Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten        by S.E.

Diclaimer:         siehe Kap 1

Rating:             PG13

Timeline:          3019 III   in Lorien und Minas Tirith

Paring:             Callendil/ Elladan                   

                        Haldir / Natila

So das ist nun wirklich das letzte Kapitel der Geschichte. Ich möchte mich bei allen bedanken die so fleißig mitgelesen haben. Natürlich wäre ich auf eurer Meinung gespannt.

Danke an alle Reviewer die mich so schön unterstützt haben

Eirien, Lion, Andvagoriel und besonders Seni, die einen ganz besonderen Platz eingenommen hat in dieser Geschichte…ein Dank an euch alle

Und ein ganz besonderen Dank an Heitzi.

So jetzt möchte ich euch noch viel Spaß wünschen und darauf hinweisen, das zwar diese Geschichte zu Ende ist, aber es gibt eine Fortsetzung um das Leben Natilas, Callendils, Eirien und ihren Elben… sie heißt Ein Leben ist nicht genug und wird bald gestartet..

Bussi

Kapitel 34

Wiedervereinigung

Haldir und Natila waren sich schnell näher gekommen. Einige Jahre später sind sie auf einer Lichtung in Lothlorien den Bund eingegangen.

Nie war Haldir glücklicher als in der Zeit mit dieser Menschenfrau. Die Erinnerung an Alagos verblasste und wurde tief in seinem Herzen vergraben. Denn er wollte diese Frau lieben, nur diese Frau.

Er wusste genau, dass er schwinden würde, sobald Natila ihr menschliches Schicksal, der Sterblichkeit, ereilt hatte. Doch es war ihm gleich. Das nahm er gerne in kauf. Denn mit ihrem Tod würde seine Existenz sinnlos werden.

Callendil konnte zwar Haldir nicht wirklich verstehen, aber sie mochte Natila und so war sie bei der Schließung ihres Bundes dabei. Nur Rúmil war nicht zu gegen. Er war an der Nordgrenze. Er hatte mit Haldir privat, seit der Sache mit Elanor, kein einziges Wort gewechselt.

Callendil verbrachte viel Zeit mit den Dúnedain. Sie fand es ein faszinierendes Volk. Die Waldläufer waren ihr an Herz gewachsen. Weil Natila ihr Waldläufersein nicht aufgeben wollte, konnte Callendil so etwas auf ihre Schwägerin aufpassen. Denn Haldir blieb stets in Lothlorien zurück.

Einmal ging Callendil sogar mit nach Bruchtal, den Waldläufern zuliebe. Dort ignorierte sie die Fürstenfamilie völlig. Nicht einmal zu Arwen ging sie, mit der sie ein ziemlich neutrales Verhältnis hat.

Sie erfuhr nur so nebenbei, dass Arwen Aragorn liebte. Aber das war Callendil auch gleich. Denn sie würde niemals wieder lieben.

Es kam die Zeit, da brach der Krieg offen aus. Callendil war zu dieser Zeit in Düsterwald und hatte so  erfahren, das Elrohir den Bund mit der Schwester Legolas' eingegangen war.

Seni nahm es mit Fassung, denn sie wusste, dass beide Kinder diese Verbindung nicht wollten, doch Thranduil bestand, aus irgendeinem Grund drauf.

Der Streit zwischen Thranduil und Seni artete derart aus, dass die Elbin beschloss nach Valinor zu gehen, alleine und ohne ihre Familie. Callendil war es nicht einmal vergönnt, die Freundin, die wie eine Mutter für sie war, zu verabschieden.

Callendil verstand die Welt immer weniger, deshalb hatte sie beschlossen zurück nach Lothlorien zu gehen. Sie musste die Galadhrim unterstützen den Goldenen Wald zu schützen.

Als sie ankam saß Haldir in seinem Teil ihres Talans und starrte vor sich hin.

Callendil sah sie entsetzt an, es musste etwas Schreckliches geschehen sein.

