An inlaka: Mir hat der Titel einfach nicht mehr gefallen. Außerdem schwirrte mir schon seit längerem die Idee im Kopf herum, eine Trilogie zu machen, die einen übergreifenden Titel bekommt (A moment in infinity = Ein Moment in der Unendlichkeit) und wozu ich einen Trailer schreibe, da hat das einfach nicht mehr gepasst. Außerdem klingt der alte Titel irgendwie ‚lustig' (mir fällt grade kein besseres Wort ein) und das kriege ich irgendwie mit meinen ‚Anwandlungen' nicht mehr in Einklang.
Der Titel der ganzen Trilogie wird erst im letzten Kapitel erklärt, welches ich eben geschrieben habe. Gefällt mir persönliche fast am besten… na ja, ihr werdet euch da noch was gedulden müssen :p.

An kara: Wirklich? Es gibt noch mehr so Menschen? Da bin ich ja erleichtert… ;)

An Romi: Jaaa, alles die Frucht nächtelangen Nachdenkens (wie z.B. gestern Nacht: habe 2 Stunden geschlafen und 5 Stunden rum gelegen). Die nächsten zwei-drei Kapitel werden aber nicht so deprimierend und philosophisch oder so… das schlägt mir aufs Gemüt. Überstanden habt ihr meine ‚Phasen' zwar noch nicht ganz, vorerst allerdings schon.

Nur drei verdammte Jahre

Tage und Wochen verstrichen und langsam wurde James wieder ‚normal'. Es war etwas in seinen Augen, in seinem Lachen, was nicht mehr vergehen würde, aber wenigstens lachte er wieder. Nun, an diesem Abend sollte ihm das lachen vergehen. Die fünf Marauder saßen zusammen mit Emmy, Candy und Bertha im Schulsprecherbüro. Sie zogen sich gerne hierher zurück. Draußen tobte ein Jahrhundertsturm – der Regen prasselte gegen das Fenster, der Wind heulte ums Schloss, Blitze zuckten über den Himmel und das ohrenbetäubende Donnergrollen machte Gespräche fast unmöglich.

James saß auf der einen Seite des Sofas, Sirius auf der anderen und Lily lag ausgestreckt dazwischen. Ihr Kopf ruhte auf James Knien, ihre Füße auf denen von Sirius. Remus und Emmy hatten sich die Sessel geschnappt und Bertha Lilys Schreibtischstuhl. Für Peter und Candy war nur der Boden geblieben. So sah die Platzverteilung meistens aus. „Nun, morgen ist Freitag und somit Dumbledores Geburtstag", stellte James recht sinnlos fest und spielte mit Lilys Haaren. Er zwirbelte einen der kleinen Zöpfe, von denen ungefähr zehn Stück in Lilys, ansonsten offenes, Haar geflochten waren, um seine Finger. „Was sind das für Zöpfe, Süße?", fragte er dann etwas irritiert. Lily lachte. „Emmy war in Geschichte langweilig", erwiderte sie, als wäre das alles, was James an Antwort benötigte.

„Um noch mal auf Dumbledores Geburtstag zurückzukommen: Was meint ihr, wie alt wird er?", unterbrach Sirius sie. „Keine Ahnung… ihr kennt doch Dumbledore… dem traue ich zu, dass er fünfzig oder fünfhundert wird. Obwohl er innerlich wohl immer fünf bleiben wird", erklärte Candy kichernd. „Oh ja, da kenne ich noch so ein paar…", murmelte Lily deutlich hörbar und zur Strafe schlug Sirius ihr spielerisch aufs Bein. „Also, was meint ihr?", wollte jetzt auch Remus wissen. „Ich würde mal auf achtzig oder so tippen", riet James und Sirius schloss sich ihm an: „Jep, könnte gut sein. Ich sage auch achtzig." „Siebenundsiebzig", hielt Lily sofort dagegen.

„Lils, er feiert einen RUNDEN Geburtstag", klärte Sirius sie auf und sprach dabei, als hätte er ein beschränktes Kleinkind vor sich. Lily runzelte die Stirn und fauchte: „Zum einen, nenn mich nicht Lils, Sirileinchen und zum anderen traue ich Dumbledore durchaus zu, dass er eine Schnapszahl, die zudem noch aus zwei siebenen besteht, besonders feiert. Und so genau hat auch keiner gesagt, dass es ein runder Geburtstag ist… wir haben es einfach angenommen." „Ich glaube, dass du Recht hast, Lil", sprang Emmy sofort ein. Sirius und James wechselten einen Blick und grinsten dann hämisch. James war es, der fragte: „Würdet ihr darauf wetten?" Etwas geschockte sahen Lily und Emily einander an. Wetten? An sich ja nichts schlimmes, aber wenn man gegen Sirius und/oder James verlor, dann hatte man ein Problem. Ein großes Problem…

