Disclaimer: gehört alles uns, oder so... nee, überraschenderweise nicht...
Es tut uns - nun ja - wahnsinnig (damit kennen wir uns bekanntlich aus) Leid, dass erst jetzt unser zweiter Teil zustande gekommen ist, aber es dauert bei uns halt immer ein wenig länger. Getreu dem Motto: Weniger Qualität, bei weniger Quantität und mehr Zeit ;o)
Also erstmal knuddeln wir alle unsere Reviewer, wir haben euch lieb, wie wäre es mit einem Dreier? ;o)
@ Susanne, LionSnape, Anne, Pale-Slytherin, Nici1807, Vengari, Tinuviel Morgul, Katze7, Weihnachtskeks3, Snoop, Herm84, Ree, White rose, Einfach nur ich und damit auch an Einfach-nur-uns:
Vielen herzlichen Dank *knuddel* *Kekseschick* *liebhab*
Und nu' geht es weiter: *Trommelwirbel*
*~*~*~*~*~*~*~*
Therapie gefällig?
Kap. 2: Breathless
Ein kurzes Aufflammen durchzog den Raum, als der Docht der Kerze sich mit einem Zischen entzündete. Augenblicklich schwebte Zimtduft durch Hermines Büro. Sie saß entspannt in ihrem Sessel und erwartete seit nunmehr einer Viertelstunde ihre neuerwählte Lieblingspatientin.
Eine Woche war vergangen seit diese unsägliche Person sie in ihrer vollendeten Wut zu stören gewagt hatte. Hermines glänzende Stimmung dieses Tages war durch Sheryls langatmigen und zugleich vor romantischer Verklärung triefenden Monolog in einer Perfektion der abgrundtiefen Abscheulichkeit geendet.
Und jetzt hatte dieses Gräuel die Frechheit sie - SIE - warten zu lassen.
Nicht das ihre Vorfreude auf das Folgende ein weiteres Warten zur Qual gemacht
hätte, aber mit Sicherheit hätte sie Besseres zu tun, als auf dieses
- jetzt hatte sie alle ihre Schimpfworte schon verbraucht - Etwas zu warten.
Na gut, ICH bin Therapeut, also weiß ICH auch genau, wie man sich in allen Situationen zu verhalten hat, ICH würde nie zu spät kommen. Aber egal, ICH weiß schließlich, wie man sich beruhigen kann. ICH ruhe in mir, wie ein, wie ein,... wie ein buddhistischer....äh....Bär im Winterschlaf...'
Innerlich über ihre Zurechnungsfähigkeit den Kopf schüttelnd
erhob sie sich und setzte sich auf den Boden, um ihr vielfältiges Wissen
über Beruhigungstechniken zu erproben.
Gut, ich atme jetzt ruhig ein und langsam wieder aus. Die Aggression gleitet aus mir. Der Stress fällt von mir ab. Die Welt ist schön, wunderschön, einzigartig. Diese Atmungstechnik ist das Letzte. Die Welt ist zum Kotzen. Der Stress kommt auf mich zu und meine Aggression ist das Beste, was ich in diesem Moment habe.'
Mit einem langen Ausatmen beendete sie die hervorragende Beruhigungstechnik
und beschloss nie wieder Patienten mit einem solchen Blödsinn zu quälen.
Gut, wenn meine Welt Kopf steht, muss ich es ihr eben gleichtun.'
Nach einem sinnlosen Versuch ihren Körper in vertikaler Richtung zu verschieben
und durch die Wirkung der Kopfschmerzen, die ungebremsten Zusammenstößen
ihres Schädels mit dem kurzhaarigen, keinesfalls dämpfenden, Teppichboden
zufälliger Weise zu folgen schienen, entschied Hermine sich, dass abgedroschene
Stammtischparolen ihr in diesem Fall nicht weiterzuhelfen schienen. Merkwürdig.
Gut, kehren wir zum roten Faden zurück, autsch diese Kopfschmerzen,
ob Melissa noch Kopfschmerz-, äh Faden, roter. Moment, dieses Haar ist
grün', eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht streichend, Halt!
Grüner Faden! Meine natürlich roter Faden! Diese Tönung sollte
ich wirklich nicht noch mal... rot, rot, roter Faden! Roter Faden! Roter Faden!
Scheiße, vergessen was roter Faden bedeutete... Hatte was mit Haaren zu
tun... ähm...ähm... Bescheuerter Frisör, sollte ich verklagen,
Moment, Frisör, Aggression, Faden gefunden! Juhu! Ach nein, heißt
ja schlechte Laune - Mist! Also Beruhigungsmethode...'
Ein Blick auf die Uhr versprach ihre Aggression, die vergessene welche, zu
stärken.
Gut - dieses Wort sage ich erstaunlich häufig, dafür, dass
mein Leben die Bedeutung nicht kennt. Egal - Gut, versuche ich es halt mit Yoga,
vielleicht begegne ich ja meinem inneren Frieden, und wenn... wird er stranguliert
bis es mir besser geht.'