„Was ist geschehen? Ist etwas mit Natila?"

Haldir sah seine Schwester an und konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

„Du musst dich um sie kümmern, versprichst du mir das?"

„Haldir was ist, du machst mir angst!"

„Wir werden die Menschen unterstützen in diesem Krieg. Wir werden nach Rohan gehen und gegen Saruman's Uruk-hai kämpfen. Ich werde als Hauptmann die Einheit anführen!"

Jetzt musste sich Callendil setzen.

„Ich werde dich begleiten!"

„Nein Kleines, du musst mit deinen Brüdern den Wald beschützen, denn auch hier droht Gefahr.

Bitte sorge dich um Natila und das Kind!"

Callendil spürte wie sich ihr Magen zusammenkrampfte.

„Natila hat ein Kind? Warum hast du mir das nicht erzählt!"

„Es dauert noch bis zum späten Sommer. Sie hat es erst empfangen!" Haldir's Tränen tropften auf die Federn die vor ihm lagen.

„Du wirst dich um deine Familie kümmern, du wirst zurückkehren! Versprich es mir!"

Jetzt musste auch Callendil weinen. Sie ging zu Haldir und legte ihren Kopf in seinen Schoß.

„Versprich es mir!"

„Callendil du musst stark sein, stark für dich und für meine beiden Frauen! Ich hätte gerne meine Tochter kennen gelernt!" Haldir schlug die Hände vor sein Gesicht. Callendil nahm ihn in ihre Arme.

„Wieso glaubst du, dass du nicht zurückkommen wirst?"

„Ich hab es im Spiegel gesehen!"

„Du hast deinen Tod im Spiegel gesehen, weiß Galadriel davon?"

„JA"

„Und sie schickt dich trotzdem?"

„Wenn wir nicht siegen, wird Sauron gewinnen. Ich möchte meine Frauen in Frieden leben sehen! Natila wird nicht alleine sein. Sie hat das Kind und dich!"

„Ich werde nach Valinor gehen, wenn alles vorbei ist, das weißt du doch!"

„Callendil Kleines, bitte hör nicht länger auf deinen Verstand, hör auf dein Herz. Ich hat es auch und hab die schönste und erfüllteste Zeit meines Lebens, in diesen wenigen Jahren, mit meiner kleinen adanethgehabt!"

Den ganzen Abend saßen sie gemeinsam am Tisch und machten neue Pfeile.

In der Nacht lagen sie zusammen in Haldir's Bett und hielten einander.

..

Es kam wie es kommen musste. Haldir fiel in Helms Klamm, genauso wie die meisten Elben. Nur wenige kehrten zurück und erzählten von der siegreichen Schlacht. Selbst die Toten wurden zurückgelassen.

So konnte Callendil nur alleine in Haldir's Bett liegen und weinen. Sie weinte um ihren geliebten Bruder, der ihr mehr bedeutet hatte als alles andere, abgesehen von Elladan, der nun auch in Rohan war, wie Callendil erfuhr.

Sie hatte nicht lange Zeit zum trauern. Schon am nächsten Tag wurde Lothlorien angegriffen und Celeborn ließ den Wald  verteidigen.

Es war der blutigste Kampf, den Callendil je gefochten hatte, doch nach 3 Tagen waren die Orks geschlagen und Celeborn blies zum Angriff auf Dol Goldur.

Es dauerte nicht lange, da wurde diese Festung auch eingenommen. Es war ein kurzer Kampf, denn die Elben waren von Rache getrieben und die Orks waren der geballten Wut der Elben hilflos ausgeliefert.

Es war am letzten Tag des Kampfes, als Callendil mit ihren Brüdern die Festung erreichte. Ihre Einheit war damit beauftragt worden, die Festung zu befreien.

Da die meisten Orks geflüchtet waren ging es schnell.

