An Romi: Mit dieser FF ist am Ende des Schuljahrs Schluss. Eventuell kommt irgendwann noch ne Fortsetzungen oder eine Geschichte über das, was im 5. und 6. Schuljahr passiert ist (wie Lily sich mit den Maraudern angefreundet hat, etc.) Ich habe aber auch noch circa 4 andere Ideen für Lily-James-FFs möchte die auch ganz gerne schreiben. Was würdest du denn am liebsten zu erst haben wollen? Ne Fortsetzung oder was anderes?

An inlaka: Stellst du dir Sirius auch etwas…unbeherrscht vor? Ich schon.

Countdown und Cocktails

„Ach übrigens, Prongs, hier ist dein Weihnachtsgeschenk", rief Sirius durch den ganzen Schlafsaal und warf etwas auf James Bett. Der grinste und packte das Päckchen aus. Zum Vorschein kam ein Flugkompass. „Ich dachte schon, du wolltest es tatsächlich bei einem Goldfisch, der Gold apportieren kann, wenn man es in sein Glas wirft, und einem singenden Schrankmonster auf rosafarbenem Plüsch belassen, das immer alle erschreckt", bemerkte James und Lily fügte hinzu: „Wäre ihm durchaus zuzutrauen. Wie war das mit dem Flohzirkus…?" Remus und James lachten, während Sirius die nächsten zehn Minuten ‚schmollte'.

Es war der 30. Dezember und sie packten grade ihre Sachen, um in einer Stunde von Hogsmead aus nach Godric's Hollow zu apparieren. Remus würde ebenfalls mitkommen, da er keine Lust hatte, vollkommen alleine im Griffindorturm sein Dasein zu fristen. Lily hatte ihre Sachen bereits fertig, ebenso Remus, aber James und Sirius kamen nicht wirklich voran. In ihrem Schrank herrschte ein dermaßenes Chaos, dass man eigentlich alles fand, nur nicht das, was man suchte. Remus saß auf der Fensterbank und blätterte in irgendeinem Buch, dem er allerdings nur seine halbe Aufmerksamkeit schenkte. Lily lag ausgestreckt auf James Bett und beobachtete die beiden Jungen, die irgendetwas suchten, aber nicht fanden. James Schrankmonster erschwerte die Suche zusätzlich, in dem es Sachen klaute und unterm Bett versteckte und Sirius am laufenden Band in die Nase biss.

Schließlich hatten sie es dann doch geschafft ihre Koffer zu packen, nachdem Lily sich aufgerafft hatte und ihnen mit Hilfe von ein paar Zaubersprüchen und etwas Logik geholfen hatte. Mit einer der, von Thestralen gezogenen, Kutschen wurden die vier nach Hogsmead chauffiert und von dort aus apparierten sie zum Landhaus der Potters. Dort angekommen empfing sie eine hektische Betriebsamkeit. Die Hauselfen liefen herum, trugen Speisen und Dekoration, richteten die Räume und Gästezimmer her und irgendwie stand man immer im Weg. Sirius verschwand sofort in seinem Zimmer, welches er sich, auf Grund von Zimmermangel, dieses Mal mit Remus teilen würde, weil Lily bei James schlief. Kaum das sie ihre Koffer abgestellt hatten, gingen sie nach unten in den Garten und vertrieben sich den Tag mit Quidditch. Lily spielte anfangs auf der Hüterposition, denn da sie glänzende Reflexe hatte, hatte sie keinerlei Schwierigkeiten damit, den Quaffel abzuwehren. James und Sirius spielten wie immer als Jäger und als Lily begann mit dem Schnatz zu trainieren, wechselten sie sich mit dem Hüter spielen ab. Remus hockte im Gras und las irgendein Buch.

Der Tag verging schnell und auch der letzte Tag des alten Jahres war bald vorüber. Gegen fünf verschwand Lily im Bad, um sich fertig zu machen. Sirius Kommentar („Die Gäste kommen in 2 Stunden… was MACHST du so lange?") überhörte sie geflissentlich. Oben angekommen betrachtete Lily die drei Kleider, die sie mitgenommen hatte. Eins war grün, eins silbern und eins schwarz. Zuerst griff sie nach dem Grünen, da die Farbe ihr einfach ziemlich gut stand. Es war auf Samt, knöchellang und hatte einen weit schwingenden Rock. Das Oberteil war eng anliegend, die Ärmel reichten bis zu den Händen und endeten in einem Dreieck, wie die Kleider aus dem Mittelalter. An einigen Stellen waren goldene und silberne Stickereien angebracht. Lily hielt es sich an und legte es sofort wieder weg. Entschieden zu fein, wäre eher für eine Hochzeit angemessen. Als nächsten hob sie das Silberne hoch. Es war aus fließendem Glitzerstoff, sehr eng, tief ausgeschnitten (auch am Rücken), wurde nur von zwei durchsichtigen Trägern gehalten und endete etwa in der Mitte der Oberschenkel. Hm, irgendwie ETWAS zu aufreizend, immerhin wollte sie ja nicht auf den Strich.

