Sehnsüchte und andere Schwierigkeiten by S.E.

Diclaimer: siehe Kap 1

Rating: PG 13,

Timeline: Ende 3. ZA in Lothlorien

Paring: Callendil/ Elladan getrennt lebend

Haldir / geschieden

Ein Danke an meine lieben Reviewern: Eirien, Andvagoriel, Lion, und Seni ganz viele Bussis an euch

Ich wird mich nächstes Kapi ausführlicher melden…bin heut etwas kränklich

So hier das vorletzte Kapitel:


Kapitel 33

Natila

Über hundert Jahre lebten die Elben in Lothlorien, ohne dass sie ihren Wald verlassen hatten.

Die Zeiten wurden immer härter und gefährlicher. Das 2. Jahrtausend des 3. Zeitalters ging dem Ende entgegen.

Immer mehr Orks versuchten in den Goldenen Wald einzudringen. Die Einsätze der Elben, an den Grenzen, waren anstrengend und gefährlich. Sie kämpften in vielen Gefechten, doch es wurden nur wenige Elben verletzt oder getötet. Aber es kam bedauerlicherweise vor.

In dieser Zeit kamen keine Besuche aus Bruchtal. Arwen lebte in dieser Zeit bei ihrem Vater. So sah sich Elrond auch nicht gezwungen, Elben über den Pass zu schicken. Als Boten dienten immer öfters die Waldläufer. Es waren Menschen, besser gesagt Dúnedain aus dem Norden. Die übrig gebliebenen Numenorer die diesem Menschenkönig, der sich einst von dem einen Ring verführen ließ, entstammten

Aber die Elben und vor allem Elrond hielt große Stücke auf diesen kleinen Volksstamm.

Callendil machte sich überhaupt keine Gedanken über die Menschen, ihr waren die anderen Rassen vollkommen gleichgültig.

Celeborn hat sie deshalb schon öfters rügen müssen und ihr angedroht sie einige Zeit zu den Menschen oder Zwergen zu schicken.

Haldir verrichtete seinen Dienst als Hauptmann, wie immer, sorgfältig und gewissenhaft. Er war meist an der Nordgrenze und nur selten in Caras Galadhon.

Irgendwann haben Callendil und er beschlossen ihre Telain aufzugeben und einen Talan, neben dem Baum ihren Eltern, gemeinsam zu bewohnen. Jeder mit einem eigenen Raum.

Mehr Privatsphäre brauchten sie nicht.

Keine der beiden hatten irgendwelche Beziehungen und sie strebten auch keine an. Ihnen genügte einander haben zu können, zum lachen, weinen und zum reden.

...

Nach fast fünf Jahren fast ununterbrochenen Dienstes an den Nordgrenzen wurde Haldir und seine Einheit zurück in die Stadt versetzt.

Callendil genoss eine Woche Urlaub und Haldir bat um Dienst in den Gärten Galadriels. Dort hielt er sich immer gerne auf, wenn er alleine sein wollte.

Callendin hatte das Gefühl, als sei Haldir zu jener Zeit besonders unruhig gewesen. Er lief ständig umher, so als ob er etwas suchen würde.

Am Nachmittag wurden alle Wachen mitgeteilt, dass sich Fremde in Caras aufhielten, Menschen! Und die Zwillinge waren mal wieder zugegen. Callendil beschloss ihr Talan nicht zu verlassen. Sie hatte keine Lust auf eine Konfrontation, nicht wenn es sich vermeiden ließ.

Haldir hatte seinen Wachposten am Eingang des Gartens bezogen. So konnte er etwas vor sich hinträumen. Diese einfache Aufgabe beanspruchte ihn nicht besonders.

Er blieb völlig regungslos unter einem alten Mallorn-Baum stehen und ging seinen Gedanken nach.

Er betete darum, dass der Kampf gegen Mordor bald vorbei sein könnte und er endlich Frieden finden könnte.

Plötzlich spürte er wie Gänsehaut seinen Rücken herunterjagte. Sofort war er hellwach und zog sein Schwert.

Zwei Menschen kamen durch den Bogen, erstaunlich leise für Menschen. Es mussten diese Waldläufer sein.

Haldir stellte sich ihnen in den Weg.

„Ihr könnt hier nicht vorbei!" rief er barsch. Doch als sein Blick auf deinen der beiden Menschen fiel, verlor er seine, sonst so eiserne, Beherrschung.

Er betrachtete die Frau und verstand nicht was er sah. „Ich kenne dich, woher kenne ich dich?"

