An valerie: Du kriegst Kapitel 17 UND 18 sogar schon jetzt.

An Jenny: Ich fliege am 30.7, das heißt, es kommen noch so einige Kapitel.
Ich bin 14, habe im September Geburtstag, gehe in die 9.Klasse auf einem Gymnasium und meine Hobbies sind reiten (hab zwei Pferde), Tennis, lesen, schreiben, Musik hören und am PC sitzen. Mein richtiger Name ist Alina und den Spitznamen ‚kslchen' hat mit eine meiner beiden besten Freundinnen vor anderthalb Jahren an meiner Konfirmation verpasst. Ich bin nicht wirklich groß, viel zu blass  habe lange (sehr lange) braune Haare mit blonden und dunkelbraunen Strähnen drin und braun-grüne Augen.
So, viel mehr gibt es zu meiner Person nicht zu sagen. Falls du noch was wissen willst, dann frag. Kriege ich im Gegenzug auch was von dir zu hören?

... du sollst die Ermordeten nicht, und nicht die Mörder vergessen

Grummelnd schlug Lily die Augen auf. Ihr tat alles weh und ein Blick auf ihre Umgebung zeigte ihr auch wieso. Sie lag auf dem Sofa im Schulsprecherbüro. Wie kam sie bitte hierhin? Langsam kehrten die Erinnerungen zurück. James Eltern waren tot, sie hatten sich vertragen, sie hatte ihn getröstet und darüber mussten beide eingeschlafen sein. Demnach war jetzt Montagmorgen. Sie spürte, wie die Decke auf den Boden fiel. Woher kam die denn jetzt? Gestern Abend hatte sie noch keine Decke gehabt. Lily fröstelte. Am liebsten wäre sie aufgestanden und hätte sich die Wolldecke wieder hoch geholt, aber dazu schmerzte ihr Rücken zu sehr. Wie sollte sie das Ding jetzt wieder kriegen? Und wo zur Hölle war James?

Beide Fragen wurden ihr ziemlich schnell beantwortet. „Na, auch wach?", hörte sie die ruhige Stimme ihres Freundes hinter sich. Er hob die Decke auf und breitete sie wieder über Lily aus, dann kniete er sich neben das Sofa. Sie waren fast auf Augenhöhe. James sah schrecklich aus. Er war blass, hatte dunkle Ringe unter den Augen, auf seinen Lippen lag ein trauriges Lächeln und die Augen blickten dermaßen verletzt und verzweifelt, dass Lily nicht lange hinein sehen konnte. Er hob die Hand uns strich ihr sanft über die Wange. Lily schloss die Augen und schmiegte sich in die Berührung.

„Das ist verkehrt", stellte sie leise fest, „ich sollte mich um dich kümmern, nicht umgekehrt." James widersprach überraschend heftig: „Nein!" Dabei beließ er es vorerst, sprach aber einige Zeit später weiter: „Du hast Recht. Sie sind für das Gute gestorben und es geht ihnen gut, wo auch immer sie sind." Er schien es sich selber einreden zu wollen, so harsch sprach er die Worte. Dann griff James nach dem Brief und las ihn mit leiser, bitterer Stimme vor:

Sehr geehrter Mr. Potter,
es tut mir aufrichtig Leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ihre Eltern, Mrs. Jane Alexandra Potter und Mr. Spencer Harold Potter, bei einem Großeinsatz der Auroren ums Leben gekommen sind. Es war niemand anderes, als der Dunkle Lord, gegen den sie kämpften und verloren.
Durch das Opfer Ihrer Eltern konnten viele Menschenleben gerettet werden. Sie starben als Helden und deshalb hat sich das Ministerium entschlossen, sie auch als solche zu behandeln.
Das Ehrenbegräbnis ist für den nächsten Mittwoch angesetzt. Sie und zwei Begleitpersonen ihrer Wahl werden für diesen Tag vom Unterricht befreit. Im Anschluss daran findet die Testamentsöffnung statt, der Sie beizuwohnen haben.
Ich kann nur noch ein weiteres Mal mein tiefstes Beileid ausdrücken, dass die Zauberergemeinschaft zwei so vorbildliche Auroren viel zu früh verloren hat.
Mit freundlichen Grüßen
Cornelius Fudge, Zaubereiminister

„Oh, ich hasse ihn", knurrte James. „Wen? Fudge oder Voldemort?", fragte Lily leise und James antwortete: „Beide. Ich meine, was denkt dieser Typ sich eigentlich? ‚Sie starben als Helden…' Das ich nicht lache. Helden? Pah! Egal ob mutig oder feige, gut oder böse, im Tod sind wir doch alle gleich. Da wird nicht mehr zwischen Helden und Feiglingen unterschieden… Und was Voldemort angeht, der wird auch sein blaues Wunder erleben. Ich werde Auror und eines Tages werde ich ihm gegenüber stehen. Vielleicht werde ich ihn nicht besiegen, aber ich werde meinen Eltern in die Augen sehen können, falls ich sie je wieder sehe. Wenn nicht hier, dann in der nächsten Welt oder was auch immer nach dem Tod kommt."

