3.Kapitel

Eine Entscheidung muss gefällt werden!

Legolas streifte durch die Reihen der Tische und war noch ganz in Gedanken versunken. Ruleila! Was für ein schöner Name. Er hatte ihn noch nie zuvor gehört. Aber vielleicht lag das auch daran, dass er noch nie zuvor das Königreich Aldrigon besucht hatte. Er drehte sich noch mal um, mit der Hoffnung sie noch einmal zu sehen, doch er bemerkte nur Gilodwen, die ihm zuwinkte und ihn freundlich anlächelte. Er lächelte zurück, hielt aber immer noch Ausschau nach Ruleila, doch sie war wohl mit ihrem Vater in der Menge untergegangen. So ging er weiter, auf der Suche nach seinen Freunden Aragorn und Gimli. Als er sie endlich entdeckt hatte und auf ihren Tisch zuging, wurde er schon von viel Stimmengewirr empfangen. „Hey Legolas, warum kommst du so spät? Und wen hast du denn da eben als Begleitung angeschleppt? Ah, ich verstehe. Du hast mal wieder deinen Charme spielen lassen.". Das konnte ja nur Gimli sein! Er stieß Legolas heftig in die Seite als er sich langsam setzten wollte. Daraufhin rutschte Legolas etwas zur Seite. Er kannte Gimli nur zu gut. Wenn er einmal in guter Stimmung war, war er unberechenbar. „Nein, Gimli mein Freund. Ich vergaß einfach die Zeit denn ich konnte nicht gut schlafen! Außerdem habe ich dieses Mädchen eben erst kennen gelernt. Wir sind zusammengestoßen". Legolas redete so als wäre es das normalste der Welt jemanden durch einen Zusammenstoß kennen zu lernen. Deshalb achtete er auch nicht auf die verwunderten Blicke die sich Aragorn und Gimli daraufhin zuwarfen. Als er es sich endlich gemütlich gemacht hatte bemerkte er, dass an ihrem Tisch nicht nur Gimli und Aragorn saßen sondern noch drei andere Männer. Er erkannte Elrohir und Elladan, die Söhne Elronds, die sehr gut mit ihnen befreundet waren. Sie waren, als die Söhne des früheren Herrschers von Bruchtal, auch zu dieser Versammlung eingeladen worden. Die beiden Brüder trugen, wie bei Zwillingen üblich, dieselbe Kleidung. Ein leichtes Hemd mit dem Wappen Bruchtals. Sie berieten nämlich den schon älteren Aétheron bei den Geschäften die Bruchtal angingen, da sie nun nach Aétherons Tod die nächsten Herrscher über Bruchtal sein sollten. Es würde eine Sensation geben – Das erste Mal würden zwei Herrscher gleichzeitig über Bruchtal gebieten. Doch den anderen Elb kannte er nicht. Er hatte pechschwarzes Haar und trug eine dunkle Weste mit einem weiten, langen, Umhang. Was Legolas sofort auffiel war, dass dieser Elb viel kleiner als normale Elben war. Das war eigentlich sehr ungewöhnlich denn alle Elben in Mittelerde waren von Natur aus hochgewachsene Wesen. Doch jetzt wollte er sich erst einmal auf wichtigere Sachen konzentrieren. Er war schrecklich hungrig und deshalb begrüßte er die Anwesenden kurz mit einem höflichen „Mae govannen¹"und machte sich an seinem Essen zu