AN: Erstmal vielen Dank an meinen Beta-Reader Irmentis. Mit seiner Hilfe werde ich es sicher schaffen, die Übersetzung etwas runder und weniger holprig zu gestalten.
Und natürlich vielen Dank an alle Reviewer!
Kapitel 3 – Die zukünftigen Lehrlinge
"Oh gnädiger Gott!" stöhnte Tante Petunia aus dem Fenster schauend, als der Ton einer Hupe ertönte. Dort, für alle aus der Nachbarschaft sichtbar, war ein Bus. Aber es war nicht irgendein Bus, sondern ein leuchtend roter Bus mit dem Hogwarts-Symbol an der Seite. „Was sollen wir nur den Nachbarn sagen? Vernon wird sich furchtbar darüber aufregen."fuhr sie Harry böse an.
"Sag ihnen--- sag ihnen, ich hätte mich gebessert und würde zu einer sehr strengen, sehr exklusiven Schule für geniale aber gerade auf Entziehung gesetzte Drogenabhängige geschickt worden oder so etwas." Petunia hob ihre Augenbrauen scharf an und ihr knochiges Pferdegesicht verzog sich mürrisch „Und wie viel Übung genau hast du im Erfinden von Geschichten, junger Mann?" „Weniger als Dudley!"schnappte Harry, plötzlich verärgert über seine Tante, dafür, dass sie etwas fast mütterliches gesagt hatte. Speziell, nachdem er von Rose erfahren hatte und weil... sie einen so ‚hervorragenden' Job bei Dudley getan hatte. Und nun nachdem er fünfzehn Jahre in ihrem Haus gelebt hatte, Jahre, in denen sie ihn ignoriert oder beleidigt hatte und ihn arbeiten ließ, wie einen Hauself, ... nun , wenn er vermutlich nie wieder zurückkehren würde... NUN wagt sie sich, sich ihm gegenüber aufzuführen, wie seine Mutter?
"Lass deine Frechheiten!" sagte Petunia mürrisch, „Erinnere dich an dein Versprechen!" „Das werde ich,"stimmte Harry zu. Er schluckte. Er würde sein Versprechen halten, wenn er lang genug lebte. „Und wenn du gut wärst, könntest du mich wissen lassen, dass du noch lebst, ohne mein Haus mit Eulen zu fluten." „Und wenn du so freundlich wärst mich wissen zu lassen, dass du noch unter den Lebenden weilst ohne mein Haus mit Eulen zu überfluten." „Ich werde dir Post über Mrs. Figg schicken. Ich habe sie gestern gefragt. Sie fühlt sich durch die Eulen nicht gestört." Petunia nickte einfach, dann schüttelte sie sich, als die Hupe erneut ertönte. „Geh!"sagte sie simpel. Das Horn ertönte noch einmal. „Jetzt!"Sie schob ihn aus der Tür und murmelte etwas über die Nachbarn und wie wütend Vernon sein würde. Harry schaffte es, seinen Koffer den Weg zum Bus entlang zu ziehen. Er musste einen zweiten Blick auf den großen Mann werfen, der aus dem Bus stieg, um ihm mit dem Koffer zu helfen. Schwarze Hosen, ein schwarzes langärmliges Shirt mit hohem Kragen (es war JULI. Noch eine massive Hitzewelle, die dem Rekordbrecher im letzten Sommer Konkurrenz machte!) Und da stand Snape mit einem langärmligen schwarzen Shirt auf dem Ligusterweg. Merlin sei dank, Onkel Vernon war bei der Arbeit. "Beeil dich, Potter! Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit, auf dich zu warten."grummelte Snape. „Du bist nicht der einzige Schüler, den wir auflesen müssen. Und du bist nicht wichtiger, als irgendeiner der anderen." Harry starrte ihn an und biss seine Zähne aufeinander, aber er schaffte es, ein Kommentar zurückzuhalten, als ihm Snape half, den Koffer in den Bus zu laden. Milicent Bulstrode war der einzige Insasse („Fahrgast"wäre vielleicht besser) außer dem Fahrer (Merlin hilf! Es war Mundungus Fletcher. Harry bemerkte seine Geste und tat, als ob er ihn nicht kenne) und Snape. Milicent starrte misstrauisch zu Harry, der seinen Koffer verstaute. Hedwigs Käfig war geschrumpft und befand im Koffer. Hedwig selber war bei Dumbledore, der das Postsystem arrangiert hatte, zwei Tage nachdem die Schule geendet hatte. (Hedwig war zu einmalig und zu leicht zu erkennen, so dass Harry nicht mal daran denken konnte, sie diesen Sommer zu benutzen oder sie auch nur einfach so im Ligusterweg fliegen lassen konnte.)
