Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten    +++    by S.E.

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HINWEIS:      es wird feucht

Diclaimer:         siehe Kap 1

Rating:             RG 13 ..muss auch mal sein 

Timeline:          Anfang 3. Zeitalter  Ort: Eryn Lasgalen oder wie die garstigen

                         Menschen sagen Düsterwald

Paring:             Callendil/ Elladan                  

                        Haldir/Alagos…

Danke an meine Lieben Reviewer. Seni, Lion, Eirien und Shiva (ich hoffe der Cliffi ist besser :-)  )

Ihr wisst ja…aus gg Anlass darf nicht mehr auf Revs geantwortet werden, sonst droht Verbannung.

Kapitel 24

Wolken und Sonne

„Mein Sohn du enttäuschst mich maßlos!" hörten sie die Stimme des Herren von Bruchtal. Die Elbin griff geistesgegenwärtig zu einem Kleidungsstück um beide damit notdürftig zu bedecken.

Elladan zeigte keinerlei Scham und fuhr ganz im Gegenteil seinen Vater an. „Was willst du?"

„Wir haben Gäste!"

„Das weiß ich!" Er legte seine Hand auf  Callendil's bedeckten Schenkel.

„Auch du hast Verpflichtungen. Das Dinner ist seit einer Stunde vorbei und dein Platz war leer. Deine Mutter ist rasend vor Wut und Sorge um dich. Was tust du? Du liegst hier und amüsierst dich mit der Elbin! Komm jetzt wenigstens ins Kaminzimmer. Ich habe dich bereits vom Essen entschuldigt!"

Ohne auf eine Antwort zu warten drehte sich Elrond um und verließ den Ort.

Callendil hatte sich ihr ganzes Leben nicht so gedemütigt gefühlt. Wortlos nahm sie ihre Kleidung und gab Elladan seine. Sie zog sich an und lief los.

„Callendil, warte!" Elladan versuchte sie aufzuhalten. Er konnte sie gerade noch erreichen und hielt sie an ihrem Ärmel fest. „Bitte lauf nicht weg!"  Er legte die Hand auf ihre Wange und fühlte ihre heiße Tränen. „Liebste bitte sei nicht traurig. Er ist gelegentlich etwas schwierig!"

„Er tat so als sein ich gar nicht da, oder nur eines eurer Flittchen, die du an Land gezogen hast!" schluchzte sie.

„Sag nicht so etwas,  du bist meine einzige Liebe! Ich habe niemanden berührt  seit ich dich kenne. Ich bin nicht Elrohir!"

„Ich..ich will nur weg von hier!" sagte sie nur und lief hinauf zum Haus.

Elrohir kam ihr auf der Treppe entgegen. „Oh, ich bin wohl zu spät, tut mir Leid!"

Callendil sah ihn wütend an. „Ihr seid so zu verachtend!"  Orientierungslos lief sie auf dem Hof herum. Sie wusste nicht wo ihre Unterkunft war.

Verzweifelt stand sie mitten auf dem Hof und weinte, während dem man aus dem Haus Elbengesänge hören konnte.

„Ich bring dich auf dein Zimmer!" sagte Elrohir und Callendil nickte nur.

Er führte sie in eines der Nebenhäuser und brachte sie zu einem Zimmer in der ihre Tasche auf dem Bett stand.

„Danke Elrohir!" sagte sie schließlich und schloss die Türe.

Sie warf das Gepäck vom Bett, legte sich in die Kissen und zog sich die Decke über den Kopf.

Elladan kam langsam den Weg hinauf und traf seinen Bruder auf der Treppe. „Elladan, da bist du ja. Ich wollte gerade nach dir suchen! Ich habe Callendil auf ihr Zimmer gebracht. Soll ich dich zu ihr bringen?"

Elladan schüttelte den Kopf. „Ich muss zuerst mit adar reden!" „Warte bis die Gäste sich zurückgezogen haben!"

„Er will mich unbedingt sehen! Dann soll er auch!"

„Hältst du das für weise?"

„Ich kann und will es nicht hinnehmen wie er mit Callendil und mir umspringt!"

Er ging zielsicher ins Haus und Elrohir blieb nichts anderes übrig als einem Zwilling zu folgen.

In dem großen Saal wurde gerade die letzte Strophe eines Liedes gesungen.

Elladan blieb an der Tür stehen und wartete darauf, dass es still wurde, dann rief er in den Raum: „Adar!"

Die Elben  drehten sich zur Tür. „Elladan mein Sohn, da bist du ja, geht es dir besser?" fragte seine Mutter, die ihm entgegen kam um ihn herein zuführen.

Naneth, mir ging es ausgezeichnet, bis adar Callendil beleidigte!"