schaffen. Es gab Honig aus Lòrien, Bier aus dem Auenland und natürlich genügend Lembas, wovon er sich sofort ein Stück abbrach. Da Legolas sich nicht für den Unbekannten bei Tisch zu interessieren schien, ergriff Aragorn das Wort und fragte: „Legolas, darf ich dir unseren neuen Bekannten vorstellen?". Als Legolas daraufhin fragend aufblickte fuhr Aragorn fort. „Dies ist Gildor, Limchea's Sohn aus Düsterwald. Vielleicht kennt ihr euch ja.". Legolas betrachtete den neuen Freund seiner Gefährten genauer. Nein, den hatte er wirklich noch nie in Düsterwald gesehen. Außerdem waren schwarze Haare bei Sindar-Elben sehr untypisch. Auch seine dunkelbraunen, fast schwarzen Augen ließen Legolas an der Wahrheit dieses Hinweises Zweifeln. Doch er sagte nichts. Vielleicht irrte er sich auch. Er konnte ja nicht alle Bewohner Düsterwalds kennen. Legolas' Stillschweigen ließ Aragorn weiter sprechen. „Ich habe dich ihm schon vorgestellt und er meinte, dass...". „Lass gut sein Aragorn. Du brauchst nicht alles zu wiederholen was ich gerade gesagt habe. Ich denke, dass ich auch selbst mit diesem Elb ein Gespräch führen kann." Legolas sah in eindringlich an. Dieser Elb wagt es so mit dem König von Gondor zu sprechen. Gerade als er Gildor zur Rede stellen wollte, bemerkte er Aragorns verständlichen Blick, der ihm klar machte, dass Gildor wohl öfters so reagierte und es Aragorn nichts auszumachen schien. „Ihr seit also Legolas. Thranduils Sohn und zukünftiger Herrscher Düsterwalds." Gildors Stimme war rau und kratzig, was man eigentlich bei einem Elb von dieser Größe nicht vermuten würde. Legolas vermutete, dass er nicht viel größer als Gimli sein konnte. Er lächelte. Dann hat Gimli also doch noch einen Kamerad in seiner Größe gefunden. Außerdem hatte Gildor schmale Augen und eine spitze Nase, die sein Gesicht viel kantiger aussehen ließen. Er kam Legolas irgendwie ausländisch vor. Wahrscheinlich, weil er so untypisch für einen Elb war. Elben waren eigentlich immer höflich – sie sollten es auf jeden Fall immer sein – und waren ein sehr großes Volk. Aber er konnte nicht daran zweifeln einen Elb vor sich zu haben. Die spitzen Ohren sprachen für sich. Dennoch zweifelte er daran, dass er wirklich in Düsterwald geboren sein sollte. „Ja, das ist mein Name! Mhhh... Limchea... ein sehr untypischer Name für einen Düsterwälder, nicht wahr? Kommt eure Familie von Auswärts? Vielleicht aus Fangorn oder Lòrien?" Gildor schaute Legolas etwas unsicher an und erwiderte nach einem kurzen Moment: „Nein! Auf keinen Fall. Wie kommt ihr denn darauf? Ich wurde, wie mein Vater, in Düsterwald geboren. Wir sind gebürtige Düsterwälder!" Irgendwie kam dieser neue Freund seiner Gefährten Legolas etwas seltsam vor. Doch wenn Aragorn, Gimli und selbst die Elbenprinzen Elladan und Elrohir ihn nett fanden, konnte er ja nicht so übel sein.