Doch es waren nicht alles Orks entdeckt worden.  Leider bemerkte Callendil ihren Angreifer zu spät und noch bevor sie zuschlagen konnte traf sie das Orkschwert im Gesicht. Sie sah Sterne, doch es gelang ihr noch, das Elbenschwert in den Ork zu rammen ehe sie das Bewusstsein verlor.

Sie kam im Elbenlager zu sich. Einen dicken Verband um ihren Kopf und das Kinn. Sie konnte nicht sprechen. Orophin saß an ihrem Bett und hielt ihre Hand.

„Willkommen zurück große Schwester! Du hast uns ein Scheck eingejagt, als wir dich blutüberströmt fanden. Es war dem Ork wohl gelungen dein Kinn zu spalten. Aber keine Sorge, es wird wieder. Der Heiler ist zufrieden und in ein paar Wochen sieht man nichts mehr."

Callendil wollte etwas sagen, doch sie konnte den Mund nicht aufmachen. Der Verband war zu fest.

„Nun in ein Paar Tagen kommt der Verband weg."

„Lass dich nicht von dem Kleinen ärgern, Callendil! Es ist alles in Ordnung, nur ein Kratzer!"

Rúmil schlug dem jüngeren Bruder auf den Arm und schickte ihn weg.

„Dein Kiefer war nur ausgerenkt! Es ist Morgen wieder besser!"

Callendil war sichtlich erleichtert und in der Tat konnte sie am nächsten Tag ihren Kiefer wieder bewegen und zwei Tage später nahm sie auf eigene Verantwortung den Verband ab.

Eine hässliche Narbe zierte ihr Kinn. Doch sie würde verblassen, wie alle Narben verblassen.

Sie machte sich schreckliche Sorgen um Elladan.

Sie hatte erfahren, dass die Bruchtal Zwillinge Isilurs Erbe nach Gondor begleiteten. Callendil's Angst zog sich wie ein fester Ring um ihr Herz. Keiner konnte ihr sagen ob sie Überlebt hatten, ob einer verletzt war. Keine Nachricht drang zu ihnen vor

„Ich muss nach Minas Tirith!" stellte Callendil schließlich fest

 Ohne irgendwelchen Begleitschutz machte sich die Elbin alleine auf nach Gondor, nachdem sie von ihrem Hauptmann entlassen wurde.

Als sie den Pelennor erreichte stiegen ihr die Tränen in die Augen. Denn die Schlacht war geschlagen, doch überall war nur Tod und Verderben zu sehen.

Sie traute sich gar nicht die vielen Leichen anzusehen, aus Angst Elladan zu entdecken.

Sie wurde von den überlebenden Soldaten und Menschen, die die Leichen einsammelten, mit großen Augen angesehen.

Selten hatten sie eine Elbin gesehen und noch seltener eine, deren Haare wie eine Fahne im Wind hinter ihr herwehte, während sie über das Meer der Toten lief und scheinbar nach jemanden Ausschau hielt. Ihr Pferd lief langsam hinter ihr her.

Endlich hatte sie die Zelte erreicht, die vor der Stadt errichtet waren. Vor einem  der Zelte stand Legolas und unterhielt sich mit einem Zwerg.

Als er Callendil sah kam er ihr sofort entgegen.

Sie nahmen einander in die Arme.

„Callendil, wie froh ich bin dich lebend zu sehen! Wie sieht es im Goldenen Wald aus?" fragte der Waldelb.

„Es ist vollbracht. Wir haben die Orks aus Lothlorien und aus Dol Goldur vertrieben! Bitte Legolas sag mir wo Elladan ist!"

Jetzt war es dem Prinzen klar warum die Elbin den gefährlichen Weg in den Süden unternommen hatte. Die Sehnsucht und die Angst trieben sie in die Stadt der Menschen.

„Keine Angst. Elladan und Elrohir sind unverletzt und wohlauf. Wir hatten eine kleine Schifffahrt. Aber das sollen sie dir selbst erzählen. Ich führe dich zu ihnen!"

