An Jenny: Ich wohne in
Köln.
Ich versuche wie gesagt, jeden Tag ein neues Kapitel zu schreiben, oder
zumindest jeden zweiten. Bald sind ja Ferien, da habe ich eventuell sogar Zeit
öfter mal zwei oder drei Chaps pro Tag zu schreiben.
Allerdings bin ich vom 30.7 bis zum 3.9 in Australien und da werdet ihr dann
keine neuen Kapitel kriegen. Lässt sich leider nicht ändern, aber vielleicht
schaffe ich es auch, die FF noch vor Australien fertig zu stellen.
Ideen habe ich schon eine ganze Menge. Für 9 Kapitel habe ich schon Inhalt und
Überschriften und da kommen sicher noch einige hinzu.
An kara: Sie kommen wieder zusammen (sieht man ja an Harry). Aber jedes ‚Wunder' hat seinen Preis und der, den James bezahlen wird, wird besonders bitter sein…
An Romi: Danke. Ja, ich verfalle wieder in meine traurige Masche. Ich glaube, ich kann besser traurige und schwermütige Dinge schreiben als so fröhliche und leichte. Ich schreibe sie ehrlich gesagt auch lieber. Ich hoffe für euch, dass ich nicht irgendwann über Sinn und Unsinn des menschlichen Daseins oder die Existenz (oder eben Nichtexistenz) eines Gottes zu philosophieren beginne. Tue ich nämlich auch seehhr gerne (ich weiß, dass ich abnormal bin, sagt mir meine Freundin jeden Tag…) ;)
An Serpentia: Ja, ich kann Undine auch nicht leiden… fast so wenig wie Peter. Eigentlich können einem die zwei schon wieder Leid tun. Mir tun solche Leute eigentlich immer Leid. Sind dumm oder verschlagen, aber haben dafür auch keine Freunde und kein Rückgrat. Armselig irgendwo…
I won't watch my life crashing down on me
James hatte in der letzten Nacht kaum ein Auge zu getan. Zu schlimm waren die Schuldgefühle und die Wut auf sich selber gewesen. Er hatte den ganzen Mittwoch keine Chance bekommen, mit Lily zu reden, denn sie hatte ihn gemieden. Dafür waren am Abend Sirius und Remus gekommen und hatten wieder mit ihm geredet. Zumindest hielten seine Freunde noch zu ihm. Sie hatten ihm allerdings unmissverständlich klar gemacht, dass sie wütend waren, wegen dem, was er Lily angetan hatte und dass sie auf keinen Fall vermitteln würden oder sonst etwas in der Art. James würde sich wohl selber etwas überlegen müssen.
„Gut, dann schlagt bitte euer Buch auf", forderte Professor Rattap sie auf. James tat wie ihm geheißen und starrte dann auf die Seite. Er stöhnte lautlos. Welcher Teufel hatte ihn geritten, als er Alte Runen gewählt hatte? Nun ja, Arithmatik wäre wohl auch nicht besser gewesen, nur komplizierter und auf Muggelkunde konnte er vollständig verzichten. Wieso gab es kein Fach wie ‚Fliegen' oder ‚Quidditch'? James bekam zwar immer sein ‚Ohnegleichen' oder zumindest ein ‚Erwartungen übertroffen' (kam nur sehr, sehr selten vor), aber ein Fach was Spaß machen würde, wäre zur Abwechselung mal nicht schlecht. VgddK war ja ganz nett, aber dieser Grippin war eine Niete, der würde als erster wegrennen, wenn er den Dunklen Künsten begegnen würde, da war James sich sicher, und McGonagall, die sein zweites Lieblingsfach, Verwandlung, unterrichtete, war entschieden zu streng.
Irgendwie brachte James Alte Runen herum und in der Stunde danach, Geschichte der Zauberei, formte sich in seinem Kopf eine Idee. Er betrachtete Lily beinahe wehmütig. Wie sie dort saß, neben Sirius. Sie trug Jeans und eine schwarze Bluse, das rote Haar fiel ihr offen über den Rücken. Sie starrte Professor Binns an und James ahnte, dass sie das tat um ja nicht in die Verlegenheit zu kommen IHN anzusehen. James wusste, dass er Lily liebte. Dass er sie mehr liebte, als irgendetwas anderes. Sie war alles, was er zum Leben brauchte. Ohne sie war sein Leben nicht mehr lebenswert. Sie WAR sein Leben. Und er würde verdammt noch mal nicht zusehen, wie sein Leben über ihm zusammenbrach. Er würde sie zurückbekommen. Kostet es was es wolle. Es würde ein Wunder von Nöten sein, aber er würde es schaffen, selbst wenn es das Letzte war, was er tat. James Kämpferwille war erwacht. Er war immerhin James Potter und ein Potter gab nie so leicht auf.