Haldir war völlig verwirrt. Der Anblick der Frau verursachte ein heilloses Durcheinander seiner Gefühle.

Schon eine Ewigkeit hatte er nicht mehr so viel empfunden.

„Verzeiht unser Eindringen, wir wussten nicht, dass es verbotene Orte gibt!" sprach der Mann und brach das unangenehme Schweigen. Er zerrte die Frau fort, die noch immer Haldir anstarrte, als ob sie ein Geist gesehen hätte.

Haldir spürte wie ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Er lehnte sich gegen die Mauer neben dem Torbogen.

Er versuchte seinen Atem wieder zu beruhigen. „Nein, dass kann nicht sein, nicht eine Menschenfrau!" sagte er sich selbst und versuchte seine Gedanken abzulenken, in dem er den Garten inspizierte.

Haldir war noch derart durcheinander, dass er nicht bemerkte wie Callendil sich ihm näherte.

„Hallo Bruder, hast du sie schon gesehen?" fragte die Elbin und Haldir drehte sich völlig überrascht um.

„Callendil! Du bist hier!" stellte er verwirrt fest.

„Ja natürlich, warum nicht?" Sie konnte erkennen wie verwirrt ihr Bruder war.

„Was hast du gefragt?" fragte Haldir noch einmal, weil er feststellen musste, dass er seiner Schwester nicht zugehört hatte.

„Ich habe ich gefragt, ob du sie schon gesehen hast!" stellte Callendil etwas genervt fest.

Haldir begann zu lächeln, er sah das Gesicht der Menschenfrau wieder vor sich.

„Ja, sie ist das schönste Wesen, das ich je erblickt habe!"

„Haldir? Wovon redest du? Eigentlich wollte ich wissen ob du die Zwillinge gesehen hast!"

Haldir sah seine Schwester an und errötete.

Callendil konnte sich nicht erinnern ihren Bruder je errötet gesehen zu haben.

„Was ist los mit dir. Wen hast du getroffen. Los, lass dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!"

Callendil musste grinsen, bei dem Anblick ihres völlig verwirrten Bruders.

„Ich denke wir sollten uns auf die Bank dort drüben setzen!"

Sie führte Haldir dort hin und sie setzten sich nebeneinander, während Callendil ihm über die Wange streichelte.

„Erzählst du mir, was in dir vorgeht?"

Jetzt sah Haldir zu seiner Schwester und begann zu lächeln. Ein Lächeln, das sie eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte.

„Ich habe dir doch von meinen Visionen erzählt, die ich einige Male hatte, über diese Frau, diese Menschenfrau!"

„Ja?"

„Ich habe sie heute getroffen, in Fleisch und Blut! Callendil es gibt diese Frau. Sie ist hier, hier im Goldenen Wald und sie hat mich auf diese eigenartige Weise angesehen!"

„Eigenartige Weise, Haldir ich mach mir Sorgen um dich! Du bist ja gar nicht mehr du selbst. Du solltest zu Galadriel gehen!"

„Warum?" fragte Haldir verwundert.

„Weil du dich völlig irrational benimmst, deshalb!"

„Ich muss wissen wer sie ist!" stellte Haldir fest ohne auf Callendis Äußerung einzugehen.

Callendil schüttelte den Kopf.

„Ich werde sehen was ich herausbekommen kann! Lass du ich ablösen und nimm ein Bad, das wird dir gut tun!"

Callendil stand auf, drückte Haldir einen Kuss auf die Stirn und lächelte. „Ich denke es geht aufwärts!" stellte sie fest und verließ den Garten.

Haldir blieb verwirrt wie er war zurück und lief weiter ziellos durch den Garten. Bis er an Galadriel's Spiegel vorbei kam.

Er hatte schon oft auf das Wasser beblickt, doch nie etwas gesehen.

Nun fand er sich wieder davor und sah hinein. Er wollte es gar nicht, er konnte sich nicht einmal erinnern, wie er überhaupt dort hingekommen war.

Nun sah er hinein und das erste Mal in seinem Leben geschah etwas.

Die Oberfläche veränderte sich und er konnte Schemen erkennen.

Er sah die Menschenfrau in einem großen Heer aus Menschen reiten. Sie war neben einem Mann, der wie ein König gekleidet war. Er trug das Schwert der Könige, selbst Haldir kannte es.

Das Bild veränderte sich. Er sah nun eine Elbenarmee auf einer Mauer stehen. Sie richteten Pfeile auf den Feind, der hoffnungslos in der Überzahl war.

