Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten +++ by S.E.

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HINWEIS: So jetzt geht es auch mal wieder weiter, nun ich hatte ein sehr schönes WE.. und ich gönn uns mal ein etwas ruhigeres Kap...viel Spass.

Diclaimer: siehe Kap 1

Rating: R wäre glaub ich etwas übertrieben

Timeline: Anfang 3. Zeitalter

Paring: Callendil, armes einsames Elblein Lothlorien

Haldir/Alagos...

Dank an alle Leser revs wie immer am Schluss

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Kapitel 14 Waffenstillstand

Es war unglaublich friedlich. Alles war dunkel und Callendil fühlte eine angenehme Wärme. So fühlt es sich also an, wenn man in Mandos Hallen ist. Doch wie sieht es wohl aus, frage sie sich. Die Elbin traute sich nicht die Augen zu öffnen.

Ein dumpfes Geräusch drang an ihr Ohr, wie ein Pochen. Es wurde immer lauter, bis sie das Gefühl hatte ihr Kopf würde zerspringen. Dann hörte sie Stimmen, erst war es ein leises Flüstern. Nicht einmal ihre Elbenohren wussten was sie sagten. Schließlich wurden auch die Stimmen immer lauter.

„Callendil, öffne deine Augen!"hörte sie schließlich und tat wie ihr befohlen. Ein gleißendes Licht zwang sie die Augen wieder zu schließen. „Soldat, öffne deine Augen!" Diesmal öffnete die Elbin die Lider langsam und ließ sich ihre Augen an das Licht gewöhnen.

Sie erkannte das Gesicht ihres Hauptmanns und wollte sofort aufstehen. Doch ein Schwindel warf sie zurück auf das Kissen.

„Ruhig, Soldat! Es ist alles in Ordnung. Du bist in Sicherheit. Kannst du dich an etwas erinnern?" Callendil überlegte. Sie hielt Wache, Haltharil kam dann der Pfeil von Thalos, die Fesseln, der Schmerz das Blut und SEIN Gesicht.

„Wo ist Alagos?"fragte sie mit zitternder Stimme „Er ist vor der Tür!" „Ich möchte ihn sehen!" Der Hauptmann gab entsprechende Befehle und Alagos trat an ihr Bett. „Du bist wach! Ich bin ja so froh!"Seine Stimme klang sanft denn genau das fühlte er auch. „Du hast mich gerettet!"stellte Callendil erstaunt fest. Alagos reagierte darauf nicht. „Danke"sagte sie zaghaft und sah ihm schließlich das erste Mal seit Eryn Lasgalen in die Augen. Die Elbin fühlte sich unwohl, doch seine Augen spiegelten Erleichterung wider. „Es muss dich bestimmt einiges an Überwindung gekostet haben!"

Sie konnte nicht glauben, dass er freiwillig ihr Leben gerettet hatte.

„Ich bin froh, dass du lebst. Du bist die Schwester meines hervenn. Ich wünsche dir, dass es dir gut geht, nicht nur wegen Haldir auch meinetwegen."

Callendil wich seinem Blich wieder aus. Sie wollte ihn weiter hassen. Er sollte nicht nett sein zu ihr. Aber sein Blick bewies das Gegenteil.

„Du hast mir keinen gefallen getan!" „Callendil! Du weist nicht was du da sagst. Du lagst eine Woche im Heilschlaf!" sagte Haltharil die hinter ihr auftauchte.

„Du solltest morgen wieder reiten können und Alagos wird dich nach Caras Galadhon bringen!"erklärte der Hauptmann und verließ das Zimmer.

„Haltharil, lässt du mich einen Moment mit IHM alleine?"Erleichtert verließ die Soldatin das Krankenzimmer.

„Was ist passiert? Wie kommst du überhaupt hierher?"wollte Callendil von Alagos wissen. „Ich wurde hierher beordert und traf Thalos. Als ich deinen Namen auf den Einsatzplänen sah, wollte ich dich warnen. Aber ich war zu spät. Er hatte dich schon verschleppt. Dank der Hilfe von Minurion fanden wir die Lichtung, auf die Thalos dich gebracht hatte. Du warst an einen Baum gelehnt und deine Augen waren geschlossen. Bei dem ganzen Blut, dachte ich, dass du tot sein müsstest. Der Mistkerl versuchte dich zu erdolchen, doch ich konnte ihn mit einem Pfeil stoppen." „Wo ist er?" „In Mandos Hallen!"

Sie legte ihre Hände vor ihr Gesicht und begann zu weinen. Alagos stand neben ihr und bewegte sich nicht. Was hätte er tun sollen um ihre Situation zu verbessern? Nichts. Sie weinte und duldete ihn neben sich.

