte aus dem Fenster. Das Gelände draußen war eine einzige glitzernde Schneepracht. Immer noch fielen leise ein paar Flocken herab und das Eis des Sees glitzerte im silbernen Licht des Mondes. Es sah schön aus, friedlich und unberührt. Remus lächelte abwesend, wurde aber durch das Öffnen einer Türe wieder in die Wirklichkeit geholt. Die Mädchen kamen herunter. Zuerst Candy, Remus Begleitung, in einem Umhang aus einfachem, grauem Baumwollstoff, der ihre schlanke Figur gut betonte und zu ihren langen, schwarzen Haaren und ihren grauen Augen passte. Es folgte Emmy, deren Umhang aus kobaltblauem Samt bestand und, zu Remus Schrecken, über und über mit goldenen Glitzersternchen gestickt war. Vielleicht ETWAS zu viel des Guten. Irgendwie tat Dennis Harvey, ein Ravenclaw und Emmys Verabredung, ihm Leid. Als nächste verließ Pasana den Raum. Sie trug zartrosafarbene Seide mit vielen roten Rosen drauf. Es war exakt der Stoff, den Emily in der Winkelgasse zu allererst in der Hand gehabt hatte, aber das konnte Remus nicht wissen. Alles was er wusste, war, dass ihm Pasanas Begleitung, ein Hufflepuff namens Emil Finch, noch mehr Leid tat als dieser Harvey.

Undine wusste ihren Auftritt gekonnt in Szene zu setzten. Sie war wirklich hübsch, trotz ihres eher zweifelhaften Charakters und hatte Geschmack, dass musste Remus ihr lassen. Außerdem war Sirius garantiert an allem interessiert, aber NICHT ans Undines Charakter… Nun, zumindest hatten die beiden dieselbe Absicht, was Remus an Undine eher knapp geschnittener, feuerroter Abendgarderobe erkannte. Die nächste, die herunter kam, war Lily. Remus drehte sich zu James um und bedachte seinen sprachlosen Freund mit einem Grinsen. Okay, er konnte ihn verstehen. Lily sah wirklich gut aus. Sie trug einen grünen Umhang, der perfekt zu ihren Augen passte. Das Deckhaar hatte sie hochgesteckt, der Rest fiel ihr lose über die Schultern herab.

„Bitte begrüßt mit mir die neue Bertha", wandte Lily sich grinsend an die kleine Versammlung. In dem Moment erschien Bertha am Treppenabsatz. Sie war zwar immer noch alles andere als eine Schönheit, aber Remus erkannte die Verbesserung. Sie trug keine Brille mehr und die Haare waren im Nacken zu einem Knoten verschlungen. Sie trug einen blauen Umhang und war dezent geschminkt. Es war eine deutliche Verbesserung. „Deine Begleitung, Peter", verkündete James noch, bevor er Lily den Arm anbot und sie aus dem Gemeinschaftsraum führte. Die beiden mussten früher unten sein, als der Rest. Sirius und Undine knutschten bereits in irgendeiner Ecke herum. Das war ja schnell gegangen. Nun, Sirius konnte ein bisschen ‚Ablenkung' gebrauchen.

„Ich sollte eine Partnervermittlung aufmachen", stellte Lily grinsend fest. Sie und James waren grade in der großen Halle angekommen und kontrollierten, ob auch alles perfekt lief. Mit einem Schlenker seines Zauberstabes befestigte James eine Girlande, die sich gelöst hatte und fragte: „Wieso?" „Naja, ich habe Remus und Candy dazu gebracht, miteinander auszugehen. Dann Peter und Bertha und Sirius und Undine. Was allerdings gegen meinen Willen geschah. Wenn es jemanden gibt, den ich hasse, dann ist es ‚Miss-ich-bin-ja-ach-so-toll-und-perfekt-aber-strohdoof'", erklärte Lily grinsend. „Ja… aber bis du gemerkt hast, dass ich dich liebe, hat es ziemlich lange gedauert", stellte James fest und lächelte sie an. Lily erwiderte das Lächeln: „Besser spät, als nie…" Dann küsste sie ihn und beide versanken in diesen Kuss, bis ein leises, belustigtes Räuspern sie auseinander fahren lies. Die Professoren Dumbledore und McGonagall standen dort.

„Ach, guten Abend, Sir. Guten Abend, Professor", James grinste charmant und gab Lily damit genug Zeit, sich zu sammeln. Die versuchte erfolglos, die Röte zu unterdrücken, die ihr ins Gesicht stieg. Sie setzte ein verkrampftes Lächeln auf und murmelte: „Guten Abend." „Sollten sie sich nicht um den Ball kümmern?", fragte Dumbledore belustigt. James sah ihm offen ins Gesicht und antwortete frech: „EIGENTLICH schon, aber ich kann mir ehrlich gesagt weitaus bessere ‚Beschäftigungen' denken, als das…" Professor McGonagall schnappte nach Luft und zum ersten Mal in ihrem Leben fehlten ihr die Worte. James grinste wie eine Katze, die grade eine Maus verschluckt hatte. McGonagall und sprachlos. Das er DAS noch mal erleben durfte. „Nun, dann wollen wir nicht weiter stören, nicht wahr, Minerva?", schmunzelte Dumbledore und verließ die Halle. Das letzte was er hörte war ein „James, ich bring dich um!" von Lily.