Erklärung: Langeweile – Verstand + 5 stündige Jagd nach einer Herr der Ringe DVD x Tripple Feature = diese Fiction!

Disclaimer: Ich bin nur eine arme Irre, die nichts besitzt außer ihren verkorksten Verstand und eine Tastatur. *tipp tipp*

Lacrima Draconis proudly presents

~ Dornröschen ~

alias

~ Diestelkrauthörnchen ~

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Vor langer, langer Zeit im entfernten Königreich Gondor lebte einst ein holder Jüngling, der den Namen Boromir trug. Er war mit Anmut, Schönheit, Klugheit und einem enormen Horn gesegnet. Versteht mich wie ihr wollt, jedenfalls pflegte er dieses jeden Morgen zu spielen, was den Einwohnern Gondors große Freude bereitete.

„VERDAMMT, DENETHOR!! SAG DEM BLÖDEN BENGEL, DASS ER ENDLICH DIE KLAPPE HALTEN UND INS BETT GEHEN SOLL!!!"

Für wahr, Boromir wurde von seinem Volk geliebt.

Doch trug es sich eines Tages zu, dass sein Vater an ihn herantrat und sprach: „Hast du meine Zahnbürste gesehen?"

Nein, nein – das andere!!

Er sprach also: „ Sohn, wir müssen reden. Es gibt da etwas über den Klapperstorch, das du noch nicht weißt."

NEIEN!!! Kann sich denn hier niemand an den Text halten??

„Boromir, ich bin stolz auf dich. Du spielst das Familienhorn auf wunderbare Weise."

Na also. Geht doch.

„Wie wäre es also, wenn du heute in einer Woche ein Konzert für ganz Mittelerde geben würdest?", Boromirs Augen leuchteten auf. Schon immer hatte er davon geträumt. Voller Freude und Tatendrang sagte er seinem Vater zu und übte von dahin Tag und Nacht, um bei seinem großen Auftritt perfekt zu klingen.

„SCHEIß HORN, ICH ZIEH AUS! DAS IST JA ZUM MÄUSE MELKEN!!!"

Doch nicht alle Bürger Gondors waren so erfreut. Faramir – obwohl er im gleichen Palast wie Boromir wohnte und noch dazu sein Bruder war – hatte keine Einladung bekommen. Der Grund dafür lag in der Kindheit der beiden.

Faramir wurde erst fünf Jahre nach Boromir geboren und hatte schon immer ein sonderbares Interesse für Violinen und Quantenphysik, was ihn davon abhielt, Besitzer des Familienhornes zu werden. Seit dem Tag, an dem Boromir jenes heilige Horn erhalten hatte, war Faramir so etwas wie ein Parasit im eigenen Hause. Nie konnte er es seinem Vater oder irgendwem sonst Recht machen. Immer wurde er nur ‚der Junge ohne Horn' genannt.

Deshalb hatte Denethor ihm die Teilname an Boromirs großen Konzert verwehrt, aus Angst Rache und Wut könnten über ihn kommen und so den Auftritt seines Bruders zunichte machen.

Wütend war Faramir tatsächlich und die Rache folgte noch am selben Abend. Mit ein paar Kräutern, Tränken und dem Buch ‚100 Wege meine verdammte Familie zu verfluchen' plante Faramir etwas das so furchtbar und grauenvoll war, dass ein normaler Sterblicher nicht davon zu reden wagte.

Doch irgendwann musste man wohl davon reden, da diese furchtbare Tat ja nicht im Stillen bleiben sollte.

Jedenfalls ereilte Boromir am Morgen darauf sein furchtbares Schicksal. Hatte ich das Wort ‚furchtbar' schon erwähnt? Wie auch immer, als Boromir gerade nichtsahnend sein Horn von seinem edlen Buchenregal nehmen wollte, um es noch einmal vor seinem großen Auftritt zu polieren, kippte das Regal zur Seite, sodass das Horn mit seiner ganzen furchtbaren Wucht vom selbigen auf Boromirs Kopf fiel.

Nichts als eine kleine Beule wäre zu erwarten gewesen, doch als Denethor – durch ein Geräusch aufgeschreckt – in das Zimmer seines älteren Sohnes geeilt kam, erwartete ihn dort ein grauenvoller . . . will sagen furchtbarer Anblick.

