A/N:
Manu: Freut uns, daß die Story Dir gefällt. Und...Ja, Norrie, Jack und Will, das hat was. :)
Megchen: Danke, Du treue Seele! :) Ich liebe Deine Reviews! (Und Jen bestimmt auch. :) Gouverneur Swann ist mit Elizabeth zurück nach England gefahren. Ich hatte den Eindruck, wir hätten das irgendwo erwähnt. Sorry. lol Wir daten nur deswegen so schnell up, weil wir das alles schon abgetippt haben! Warte mal ab, bis wir die nächsten Kapitel erst ausdenken müssen! Und schreiben. Und hin-und herkorrigieren! Da geht das dann alles etwas langsamer. g
chrissy9: Vielen, vielen Dank. Wir geben uns Mühe. :)
Ravanna Ven: Danke! strahlt Hier das nächste Update. Wir hoffen, es gefällt Dir auch weiterhin. :)
4. Kapitel
"Los, komm schon! Oder willst du, daß man uns erwischt?"
"Du bist witzig! Weißt du eigentlich, wie schwer dieses blöde Ding ist?"
Marian sah ihren Bruder vorwurfsvoll an, während sie sich abmühte, die schwere Truhe, in der ihre Herrin einige Wertgegenstände aufbewahrte, zu der kleinen Kammer herüberzuziehen, die momentan als erweiterter Kleiderschrank diente.
"Wenn du mir helfen würdest, würde es viel schneller gehen."
"Hey, du hast selbst gesagt, daß du nicht genau weißt, wann sie wiederkommt. Es ist einfach besser, wenn sie mich nicht gleich sieht, wenn sie ins Zimmer kommt."
Er wischte sich ungeduldig einen seidenen, spitzenverzierten Ärmel aus dem Gesicht und drückte die bauschigen Röcke, die ihn von allen Seiten bedrängten, zurück.
"Weißt du, solche Ideen kannst auch nur du haben," brummte Marian und zog die Truhe noch einmal kräftig heran, sodaß nun auch Dominic zupacken konnte, ohne Gefahr zu laufen entdeckt zu werden.
"Hey, wo ich schonmal hier bin, kann ich doch schonmal was mitnehmen," äffte sie ihn nach und gab der Truhe einen letzten Schubs, um gleich die Tür hinter ihnen zu schließen. Das einzige Licht, das jetzt noch zu ihnen vordrang, war das Licht, das durch die Spalten der Tür fiel.
"Das war die dümmste Idee, die du je hattest."
Sie konnte sehen, wie sich im Dunkeln ein Finger hob.
"Das stimmt so nicht ganz. Erinnere dich an die Sache mit dem Wirtshaus in Everton..."
"Meine Güte, Dom, du brauchst mich nicht daran zu erinnern, daß du deinen Verstand manchmal irgendwo im linken Zeh vergräbst! Ich weiß das. Deswegen plane ich ja auch meistens unser Vorgehen. Und meiner Meinung nach, ist es dafür noch zu früh."
"Und meiner Meinung nach, werden wir bald leer ausgehen, wenn wir uns nicht beeilen," erwiderte Dominic und zog eine Art Schlüsselbund aus einer seiner Westentaschen. Er ging in die Knie und versuchte den passenden Dietrich für das Schloss der Truhe zu finden.
"Dieser Winter ist eindeutig ein Wahnsinniger. Der ruiniert ganz Port Royal und wenn die Leute hier kein Geld mehr haben, werden auch die Adeligen hier bald ein paar Probleme kriegen. Vielleicht ziehen sie sogar weg – und was machen wir dann??"
"Mitziehen?"
"Mitziehen?! Du spinnst wohl! Wie kannst du es nur so lange in der Gesellschaft von solchen..." Er versuchte, ein passendes Wort zu finden. "...Ratten aushalten?"
"Och, Mrs. Norrington ist eigentlich ganz nett. Sie ist, glaub' ich, sogar mein Alter und..."
"Das ist mir doch egal," brummte Dominic, während er den nächsten Dietrich ausprobierte. "Auf jeden Fall ist eines klar: Lange geht das hier mit dem Gouverneur nicht gut. Den Leuten reicht es langsam. Will sagt, er versteht so und so nicht, warum der Commodore nicht schon längst gemeutert hat. So ein Verrückter sollte von der nächstbesten Klippe geworfen werden."
"Will sagt, Will sagt! Weißt du, wie egal es mir ist, was dieser Moralapostel von Schmied von sich gibt?" zischte Marian. "Wo sind denn plötzlich seine ach so edlen Grundsätze hin? Meuterei? Mord? Da verlangt er aber ganz schön viel für jemanden, der sich sonst so rechtschaffen gibt. Soll er's doch selber machen, der starke Held! Er kann ja den Piraten anheuern, den sie letztens geschnappt haben. Die gäben bestimmt ein tolles Gespann ab!"
