Nicht betagelesen, weil sich niemand dafür interessiert hat ... wenn jemand Lust hat, nur zu, ich wäre undendlich dankbar
Titel: Geheimnis um einen Kessel
Kapitel: 2/5
Pairings: Ron/Luna; angedeutet: Ginny/Dean, Hermine/Viktor
Warnungen: Keine
Kommentare: Es gibt zu wenig Ron/Luna Geschichten auf dieser Welt, und daher hier ein weiterer Beitrag von mir. Wer mir sagen kann woher ich den Namen habe kriegt einen Keks ;)
Kapitel 2
Luna war schon eine Woche im Fuchsbau als Ron sie mit nach Ottery St. Catchpole nahm. Mit einer langen Liste an Lebensmitteln, die sie in dem kleinen Dorfladen kaufen sollten. Ron war froh, dass sein Vater die Taschen so manipuliert hatte, dass sie immer leicht waren. Es war ein wunderschöner Morgen, warm aber nicht zu heiss, ein paar Quellwolken am Himmel verstreut, die Wege trocken. Die Rapsfelder blühten und verströmten ihren süssen Duft. Luna wirkte trotz dieser Gunst der Natur niedergedrückt. Ron konnte sich denken wieso. Ihr Vater war seit fast drei Wochen verschwunden.
„Mein Vater würde euer Haus auch lieben", sagte Luna plötzlich in ihrer unvermittelten Art.
„Er kann gerne mal zu Besuch kommen, wenn er wieder da ist."
Ron hoffte sein Lächeln war so aufmunternd, wie er dachte. Vermutlich war es nur eines seines verlegenen Grinsen. Luna blieb stehen und ihre Augen waren plötzlich nicht mehr so verträumt. Das schockierte Ron genauso, wie ihre konfuse Art ihn anfangs verwirrt hatte.
„Mein Vater ist seit drei Wochen weg."
Die verträumte Note kehrte in ihre Stimme zurück.
„Nicht einmal ich kann noch glauben, dass er einfach die Zeit vergessen hat."
„Nein, wahrscheinlich nicht." Ron wurde etwas unruhig.
„Die Auroren scheinen auch keine Fortschritte zu machen. Ich habe nichts von ihnen gehört, und Tante Patricia wird auch ärgerlich.""
Ein Brief von Patricia war an dem Morgen gekommen. Zusammen mit einigen arabischen Süssigkeiten.
„Ich bin sicher sie geben sich Mühe."
„Ja, aber vielleicht haben Fudges Feuerdämonen ihn erwischt," sage Luna sehr ernst. „Ich glaube nicht, dass die Auroren, dass herausfinden würden." Ron öffnete den Mund, schloss ihn wieder und sie legten den Rest des Weges schweigend zurück.
Am selben Abend entgnomte Ron mit Ginny und den Zwillingen den Garten. Luna hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen. Ginny, wie immer eher missmutig am Werk, drehte sich zu Ron um. Und hätte beinahe seinen Gnom ins Gesicht bekommen.
„Pass auf, du Trottel!"
„Sorry." Ron warf zwei weitere Gnome über den Zaun.
„Ist dir auch aufgefallen, dass Luna niedergeschlagen wirkt heute?"
Ron nickte. „Sie glaubt auch nicht mehr daran, dass ihr Vater nur ‚die Zeit vergessen hat'. Und sie schien nicht sehr beeindruckt von der Arbeit der Auroren."
„Du hast mit ihr gesprochen?"
„Ja, heute auf dem Weg ins Dorf."
Fred und George hatten inzwischen auch die letzten Gnome ins Feld befördert.
„Die Auroren machen wahrscheinlich die Jagd auf Todesser ihre Hauptpriorität", bemerkte Fred.
„Aber woher wissen die, ob sein Verschwinden nicht etwas mit den Todessern zu tun hat?" ergänzte George. Ihre jüngeren Geschwister zuckten mit den Schultern. Ein leicht manisches Grinsen breitete sich auf den Gesichtern der Zwillinge aus.
„Hey, Ronnekins, hast du nicht eine Menge solcher Sachen mit Harry gemacht?"
„Solcher Sachen?"
„Die Wahrheit herausfinden, wenn die Erwachsenen das nicht hinbekommen?"
Ron blinzelte.
„Na ja, das war nicht ganz das Gleiche."
„Wir könnten es doch probieren!" Ginny war natürlich sofort Feuer und Flamme für die Idee. „Wie fangen wir an?"
Wenig später klopften die vier jüngsten Weasleys an Lunas Tür. Sie schien nicht sehr überrascht und liess sie herein. Ehrfürchtig sahen sich die Geschwister um. Luna hatte nicht viele Sachen mitgenommen, aber was sie hatte, lag scheinbar planlos im Zimmer verstreut. Percys alter Schreibtisch war übersäht von Schulbüchern, sonstigen Büchern und mehreren Ausgaben des Klitterers versehen mit Lunas Kommentaren. Einige beschriebene Pergamente schauten auch hervor. Ihre Schlafrobe war halb unter dem Kissen, halb über der Decke, und ihre sonstigen Sachen hingen ziemlich schief in Percys Schrank, der halb offen stand.
„Wow, man erkennt das Zimmer kaum wieder. Percy war immer so pingelig ordentlich."
„Ordnung lenkt ab."
Luna lächelte und setzte sich auf ihre Schlafrobe auf dem Bett. Sie fragte nicht, warum sie gekommen waren und so räusperte Ginny sich schliesslich.