Doch Callendil fiel auf ihre Knie. Eine Zentnerlast wurde ihr von den Schultern genommen. Sofort beugte sich Legolas zu ihr hinunter.

 „Callendil? Kann ich dir helfen?"

Die Tränen liefen ihr Gesicht herunter doch sie lächelte.

„Nein Legolas danke. Ich bin so erleichtert. Aber ich will ihn lieber nicht sehen. Die Kraft hab ich nicht mehr. Es genügt ihn in Sicherheit zu wissen!"

„Es ist noch nicht vorbei! Wir werden morgen zum schwarzen Tor ziehen!" erklärte Legolas und sah hinüber zum großen Zelt.

„Aragorn hat noch einmal alle Menschenvölker Mittelerdes zusammengeführt. Nun werden wir morgen aufbrechen."

„Ich werde mitkommen. Wenn dies die Entscheidungsschlacht ist werde ich mit euch leben oder sterben!" erklärte Callendil und stand auf.

„Weißt du ob Natila überlebt hat? Ich muss zu ihr! Wo ist Halbarad?"

„Natila ist in den Häusern der Heilung. Halbarad ist auf den Feldern gefallen."

Callendil schluckte, einerseits war sie erleichtert ihre Schwägerin lebend zu wissen, doch wenn Halbarad auch tot war würde es der adanethschlechter gehen als jemals zuvor.

„Haldir ist in Helms Klamm…" Legolas versuchte die richtigen Worte zu finden.

„Ich weiß, ein Bote hat uns informiert!" stellte Callendil trocken fest. Wie sollte sie Natila gegenübertreten und Stärke zeigen? Sie würde nun alle Kraft brauche, die sie nur bekommen konnte um diese Zeit zu überstehen.

Callendil musste immer häufiger trocken schlucken. Sie bekam kaum noch Luft, langsam merkte sie wie ihre eigenen Kräfte sie verließen.

 „Ich werde jetzt Elladan holen. Callendil du brauchst jemanden zum Weinen, jemand der deinen Schmerz teilt!" bat Legolas.

„Nein bitte das würde ich nicht überstehen. Bitte nimm mich einfach in den Arm, nur einen Augenblick dann geht es wieder!"

Die Elbin war kaum noch in der Lage die Worte zu sprechen als Legolas sie in seine Arme nahm und Callendil weinte ihre ganze Trauer und Verzweiflung heraus.

Engumschlungen standen sie inmitten von regem Treiben. Doch sie ließen sich nicht stören. Er wiegte sie und streichelte sie und gab ihr Trost.

Etwas entfernt vor dem Zelt den künftigen Königs standen zwei Elben und beobachteten das Geschehen.

Elladan wollte loslaufen als er Callendil auf die Knie fallen sah. Doch Elrohir hielt ihn auf.

„Nein! Wenn sie dich jetzt sieht, übersteigt es ihre Kräfte. Elladan. Du weißt sie ist hier wegen dir. Sie wird zu dir kommen. Du musst warten!"

„Ich will sie noch einmal in meinen Armen halten Elrohir. Bevor ich sterben muss, möchte ich sie noch einmal küssen dürfen. Sie ist doch meine Frau! Kannst du mir sagen warum?"

Elladan sah seinen Bruder verzweifelt an.

„Erstens werden wir dort nicht sterben und du weißt es genau. Zweitens: Warum? Warum ihr beiden dämlicher seid als eine Horde Wargs? Das kann ich dir auch nicht beantworten. Aber ich bitte dich um ihretwillen. Lass Callendil zu dir kommen. Sie hat Haldir verloren, vielleicht sogar noch einen Bruder. Wer weiß das, dich verkraftet sie jetzt nicht. Legolas wird ihr gesagt haben, dass du lebst und das ist gut!"

Elladan blickte zu seiner Frau, die von Legolas umarmt dastand und weinte. Der Noldo konnte sie bis zu sich weinen hören und er betete zu den Valar, sie mögen ihm nur einen einzigen Wunsch erfüllen.

..