Sie mußte lachen.
"Ich bin jedenfalls seiner Meinung," brummte Dominic und sah sie böse an. "Winter verdient den Tod. Ihn sollten sie statt des Piraten hinrichten. Und ich glaube genau so wie Will, daß Norrington bald der Kragen platzt."
"Du meinst also, dieser perücketragende, gepuderte Schlappschwanz lehnt sich gegen Winter auf? Gegen das Britische Empire?"
Wieder ließ sie ein Lachen vernehmen, nur noch eine Spur verächtlicher.
"Ich glaube, du verkennst den Mann ein wenig. Der ist eine Kämpfernatur," sagte Dominic, geflissentlich über das weitere Gekicher seiner Schwester hinwegsehend. "Lach' nur! Du wirst schon sehen! Irgendwas passiert – und wenn sie einfach nur wegziehen. Und bis dahin sollten wir dafür gesorgt haben, daß wir nicht leer ausgehen."
Mit diesen Worten öffnete er nun endlich das Schloß und erstarrte.
"Kleider?"
Marian stieß ihn zur Seite und griff in die Kiste, um die kostbaren Stoffe zur Seite zu ziehen.
"Die liegen doch nur drüber," murmelte sie und entblößte eine Reihe von glänzendem Silberbesteck. "Sie hat gesagt, sie braucht es momentan nicht, da Mr. Norrington über ein eigenes verfügt. Deswegen habe ich es in der Truhe versteckt."
Sie nahm alles vorsichtig heraus und ließ es in den Beutel gleiten, in dem Dominic die Waffen verstaut hatte, die ihm zum Bearbeiten mitgegeben worden waren.
"Und die Kerzenständer?" fragte Dominic mit vor Gier blitzenden Augen.
Marian zog eine Grimasse.
"Wo willst du die verstauen, hm? Unter deinem Hut? Oder in den Stiefeln? Die sind ein bißchen sperrig, oder?"
Dominic zuckte die Schultern und stand auf, während seine Schwester eine kleinere Truhe aus der Kiste hob und sie mit einem triumphierenden Grinsen öffnete.
"Wow!" stieß Dominic hervor, als er den glitzernden Schmuck darin betrachtete. "Perlen!"
"Ja. Und das hier ist sogar ein Diamant." Sie wies auf einen Ring, der zwischen den anderen Schätzen lag. "Alles geerbt. Von einer entfernten Tante. Das trägt sie manchmal zu feierlichen Anlässen, aber sie sagt, sie fühlt sich nicht wohl, wenn sie so "bepackt" ist. Jaja, auch die Reichen haben ihre Last zu tragen."
"Na, da wollen wir ihnen doch mal unter die Arme greifen und sie ein wenig erleichtern," grinste Dominic und öffnete erneut den Beutel, sodaß seine Schwester die kostbare Beute hineinschütten konnte.
"Die Reichen geben den Armen – so soll es doch sein," meinte er, immer noch grinsend, während Marian die Truhe wieder verschloß und unter die Röcke schob, sodaß sie einigermaßen verborgen war.
Dominic schulterte den nun ziemlich schweren Beutel und sah seine Schwester fragend an.
"Wie gehen wir weiter vor?"
"Also, wenn alles wie immer läuft, dann machen sie gegen neun Uhr abends wieder ihren Abendspaziergang. Du kommst diesesmal mit dem Eselskarren und bringst die fertigen Schwerter. Dann nehmen wir alles mit, was wir tragen können und verschwinden, bevor irgendjemand etwas merkt."
"Und was ist mit Plan B?"
"Du meinst die Entführung von Mrs. Norrington? Das schaffen wir nicht. So etwas muß gut geplant werden und du hast es ja plötzlich so eilig."
"Auch gut. Siehst du nach, ob die Luft rein ist?"
Sie nickte nur und öffnete vorsichtig die Kammer. Dann durchquerte sie leise das Zimmer und lauschte an der Tür. Alles schien still zu sein. Sie wandte sich um und winkte Dominic heran. Als sie aus dem Zimmer traten, war tatsächlich niemand zu sehen. Marian begleitete ihren Bruder zur Haustür, nun munter über belanglose Themen redend, damit niemand Verdacht schöpfen konnte. Doch gerade als sie die schwere Eichentür öffnen wollte, wurde diese schon aufgestoßen und sie starrte überrascht in das angespannte Gesicht ihrer Herrin.