„Also, was ist jetzt? Können wir mit dem Essen beginnen?", Gimli schien ungeduldig zu werden, da alle Leute an den Nachbartischen schon genüsslich die leckeren Gerichte verspeisten und nur sie noch nicht angefangen hatten. Doch damit sprach er Legolas direkt aus der Seele. Er hatte schon lange nichts mehr gegessen. So endete das, wenn auch kurze Gespräch von Legolas und Gildor und alle widmeten sich nun den angerichteten Köstlichkeiten, die die Tafel zu bieten hatte.

Nachdem alle gesättigt waren und die Töpfe und Teller auf den Tischen größtenteils geleert waren, hörte man plötzlich einen lauten lang anhaltenden Ton. Es kam ihm vor wie der Ruf eines Elbenhorns. Legolas schreckte aus einem tiefen Gespräch mit Aragorn auf und sah in die Richtung aus der dieser schrille Ton gekommen war. Es war urplötzlich eine totale Stille eingetreten und nun wusste Legolas auch wofür dieses Geräusch beabsichtigt war. „Da kommt Aétheron!" Aragorn hatte den alten Elb als erstes entdeckt. Man merkte wie sehr er den alten Herrscher Bruchtals achtete, obwohl Aragorn selbst eigentlich über ihm stand. „Er beginnt mit seiner Rede!" Legolas blickte auf die größere freie Stelle in Mitten des Raumes und bemerkte wie sich Aétheron langsam auf das, dort befindliche, etwas erhobene, Plateau zu bewegte. Er war mit seinen 7852 Jahren nicht mehr der Jüngste, deshalb wurde er von einem anderen, stattlichen Elben gestützt. Er lehnte sich auf ein kleines Pult und seine alten Hände klammerten sich um seine Ränder. Man sah ihm sein hohes Alter an, denn sein schwarzes Haar war schon mit grauen und weißen Strähnen durchlaufen und seine Augen blickten müde umher. Seine Haut war schon mit einigen Falten versehen und einige Narben ließen große Schlachten und mutige Taten erahnen. Als Legolas ihn so musterte bemerkte er, dass Aétherons Auftreten jedoch nichts von seiner erhabenen Ausstrahlung verloren hatte. Plötzlich blickte Aétheron genau in seine Richtung. In diesem Moment begriff Legolas, dass seine Augen mehr als Müdigkeit, wie es ihm zuerst vorgekommen war, ausstrahlten – in ihnen erkannte er große Furcht und Verzweiflung. Legolas wandte sich schnell zu Aragorn. „Aragorn, siehst du seine Augen? Ich denke er wird uns bei der Verhandlung nichts Gutes zu sagen haben." „Er scheint besorgt!", Aragorn pflichte ihm bei. Er kannte Aétheron schon etwas länger und besser als Legolas und war darum auch etwas verunsichert. „Dann lass uns mal hören was er uns zu berichten hat.". Nach einer Weile fing Aétheron an zu sprechen. Augenblicklich war es wieder still in dem großen Saal und alle horchten gebannt seinen Worten.

„Liebe Völker Mittelerdes. Menschen, Zwerge, Hobbits, Elben... ", er begann alle im Saal vertretenen Völker aufzuzählen, „... ich freue mich das ihr alle so zahlreich erschienen seid. Wie ich bemerkt habe herrscht in diesem Saale gute Stimmung. Und das trübt mein Gemüt, denn sie wird euch nun vergehen.". Ein leises Gemurmel kam plötzlich aus den Massen hervor. Man merkte es ihnen an das sie nun langsam beunruhigt wurden. „Ruhe bitte!" Wieder kehrte Stille ein. „Es ist eine ernste Angelegenheit, doch werde ich die Einzelheiten und unsere genaue Vorgehensweise mit einem ausgewählten Rat beraten."

Diese Information war Legolas schon bekannt. Deswegen wurden sie ja nach Bruchtal geschickt um daran teilzunehmen. „Am zweiten Tag eurer Ankunft, wenn die Sonne am höchsten steht wollen wir uns vor dem Hauptgebäude treffen", Legolas kam es so vor als höre er immer noch Aétherons Stimme in seinen Ohren. Doch nun wollte er erst einmal wissen worum es eigentlich ging.