Sie kämpfen, die Elben gemeinsam mit Menschen Haldir sah sich kämpfen, er sah sich sterben. Er sah die Menschenfrau über seinem Grab, er sah, wie sie die Hände auf ihren Bauch legte.

Haldir hatte das Gefühl zu ersticken.

Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter.

„Sie trägt deine Hoffnung in sich. Gibt ihr Kraft und Mut die Zeiten zu überstehen und es wird gut werden!"

Haldir drehte sich um. Er war nicht einmal in der Lage seine Tränen wegzuwischen. Er sah Galadriel einfach nur schweigen an.

„Wenn die Valar es wünschen, so werde ich euch den Segen geben!" sprach die Herrin leise.

„Ich kenne diese Frau nicht!"

„Du wirst sie kennen lernen, lieben tust du sie schon. Ich fühle dein Herz, von Liebe gefüllt. Es war lang genug leer uns einsam! Nun geh, ruhe dich aus. Morgen möchte ich, dass du deinen Dienst im Palast verrichtest. Ich möchte dich eine Weile im Auge behalten. Denn auch ich habe gesehen, was der Spiegel zeigte!"

..

Callendil traf schnell auf die Fremden. Sie trugen die bewusstlose Frau in einen Gästetalan.

Callendil sprach einen der Männer an.

„Wer ist die Frau?"

„Sie ist Natila, meine Schwester. Ich bin Halbarad, Dúnedain aus dem Norden und dies ist mein Vetter Ar..Streicher! Ihr seid eine Elbin, eine der Wachen?"

Jetzt lächelte Callendil. Erst einmal, fand sie die Art, wie die Menschen ihre Sprache sprach, sehr exotisch. So hart und abgehackt, aber faszinierend. Schließlich bemerkte sie ihre Unhöflichkeit.

„Verzeiht, mein Name ist Callendil! Ich bin ein Teil der lorischen Wache. Mein Bruder muss auf euch getroffen sein!"

„Bruder?" fragte Halbarad und stieg mit Natila auf den Armen die Treppe zum Talan hinauf.

„Verzeiht, ich sehe erst jetzt, dass sie verletzt ist. Kann ich euch helfen?"

„Nicht nötig, Callendil o Lorien, etwas Schlaf und sie wird wieder wie neu sein!" stellte Streicher fest.

„Wie ihr wünscht. Es war schön euch kennen zulernen!" stellte Callendil fest und verbeugte sich bevor sie die Menschen, richtung zuhause, verließ.

Natürlich lief sie direkt den Zwillingen in die Arme. Sie versuchte noch auszuweichen, doch Elrohir hatte sie schon entdeckt und kam pfeifend auf sie zu.

„Callendil, ach schön dich zu sehen. Mein unsensibler Bruder hier, wollte partout nicht nach dir Ausschau halten!"

„Hallo Elrohir, Elladan!" Sie ließ sich von Elrohir in den Arm nehmen, doch Elladan ignorierte sie, als sein er nicht da.

Sie hasste ihre Nackenhärchen, die sich schon wieder aufgestellt hatten und dieser verdammte Schauer, der ihren Rücken hinrunterjagte.

Wortlos verließ Elladan die beiden und ging in Richtung Palasttalan.

Callendil wagte es nicht einmal ihm nachzuschauen.

„Warum reißt ihr euch nicht endlich zusammen, verdammt noch mal!" brummte Elrohir.

„Elrohir, lass es! Wir sind nicht füreinander bestimmt!"

„Nicht füreinander bestimmt? Ich habe selten jemand gesehen, der besser zusammen gepasst hatte als ihr beiden! Ich wünschte ich würde endlich eine Elbin finden die ich so lieben könnte, wie Elladan dich liebt, oder du ihn!"

„Ach Elrohir, das ist es. Ich könnte ihn nicht guten Gewissens im Arm halten, wenn ich weiß dass er dann sterben könnte!"

„Visionen sind nicht…ach was sage ich. Es ist müßig immer und immer wieder das gleiche. Es ist euer Leben!"

Callendil war erleichtert, dass Elrohir das Thema beendet hatte. So lenkte sie das Gespräch auch gleich um.

„Wer sind die Menschen, die euch begleitet haben?"

Elrohir atmete tief durch und begann zu lächeln. Er bemerkte die List, die Callendil versuchte, ging aber darauf ein.