Zuletzt hielt Lily sich das schwarze an. Es endete knapp über den Knien und war aus sehr weichem Stoff, den Lily nicht genau benennen konnte. Es betonte ihre schlanke Figur und ließ die Schultern weitgehend frei, außer zwei eher schmalen Trägern, die das Kleid hielten. Es war ebenfalls ausgeschnitten, allerdings nicht so tief wie das Silberne. Es war bestickte mit Perlen, die so angeordnet waren, dass sie an Feuerwerke erinnerten. Ja, dass Kleid war angemessen. Lily zog es an, dann noch hautfarbene Nylonstrumpfhosen und schwarze Riemchensandalen. Ihr Haar hatte sie eben gewaschen und trocknete es jetzt mit einem Zauber. Sie steckte sie hoch und webte einige Perlen und Strasssteine in die Frisur, die glitzerten, wenn das Licht darauf fiel. Dann schminkte sie sich, legte die Kette an, die James ihr zu Weihnachten geschenkt hatte und noch passende Ohrringe und ein Armband. Ein Blick auf die Uhr sagte Lily, dass es Zeit wurde runter zu gehen.

 Vielleicht hätte sie doch besser Schuhe angezogen, auf denen sie halbwegs laufen konnte. In einigen Minuten würden sich ihre Füße zwar an die hohen Absätze der Sandalen gewöhnt haben, aber momentan musste sie sich ziemlich konzentrieren, um nicht die Treppe herunter zu fallen. Den Blick starr auf ihre Füße gerichtet, bemerkte sie nicht, dass jemand neben sie getreten war. „Du siehst… unbeschreiblich aus, Süße", hörte Lily James Stimme und fuhr herum. Blöderweise verlor sie dabei das Gleichgewicht und wäre wohl ziemlich sicher die Treppe herunter gefallen, wenn er sie nicht im letzten Moment aufgefangen hätte. „Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken", murmelte James. Sein Gesicht befand sich ziemlich nah an ihrem und langsam beugte er sich näher zu ihr. Lily schloss die Augen und wartete auf das, was kommen würde. Ein Räuspern ließ beide auseinander fahren.

Spencer und Jane Potter standen vor ihnen, dahinter ein Mann und eine Frau und zwei kichernde Mädchen, vielleicht 14 und 11 Jahre alt. Beide waren braunhaarig wie ihre Mutter, hatten aber die grauen Augen des Vaters. Sie hätten Zwillinge sein können, abgesehen vom Altersunterschied. „Nun, unseren Sohn James kennen Sie ja bereits. Das hier ist seine Freundin Lily Evans. Lily, dass sind Mr. und Mrs. Reedish und ihre Töchter Clara und Melanie." James grinste sie an und streckte Mr. und Mrs. Reedish die Hand hin, den Mädchen winkte er kurz zu. Woher nahm der Typ bitte diese Ruhe? War ihm denn GAR NICHTS peinlich? Anscheinend nicht… Nun, ein Pokerface aufsetzten konnte sie ebenfalls. Lily lächelte und reichte den Eltern der beiden Mädchen ebenfalls die Hand. „Guten Abend Mr. Reedish, guten Abend Mrs. Reedish", begrüßte sie die Gäste höflich und wandte sich dann an die Mädchen: „Hallo ihr Zwei. Ihr seid auch in Hogwarts, oder? Hufflepuff, wenn ich mich recht entsinne." Clara, die Ältere, nickte eifrig: „Ja, sind wir. Ich bin im vierten Jahr und Mel ist grade eingeschult worden. Du bist in Griffindor. Du bist Schulsprecherin und James auch." Der nickte kurz und fragte: „Sie entschuldigen uns kurz?" Damit zog er Lily hinter sich her nach oben.

