Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten by S.E.

HINWEIS: keinen es gibt nur mal wieder ein paar Zeitsprünge...damit wir in die Hufe kommen

Diclaimer: siehe Kap 1

Rating: PG 13,

Timeline: 2610 III in Lothlorien bis 2780 in Düsterwald

Paring: Callendil/ Elladan

Haldir / frisch verliebt

Ein ganz dickes Bussi an alle Reviewer: Andvagoriel, nicht gewusst, das Elrond ein böser böser Elb ist?

Lion: Danke fürs Betaen, Seni: Gib nichts auf Elrond er ist böse (verweis auf oben!) Was macht der WEIN???? Mary Hawk: Wieso soll ich besoffen gewesen sein (ganz unschuldig schau?) was mit den Beiden geschieht erfahrt ihr hier und da und dort. Laureliel: Schön einen neuen Namen zu lesen, danke für die Blumen…es geht ja schon weiter..oh was ein Stress…

Ich wünsch euch nun viel Spaß… ihr habt lange warten müssen.. Was muss ich Idiot auch 3 Geschichten gleichzeitig schreiben….


Kapitel 31

Elanor

Haldir suchte Callendil bereits seit geraumer Zeit. Er wollte ihr einen Tee bringen, doch sie war nicht auf ihrem Zimmer.
Elrohir half ihm bei der Suche. Der Galadhrim wollte sonst niemanden dabei haben. Elladan wäre jetzt pures Gift gewesen, da war sich Haldir sicher.

Schließlich fand er seine Schwester. Seine Elbenaugen erblickten sie unter dem Wasserfall am See.
So schnell seine Beine ihn trugen rannte er zu ihr und ohne seine Kleider auszuziehen sprang er ins Wasser.

Callendil stand unter dem Wasserfall und zitterte. Als Haldir völlig durchnässt vor ihr stand sah er ihre roten Augen und die Verzweiflung, die darin zu erkennen war.
Haldir zog seine Schwester aus dem Wasser und nahm sie auf seine Arme. Er brachte sie an das Ufer und setzte sich mit ihr ins Gras.
Ihr Zittern wurde schlimmer. Es war jedoch nicht die Kälte, denn die machte einem Elben nichts aus.
„Schhh...Kleines beruhige dich! Was ist passiert?"

Erst jetzt sah Callendil ihren Bruder an.
„Er...Ich muss ihn verlassen...Er hat Recht!"
„Wer hat Recht? Warum musst du IHN verlassen?" Haldir strich besorgt mit seiner Hand über ihre Wange.
„Ich hab es sehen dürfen! Ich hab gesehen, dass er stirbt...meinetwegen! Ich will nicht dass er stirbt...niemals, dazu liebe ich ihn viel zu sehr!"
„Wer stirbt, wie kommst du denn darauf?"
„Ich habe die Visionen gesehen, die Visionen von Elrond. Er hat Recht wir hätten niemals den Bund eingehen dürfen. Ich werde Elladan nicht sterben lassen. Lieber sterbe ich."

Haldir schloss die Augen und wiegte seine Schwester wie ein kleines Kind.
„Ich werde immer bei dir sein Kleines! Wenn das wirklich dein Wunsch ist werde ich dir beistehen!"
Callendil war nicht in der Lage zu sprechen, sondern nickte einfach.

..........

Callendil hatte ihren Posten bezogen an den nördlichen Grenzen Lothloriens. Sie stand auf ihrem Wachbaum und lächelte. Sie beobachtete wie eine Gruppe Menschenkinder sich von dem Trupp der Erwachsenen davonschlichen und die Grenzen des Waldes fast erreichten.
Doch die Großen liefen schreiend den Kindern hinterher und konnten sie einfangen noch ehe sie den Wald betraten.
Callendil konnte sie reden hören.Ihr Westron war gut genug um zu verstehen, dass die Erwachsenen den Kindern Horrorgeschichten über den Wald erzählten, in dem kleine Kinder von bösen Hexen verzaubert werden.
Die Elbin lächelt noch immer, wusste sie doch um die Geschichten der Menschen. Kein Elb würde widersprechen, obwohl noch nie einem Kind etwas zu Leide getan wurde oder jemals würde.