Lily fröstelte. Er hatte ausgesprochen, was sie die ganze Zeit geahnt hatte. Er würde ein Auror werden und die Lebensgefahr, in der er ohnehin schon schwebte verdreifachen. Sie hatte Angst um ihn und auch Angst um sich, denn Lily wusste, sobald er starb, würde er ihre Seele und ihr Herz mit ins Grab nehmen. „Was willst du werden, wenn das Schuljahr vorbei ist, Süße?", fragte James und Lily wusste, dass er absichtlich vom Thema ablenkte. „Ich habe lange nachgedacht. Eine Zeit lang wollte ich auch mal Aurorin werden, dann Lehrerin, aber mittlerweile bin ich mit sicher. Ich möchte mich im St. Mungo's zur Heilerin ausbilden lassen", antwortete Lily und stand auf. James nickte zustimmend: „Ja, das passt zu dir und ja, es ist eine gute Idee, aufzustehen. Verwandlung haben wir verpasst und Geschichte der Zauberei ist auch schon fast rum. Am besten gehen wir uns umziehen und dann runter in die Halle zum Mittagessen." „Sicher, dass du…", begann Lily doch James unterbrach sie mit einem abwehrenden Kopfschütteln.

Eine Viertelstunde später trafen sie sich am Griffindortisch in der großen Halle wieder. Beide waren umgezogen und James sah weniger schlimm aus, als eben. Die anderen Schüler waren noch im Unterricht und so waren sie alleine. Professor Dumbledore jedoch kam auf sie zu, kurz nachdem sie sich gesetzt hatten. „Ach, wie ich sehe haben Sie verstanden, Miss Evans. Sehr schön. Mr. Potter, ich nehme mal an, der Brief von Cornelius hat Sie schon erreicht?" James nickte und der Schulleiter fuhr fort: „Wen gedenken Sie auf die Beerdigung mitzunehmen? Tut mir Leid, dass ich das fragen muss, aber…" „Schon gut", unterbrach James ihn, „ich denke mal, Lily und Sirius, falls sie wollen." Auf einen fragenden Blick nickte Lily stumm und drückte James Hand. „Ach, Sie sind für die ersten beiden Stunden entschuldigt und falls Sie in den nächsten Tagen noch einmal das Bedürfnis haben, sich zurückzuziehen, dann wird man mit Ihnen nachsichtig sein, Mr. Potter." Wieder nickte James nur knapp und Dumbledore wandte sich zum gehen. Er drehte sich jedoch noch einmal um und meinte mitfühlend: „Es tut mir wirklich Leid, was passiert ist, auch wenn Worte hier leer und nichts sagend klingen. Jane und Spencer waren wunderbare Menschen." James murmelte: „Ja, das waren sie."

„Prongs? Jewel? Wo wart ihr heute? Und wieso sitzt ihr wieder nebeneinander? Habt ihr euch vertragen?", rief Sirius durch die ganze Halle. Er kam grade mit Peter, Remus, Emmy, Candy und Bertha von Geschichte der Zauberei und war überrascht, seine beiden besten Freunde gemeinsam am Tisch sitzen zu sehen. Er ließ sich neben Lily fallen und sah sie fragend an. James hatte den Kopf gesenkt und starrte konzentriert auf seinen leeren Teller. Lily redete leise auf ihn ein. Sie flehte ihn nahezu an, etwas zu essen, dabei war ihr eigener Teller ebenfalls unbenutzt. „Was ist los?", fragte jetzt auch Remus, der gegenüber Platz genommen hatte. Lily seufzte leise und legte James die Hand auf die Schulter. „Soll ich?", fragte sie vorsichtig. James nickte nur schweigend und starrte weiterhin auf seinen Teller. Lily holte tief Luft und sah gradewegs durch sie hindurch.