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„Fühlst du dich stark genug für den Rückweg?"frage Alagos die Elbin während sie die Pferde packten. „Du bist noch viel zu blass!" „Wenn wir gelegentlich ein Pause einlegen! Ich möchte nur nach Hause, also lass uns schnell aufbrechen." Ihre blauen Augen sahen müde nach Norden. „Wir werden uns Zeit lassen!" versprach Alagos.

Haltharil stand mit den anderen Soldaten, die keinen Dienst hatten um Callendil zu verabschieden. „Ich werde dich besuchen kommen, sobald ich Urlaub habe!"Callendil nickte und lächelte. „Ich würde mich freuen!" Die Frauen umarmten sich, es fühlte sich gut an.

Der Rückweg war für Callendil beschwerlicher als sie zugeben wollte. Mit Mühe konnte sie sich auf ihrem Pferd halten. Sie rasteten jede Stunde und Alagos bestand darauf, dass sie zweimal lagerten, damit Callendil schlafen konnte.

Sie wehrte sich nicht, dafür war sie viel zu müde und erschöpft. Nicht einmal mit Alagos alleine zu sein störte oder beunruhigte sie. Sobald die Elbin den Boden berührte schlief sie ein.

Am 3. Tag kamen sie in Caras Galadhon an. Alagos brachte Callendil direkt zu ihrem Talan. Ihre Eltern und Brüder nahmen sie freudig in Empfang. Rúmil nahm sie in seine Arme und Orophin wollte sofort auf ihren Arm. Taetholil gab ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn. „Willkommen zu Hause Kleines! Auf ihr Beiden, lasst eure Schwester erste einmal atmen. Sie ist noch geschwächt."

Sie nahm Orophin und lächelte Callendil an: „Du willst dich sicherlich ausruhen!"Die Mutter konnte ihre große Besorgnis nicht verbergen. Schließlich waren sie durch Boten informiert worden, über die schrecklichen Ereignisse an den Südgrenzen. Callendil nickte und ging hinauf in ihren Talan, ohne sich noch mal nach Alagos umzusehen. Sie wollte sich heute nicht mehr mit ihm auseinandersetzen. Ihre Kraft reichte nicht mehr um ihre Wand des Abscheus und des Hasses aufrecht zu erhalten.

Als sie ihn ihren Wohnraum eintrat kam es ihr vor, als würde sie gegen eine Wand laufen. Haldir stand da und stellte Essen auf den Tisch. Callendil war sich nicht sicher ob sie ihn sehen wollte. Doch als sie sein besorgtes Gesicht erblickte, viel ihre Mauer, die sie so mühselig in den Jahren aufgebaut hatte, in sich zusammen. Sie wollte nur in seinen Armen sein. Die Elbin ging auf ihren Bruder zu und umarmte ihn, wortlos.

Erleichtert nahm er seine kleine Schwester in den Arm. „Ich bin noch nie so froh gewesen dich zu sehen!"Callendil ließ ihre ganze Anspannung heraus und begann zu weinen. Solange war sie stark geblieben, doch nun wollte sie nicht mehr.

„Halt mich bitt eine Weile!"bat sie. „Solange du mich brauchst!"

„Es war so schrecklich, ich dachte ich müsste sterben. Er hat mich sterben sehen wollen. Er hat mich so sehr gehasst! Jetzt ist er tot. Warum hab ich ihn nicht gewähren lassen? Es hätte doch nichts an meinem Leben geändert." „Nein Kleines, denk nicht einmal an so etwas. Ich hätte ihn GLEICH töten sollen. Dieser Bastard. Er wollte dich schließlich gegen deinen Willen, gewaltsam nehmen. Es gibt wirklich nichts Verwerflicheres."

Callendil hatte das Gefühl ihr Kopf zerspring. Ihr wurde übel. „Bitte Haldir, lass das Thema. Es gibt schlimmeres und man überlebt es und man lebt damit ohne Alpträume...irgendwann!" Sie befreite sich aus seiner Umarmung und legte sich auf ihr Bett.

„Warum sagst du so etwas?"fragte Haldir, der ihr gefolgt war. Entsetzten war auf seinem Gesicht zu sehen. „Ich weiß es nicht. Vergiss es einfach. Ich bin zu erschöpft. Ich will nur schlafen! Bleibst du hier bis ich eingeschlafen bin?"Sie sah ihn mit flehenden blauen Augen an. „Solange wie du willst, Kleines."