James würde sein Wunder bekommen, doch er würde dafür einen hohen Preis zahlen, einen bitteren Preis, bezahlt durch Tränen. Er würde einen Teil seines Lebens verlieren, um einen anderen wieder zu erlangen. Doch zu diesem Zeitpunkt war James entschlossen, dass er alles dafür geben würde, um Lily wieder zubekommen und er überlegte fieberhaft, wie er DAS anstellen könnte. Sich schlicht entschuldigen zog nicht, dass hatte er gestern gemerkt. Blumen, Pralinen, Schmuck und irgendwelche abgeschriebenen Gedichte würden ebenfalls nichts bringen, viel zu gewöhnlich. Aber was dann? James griff nach einem Pergament und eine Feder und begann, sich eine Liste zu machen, um den Überblick zu behalten. Er machte sich sonst nie Listen, aber ungewöhnliche Situationen erfordern schließlich ungewöhnliche Maßnahmen. Er versuchte die ganze Sache von außen zu betrachten und tat so, als würde er sie Fragen für irgendjemand anderen aufschreiben, um dem dann zu helfen.
Wer hat den Fehler
gemacht? - Ich, ganz allein ich.
Ein entschuldbarer Fehler? -
Eigentlich nicht, nicht für Lily.
Ist eine Andere mit im Spiel? - Ja,
ziemliche Schlampe.
Wie verhält sie sich? - Ignoriert
mich, ist wütend und verletzt.
Was hast du gemacht? - Sie betrogen, verletzt
und ihr Vertrauen missbraucht.
Gibt es eine Chance, dass sie irgendwann von
selbst zurückkommt? - Definitiv NICHT.
Gibt es eine Chance, dass sie ÜBERHAUPT
jemals zurückkommt? - Höchstens eine ganz, ganz kleine.
Helfen die gewöhnlichen Maßnahmen? -
Nein.
Was würde sie eventuell wieder milde
stimmen? - Irgendwas außergewöhnliches, möglichst peinliches (für mich…)
Liebst du sie? - Ja.
Liebt sie dich auch? - Hat sie mal,
ob es jetzt noch so ist weiß ich nicht. Wohl eher nicht.
Irgendwelche Ideen? - Nein. Keine
einzige. Wozu mache ich das hier sonst?
James las sich alles, was er aufgeschrieben hatte noch einmal durch. „Sieht ziemlich trostlos aus, Kumpel", murmelte Remus, der ihm über die Schulter sah. James nickte und fügte bitter hinzu: „Mehr als trostlos… aber es MUSS doch etwas geben. Ich kann ohne sie nicht leben…" „Dein verschulden, Prongs, einzig und allein dein eigenes. Ich werde dir jetzt nicht helfen, Sirius auch nicht. Sieh zu, dass du da alleine raus kommst." James nickte stumm und starrte wieder auf sein Pergament. „Aber zu dem vorletzten Punkt", fuhr Remus leise fort, „sie liebte dich immer noch, sonst würde es ihr nicht so verdammt dreckig gehen. Sie ist lediglich verletzt und vertraut dir nicht mehr…" Schöne Aussichten.