Ein wahnsinniges Glimmen in ihren Augen, wich einem schmerzerfülltem Flackern,
als sie feststellen musste, dass der Lotus-Sitz nicht ohne Grund Fortgeschrittenen
Yogi vorbehalten war.
Heute will auch gar nichts funktionieren - heute? Na ja,... Gut, irgendwie muss ich meine Beine doch - autsch! Ist der Sitz verbindlich? Sollte Brief an obersten Yogi schreiben, Ober-Yogi sozusagen. Wird wohl viel Post bekommen, von all den Leuten, die weniger sportlich sind als ich - leeres Postfach würde ich sagen - dauert aber eh zu lange. Na ja, Schneidersitz wird es wohl auch tun.'
Ein Knirschen ihrer Gelenke missachtend brachte sie sich eine aufrechte Haltung
und während sie ein Loch in ihrer Socke begutachtete, stellte sie sich
mit aller Kraft ein überdimensionales Dreieck vor, das funkelnde Bahnen
zwischen ihrer Stirn und ihren Knien zog.
Ich spüre Energie, Stirn, Knie, Knie, Stirn, Tür geht auf,
Knie, Knie, Stirn, komische Geräusche, Klappern, Knie, Knie, Stirn, Erde
bebt - geiler Yoga-Effekt, Knie, Knie, nasse Stirn, Kn- nasse Stirn? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!'
Ohne in der Lage zu sein irgendeinen Wiederstand zu leisten, wurde Hermine mit
immenser Wucht von einem felltragenden Knäuel zu Boden gerissen. Ein rotes
Etwas befeuchtete ihr Gesicht, als wäre es eine zu trockene Briefmarke,
die die Lieferung nach Timbuktu überstehen sollte.
"Was-Zu-Merlins-Primären-Geschlechtsteilen-Ist-Hier-Los?", kreischte
Hermine, durch erstickende Geräusche unterbrochen.
"Hermine, er mag dich! Er mag die Leute genauso wie ich."
1. Seit wann waren wir beim du? 2. Seit wann magst du mich? Unsere
Abneigung bestand, soweit ich mich erinnere, auf erfüllender Gemeinsamkeit
und 3. Hast du mich, dem Ober-Yogi sei Dank, noch nie und ich wiederhole noch
nie abgeschleckt und ich lege keinerlei Wert darauf, dass du damit anfängst.'
Anders als ihre akkurat artikulierten Gedanken, brachten ihre Stimmbänder
nur ein Stammeln hervor:
"Ich mag, igitt, ehm, DAS DA auch sehr, würg, gern, aber unser Beziehung
fehlt die - Entfernung... NIMM ES SOFORT WEG!"
Von der Last des goldenen Staubwedels befreit, atmete Hermine erleichtert auf,
um nur Sekunden später in vollendeter Perfektion - sofern das mit einem
vollgesabberten Gesicht und einem golden behaarten Umhang irgend möglich
war - vor ihrer Patientin zu stehen.
"Ms. Williams, Sheryl, schön das Sie auch noch kommen. Übrigens,
was hat DAS", ihr anklagender Finger war demonstrativ auf den Hund gerichtet,
"hier zu suchen?"
"Das ist Knuddels, ist er nicht süß?", und klang nach
einer übermotiviert begeisterten Zahnarztfrau, "er hat dich gleich
ihn sein kleines Herz geschlossen."
"Ich ihn auch."
Ich glaube mir wird schlecht.'
"Aber zurück zu der Frage, warum hat sich denn sein goldiges Hinterteil
in mein Büro verirrt?"
Um nicht zu sagen, sein Arsch, inklusive sein, igitt, Geruch und die
dekorativen Haare - armer Umhang, Kanntest du dein Schicksal schon, als ich
dich damals von der Stange nahm? Du hattest noch so viel Großartiges vor!'
"Ach ich komme direkt aus dem Laden, aber es ist schön, dass du dich
so über seinen Besuch freust. Ich glaube, ich bringe ihn ab jetzt immer
mit."
"Äh, das ist keine gute Idee. Es ist wirklich nicht gut, wenn man
Hunde aus ihrer gewohnten Umgebung und dem Tagesrhythmus reißt."
Ein um Zustimmung flehender Gesichtsausdruck begleitete ihre Worte.
"Ach, wir machen es einfach zu seinem Rhythmus", sagte Sheryl und
zwinkerte Hermine dabei spitzbübisch zu.
"Wir wollen ihn doch an nichts gewöhnen, das irgendwann" JAAAAAHHHHHH!'
"zu Ende gehen muss." Bald, hoffe ich.'
"Na ja, das dauert bestimmt noch."
Für einen Moment war der Raum nur von dem Geräusch des Knirschens
eines überbeanspruchten Zahnpaares erfüllt.
In Gedanken sämtliche Selbstmordmöglichkeiten durchspielend, bat
Hermine Sheryl sich zu setzen.
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Na, wie war's? Wir sind nicht neugierig, aber vielleicht sonst irgendjemand, der sich über eure Reviews freut ;o)