Als sich Callendil wieder einigermaßen gefasst hatte ging sie hinauf in die Stadt und in die Häuser der Heilung. Sie stand einige Zeit vor Natilas Türe und sammelte ihre letzten Kräfte.

Dann öffnete sie die Türe.

Natila und ihre Freundin Eirien saßen am Tisch und aßen. Eirien war ebenfalls Waldläuferin und war seit einer geraumen Zeit an Natila's Seite.

Callendil und Natila fielen sich in die Arme und Callendil konnte ihre Tränen nicht stoppen, während Natila keine mehr zu haben schien. „Es tut mir so unendlich Leid meine Liebe, ganz Lothlorien trauert mit dir, Kleines!"

Natila sah so verzweifelt aus. „Er fehlt mir so sehr, Callendil, jede Faser meines Körpers schreit nach ihm!"

Callendil legte vorsichtig ihre Hand auf Natilas leicht gewölbten Bauch. Sie konnte das Kind fühlen.

„Es ist doch immer bei dir! Vergiss das niemals!"  Callendil hatte das Gefühl, dass es der einzige Grund für Natila war noch weiter zu leben.

Nach dem Callendil erfahren hatte, das Natila auch mit zum Schwarzen Tor gehen würde, beschloss sie ihre Schwägerin mit ihrem Leben zu beschützen.

Sie reihte sich zu den Waldläufern ein und mied jeden Kontakt mit Elladan. Auch er schien ihr aus dem Weg zu gehen.

So geschah es, dass sie gemeinsam die letzte große Schlacht ausfochten. Jeder kämpfe aus einem anderen Grund, aber da sie sich gegenseitig schützen und der Ring der Macht zerstört wurde, hatten alle überlebt.

Natila war zwar verwundet, doch ihr und dem Kind ging es gut. So konnten sie in den Tagen nach dem Sieg das erste Mal feiern.

Nach der Krönung des Königs hielt Callendil es nicht länger aus in Minas Tirith. Die Umgebung und diese viele Menschen machten sie unglücklich. Die Anwesenheit Elladan tat ihr übriges.

Sie ging zurück nach Lothlorien, wo alles vorbeireitet wurde die Gefilde zu verlassen.

Lady Galadriel hatte beschlossen mit einem Teil der Galadhrim nach Valinor zu gehen. Die Sehnsucht nach ihrer Tochter war zu groß.

Lord Celeborn hingegen wollte die Galadhrim, die nicht in den Westen gehen wollten nicht alleine lassen und beschloss zu bleiben.

Callendil hatte ihren Entschluss längst gefasst, sie wollte fort von dem Ort, der ihr so viel genommen hatte.

Ein letztes Mal reisten sie nach Gondor um an den Hochzeitsfeierlichkeiten des Königs und Arwen teilzunehmen.

Callendil ritt mir ihren Brüdern als Begleitschutz mit. Sie wollte sich von Natila verabschieden und noch einmal nachsehen ob es der Menschenfrau gut ging. Gerne hätte sie ihre Nichte kennen gelernt, doch wenn die große Reise schon früher beginnen würde, sollte es nicht sein.

Kurz vor Minas Tirith traf der Tross der Lorien Elben auf die Bruchtal Elben und gemeinsam ritten sie in der Festung ein.

Callendil konnte es wieder an ihren Nackenhaaren spüren, dass Elladan in der Nähe war, noch bevor sie ihn überhaupt sah. Als sie ihn sah traf es ihr Herz. Sie spürte, dass sie fort musste. Würde sie es nicht tun, könnte sie nicht mehr lange leben.

Er sah so glücklich aus und auch Elrohir wirkte so erlöst. Nur sie, sie war die gleiche verzweifelte, einsame Elbin.

Der einzige Trost in dieser Zeit war Natila. Callendil verbrachte viel Zeit mit ihrer Freundin, dessen Bauch nun schon deutlich seine Rundung zeigte. In der Nähe der Dúnadan fühlte sich Callendil wohl. Dort war eine Frau, die sie brauchte, die sich freute sie zu sehen.