Harry hatte nie darüber nachgedacht und wenn er hätte, hätte er gedacht, dass kein Fahrer schlimmer sein konnte, als Ernie, der Fahrer des Fahrenden Ritters. Er hätte auch absolut falsch gelegen. Mundungus war ein sehr viel schlechterer Fahrer als Ernie. Er schaute kurz zu Milicent herüber, dann zu Snape und entschied augenblicklich, dass keine Konversation vermutlich die beste Wahl wäre und schaute statt dessen lieber aus dem verzauberten Fenster. Das Fenster zeigte nicht die Muggel-Nachbarschaft, dafür eine Art Kampf zwischen Goblins und Drachen. Jedes Fenster hatte eine andere Ansicht und spielte verschiedene Szenen, etwa wie Filme oder so was, anstatt die Landschaft draußen zu zeigen. Einige Stunden, nachdem Harry in den Hogwartsbus gestiegen war, stoppte er noch mal. Blaise Zabini wurde ebenfalls von Snape mit dem Koffer geholfen. Die beiden Slytherin-Schüler nahmen sich gegenseitig mit nicht mehr als einem Nicken zur Kenntnis und kurzen Begrüßungen mit „Bulstrode"und „Zabini". Nur zehn Minuten nachdem Zabini eingestiegen war, stoppte der Bus erneut. "Neville" grüßte Harry herzlich und mehr als erleichtert, ein freundliches bekanntes Gesicht zu sehen." „Hallo Harry"Neville brachte ein nervöses Lächeln zustande, während er hinter Snape her eilte, der das vordere Ende seines Koffers hielt, als sie den Gang im Bus entlang gingen. Neville setzte sich auf den weichen Sessel neben Harrys. „Alles klar bei dir?"fragte Harry leicht besorgt. Neville schluckte und nickte, ein wahrhaft Gryffindorisches Auftreten. Neville sah für Harry aus, als würde er jeden Moment ohnmächtig werden. „Ja, nur ein bisschen nervös. Großmutter war total aufgeregt. Wir gingen und... besuchten Mum und Dad um es ihnen zu erzählen. Ich denke, Mum hat es verstanden, für ein oder zwei Sekunden." Harry zwang sich zu einem unbeholfenen Lächeln. „Das ist gut, oder?"Er erinnerte sich, dass Neville etwas über eine neue Zaubertrankbehandlung gesagt hatte, die eben für solche Patienten wie Nevilles Eltern freigegeben worden war... für die, die durch den Cruciatus-Fluch in den Wahnsinn getrieben wurden. Neville nickte. "Ja, die neue Behandlung schein ihnen zu helfen... nicht dass sie jemals... nun vollständig geheilt würden. Aber..."Neville unterbrach sich mit einem Schütteln. „Und du? Die Muggel waren nicht allzu schlimm?" „Nein, nicht allzu schlimm."Harry zuckte mit den Schultern. „Meine Tante war eher merkwürdig, aber in einem meist gutem Sinn. Vernon und Dudley waren nicht so schlecht, nicht schlimmer als normalerweise jedenfalls." "Das ist gut. Zu schade, dass du sie nicht verhexen kannst."sagte Neville teilnahmsvoll. Harry zuckte mit den Schultern, „Ich kann nicht jeden Freak auf der Welt verhexen." „Ich glaube auch. Trotzdem..."