„Nicht hier!" raunte Elrond. „Warum nicht? Ich verstehe dich nicht. Du solltest glücklich sein, dass ich meine große Liebe gefunden habe, hörst du?"

„Elladan bitte! Dein adar will nur das Beste für dich!" versuchte seine Mutter ihn zu beruhigen.

„Wenn er mein Bestes will, soll er die Elbin die ich Liebe nicht behandeln als wäre sie ein Stück Fleisch oder ein Hure! Ich liebe sie und das dürfen alle hören!"

„Aber mein Junge, sie hat dir dein Augenlicht genommen!" platzte es aus Celebrian heraus.

NANETH, es waren Menschen, nicht Callendil. Sie hat dafür gesorgt, das ich noch nicht in den Hallen Mandos wandle!"

Ein raunen ging durch die Menge.

Haldir wollte aufstehen, doch sein Vater hielt ihn zurück. „Halte dich bitte heraus, Haldir. Ich werde später mit Elrond reden. Doch jetzt würdest du nur Öl ins Feuer schütten!"

„Ich werde nach ihr sehen!" „Ja, das kannst du tun!"

Unauffällig verließ der Galadhrim den Saal über die Terrasse.

Haldir klopfte an die Tür von Callendil's Zimmer. „Callendil darf ich herein kommen?" Er hörte leise Schritte und sie öffnete die Türe.

„Haldir!" brachte sie mühevoll hervor und begann zu weinen. „Ich bin noch nie derart herablassend behandelt worden. Was hat er gegen mich? Bin ich nicht gut genug für seinen Sohn?"

Haldir führe seine Schwester an ihr Bett zurück und beide setzten sich drauf.

„Ich liebe ihn doch so sehr, zählt das denn gar nichts?"

„Kleines mach dir keine Sorgen. Elladan liebt dich genauso. Er ist in diesem Moment im großen Kaminsaal und verteidigt dich und eure Liebe vor all den Elben. Ich hätte dem Jungen niemals soviel Courage zugetraut!"

„Wirklich?" brachte die Elbin unter Tränen hervor. „Wirklich!" Er nahm seine Schwester in die Arme und tröstete sie. Nie fühlte sie sich in seinen Armen geborgener.

„Ich liebe dich mehr als den Mond und die Sterne, Callendil von Lorien!" Die beiden Galadhrim sahen zur Tür. Die Zwillinge standen im Türrahmen.

„Ich werde dich niemals aufgeben!" sagte Elladan und tastete sich langsam zu Callendil vor.

Damit hätte die Elbin niemals gerechnet. Elrohir blieb an der Tür stehen während Haldir aufstand und Elladan zu seiner Schwester führte. Sie saß immer noch sprachlos auf ihrem Bett und beobachtete wie der Noldo sich langsam auf sie zu bewegte.

Haldir musste ihm den Weg nicht zeigen, wie von Zauberhand ging er auf Callendil zu. Der Hauptmann lächelte seiner Schwester noch einmal zu und verließ das Zimmer. Er und Elrohir achteten darauf, dass die Türe auch geschlossen war.

Sie gingen nebeneinander zurück ins Haupthaus und Haldir sag Elrohir sorgenvoll an. „Sie werden es schwerer haben, als ihnen bewusst ist."

Elladan kniete sich vor Callendil und nahm ihre eiskalte Hand. „Ich werde nicht zulassen, dass sich jemand zwischen uns stellt. Ich liebe dich und auch die Valar können das nicht verhindern

Callendil legte ihre andere Hand auf seine Wange. „Die Valar haben sicher nichts gegen unsere Verbindung, sonst würde ich dich nicht so sehr lieben!"

Elladan beugte sich zu ihr und ihre Lippen fanden einander. „Für immer!" hauchte er.

„Für immer" sagte Callendil mit fester Stimme.

+++

Während des ganzen Aufenthalts vermieden Elladan und Callendil die Öffentlichkeit. Sie blieben meist in ihren Räumen. Entweder waren sie bei Elladan oder im Gästehaus bei Callendil.

Elrond hat das ungebührliche Benehmen Elladans gerügt und ihm eine entsprechende Strafe auferlegt. Natürlich hat der Elbenlord nicht vor Callendil mit seinem Sohn gesprochen. So wusste sie nicht, was Elladan erwartete wenn sie wieder fort war. Aber Elladan war es gleich. Noch immer war sein Herz voller Wut und er würde es auch sein, bis sein Vater ihren Bund segnete.