Während sie sich in ihre Decke eingerollt hatte sagte Callendil: „Du musst zu deinem Gemahl. Er wartet bestimmt schon auf dich!" Haldir strich ihr sanft über den Kopf. „Ich werde ihm ewig dankbar sein dafür, dass er dich gerettet hat." „Ich ... hätte nie gedacht, dass er sich meinetwegen Sorgen machen würde! Er hat mich überrascht!"„Habt ihr endlich Frieden geschlossen?"„Nein, soweit würde ich nicht gehen. Waffenstillstand vielleicht."

„Ich liebe dich Kleines!"hauchte er, nachdem sie eingeschlafen war. Er wartete noch eine Weile und betrachtete das blasse Gesicht seiner Schwester. Wie gerne würde er ihr helfen. Warum hatte sie sich nur so verschlossen?

Schließlich kam Alagos herauf und wollte nach dem Rechten sehen. „Wie geht es ihr?"Haldir's Herz sprang vor Freude, als er die Stimme seines Geliebten vernahm. Er überbrückte die Entfernung zu Alagos in unglaublicher Geschwindigkeit. „Sie schläft endlich. Du hast mir entsetzlich gefehlt!"hauchte Haldir und küsste seinen Partner leidenschaftlich, bis sie wieder Luftholen mussten. „Lass uns nach Hause gehen! Ich möchte dir meine Dankbarkeit, für die Rettung Callendils zeigen." „Das war nicht der Rede wert!" „Doch das war es! Komm jetzt!" „Ja mein Hauptmann!"

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Haldir und Alagos lagen eng umschlungen auf ihrem Bett und Haldir spielte mit Alagos Zopf. „Erzählst du mir was vorgefallen ist? Ich meine nicht die Version die in den Berichten stehen wird, sondern was wirklich passiert ist. Callendil muss etwas Schreckliches passiert sein. Ich habe ein ganz eigenartiges Gefühl. Ich glaube irgendwas anders ist mit ihr noch passiert."„Was meinst du? Sie lebt doch!"„Nein, vielleicht hat er sie doch vorher genommen!"Alagos schüttelte den Kopf. „Nein, sicher nicht. Er wollte sie nur tot sehen und er hat sich Zeit gelassen. Sie hatte so viel Blut verloren. Wie konnte er nur zusehen wie sie langsam verblutete?"„Er war abgrundtief böse. Seine Seele war schwarz. Callendil leidet. Er muss sie genommen haben. Sie hat es ... angedeutet!"„Angedeutet?" „Ja, ich fühle es. Sie will nur nicht darüber reden."

Alagos stand auf und zog sich an. „Was ist?"„Nichts, ich habe etwas vergessen. Ich muss noch zum Hauptmann, der Wache, ich muss mich zurückmelden. „Alagos? Hast du einen auf den Kopf bekommen? Wir haben Urlaub, nur noch 3 Tage. Aber die gehören nur uns! Niemand erwartet dich. Dein Bericht hast du doch schon an der Grenze abgegeben. Ich hab ihn gelesen!" „Verzeih mir ich brauch etwas frische Luft!"Alagos drehte sich um und verließ den Talan.

Er flüchtete aus der Stadt und suchte eine ruhige Ecke. Er ließ sich unter einem Baum nieder und nahm den Kopf zwischen die Arme. „Ich bin das Monster!" sagte er sich immer wieder. Wie sollte er nur mit dieser Schuld leben. Solange er sie hasste war es kein Problem. Aber nun?

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Callendil erholte sich schnell und kam wieder zu Kräften. Sie sprach nicht wieder über die Ereignisse an den Südgrenzen. Sie packte ihre Erlebnisse ebenfalls tief in ihre Seele und errichtete ihre Mauer erneut.

Haldir versuchte noch einmal von ihr die Wahrheit zu erfahren, doch sie gab ihm zu erkennen, dass sie nicht darüber sprechen wollte. Er wollte sie auch nicht unnötig quälen und ließ es vorerst dabei.

Alagos und Haldir gingen wieder zurück an ihre Nordgrenze und taten ihren Dienst. Callendil wurde ebenfalls der Nordgrenze zugeteilt. Sie konnte nicht widersprechen. Schließlich war es ihr Befehl.

Einen Monat nach dem Haldir an die Grenzen zurückgekehrt war, traf auch Callendil ein. Er war wirklich froh darüber, seine Schwester gesund zu sehen. Hier war er ihr Vorgesetzter und so behandelte er sie als seine Untergebene, höflich aber reserviert. Sie war nicht unglücklich darüber.

„Ich bin froh, dich in meiner Einheit zu haben. Wir können jeden Elben gut gebrauchen. Die Orks versuchen immer öfters in den Wald einzudringen. Du wirst in einem Gemeinschaftstalan deiner Wache untergebracht. Ich habe auch eine Gute Nachricht für dich, wir haben einige Elben aus der Südgrenze bekommen. Deiner Einheit wurde Haltharil zugewiesen."„Das freut mich in der Tat. Danke, Haldir! Wann wirst du offiziell zum Hauptmann befördert?" sagte sie lächelnd, denn es war längst kein Geheimnis mehr dass es bald so weit sein würde.

