Der Test

Wie konnte sie es nur wagen, auch nur an so was zu denken?? Wütend kritzelte Hermine an dem Aufsatz für McGonagall herum und ärgerte sich über Ginny. Sie hätte nie gedacht, dass ihre Freundin auf so eine schwachsinnige Idee kommen würde. Klar, sie mochte Fred. Wer denn schon nicht? Er war lustig, ein guter Quidditchspieler, gar nicht mal so dumm, wie er gerne tat und konnte auch von Zeit zu Zeit mal ernst sein. Sie waren halt befreundet, mehr nicht. Gut befreundet. Auch wenn sie sich oft mal über ihn aufregte, so wie heute.

Aber Ginny schien nicht die Einzige zu sein, die etwas neben der Spur war: Ron schaute sie schon den ganzen Abend über nicht an und redete nicht mit ihr. Nicht, dass sie es von den ganzen Streitereien mit ihm nicht gewohnt gewesen wäre, von ihm geschnitten zu werden, aber diesmal gab es doch keinen Grund dazu. Jedenfalls fiel ihr nichts ein. War er vielleicht wütend wegen ihrer Bemerkung heute morgen, als Ron sich über die Hausaufgaben beschwert hatte? Oder hatte sie ihn mal wieder herumkommandiert, ohne es zu merken? Seufzend sah sie zu Ron. Er saß in dem Sessel neben ihr und starrte stur ins Feuer.

Harry müsste bald vom Quidditchtraining kommen und sie wollte die Zeit noch nutzen, die sie alleine waren.

„Ron?"

Keine Reaktion.

„Hör mal, ich weiß nicht, was ich getan habe. Aber wenn du es mir nicht sagst, kann ich mich dafür auch nicht entschuldigen."

„Du hast gar nichts getan."Stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Oh ja, seeeehr glaubwürdig. Du siehst aus, als würdest du gleich auf mich los gehen. Also, was hab ich getan?"

„Wer geht auf wen los?"Harry ließ sich ebenfalls in einen Sessel am Feuer fallen und sah Hermine und Ron fragend an.

„Er geht gleich auf mich los, befürchte ich."Erklärte Hermine trocken und zeigte auf Ron.

„Das würde unser Ronnilein doch nie tun."Lachend stießen auch Fred und George zu den dreien.

„Wie war das Training?"Fragte Ron, um das Thema zu wechseln. Hermine hatte recht. Er würde wirklich am liebsten auf sie los gehen und sie anschreien. Ob sie wirklich in Fred verschossen war? Er sah seinen älteren Bruder an, der nun auf der Armlehne von Hermines Sessel hockte und irgendwas mit Harry bequatschte. Hermine schien gar nicht zu bemerken, dass Fred da war, weil sie schon wieder in ihren Aufsatz vertieft war und sich über ihr Pergament gebeugt hatte. Sie sah mal wieder sehr konzentriert aus und schrieb immer schneller, je mehr sie in Fahrt kam. Doch plötzlich versteifte sie sich und hörte auf zu Schreiben. Ihr Blick war allerdings immer noch auf ihre Hausaufgaben gerichtet.

Rons Augen verengten sich und er sah Fred wütend an: „Was genau machst du da eigentlich?"

„Was? Ich... oh." Mit feuerrotem Kopf zog er die Hand zurück, mit der er eben über Hermines Rücken gestreichelt hatte: „Tut mir leid, Mine, ich war in Gedanken."

Hermine lachte nervös und winkte ab.

„Ich frage gar nicht erst, an was du gedacht hast."George ließ sich lachend auf sein Bett fallen und sah seinen Zwilling amüsiert an: „Hast du Rons Gesicht gesehen? Ich dachte, er explodiert gleich in seine Einzelteile. Göttlich!"

„Das ist nicht lustig."Murmelte Fred, dem das Ganze doch etwas peinlich war.

„Warum hast du das dann gemacht? Du wolltest Ron doch ärgern, oder?"

Kaum zu glauben. Sein blöder Zwillingsbruder schien das echt für einen Streich gehalten zu haben. Natürlich war das gut, weil so keine unangenehmen Fragen aufkamen, aber trotzdem hätte er George doch zugetraut, zu merken, dass da mehr dahinter steckte. Er wusste selbst nicht, warum er das getan hatte. Ihm war einfach danach gewesen. Seit Beginn dieses Schuljahres hatte er zwischendurch hin und wieder an Hermine gedacht. Das war natürlich nichts Ungewöhnliches, immerhin waren sie befreundet, aber die Art, wie er an sie dachte, war untypisch. Nicht mehr als Kumpel, wie sonst immer, sondern eher als... Mädchen. Argh, das war doch wirklich lächerlich. Er kannte Hermine jetzt schon so lange und da war es doch wohl normal, dass er an sie dachte. Auch wenn er an sie als Mädchen dachte, sie war ja nun mal eins... ein sehr hübsches... Ach, hör auf damit!