„Na, traut ihr euch jetzt etwa nicht? Seid ihr etwa zu feige?", fragte Sirius herausfordernd. Er wusste genau, dass Lily diese Anschuldigung nicht auf sich sitzen lassen würde. Emmy wahrscheinlich ebenso wenig. Tatsächlich nickte die Blonde knapp und Lily erwiderte, an Sirius gewandt: „Natürlich. Regeln?" „Ihr sagt siebenundsiebzig, wir achtzig. Remus, Peter, Bertha und Candy sind unparteiische Zeugen und Schiedsrichter. Die Gewinner dürfen sich dann die Wettschulden überlegen. Ist keine der beiden Zahlen richtig, dann müssen alle ihre Schulden einzahlen", erklärte James knapp. Emmy nickte: „Die Wette gilt". Sie und Sirius schlugen ein.

„Okay. Ist ja jetzt schön und gut, aber wie wollt ihr rauskriegen, wie alt Dumbledore wird?", fragte Candy plötzlich. „Nicht verzagen, Dumbi fragen", kam es sofort von Sirius und die anderen lachten. Bertha jedoch unterstützt Candys Zweifel: „Aber bisher hat er es doch auch keinem gesagt…" „Lasst mich mal machen", unterbrach Lily sie und wandte sie James zu, „kommst du mit?" „Wohin?", fragte Peter dazwischen. Lily sah ihn an, als wäre er geistesgestört: „Natürlich zu Dumbledore." „In sein Büro?", fragte Peter weiter. Lily verdrehte die Augen und antwortete vollkommen ernst: „Nein, in sein Badezimmer." Damit stand sie auf und zog James hinter sich her nach draußen. „Was wollen die denn in Dumbledores Badezimmer?", wollte ein völlig irritierter Peter wissen. Die anderen Fünf starrten sich einen Moment an und brachen dann in schallendes Gelächter aus.

Schnell liefen Lily und James durch die Gänge. Sie waren fast angekommen, als eine Person aus dem Schatten trat. Professor Wicked, ‚Meister der Zaubertränke', Hauslehrer von Slytherin, vermutlich Todesser und ziemlich gemein. „Wohin des Weges?", fragte er gefährlich leise. James grinste ihn an: „Seid wann sind Sie zum Märchenonkel mutiert, Sir?" Lily biss sich auf die Lippen um nicht loszulachen. „Vorsicht, Potter…" „Wir sind auf dem Weg zu Professor Dumbledore, wenn es Recht ist", schaltete Lily sich ein, bevor James etwas tat, was den Lehrer erst richtig erzürnen würde. „Wieso?", setzte der das Verhör fort. „Ich weiß zwar nicht, wieso wir IHNEN Rechenschaft über unser Tun ablegen müssen, aber wenn's Sie interessiert: Wir müssen etwas wegen unseren Pflichten als Schulsprecher mit ihm besprechen. Wenn Sie und dann entschuldigen würden", kaum hatte James das ausgesprochen, zog er Lily mit sich.

Ohne weitere Störungen gelangten sie zum Büro des Schulleiters. „Eismäuse", nannte James dem Wasserspeier das Passwort. Er wusste seit seiner Einschulung die Passwörter, mit denen man in Dumbledores Büro kam. Aber eigentlich wusste James SÄMTLICHE Passwörter in ganz Hogwarts – einschließlich dem von Wickeds Privaträumen… Die Schulsprecher traten ein und Lily klopfte an die Tür. „Herein", erscholl Dumbledores Stimme von drinnen und James öffnete die Türe. Er hielt sie für Lily auf und verbeugte sich fast bis zum Boden. Dumbledore schmunzelte und Lily warf James ein lachendes ‚Spinner' an den Kopf.

„Nun, was kann ich für Sie tun, Miss Evans, Mister Potter?", fragte Dumbledore immer noch schmunzelnd, als die beiden gegenüber von ihm Platz genommen hatten. James sah Lily an und bemerkte: „Du hast gesagt, dass wir dich mal machen lassen sollen. Also bitte, du hast deine Chance." Wenn Blicke hätten töten können… „Es ist so… wir haben erfahren, dass Sie morgen Geburtstag haben und dass es irgendein ‚besonderer' Geburtstag ist. Und… nun ja… wir haben uns gefragt, wie alt Sie wohl werden. James und Sirius waren der Meinung, Sie feiern einen runden Geburtstag und werden achtzig. Emily und ich dagegen haben uns überlegt, dass es eine Schnapszahl ist und Sie siebenundsiebzig werden. Daraufhin hat Sirius dann eine Wette vorgeschlagen und diese Wette steht jetzt. Das einzige was wir noch bräuchten wäre dann Ihr richtiges Alter…", erklärte Lily, teilweiße stockend, teilweiße hektisch. James zog die Nase kraus: „Du sagst ihm die WAHRHEIT? Wie langweilig… Man könnte meinen, dass du unser Verhalten mal was auf die abgefärbt hätte, immerhin bist du eine Marauder, aber wie mir scheint… sinnlos!" Lily und der Schulleiter lachten.

