Titel: Geheimnis um einen Kessel

Kapitel: 1/5

Pairings: Ron/Luna; angedeutet: Ginny/Dean, Hermine/Viktor

Warnungen: Keine

Kommentare: Es gibt zu wenig Ron/Luna Geschichten auf dieser Welt, und daher hier ein weiterer Beitrag von mir. Wer mir sagen kann woher ich den Namen habe kriegt einen Keks ;)

Betagelesen von Dunkler Flamme knuddels

Kapitel 1:

Klong "Fred! George! Was habt ihr mit der Zuckerdose angestellt?" Mrs. Weasley zog ihren Zwillingen kräftig an den Ohren.

„Aua Mama … das war nicht die echte Dose!"

„Ja, die echte Zuckerdose ist in unserem Zimmer, ehrlich!"

„Und was ist mit dem Zucker, der jetzt auf dem Boden liegt? – Ginny hör auf zu kichern. Und du auch Ron!"

Verärgert liess Mrs. Weasley die Ohren der Zwillinge los und drohte ihren Jüngsten mit dem Finger.

„Womit habe ich das verdient? Wir haben kein ruhiges Frühstück mehr gehabt seit die beiden diesen Laden eröffnet haben! Ich wusste immer, das war eine schlechte Idee!"

„Aber Mama", warf Bill ein. „Sie machen immerhin guten Umsatz!"

Der übliche Familienstreit (während dem niemand bemerkte, dass Mr. Weasley ruhig den Zucker eingesammelt und in die alte Zuckerdose gefüllt hatte) wurde unterbrochen durch die Ankunft des Tagespropheten. Ginny schnappte ihn sich.

„'Unfall oder Entführung? Das mysteriöse Verschwinden Rudolph Lovegoods'. Ist das nicht Lunas Vater?"

Sie las für ihre ganze Familie:

„Rudolph Lovegood, Editor und Besitzer des 'Klitterer' kehrte letzte Woche nicht nach Hause zu seiner Tochter Luna zurück. In Anbetracht Lovegoods Hang zum Aussergewöhnlichen und seine Neigung manchmal Ort und Zeit zu vergessen, wenn er etwas entdeckt, was er für aussergewöhnlich hält, gab dies anfangs keinen Grund zur Beunruhigung. Inzwischen allerdings sind seine Familie und das Ministerium sehr besorgt um ihn. Alle Hinweise bezüglich seines Aufenthaltsortes sind willkommen."

Sie sah wieder auf. „Arme Luna! Was macht sie jetzt nur, ohne ihren Vater?"

Ron fragte sich das immer noch, als er in seinem Zimmer war und vor seinen Hausaufgaben sass. Er gab den Versuch auf irgendwelche Geschichtsdaten in seinem Kopf zu hämmern und klopfte stattdessen an Ginnys Tür.

„Ron? Was gibt es? Ich schreibe gerade an Dean!"

„Ich dachte nur, da wir zusammen in der DA sind mit Luna, und sie keine Freunde zu haben scheint, ob wir ihr vielleicht schreiben sollten? Damit sie sich vielleicht nicht so allein fühlt?"

Ginny kaute auf ihrer Unterlippe.

„Keine schlechte Idee, dafür, dass sie von dir ist."

„Möchtest du ihn schreiben, oder sollte ich?"

„Du schreibst, es war deine Idee. Ich kontrolliere ihn und unterschreibe."

Ron räumte die Geschichtsunterlagen von seinem Schreibtisch und zog ein Pergament hervor. Nachdenklich kaute er auf seiner Unterlippe bis ihm ein geeigneter Anfang einfiel. Wo war Hermine wenn man sie brauchte? Schliesslich war er aber doch fertig, und legte Ginny seinen Brief vor. Ginny legte ihre Stirn in Falten, als sie Rons Resultat las.

Liebe Luna

Da wir wie die meisten Zaubererfamilien den Tagespropheten lesen, haben wir natürlich über deinen Vater gehört. Wir waren sehr geschockt von seinem Verschwinden zu erfahren. Du erinnerst dich vielleicht, dass unser Vater letztes Jahr angegriffen wurde, und wir verstehen einige der Gefühle, die du jetzt wohl hast. Wir hoffen natürlich, dass dein Vater nicht angegriffen wurde, aber du verstehst was ich meine.

Unser Sommer verläuft wie immer, Fred und George (du erinnerst dich an ihre Flucht?) sind ziemlich erfolgreich mit ihrem Scherzartikelladen, also gewöhnt sich auch unserer Mutter langsam an die Idee. Percy, unser hochnäsiger Bruder, natürlich nicht. Ich glaube es war ihm sehr peinlich, den Namen „Weasley" über dem beliebtesten Scherzartikelladen in der Winkelgasse zu finden. Na ja, vermutlich sind sie auch nicht zu glücklich in Verbindung mit ihm gebracht zu werden, also ist es Gleichstand. Fred und George wohnen noch zu Hause und es vergeht kein Tag ohne ein kleineres Desaster (in den Augen unserer Mutter). Bevor der Tagesprophet heute kam, sprang die Zuckerdose vom Tisch, als meine Mutter gerade Zucker in ihren Tee tun wollte. Sie war nicht sehr wütend.