Doch leider war den beiden nicht viel Zeit gegebent. Denn die Gemeinschaft der Elben, Menschen und Halblinge machten sich auf den Weg den König von Rohan zur letzten Ruhe zu betten.

Es war die letzte Reise der Elben und so musste Callendil sich von Natila und ihrer Nichte für immer verabschieden. Doch sie betete still, dass sie sich irgendwann wieder sehen würden.

Die Heimreise folgte über die Pforte von Rohan.

In Edoras erfuhr Callendil den Grund für Elrohirs gute Laune. Er hatte seiner wahren Liebe eine Chance gegeben und Eirien um den Bund gebeten. Die Tatsache, dass Elrohir entschied seinem Herzen zu folgen, sorgte dafür, dass Callendil sich noch elendiger fühlte. Sie wollte nur fort.

Als es schließlich weiterging und die Elben Helms Klamm erreichten bat Callendil und ihre Brüder  Lord Celeborn, ob sie nicht Haldir mit nach Lothlorien nehmen könnten. Sein Körper hatte eine bessere Stätte verdient als das Schlachtfeld der Menschen.

Er bekam seine letzte Ruhestätte an dem Ort, an dem er am Glücklichsten war. Es war eine Lichtung, die ihm und Natila ans Herz gewachsen war.

..

Monate später saß Callendil in ihrem Talan auf dem Boden und sortierte zum zigten Mal ihre und Haldir's Habseligkeiten durch, die er nach seiner Bindung an Natila in ihrem Talan gelassen hatte.

Callendil schlug das Buch auf und eine getrocknete Rose viel heraus. Sie nahm die Blüte in ihre zitternde Hand. In diesem Moment brach alles über sie herein.

Sie sah den Rosenbusch vor ihren Augen, die verzauberte Lichtung, ihre Tränen die Elladan's Augen heilten.

Sie sah die kleine Lichtung in Lothlorien wo sie mit Elladan den Bund eingegangen war. Sie sah die Visionen Elronds. Sie sah Haldirs Tod. Sie schrie.

Callendil kauerte auf dem Boden, mit der Rose in der Hand und weinte. Sie merkte nicht, wie Rúmil an sie heran trat.

„Callendil? Kann ich dir helfen?"

Mit verweinten Augen sah sie ihren jüngeren Bruder an. Genau in diesem Augenblick sah sie das erste Mal, wie ähnlich Rúmil Haldir war.

„Nimmst du mich in den Arm?" fragte sie leise.

Er wiegte sie wie ein Kleines Kind und versuchte sie zu beruhigen.

„Du wirst deinen Frieden haben in Valinor!" sprach er ihr tröstend zu.

„Ich weiß nicht ob ich Frieden will! Rúmil, ich weiß nicht was ich will. Ich will …ich will doch nur glücklich sein!"

„Du wirst glücklich sein wenn du in den Unsterblichen Landen bist."

Callendil wusste das er sie nicht verstehen würde. Haldir hätte sie verstanden, da war sie sich sicher.

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stand auf.

„Du hast Recht, es wird Zeit mich von all dem zu trennen. Mein Dienst beginnt. Ich muss fort!"

Sie verrichtete ihre Wache vor dem Palasttalan, bis ein Bote kam und Celeborn informierte, das Menschen in den Wald eindrangen, die in der Begleitung von einem von Elrond's Söhnen war.

Callendil ließ sich sofort freistellen und erwartete die Besucher vor der Stadt.

Sie konnte schon von weitem Natila und Eirien erkennen, gefolgt von Elrohir. Callendil rannte ihnen entgegen. Endlich einmal etwas Positives!

Die Begrüßung viel herzlich aus, sie nahmen einander in die Arme und Callendil entdeckte in einem Tuch vor Natila's Bauch das Kind.

Natila band das Tuch auf und gab das Mädchen ihrer Tante.