„Es sind Waldläufer aus Arnor. Aragorn ist Schützling adars. Es ist Arathon's Sohn, bitte sprich auch du ihn in der Gegenwart Fremder nur mit Streicher an. Es soll geheim bleiben, dass Isildur's Erbe zurückkehren wird!"

„Isildur's Erbe, sehr interessant. Dann wird es wohl bald ein Ende haben. Aber eigentlich wollte ich mehr über die Frau wissen, die dabei ist!"

Elrohir lächelte.

„Ihr seit euch so ähnlich. Schon als Baby hatte Elladan an diesem Menschenkind einen Narren gefressen. Sie ist die Cousine Aragorns. Halbarad ist ihr Bruder. Was ist mit ihr, dass sich jetzt schon Galadhrim für sie interessieren?"

„Haldir!"

„Haldir?"

„Er hat sie wohl getroffen und sie muss wohl großen Eindruck hinterlassen haben!" Callendil grinste und Elrohir sah sie verwundert an.

„Na wir werden sehen!"

..

Am nächsten Tag fand ein Festbankett statt, um die Zwillinge willkommen zu heißen. Da Callendil keinen Dienst hatte musste sie an dem Bankett teilnehmen. Sie setzte sich so, dass sie später neben der Menschenfrau sitzen konnte, denn die Elbin wollte Natila unbedingt kennen lernen.

Langsam trafen die Gäste ein. Die Zwillinge setzen sich ihr schräg gegenüber und Halbarad setze sich neben die Elbin. Callendil wurde etwas wütend. Entschloss sich jedoch höflich zu dem Mensch zu sein. Wer weiß was die Zukunft bringen würde.

„Hättet ihr etwas dagegen, wenn sich eure Schwester neben mich setzen würde? Ich würde sie gerne näher kennen lernen!"

Halbarad lächelte.

„Gerne Callendil o Lorien! Es freut mich, wenn meine Schwester auch Freunde in Lothlorien findet!"

Er beugte sich etwas näher zu Callendil. „Sie hat eine merkwürdige Anziehung auf Elben!"

Callendil lächelte, sie mochte diesen Menschen, der so anders war, als die Elben in ihrem Wald.

Er war fast so groß wie sie, aber breit, muskulös wie die Menschenkrieger, er trug seine Haare schulterlang, sie waren dunkelblond und leicht gewellt. Sein Bart ließ ihn, wie diesen Streicher, etwas verwegen aussehen. Typisch Waldläufer eben.

Dann kam endlich Natila und Streicher. Die Menschenfrau, sah mit einem Mal ganz anders aus. Sie trug ein Kleid und ihre Haare offen.

„Hübsch!" dachte Callendil. Aber wirklich verstehen konnte sie nicht, was Haldir an ihr fand.

Halbarad war aufgestanden und setze sich einen Platz weiter und rief seine Schwester zu sich. Aragorn setzte sich neben die Zwillinge.

Callendil lächelte die Menschenfrau an, die sich etwas unsicher umsah. Elladan und Elrohir grinsten sich an und Elladan flüsterte seinem Bruder ins Ohr:

„Das hat sie sich nicht freiwillig an!" und Elrohir nickte.

Callendil wusste nicht, ob Natila es gehört hatte, doch die Dúnadan warf den Zwillingen einen verächtlichen Blick zu.

‚Gut so' dachte die Elbin und wusste, dass sie diese kleine Menschenfrau schon ins Herz geschlossen hatte.

Dann kamen endlich auch Celeborn und Galadriel die Treppe aus dem Palasttalan herunter.

Callendil beobachtete Natila, während das Herrscherpaar herabkamen. Es waren nicht der Herr und die Herren des Goldenen Waldes, den die Dúnadan beobachtete, sondern ihren Bruder, der vor Galadriel die Treppe herunterkam.

Die Elbin sah das Leuchten in Natila's Augen. Es war das gleiche, das sie am Vortag in Haldir's Augen sah.

Callendil bemerkte, wie sich die Frau zu ihr herüberbeugte. Es war das 1. Mal, dass Natila sie überhaupt beachtete.

„Könnt ihr mir sagen, wie die Wache der Herrin heißt?" fragte sie schließlich die Elbin.

Callendil lächelte.

„Es ist Haldir, mein Bruder, Hauptmann der Garde Loriens. Ich habe schon von eurer Begegnung gehört! Ich bin Callendil, die Nichte Lord Celeborns!"

Callendil verbeugte sich mit diesen Worten und lächelte.

„Halbarad hat mir schon viel von dir erzählt, Natila in Dúnedain!"