„Uns in Bruchtal wurde bekannt, dass sich eine große Armee von feindlichen Elben, die Ynospharîm mit einigen Warges und vielleicht auch anderen düsteren Wesen zusammengeschlossen hat um auch das letzte wahre Elbenvolk Mittelerdes, die Sindar-Elben in Düsterwald dem Eryn Lasgalen, auszulöschen und eine neue schreckliche Macht an die Herrschaft von Mittelerde zu bringen.". Von dieser Nachricht war jeder geschockt. Sollte es erst so kurz nach dem entscheidenden Ringkrieg schon wieder eine neue Schlacht geben? Doch Legolas, Sohn des Herrschers von Düsterwald, wandte sich verzweifelt an seine Freunde. „Meine Heimat, meine Familie, mein... ", Legolas stockte der Atem. Er war erfüllt von Entsetzten und Angst aber auch von Hass und Wut. In seinen Augen blitzte es. „Ich werde mein Land und meine Heimat zu verteidigen wissen. Wir dürfen es nicht soweit kommen lassen.". Plötzlich hörte Legolas aus dem hinteren Bereich des Raumes eine leise Stimme: „Wer sind denn überhaupt diese Ynospharîm? Können sie den Düsterwäldern überhaupt etwas anhaben?" „Die Ynospharîm wurden damals wie andere auch aus dem ewigen Land Aman verbannt, doch fuhren sie nicht nach Mittelerde sondern sie segelten mit ihren silbernen Schiffen gen Norden zu den kalten Landen. Weit über der Eisbucht von Forochel liegt ihre Heimat. Man sagt sich, sie segeln nun über alle Meere Erus und versuchen die anderen Elbenvölker auf dieser Welt auszurotten. Sie wollen sich dafür rächen verraten worden zu sein." Nach einer kurzen und verständnislosen Stille hörte man wieder eine Stimme. „Sie wurden verraten? Von den Elben?"Langsam wurden im Saal mehrere Stimmen laut und es raunte durch die Menge. „Manwe verbannte sie, weil einige von ihnen sich von dem Glauben Ilùvatars abgewandt hatten und Spione Morgoths geworden waren. Doch der dunkle Feind bemerkte bald das Ynos, der Anführer ihrer Gruppe, und sein Gefolge für diese Aufgabe mehr als ungeeignet waren. Sie hatten einen schwachen Geist und prahlten vor den anderen Elben, natürlich nur vor denen die ebenfalls beschlossen hatten Morgoth zu dienen. Doch er wusste um die Schwäche der Elben und erkannte, dass es später durch einen unglücklichen Zufall sicher ans Licht kommen würde. Kurz danach wurde er wieder in den Schicksalsring gerufene und bettelte um die Aufhebung seiner Strafe. Dann kam ihm ein Einfall und er verriet sie. Doch er tat es geschickt sodass man nicht ihn damit in Zusammenhang brachte. Er wurde freigelassen, was jedoch ein großer Fehler der Valar war. Ynos und seiner Eskorte erzählte er jedoch die Elben hätten sie verraten. Und sie glaubten ihm wie sie ihm immer blind vertraut hatten. So verbannte Manwe alle Nachfahren des Ynos aus Aman und nannte sie deshalb die „Ynospharîm". Pharîm heißt in diesem Zusammenhang „verfluchtes Volk". Nun segelt das Verfluchte Volk von Ynos unaufhaltsam über Erus Meere und ist nun bei uns, in Mittelerde angekommen." Bevor noch mehr Fragen laut wurden fuhr Aétheron schnell fort: „Viel mehr kann ich euch im Moment leider noch nicht sagen, da auch meine Kenntnisse beschränkt sind, dennoch brauchen wir von jedem Volk die Unterstützung die wir bekommen können falls es zu einem Gegenschlag kommen sollte!". Damit schloss Aétheron seinen Bericht und verließ schweigend den Raum. Als die schweren Holztore hinter ihm zufielen ging sofort ein allgemeines Flüstern und Raunen durch die Menge. Als Legolas sich langsam wieder zu seinen Freunden umdrehte, erkannte er in den anderen Gesichtern genau dieselbe Ratlosigkeit und Hilflosigkeit die wohl auch ihm im Gesicht stand. Für alle war es eher ein böser Traum als Realität. Doch Gildor spiegelte genau das Gegenteil wieder was die anderen fühlten. Er sah nicht hilflos, nicht wehrlos aus sondern eher wütend. Er schnaubte wie ein wildes Tier und es sah so aus als könne er sich nicht länger zusammennehmen sondern bald explodieren. Und so kam es dann auch. Plötzlich sprang er von seinem Stuhl auf, sodass dieser nach hinten auf den Boden geschleudert wurde. Wutschnaubend und mit geballten Fäusten verließ er, ohne jemandem Beachtung zu schenken, mit riesigen schnellen Schritten den Speisesaal und die zwei großen Flügeltüren knallten hinter ihm ins Schloss. Legolas sah die anderen etwas ratlos an. Doch dann dachte er sich, dass es wohl verschiedene Arten geben kann mit schwierigen Situationen fertig zu werden, und Gildors schien dann wohl diese zu sein. Doch Legolas wusste nicht, dass es in Wirklichkeit ein ganz anderer Grund war der Gildor so außer Fassung gebracht hatte. Legolas, Aragorn und Gimli hingegen blieb nun nichts anderes übrig als auf den Mittag zu warten.