Es war oft still auf der Fahrt, bis zu dem nächsten Schüler, den sie mitzunehmen hatten . Die Slytherins sprachen nicht und Harry und Neville waren zurückhaltend, die gespannte Stille zu unterbrechen und Snapes Zorn auf sich zu ziehen. "Sir, wie viele von uns wird es geben?" traute sich Harry schließlich zu fragen. „Das Lehrlingsprogramm wurde dreizehn Schülern angeboten, sechs haben akzeptiert."antwortete Snape kurz. „Der sechste jedoch wird sich ihnen nicht vor drei weiteren Wochen anschließen." Der Fünfte im Bunde, der aufgelesen wurde, war Seamus Finnegan. Die erdrückende Stille wurde durch den ausgelassenen irischen Jungen unterbrochen, der Harry und Neville herzlich grüßte. Er fragte Harry, ob die „verdammten Arschlöcher, die allen Muggeln einen schlechten Ruf verpassen"okay zu ihm waren. Dann sah er erschrocken zu Snape. Er war so froh und erleichtert Harry und Neville zu sehen, dass sein Mund schneller war, als sein Verstand... und die Erkenntnis, das der Hogwarts-Zaubertränke- Meister die drei anstarrte. „Nicht schlimmer, als gewöhnlich."winkte Harry ab. „Wie war dein Sommer?"
"Nicht schlecht, nicht im geringsten. Allerdings bekam ich einen stinkenden Heuler von Ron." Harry grinste. „Warum, Seamus? Sag nicht, du bist einer der Perversen, die hinter Ginny her sind?" „Ja, klar."grinste Seamus ohne Reue, was Harry und Neville grinsen ließ. Sie wussten es besser. „Denkst du, es ist lustig, über die Schwester deines Freundes herzuziehen, Potter?"Dieser tödliche Bariton unterbrach das Vergnügen der Jungen. "Wir machen uns nicht über Ginny lustig. Wir sind amüsiert, dass Seamus einen Heuler von Ron bekommen hat."Das war ein großer Unterschied, doch Harry bezweifelte, dass das Snape irgendwas bedeutete. Seine schwarzen Augen zogen sich zusammen. Neville sank in seinem Stuhl zusammen. „Und warum ist das so lustig, Mr. Potter?" "Es ist einfach so." sagte Harry. Er war nicht drauf aus klarzustellen, dass Ron sich über jeden Jungen aufregte, der auch nur mit Ginny sprach, während er darauf aus war, jedes Mädchen zu kriegen, sobald er es haben konnte (Die Zwillinge machten letztes Weihnachten einen Witz über den „süßen jungfräulichen Ronnikins", der zwar im Rausch der Ereignisse des letzten Jahres unterging, aber nicht vergessen war.) Genauso wenig wollte er Seamus vor Snape outen. Zu Rons Verteidigung musste er allerdings zugeben, dass Harry und Neville die einzigen waren, die dieses spezielle Geheimnis von Seamus kannten und es war eher ein glücklicher Zufall, dass sie es herausgefunden hatten. "Potter?" die kontrolliert tiefe Stimme war nun praktisch mörderisch. „Ginny ist nicht im geringsten in Seamus interessiert, sie geht mit Dean. Seamus ist nicht im geringsten interessiert in Ginny.... ich bin mir nicht sicher, wer sein Schwarm der Woche ist und es tut auch nichts zur Sache. Seamus und Ginny sind nur Freunde."
Snape starrte noch etwas härter für einen Moment, dann schnaubte er. Sein dunkles Starren landete auf jedem der fünf Schüler und er dachte, dass Albus seinen verdammten Verstand verloren hatte. Lehren existierten noch in modifizierter Art. Severus selbst hatte eine modifizierte Lehre während der letzten drei Schuljahre unter Nicholas Flamel durchgeführt, die damals von Albus arrangiert worden war. Eine Handvoll anderer hatte ebenfalls eine modifizierte Lehre in den letzten Jahren in Hogwarts oder danach durchgeführt... zum Beispiel Minerva McGonagall. Sie war sogar bei Dumbledore selbst in der Lehre gewesen während sie noch zur Schule ging, weil sie so talentiert in Verwandlung war.
Heilerinnen und Heiler durchliefen eine spezialisierte Lehre in St. Mungos, genau wie die meisten Zaubertränkemeister. Dieser Kreuzzug in die Wiederbelebung der alten Traditionen und puren Wahnsinns, den Albus gestartet hatte, war etwas grundlegend anderes. Klassisch trainierte und gelehrte Zauberer waren nahezu ausgestorben. Keiner kam im letzten Jahrhundert von Hogwarts, auch nicht von Beauxbatons. Durmstrang, sogar mit all seiner Betonung auf alle magischen Künste inklusive der dunklen Künste und mit seinem Reinblut-Traditionalismus, hat in den letzten 130 Jahren exakt zwei hervorgebracht. Wenigstens war Albus nicht so weit gegangen, die Anforderungen zu modifizieren, dass sie Muggelgeborene erlauben würden, das hätte einen zu großen Aufstand unter den Alten Familien verursacht. Und das nicht nur bei den Slytherin-Familien, nicht mal nur bei den Familien, die hinter dem Dunklen Lord standen. Viele waren besorgt, dass ihr Erbe durch das „Verwöhnen der Muggelgeborenen"verloren war. Einige würden es für schlimm genug halten, dass Halbblute wie Finnegan oder Potter, dessen Mutter muggelgeboren war, für die Lehre zugelassen worden waren. Severus schüttelte sich bei dem Gedanken, was geschehen wäre, hätte Dumbledore einen Muggelgeborenen zu einem Klassischen Lehrling gemacht.