Natila lächelte jetzt ebenfalls und verbeugte sich leicht.

„Da bist du mir aber im Vorteil, Callendil!"

Die beiden Frauen redeten während des Essens und so lernten sie sich ein wenig kennen. Callendil zeigte der Dúnadan stolz Caras und führte sie bis zum verbotenen Garten, wo Natila auf Haldir das erste Mal traf. Sie wusste, dass er nicht weit weg sein konnte.

Haldir trat die Treppe des Palasttalans herunter, gefolgt von Celeborn und Galadriel. Er entdeckte die Menschenfrau sofort. Schließlich hatte er die ganze Nacht von ihr geträumt – solange er schlafen konnte. Denn die meiste Zeit lag er wach und sehnte sich danach, die Lippen dieser Frau zu schmecken.

Er fühlte ihre Blicke auf sich, doch ignorierte sie. Er führte seine Lady und den Lord an ihre Plätze und zog sich diskret zurück. Seine Eltern saßen auch am Tisch, genauso wie seine Brüder, doch Haldir zog es vor zurück in den Garten zu gehen um den Wachdienst wieder aufzunehmen.

Es war schon später Nachmittag, als er seine Schwester mit der Menschenfrau kommen sah.

Am Abend zuvor hatte ihm Callendil alles erzählt über diese Frau, was sie in Erfahrung bringen konnte. Er war jetzt schon fasziniert von diesem Wesen. Was wäre wenn er sie näher kennen würde?

Schließlich sah er wie Callendil mit Natila durch das Tor schritt und wie die Menschenfrau sprach:
„Nein danke – mir reichen meine Träume vollkommen! Wusstest du nicht, dass die Dúnedain, wenn sie reines Numenorer Blut haben, in Ihre Zukunft blicken können?"

. „Nein, siehst du nun habe ich schon etwas über andere Völker gelernt. Mein Onkel wird stolz sein" sagte Callendil und Haldir trat hinter sie. Er konnte doch nicht einen Menschen in den Garten lassen.

„Dein Onkel wird dich den Wargs zum Fraß vorlegen, wenn er wüsste, wen du an diesen Heiligen Ort gebracht hast!" sprach er und die Frauen drehten sich um.

Callendil beschwichtige ihren Bruder, doch Natila starrte Haldir wieder nur an. Als sie aus ihrer Starre erwacht war, stammelte sie nur etwas von gehen und flüchtete.

Die beiden Elben sahen ihr nach.

„Was hat das Mädchen nur dass sie so durchdreht, wenn du ihn ihre Nähe kommst?"

Callendil sah ihren Bruder an und er sah nicht minder verwirrt aus.

„Hallo Haldir? Hörst du mich?"

„Sicher Kleines. Ich werde mich um sie kümmern!"

Callendil schüttelte den Kopf.

„Geh ihr nach. Sprecht endlich miteinander. Sonst werde ICH wütend!" Mit einem Schups jagte sie ihren Bruder aus dem Garten.

„Ich habe noch Dienst bist Sonnenuntergang!"

„Ich übernehme ihn!"

Haldir gab Callendil seine Waffen und rannte los, nur ein kleines „Danke" schrie er noch zurück.

Callendil sah die Waffen ihres Bruders an und schüttelte den Kopf. Noch nie hatte er freiwillig seine Waffen zurückgelassen.

Die Elbin lief pfeifend durch den Garten.

..

Haldir fand Natila auf einem verwaisten Talan. Er konnte sie vom Boden aus erkennen. Ihr weißes Kleid schien durch den Blätterwald.

Er kletterte zu ihr hinauf und sah in ein erschrecktes Gesicht.

„Warum fliehst du von mir Natila in Dúnedain? Hab ich dir ein Leid zugefügt?" fragte Haldir die Dúnadan.

„Ich weiß es nicht - Haldir o Lorien! Ich kenne dich, doch ich hab dich doch noch nie in meinem Leben gesehen! Es ist mir nicht geheuer!"

„Seit unendlicher Zeit habe ich das Bild einer Frau im Kopf: von dir. Ich weiß ebenfalls nicht warum. Aber die Valar werden ihre Gründe haben!"

Wie aus einem Zwang heraus trafen sich ihre Lippen. Es war wie ein Feuerwerk der Gefühle. Haldir wurde es heiß und kalt. Er schmeckte diese Frau, die so anders war, als alles was er seither kannte.

„Erzähl mir mehr von dir und deinem Volk, Natila in Dúnedain!"

tbc