„Sobald Hauptmann Dagor von unserem Lord zurückkehrt."Er lächelte. Callendil liebte es wenn ihr Bruder so glücklich war. Es erwärmte ihr gefrorenes Herz. „Danke mein Hauptmann."sagte sie schließlich ebenfalls lächelnd. „Ich werde dir von Alagos alles zeigen lassen!"Callendil nickte zwar, fühlte sich aber nicht sonderlich wohl bei dem Gedanken. Alagos kam wie aufs Stichwort herein, noch ehe sie etwas einwenden konnte. Sie hatte das Gefühl eines abgekarteten Spiels. „Hallo Callendil!"sagte er sichtlich unsicher. „Alagos"kam ihre knappe Antwort.

Der Elb führte seine Schwägerin durch das Lager und zeigte ihr alles Nötige. Bis sie schließlich in den Gemeinschaftsunterkünften waren. „Hier ist dein neues Zuhause!"sagte Alagos und lächelte. „Nicht sehr gemütlich!" Callendil holte tief Luft. „Ich bin ja nicht hier um Spaß zu haben, sondern um meine Heimat zu schützen!"Er stellte sich vor sie. Automatisch wich sie einen Schritt zurück. „Verzeih!"Er wich ebenfalls zurück. „Ich wollte dich nicht erschrecken!"Callendil nickte. Sie wusste er würde ihr nichts tun. Aber sie konnte kein Vertrauen fassen. „Ich wollte nur... Callendil, versuche doch dich etwas ... zu öffnen... Du hast es verdient!"

Callendil sah ihn mit eiskalten Augen an. „Wie DU meinst!"Sie drehte sich um und sortierte ihre Kleidung in eine Kiste die vor ihrem Bett stand. Alagos zog sich zurück

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Callendil verrichtete wie alle anderen Soldaten ihren Dienst und in ihrer Freizeit war sie viel mit Haltharil zusammen, die es nicht nehmen ließ Callendil verkuppeln zu wollen. Sie hatte es sogar 2 Mal erreicht, dass Callendil mit einem Elben traf. Doch mehr als eine Unterhaltung ließ sie nicht zu.

„Callendil, ich bete darum, dass ein Elb kommt und dein Herz erobert und dein Eis zum Schmelzen bringt. Callendil schüttelte den Kopf und lächelte. „Du bist wirklich schlimm. Es gibt doch Wichtigeres im Leben!"bekam Haltharil zur Antwort. „Das glaubt du ja nicht mal selbst! Komm lass uns zum Wachposten gehen. Wir werden sicher schon erwartet."

Es war einer der wenigen Einsätze, die die beiden Elbinnen gemeinsam hatten. Sie hielten in dieser Nacht gemeinsam Wache, ihre Bögen immer in den Händen.

Callendil sah eine Gestalt die Grenze übertreten. Noch ehe sie drei Schritte in den Wald eintreten konnte hatte sie ihren Pfeil abgeschossen.

Die eindringende Gestalt hielt sofort inne und starrte auf den Pfeil, der nur einen Zentimeter vor seinem Fuß. Er schüttelte den Kopf. Wie konnte es die Wache nur wagen. Doch noch ehe er etwas unternehmen konnte spürte er die blanke Klinge eines Schwertes an seiner Kehle. „Nette Begrüßung!"sagte er gequält. Er wollte das Schwert von seinem Hals entfernen. Irgendwie kam ihm das wie ein Spiel vor. Doch ehe er sich umsah lag er auf dem Boden und die Spitze des Schwertes war auf seine Kehle gerichtet.

Seine Kapuze war heruntergerutscht und sein schwarzes Haar kam zum Vorschein. „Hallo kleine Wächterin... Scheint mir so, dass du heute etwas aufmerksamer bist!"sagte er grinsend und Callendil hatte das Bedürfnis zu zustechen. „Ich sollte dich auf der Stelle töten Elladan!"

Wird fortgesetzt

@ Mary: Dein Wort war mir befehl :-) Ich freu mich, dass sie dir gefällt.

@ Lion: Du weißt doch, ich würde meinen Haldir niemals so leiden lassen *eg* zumindest nicht heute und nicht so..

@ Seni: Danke für die Gummibärchen.. hach jetzt geht's besser.. wir sind ja jetzt nicht allzu verwöhnt... aber betrachte dich als geknuddelt

@ Eirien: Grummel