Die nächsten Stunden waren für Legolas unerträglich. Einerseits war es die Neugierde auf das was die Versammlung vorhatte, um die Feinde abzuwehren, andererseits war es aber auch die Furcht um seine Heimat und seine Familie. Außerdem hatte noch nie etwas von den Ynospharîm gehört und war neugierig mehr über sie zu erfahren. Der restliche Tag verlief relativ ruhig denn die Bewohner von Bruchtal waren alle sehr still und nachdenklich geworden. Jeder grübelte jetzt für sich aus was passieren könnte. Manche blieben auch fast den ganzen Tag auf ihrem Zimmer und überlegten dort weiter. Wie auch Legolas. Gimli half Aragorn bei einigen Geschäftssachen die er noch zu erledigen hatte aber Legolas wollte nun nur noch alleine sein. Er machte sich fürchterliche Sorgen um seine Mutter und seinen Vater in Düsterwald und malte sich die schlimmsten Sachen aus die die Ynospharîm in seinem Zuhause anrichten könnten. Er nickte ab und zu an seinem kleinen Tisch ein, doch wachte er immer nach ein paar Minuten wieder auf als er sich die brennenden Wälder Düsterwalds vorstellte, die den Eingeschlossenen kein Entrinnen ermöglichen. Er streifte umher, auf der Suche nach einer Beschäftigung und fand plötzlich auf seiner Kommode den Brief den Ruleila gefunden hatte. Schnell riss er ihn auf und erkannte sofort die Handschrift seines Vaters:

„Mein lieber Sohn Legolas!

Wie lange Zeit bist du nun schon fort? In Minas Tirith, bei dem neuen König von Gondor oder in Bruchtal bei Elronds Söhnen und meinem alten Freund Aétheron. Doch denke auch an deinen Vater der dich jetzt seit dem Ringkrieg nicht mehr in seine Arme schließen konnte. Ich möchte dich auch aus gegebenem Anlass zu mir bitten, denn, vielleicht ist es dir schon zu Ohren gekommen, die Ynospharîm, feindliche Elben aus dem Norden, wollen Düsterwald angreifen. Wenn du kommst können wir uns zusammen einen Plan gegen diese Bande von Banditen überlegen. Wir könnten zusammen Seite an Seite für unsere Heimat kämpfen. Und würden sie nicht diesen unverschämten Elben überlassen. Ich bitte dich mich bald noch einmal zu besuchen.

Dein dich liebender Vater, Thranduil"

Eigentlich hatte Legolas sowieso vor gehabt, nach seinem Bruchtalaufenthalt nach Düsterwald zurückzukehren, doch die gegebenen Anlässe ließen seinen Wunsch endlich nach Hause zu seiner Familie zu kommen noch viel stärker werden. Genau! Nach der Versammlung würde er sofort nach Düsterwald reiten und endlich seinen Vater wieder sehen!