Doch in den Wochen in denen sie zusammen waren ließen sie nichts und niemanden zwischen sie treten. Sie ließen sich nicht einmal portraitieren, so wie alle anderen des Festen. Sie sahen die Zeit als vergeudet an, stundenlang auf seinem Stuhl zu sitzen, nur damit sein Gesicht in irgendeinem Buch zu sehen war, das vielleicht jahrtausende später irgendwer mal in die Hand nehmen würde.

Celarion sprach ein ernstes Wort mit Elrond, der sich aber nicht sehr einsichtig zeigte und nur durch Galadiels Interventionen wurde verhindert, dass Callendil's Familie vorzeitig das Fest verließ. 

Aber irgendwann war jedes Fest zu Ende und so reisten die Galadhrim nach einem Monat wieder nach Hause. Für die Liebenden war es ein Abschied mit Schmerz, doch keiner für immer. Elladan versprach bald nach Lothlorien zu kommen.

Callendil hingegen versprach in den nächsten Jahren nicht nach Bruchtal zu kommen. Sie kannte nicht das Bedürfnis Elrond wieder zu begegnen. Auch beim Abschied würdigte sie den Lord keines Blickes.

+++

Nach Lothlorien heimgekehrt verrichtete Callendil wieder ihren Dienst an der Nordgrenze. Die Zeiten wurden unruhiger und aus den paar Jahren, in denen Elladan und Callendil sich nicht sahen wurden zehn.

Dann war endlich die Zeit gekommen, da Celebrian einmal wieder ihre Eltern besuchen wollte und Elladan darauf bestand mitzureiten. Nur unter Protest gab Elrond seinen Segen für die Reise, da er noch immer dachte es sein zu früh für den Sohn.

Doch Elladans andere Sinne wurden derart geschärft, das seine Sehfähigkeit damit ausgeglichen wurde.  Er wäre trotz seiner Blindheit keine leichte Beute für die Orks.

Sie verbrachten zwei wunderbare Jahre zusammen, ohne den Bund einander zu versprechen.

Callendil wollte dieses Thema nicht besprechen. Nicht solange Elrond sich nicht entschuldigt hatte oder er ihr persönlich die Zustimmung und den Segen gab.

So blieben sie ohne offiziellen Bund und doch einander versprochen.

Ihre Beziehung blieb eine Liebe aus der Entfernung mit vielen Worten der Liebe, niedergeschrieben auf Pergament für die Ewigkeit als Andenken.  Sie trafen sich oftmals in Eryn Lasgalen, wo sie mit Freuden von König Thranduil und Lady Seni aufgenommen wurden.

Die Gefährtin des Königs verstand nicht, warum die beiden ihren Bund nicht offiziell eingingen. Doch sie hatte kein Recht den Kindern Vorschriften zu machen, denn auch sie und der König waren ein Paar nur hinter den Palastmauern.

An einem lauen Sommerabend saßen Callendil und Elladan im Pavillon des königlichen Schlossgartens und sahen dem Sonnenuntergang zu. Sie hielten einander die Hände die Elbin hatte ihren Kopf auf die Schulter des Elben gelegt.

„Weißt du was wir heute für einen Tag haben?" fragte Elladan ganz beiläufig, während er sein Gesicht den letzten Sonnenstrahlen preisgab.

„Heute vor 50 Jahren waren wir…"

„…du weißt es?"

„Oh Elladan, auch wenn es so grausam enden musste, war es doch das schönste Erlebnis meines bisherigen Lebens!"

„Ach du willst damit sagen, das dir nicht gefallen hat, was ich mit dir gestern Abend getan hab und letzte Nacht und heute Morgen?"

Callendil stieß ihn in die Rippen.

„Nimm mich bitte ernst. Du behandelst mich gelegentlich wie ein Kind!"

„Oh ganz bestimmt nicht meine blonde Versuchung! So etwas mach ich nur mit Elbinnen, die sich lustvoll unter mir winden und deren ich hoffnungslos in Liebe verfallen bin."

Ganz sanft küsste er sie. Er fand ihren Mund ganz ohne Hilfe seiner Hände. Ebenso sanft erwiderte sie seinen Kuss.

„Lass uns hinunter reiten zu unserer Lichtung. Noch ist es möglich in den Süden zu kommen" bat Elladan.

„Nein das kann ich nicht erlauben. Es ist zu gefährlich. Wir haben doch selbst erlebt was dort  anzutreffen ist. Elladan, du wurdest verletzt. Ich könnte es nicht ertragen, wenn dir erneut etwas zustoßen würde."

„Ich möchte genauso wenig, dass uns etwas zustößt. Lass uns vorsichtig sein. Wir waren nicht vorbereitet. Diesmal werden wir es sein!"

„Elladan, bist du dir wirklich sicher? Willst du es nicht nur meinetwegen?"