"Nehmt alles, was ihr tragen könnt, aber nicht mehr!" befahl Juliet sofort. "Nur das Nötigste: Waffen, ein paar Kleider, Geld! Marian, bring' mir bitte meinen Schmuck!"
"Was...was ist denn los?" fragte Dominic irritiert.
"Ich weiß es nicht," gestand Juliet nachdenklich. "Aber wir müssen weg."
Marian kam mit dem Schmuck, den sie nicht eingepackt hatte, und Juliet legte ihn an. Komplett. Auch wenn die Zusammenstellung mehr als albern aussah.
"Madame?" fragte Marian.
"Wir müssen zu Will Turner," sagte Juliet. "Schnell! Alles, was uns behindert, bleibt hier! Sobald wir in der Schmiede sind, seid ihr frei und könnt tun, was ihr wollt, ihr habt mein Wort. Das ist der letzte Auftrag, den ich euch gebe. Und jetzt los! Die Zeit wird knapp."
"Welche Kleider?"
"Einfache! Praktische! Nichts Auffälliges!"
"Und Euer Mann?"
"Zivil! Keine Uniformen! Beeilt euch!"
Dominic und Marian sahen sich kurz an und stürmten dann die Treppe zu den Schlafgemächern hinauf.
"Das Zimmer!" kommandierte Marian und stieß die Tür zu Norrington's Zimmer auf, um selber zum Zimmer ihrer Herrin zu laufen. Es dauerte nicht länger als ein paar Minuten, bis sie alles Nötige zusammengepackt und in die Eingangshalle geschleppt hatten. Auch Juliet erschien wieder, beladen mit einem größeren Beutel. Sie wirkte immer noch sehr gehetzt, aber auch sehr entschlossen.
"Fertig?" fragte sie knapp.
Marian nickte nur. Sie fühlte sich äußerst unwohl in ihrer Haut. Schließlich trug ihr Bruder noch das Diebesgut bei sich und irgendwie geriet alles außer Kontrolle.
"Madame, darf ich fragen, was passiert ist?" erkundigte sie sich zögerlich, als sie alle schwer bepackt und so unauffällig wie möglich das große Haus der Norringtons verließen.
"Ich glaube, in diesem Moment ist mein Mann mit Captain Gillette und Captain Jack Sparrow unterwegs zu Will Turner. Wir verlassen Port Royal. Davon abgesehen, weiß ich nicht mehr als ihr. Achtung!"
Sie liefen in eine Seitengasse, als ein Trupp von Winter's Soldaten auf sie zusteuerte. Juliet glaubte nicht, daß sie bereits nach ihnen suchten, aber wie sollte sie einleuchtend ihren vollbepackten Zustand erklären, ohne Mißtrauen zu erregen?
"Captain Jack Sparrow?" wiederholte Marian leise, als die Soldaten vorbeigezogen und sie selbst schon einige Meter weitergelaufen waren.
"Ist das nicht dieser Pirat, den sie erst vor kurzem gefangen haben? Stellt sich Commodore Norrington gegen den Gouverneur?"
"Sieht so aus, oder?" mischte sich Dominic ein und bedachte sie mit einem breiten Grinsen. Sie schielte ihn genervt an.
"Ja, es ist der Pirat," antwortete Juliet. "James kann ihn nicht wirklich gut leiden – vielleicht ist er auch einfach nur neidisch auf Jack's Freiheit – aber auf jeden Fall will er wohl nicht, daß er stirbt. Ich kann nur ahnen, was James vor hat, aber was auch immer, wir haben wenig Zeit."
Sie eilten wortlos weiter, jeder in seine eigenen Gedanken vertieft. Marian begann langsam zu schwitzen. Wenn sie die Schmiede erreicht hatten, würde Will Turner ihrem Bruder vielleicht den Beutel abnehmen, um zu sehen, welche Waffen neu geschmiedet werden sollten, und dann würden sie auffliegen. Vielleicht würde Norrington sie beide sofort erschießen? Sie hatten ja keine Zeit für eine Verhandlung...Marian schüttelte sich. Nein, sie durfte nicht immer so negativ denken. Wahrscheinlich war der Beutel mit den Schwertern das letzte, woran Will Turner wohl dachte, wenn sie die Schmiede erreichten. Sie mußten schließlich so schnell wie möglich ihre Flucht planen, da blieb gar keine Zeit, um über prall gefüllte Beutel nachzudenken. Sie konnten in der Aufregung ganz gewiß unauffällig verschwinden. Mit diesem beruhigenden Gedanken folgte Marian ihrer Herrin in die Gasse, in der sich die Schmiede befand.
A/N: Und???? I.
