„Reg dich doch nicht auf, Hermine. Ich meine, wie lange kann es schon dauern, so eine Folterkammer zu putzen?"Ron lag lachend auf einem Sessel im Gemeinschaftsraum der Gryffindors und fand die Vorstellung von Hermine, wie sie eine Streckbank abstaubte wohl wahnsinnig lustig. „Du bist unmöglich!"Hermine stürmte aus dem Turm und wäre fast wieder von jemandem umgerannt worden. „Pass doch auf Fred!"Fuhr sie ihn an und lief die erstbeste Treppe hinunter, die ihr ins Auge fiel. „Woher weiß sie, wer wer ist, Fred?"Fragte George, der etwas verdattert neben seinem Zwilling stand. Dieser zuckte nur die Schultern und kletterte in den Gemeinschaftsraum.
Nach 10 Minuten ziellosen Umherlaufens kam Hermine an der großen Halle an, in der sich bereits einige Schüler für das Abendessen eingefunden hatten. Sie setzte sich an den Tisch von Gryffindor und wartete darauf, dass das Essen anfing. Nach kurzer Zeit tauchten auch Harry und Ron auf. „Tut mir leid, Hermine, ich wollte dich nicht ärgern,"stieß Ron zähneknirschend hervor und Hermine wusste, dass Harry ihm wahrscheinlich zugeredet hatte, dass er sich besser entschuldigen sollte. Sie nickte einfach. Ein Streit würde das ganze auch nicht besser machen. Nun gesellten sich auch Fred, George und Lee an den Gryffindor-Tisch. „Na, Hermine, bereit für die Putzarie?"Fragte Lee lachend. „Halt die Klappe."Kam die Antwort von Fred und Hermine. „Uh uh, da ist sich aber wer einig."Lee versuchte verletzt auszusehen, was ihm aber nicht wirklich gelang.
Nach dem Essen standen Hermine und Fred missmutig auf, um ihre Strafe anzutreten. Schweigend gingen sie durch die Korridore des Schlosses. Filch erwartete sie schon in seinem Büro. „Da seid ihr ja schon, schön, schön."Er ging auf die hintere Seite seines Schreibtisches und schob den Stuhl zur Seite. Dann bückte er sich. Hermine und Fred hörten ein dumpfes Geräusch und kurz darauf kam Filch wieder zum Vorschein. „Folgen Sie mir bitte,"flötete er. Hermine konnte sich nicht erinnern, Filch jemals so fröhlich erlebt zu haben. Langsam verschwand er hinter seinem Schreibtisch. Die beiden schauten sich kurz verdutzt an und gingen dann ebenfalls um den Schreibtisch herum. „Eine... Falltür?"Hermine starrte ungläubig auf das Loch im Boden. „Kommt jetzt!"Rief Filch von unten. Fred zuckte die Schultern und ging voran. Er streckte ein Bein in das Loch. „Hier ist eine Leiter." „Wunderbar, ich dachte schon, wir müssten ins Bodenlose springen."Sagte Hermine erleichtert. Fred schaute sie kurz an und lachte laut los. Sie schien das wirklich gedacht zu haben. Als Fred verschwunden war, machte auch Hermine sich auf den Weg nach unten.
Die Luft war feucht und miefig und Hermine konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Sie tastete nach ihrem Zauberstab. „Lumos."Jetzt konnte sie zwar etwas sehen, aber was sie sah, gefiel ihr gar nicht. Direkt vor ihr stand Filch, sein Gesicht jetzt gespenstisch durch den Lichtstrahl ihres Zauberstabs in Szene gesetzt. Erschrocken stolperte sie rückwärts, um sich gleich darauf wieder zu erschrecken, weil sie gegen Fred stieß. Schreiend sprang sie einen Schritt zur Seite. „Sind wir etwas schreckhaft?... Lumos."Fred schaute sich um und erkannte, dass sie in einem langen Gang standen. Leise summend ging Filch los und Fred und Hermine folgten ihm. „Super,"dachte Hermine: „jetzt hatte ich fast meinen ersten Herzinfarkt mit 15. Warum bin ich auch immer so schreckhaft." „Alles okay?"Fragte Fred, als er Hermines niedergeschlagenen Gesichtsausdruck bemerkte. „...Klar doch."
„So, da wären wir." Sie standen vor einer großen, rostigen Flügeltür. Filch schloss sie auf und sagte ihnen, er würde sie abholen, sobald sie fertig waren. Gerade als Hermine sich umdrehen wollte, um zu fragen, wie er wissen wollte, wann sie fertig sind, fiel die Tür ins Schloss und sie stand mit Fred in der Folterkammer. Der große Raum wurde von Kerzen erhellt. Zumindest sah es so aus, Hermine konnte jedoch keine Kerzen entdecken. „Ehm ja. Ach wie nett, er hat uns schon Putzzeug hingestellt."Sagte Fred nicht wirklich freudig, als er die Eimer und die Tücher an der ihm entgegenliegenden Wand entdeckte und klatschte in die Hände. „Hermine was machst du da?" „Ich habe versucht, die Putzarbeit mit Zauber zu erledigen, aber der Raum scheint gegen Magie geschützt zu sein,"Hermine rüttelte an ihrem Zauberstab herum, in letzter Hoffnung, dass es klappen könnte. Seufzend sah sie sich um. Sehr gemütlich war es hier nicht Es gab tatsächlich eine Streckbank, wie sie erschrocken feststellte. „Hey, schau mal her!"Rief Fred und zeigte auf ein paar Daumenschrauben. Hermine schloss kurz die Augen und nahm sich dann einen Eimer. Je schneller sie hier fertig würde, um so besser. Das war ja ein wirklicher Alptraum.