Der Teil über Ahnen-Magie und Magische Genealogie waren sehr wichtig, beides nahezu verlorene Künste. Und für diese brauchte man zwingend magische Vorfahren. Es war nichts schlimmes daran, der erste einer Magischen Linie zu sein, nur konnten diese niemals Ahnenmagie studieren. Während die Klassische Lehre nicht nur Zauberern vorbehalten war, waren auffällig wenige Hexen je in die Lehre eingetreten, selbst, als die klassische Lehre noch an der Tagesordnung war. Schließlich hatte eine sechzehnjährige Hexe in der Vergangenheit der letzten Jahrhunderte ihre Ziele eher darin, einen Ehemann zu finden, oder nötige über ihren Ehemann zu lernen, der von ihrer Familie ausgesucht war, wenn sie von den höherklassigen Familien kam. Sogar heute war es noch selten, dass eine Hexe nicht bis zu ihrem 25. Lebensjahr verheiratet war. Eine Klassische Lehre dauerte bis zum 31. Lebensjahr der Lehrlinge, ein weiterer Grund, dass sie fast in Vergessenheit geraten war, trotz der hohen Lebenserwartung der Zauberer und genaugenommen war 31 noch sehr jung für einen Zauberer oder eine Hexe, gerade mal ein fünftel der Lebensspanne. Die Eile der Muggel dieses Jahrhunderts hatte die Welt der Zauberer zumindest ein wenig beeinflusst. Als sie nahezu bei Hogwarts waren, starrte Snape jeden der Studenten in Stille für lange Minuten an. Longbottom war der erste, der unruhig wurde. Das war nicht verwunderlich.
"Wenn wir in Hogwarts ankommen, werden sie zu ihrem Turm gebracht. Das Dinner wird ausschließlich heute durch die Hauselfen zu ihnen in den Turm gebracht. Sie werden für die Ordnung ihrer Zimmer und des gesamten Turmes selbst verantwortlich sein, wie sie über die Aufteilung der Arbeit entscheiden, liegt einzig und allein bei ihnen. Die Hauselfen werden den Turm nicht noch einmal betreten. Ihre Zimmer werden komplett eingeräumt und organisiert, der gesamte Turm wird fleckenlos und in Ordnung sein. Er wird morgen pünktlich um 7.00 früh inspiziert. Nicht später als 7.15 werden sie aufgestanden und angezogen sein und sich bei ihrem persönlichen Berater gemeldet haben. Mr. Longbottom, sie sind bei Gewächshaus 5, Professor Sprout wird auf sie warten. Miss Bulstrode, sie werden sich bei Hagrid melden. Er wird vor seiner Hütte warten. Mr. Zabini, sie werden sich bei Professor McGonagall im Verwandlungs-Klassenraum melden. Mr. Finnegan, sie melden sich bei Professor Tonks im Klassenraum für Verteidigung. Potter, ich erwarte sie im Zaubertränke-Klassenraum pünktlich um 7.00"
Der Bus kam schlingernd zum Halt und warf sie alle um, inklusive Snape. Harry gab danach Mundungus nicht viele Chancen Hogwarts zu verlassen, ohne Madam Pomfrey im Krankenflügel zu besuchen. „Los! Bewegt euch! Professor McGonagall wartet."bellte Snape die Studenten an. Dabei nahm Snape nicht eine Sekunde die Augen von Mundungus, der sich auf dem Fahrersitz wand und versuchte, eine Entschuldigung herauszubringen, als Snape sich aufrappelte und aus dem Gang trat, damit die Schüler mit ihren Koffern passieren konnten.