Okay, das war seltsam gewesen. Nicht nur die Tatsache, dass Fred ihr über den Rücken gestreichelt hatte, sondern auch der Umstand, dass sie immer noch Schmetterlinge im Bauch hatte deswegen. Sollte Ginny am Ende Recht haben und sie war wirklich in ihn verschossen? Unsinn. Was gab es denn da schon für Anzeichen? Dass sie sich seinen Geruch so eingeprägt hatte? Dass sie in der letzten Zeit dauernd an ihn dachte? Oder dass seine Berührung sie so aus der Bahn warf? ... Oh nein.

Hermine hatte die letzte Nacht nicht wirklich viel geschlafen und die ganze Zeit über die Sache mit Fred nachgedacht, bis sie einen Entschluss gefasst hatte: Sie würde es drauf ankommen lassen und herausfinden, ob sie wirklich in ihn verliebt war. Bei Tageslicht betrachtet kam ihr ihr Plan allerdings nicht mehr so gut vor. Sie würde all ihren Mut zusammennehmen müssen, um das durchzuziehen... und was sollte sie machen, wenn sie dann herausfand, dass sie doch nicht in ihn verliebt war und er das alles falsch verstand? Na ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder wie hieß es so schön? Sie betrat die Große Halle und steuerte auf ihren Platz zu.

Gut, Fred saß schon da. Während sie an ihm vorbei lief, ließ sie ein kleines, zusammengefaltetes Stück Papier vor ihm auf den Tisch fallen und setzte sich dann schnell an ihren Platz einen Meter weiter.

Neugierig entfaltete Fred den kleinen Zettel, den Hermine ihm hingeworfen hatte:

Ich möchte nach dem Unterricht gerne mit dir reden. Am Quidditchfeld?

Verwirrt sah er zu Hermine rüber und nickte ihr zu.

„Ehm, also... was wolltest du? Brauchst du bei irgendwas Hilfe?" Fred war etwas nervös. Er wusste nicht genau warum, aber aus irgendeinem Grund schien sein Innerstes Saltos zu schlagen, als er hier alleine mit Hermine stand. „Na ja, weißt du. Es geht eigentlich um...also Ginny..."

Ginny? Sie hatte sich hier mit ihm getroffen, um über seine kleine Schwester zu reden? Ohne, dass er etwas dagegen tun konnte, spürte er, wie sich ein dicker Klos in seinem Hals bildete.

„Sie hatte da so eine Idee."

„Idee?"Jetzt verstand er gar nichts mehr.

„Ach..." Verdammt! Tu es einfach! „S... sie hat mich auf etwas gebracht und ich wollte der Sache eigentlich auf den Grund gehen, also..."

Bevor Fred genauer nachfragen konnte, hatte Hermine sich auf die Zehenspitzen gestellt, ihn etwas zu sich herunter gezogen und seine Lippen mit ihren verschlossen.

Was ist das? Es fühlt sich an, als würde mein Herz gleich vor Aufregung zerspringen und meine Knie werden ganz weich...

Auch Fred spürte, wie ungewohnt heftig sein Inneres auf diesen Kuss reagierte. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich... so etwas hatte er noch bei keinem Kuss vorher verspürt.

Er schlang seine Arme um ihre Taille und zog sie näher zu sich heran...

To be continued...

A/N: So, das vorletzte Chap =) Das nächste und letzte wird wohl ziemlich lang werden, da es eigentlich 2 Kapitel sind, die zusammengezogen werden. (Außer es fällt mal wieder etwas meiner Streichlust zum Opfer hust). Ich müsste nächste Woche oder allerlspätestens die darauf wieder zu meiner Sis können und dann an den PC. Tut mir leid, dass das alles so lange dauert verbeug Gomen nasai.

Danke für die Reviews!

black-eyed-april: So, keine Bemerkungen mehr g Ja, wir haben hier schon Sommerferien lol Ich hoffe, dass Kapitel hat dir gefallen, wenn du diese Geschichte nicht schon vergessen hast in der Zwischenzeit uu

Moin: So neu ist das Pairing nicht, bei den Englischsprachigen FFs hier gibt's ne Menge. Freut mich, dass es dir gefällt.

Gifty: Hermine x Oliver hab ich auch noch im Petto g Gibts aber auch einiges zu, bei den englischen FFs. In meiner Empfehlungsliste sind ein paar Gute. :)

Danke an alle, die Reviewt haben

Mata ne!