Bitte schreib uns, wie es dir geht.

Ginny und Ron Weasly."

Ginny unterschrieb das Pergament.

„Nicht der beste Brief, der je geschrieben wurde, aber gut genug. Los, geben wir ihn Pig, er wird begeistert sein jemanden Neues zum nerven zu haben."

Niemand schenkte Ron noch irgendwelche Aufmerksamkeit, als er Pig den nächsten Abend während dem Essen jagte. Mrs. Weasley machte gelegentlich Kommentare wie „Ron, pass auf den Stuhl auf" oder „Ron, Vorsicht, schlag nicht die Töpfe vom Tisch", konzentrierte sich aber hauptsächlich auf ihr Essen. Mit einem spektakulären Sprung (der leider von seiner Familie verpasst wurde) fing Ron schliesslich Pig und nahm den Brief. Ginny stiess ihn an, als er wieder sass und immer noch etwas von „geflügelten Deppen" murmelte. Pig flog fröhlich schreiend im Kreis über die Familie.

„Komm schon Ron, er ist von ihr, oder? Lies vor."

Lieber Ronald und liebe Ginny

Ich war wirklich überrascht von eurem Brief. Danke. Mein Vater ist immer noch weg und diesen Monat wird kein Quibbler erscheinen. Ich lebe bei meiner Tante in London, denn das Ministerium glaubt ich könnte nicht allein im Haus von meinem Vater leben. – Sie wird bald auf Geschäftsreise gehen müssen, und wir wissen noch nicht, ob ich mit ihr kommen kann. Ich werde dann vermutlich sowieso allein sein, sie ist meine einzige Verwandte. Oder mein Vater kommt vorher heim, vielleicht hat er wirklich nur etwas entdeckt und die Zeit vergessen.

Noch mal vielen Dank für euren Brief

Luna"

Ron sah beeindruckt zu Ginny. „Wow, sie wirkt fast rational."

Mrs. Weasley lächelte sie an.

„Ihr habt dem armen Mädchen geschrieben? Wie aufmerksam von euch!"

Die jüngsten Weasleys erröteten.

„Es war Rons Idee. Sie hat nicht wirklich Freunde, wir waren etwas besorgt."

Mrs. Weasley nickte, ihr Gesicht mitleidig.

„Sie hat also wirklich keinen Platz, zu dem sie könnte."

Sie sprachen nicht mehr über Luna den Rest des Essens, aber als sie ihre Teller vom Tisch trugen, kam Mrs. Weasley darauf zurück.

„Percys Zimmer ist jetzt leer. Wenn ihr wollt, könnte Luna hier wohnen."

Die ganze Familie sah sie überrascht an.

„Was? Ron und Ginny scheinen sie zu mögen und sie wird vermutlich froh sein bei jemandem wohnen zu können."

Ginny wagte es den Mund aufzumachen.

„Sie ist etwas seltsam, aber nett."

„Seht ihr? Ich wollte sowieso nach London morgen um den Laden von denen anzusehen, " sie zeigte mit dem Löffel in ihrer Hand auf die Zwillinge, „wir können sie dann fragen."

Eine Frau mittleren Alters öffnete die Tür. Ihr Haar war simpel, aber elegant geschnitten und sie trug sehr subtiles Make-up, das zu ihren tadellosen Roben passte. Sie war, kurz gesagt, das absolute Gegenteil von Luna Lovegood.

„Hallo? Kann ich ihnen helfen?"

Sie lächelte sie höflich an. Ron fing an leicht zu stottern.

„Erm, wir suchen Luna Lovegood?"

„Ah, meine Nichte. Kommen Sie rein."

Sie öffnete die Tür.

„Luna – Besuch für dich!"

„Besuch?" Lunas Stimme war abwesend wie immer als sie aus einem Zimmer hervorschlenderte. „Ronald? Ginny? … Mrs. Weasley?"

„Ja, das ist unsere Mutter. Mama, das ist Luna."

Mrs. Weasley lächelte sie an. „Hallo Luna."

„Luna, willst du mich nicht vorstellen?"

„Das ist meine Tante Patricia Lovegood. Tante Patricia, das sind Mrs. Weasley, Ronald Weasley und Ginny Weasley. Ginny ist in meinem Jahr aber in Gryffindor."

„Luna hat meinen Kindern geschrieben, dass sie jetzt in London wohnt. Ich wollte heute sowieso nach London, und mein Mann arbeitet beim Ministerium, so haben wir Ihre Adresse gefunden. Ich hoffe wir stören nicht."