Callendil hatte ihre Trennung vor fast 100 Jahren einigermaßen überwunden. Nach Jahren der Trauer und Verzweiflung, kniete sie sich, wie gehabt, in ihre Arbeit.
Sie blieb meist an den Nordgrenzen, oder war im Palast als Wache eingeteilt. Ihre beiden kleinen Brüder waren in der Zwischenzeit auch gute Soldaten geworden, die gemeinsam ihren Dienst verrichteten.

Die einzige wirkliche Veränderung in Callendil's Leben war, dass sie nie wieder in Eryn Lasgalen war. Sie konnte den Anblick des Schlosses, der Gärten und der fremden Bäume nicht ertragen. Ihre Gefühle für den Elbenlord sollten tief in ihrer Seele versteckt bleiben, so dass sie nicht daran denken musste und doch nicht schwand.

Sie war nicht glücklich aber zufrieden.

...........

In Haldir's Leben gab es gar keine Veränderungen, bis zu dem Zeitpunkt als Besuch aus Eryn in Lothlorien eintraf.
Der König und Seni kamen zu Besuch. Sie wurden von ihren Töchtern begleitet. Haldir und seine Geschwister wurden abkommandiert den König und sein Gefolge sicher durch Lothlorien zu führen.

Haldir ritt an der Spitze des Zuges, Callendil ritt neben Seni – sie hatten einiges zu bereden. Rúmil und Orophin ritten am Schluss des Zuges und bildeten die Nachhut. Was den beiden sichtlich gefiel. Denn die Prinzessinnen hatten Freundinnen im Schlepptau und diese Freundinnen waren mehr als attraktiv.

Haldir war das Verhalten seiner Brüder natürlich aufgefallen, doch er schüttelte nur den Kopf. Wie konnte man sich nur so benehmen. Natürlich hatte er auch festgestellt wie hübsch die Elbinnen aus Eryn waren. Doch er versuchte die Tatsache einfach zu ignorieren.

Am Abend wurde in Caras Galadhon ein großes Fest gegeben zu dem auch die ganze Familie eingeladen wurde. So mussten die vier Geschwister keinen Dienst leisten und kamen in Zivil zur großen Tafel.

Callendil saß neben Seni und Haldir saß neben seiner Schwester und seinen Brüdern. Die Eltern saßen an Orophin's Seite.

Ihnen gegenüber saßen die Töchter Thranduils und deren Freundinnen.

Callendil vielen die Blicke, die die eine Elbin auf Haldir warf sofort auf. Sie lächelte. Vielleicht würde es Haldir endlich mal wieder gelingen sich zu verlieben. Er war einfach eine zu lange Zeit und Alagos hätte niemals gewollt, dass Haldir die Ewigkeit in Einsamkeit verbringt.

Auch Haldir blickte des öfteren zu der Elbin hinüber. Niemals hatte er eine hübschere Frau gesehen. Selbst Arwens Schönheit verblasste in seinen Augen beim Anblick der Düsterwaldelbin, die begann ihn anzulächeln.

„Oh Haldir, Callendil, darf ich euch meine Freundin Elanor vorstellen! Elanor, dies sind Callendil und Hauptmann Haldir aus Lothlorien. Lord Celeborn ist ihr Onkel" erklärte Thenithil, Seni's Tochter.

Callendil nickte höflich und Haldir reagierte gar nicht. Er sah die Elbin einfach nur an.

Später am Abend bildeten sich Grüppchen, die zusammenstanden und redeten. Aus der Ferne konnte man die schönen Elbengesänge hören und Callendil beobachtete, wie ihr Bruder mit Legolas Schwester spazieren ging. „Gut so!"

Haldir lief sichtlich nervös neben der Elbin her. Nichts war zu spüren von seiner Überlegenheit und Ruhe, die er für gewöhnlich ausstrahlte. Er fühlte sich wie bei seinem ersten Date.

„Erzählt mir, Hauptmann was macht ihr für gewöhnlich, wenn ihr nicht gerade Elbinnen durch das wunderschöne Lothlorien führt?" überbrückte Elanor die unangenehme Stille.

Sie liefen hinaus aus der Stadt, bis zum See und unterhielten sich über belanglose Dinge.

Haldir konnte stundenlang dieser Elbin zuhören wie sie redete. Ihre Stimme war wie Honig für die Ohren.

Am Seeufer ließen sie sich nieder.

„Ihr seid sehr gut aussehend, Haldir!" sagte die junge Elbin und Haldir lächelte. Langsam hatte er seine Fassung zurück erhalten und schüttelte den Kopf.