„Luna, wir wollten nur fragen …"
Sie räusperte sich wieder und sah dann hilflos zu ihren Brüdern. Die schienen allerdings auch einen Knoten in der Zunge zu haben. Luna war wie immer entnervend geduldig.
„Erm, wir dachten, wegen den Auroren und deinem Vater …"
„Meinem Vater?"
„Ja, hast du nicht irgendeine Idee, warum jemand deinem Vater feindlich gesinnt sein könnte?"
„Nein, warum. Mein Vater hat nie Streit gesucht."
„Deinem Vater gehört der Klitterer, oder?" Fred hatte sich eingeschaltet.
„Ja, er ist auch der Editor."
„Eben, Magazine haben immer Feinde!"
George nickte. „Worüber hat dein Vater denn in letzter Zeit geschrieben?"
Luna stand auf und begann auf dem Schreibtisch zu wühlen. Schliesslich hob sie die neuste Ausgabe des Klitterers und ein kurzes Manuskript auf. Fred und George nahmen den Klitterer, während Ron das Manuskript griff.
„Brans Kessel?!"
Fred und George sahen wieder auf.
„Was hast du gesagt Ron?"
„Der Titel von dem Manuskript ist ‚Die Restauration von Brans Kessel.' Was ist dieser Kessel?"
Ginny zuckte mit den Schultern. „Wo ist Hermine wenn man sie braucht?
„Der Kessel gehörte einem irischen Helden. Damit kann man Tote zurück ins Leben holen. Es ist eine Muggellegende."
Luna lächelte Ron an.
„Und warum schreibt dein Vater über eine Muggellegende?"
„Er glaubt, dass es den Kessel
wirklich gab. Der Legende nach sprang jemand in den Kessel – und
weil der Kessel nichts Lebendiges halten konnte, darum wurde er
zerstört. Mein Vater glaubt, dass der Kessel nicht zerstört
wurde, sondern nur seine Kraft verlor. Und dass jemand ihn
reaktivieren möchte. Ich hab den Artikel schon den Auroren
gezeigt, aber sie waren nicht sehr interessiert."
„Ein Kessel
der Tote zum Leben erweckt?"
Luna nickte ernsthaft.
„Mein Vater war sich sehr sicher. Ich glaube er hat für irgendwelche Bestätigungen das Haus verlassen."
Ron las den Artikel durch, während George und Fred durch den Klitterer gingen. Sie fanden nichts Provozierendes darin, nur das übliche Gespinst. Neue Beweise für die Existenz von Fudges Feuerdämonenarmee, ein Hexer der mental auf den Mars reiste und dort mit kleinen grünen Männchen sprach (hatten Harry und Hermine nicht einmal von Marsmännchen als Muggelidee gesprochen?) und eine Hexe, die angeblich Geschlechtsverkehr mit verstorbenen Magiern hatte. Merlin sei eine Bombe im Bett. Vage provozierend, aber nichts was jemanden ernsthaft zu Verbrechen motivieren würde. Der Kesselartikel versprach wenig mehr. Es schien ein Rohentwurf zu sein – er enthielt wenig mehr, als das was Luna ihm bereits gesagt hatte.
Wie immer wenn er nicht weiterwusste, schrieb Ron und Hermine und Harry. Hermine war gerade mit ihren Eltern in Bugarien um Viktor Krum zu besuchen, und Luna lieh Ron ihre Eule Selene (es hatte die Weasleys sehr erstaunt, dass sie so etwas Mundanes wie eine Eule hatte) für die Reise. Selene war eine sehr effiziente Eule, was etwas erstaunte bei ihrer Besitzerin. Bereits fünf Tage später kam sie mit einer Antwort von Hermine zurück. Harrys Antwort war vage gewesen – er misstraute dem Klitterer zwar, dem Ministerium aber auch. Hermines Antwort war länger und enthielt mehrere Ergüsse über Legende und Wahrheit, über den Klitterer, über irische Legenden und die Unmöglichkeit auf magische Weise Tote zum Leben zu erwecken, aber die Möglichkeiten Zombies zu kreieren, die alle sehr unzureichend waren (ihre folgenden theoretischen Überlegungen waren allen im Fuchsbau Anwesenden völlig unverständlich). Aber sie würde sowieso in ein paar Tagen nach England zurückkehren, da Viktor in ein Trainingslager des Nationalteams müsste, und würde dann beim Fuchsbau vorbeikommen. Viktor ginge es gut, seine Familie sei sehr nett und so weiter. Kaum etwas Definitives, aber es beunruhigte Ron, dass seine Freund den Artikel halb ernst nahmen.
Die Weasleygeschwister nahmen sich das Manuskript noch einmal vor. Mit einem Bleistift (Rudolph Lovegood mochte scheinbar auch Muggeldinge) waren mehrere Bemerkungen an den Rand gekritzelt in einer schier unlesbaren Handschrift. Ein Wort mit „N." tauchte häufig auf. Auf ihre Frage hin betrachtete Luna das Wort von allen Seiten, drehte das Pergament dann noch einmal langsam und kniff die Augen zusammen. „Entweder Natt, Nad, Nott oder Nod."
„Nott – so heisst einer der Todesser, die neulich aus Akzaban geflohen sind, nicht wahr?" Stille breitete sich in Lunas kleinem Zimmer auf, sogar sie wirkte geschockt.