Eine halbe Stunde später schruppte Hermine immer noch am Boden herum. „Während wir hier den Dreck von Jahrhunderten bereinigen dürfen, albern die anderen sicher herum und spielen Exploding Snap,"jammerte Fred, der direkt neben Hermine kniete. (A/N: Wenn ich EINMAL „Snape explodiert"oder mit was auch immer die das übersetzt haben, schreibe, killt mich bitte.) „Das hättest du dir überlegen können, bevor du uns in diesen Schlamassel gebracht hast."Schnappte Hermine und kroch ein Stück zur Seite. „Ich hör hier immer nur: Fred hat dies falsch gemacht, Fred hat das gemacht. Du bist doch selbst schuld, wenn du so spät noch durch die Gegend rennst." „Ich kann ja wohl kaum damit rechnen, von dir zu Boden geworfen und in so eine Situation gebracht zu werden!" Fred sah Hermine wütend an: „Weißt du, eigentlich schade das ich mit dir zusammengestoßen bin. Wäre doch zu schön gewesen, wenn du Snape in die Arme gelaufen wärst." „Kann ich mir denken, dass dir das gefallen hätte!"Schnaufend stand Hermine auf und ging an das andere Ende der Folterkammer: „Weißt du, ich glaube wir kommen viel schneller voran, wenn du dort putzt und ich mir schon mal diese Seite vornehm,"murmelte sie.
Einige Minuten verbrachten sie in Schweigen, doch dann fuhr Hermine schreiend hoch und krachte mit dem Rücken gegen die Streckbank. „Was ist los?"Fred stand neben ihr und sah sie besorgt an. „Ratte. Dort." Er drehte sich in die Richtung, in die Hermine zeigte und tatsächlich. Da saß eine kleine, runde Ratte und sah zu den beiden hinauf. „Vor der hast du Angst?"Fred lachte. „Ja, lach du nur! Ich HABE Angst, vor der Ratte, okay? Ich hatte auch Angst in dem dunklen Gang und diese ganze Kammer macht mir überhaupt Angst. Lach dich ruhig dumm und dämlich, mach was du willst!"Sie stapfte in Richtung Tür und stürmte hinaus. Gerade als Fred ihr hinterher wollte, kam sie wieder hinein und schloss die Tür hinter sich. Fluchend setzte sie sich auf den Boden, den Rücken zur Tür. „Das ist doch bescheuert. Wir werden es nie schaffen, heute diese verdammte Kammer sauber zu kriegen."Hermine sah sich um. Den Boden hatten sie teilweise sauber bekommen; an einigen Stellen war zu erkennen, dass der Boden eigentlich aus Holz war und nicht aus Staub und Erde. Die Streckbank war wieder sauber. Sofern das ging. Aber es lagen noch viele Kleinigkeiten herum, die sie auch sauber machen sollten. Von den Tischen an den Wänden mal ganz abgesehen. „Wahrscheinlich dürfen wir auch noch die Ketten ölen, die an der Wand hängen,"dachte Hermine laut und schloss die Augen. Fred setzte sich neben sie. „Tut mir leid, ich wollte mich nicht lustig über dich machen. Aber ihr Mädchen könnt auch übertreiben mit eurer Kleintierangst..."Als er merkte, dass er Hermine so eher wieder wütend machen würde, als sie versöhnlich zu stimmen, hielt er inne kurz inne, dann: „Weißt du, es könnte auch schlimmer sein." „Ach?" „Ja, ich könnte hier mit Ron sitzen." Hermine lachte leise. Dann merkte sie, wie die Tür langsam aufgemacht wurde und die beiden standen rasch auf. Filch sah sich um: „Wirklich sauber ist das hier ja nicht... Aber leider kann ich euch morgen nicht noch einmal dazu verdonnern, hier zu putzen, das wäre zu viel des Guten." Hermine wusste genau, dass er dabei nur daran dachte, wie McGonagall und Dumbledore ihm die Hölle heiß machen würden. „Wie war das mit dem „bis zum Morgengrauen"?"Fragte Fred sarkastisch. „Ich habe es mir halt anders überlegt!"Schnauzte Filch und deutete ihnen, ihm zu folgen. Im Licht der Zauberstäbe bahnten sie sich ihren Weg zurück zu Filchs Büro. Waren sie als sie her kamen auch durch so viele Gänge gelaufen? Hermine konnte sich gar nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich saß der Schock von Filchs erleuchteten Gesicht da noch zu tief. Warum waren diese Gänge so verdammt lang und dunkel? Hermine fasste ihren Zauberstab fester, um ihn ja nicht fallen zu lassen. Dann tat Fred plötzlich etwas, was sie wohl mehr erschreckte, als alles andere an diesem Abend: Er nahm ihre Hand. Auch wenn es sie zuerst erschreckte, war sie ihm doch dankbar. Immerhin tat er das, um ihr die Angst zu nehmen. Da war sie sich sicher.
Etwas kurz geraten, hab ich das Gefühl sigh Das nächste ist allerdings länger :)
Ah, danke, danke, danke für die Reviews, hat mich wirklich sehr gefreut!