„Das bin ich nicht, aber ihr seid wahrlich eine Schönheit unter Ardas Sonne!"

Langsam strich er, mit seinem Finger, behutsam die Konturen ihres Gesichts nach.

„Schöner können die Valar selbst nicht sein!"

Das Lächeln der Waldelbin brachte Haldir's Herz zum schmelzen und er beugte sich zu ihr und küsste sie ganz zart auf den Mund.

Elanor erwiderte den Kuss und öffnete ihre Lippen um Haldir's Zunge Einlass zu gewähren. Sie war betört von seinem Geruch. Nie hatte die Elbin sich näher zu einem anderen hingezogen gefühlt.

Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis sie sich wieder trennten, schwer atmend.

„Ich habe….ich möchte nicht!" hauchte Haldir und wollte doch so sehr.

Elanor ergriff die Initiative und begann Haldirs Tunika zu öffnen. Der Hauptmann war über sich selbst überrascht, dass er es geschehen ließ. Doch sein Verlangen diese Elbin zu nehmen stieg ins unermessliche.

So ließ er es geschehen und sie ließ ihn gewähren.

Sie liebten sich kaum, dass sie den Boden berührten, obwohl sich so gut wie nichts über sich wussten. Doch sie spürten, wie eine Verbindung geschaffen wurde. Ein Bündnis, das Haldir sehr verwunderte, doch freudig annahm. Ob es Liebe war wagte er noch nicht zu sagen.

Der Besuch aus Eryn blieb einige Wochen und Haldir war, sooft es sein Dienst zuließ, mit

Elanor zusammen. Er mochte sie sehr. Nicht wie Alagos, auch anders als Callendil, doch er empfand sehr viel für die bildschöne Elbin, um die ihn alle beneideten.

Die Beziehung zwischen Elanor und Haldir wurde tiefer und sie verbrachten viel Zeit miteinander.

Callendil beobachtete die beiden mit Wohlwollen. Wenigstens einer, der wieder glücklich war.

.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag ging Callendil nach Hause. Sie hatte Dienst im Palast, das hieß ständig irgendwelche Elben abwimmeln und Botengänge für Galadriel ausführen.

Callendil hasste diese Tätigkeit. Doch sie beschwerte sich nicht. Schließlich war wieder einmal Seni mit ihren Mädchen zu Besuch.

Arwen war auch wieder in Lothlorien.

Sie hatte den Verlust ihrer Mutter noch weniger verkraftet als ihre Brüder. Die Zwillinge waren nur noch damit beschäftigt Orks zu jagen und zu töten.

Celebrian ging kurz nach ihrer Genesung in die Unsterblichen Lande, um dort Frieden zu finden. Frieden, den sie in Mittelerde vergeblich suchte.

In dieser Stimmung wollte Arwen nicht leben und war nach Lothlorien umgesiedelt. Von da an war sie nur noch zu Besuch in Bruchtal und wenn sie reiste, war eine Armee von Wachen dabei.

Die Töchter Senis verbrachten die meiste Zeit mit Arwen. Elanor, die sie wie immer begleitete, verbrachte die Zeit mit Haldir, oder sie war mit den anderen Elbinnen unterwegs.

Callendil hatte fast ihren Talan erreicht als sie das Kichern hörte. Sie sah sich um und entdeckte Elanor davon springen.

Callendil lächelte, sie gönnte ihrem Bruder eine liebevolle Nacht. Während sie die Treppe weiter hinauf ging fiel es ihr ein. Haldir hatte Dienst an den Nordgrenzen und war frühestens in einer Woche zurück.

Callendil beobachtete die Waldelbin und sah dass ein anderer Elb ihr folgte und sie einfing.

Die Galadhrim wurde wütend und folgte Elanor. Sie fand die Elbin in den Armen des Elben.

Als diese Callendil entdeckte stieß sie den jungen Elben fort und grinste sie an.

„Hallo Callendil!"

„Elanor, so spät noch unterwegs?"

„Ja, ähm….Fereveldir bringt mich nach Hause. Danke!"

Callendil holte tief Luft.

„Ich werde dir das jetzt nur einmal sagen. Wenn du meinem Bruder das Herz brichst, bring ich dich um!"

Für einige Sekunden herrschte Totenstille, dann lachte Elanor auf.

„Oh Callendil, es geht dich zwar überhaupt nichts an. Aber ich werde deinem Bruder nicht das Herz brechen, sorge dich nicht. Fereveldir bringt mich nur nach Hause!"