Boromir lag scheinbar leblos auf dem Boden, begleitet vom fiesen Grinsen seines Bruders, der direkt neben ihm stand. „Tja Vater, da hat deinen Liebling wohl der Fluch des Familienhornes ereilt."„Was hast du getan, du Monster??", fragte Denethor entsetzt. „Nun", erläuterte Faramir kühlt, „Ich habe ihn – wie erwähnt – verflucht. Mit einer Gehirnerschütterung, die ihm für 100 Jahre das Bewusstsein rauben wird. Und selbst dann bräuchte es schon so was wie eine heldenhafte Märchenfigur um ihn wieder zum Leben zu erwecken. Aber wo findet man die schon heutzutage? MUUAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!"Mit diesem markerschütternden – und furchtbarem – Lacher verschwand Faramir in einer Rauchwolke und ließ Denethor samt verfluchtem Sohn alleine zurück.

Die Kunde von Boromirs furchtbarem Schicksal verbreitete sich genauso schnell, wie das Entsetzen darüber.

„PARTY!! OLÊÊÊ!!! ENDLICH RUHE VOR DEM DÄMLICHEN HORN!!!"

Doch so sehr Gondor auch trauerte, niemand vermochte dem verfluchten Jüngling zu helfen. So ließ Denethor seinem Sohn schließlich einen hohen Turm bauen, in dem er ihn zu Grabe trug. Na ja . . . oder vorläufig auch nur ins Bett.

Die Jahre vergingen und wie das Unkraut um den Turm herum wucherte, so verstarb Denethor und die Geschichte um seinen schlafenden Sohn wurde zu einem Märchen, das man kleinen Kindern erzählte.

Sicher hätte Boromirs Existenz leicht nachgewiesen werden können, wenn man nur in den Turm eingedrungen wäre, in dem er sich befand. Jedoch hatten durch einen weiteren Fluch, der im ersten Fluch inbegriffen war 99 % der Bevölkerung Gondors eine Allergie gegen die Pflanzen, die sich um Boromirs Turm schlangen.

Jahr um Jahr strich dahin, Frühling, Sommer, Herbst und Winter vergingen, ohne eine Veränderung zu bringen. Und das Leben ohne den königlichen Hornbläser wurde von Jahr zu Jahr trostloser.

„JUCHHU! ICH LIEBE DIESES LAND!!"

Doch begab es sich in einem anderen Königreich, dem von Gondor sehr fern, dass ein anderer Jüngling, bei weitem nicht so royal wie Boromir, sich an einem Samstagabend furchtbar langweilte.

„Ach Sam, was sollen wir nur tun?", fragte Frodo seinen treuen Gärtner. „Ich weiß es nicht, Frodo.", erwiderte Sam gleichermaßen gelangweilt.

„Frodo!"

„Hä?"

„Frooooooooodoooooooooo!"

„Wer ist da?"

„Iiiiiiiich biiiiiin diiiieeee mysteriööööööse Stimmmmmmmme, diiiiiiiiieeeee Buchstaaaaaaaben in die Läääääääänge ziiiiiiiiiieeeeeeht, um mysteriöööööööööööööööser zu wiiiiiiiiiiiiiiiiiiirken!"

Damit hatte der junge Hobbit nicht gerechnet. Eine mysteriöse Stimme? In seinem Haus? Zu dieser Uhrzeit?

„Iiiiiiiiiiiiiiiich verspreeeeee-"

„Lass das Betonen, ich nehm dir die Mysteriosität ab."

„Wuuuuuuunderbaaaaa, - äh, gut. Ich kam um dir zu erzählen von einer bildschönen Maid, die gefangen ist in einem Turm voller Allergieerreger, die die Leute ihres Volkes nicht bezwingen können!"

„Erzählen? Ne danke, ich guck lieber Pay-TV."

„So höre doch Frodo, höre doch! Du musst sie erretten!"

„Was? Warum ich?"

„Weil ich keine Lust hatte, jemand anderen zu suchen. Und du wohnst gleich nebenan, also-"

„Okay, okay. Was muss ich tun?"