„Oh nein, überhaupt nicht." Lunas Tante lächelte. „Tee?"

„Oh ja, gerne."

„Überlass den Tee lieber mir, Luna Liebes."

Patricia Lovegood stoppte ihre Nichte auf dem Weg zur Küche.

„Geh du dein Haar in Ordnung bringen. Habe ich dir nicht all diese Pflegeprodukte gekauft? Es sieht immer noch wie Stroh aus!"

„Ich habe vergessen sie zu benutzen."

Luna war offensichtlich nicht sehr interessiert an ihren Haaren.

„Wirklich, du bist unmöglich! Geh es wenigstens bürsten!"

Luna verschwand wieder und Ron und Ginny entschieden sich auf einem Sofa Platz zu nehmen, während ihre Mutter und Patricia Lovegood in der Küche beschäftigt waren.

Sie sprachen ein wenig über allgemeine Dinge, wie Hausaufgaben und Hogwarts wie es früher war (Mrs. Weasley war zwei Jahre über Patricia gewesen), bevor Mrs. Weasley zum Grund ihres Besuches kam.

„Luna schrieb, Sie gehen bald auf Geschäftsreise, Patricia?"

„Ja, werde ich. Ich arbeite für eine Zaubertrankfirma und muss in den mittleren Osten reisen. Es wird nicht leicht werden Luna mitzunehmen, aber es ist schwer einen anderen Ort für sie zu finden."

„Wir haben ein Zimmer frei, da mein dritter Sohn ausgezogen ist, und wir dachten, wenn es Ihnen nichts ausmacht, könnte Luna bei uns wohnen. Das Haus ist sowieso voll, es wird keinen Unterschied machen."

Patricia strahlte. „Das wäre sehr nett von Ihnen, Molly. Besonders da Ihre Kinder sich mit Luna verstehen zu scheinen. Was denkst du, Liebes?"

Lunas Gesicht war in ein nettes Pink getaucht.

„Ich würde gerne kommen." Sie sah auf. „Es macht Ihnen wirklich nichts aus? Mein Vater wird bald zurück sein."

Patricia Lovegoods Gesicht war halb lachend, halb weinend als sie Luna an sich zog.

„Ich hoffe es."

Die Weasleys waren still, sie wussten nicht was sie sagen sollten.

Zwei Tage später brachte Patricia Luna zum Fuchsbau. Sie kamen durch das Flohnetzwerk und Lunas Korkenkette riss, als sie aus dem Kamin fiel. Sie schaffte ein kurzes „Hallo", bevor sie sich wieder auf den Boden kniete um sie wieder aufzusammeln. Patricia sah sie missbilligend an, aber Ron kniete sich ebenfalls hin um ihr zu helfen.

„Tee?" frage Mrs. Weasley freundlich. Patricia schüttelte leicht den Kopf.

„Ich will nicht unhöflich sein, aber ich bin ein wenig in Eile."

Sie hüstelte um die Aufmerksamkeit ihrer Nichte zu bekommen, aber das misslang.

„Luna, Liebes", säuselte sie. Luna sah auf.

„Tante Patricia?"

„Ich gehe jetzt auf meine Geschäftsreise. Ich hoffe, du benimmst dich während du hier bist und nervst die Weasleys nicht mit seltsamen Geschichten. Sie sind sehr nett zu dir, also probier ihnen nicht zur Last zu fallen."

„Ja, Tante Patricia", antworte Luna, etwas niedergeschlagen. Patricia lehnte sich herunter, um ihr auf die Wange zu küssen.

„Du bist ein gutes Mädchen." Sie strich ihr über die Haare. „Ich werde dir schreiben."

Luna lebte sich schnell ein. Zum Erstaunen der Weasleys schien sie den Fuchsbau zu lieben. Sie war begeistert über den Ghoul der im Dachboden lebte (die Weasleys interpretierten ihre Reaktionen als Begeisterung), bewunderte das etwas schiefe Aussehen des Hauses und beobachte fasziniert wie die Weasley Kinder den Garten entgnomten. Offenbar hatten weder sie noch ihr Vater sich jemals die Mühe gemacht ihren eigenen Garten zu entgnomen. Sie bewunderte Mrs. Weasleys hausgestrickten Pullovern und Socken. Mrs. Weasley versprach ihr auch einen Pullover für Weihnachten zu stricken. Alles zusammen schien Luna mehr sich selber zu sein, als sie in ihrem Brief und in London erschienen war. Einmal brachte sie jedoch die gesamte Familie zum schweigen, als sie in ihrer verträumten Art anmerkte, dass sie zu dem Zeitpunkt eigentlich in Schweden mit ihrem Vater sein sollte. Niemand wusste, was man darauf antworten sollte.