„Da kann ich Ihnen die Antwort ja kaum verwehren, allerdings wäre ich froh, wenn das unter uns bleibt. Muss ja nicht die ganze Welt wissen, was für ein alter Mann hier Schulleiter ist. Für wunderliche halten mich ja eh schon die meisten", stellte Dumbledore lächelnd fest und zwinkerte ihnen zu. „Also?", fragte James ungeduldig und Lily stieß ihm den Ellenbogen in die Seite. Er protestierte sofort: „Autsch, Lils!" „Tut mir ja ach so Leid, Jamesie.", konterte sie ohne hinzusehen. James grummelte etwas von wegen „sollte es auch", worauf Lily ein Muggellied zu siegen begann: „Heile, heile Segen…" James starrte sie an, als wäre sie nicht mehr ganz bei Trost, während Dumbledore sich prächtig zu amüsieren schien.

„Wären Sie dann fertig", fragte der Schulleiter mit einem Lächeln. „Ja", antwortete Lily, „ich kann James nachher in den Krankenflügel bringen." Der Schwarzhaarige schmollte. „Ich muss Ihnen gratulieren, Miss Evans. Ich werde tatsächlich siebenundsiebzig Jahre alt." „Hach verdammt", knurrte James und Lily lachte zufrieden. „Na, immer noch sie vorlaut, Jamesie? Emmy und ich haben euch in der Hand…" Sie grinste ziemlich gemein. James grummelte etwas in seinen – nicht vorhanden – Bart, das sich gefährlich nach „sadistisch" anhörte, was Lily dazu veranlasste zu bemerken: „Davon träumst du wohl…" „Ne", widersprach James. Lily hob spöttisch grinsend eine Augenbraue: „Wovon dann?" „Von dir", erklärte James nüchtern, dann stahl sich ein Grinsen über sein Gesicht, „wobei das eine das andere ja nicht ausschließt…" „Spinner", warf Lily ihm abermals an den Kopf. James Grinsen wurde breiter: „Du wiederholst dich!" „Ich geb's auf…", murmelte Lily und sah wieder zum Schulleiter, der ihren Schlagabtausch amüsiert beobachtete hatte.

„Vielen Dank für die Auskunft, Sir. Schönen Tag noch… oder besser ‚Schöne Nacht'", Lily lächelte freundlich und Dumbledore erwiderte: „Gern geschehen, aber denken Sie an unser kleines Abkommen. Ihnen auch noch eine ‚schöne Nacht'" „Ich bezweifele es, Sir, aber trotzdem danke. Bis zum nächsten Mal dann", James herausforderndes Grinsen in Lilys Richtung ließ wenig Zweifel daran, was er unter einer ‚schönen Nacht' verstand. Lily stöhnte noch einmal auf und zog ihn aus dem Büro.

„Abrakadabra", murmelte Lily dem Gemälde von Ella der Intelligenten zu, als sie wieder vor ihrem Büro standen. Das Portrait schwang auf und sie und James traten ein. „Sagt nichts. Lasst mich raten", wurde sie sofort von Sirius empfangen. Einen kuren Moment studierte er die Gesichter seiner Freunde, dann wandte er sich resigniert an Emily: „Herzlichen Glückwunsch, mir scheint, ihr habt gewonnen." Lily und James nickten synchron. Sie grinsend, er resigniert. „Oh, sehr schön und ich habe sogar schon eine schöne Idee für die Wettschulden…", freute sich Emmy und ein fieses Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie ging zu Lily und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Lily lauschte und dann grinste sie ebenfalls – teuflisch, triumphierend. „Emmy", erklärte sie feierlich, „das ist PERFEKT!" „Was?", quengelte James. Lily beugte sich näher zu ihm, ihre Lippen streiften seine Haut, als sie ihm etwas ins Ohr flüsterte. „NEIN!", schrie James beinahe heraus, „bitte, bitte, BITTE nicht! Das könnte ihr nicht machen…" „Wir können", stellte Emmy fest, „wir können und wir werden… das heißt, IHR werdet!"