„Besorge dir schnieke Anziehsachen und reite nach Gondor! Dort wird dir irgendwann ein hoher Turm ins Auge stechen, der mit einem Schild gekennzeichnet ist. Holde Maid in Not wird darauf stehen. Erklimme den Turm und errette sie!"

„Aber we-"

Mit diesen Worten war die mysteriöse Stimme ins Nichts verschwunden. Nun, nicht ins Nichts, sondern wahrscheinlich ins Nachbarhaus, wo sie – ihren eigenen Angaben zufolge – wohnte.

Wie auch immer, Frodo hatte nichts besseres zu tun und so tat er genau das, was die Stimme ihm vorgeschlagen hatte.

Vor dem Turm angekommen stieg die Verwunderung in seinen Augen. ‚Holder Jüngling in Nöten' war auf dem Schild geschrieben. Doch war das nicht, was die Stimme ihm prophezeit hatte. „Muss wohl ein Tippfehler sein", dachte Frodo und kletterte mutig den Turm hinauf.

Auf halben Wege wurde ein Geräusch lauter, das er als Schnarchen zu erkennen glaubte. „Muss wohl mit einer ziemlichen Bronchitis verflucht sein, diese Jungfrau", dachte Frodo und kletterte weiter, bis er endlich an einem Fenster angekommen war, durch das er sich Zutritt in das Innere des Turmes verschaffte.

Im einzigen Zimmer des Turmes angekommen fiel sein Blick sofort auf das Bett, das sich darin befand. Doch die Person die in selbigem lag, war nicht besonders hold und noch viel weniger eine Maid. Es war Boromir, Prinz von Gondor.

„Au weia!", dachte Frodo, als er seine Lage erkannte. Er war offensichtlich auf eine dieser blöden Aprilstimmen hereingefallen, die ihren Opfern immer nur die halbe Wahrheit einer Geschichte auftischten, um sie so auf eine sinnlose Reise zu locken.

„April! April!", schallte es durch den Raum.

„Du schon wieder!!!", rief Frodo wütend, als er eben jene Stimme widererkannte. „Was hast du dir eigentlich dabei gedacht???"

„ Na was? Willst du dem Kerl nicht helfen?"

„Dem Kerl. KERL! Da ist der springende Punkt!!"

„Ach wählerisch sind wir auch noch, hmmm??"

Frodo kochte. Er hätte die Stimme am liebsten erwürgt, doch das war technisch gesehen leider nicht möglich.

„Was ist schon so schlimm daran einem gleichgeschlechtlichen Mitmenschen zu helfen?? Und hey, der Typ ist inzwischen König – wer weiß, was da nicht alles an Kohle für dich rausspringt!"

Frodo dachte kurz nach. In der Tat konnte es nicht schaden, wenn der König von Gondor ihm einen Gefallen schulden würde. Und außerdem – jetzt wo er schon mal hier oben war, konnte er auch genauso gut etwas nützliches tun. Immerhin ging es nur darum, einen verfluchten Mann zu retten.

„Also gut!", sprach Frodo voller Tatendrang und wollte schon Boromirs Schultern ergreifen und ihn wachrütteln, als die Stimme rief: „Halt!!"

„Was noch?"

„So einfach geht das nicht! Einen Verfluchten kann man nicht auf normale Art aufwecken! Ich muss jetzt gehen, doch sieh unter seinen Polster – das wird dir weiterhelfen!"

Damit verschwand die Stimme erneut und Frodo warf schulterzuckend einen Blick unter Boromirs Kopfkissen. Dort befand sich auch tatsächlich eine Schriftrolle, deren Worte Frodo gespannt las;

Gebrauchsanweisung: Das Erwecken einer Jungfrau in Fünf einfachen Schritten

Schritt Eins: Entfernen Sie 1/3 der Decke, die Ihre Jungfrau verdeckt. Das schafft eine bessere Ausgangsatmosphäre.

Schritt Zwei: Bringen Sie die Jungfrau Ihrer Wahl in eine senkrechte Position und stützen Sie diese mit Polstern oder sonstigem ab.

Schritt Drei: Platzieren Sie Ihr Gesicht parallel über dem der Jungfrau, um optimale Bedingungen für Schritt Vier zu schaffen.