„James Eltern kamen gestern bei einem Großeinsatz ums Leben", erklärte sie ruhig, aber so leise, dass es kaum zu verstehen war. „Die… die Beerdigung wird vom Ministerium organisiert. Sie ist am Mittwoch und anschließend ist die Testamentsöffnung. James darf zwei Leute mitbringen. Er dachte an mich und Sirius… falls du willst?", die letzten Worte richtete Lily an den Jungen rechts neben ihr. Sirius nickte. „Ich würde gerne mitkommen. Jane und Spencer waren für mich wie Eltern… mehr als meine eigenen es je hätten sein können."

Einen Moment saßen alle geschockt da, dann riss sie ein Geräusch aus ihrer Starre. James hatte seine Hand um das Glas geklammert, was vor ihm stand und so fest zugedrückt, dass es zerbrach. Scherben verteilten sich über den Tisch, dazwischen Blut. Sanft griff Lily nach James Hand und öffnete sie. Die Scherben hatten sich in die Haut gedrückt und sie an einigen Stellen aufgeschnitten. Lily zog eine besonders große Glasscherbe aus einer der Wunden. Ein einziger Blutstropfen fiel herab und direkt in Lilys Hand. Dort erstarrte er zu Glas. Ein gläserner Blutstropfen. Lily und James wechselten einen schnellen Blick, dann ließ Lily den Tropfen aus Glas in ihre Tasche gleiten. „Komm, ich kümmere mich oben um deine Hand", bestimmte Lily und zog ihren Freund mit sich.

In ihrem Schlafsaal angekommen, ging Lily zu ihrer Kommode und holte eine Pinzette heraus. „Achtung, das wird etwas weh tun", warnte sie, aber James zuckte nur mit den Schultern. Er hatte schon schlimmere Schmerzen überstanden. Außerdem waren körperliche Schmerzen längst nicht so schlimm wie Seelenschmerzen. Sie brachten sogar eine gewisse Erleichterung. Zum ersten Mal konnte James Lily verstehen, wieso sie geritzt hatte. Es war irgendwie ein angenehmes Gefühl… „Denk nicht mal dran, versprich mir das", hörte er Lilys eindringliche Stimme. James sah sie an, ohne etwas zu erwidern. Woher wusste sie, woran er dachte? „Schwöre mir, dass du das nie tun wirst", jetzt flehte sie und als James in ihre Augen sah, sie ihn bittend und sorgenvoll ansahen, nickte er.

Beruhigt wandte Lily sich wieder seiner verletzten Hand zu. Mit der Pinzette zog sie jede, noch sie kleine Glasscherbe aus der Haut. Als sie sicher sein konnte, dass keine Scherbe zurückgeblieben war, was sie erst nach mehreren Untersuchungen glaubte, hob sie den Zauberstab. Nachdem Lily etwas gemurmelt hatte, sah James zu seiner Überraschung, wie sich die Wunden zu Narben schlossen. Ein weiterer Spruch und sämtliches Blut verschwand. „Okay, das war jetzt recht einfach, aber die Narben auch noch verschwinden zu lassen ist komplizierter. Ich muss mich jetzt konzentrieren, also sei bitte leise", erklärte Lily und James sah sie schweigend an. Sie schloss die Augen, murmelte etwas und tippte mit dem Zauberstab eine der Narben an. Sie verschwand. So machte Lily es bei jeder der Narben und hinterher sah sie leicht erschöpft aus. Der Zauber schien wirklich Macht zu erfordern.

Anschließend gingen sie runter ins VgddK-Klassenzimmer. Der Unterricht hatte bereits begonnen, aber als sie eintraten, nickte Professor Grippin nur knapp und meinte: „Setzen Sie sich, Mr. Potter, Ms. Evans. Wir reden grade über Dementoren. Im Buch auf der Seite 174." „Vielen Dank, Professor", Lily lächelte ihn freundlich an und ging zu ihrem Platz. James folgte. Remus hatte sich wieder auf seinen Platz gesetzt, was hieß, dass Lily sich wieder neben James setzten konnte. Ein dankbarer Blick ihrerseits traf den dunkelblonden Jungen und der lächelte freundlich. Lily bedachte James mit einem sorgenvollen Blick. Er tat ihr Leid und sie hatte Angst um ihn. Einige Schüler hatten schon die Nachricht vom Tod der Eltern bekommen, aber beide Elternteile verlor selten irgendjemand. Und James hatte ja noch nicht einmal Geschwister oder Tanten und Onkel. Er hatte praktisch niemanden mehr. Außer Sirius, Remus und Peter, die, obwohl nicht mit ihm verwand, seine Brüder waren und außer ihr selber. Und Lily wäre lieber gestorben, als noch einmal von seiner Seite zu weichen.