Ohne eine Antwort zu geben stapfte Callendil davon und hoffte, dass es gut ginge mit den beiden.

….

Es ging gut. Haldir und Elanor waren über 200 Jahre zusammen. Nur eine Sache, weigerte sich Haldir zu tun. Er wollte nicht den Bund mit ihr eingehen, denn es fühlte sich nicht richtig an.

Er liebte Elanor. Sie war das hinreißenste Geschöpf auf Arda für ihn. Sie liebte ihn, daran bestand kein Zweifel. Doch es fühlte sich für ihn nicht richtig an. So ließ er es auf sich beruhen und liebte sie ohne den Segen der Valar.

Callendil und ihre Brüder brachten den Besuch aus Eryn nach Hause zurück, diesmal waren es nur Seni und ihre Kinder. Elanor war dieses Mal nicht mitgereist. Umso aufgeregter war Haldir sie wieder zusehen, diesmal in Düsterwald.

Und die Freude des Wiedersehens war groß. Als Elanor erfahren hatte, wer des Königs Gefährtin und die Kinder nach Hause begleitet hatte, wartete sie schon am großen Eingangstor auf die Reisegruppe.

Als Elanor Haldir entdeckte sprang sie schnell die Treppe hinunter und blieb vor der Gruppe Elben stehen, die von ihren Pferden stiegen.
Stallburschen nahmen die Tiere in Empfang und führten sie in die Stallungen.

Als Callendil ihre Kleidung richtete und zu ihren Bruder sah, der Elanor liebevoll in den Arm nahm, stellten sich bei ihr die Nackenhaare auf. Sie fühlte eine Präsenz, die sie völlig aus dem Gleichgewicht brachte.

Sie sah hinauf zum Eingang und im Tor stand … Elladan.

Ihr Herz begann zu pochen und ihre Hände an zu zittern. Seni bemerkte sofort die Veränderung bei Callendil und sah zum Schloss.

„Es musste ja mal soweit kommen!" stellte die ältere Elbin fest.
„Ich habe ihn seid der Sache mit Celebrian nicht gesehen! Seni was soll ich nur tun. Mein Herz zerreißt."

Callendil drehte sich so, dass Elladan nicht ihre Tränen sehen konnte.
„Hattet ihr noch einmal geredet, bevor du ihn verlassen hast?"
„Ich habe ihm gesagt, dass ich es verstehe und wir nicht zusammen glücklich sein können."
„Callendil, die Visionen Elronds sind so zuverlässig wie der Regen im Sommer. Warum gebt ihr beide so viel darauf?" fragte Seni, die unverständlich den Kopf schüttelte.
„Weil ich weiß, was geschehen wird! Ich hab es mit meinem eigenen Augen gesehen und ich will nicht dass er stirbt, nicht für mich!"
„Ihr könnt nach Valinor gehen! Was kann euch dort schlimmes widerfahren?"

Ein Funken Hoffnung keimte in Callendil auf, genau in dem Moment legte sich eine Hand auf ihre Schulter.
„Darf ich mit dir reden?"
Callendil sah das Lächeln Senis und drehte sich um.
„Elladan! Was willst du?" sie wollte schroff und abweisend wirken, doch ihre Stimme zitterte und war nicht mehr als ein Flüstern.

„Ich möchte nicht so leben! Lass uns bitte wenigstens Freunde sein!" flehte der junge Lord.

Callendil wagte es nicht in seine Augen zu sehen. Warum konnte sie ihn einfach vergessen?

„Wie sollte das wohl gehen? Wie soll ich dein Freund sein wenn mein Herz…"

Callendil konnte nicht weiter sprechen sondern rannte in das Schloss.

Seni gab Elladan ein Schups.

„Los geht ihr nach, ihr müsst das in den Griff bekommen. Wenn ihr das nicht schafft, werdet ihr sicher irgendwann in euer Unglück rennen!"

Elladan folgte ihr und fand sie recht schnell im Innenhof. Sie saß auf einer Steinbank und hatte ihre Hände im Gesicht vergraben.

Der Noldo setze sich zu ihr.

„Callendil, versteh doch. Ich möchte dich sehen können, mit dir lachen und weinen können. Ich werde dich weiterhin als Freund sehen. Bitte tu du es auch! Geh nicht aus meinem Leben!"