„Natürlich möchte ich es deinetwegen. Ich möchte dich nackt vor dem Rosenbusch tanzen sehen, bevor ich mich in deinen Armen verliere!"

„Elladan! Was soll das? Du kannst mich nicht sehen!"

„Oh doch meine Liebe ich kann. Ich muss nur meine Augen schließen, dann sehe ich dich!"

Callendil schüttelte den Kopf und küsste ihn. So viel Unvernunft, aber sie wünschte es sich genauso sehr den Rosenbusch wieder zu sehen.

Im Schloss gaben sie vor, einen kleinen Ausflug zu machen und an die Grenzen zu reiten. Sie wollten einige Tage fort sein.

So packten sie genug Proviant ein, Decken und ihre Waffen.

Am Abend des übernächsten Tages kamen die beiden unbehelligt auf ihrer Lichtung an.

Die Sonne war gerade am untergehen als sie durch das Dickicht traten.

Wie verzaubert lag die Lichtung da. Sie sah noch genauso aus, wie sie sie in Erinnerung hatten.

Callendil sprang und tanzte über den weichen, moosbedeckten Boden und sprang leichtfüßig über den kleinen Bach.

Elladan folgte ihr langsam, ohne ein einziges Hindernis zu übersehen. Über den Bach sprang er genauso leichtfüßig wie die Elbin zuvor.

Ihre Pferde blieben am Dickicht stehen und begannen zu grasen.

Als Callendil am Rosenbusch ankam begann sie sich auszuziehen. Ihre Weste, ihre Tunika die Stiefel und die Hosen.

Sie löste ihre Zöpfe, die sie für gewöhnlich nur zum Haare waschen löste, und schüttelte ihr Haar um die Strähnen freizugeben.

Dann begann sie auf ihren Herzschlag zu hören und zu tanzen. Elladan schloss seine Augen und kam langsam auf sie zu. Er lächelte glücklich.

So in ihren Tanz vertieft bemerkte Callendil nicht, wie sich Elladan näherte. Erst als er seine Hand auf ihre Schulter legte wirbelte sie herum.

Da stand er, ihr Traum von einem Elben. Seine langen schwarzen Haare waren ebenfalls offen und der Wind spielte mit seinen Strähnen. Sein schlanker und doch durchtrainierter Körper der so verführerisch nach ihr rief.

Seine Augen, die sein Verlangen widerspiegelte. Er war nackt! Es war Callendil erst jetzt bewusst geworden, dass sie beide nackt waren.

„Was machen wir jetzt?" hauchte sie während sich ihre Hände in seinen dunklen Haaren vergruben.

Sanft legte Elladan seine Elbin zu Boden.

„Wir werden einander Lieben, wie beim ersten Mal!" flüsterte er zurück.

So liebten sie sich unter der untergehenden Sonne. Es war wie beim ersten Mal, sanft und liebevoll, bis sie atemlos nebeneinander liegen blieben.

Schließlich beugte sich Callendil über Elladan, der die Augen geschlossen hatte.

„Warum hast du deine Augen zu, Geliebter? Ich sehe so gerne deine schönen grauen Augen, die mich voller Liebe ansehen, obwohl sie nichts erblicken können. Ach Elladan! Wie gerne hätte ich, dass du auch die Liebe in meinen Augen siehst!"

Ihre Tränen benetzten sein Gesicht und er nahm sie fest in seine Arme. „Liebste, ich benötige kein Augenlicht um deine Liebe zu sehen! Ich fühle sie in jeder Faser meines Seins."

Dann öffnete er seine Lieder und Callendil lächelte. Diese Augen, in denen sie sich so gerne verirrte, sahen sie an. „Warum lachst du Liebes?"

„Weil ich deine Augen sehe und sie spiegeln all das wider, was ich für dich empfinde!"

Er blinzelte einige Male. „In deinen Augen sehe ich Liebe und Güte eines reinen Herzens."

Callendil stieß ihn erneut gegen die Rippen. „Mach dich nicht über mich lustig!"

„Ich mach dich nicht über dich lustig! Das würde ich nie tun! Ich sehe."

„Du siehst was?"

„Alles" sagte

Elladan ganz beiläufig.

„Was siehst du alles?"

Er küsste ihre Nasenspitze und setzte sich auf.

„Alles eben!"

„Du siehst alles eben?" Callendil hielt einen Moment inne sah in ungläubig an und fuhr fort.

„Du siehst?"

„Ja!"

„Du siehst mich richtig.. ich meine nicht in deiner Vorstellung? Wie viele Finger zeig ich? Was für eine Farbe hat meine Tunika? Wie ist …."

Elladan unterbrach Callendil mit einem langen Kuss und legte sie zurück in das so schöne grüne Moos.

TBC