„James, was…?", fragte Lily, als James sie in ein dunkles Zimmer führte und die Tür schloss. „Schhh", murmelte er und kam näher, „wo waren wir stehen geblieben?" Lily grinste, streckte sich und ihre Lippen streifen seine. Nur ganz kurz, der Hauch einer Berührung, dann zog sie sich zurück. „Du bist grausam", grummelte James. Lily lachte: „Nein, nur praktisch. Wenn ich dir jetzt gestatte, mich zu küssen, dann verlieren wir beide die Kontrolle, glaub mir." „Wieso sollte ich? Wieso ausgerechnet jetzt? ICH habe noch nie die Kontrolle verloren", verkündete James, was Lily wiederum zum Grinsen brachte. „Ganz einfach", erklärte sie, „schon mal was von ‚Zauber des Augenblicks' gehört?" James schüttelte nur verstimmt den Kopf. „Hey, mir war das grade peinlich genug. Ich habe keine Lust, das noch mal in der erweiterten Ausführung zu haben. Außerdem habe ich für die Frisur ewig gebracht und will sie nicht zerstören… noch nicht…", mit diesem angedeuteten Versprechen war die Diskussion für Lily beendet und sie verließ den Raum. James folgte.

Als sie den Salon betraten, drehten sich mehrere dutzend Köpfe zu ihnen um. Lily unterdrückte die Röte, die ihr mal wieder ins Gesicht stieg und lächelte etwas gezwungen. Was war das für ein teuflisches Sylvester? „Guten Abend", begrüßte James die Versammlung und ging zu seinem Platz. Im vorbeigehen schlug er einem ziemlich anzüglich grinsenden Sirius auf den Hinterkopf. „Autsch", grummelte der, „wofür was das jetzt?" „Denk mal ganz scharf nach, vielleicht kommst du selbst drauf… schwer vorstellbar, aber ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn", kam es von James zurück. Doch Sirius war schlagfertig: „Was will ich mit einem Korn? Abgesehen davon solltest du es mir besser sagen, denn wenn ich scharf nachdenke tue ich mir am Ende noch weh." Alle im Umkreis lachten. „Ach nein, armer kleiner Sirius. Wie sieht's aus, heute eine Gute-Nacht-Geschichte oder ein Schlaflied?", fragte Lily unschuldig. „Heißt das, du bringst mich ins Bett", kam von Sirius die Gegenfrage und das anzügliche Grinsen war wieder da. Lily schüttelte entschieden den Kopf: „Nein, aber ich bin mir sicher du findest genug Freiwillige, die das übernehmen und wenn alle Stricke reißen gibt es ja noch Remus." Die Hauselfen kamen mit der Vorspeise herein und beendeten den Schlagabtausch.

Nach dem Essen war erstmal Tanzen angesagt. Lily tanzte sowohl mit Remus, als auch mit Sirius und auch einigen anderen Jungen, aber die meistens Tänze reservierte sich James schon im Voraus. Irgendwann kam Spencer Potter und fragte: „Kann ich auch einen Tanz mit meiner zukünftigen Schwiegertochter bekommen?" Lily lachte und James bedachte seinen Vater mit einem bitterbösen Blick. Wenn Blicke hätten töten können, dann wäre Spencer nicht mehr länger unter den Lebenden gewandelt. Um 23.45 Uhr machten sich alle auf den Weg nach draußen. Der Garten von Godric's Hollow war mit Fackeln erleuchtet und mit einem Schlenker von Spencers Zauberstab war der Himmel erfüllt von Feuerwerk in den skurrilsten Farben und Formen. Kurz vor Mitternacht begannen alle rückwärts zu zählen: „10…9…8…7…6…5…4…3…2…1… Happy New Year!" Während die anderen mit Sekt, Champagner und Cocktails anstießen, küsste James Lily und sie ließ ihn gewähren.

Es war ein sehr sanfter, liebevoller Kuss und eigentlich war es Lily ziemlich egal, wie viele Leute um sie herum standen und sie beobachteten. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und er legte seine um ihre Taille. Minutenlang standen sie so da, eng umschlungen und es existierte für die Beiden niemand mehr, außer der jeweils andere. Die Gäste hatten sich wieder dem Feuerwerk zugewandt und als Lily sich irgendwann von James losriss, schafften sie es ungesehen zu verschwinden. Nun ja, FAST ungesehen. Remus lächelte ihnen hinterher und Sirius, der irgendeine Blondine im Arm hielt, bemerkte grinsend: „Viel Spaß noch." „Dir auch, Padfoot", wünschte James und diesmal war es an ihm, anzüglich zu grinsen. Oben in James Zimmer fielen sie auf sein Bett und nachdem er seine Lippen von ihren genommen hatte, fragte er lächelnd: „Darf ich dir jetzt deine Frisur zerstören?" Lily nickte langsam und schloss die Augen.