Callendil wurde wütend, wütend wie schon lange nicht mehr.

„Ich habe dich nicht von mir gestoßen. Ich hätte alles für unsere Liebe getan. Ich wäre mit dir nach Valinor gesegelt, wenn nötig. Denn ich könnte es nicht ertragen: Wissen, dass du meinetwegen sterben wirst! Deshalb gehe ich, deshalb will ich dich nicht sehen! Ich kann niemals dein Freund sein. Denn dazu liebe ich dich zu sehr. Bitte Elladan bleib fort von mir …für alle Zeiten, die wir in Mittelerde verweilen! Ich ertrage deine Nähe nicht."

Ohne eine Reaktion abzuwarten verschwand Callendil und Elladan blieb auf der Bank sitzen. Es war ganz und gar nicht dass, das er wartet hatte.

Er liebte sie doch auch, aber er hätte sich mit ihrer Freundschaft begnügt. Er wollte nur ihre Hand halten, so wie es Freunde tun, in ihre eisblauen Augen blicken und wissen warum er lebte.

Doch sein Wunsch wurde nicht erhört.

.

Elanor führe Haldir in sein zugewiesenes Zimmer. Er legte seine Waffen ab und legte sie sorgsam auf die fein verzierte Kommode. Elanor setzte sie auf das Bett und lächelte, während sie ihn beobachtete.
„Wann hast du das letzte Mal gehört wie unverschämt gut du aussiehst, mein Galadhrim-Hauptmann?"
Haldir drehte sich um und sah sie nachdenklich an.
„Ich denke es war, diese Wache an den Grenzen zu eurem Wald!" sagte er völlig ernst. Noch ehe er sich versah stand die Elbin vor ihm und küsste ihn.
„Da hat die Wache Recht und du bist mein, ganz allein!" hauchte sie und ließ ihre Zunge in seinem Mund verschwinden.

Haldir hob sie hoch und trug sie hinüber zum Bett, ohne ihr Zungenspiel zu beenden.
Sanft legte er Elanor nieder und legte sich neben sie. Er strich ihr sanft über ihr ebenmäßiges Gesicht und sah ihn ihre wunderschönen grünen Augen.
„Ich liebe dich Elanor, du schönste aller Noldor."
Die Elbin lächelte und nahm Haldirs Hand. Sie küsste jeden einzelnen seiner Finger.
„Ich liebe dich mein starker Krieger! Wie lange willst du mich noch ansehen, bis zu mich in deine Arme nimmst mir mein Kleid vom Leib reißt und mich nimmt? Ich sehne mich so dich in mir zu fühlen!"
Haldir küsste sie und tat wie gewünscht.

..

Elanor hatte ihren Kopf auf Haldirs Brust gelegt und spielte mit einer silberblonden Strähne des Galadhrim.
„Lass uns etwas ganz verrücktes tun, Haldir!" sagte Elanor, ohne ihr Fingerspiel zu beenden.
„An was dachtest du, meine Blume?"
„Lass uns in den Süden gehen, nur ein bisschen! Nicht in das Orkgebiet. Ich kenne da eine nette Lichtung 2 Tage von hier."
„Elanor das ist zu gefährlich."
„Es kann doch nichts passieren!" jammerte die Elbin
„Es kann eine ganze Menge passieren! Dir könnte etwas geschehen!"
Haldir setzte sich auf und wurde sichtlich unruhig.
„Es ist doch recht friedlich zurzeit. Wir hatten Jahre keine Angriffe der Orks mehr!"
„Elanor! Ich habe hier bereits einen Gefährten verloren, bitte begib dich nicht unnötig in Gefahr!"
„Verzeih mir! Ich habe nicht an Alagos gedacht, verzeih mir!"

Elanor drückte sich gegen Haldirs Brust.
„Ich möchte nicht, dass du traurig bist verzeih! Es war eine dumme Idee!"
Sie schwiegen eine ganze zeitlang. Haldir fühlte sich sichtlich unwohl, doch die liebevolle Zuwendung Elanors beruhigte ihn schließlich. „Haldir, lass uns den Bund eingehen. Ich möchte den Segen der Valar!"
Elanor hatte sich vor den Elben gesetzt und seine Wange gestreichelt.
Doch Haldir sah zu Boden.
„Ich...versteh mich Liebste. Ich liebe dich über alles, aber ich kann nicht...noch nicht. Ich .."
Elanor legte einen Finger auf Haldir's Mund
„Ich verstehe dich und du weißt, dass ich dir alle Zeit gebe. Versteh mich auch etwas. Ich sehne mich nach dir, jeden Tag an dem wir getrennt sind. Ich möchte immer bei dir sein!"