Während des Mittagsessens war James verschwunden und Lily war froh darüber. Sie konnte ihm einfach nicht in die Augen sehen. Aber essen konnte sie auch nicht. Unter den gestrengen Augen ihrer drei Freundinnen und den restlichen Maraudern würgte Lily etwas von den Spaghetti runter und entschuldigte sich dann, von wegen, sie müsste noch einmal auf Toilette. Dann verschwand sie in Myrtes Klo, erbrach sich und sackte dann weinend an der Wand zusammen. Wieso ließ sie sich so gehen? Wieso schaffte er es, ihr jeglichen Lebenswillen zu nehmen? Das Leben ging weiter, auch ohne ihn, dass wusste sie. Wieso fühlte sie sich dann so verdammt… kaputt und wertlos? Lily wusste selbst nicht, wieso sie so ‚überreagierte', aber…
Als Lily zusammen mit Bertha, die als Einzige auf sie gewartete hatte, aus dem Schulgebäude trat um zu Pflege magischer Geschöpfe zu gehen, fiel ihr Blick als allererstes auf eine merkwürdige Anordnung aus Blumen. Naja, nicht wirklich merkwürdig. Ein großes ‚Sorry' aus weißen Lilien, daneben rote Rosen, die zu einem Herz angeordnet waren. James. Glaubte der wirklich, mit einem Schlenker seines Zauberstabs war alles wieder gut? Da hatte er sich geschnitten. Lily ging näher an die Blumen heran, hob ihren Zauberstab und murmelte etwas. In dem Moment verwelkten sämtliche Blumen und zurück blieb ein unordentliches, braun-schwarzes Beet auf verfaulten Blumen. Dann wandte Lily sich Professor Kesselbrand zu, der heute über Mondkälber redete.
Egal was James in den nächsten Tagen anstellte, und er stellte wahrlich eine ganze Menge an, Lily ignorierte es entweder oder zerstörte es. Als ihm dann die kreativen Ideen ausgingen versuchte er es doch noch mit dem Klassischen (Pralinen, Blumen, Schmuck und Gedichte), doch die Gedichte verbrannte Lily, die Blumen schmiss sie aus dem Fenster, die Pralinen verteilte sie an ihre Mitschüler und den Schmuck warf sie James an den Kopf. Und um das Ganze perfekt zu machen, durften sie am darauf folgenden Sonntag auch noch Dumbledores Geburtstag mit den Vertrauensschülern besprechen – gemeinsam…
„Also, wie ihr vielleicht wisst – oder auch nicht – hat Dumbledore in anderthalb Monaten Geburtstag. Irgendein Runder, auch wenn er sich weigert zu verraten, wie alt er genau wird", erklärte James kurz angebunden. „Und was haben wir damit zu tun?", fragte einer der Vertrauensschüler von Slytherin. „Wir – oder besser ihr und die Schüler – werden etwas organisieren. Jede Klasse soll ein bis zwei Dinge aufführen und es ist eure Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jeder, ich betone JEDER, Schüler auch etwas macht und das alles glatt über die Bühne geht. Geht bei eurem Haus etwas schief, werdet ihr verantwortlich gemacht. Potter und ich werden das Fest organisieren, aber für die Vorführungen seit ihr zuständig", fauchte Lily genervt. Die Vertrauensschüler sahen sich irritiert an. Normalerweise war Lily immer höflich und hilfsbereit und seit wann nannte sie James wieder ‚Potter'? „Am besten ihr sucht euch pro Klasse einen ‚Sprecher' aus, der euch immer Bericht erstattet und so. Noch fragen? Nein? Dann seid ihr entlassen. Nächstes Treffen in exakt einer Woche. Selber Ort, selbe Zeit", schloss James. Das war zum Glück schnell gegangen.
Lily verließ das Schulsprecherbüro mit den anderen und James blieb alleine zurück. Resigniert ließ er sich aufs Sofa fallen und starrte in die Flammen des Kamins. Sie hatten März, wieso brannte der Kamin eigentlich noch? Wieso brannte er selbst im Juni immer? Sinnlos. Sinnlos, wie sein Leben. Plötzlich klopfte es am Fenster. Eine Schleiereule schwebte davor. James stand auf und ging Stirn runzelnd hinüber um die Eule einzulassen. Wieso bekam er JETZT eine Eule? Normalerweise kamen alle Briefe während des Frühstücks. Komisch… James nahm der Eule den Brief ab. Er sah sehr formell aus. Ein Blick auf das Siegel zeigte James, dass der Brief aus dem Ministerium war. Wieso bekam er Post aus dem Ministerium. Die Eule flog wieder davon. James beachtete sie nicht. Ungeduldig riss der Griffindor den Umschlag auf, ließ ihn zu Boden fallen und überflog das Pergament schnell. Als er zu Ende gelesen hatte, erstarrte er. Der Brief flatterte zu Boden und Tränen traten dem Jungen in die Augen…