Als schließlich die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht hatte, verließ Legolas sein Zimmer und machte sich schweren Herzens auf den Weg zu der Verhandlung. Dort wollte er auch Aragorn und Gimli treffen. Ob Gildor auch eingeladen war wusste er nicht. Er war sehr gespannt und konnte es kaum erwarten den Plan Aétherons zu hören um die Ynospharîm abzuwehren. Als er den Flur betrat und Richtung Hof marschierte begegnete ihm plötzlich Gilodwen. Sie war wohl auch zu der geheimen Verhandlung geladen! Doch als er sie erblickte, bemerkte er, dass ihre Augen gerötet und feucht waren. Auch sie war sehr oft in Düsterwald gewesen und fürchtete nun um ihre Freunde und Verwandten. Auf dem Weg zu dem Hof redeten sie nicht viel miteinander, denn beide waren bedrückt und nachdenklich. Schließlich kamen sie an. Vor dem Hauptgebäude neben Elronds ehemaligen Haus, waren einige Stühle zu einem Halbkreis zusammengestellt und vor ihnen stand ein kleines Podest auf dem Aétheron stand und mit Elrohir und Elladan zusammen überlegte wer schon alles gekommen war. Die Stühle waren in drei Gruppen aufgeteilt. Links saßen die Elben Bruchtals und Düsterwalds, rechts die Menschen aus Rohan, Gondor und Aldrigon und in der Mitte war so ziemlich der Rest versammelt, wie Zwerge und Hobbits. In der ersten Reihe waren die Plätze von Aragorn, Gimli und Legolas, die als ehemalige Gefährten in der Zeit des finalen Ringkrieges einen besonderen Ehrenplatz bekamen.

Legolas und Gilodwen schienen nun die einzigen zu sein die noch nicht angekommen waren. Doch als sie dann schließlich ihren Platz gefunden hatten nickte Elladan kurz Aétheron zu, das alle komplett waren und er anfangen konnte. Sofort als Legolas den Hof betreten hatte, hatte er schon Ruleila entdeckt.