„Willkommen Kleines!" sagte Callendil und kämpfte mit den Tränen.

„Wie ähnlich sie Haldir ist!" sah sie doch in die gleichen blauen Augen wie die ihres Bruders.

Jetzt konnte Callendil nicht anders und musste weinen. Natila strich ihr aufmunternd den Rücken.

„Das ist Lothmeleth, Haldir's Vermächtnis!"

Callendil führte die Gruppe zum Palasttalan wo sie alle von Celeborn begrüßt wurden. Callendil zog sich jedoch früh zurück. Sie hatte über so vieles nachzudenken und konnte es nicht solange sie diejenigen sah, an denen ihr Herz hing.

Am nächsten Morgen fand sie Natila weinend vor Haldir's Grab. Auf dem Hügel saß Lothmeleth und hielt eine Mallorn-Blüte in der Hand. Sie hörte die verzweifelten Worte, die Natila an Haldir und dann an Eirien richtete und in diesem Moment fiel ihre Entscheidung.

„Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich werde dich nicht im Stich lassen Natila, ich werde nicht fortziehen. Ich werde euch nach Bruchtal begleiten, bis ich eine Entscheidung getroffen habe. Ich werde euch später alles erklären, doch jetzt möchte ich euch erstmal in den Arm nehmen."

So standen sie gemeinsam auf der Lichtung und hielten einander in den Armen. Die kleine Lothmeleth war sichtlich begeistert und gluckste fröhlich vor sich hin.

Zwei Wochen verbrachen sie noch in Lothlorien, in denen Callendil ihre Entscheidung Celeborn und ihren Brüdern mitgeteilt hatte. Sie ließ sich aus dem Dienst der Galadhrim entbinden und nahm Abschied von ihren geliebten Mallyn. Sie ging ein letztes Mal auf ihre kleine Lichtung und pflückte ein letztes Mal eine der weißen Rosen.

Sie wusste, dass es ein Abschied für immer sein würde. Denn selbst wenn sie in Mittelerde bleiben würde, käme sie nicht mehr in den Goldenen Wald.

Es war später Frühling als die zwei Elben mit den Menschenfrauen und dem Kind über den Rothornpass das Nebengebirge überquerten. Die Valar meinten es gut mit ihnen, denn sie schenkten ihnen gutes Wetter.

Je näher sie Bruchtal kamen umso nervöser wurde Callendil. Ein Tag vor der Ankunft rastete die Gruppe ein letztes Mal vor einem kleinen Lagerfeuer. Die Frauen waren schon eingeschlafen und Callendil kümmerte sich um die kleine Lothmeleth, die nicht schlafen wollte. Sie saß zufrieden auf  Callendil's Arm und betrachtete die Welt um sich.

Elrohir spielte mit seinen Fingern vor dem Mädchen herum, die versuchte seine Hand zu fangen.

Callendil lachte.

„Sie ist ein Elbenkind, hast du es auch schon bemerkt?" Elrohir nickte.

„Sie hat nicht viel von den Menschen. Aber wir können uns auch täuschen. Ich kenne nicht viele Menschenkinder!"

„Sie schließt die Augen nicht beim schlafen und sie war noch nie krank!"  stellte Callendil fest.

„Sie wächst zu schnell für ein Elbenkind. Sie ist erst 8 Monate alt und sie wie groß sie ist" erklärte Elrohir und Callendil nickte.

„Du hast ja Recht! Freust du dich auf dein Kind?" fragte sie schnell.

„Mehr als du dir vorstellen kannst. Was kann es schöneres geben?" fragte Elrohir und traf damit einen wunden Punkt bei Callendil.

„Ich weiß es nicht. Ich würde es aber auch gerne mal erfahren. Wenn ich nur wüsste was ich tun soll!"

„Lass dein Herz deine Schritte lenken und es wird nie falsch sein." Callendil nickte und sah nachdenklich ins Feuer

.