Haldir nahm die Elbin in den Arm und küsste sie. „Ich verstehe dich und ich liebe dich!"
Mehr sagte er nicht sondern verließ das gemeinsame Bett um sich für das Abendessen zu richten.

..

„Callendil bist du fertig?" hörte die Elbin eine Stimme vor der Türe. Warum konnte Seni sie nicht einfach in Ruhe lassen. Sie wollte niemanden sehen.
„Komm rein!" flüsterte sie kraftlos
Die Gefährtin des Königs trat ein und schüttelte nur den Kopf.
„Du willst dich doch nicht mit der Uniform an den Tisch setzen?" stellte Seni fest
„Ich werde gar nicht an den Tisch kommen! Ich werde früh zu Bett gehen. Ich bin so unendlich müde." Callendil gähnte gekünstelt.
„Du wirst dich jetzt umziehen und mich begleiten!" schimpfte Seni
Sie zog ein Kleid aus dem Schrank und warf es neben Callendil aufs Bett.
„Anziehen!" befahl sie.
Und, wie befohlen zog Callendil das feine Elbenkleid an. Denn sie war es gewohnt Befehle zu befolgen, ohne Widerspruch.

..

Callendil saß neben Rumil und Orophin. Sie saß schweigend da und stocherte nur in ihrem Essen herum. Ihre Brüder redeten mit ihr, doch sie achtete gar nicht auf die Worte. Sie ließ nur einfach hin und wieder ein „hmm" fallen.
Den Augenkontakt zu Elladan mied sie gänzlich. Er saß auf ihrer Seite des Tisches doch waren einige Elben zwischen ihnen. Das war Callendil sehr Recht.
Jedoch konnte sie seine Anwesenheit spüren. Sie hasste diese Härchen, die sich aufstellten, sobald Elladan in ihrer Nähe war.

Sie lenkte sich mit der Beobachtung von Haldir und Elanor ab. Doch auch die Beiden schienen einen kleinen Zwist zu haben.
Elanor schien gutgelaunt, doch Callendil spürte, das dies nur aufgesetzt war. Die Gefährtin Haldirs strahlte in die Runde und unterhielt sich angeregt mit den Elben ihrer Umgebung.
Callendil sah Haldir an, er wirkte so bedrückt. Sie beschloss später mit ihrem Bruder zu reden.

Doch dies ergab sich nicht, da sich Haldir sehr früh zurückzog und Seni unbedingt noch mit Callendil reden wollte. Dabei führte sie die Elbin immer näher zu den Bruchtalzwillingen.
Schließlich stand Callendil vor Elladan, der sie anlächelte.
Callendil erwiderte das lächeln. Sie nahm all ihre Kräfte zusammen und zog Elladan mit in einen verwaisten Raum.

„Elladan ich hab eine Entscheidung getroffen. Ich werde nach Valinor gehen!"
„Du willst nach Valinor, weg aus Mittelerde? .....Jetzt!" seine Stimme wurde immer leiser und jede Farbe war aus seinem Gesicht verschwunden.
„Ich will so nicht Leben, ich brauche meinen Frieden. Aber nicht sofort. Solange die dunkle Macht die Elbenreiche bedroht, werde ich sie verteidigen. Ich bin Soldat und ich werde Lothlorien nicht im Stich lassen.
Doch sobald der Krieg, der sicher folgen wird irgendwann, gewonnen ist werde ich zu Cirdan gehen. Ich kann nicht dein Freund sein, dazu liebe ich dich zu sehr! Wir können nicht zusammen sein, also werde ich gehen. Mögest du deinen Frieden finden, hervenn nin!"

Mit diesen Worten ließ Callendil Elladan wieder einmal stehen. Doch diesmal legte Seni ihre Hand auf Elladan's Schulter.
Elladan sah seiner Frau nach und schluckte hart.
„Was hast du erwartet Elladan?" fragte Seni „Sie kann nicht mit und nicht ohne dich leben. Ihr habt euch gebunden und für Callendil ist er für alle Zeiten geschlossen!"
Elladan musste sich eine Träne aus dem Gesicht wischen.
„Ja ich weiß!"

tbc