Sie saß etwas weiter hinten neben ihrem Vater Gliêliras und einem anderen großen, kräftigen Mann. Wahrscheinlich auch ein Aldriger, dachte Legolas bei sich, denn dieser Mann trug dieselbe Kleidung wie Ruleilas Vater und alles in rotbraunen Tönen wie es für Aldriger typisch war. Auf der linken Seite erkannte er noch Gildor der sich noch mit einem anderen Düsterwaldelb unterhielt. Er schien sich wohl wieder beruhigt zu haben. Als Legolas weiter suchend nach hinten blickte um vielleicht noch mehr bekannte Gesichter zu entdecken, wurde ihm plötzlich kräftig in die Rippen geboxt. Er drehte sich verärgert um, um in Gimlis schmunzelndes Gesicht zu blicken. „Es fängt jetzt an!"flüsterte ihm Gimli zu, der sich das Lächeln nicht verkneifen konnte als Legolas sich mit schmerzverzogenem Gesicht die Seite rieb. „Das hättest du mir auch einfach so sagen können ohne mir fast die Knochen zu brechen!" Doch das schien Gimli nicht zu stören, denn er ließ einfach keine Möglichkeit aus, seinen Elbenfreund zu necken und seine, wie es schien, überschüssige Kraft an ihm auszulassen. Ein Räuspern von Aétheron ließ Legolas und Gimli aufblicken und schließlich war Totenstille eingekehrt. Aétheron räusperte sich noch einmal bevor er anfing mit seiner beruhigenden und sanften Stimme zu sprechen: „Wie wir ja jetzt schon wissen, planen die Ynospharîm einen Angriff auf Düsterwald! Wir müssen etwas unternehmen. Bruchtal, das sehr lange Zeit schon mit Düsterwald verbündet ist, ist verpflichtet etwas zu tun. Oh ja, wir sind verpflichtet unseren Freunden in der aufkommenden Not zur Seite zu stehen!" „Wir könnten ein großes Heer zusammenstellen!", eine laute Stimme kam aus der Gruppe der Menschen. Es war Éomer. „Mit Gondor und Rohan zusammen könnten wir es sicher locker mit diesen feindlichen Elben aufnehmen!" „Und doch sollten wir sie nicht unterschätzen. Wir sollten noch einen Bericht aus Düsterwald von Thranduil abwarten". „Doch sollten wir nicht zu lange warten". Nun stand Legolas auf um seine Meinung preiszugeben. „Die Boten und selbst Briefvögel sind nicht schnell genug. Auch wenn uns mein Vater eine Nachricht überbringt – in der Zwischenzeit kann alles passieren ohne das wir davon etwas mitbekommen. Wir müssen schnell handeln sonst kann noch ein Unglück passieren. Ihr sagt es ja selbst Aétheron, dass diese Ynospharîm nicht zu unterschätzen sind. Wahrscheinlich haben sie schon längst einen Angriff geplant. Wir dürfen es nicht soweit kommen lassen. Das können wir nicht zulassen!" „Was schlagt ihr vor, Prinz von Düsterwald?", Aétheron sah ihn auffordernd an. „Wir müssen ein Heer aufstellen! Wissen wir denn mit wie vielen elbischen Kriegern wir es aufnehmen müssen?" „Nein, wir wissen es nicht genau. Als Ynos' Gefolge damals aus Valinor verbannt wurden waren es knapp 50 Elben. Doch wie viele Zeitalter ist es nun schon her? Sie müssten mittlerweile ein ganzes Volk sein. Mit einem ganzen Volk kann man es nicht so einfach aufnehmen!" „Aber wir müssen etwas tun!", Legolas war verzweifelt. Er konnte sich nicht vorstellen hier einfach nur zu sitzen und zu warten während vielleicht in diesem Moment seine Heimat angegriffen wird. Nun meldete sich Ruleila zu Wort. „Wir werden euch natürlich in jedem Fall unterstützen. Ganz Aldrigon ist zu euren Diensten und...". Sie wollte eigentlich noch weiter sprechen, doch plötzlich wurde sie von lautem Stimmengwirr aus dem Gebäude unterbrochen. Gerade wollte sie fortfahren als urplötzlich die beiden riesigen Flügeltore des Haupttores aufflogen und eine schmale Gestalt hereinstolperte. Hinter ihr folgten sofort zwei riesige starke Elben, die ihn versuchten aufzuhalten in diese eigentlich geheime Versammlung zu kommen, doch er war einfach zu schnell und flink sodass er ihnen immer wieder entwischte. Schließlich kam der junge Elb vor Aétherons Pult zum Stehen und kniete sich vor ihm nieder. Er atmete sehr schwer und der Schweiß lief ihm seine Wangen herunter. Es war Amiron, ein Bote aus Düsterwald. Sofort kamen die beiden Elbenwächter, hoben ihn hoch und hielten ihn an den Armen fest um ihn wieder heraus zu tragen. Keiner hatte eine geheime Versammlung zu stören! Gerade als man ihn schon zum Ausgang geschleppt wollte rief er: „Hört mich an! Es gibt wichtige Nachrichten aus Düsterwald!". Legolas schaute auf und Aétheron erwiderte sofort: „Lasst ihn! Er soll sprechen!" Die Elbenwächter verließen mürrisch den Hof und nahmen wieder ihren Platz vor dem Tor ein. Amiron war mittlerweile so außer Atem dass es ihm sehr schwer fiel überhaupt den Mund zu öffnen, doch dann holte er tief Luft und keuchte immer noch ängstlich und leise: „Die Ynospharîm! Sie waren da! Wir konnten nichts tun!" Oh nein! Legolas spürte plötzlich einen Stich in seiner Brust. Ein unaufhaltsames Gefühl der Angst und Trauer verbreitete sich in ihm. Dann schloss er verzweifelt die Augen als ob er so der Wirklichkeit entfliehen könnte. Sie waren zu spät. Es war alles zu spät!

Jaja... ich weiß, das mit der Verhandlung ist alles etwas geklaut aber es hat einfach zu gut gepasst... ich hoffe du verzeihst mir... Aber Hauptsache: Ich haben das 3 Kap fertig... yeah me! Das ging irgendwie schneller als ich gedacht hätte... aber umso besser ;o) Ich hoffe man versteht das alles mit Ynos und so...mhhh... na ja Ach ja... ich habe herausgefunden, dass es den Namen Gildor schon mal in der Geschichte von Mittelerde gibt... weiß ich aber erst jetzt... also der hier hat nichts mit dem anderen zu tun So, genug des Schwafelns... Ist wirklich alles zu spät?