Am nächsten Mittag kamen sie durch das Tor von Bruchtal und wurden von Elrond erwartet. Er lächelte, das war Callendil suspekt. Der Lord begrüßte Natila und das Kind, dann Eirien und Elrohir. Doch bevor er zu Callendil kam stellten sich bei ihr die Nackenhaare auf.

Sie sah in die sturmgrauen Augen Elladans. Er kam auf sie zu, hob sie hoch und nahm sie ganz fest in seine Arme. Dann küsste er sie ohne, dass sich Callendil wehren konnte.

Es war auch nicht nötig, denn sie erwiderte den Kuss.

Es war als ob ein Meer von Blumen blühte. Callendils Herz ging auf und nahm ihren Gemahl in Empfang. Sie hörten Natila's Stimme, die sie aus dem Kuss riss

„Callendil?" Die Dúnadan war völlig überrascht.

„Es tut mir Leid, ich wollte es euch schon lang sagen. Aber ich war mir selbst noch nicht sicher, was mich hier erwarten würde."

Noch ehe jemand etwas erwidern konnte schnappte sich Elladan Callendil und trug sie auf seinen Armen davon.

„Ich kann gehen, lass mich runter, Elladan!"

„Nein, niemals wieder. Ich werde dich nie wieder gehen lassen!"

Während sie sich erneut küssten führte Elladan Callendil hinunter zum See.

 Auf der kleinen Wiese, neben dem Wasserfall, legte Elladan Callendil sanft auf das weiche Gras.

Sie blieb einfach liegen und sah in die sturmgrauen Augen ihres Elben.

„Bist du sicher, dass wir das richtige tun?" fragte sie vorsichtig.

„Was sagt dir dein Herz?" fragte Elladan lächelnd.

„Das es richtig ist, mit dir die Ewigkeit zu verbringen und dauerte sie auch nur einen Wimpernschlag!"

Elladan beugte sich über Callendil und küsste sie, ganz sanft, als ob er eine Knospe berühren wollte.

Bereth nin, ich liebe dich so sehr!" Wieder küsste er sie, doch diesmal etwas leidenschaftlicher.

Hervenn nin, ich werde dich ewig lieben, ganz gleich was noch geschehen mag!"

Jetzt küsste Callendil Elladan und fordertet mit ihrer Zunge Einlass in den Mund, den sie so sehr begehrte.

Der Kuss schien nicht zu enden, doch schließlich mussten sie Luft holen.

Sie pressten ihre Körper aneinander.

„Elladan, wie sehr ich dich vermisst habe. Wie sehr ich das hier vermisst habe. Ich hatte völlig verdrängt wie schön es sein kann. Ich hatte mit keinem…."

Elladan unterbrach ihren Redeschwall mit einem erneuten Kuss.

„Schhhhh….lass die Vergangenheit hinter uns. Jetzt gibt es nur noch uns. Ich habe mit adar gesprochen. Ich hab ihm klar gemacht, dass es mir gleich ist, wie hoch der Preis für deine Liebe ist. Ich möchte keinen Augenblick mehr missen wollen. Ich möchte dich in meinen Armen halten, dich küssen, dich streicheln, dich schmecken, dich lieben können!"  Elladan's Augen leuchteten als er die Worte sprach.

Callendil presste ihre Hüfte gegen seine.

„Worauf wartest du, dann gib mir alles, was du dir ersehnst! Denn auch mich verlangt es danach."

Und die Ewigkeit begann, just in diesem Moment. Und würde sie nur einen Wimpernschlag anhalten, es wäre IHR gemeinsamer Wimpernschlag.

ENDE

Ich möchte diese Geschichte Heitzi widmen, schließlich ist sie ihretwegen entstanden und ich bin froh darüber.

Mögest du alle Kraft erhalten die du brauchst, und Freunde die dir beistehen.

Du hast so viel Freude in mein Leben gebracht, dafür möchte ich mich bedanken. Ich wünschte,  ich könnte dir ein Teil davon zurückgeben.