Schritt Vier: Stellen Sie Kontakt zwischen den Lippen der Jungfrau und Ihren eigenen her. Je intensiver dieser verläuft, desto lebendiger wird das Farbresultat sein.

Schritt Fünf: Sollte es sich bei der Dame Ihrer Wahl nicht um eine Jungfrau handeln, wiederholen Sie Schritt Vier ein bis zwei Mal.

Frodos Atem stockte. Nein, das war garantiert nicht das, war er sich unter einer lustigen Samstagabendbeschäftigung vorstellte. Doch zurück konnte er nun nicht mehr. Oder etwa doch? Es wäre feige. Aber wesentlich besser. Frodo seufzte. Nein, das kleine Häufchen Ehre in ihm ließ ihn nicht zurückweichen.

Er war schon bei Schritt Drei angelangt, als ihm plötzlich etwas auffiel. Auf dem Bett neben der ‚holden Maid' lag ein Horn aus Elfenbein. Sie . . . ähm, er hatte es mit einer Hand fest umschlossen. Nun, so fest ein hundertjähriger Halbtoter ein Horn eben umschließen konnte.

Ein Gedanke ergriff von Frodo Besitz und so ergriff auch er etwas. Nämlich selbiges Horn.

Er holte tief Luft und blies kräftig hinein. Augenblicklich war die Luft erfüllt vom donnernden Klang des Blasinstrumentes. Der Turm begann zu zittern, Vögel flogen unruhig am Fenster vorbei und noch etwas hatte sich geändert.

„Aua!! Meine Ohren!! Was soll das, hast du sie noch alle??", fuhr Boromir den Eindringling an. „Was soll das überhaupt, wer wagt es mein heiliges Familienerbhorn zu blasen??"

Noch ehe Frodo sich verteidigen konnte war der Raum plötzlich von einer gleißenden Lichtwolke erfüllt, die sowohl ihn als auch Boromir blendete.

„Mist, Mist, verdammter Mist!"

„Faramir!!"

„Ja, richtig. Ich bin es. DU!!!", schrie er und richtete seine blutroten Augen auf Frodo. „DU hast meinen Plan zerstört!! Rotten sollte er, rotten für immer!! Doch du hast es gewagt das Horn zu benützen und ihn somit befreit. VERFLUCHT SEIST DU, JUNGE!! VERFLUCHT SEIST DU BOROMIR!! UND VERFLUCHT SEI DIESES VERFLUCHTE HORN!!!"

Die Rage, in die Faramir sich selbst versetzt hatte ließ ihn nicht bemerken, dass seine Augen immer mehr erröteten und auch seine Nase zu triefen begann. Denn unglücklicherweise hatte er vergessen, dass noch ein zweiter Fluch auf diesem Turm lastete.

Frodo war nicht aus Gondor und Boromir gehörte zu den glücklichen 0.1%, die der Fluch verschont hatte. Faramir jedoch wurde von einer schweren Diestelkrautallergie befallen und verstarb noch in selbiger Minute an Luftmangel und Krämpfen.

Nun bedurfte es Boromir keiner weiteren Erklärung mehr. Er erkannte Frodo als den Helden, der er war, ließ sich von ihm den Turm hinabtragen, da er einerseits an Muskelschwund litt, andererseits einfach stinkfaul war.

Später wurden überall im Land große Feste zu Ehren Boromirs gefeiert. Er nahm seinen Platz als rechtmäßiger Thronfolger Gondors ein und belohnte Frodo mit einem lebenslangen Vorrat an Vollkornbrot.

Boromir heiratete bald darauf den Körper, der der mysteriösen Stimme angehörte und auch Frodo fand in seiner Heimat ein passables Weib.

So lebten sie alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende, da nun endlich wieder das Horn von Gondor durch das Land hallte.

„NICHT SCHON WIEDER DAS BESCHISSENE HORN!!! ILSE, WIR WANDERN AUS!!!"

~ ENDE ~

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Was das nicht eine wunderschöne und FURCHTBARE Geschichte? Nein, na das dachte ich mir schon. Aber egal, ich schreibe ja um mich selbst zu unterhalten. ^_^

In diesem Sinne: Frohes Fest und möge das Horn von Gondor euch immer begleiten!